Ruhe ereignet sich

Es gibt nicht nur die Ruhe vor dem Sturm, sondern auch die Ruhe im Sturm.

„Sie sollen sicher wohnen, und niemand soll sie schrecken.“
Hes. 34, 28

Dieser Zuspruch geht an das kleine Volk Israel, das von Großmächten eingekeilt ist. Zur einen Seite Ägypten, zur anderen Babylon. Solch eine Konstellation ist alles andere als sicher. Das ist ein Leben auf dem Pulverfass, bei dem alle Sensoren auf Bedrohung ausgerichtet sind. Unter ständiger Angst sitzt man bei seinem Essen. Kein Fest kann mehr entspannt gefeiert werden. Der Schreck sitzt im Nacken. Die Unruhe wird zum täglichen Begleiter. In diese reale Unsicherheit spricht der Prophet den Glaubenden zu: Ihr sollt sicher wohnen. Gott macht sicher. Er durchdringt den Wohnraum der Menschen in äußerer Bedrohung. Wer sicher wohnt, hat entweder einen Bunker in dem er sich verstecken kann, oder einen Gott der selbst zu sicheren Wohnung wird. In allen äußeren Einflüssen, die auf Menschen einwirken, will Gott Einfluss nehmen. Er kommt mitten in die Angst und all das, was den Menschen aufschreckt und in Atem hält. Mit Christus gibt er dem Volk seine Ruhe zurück. In die äußere Unruhe, kommt eine innere Ruhe. Christus ist der Gegenpol zur Angst. Wo die Ruhe einkehrt, kann der Schreck nicht mehr in Unruhe versetzen. Mit Christus ist die Sicherheit stärker als die Bedrohung. Da lebe ich in einer sicheren Wohnung, auch wenn das Haus unter Beschuss ist. Wo ich in Christus lebe, lebe ich auch in ihm, wenn ich sterbe. Da kommt der Kampf um meine Existenz zur Ruhe. Das ist die stärkste Verankerung und Sicherheit die ein Mensch erfahren kann. Da ist alles umsorgt, von dem „sicher in Christus.“

Wo wir ständig getrieben sind, wo wir unruhig durch unsere Tage gepeitscht werden, wo uns all die widrigen Umstände aufbringen, brauchen wir diese Ruhe. Wir denken immer wieder, wir könnten uns selbst diese Sicherheit verschaffen. Wenn wir einen Krisenherd beseitigt haben, geht in der nächsten Ecke ein Feuer los. Wir werden mit unseren eigenen Rettungsversuchen nie zu Ruhe kommen, weil immer wieder ein Angstmacher aufsteht, der uns bedroht. Wir können die Ruhe nicht von den äußeren Umständen erwarten. Auch wenn wir heute für Frieden in einem Konflikt gesorgt haben, versetzt uns morgen der nächste Knüller in Schrecken.

Wir leben nicht als die Aufgeschreckten und Angstverseuchten, sondern als die, die in Christus zu Ruhe gekommen sind. Aus dieser Ruhe heraus, können wir aller Unruhe begegnen. Das entspannt alle Hektik und alles Verkrampfen. Da werden wir zu einem Ambos, an dem viele Hämmer zerbrechen, weil er geduldig ihre Schläge erträgt.

Wollen wir da nicht jubilieren und triumphieren, lieben und loben, über solch eine Macht dort droben?

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In den Spiegel schauen hilft

Um den Grund der Dinge zu erkennen, brauchen wir Zeit, das bewegte Wasser klar werden zu lassen.

„Halte meine Augen davon ab, nach Nichtigem zu schauen.“Ps. 119, 37

Ein Beter ringt um Tiefgang. Er schüttet vor Gott sein Herz aus, dass er ständig in der Gefahr steht, sich von Äußerlichkeiten bestimmen zu lassen. Scheinbar wertvoller Glanz verdeckt das Eigentliche. Da sind so viele Klänge, die die Grundmelodie des Lebens überdecken. Da ist ständig so viel Dringendes, das dem Wort des Lebens keinen Gestaltungsraum mehr lässt. Vor lauter Stimmen, dringt die eigentliche Gottes Stimme nicht mehr durch.

