Es wird heller,  wenn ich rede

Kommen aus uns geerdete Worte?
„Nimm ja nicht von meinem Munde das Wort der Wahrheit.“

Ps. 119, 43
Ein starkes Image; das Wort der Wahrheit. Mit diesem Wort ist Dreh- und Angelpunkt der Existenz definiert. Hier wird Christus ins Zentrum dieser Welt gerückt. Wahrheit ist die letztgültige Maxime, von der alles ausgeht, in der alles ruht. Wahrheit offenbart die Beziehung zwischen Gott und Mensch. Wahrheit ist die Grundrechenart, auf die alle Berechnungen des Lebens aufgebaut sind. Wenn man alle Fäden der Wahrheit zurückverfolgt, landet man am Herzen Gottes. Von ihm geht aus was wahr, gerecht und richtig ist. Die Wahrheit ist an der Liebe Gottes geeicht. 
Die Worte der Wahrheit, sind die vertonte Gerechtigkeit. Daraus erklingen die Werte, die Gott für das Leben festgelegt hat. Sie sprudeln als lebendige Quelle, die dürres Land wiederbelebt. Diese Worte sind der Regen in einem heißen Sommer. Diese Worte sind das Navi für die Wegsucher. Diese Worte kommen aus dem Herz des Guten, um damit alles Chaos zu ordnen.
Diese Worte sind mit Sorge an meinen Mund geknüpft. Unser Mund steht dafür wie unser Herz tickt. Wenn jemand den Mund öffnet, erkennen wir, welch Geistes Kind er ist. Der Mund, das was wir von uns geben, offenbart was wir lieben, was uns treibt, was wir verachten, wo wir falsche Einsichten verfolgen. Daher die Sorge mit der Bitte, dass das Wort der Wahrheit, immer in mir wohne. Es soll das Zentrum meiner Persönlichkeit sein. Ich wäre schief gewickelt, wenn aus meinem Mund etwas anderes käme. 
Wenn in diese Welt, in unsere Beziehungen und Handlungen die Wahrheit einziehen soll, geschieht das durch einen geheiligten Mund. Wir müssen uns ertappen, wo wir Wahrheiten verbiegen, um selbst zu unserem Recht zu kommen. Als Glaubende sind wir Haushalter über Gottes Geheimnisse. Unsere ganze Person steht für die Worte der Wahrheit.
Lässt sich an unseren Mund erkennen, dass wir am Herzen Gottes zuhause sind?

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Wo der Mensch seine Ohnmacht erkennt

können wir solch einer Gegenüberstellung standhalten?

„Du, Herr, bist gerecht, wir aber müssen uns alle heute schämen.“
Dan. 9, 7

Da wird ein mächtiger Pfoten in die Erde gerammt. Der Herr, ist gerecht! Da wird nicht einfach gesagt, Gott ist gerecht, sondern der Herr. Das umfasst Gott in seiner ganzen Macht, das beinhaltet seine Vaterschaft, die er Jesus Christus gegenüber hat und wenn jemand „du Herr“ spricht, ist somit auch das Wirken den Heiligen Geistes mit inbegriffen, der uns diesen Gott erschließt. Von diesem dreieinigen Gott entsteht die Erkenntnis: Du bist gerecht. Das ist die Maxime, dessen, was auf der Erde und im Himmel geschieht. Das ist der Maßstab zwischen Gut und Böse, zwischen Licht und Finsternis. Das ist die Gegenüberstellung von sichtbarer und unsichtbarer Welt, zwischen Mensch und Gott.

