Am Nullpunkt beginnt Ostern

es ist nie zu spät, neu anzufangen.
„Denk an deinen Schöpfer in deiner Jugend, ehe die bösen Tage kommen und die Jahre sich nahen, da du wirst sagen: „Sie gefallten mir nicht.““

Pred. 12, 1
Spätestens, wenn die ungemütlichen Tage im Leben kommen, hat der Mensch vieles nicht mehr in der Hand. Wo man in jungen Jahren vieles aus sich heraus frisch und aktiv angepackt hat, sind es im älter werden die Krankheiten und Beschwerden, die den Handlungsspielraum einschränken. Der einst Aktive, wird zum leidenden Elend. Wenn die bösen Tagen kommen, gleichen wir dem Übeltäter der neben Jesus am Kreuz hing und sprach: Jesus gedenke an mich, wenn du in dein Reich kommst! 
Das „Denk an deinen Schöpfer in deiner Jugend“, wird von Jesu Gedenken am Kreuz überdeckt. Wo Menschen ihr Gedenken von klein auf an Gott vergessen und verlassen, gedenkt Gott an uns. Wo wir unter der Last unseres Lebens leiden, nicht zuletzt aus der Folge des Gott verlassens, leben wir allein aus seinem Gedenken. Der Tod Christi am Kreuz ist die Antwort auf die bösen Tage, aus denen er uns herauslösen will. Unsere bösen Tage können wir nicht selbst überwinden, wir können sie nur durchschreiten, weil Christus unser gedenkt. Er wird uns erlösen, von allem, was in unserem Leben vom Zerfall und Auflösung gezeichnet ist.
Wo Christus, selbst in unserer letzten Stunde an uns denkt, da ist es nie zu spät. Da ist der Zerbruch unseres Lebens noch voller Hoffnung. Da kommt nicht das große, schwarze Loch; da kommt an unserem Nullpunkt Ostern. So ist das Ende Christi am Kreuz, Gottes großes Gedenken an unsere bösen Tage. In den bösen Tagen offenbart sich nicht unser Ende, sondern Gottes Neuanfang.
Wenn Gott so an uns denkt, müssen wir da noch an Tagen, die uns nicht gefallen, in Grund und Boden versinken?
Einen gesegneten Karfreitag wünsche ich euch.

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Der Glaube berührt das Gewand 

Güte kann man sich nicht verdienen.
„Wende dich, Herr, und errette mich, hilf mir um deiner Güte willen!“

Ps. 6, 5
Eine Frau berührte das Gewand von Jesus und wurde gesund. Güte Gottes ist erfahrbar. Hilfe Gottes liegt auf der Hand. Es braucht nur ganz wenig, dass sich Gott den Menschen zuwendet. Vertrauen. Wer Vertrauen riskiert erfährt Gott im Gewöhnlichen und Außergewöhnlichen. Vertrauen setzt Gottes Güte in Bewegung. Krisenbewältigung beginnt nicht damit, indem wir alle Hebel in Bewegung setzen, sondern wo ein Mensch Gott vertraut. In den Stunden der Angst brauchen wir keine Methoden, sondern Christus. Wo wir mit unserem „Machen“ an Grenzen stoßen, wo wir alle unsere Möglichkeiten ausgeschöpft haben, brauchen wir nur einen Funken Vertrauen. Da beginnt Glaube, wo menschlich nichts mehr geht. Hier beginnt der Schritt der Überwindung, an dem ich sage: Ich bin hilflos, Herr wende dich mir zu. Dort wo das Vertrauen in uns selbst und in alle medizinischen Künste der Welt versagt, beginnt entweder die Verzweiflung oder der Glaube.
Gerade unser Nullpunkt ist Gottes Stunde. In die größte Nacht fällt ein Stern. Güte Gottes entfaltet sich in dem winzigen Vertrauen, sein Gewand zu berühren. Zuwendung Gottes erfahren wir, wo wir uns selber überwinden und Glauben riskieren. Seine Kraftentfaltung zeigt sich an denen, die ihm ihre Schwäche zeigen.
Hat Weihnachten diese starke Bild in uns gezeichnet, dass sich Gottes Güte sich zu den Schwachen in eine Krippe gelegt hat?