Ein alter Mönch stand einst an einem Brunnen und schöpfte Wasser, als einige Menschen vorbeikamen und bei seinem einsamen Anblick neugierig wurden. “Was für einen Sinn siehst du in denn in einem Leben der Stille und Meditation“ fragten sie ihn. Lächelnd erwiderte der Mönch: “Schaut in den Brunnen. Was seht ihr?“ Die Menschen blickten neugierig in den Brunnen. “Wir sehen gar nichts“. Nach einer kurzen Weile forderte der Mönch die Menschen erneut auf in den Brunnen zu blicken. Erstaunt antworteten diese: “Ja, nun sehen wir tatsächlich etwas. Uns selbst“. Der Mönch antwortete: “Nun, als ich vorhin das Wasser schöpfte, war das Wasser noch unruhig. Jetzt ist es ruhig“. Er wartete wiederum einen Moment und fragte erneut: “Schaut wieder in den Brunnen. Was seht ihr nun?“ Die Menschen blickten erneut in den Brunnen: “Jetzt sehen wir die Steine auf dem Grund des Bodens!“. Lächelnd entgegnete der Mönch: “Seht ihr, das ist die Erfahrung der Stille und Meditation. Wenn man lange genug wartet, sieht man den Grund der Dinge.“

Ständig stehen wir in unsern „lebenswichtigen“ Herausforderungen. Da sind die täglichen Verpflichtungen, die z.B. einen Unternehmer umtreiben. Wo sind meine Baustellen, die Mitarbeiter, die gebraucht werden, die Betriebsabläufe, die gestrafft und klarer strukturiert werden müssen, die richtigen Produkte, nach denen die Kunden fragen, die Ware, die gepflegt werden muss.

Dieses Getrieben sein, durchbricht der Psalmbeter, indem er nach dem Wort ausschaut. Er hält inne und sieht er auf den Grund. Im Eindringen in das Wort, erkennt er Gott und sich selbst. Wir müssen unser ständig beschäftigt sein, gezielt unterbrechen, um Orientierung zu erhalten. Gott will in unsere Tiefe dringen. Er will unserem Leben Erfüllung und Richtung geben. Er will, dass wir nicht in der Betriebsamkeit untergehen. Unsere Tage brauchen die Einkehr. Sie brauchen das Ausschauen auf das Wort, um Wichtiges vom Nichtigen zu unterscheiden.

Kommt nicht vieles orientierungslose Umherirren, aus mangelhafter Ausrichtung auf das Wort?

Überlegen durch Geist

1.Kor. 2, 1-10

Vorausdenker und Vorauslebende haben es schwer. Sie sind unentwegt mit denen konfrontiert die ihrem Wissens- und Erkenntnisstand hinterher sind. Die Erkenntnis Galileos: „Und sie dreht sich doch“, brachte beinahe sein Todesurteil. Mit einer Notlüge, schwor er vor der Inquisition von seinen wissenschaftlichen Erkenntnissen ab und überlebte. Die Behauptung Luthers: Vergebung geschieht nicht durch Ablass, sondern durch Glaube, führte ihn in den Bann und die Kirche in eine Spaltung. Paulus in Europa unterwegs, erntete in Athen für die Verkündigung des Evangeliums Spott und Antis. Aus dieser persönlich gedemütigten Situation heraus steht er vor die Gemeinde in Korinth. Er stellt Weisheit gegen Wissen.

1. Wir sind Geheimnisträger

Uns aber hat Gott durch den Heiligen Geist sein Geheimnis enthüllt. Denn der Geist Gottes weiß alles, er kennt auch Gottes tiefste Gedanken. Die Weisheit die wir verkündigen, ist Gottes Weisheit. Sie bleibt ein Geheimnis und vor der Welt verborgen.

