Licht verscheucht Angst

Ohne Vertrauen, kann man in den Abgründen seines Leben nur verzweifeln.

„Wer in der Finsternis geht und wem kein Lichtstrahl scheint, der vertraue auf den Namen des Herrn.“
Jes. 50, 10

Dem Namen des Herrn vertrauen ist, an den neuen anbrechenden Morgen zu glauben. In jungen Jahren machte ich mit meinem Freund eine Wandertour durch den Schwarzwald. In einer Nacht übernachteten wir in einer offenen Holzblockhütte mitten im Wald. Mit unseren Schlafsäcken versuchten wir auf den Holzbänken zu schlafen. Doch an Schlaf war nicht zu denken. Wir erlebten, wie nachtaktiv ein Wald sein kann. Es war stockdunkel, doch von überall waren Geräusche. Kein Licht, kein Feuer, wir hörten viel und sahen nichts. Krächzen, schluchzen, knacken, knistern, plötzlich war ein Mann in unserem „Schlafzimmer“, der auch noch eine Ruhestätte suchte, dann aber weiterzog. Vögel heulten, jeder Zweig der knackte, lies uns aufschrecken. Die Nacht war einfach nur unheimlich. Wir sehnten uns nicht mehr nach Schlaf, sondern nur noch nach dem Morgen. Das Befreiende war, als es zu tagen anfing. Die aufgehende Sonne hatte uns mit einer meiner schrecklichsten Nächte versöhnt. Erstaunlich schnell war die Unruhe und Schlaflosigkeit vergessen. Es war wieder hell.

Vertrauen schafft einen Umbruch in einer ausweglosen Lage. Es bricht ein neuer Morgen an, es wird hell mit dem Namen des Herrn. Das ist der Name, der von sich sagt: Ich bin das Licht der Welt. Er stellt die Finsternis auf den Kopf. Die vielen Situationen, in denen uns die Lichter ausgehen, der Schreck uns auf kleiner Flamme köchelt, die Verzweiflung uns die allerdüsterste Seite des Lebens aufzeichnet, da geschieht eine Wende. Wir dürfen das Vertrauen auf den Namen nie unterschätzen. Wo das Licht kommt, hat der Schrecken der Nacht ausgegessen. Vertrauen heißt, ich glaube an das Licht, auch wenn die Nacht noch dunkel ist. Allein die Ahnung von Licht, entkrampft die Anspannung. Der Glaube durchbricht die Nacht, weil er sich mit dem Licht verbindet.

Vor einigen Jahren machte ich ein großes Herz mit roten Rosen als Sargschmuck für den Mann meiner Cousine. Er hatte sich mit Mitte vierzig das Leben genommen, weil er das Licht nicht mehr gesehen hat. Er war kerngesund, aber hatte keine Hoffnung mehr für sein Leben. Die Angst breitete eine solch große Sinnlosigkeit über ihn aus, das er keine Ahnung mehr von Licht hatte. Gerade in unseren dunkelsten Stunden ist es ein Frevel die Nacht zu schüren, anstatt dem Licht zu vertrauen. Wo unser Glaube an den Namen des Lichtes aussetzt, können wir nur verzweifeln. Da bleibt uns nur noch der Strick, um das Elend zu beenden. Das Vertrauen auf das Licht ist die entscheidende Wende. Da ist Jesus Christis mitten in der Finsternis. In der Nacht unserer Seele geht dann wieder die Sonne auf, das Leben erwacht und die Freude kehrt zurück.

Vertrauen wir schon, oder verzweifeln wir noch?

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Der Schreck ist weg

Es ist möglich, dass sich Schrecken in Frieden verwandelt.

„Du brauchst keine Angst mehr zu haben, denn Kummer und Not dürfen dich nicht mehr bedrücken; nichts wird dich mehr in Schrecken versetzen.“
Jes. 54, 14 (Hoffnung für alle)

Kaum vorstellbar, dass wir einmal nicht von Angst und Schrecken bestimmt werden. Doch was Jesaja hier ausdrückt, ist ein nicht vorstellbarer Umbruch. Eine Welt ohne Angst und Schrecken wird es nie geben, doch Gott nimmt den Druck raus. Kummer und Not bleiben, doch sie dürfen nicht mehr bedrücken. Die Angst wird immer da sein, doch ihr wird der Schrecken genommen. Die Spannungen des Lebens werden entspannt. Hier wird die Vision eines neuen Jerusalems aufgezeichnet, in dem die Trümmer wieder aufgebaut werden, doch damit geht der Prophet auf die Passion Jesu zu. Mit einem schrecklichen Tod, wird dieser Welt der Schrecken genommen. Am Kreuz entsteht eine neue Lebensperspektive. Da wird das was uns Angst macht überwunden.

