Lächeln in Lasten

Die mürbe Gewordenen, haben eine große Verheißung.

„Ich will die Müden erquicken und die Verschmachteten sättigen.“
Jer. 31, 25

Es ist immer wieder faszinierend, mit welchem Pack sich Gott abgibt. Ich will die Müden und die Verschmachteten. Er will nicht die Elite, er will den Abschaum. Genau die, die wir lieber aussortieren. Gottes Herz schlägt für die, die uns eher eine Last sind. Jesus besucht ausgerechnet Zöllner und Sünder, die Randgruppe der Gesellschaft. Reich Gottes entsteht nicht mit den Großen und Starken, sondern mit den Unperfekten und Gestrandeten. Erneuertes Leben geschieht nicht bei den Guten und Selbstgerechten, sondern bei denen, die Gott nichts zu bringen haben. Müde und ausgelaugt, sind die Zutaten, aus denen Gott seine Geschichte schreibt. Die auf dem Zahnfleisch Dahinkriechenden, vom Leben Gebeutelten und die bis auf das Mark Ausgebrannten, sind die Wonnepropen, an denen er seine Freude hat. Dort wo nicht mehr ist, will er alles geben. Erquicken und sättigen, ist der Inhalt, den er in leere Tüten füllt. Pralle Fülle, braucht große Leere. Müdigkeit ist die optimale Voraussetzung, dass er hellwach machen kann. In dieser Gegensätzlichkeit ist Gott voll in seinem Element. Wo keine Sünder sind, kann sich keine Gnade entfalten. Wo keine Schwachheit ist, braucht es keine Stärke. Wo kein Tod ist, ist keine Auferstehung für ein neues Leben nötig. Im menschlichen Mangel offenbart sich allmächtige Gott. Zöllner und Gauner beruft er zu seinen Jüngern. Wo das Leben an seinen Grenzen steht, sprengt Gott Türen und Schlösser. Je weniger der Mensch im vorzuweisen hat, umso umfassender kann er sich in ihn hineininvestieren. Die Müden machen dabei kein Fitness- und Aufmunterungsprogramm, sondern werden aus einer anderen Welt erquickt. Sie werden mit Brot und Wein gesättigt. Da fließen die Kräfte des Auferstandenen.

Müde sein ist weder eine Schande, noch ein Grund zum Verzweifeln. Gerade dort, wo wir durch eine belastende Beziehung richtig mürbe geworden sind, gibt es keinen Grund mehr die Segel zu streichen. Wo Erquickung ist, hat das ausgebrannt sein keine Ausrede mehr. Die widrigen Umstände meines Lebens nur beklagen, würde die Quelle der Erquickung Lügen strafen. Wie schnell ziehen wir bei uns und anderen einen Strich, weil ja alles sowieso hoffnungslos ist. Für meine Zukunft sehe ich nicht blau, sondern nur ganz schwarz. Wie schnell finden wir uns mit müde sein ab und begraben den Hunger nach dem satten Leben. Wir dümpeln in unserer Ohnmacht dahin und belasten uns mit entmutigenden Aussagen: Man muss es halt nehmen wie es kommt.

Gerade das müssen wir nicht. Erquickung ist gerade für den Frust. Wir werden genau dort satt, wo der Hunger am größten ist. Lassen wir doch unsere Seele aufwachen und lernen, Gott heiter ins Gesicht zu schauen, dann werden wir entdecken, was das für ein Leben gibt. Da wird das Müde und Verschmachtete erquickt und satt. Da wird die Ohnmacht umgeschmolzen und umgegossen, wie es Albrecht Bengel ausdrückt.

Wenn Gott erquicken will, warum lassen wir ihn nicht einfach machen?

Auslegungen für jeden Tag
http://www.ebk-blumenmönche.de
https://brtheophilos.wordpress.com/category/predigt/tageslosungen/

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Wohlwollen schmeckt klasse

bei Gott ist mehr als an alles gedacht.

„Aller Augen warten auf dich, und du gibst ihnen ihre Speise zur rechten Zeit. Du tust deine Hand auf und sättigst alles, was lebt, nach deinem Wohlgefallen.“
Ps. 145, 15-16

Gott macht satt. D.h. es ist immer mehr als genug da. Wir erleben hier Gott, von seiner ganz sozialen Seite. Wo er Leben gibt, lässt er es nicht umkommen. Gottes Wohl umfasst den ganzen Menschen, nicht nur seine geistig, geistliche, fromme Seite. Er versorgt Leib, Seele und Geist. Er hat Freude an gutem und reichlichen Essen. Die Bibel wehrt sich gegen alle Unterernährung, gegen allen fast food, gegen alle Geschmacklosigkeit und Leibfeindlichkeit. Wo Gott sättigt, sind die Tische reich gedeckt. Wo Menschen hungern, ist das kein Problem von Gott, sondern von sozialen und politischen Gefügen, von Menschen, die mit diesem „genug für alle “ unsauber umgehen.

Auch wo wir Menschen das Evangelium bringen, geht das nur, wenn ihnen nicht der Magen knurrt. Bei uns in der Bruderschaft gibt es den Grundsatz: Kurze Andacht, lange Wurst.
Es ist schrecklich, die Menschen fromm zuzutexten, wo sie vor dem gedeckten Tisch sitzen. Wir können niemals sagen, das die ‚himmlische‘ Speise mehr Wert ist, als die Irdische. Gottes Geist, will in einem gesättigten Körper wohnen.

Solange wir auf dieser Erde leben, liegt Gottes Bestreben in der Sättigung von Beidem;  dem Heil schaffen und der Versorgung des Leibes, was eben zu diesem Erden Dasein dazu gehört. Distanzieren wir uns von der Leibfeindlichkeit der alten Kirche. Freuen wir uns, wenn Gott seine Hand auftut und unseren Tisch reichlich deckt.

Wollen wir immer noch dieses grandiose Wohlwollen Gottes, mit Verachtung strafen und meinen es reicht eine Hühnerbrühe, wo Gott uns mit einem schmackhaften Menü Freude machen will?