Auch wenn der Mensch in der Genforschung den Zahlencode der Erbinformationen entschlüsseln kann, sind das lediglich die Grundrechenarten von Plus und Minus. An Gottes Denken kann sich keiner herandenken. Vor seiner Weisheit hängt ein Panzer-Schloss. Für Menschen nicht erforschbar. Mathematik und Logik passen nicht in dieses Schloss. Der Schlüssel für die Geheimnisse Gottes heißt Heiliger Geist. Wo dieser Geistesblitz den Menschengeist berührt, gibt es Erkenntnisse, außerhalb der menschlichen Wahrnehmung. In ihn dringt ein, was der natürliche Mensch nicht versteht. In den Menschen wird ein Geheimnis hineingelegt, das sich nirgends aneignen lässt. Gott hat sich beim Menschen einen persönlichen Zugang geschaffen. Damit entsteht eine Schnittstelle für einen ganz anderen Datenaustausch. Es ist ein Geistesblitz der den Menschen Gott erkennen lässt.

Der Mensch gewinnt dabei keine höhere Erkenntnisstufe um bei Gott zu sein, nein, Gott selbst kommt. Das Geheimnis ist, dass sich im Heiligen Geist, Christus zu uns auf den Weg macht. Der Geist ist die Frucht aus Kreuz, Tod und Auferstehung. Somit stellt der Geist, das natürliche Menschsein, in die umfassende Gotteswirklichkeit. Der Geist legt das Geheimnis von Erlösung und Neugeburt in den Menschen. In einem sterblich, leiblichen Gehäuse weht Auferstehungsluft. Das Geheimnis des Geistes durchbricht damit die Gesetzmäßigkeiten aller menschlichen Wissenschaften und Erfahrungen.

Zu solchen Geheimnisträgern macht Gott Menschen wie Paulus. Jede Verkündigung lüftet ein Geheimnis. Verkündigung sind keine Worte, die von einem Redenberater geschönt sind, in ihr handelt der Christus-Geist. Wo dieses Geheimnis verkündigt wird, wirkt nicht eine gute oder schlechte Rede, sondern eine eigene geheime Macht. Es gibt keine erlernbare Methode, in der der Geist zu Menschen spricht. Sein Geheimnis offenbart Gott immer selbst, weil es keine Worte, sondern Handlung ist. Der Verkündiger bringt eine unbegreifliche Botschaft, denjenigen, die als natürliche Menschen dafür keine Antenne haben. Der Heilige Geist macht Unfassbares menschenverdaulich.

Er entlockt mit ihm, das großes Geheimnis einer alten, verstaubten Geige aus dem Kasten. In einem Menschen kommt etwas zum Klingen, das niemand anders hätte anzupfen können. Dieses Geheimnis offenbart ein Geheimnis in uns. Es offenbart, wie Gott in uns Auferstehung feiert.

2. Gescheitheit rebelliert

…, auch wenn diese Welt und ihre Machthaber das nicht als Weisheit gelten lassen wollen. Aber die Welt mit aller ihrer Macht wird untergehen.  Von den Herrschern dieser Welt hat das keiner erkannt. Sonst hätten sie Christus, den Herrn der Herrlichkeit, nicht ans Kreuz geschlagen.

Geheimnisträger leben gefährlich. Sowohl dem Verkündiger, als auch jedem der mit Gott lebt, wird man nicht glauben. Wer eine Geige sieht und sie noch nie hat spielen hören, kann nicht glauben, dass sie die ganze Welt betören kann. Geisterfahrung ist unnormal, daher ist Christsein ungemütlich. Es treffen hier zwei Welten aufeinander. Gottesweisheit und Menschenweisheit sind Gegensätze. Dabei ist offensichtlich, dass wo der Heilige Geist vom menschlichen Denken blockiert wird, die Menschen verarmen und die Geschichte blutet. Wo die göttliche Perspektive im Leben verschlossen bleibt, verliert das Menschsein seinen Wert. Da sind wir ganz schnell in Holland wo die Erben bestimmen, wie viel Tage dem Opa noch gegeben werden.