Angst entsteht, wenn wir uns der Situation nicht gewachsen sehen, wenn Bedrohliches auf uns zukommt, dem wir hilflos gegenüberstehen. Ältere Menschen sind oft von Verlustängsten getrieben, weil ihre Kräfte nachlassen, sie nicht mehr so aktiv sein können und dann meinen, andere würden sich dadurch von ihnen zurückziehen. Angst entsteht, wenn bei einem Selbstständigen der Rentenbescheid eingeht, auf dem eine Rente von 123,25 € in Aussicht gestellt wird. Angst kann für einen Glaubenden wie Martin Luther auch sein, wie bekomme ich einen gnädigen Gott. Er litt darunter, dass er mit seinen Werken nie vor Gott gerecht werden kann, auch bei noch so viel Ablässen und Bußübungen. Sein Durchbruch war Christus. Da wird die innerer und äußere Not umgebrochen. Dem Bedrückenden, wird ein starkes Gegenüber gesetzt. Dem Angst Machenden, das die menschliche Ohnmacht offenbart, offenbart sich der mächtige Christus. Luther erfuhr darin eine fremde Gerechtigkeit, die seiner aufgescheuchten Seele Frieden verschaffte. Somit ändert sich, wenn wir keine Angst mehr haben brauchen, nicht die bedrückenden Umstände, sondern die Beziehung zu Christus. In dieser Beziehung, weicht das Bedrückende des Schreckens. Da können die Schüler des Amoklaufs in Florida wieder Lebenshoffnung entwickeln. Da können wir in den schrecklichsten Lebensszenen Frieden finden. Wenn Christus uns seinen Frieden lässt, kann er sagen: Euer Herz erschrecke nicht und fürchte sich nicht. Somit können wir in allem Unfrieden in dieser Welt, in den Stürmen unseres eigenen Lebens, erst recht Frieden finden.

Wo suchen wir unsern Frieden, wenn die uns die schrecklichen Ereignisse aufwühlen und durchschütteln?

Zupacken kann, wer Schutz genießt

Wo die Traurigkeit das Herz lähmt, ist der Ofen aus.

„Fürchte dich nicht, Zion! Lass deine Hände nicht sinken! Denn der Herr, dein Gott, ist bei dir, ein starker Heiland.“
Zef. 3, 16-17

Antriebslosigkeit und Angst schnürt selbst den Glaubenden oft das Herz zu. Solange die Menschen leben, kämpfen sie gegen die Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit. Ständig sind da lähmende Kräfte unterwegs, die in Trauer und Schmerz versetzen, und von der Herrlichkeit des Lebens abschneiden. In diesen Zerfleischungsprozess setzt Gott seine Gegenwart. Ich bin bei dir, wenn das Leben aufsäuft. Ich heile das Unheilige. Wo alles in den Händen zerrinnt, bin ich das Becken das auffängt. „Denn der Herr…“, schließt die Sicherheitslücke. Er ist der Virenschutz für angefochtene Glaubende. All die um uns lauernden Bedrohungen und Angriffe, die unser System lahmlegen wollen, werden wirkungsvoll abgewehrt. Wo Christus der Wächter am Netzeingang ist, kann kein Trojaner den Rechner lahmlegen. Der Glaubende sitzt dort auf Kohlen und ist ständig unruhig, wo der Virenschutz deaktiviert wurde. Dort fängt das Elend an, dass wir machtlos gegen schädigende Einflüsse kämpfen. Mein G-Data hat es verhindert, dass die Erpressersoftware in einer Bewerbung gestartet ist. Je besser der Schutz, umso weniger wird die Angst vor Angriffen. Gott ist bei dir, ist die stärkste Firewall. Damit kann die Leistung nicht mehr von außen herabgesetzt werden. Da braucht man keinen Email-Anhang mehr zu fürchten. Das entspannt alles Arbeiten. Gott ist bei dir, garantiert unsere Betriebssicherheit. Da ist mehr Macht da, als alles, was uns in Angst und Schrecken versetzen kann. Da ist die Herrlichkeit stärker als der Zerfall. Da steht das Leben auf, gegen alles Sterben.

