Alles frisch 

Wo Gott wohnt ist Herrlichkeit.

„Ich wohne in der Höhe und im Heiligtum und bei denen, die zerschlagenen und demütigen Geistes sind, auf dass ich erquicke den Geist der Gedemütigten und das Herz der Zerschlagenen.“Jes. 57, 15

In einem Atemzug wird Gottes Wohnort oben und unten, oder hüben und drüben beschrieben. Das „Ehre sei Gott in der Höhe“, haben wir in den vergangenen Tagen besungen. Da haben die Herzen himmelwärts geschlagen, doch in der Fortsetzung kommt das „und Frieden auf Erden…“ Gott lebt zum einen in seiner ganzen erhabenen Schöpfermacht und gleichzeitig auf Augenhöhe mit den Zerschlagenen. Auch hier stehen wir mitten im Weihnachtsgeschehen. Die Unfassbarkeit Gottes hat ein menschliches Gesicht. An der Krippe sehen wir, wie nah sein Heiligtum den Armen ist. Die Herrlichkeit und Größe Gottes steht in unmittelbarem Zusammenhang mit dem gedemütigten Menschen. In die Herrlichkeit Gottes ist der gebeutelte Mensch mit einbezogen. Hieran erkennen wir stark Gott mit dem Menschen eins ist. Heiligkeit und zerschlagen sein gehören zusammen. An der Krippe will Gott den sich von ihm entfremdeten Menschen wieder an sich ziehen. In der Heiligen Nacht soll die Ohnmacht der Herrlichkeit begegnen. Durch die Menschwerdung Gottes, hat er sich der letzten Verlassenheit des Menschen angenommen. Der Herrlichkeit ist kein gedemütigter Geist mehr fremd. Die gewaltige Höhe kommt mitten in das verängstigte und eingeschüchterte Herz.
Die Krippe erquickt. Gott auf Augenhöhe ist die erfrischende Dusche nach einem ermüdenden Arbeitstag. Erquickung ist der Sinn von Weihnachten. Es ist wie die Rekreation in den alten Klöstern. Die Wiederherstellung eines guten Zustandes, der in den Lebensauseinandersetzungen verwirtschaftet wurde. In der Christus-Begegnung wird der geschlagene Mensch regeneriert. Dort wo das Leben uns zusetzt, stellt er die Krippe daneben. Näher kann Erquickung nicht mehr sein. Auf den Belasteten wartet die frische Dusche. Da ist vor uns der Tisch mit Brot und Wein gedeckt. Eucharistie erquickt. Überall wo uns Christus begegnet ist Erquickung angesagt.
Ist nach Weihnachten bei uns wirklich alles frisch geworden?   

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Einladung zum Gut-gehen-lassen

Aus den Bergtouren kennen wir das, wie gut nach einem strammen Marsch das Quellwasser tut.
„Wohlan, alle, die ihr durstig seid, kommt her zum Wasser!“

Jes. 55, 1
Wohlan, ein herrliches fremdklingendes Wort. Man könnte es heute so ausdrücken; das Beste, was euch passieren kann. Was ist das Beste, das zu unserem Wohl beiträgt?
Gestern war Großkampftag der Floristen. Da wurden die Liebenden großflächig mit Blumen überschüttet. Ein Männertag im Blumenhaus mit ganz eigenem Flair. Es baut total auf, so vielen Menschen eine Freude zu machen, die dann Blumen mitnehmen, um damit wiederum Freude zu verschenken und einen lieben Menschen damit aufzubauen. Doch es fordert auf der andern Seite auch Kraft und eine Menge Ausdauer, diesem stundenlangen Ansturm standzuhalten ohne nebenbei etwas essen oder trinken zu können. Es gibt immer Zeiten, die uns auslaugen, bei denen wir auf dem Zahnfleisch daherkommen. Bei einer anstrengenden Bergtour kommen da ab und zu, die ausgehöhlten Baumstämme mit frischem Quellwasser, die dann total erfrischen.
Wie erfrischen wir die Durststrecken des Lebens? Wohlan, kommt zum Wasser. Ohne Umschweife, ohne große Programme gibt es eine Einladung. Ausgelaugt sein braucht Christus. So wie der Bergwanderer durch einen Schluck Quellwasser neue Energie bekommt, oder der Florist nach einer guten Nacht wieder neue Lebensgeister entwickelt hat, braucht die wunde Seele heilende Kräfte. Auch wenn die Menschen in dieser Hinsicht vieles ausprobieren, kommen sie für das wirkliche Wohl nicht an Christus vorbei. Durst und Wohlergehen sind grundlegend mit diesem Genesungsfaktor verknüpft. Das Beste, was uns passieren kann, liegt in der konstanten Erfrischung durch das Wort. In der Mahlgemeinschaft mit Christus regenerieren sich Lebensgrundlagen, an denen sich die Therapeuten die Zähne ausbeißen. Kommt, ist die herzliche Einladung zu unserer persönlichen Erfrischung in Durchhäng-Phasen.
Welches sind die Quellen, die doch nicht zu unserem Wohl beitragen, wie sie es versprechen? Wie gestalten wir unsere Tagesabläufe so, dass sie uns immer wieder an der wohlmachenden Quelle vorbeiführen?