Glaubende müssen damit leben, von anderen nicht verstanden zu werden, weil sich Glauben nicht verstehen lässt. Wegen der Menschen, die dieses Gottesgeheimnis nicht kapierten hing Christus am Kreuz. Golgatha ist das Mahnmal für die Auflehnung gegen den Geist. Glaube ist Sprengstoff für eine reizüberflutete Informationsgesellschaft. Wachsender Glaube bedeutet wachsende Herausforderung. Als Geheimnisträger sind wir keine erhabenen Helden, sondern oft die Bekämpften und Belächelten. Erkenntniswege sind oft Kreuzwege. Wer etwas sieht, was andere nicht sehen, macht sich zum Buhmann. In der Gottesoffenbarung rebellieren die Gescheiten und liegt die Konfrontation mit der Vernunft. Da kann selbst die Kirche wie bei Luther und Galileo zum Gegner werden.

Da muss ein Glaube sattelfest sein und im Geist ruhen.

3. Kraftvolles Geheimnis

Denn euer Glaube sollte sich nicht auf Menschenweisheit gründen, sondern auf Gottes rettende Kraft.

Glaube und Menschenwissen haben so viel gemeinsam, wie eine Kuh vom Geige spielen. Wenn eine Geige klingen soll, kann sie nicht von Hufen getreten werden, sondern muss von einem Meister gestrichen werden. Glaube wird vom Geist gestrichen und von der Menschenweisheit mit Füßen getreten. Der Glaube sucht den König in der Krippe und nicht im Palast. Der Glaube kann  sich nicht aus menschlichen Wissen ernähren, sondern hungert nach Geist. Wo der Mensch Wissen als Macht ansieht, sieht der Glaube im Geheimnis alle Macht.

Google kämpft um das Wissen der Welt, der Glaube um ein Lebensgeheimnis, das alles Wissen übersteigt. Die Suchmaschine findet keinen Gott und keinen Erlöser, aber der Geist erschließt Herrlichkeit. Google weiß alles über eine Geige, aber der Geist bringt sie zum Klingen. Der Klang echten Menschseins kommt aus dem Loslassen an den Meister. Der Glaube bringt die Geheimnisse des Lebens zum Klingen. Um das Leben mit all seinen offenen Fragen und unliebsamen Herausforderungen zu meistern, brauchen wir nicht das Wissen der ganzen Welt, sondern das Geheimnis des Geistes.

In der Kraft des Geistes, werden Schafhirten zu Volksführern. In der Kraft des Geistes, widersteht der Mönch aus Wittenberg einem Papst aus Rom. Da gehen schmerzgeplagte Krebspatienten, voll bewusst ihrem Ende entgegen. Der Geist ist die höchste Qualifikation, die einen Menschen auszeichnet. Mit dem Geist handelt der Allerhöchste im Niedrigsten. Darin findet das Unbedeutende seinen größten Wert, das Schwache seine stärkste Kraft.

Um Krisen zu meistern, hilft kein Wikipedia, da braucht es mehr Geheimnisträger. Was die Welt aufhorchen lässt und lebendig erhält, sind Menschen, die in einer höheren Weisheit stehen. Daraus kommt die Kraft, für die Schmerzbewältigung. Daraus fließt die Kraft, in einer scheinbar ausweglosen Zukunftsperspektive voller Hoffnung zu sein. Es ist die Kraft, die noch im Weltuntergang die Auferstehung erkennt.

Wir tragen dieses Geheimnis in uns, daher sind wir durch unseren Glauben zu viel mehr in der Lage, als wir selber denken können. Ich wünsche uns fröhliches Überwinden durch den Geist.