Genau solche Zusagen brauchen die sinkenden Hände und furchtsamen Herzen. Egal, ob wir durch eigenes Versagen mutlos werden, oder das Miteinander mit dem Bruder und der Schwester die Hoffnung rauben, dementgegen steht ein starker Heiland. Diese Zusage wird uns nicht in guten Tagen zugesprochen, sondern in den Schweren. Das Kräfteverhältnis wir umgewandelt. Das Schwache wird dadurch stark. Das Trauernde wird getröstet. Der Mutlose, kann entschlossen voranschreiten. Mit Christus können wir etwas wagen, wozu die eigenen Kräfte versagen. Mit ihm sind wir ein Rechner nach dem Neustart, für den alles möglich ist. Diese Präsenz, macht die sinkenden Hände stark und die wankenden Knie fest.

Was hindert uns da, mutig und entschlossen unsere Wege zu gehen und unsere Aufgaben anzupacken?

Kampf dem Verzagen

Im Glauben verwandelt sich das zaghaft sein in standhaft werden.

„Kaleb sprach zu Josua: Meine Brüder machten dem Volk das Herz verzagt, ich aber folgte dem Herrn, meinem Gott treulich.“

Jos. 14, 8
Der Glaube ist das Gegengewicht zu dem verzagten Herzen. Wo sich der Mensch auf Gott verlässt, werden weiche Knie fest. Dem Herrn folgen, sorgt für die Statik im Leben. Festigkeit hängt mit dem Grund zusammen, auf dem der Mensch steht. Wo sich jemand nur auf sich selbst und andere verlässt, ist die Enttäuschung vorprogrammiert. Die Vergänglichkeit des Menschen ist beängstigend. Die Folge ist das Zögern und Zurückschrecken. Das Menschsein aus sich heraus kann keine Standhaftigkeit generieren. Der feste Stand kommt aus dem „ich aber folge dem Herrn“. Kaleb hat etwas Grundlegendes kapiert. Um zu bestehen, um all das Zurückschrecken meines Lebens zu überdauern, brauche ich den lebendigen Gott. Ich brauche das starke tragfähige Wort und ich lebe aus Erbarmen, das mich durch mein Nachlassen und schwach werden durchträgt. Selbst für meinen Glauben brauche ich einen Christus, der diesen Glauben ständig erneuert und auffrischt. Menschen, die in den Härtefällen stehen, brauchen einen Glauben, der nicht mehr vor dem Tod zurückschreckt. Wie sonst wäre es möglich, dass Märtyrer standhaft geblieben sind. Das Vertrauen auf Gott, ist das Armier Eisen, das einem Bröselbeton die Statik gibt. 
Genau hier erkennt man den Unterschied, ob und wie Menschen im Glauben unterwegs sind. Wo das Gottvertrauen schwächelt, löst es das Zagen aus. Ohne Glauben verbreitet sich Unsicherheit, da fehlen Hoffnung und Mut. Da säuft das Miteinander ab. Da funktionieren in der Kirche noch die äußeren Rituale, doch der Glaube hat seine gestaltenden Kraft verloren. Da hält eine Gemeinschaft noch zusammen, jedoch ihre Perspektive für die Zukunft ist weg. Wo der Glaube schwindet, verzagen die Herzen. 
Kaleb durchbricht mit einer Trotzreaktion diesen Ungeist. „Ich aber“ ist die entschlossene Wende dagegen. Allem Verzagen zum Trotz, baue ich auf meinen Gott. In dieser Entschlossenheit reißt er das Ruder herum und gewinnt die Standhaftigkeit für sein Leben.
Wie fest stehen wir? Löst unser Leben Verzagen oder Hoffnung aus? 

Das Übel hat ausgebissen

Wo Gott Geschichte schreibt, kann sich dem niemand widersetzen.
„Auch künftig bin ich derselbe, und niemand ist da, der aus meiner Hand erretten kann. Ich wirke; wer will´s wenden?“

