Befreite jubeln lauter

Wer aus Lasten herausgerissen ist, kann nur jubeln.
„Mit fröhlichem Schall verkündet dies und lasst es hören, tragt´s hinaus bis an die Enden der Erde und sprecht: Der Herr hat seinen Knecht Jakob erlöst.

Jes. 48, 20
Das Gottesvolk hat gut lachen. Das große Weltreich Babylonien ist zusammengebrochen und die einst gefangen gehaltenen Juden können wieder in ihre Heimat zurück. Umbrüche, Mauern, die gefallen sind, Menschen, die Befreiung erlebten, kennen wir aus der eigenen Geschichte. Wenn der Herr erlöst, fallen Lasten ab. Gott reißt im Großen und Kleinen Mauern ein. Er schafft Umbrüche in Köpfen und Herzen. Manch einer stürzte sich in eine Beziehung und erhoffte dabei das große Glück, bis nach und nach dieses Glück zur Hölle wurde. Gefangen und angekettet, leidet man sich durch die Jahre, bis zum nicht mehr aushaltbaren Knall. Im Kopf machte es klick und es fallen Mauern ein. Man erkannte, dass Loslassen zur Befreiung wird. Man löste sich von der Vorstellung, dass jede menschlich geschlossene Verbindung unter einem göttlichen Versprechen liegt. Es gibt durchaus Ehen, die nicht von Gott zusammengefügt sind, bei denen eine Trennung befreit, für einen weit größeren Dienst im Reich Gottes. Umbrüche geschehen um Kopf der Menschen. Umbrüche schafft der Herr. Umbrüche wenden die Geschicke der Völker und das Leben der Menschen. Wo Gott aus babylonischer Knechtschaft befreit und die Seinen nach Hause bringt, geht er immer auf die Existenz Christus zu, der seine Kinder wieder beim Vater beheimaten will.
Wer von Zwängen und Lasten befreit wird, der kann nur außer sich sein. Loslösung und Erlösung lässt jubeln. Der Befreier muss gefeiert werden. Wieder Zuhause ankommen ist ein Fest. Wo Gott erlöst, stellt er den „Normalzustand“ wieder her. Mit Christus kommt Grundlegendes in Ordnung. Christus führt aus der Belagerung nach Hause. Das ist ein tagtäglicher Umbruch, in allen Mauern und dem gefangen sein widriger Umstände. Christus macht Erlösung zu einem Dauerzustand. Wir sind die dauerhaft aus der Gefangenschaft herausgerissenen. Da ist ständig ein Grund, sein befreit sein von unerträglichen Lasten hinauszuposaunen. Durch die Erlösung werden wir von heimatlosen Gefangenen zu befreiten Beheimateten. Wir tragen die Spuren der vergangenen Tage an uns, sind jedoch nicht mehr die Ausgelieferten, sondern die Überwinder auf dem Weg nach Hause. 
Ist das nicht ein Fest, von dem alles wissen sollen? 

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Heute alles frisch 

eine fantastische Gegenläufigkeit hält uns lebendig.
„Die Barmherzigkeit des Herrn hat noch kein Ende, sondern sie ist alle Morgen neu und deine Treue ist groß.“

Klagel. 3, 22-23
Barmherzigkeit ist für die, die mit Altem behaftet sind und bei denen etwas Neues beginnen soll. Unser irdisches Dasein, das den vergehenden Gesetzen dieser Welt ausgeliefert ist und unweigerlich zum Abstand mit Gott führt, findet Erbarmen. Dort wo wir einfach nicht in der Lage sind, die Liebe, die aus Gott kommt zu leben, holt uns die Liebe ein. Gott bleibt nicht an unserer Unvollkommenheit stehen. Gott findet sich nie damit ab, das Menschen aus dem Guten herausfallen. Unser Ermüdungsprozess, der unter den täglichen Lasten uns die Zukunft vernebelt und unfrei macht, soll Auffrischung erfahren. Im Erbarmen greift Gott nach den schwach Gewordenen. Er hällt seine Hände unter die Fallenden. Das Erbarmen ist der Christus, der uns von unserer menschlichen Ohnmacht befreit. Wir sind nicht mehr dem Vermögen oder nicht Vermögen von uns selbst ausgeliefert. Das angefochtene Menschsein hat eine Perspektive.
Jeder neue Tag unter der Barmherzigkeit, ist ein Neustart, der den Scherbenhaufen von gestern zurücklässt. Wir können heute ganz neu beginnen, als wäre nie etwas gewesen. Diese Zuwendung, die wir da erfahren, löscht das Belastende von gestern. Dass Gott sich erbarmt macht uns völlig unbefangen von unserer Menschlichkeit. Das Quälende und Belastende bekommt das Erneuernde entgegengehalten. Bei allem, was in uns und um uns ständig zerfällt, wird in uns unablässig etwas erneuert. 
Das ist christlicher Glaube, dass wir jeden Morgen aus diesem Erbarmen schöpfen. Da bricht ständig etwas auf, das leben und blühen will. Erbarmen ist Gottes Widerwärtigkeit gegen das Sterben. Welcher Lebensmacht sind wir da ohne Ende ausgesetzt?
Sind wir die Hilflosen, die den Turbulenzen ihrer Tage ausgeliefert sind, oder ergreifen wir dieses Erbarmen und leben Erneuerung, den Krisen zum Trotz?