Zum Frieden geschaffen

Es ist ein halbes Himmelreich, wo Frieden herrscht.
„Mein Volk wird in friedlichen Auen wohnen, in sicheren Wohnungen.“

Jes. 32,18
Welch ein Bild von tiefer innerer und äußerer Ruhe. Die zu Gott gehören werden einen Zustand erleben, den es eigentlich in dieser Welt nicht gibt. Friedliche Auen und sichere Wohnungen finden wir selbst in unserem Land nicht mehr, bei der gestiegenen Terrorgefahr. Wenn wir über unsere Grenzen hinausschauen, sitzen wir weltpolitisch auf einem Pulverfass. Wenn Jesaja dem Volk, das immer wieder vertrieben wurde und in kriegerische Auseinandersetzungen gestellt war, solch ein Bild aufzeichnet, geht es ihm keinesfalls nur um Waffenruhe. Frieden kommt nicht von Menschen, Frieden kann nur von Gott kommen. Frieden und Sicherheit ist kein äußerlicher Zustand, sondern ein Ereignis, das der Mensch in Gott findet. Unfrieden entsteht in unruhigen Herzen. Wo ein Mensch in Gott zur Ruhe kommt, kann Frieden von ihm ausgehen. 
Vor ein paar Tagen schrieb mit eine Webdesignerin mit der wir zusammenarbeiten, ich arbeite ständig mit Webentwicklern an Onlineprojekten. Bei diesen Herrschaften gehe es nur um schnell, viel und große Geschäfte, da tut es richtig gut mit den Blumenmönchen zu arbeiten, von denen soviel Ruhe ausginge und bei denen es nicht nur ums Geld ginge.
Mit fliedlichen Auen wirft Jesaja dem aufgescheuchten Gottesvolk den Christus zu. Damit wird Gott eurer gebeutelten Seele Ruhe verschaffen. Mit Christus entsteht für  aufgebrachte Menschen eine sichere Wohnung. Somit ist der Unfriede nicht aus der Welt, doch den Glaubenden ist eine Friedenszelle geschaffen. Wo wir in dieser Welt leben, haben wir uns mit dem Chaos der Menschen auseinanderzusetzten, doch in Christus können wir mittendrin Frieden finden. Da ist der Glaubende nicht mehr der Gehetzte und Getriebene, sondern ruht in sich, in allem äußeren Druck. In Christus zur Ruhe zu kommen ist der Friede, nach dem sich der Mensch in der Tiefe sehnt. Wer in diesen friedlichen Auen wohnt, wird zum Friedensstifter für die Menschen, von ihm geht eine Ruhe aus.
Wo suchen wir unsere Ruhe, wenn das Leben uns hetzt und treibt?
Gott segne euch an diesem Sonntag. 

Friede sei mit euch!

Verlässlichkeit par excellence

es ist gut, wenn eine Wegwerfgesellschaft erkennt was Treue ist.
„So sollst du nun wissen, dass der Herr, dein Gott, allein Gott ist, der treue Gott, der den Bund und die Barmherzigkeit bis ins tausendste Glied hält denen, die ihn lieben und seine Gebote halten.“

5. Mose 7, 9
Für jemand, der alle zwei Jahre ein neues Handy bekommt, nur weil sich die Technik so rasant weiterentwickelt, ist es kaum vorstellbar wie beständig Gott ist. Wir denken in kurzen Taktraten der Wissensverdopplung; Gott denkt in tausender Generationsraten, in denen er unverrückbar fest bleibt. Wo sich bei uns Beziehungen immer schneller auflösen, steht sein Bund für ewig fest. Vor uns steht geballte Konstanz. Die Verlässlichkeit par excellence. Wo  wir nur noch die Veränderung als verlässliche Größe kennen, ist bei Gott unverrückbare Stabilität. Da wo wir zu Getriebenen einer Fortschrittsentwicklung geworden sind, kommt bei dieser Treue unendliche Ruhe und Beständigkeit ins Dasein. 
Einen treuen Gott braucht nicht nur das durch die Jahrhunderte gescheuchte Israel, sondern erst recht eine High Tech Generation, die unterzugehen droht, wenn sie manche Entwicklung verschläft. Gottes Treue ist das Fundament der Erde. Sein Ja, ist das Ja zu einem Leben, das ständig von Unstetigkeit und Zerfall bedroht ist. Sein Bund ist die Umarmung, die den auf stürmischen Wellen sich Bewegenden, vor dem Absaufen bewahrt. Sein Bund ist der Christus, der in aller Bedrohung mit im Boot sitzt. Egal wie das Leben uns zusetzt, wie es unsere Tage aus den Angeln hebt, wir können nicht aus diesem Bund fallen. Christus ist Gottes Garantieerklärung, für Treue, die sich nie verbraucht. Für Treue in aller Untreue. 
Wer sich in diesen Bund hineinnehmen lässt, erfährt eine Stabilisierung in allem, was unkonstant ist. Da sind wir nicht mehr die Getriebenen, sondern die Gehaltenen, Da zerbrechen wir nicht mehr unter der Auflösung, sondern werden immer neu aufgerichtet. 
Können wir sagen: Dieser Bund ist meine Liebe?