Jes. 43, 13
Nichts in dieser Welt ist so entgültig wie das „ich bin“ und  das „ich wirke“ Gottes. Hier ist die mathematische Grundrechenart der Schöpfung festgelegt. Aus diesem Fixpunkt geht alles hervor und läuft alles zusammen. Gott ist der Nabel der Menschheit. Das ich bin, stellt die Existenz Gottes in alles was ist. Alles steht mit ihm in Beziehung. Nichts von dem was ist,, kann isoliert von Gott betrachtet werden. Hier feiert Gott seine Universalität, sein ein und alles. Er legt damit seine Autorität über allem Geschaffenen fest. Alles Dasein liegt in dieser Hoheit und Heiligkeit. Bei dem ich bin, wird nichts diskutuert und nichts infrage gestellt. Da wird eine Verbindlichkeit in den Raum gestellt. die unverrückbar ist. An dieser heiligen Existenz kommt keiner vorbei. An dieser ewigen Macht werden sich alle Mächte die Zähne ausbeißen. Ich bin und ich wirke ist ein Bollwerk, gegen alles, was das Leben auflösen will.
Daher ist dieses Wort in die Geschichte des Volkes Israel hineingesprochen, in alle Anfeindungen durch andere Völker. Er sagt damit: auch wenn sich der Widerstand der ganzen Welt gegen euch stellt, wird er mein Handeln mit euch nicht aufhalten können. An mir muss alles Böse, muss der Tod in die Knie gehen. Da ist nicht und niemand, der sich mir widersetzen kann. Die ganze Vermessenheit der Menschen, wird an mir abprallen. Wer will mich von meinem Handeln abhalten? Dem Unheil der Menschen setze ich mein Heil dagegen. Mit Christus hat Gott sein ich bin und ich wirke für allen Zeiten besiegelt. Es schreibt seine Geschichte mit den Menschen, gegen allen Widerstand der Menschen. 
Wenn nichts und niemand Gott in seinem Handeln aufhalten kann, ist keine noch so verworrene Situation entgültig. Wo Gott sein ich bin spricht, ist nichts mehr auswegslos. Da kann nur der Unglaube sprechen: Du musst dich mit dieser Situation abfinden, da geht nichts mehr. Unter dem ich bin gibt es keine hoffnungslosen Fälle mehr. Was uns auch passiert, unter dem ich bin, geschieht alles innerhalb der handelnden Hände Gottes. Das ich bin nimmt die Angst. Das ich bin macht unschockierbar. Alles Übel kann uns nicht mehr erschrecken.
Ich wirke; wer will´s wenden?

Heilsame Schockerlebnisse

irren ist menschlich, doch es geht auch anders.
„Der Tag des Herrn ist groß und voller Schrecken, wer kann ihn ertragen? Doch auch jetzt noch, spricht der Herr, bekehrt euch zu mir von ganzem Herzen!“


Joel 2, 11-12
Erkenntnis kann weh tun. Wenn uns plötzlich etwas klar wird, was wir jahrelang verdrängt haben, kann das einen heilsamen Schock auslösen. Menschen haben einen Verdrängungsmechanismus. Was wir nicht wahrhaben wollen, gibt es nicht. Es gibt Dinge, die wir ganz gezielt ausblenden und somit sind sie für uns nicht existent. Auch die Wahrheiten um Gott werden oft ignoriert und die eigene Sichweise forciert. Menschen stehen immer in der Gefahr des Irrtums und einer beschränkten Sicht. Immer wieder entdecken wir, jetzt ist der Groschen gefallen, was wir vorher ganz anders gesehen hatten.
Gott gibt sich in seiner ganzen Macht zu erkennen. Auch wenn wir ihn immer nur bruchstückhaft wahrnehmen, wird er sich offenbaren. Gottes Größe wird für uns nie fassbar werden, doch allein wo er wieder etwas vom Vorhang seiner Unfassbarkeit öffnet, erkennen wir nicht nur Gott sondern auch uns selbst. Gottesoffenbarungen sind große Stunden, doch auch Schrecksekunden, weil uns unser ganzer inner Widerstand gegen ihn aufgeht. Für jeden kommt der Augenblick, wo er Gott als Gott erfährt und den Irrtum an sich selbst erkennt. Für manch einen sind das die Schicksalstunden seines Lebens. Dort wo es keine Ausweichen mehr gibt. Dort wo uns die Wahrheit einholt und die Frage nach dem Sinn des Lebens stellt. Die Größe Gottes beinhaltet den Schreck über uns selbst. Gottesoffenbarung muss Mark und Bein erschüttern, damit der Mensch sich vom Irrtum befreien lässt. Oft braucht es den Schmerz, dass wir zur Besinnung kommen. Mit ganzer Macht will Gott unser Herz, unser ganzes Dasein in seine Gegenwart stellen.
Somit sind die Konfrontationen mit Gottes Größe keine Vernichtungsschläge, sondern tiefgreifende Heilsmomente. Der Schreck ist das nach Hause kommen, zu dem, dem wir aus der Schule gelaufen sind. Erschrecken ist das beste, was uns passieren kann. Wir werden vom Irrtum befreit und können an unserem Lebensplatz in der Gottes Größe aufblühen.
Warum sollten wir da noch erschrecken, wenn wir in solch einer AHA-Situation, den wahren Gott erkennen?