Umkehren liegt vorn

Kaum wird das Herz vom Wirken still, fängt Gott an, unser Glück zu zimmern.Ludwig Graf von Zinzendorf

Wenn ihr umkehrtet und stille bliebet, so würde euch geholfen.“
Jes. 30, 15

Umkehren und stille sein sind heilige Worte. Darin liegt die Kraft, die der Mensch anderswo vergeblich sucht. Dahinter liegt eine geheimnisvolle Welt, die dem Umtriebigen verschlossen bleibt. Diese verborgenen Räume warten nur darauf, als einzigartige Hilfe entdeckt zu werden. Menschen sind oft so gestrickt, dass sie aus lauter alltäglichen Verpflichtungen, am eigentlichen Glück vorbeischrammen. „Es muss ja weitergehen!“ Das Korsett der täglichen Verantwortung hat uns fest im Griff. Wir müssen, müssen, müssen, damit das Rad rund läuft. Damit der Betrieb funktioniert, der Haushalt in Ordnung ist, die Kinder versorgt sind. Wir haben unsere Dienste und Aufgaben in Kirche, Gesellschaft und Gemeinschaft. Der Druck ist hoch, die Wege sind laut, der Schädel brummt, außer Burnout ist kein Land in Sicht. Von wegen, da sich noch ausklinken, zurückziehen, stille sein und anfangen manches zu überdenken. Wie viele haben sich deshalb die Rente herbeigesehnt und dann ging das Spektakel weiter. Eigene Krankheiten stellten sich ein, der Tod des Partners lässt alle entspannenden Pläne zunichtewerden. Das Heilmittel, das uns hier, auch für unser frommes Hamsterrad angeboten wird ist, umkehren und stille sein. Jesus sagt zu Martha, die sich in ihrer Gastfreundschaft für ihn aufopfert: deine Schwester Maria, die mir hier zu Füßen sitzt, hat das gute Teil erwählt. Das ist eine volle Ohrfeige, gegen einen hingebungsvollen Dienst. Jesus sagt damit: Hör` endlich mal auf mit deinem wichtigen Getue. Du überlebst deine Tage nicht, wenn du nicht unterbrichst und dich auf mein Wort einlässt. Dein Dienst ist nutzlos und zermürbend, wenn deine Grundausrichtung nicht stimmt. Christus nimmt hier den ganzen frommen Aktionismus zurück, um für sich Raum zu schaffen. Gott will in erster Linie den Menschen, nicht seinen Umtrieb für eine gute und nötige Sache. Um für unser Heil zu sorgen, um uns in das Geheimnis des Lebens eindringen zu lassen, braucht er bereite Herzen, und keine Aktionisten, die für sich selber sorgen. Die Sorge um unser Tägliches, hindert Gott, uns das zu schenken, was er eigentlich für uns gedacht hat. Wir bleiben in unseren Umtrieben weit hinter dem zurück, was von Gott her möglich wäre.

Umkehren ist die Hilfe. Wer sich verrannt hat, muss nicht nur stoppen, sondern ein Stück des Weges zurückgehen. Das Navi sagt: Bitte wenden! Wo wir in die falsche Richtung unterwegs sind und feststellen, dass wir so das Ziel nicht erreichen, nützt es nichts die Geschwindigkeit zu verdoppeln. Umkehren, innehalten unter dem Wort, die Christusgegenwart auskosten, da gehen neue Wege auf. Es wächst dabei als erstes ein heilsames Vertrauen, dass ich nicht mehr von der Angst um mein Dasein getrieben werde, sondern Gott sorgt. Viel von unserm gnadenlosen Einsatz ist ein Mangel an Vertrauen. Wo wir Gott die Sorge für unser Leben überlassen, gehen für uns ungeahnte Räume auf. Im Ausrichten auf ihn, erkennen wir unsere eigentliche Lebensaufgabe, die weit größer ist, als nur der Kampf um die eigene Existenz. Im stille sein vor ihm, übernimmt er die Führung. Das muss unser Stolz erst mal begreifen.

Müssen wir nicht davon umkehren, wenn wir immer wieder meinen, wir hätten das Tischtuch an fünf Zipfeln?

Auslegungen für jeden Tag
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Wer führt, braucht Führung

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ohne Heiligen Geist fehlt eine klare Orientierung.

„Mose sprach zu dem Herrn: Wenn nicht dein Angesicht vorangeht, so führe uns nicht von hier hinauf.“
2. Mose 33, 15

Führung braucht Weitblick, braucht eine Vision. Mose, mit seinem Volk im Übergangslager, hat einen harten Job. Er ist für die Zukunft für zig tausend Menschen verantwortlich. Auf ihn schauen die fragenden Augen und die hoffenden Seelen. Von ihm wird erwartet, dass er eine klare Ansage macht, wo es lang geht.

Ihm ist völlig bewusst, wer führt, muss selbst ein Geführter sein. Ohne Gottes Vorangehen, sitzen wir auf dem Trockenen. Für ihn ist es Grundvoraussetzung, mit Gott um Führung zu ringen. Im Zelt der Begegnung, das für das wandernde Volk wie eine Hauskapelle war, liegt er Gott damit in den Ohren. „Unser Gehen wird nur gut und richtig, wenn du Herr vorangehst.“ Mose ist als Führungskraft sicherlich kein ängstlicher Schwarzseher, doch er sieht klar, ohne Gott geht´s schief. Ich kann mich nicht allein auf meinen Verstand verlassen, ich brauche Gottes Angesicht, ich brauche den Geist Gottes. Sein Führen steht in unmittelbarer Abhängigkeit von Gottes geführt sein.

In Gottes Zusammenhänge kann kein Mensch von sich aus eindringen. Gottes Geschichte erschließt sich nur dem, der vom Heiligen Geist an die Hand genommen wird. Klare Wege kann nur der gehen, der um dieses geführt werden ringt, der keinen Schritt vor den anderen setzt, bevor nicht die Wolkensäule vorangeht. Es wäre Dummheit und Unglaube, einfach loszulaufen, in der Hoffnung, Gott wird es schon richten. Gehen braucht das geführt sein, wenn es im verheißenen Land ankommen will.

Wo ist unser ernsthaftes Verlangen, um diese Führung zu ringen?