Lass die Gerechtigkeit ran

Sehnsucht und Leidenschaft reißen alle Türen auf.
„Weil die Elenden Gewalt leiden und die Armen seufzen, will ich jetzt aufstehen, spricht der Herr, ich will Hilfe schaffen dem, der sich danach sehnt.“

Ps. 12, 6
Es ist nicht selbstverständlich, dass derjenige der recht hat, auch recht bekommt. Oftmals kämpfen wir vergeblich um unser Recht. Am Ende müssen wir uns geschlagen geben und mit erfahrenem Unrecht leben lernen. Das kann der erleben, der sich öffentlich für eine gute Sache einsetzt und von der Politik ausgebremst wird. Wer ein gesundes Rechtsbewusstsein besitzt, kann unter manchen Umständen krank werden. Auch unsere Rechtssprechung spricht „Recht“, übt dabei jedoch nicht unbedingt Gerechtigkeit aus. Unrecht schafft Gewalt und Elend. 
Dagegen steht Gott auf. Gott erhebt sich um im Unrecht Recht zu schaffen. Das Unrecht, das Unruhe auslöst, bringt Gott zur Ruhe. Wo sich innerlich alles gegen erfahrenes Unrecht aufbäumt, schafft Gott den Ausgleich. Wo wir von Menschen keine Gerechtigkeit erwarten können, wird Gott zur Gerechtigkeit. Mit Christus bekommt Gerechtigkeit ein Gesicht. Wir können über dem Unrecht der Welt nie zur Ruhe kommen, wir können nur über den erfahrenen Christus, dem Recht schaffenden Gott begegnen. Wir kommen im Unrecht zur Ruhe, weil Christus der aufgescheuchten Seele den Ausgleich verschafft. Wo Gott Recht schafft, verwandelt sich Unruhe in inneren Frieden. 
Das erfährt der, der sich nach dieser Gerechtigkeit sehnt. Die Sehnsucht und Leidenschaft brennt in erster Linie nach dem leidenschaftlichen Gott, der gegen das Unrecht aufsteht. Nicht wir eifern gegen die Ungerechtigkeit an, sondern rufen Gott auf den Plan. Wir rennen bei Gott leidenschaftlich die Türen ein, dass er sein Recht in das Unrecht dieser Welt bringt. Unsere Sehnsucht nach dem handelnden Gott wird uns dann zur Hilfe.
Wie sehr brennen wir danach, dass in allem Unrecht, Gott leidenschaftlich seine Arbeit machen darf?

Ruhe ist nicht in mir

innere Auseinandersetzungen können einem den letzten Nerv rauben.
„Du herrschest über das ungestüme Meer, du stillest seine Wellen, wenn sie sich erheben.“