Diese Erkenntnis schließt unser Menschsein auf. Wenn der Herr gerecht ist, ist außerhalb von ihm Unrecht, Finsternis und alles, was in die falsche Richtung führt. Wenn der Herr gerecht ist, ist das für uns die ethische Grundlage, an der wir alle Stöhmungen und Entwicklungen einmessen können. Unter diesem Erkennen, endecken wir uns selbst und wie wir zu Gott stehen. Wir endecken, wie unwillig wir ihm gegenüber sind. Wir müssen uns schämen, wieviel von Gottes Werten bei uns übrig bleibt. Wo der Herr gerecht ist, erkennt der Mensch seine Ohnmacht. Er erkennt, dass er nie diesem Recht und diesem Richtigen entsprechen kann. Wir sind immer auf sein „gerecht sein“ und dadurch sein gerecht machen angewiesen. Dazu brauchen wir ihn als den Herrn, der sich in Christus uns gezeigt hat.

Wir selber leben aus dieser Erkenntnis, die ein täglicher Erneuerungsprozess bedeutet. Um gerecht zu werden, sei unser Leben, wie Luther es ausdrückt, eine tägliche Rückkehr, eine tägliche Buße.

„Du, Herr, bist gerecht“, ist unser größter Durchbruch zu einem erneuerten Leben. Wollen wir dieses Erkennen unserer Unwilligkeit, nicht jeden Tag neu, von diesem Herrn durchbrechen lassen?

Etwas übergeschnappt wird richtig. :-)

„Was recht ist, dem sollst du nachjagen, damit du leben kannst.“
5. Mose 16, 20
Vom der Umkehrung gedacht, kann man sagen, wer auf das falsche Pferd setzt, kann nicht leben, egal wie stark er sich anstrengt.
Richtig leben, hängt mit richtigen Grundlagen zusammen. Alle guten Ordnungen, alles was tragfähig sein soll, läuft immer wieder auf den Schöpfer zu. Recht kommt von dem Richtigen, von Gott, als der Instanz, die über gut und böse steht. Gott ist der Maßstab, von dem alles Leben aufgeschlüsselt werden kann. Gott selber hat von Anfang an definiert was gut ist und gut war. Von ihm geht das Leitbild für den Menschen aus. Alle von Menschen festgesetzten Leitbilder und Ideologien, dienten nicht der Freiheit des einzelnen, sondern dem Machterhalt der Mächtigen. Leben wurde dann schnell zum Zwang und zur Einengung.
Leben und Recht von Gott sind unzertrennlich. Richtig ist alles, was das Leben fördert und aufbaut. Es sind heilende Worte. Es ist die Befreiung von sich selbst und aller menschlichen Unvollkommenheit. Richtig ist auch, dass Menschen schwach sein dürfen und nicht perfekt sein müssen. Recht ist der, der gerecht macht. Was richtig ist, hängt zutiefst mit Erlösung zusammen, hängt mit Christus zusammen, der im Unvermögen Leben schafft. Richtig ist keine menschliche Leistung, sondern das sich Öffnen für Barmherzigkeit. Richtig ist, wenn wir uns an Gott hingeben, der unser Unrecht umwandelt. Da wird das Leben versöhnt und befruchtet. Da fällt der Ballast und das Leben kann richtig aufatmen. Wo der „Richtige“ ist, spielt das Leben auf vollen Registern.
Das alles sollen wir nicht hören und zur Kenntnis nehmen, auch nicht ausprobieren, nein, wir sollen nachjagen. Jagen geschieht nicht mit halber Lunge, jagen sind 110%. Wir geben alles! Wir halten nichts zurück, wir sind in der vollen Sturm und Drangphase. Wir überschlagen uns in unserem Eifer. Von außen wirkt das wir übergeschnappt; „kann der nicht auch normal gehen?“ Nein, kann er nicht!. Wer Leben in vollen Zügen will, wer Recht und Gerechtigkeit aus Gott will, muss sein ganzes Herz an die Angel hängen. Er muss nichts tun, aber Gott leidenschaftlich um den Hals fallen. Dann lebt in uns der Maßstab, von der die Welt lebt. Damit kommt das was richtig ist zu den Menschen.
Soll nicht unser ganzer Eifer dafür glühen, auf dieses Pferd zu setzen?