Ps. 89, 10
Man muss kein Fischer sein um ungestüme Wellen zu erleben. Da reicht eine einzige Beziehung, die zum Dauerstress wird. Gerade bei den Menschen, mit denen wir eng vertraut leben, sind die Reibungsflächen so groß, dass schnell die Funken sprühen. Da bringen uns nur ein paar Worte in Wallungen, ein Seitenhieb auf die Palme. Eine ständig brodelnde Unruhe raub den Schlaf oder lässt erst gar nicht einschlafen. Ein Riesenrad dreht sich. Wellen, Stürme, die uns Angst machen, weil sie nicht zur Ruhe kommen. Letztenendes werden wir von etwas beherrscht, über dem wir keine Kontrolle mehr haben. Menschsein in sich ist ungestümes Meer. Daher kann die Stillung der Stürme nicht aus uns kommen.
Um zur Ruhe kommen, können Meditations- und Entspannungsübungen durchaus hilfreich sein, doch um diesem Stürmen auf den Grund zu gehen, braucht es einen Gott von außen. Die Jünger riefen ihren Meister an, als sie drohten unterzugehen. Der Ruf nach Christus führt in die Stille. In Christus ruht Gott. Daher kann nur von ihm die Ruhe ausgehen. Das „Herr erbarme dich meiner“, hat die Macht tobende Stürme in uns zu beruhigen. Wir können manche Situationen nicht ändern, aber wir können darin Ruhe finden. In den gleichen Umständen, legen sich in uns die Wellen und haben dann die Macht, beruhigend auf die Umstände einzuwirken. Diese alte Gebet, Christus erbarme dich meiner, das immer wieder gesprochen wird, beruhigt Stürme. Wir ruhen damit nicht mehr in unserer Unruhe, sondern im Frieden mit Gott.
Wenn wir von dieser Macht umgeben sind, warum wecken wir nicht einfach Christus auf, wenn die Wellen hochschlagen?

Zur Ruhe kommen ist schöpferisch

Gute Ordnungen wollen befreien, nicht eingrenzen.

„Sechs Tage sollst du arbeiten; am siebenten Tage sollst du ruhen.“

2. Mose 34, 21



Was sollen in einer pluralen Gesellschaft derartige Bestimmungen? Per Gesetz und Vorschrift die Tage zu zählen und festzulegen, was wann gemacht werden soll.
Mit der Regel von 6 Tagen Arbeit und 1 Tag ruhen, dient Gott dem Menschen. Menschen sind weder Maschinen noch für´s Nichtstun bestimmt. Arbeit und Ruhe ist ein Lebensrhythmus, wie einatmen und Ausatmen. Sieben ist in der Bibel eine heilige Zahl, die für Vollkommen und Vollendung steht. Somit sind sechs Tage Arbeit die Grundlage, dass wir am siebten Tag die Erfüllung finden. Eine Gott gegebene Einheit, in der Menschen ihre Bestimmung finden. Im siebten Tag liegt der Raum der Begegnung, mit Gott und den Menschen. Somit liegt wahrer Gottesdienst, in der Ausgewogenheit von Arbeit und Ruhe, zwischen Kontemplation und Aktion.
Wo solche Ordnungen durchbrochen werden, werden Menschen zu Sklaven der Arbeit oder der Freizeit. Wer keine Unterbrechungen und Erholungsphasen bei seiner Arbeit mehr kennt, wird zum Getriebenen seiner Geschäfte. Wer nur noch Ruhe kennt, nicht mehr arbeitet oder arbeiten kann, kommt sich schnell überflüssig vor und findet keine Erfüllung.
Nicht eines ohne das andere. Gott schenkt dem Menschen Freiheit, durch klare Maßstäbe und und gute Ordnungen. Gute Arbeit darf in Gott zu Ruhe kommen und in ihm neue Kraft schöpfen. Gute Arbeit lebt vom siebten Tag, bei dem wir bei Gott zuhause sind. Gott baut uns durch einen schöpferischen Rhythmus auf.
Tun wir uns wirklich etwas Gutes, wenn wir diese Ordnungen durchbrechen?

Wirkungsvoller Stressabbau 

die tiefe Ruhe und Erfüllung im Leben, kommt nicht dadurch, dass wir alles erreicht haben.
„Besser wenig mit der Furcht des Herrn als ein großer Schatz, bei dem Unruhe ist.“

Sprüche 15, 16
Auf der Suche nach dem eigentllichen Wert des Lebens, haben viele schon Bauchlandungen gemacht. Was hat ein Mensch, wenn er alles hat, was er sich erträumt und angestrebt hat? Viele können kaum die Rente erwarten, damit sie dann das Leben noch genießen können. Dann kommt ein Querschläger durch Krankheit, oder dass der Partner frühzeitig wegstirbt und die Seifenblase ist geplatzt. Wir streben und streben und streben, versetzten uns in Unruhe und haben am Ende doch nicht das was wir erhofften. Unser Streben nach dem Schatz der uns erfüllt, verschafft nicht die Ruhe, die wir uns erträumen.
Ruhe kommt von Einbettung, von einem Vertrauen, dass alles geregelt ist. Ruhe kommt von dem Urvertrauen in Gott. Wahrer Reichtum und Sicherheit kann man sich nicht verdienen, sie liegt in der Gottesfurcht. Die Furcht vor dem Herrn ist der größere Schatz, als das, was wir mit unseren Händen erarbeiten können. Da ist ein Vertauen, dass auch die Dinge geregelt sind, auf die wir keinen Einfluss haben. Gottvertrauen verschafft die Ruhe, die kein Mensch erwirtschaften kann. Unser Sorgen ist von einem größeren Fürsorger abgedeckt. Gottvertrauen ist der wirkungsvollste Stressabbauer.
Das bedeutet nicht, dass wir nichts Großes anstreben sollen, sondern dass wir in allem Eifer gelassen sind. Wir machen zwar viel, doch es ist nichts von unserem Machen abhängig, sondern von dem, in dem unser Vertrauen liegt. Ruhe liegt im Vertrauen und nicht in unserem Einsatz. Unsere Vorratskammer ist nicht gefüllt, weil wir uns alle Füße herausreißen, sondern weil wir einen Gott haben, der selbst den Sperling und Raben versorgt, die nichts zu ihrem Lebensunterhalt beitragen können.
Wir können an uns selbst ablesen, wieviel Ruhe wir haben. Auf wem oder was liegt unser Vertrauen?

Der Schlüssel liegt in der Krippe 

im Leben zählt nur das Original.
„Es werden sich zum Herrn bekehren aller Welt Enden.“

Ps. 22, 28
Ein Tag bis Heilig Abend. Wem und was wenden sich die Menschen zu? Am Fest der heiligen Familie sind die Familientermine ausgebucht. Zwischen Glanz und Glimmer, einem schönen Essen soll für ein paar Stunden sich Harmonie und Frieden ausbreiten, wo das ganz Jahr über, das Miteinander ein Steckenritt war. Von einem äußeren Rahmen erwartet man, dass er etwas überdeckt, was im Untergrund brodelt. Jeder geht in Weihnachten mit irgendwelchen Verletzungen, mitmenschlichen Belastungen, Lebensumständen, die nicht zum Feiern anglegt sind und sehnt sich etwas Wohltuendem.
Bei allem, was wir in Weihnachen hineinlegen, kommt die eigentliche Menschlichkeit von Gott. Zum Herrn hinkehren, erschließt die Menschenfreundlichkeit Gottes. Weihnachten wird dort hell, wo Gott sein Menschliches Gesicht zeigt. Die aufgescheuchte Seele kommt an der Krippe zur Ruhe. Frieden auf Erden liegt nicht in menschlichen Bemühungen, sondern durch den Frieden, der in einem Menschen geboren wird. Ein Licht geht an, wo Gott einen Raum, einen Schoß, eine Krippe findet. Die Hinkehr zu diesem befruchtenden Ereignis lässt es Weihnachten in uns werden.
Auch wenn wir alles unternehmen um ein schönes Fest vorzubereiten, liegt der Schlüssel in der Krippe. In Christus erfahren wir Gott in seiner ganzen Menschlichkeit. Das ist der beste Besuch, den wir machen können.
Werden dabei unsere Augen nicht wie gespannte Kinderaugen zum Leuchten kommen,