Mit einem Geheimnis schwanger

Wo es einem heißhungrigen Löwen den Appetit verschlägt, sind andere Kräfte am Werk.

„Gelobt sei der Name Gottes von Ewigkeit zu Ewigkeit, denn ihm gehören Weisheit und Stärke!“
Dan. 2, 20

Dieses Lob posaunt ein Prophet an den Himmel, der nicht nur einmal eine Löwengrube erlebt hat. Daniel überlebte den Groll des Königs, der alle Traumdeuter, Weisen und Wahrsager vernichten lies, die seinen Traum nicht auslegen konnten. Er deutet den Traum des Königs Nebukadnezars, in dem über Generationen hinweg ein Königreich nach dem andern zermalmt wird und ein ewiges Königreich kommt. Hier offenbarte sich der ewige Herrscher einem menschlichen Herrscher. Daniel konnte dieses Bild entschlüsseln. Er hatte die Weisheit, Gottes Spuren zu lesen. Es konnte etwas sehen, wozu der Mensch aus sich heraus blind ist. Es ist die Sicht des Glaubens, etwas zu erkennen, was die Augen nicht sehen können. Von Gott kommt etwas, wofür der Mensch keine Antenne hat. Wer Weisheit hat, hat sie nicht aus seinem Verstand, sondern weil ihm das Wort ins Herz gelegt wurde. Weisheit ist kein Kapital des Menschen, das er sich aneignet und darüber verfügt; Weisheit ist Geschenk. Weisheit ist eine Information die nicht erlernbar ist, sondern die in einem bereiten Herzen Gestalt gewinnt. Weisheit setzt Menschen voraus, die sich durch das Wort inspirieren lassen. Da kommen Kräfte auf uns zu, die nicht aus uns aufsteigen. Wo die Weisheit einzieht, konnte etwas von dem ewigen Reich in uns Fuß fassen. Da durchdringt Heiliger Geist den menschlichen Geist. In der Weisheit gewährt Gott einen Schritt über das natürliche Dasein hinaus. Weisheit ist das: ich sehe was, was du nicht siehst. Weisheit ist mit den Geheimnissen Gottes schwanger. Sie ist dem rationalen Denken meilenweit voraus. Sie treibt den natürlichen Menschen in den Wahnsinn, wenn es einem knurrenden Löwen seinen Heißhunger verschlägt. Weisheit und Stärke gehören Gott. Für Menschen sind sie Anleihen. Sie gehören dem, der nicht an unsere Regeln gebunden ist. In Weisheit uns Stärke liegen die Souveränität der ewigen Welt.

Johannes der Täufer bringt es auf den Punkt: Ein Mensch kann nichts nehmen, wenn es ihm nicht vom Himmel gegeben ist. Weisheit uns Stärke ist nicht ein haben, sondern ein bekommen. Es steht in dem unmittelbaren Zusammenhang mit dem Geber. Je mehr Raum für diese Zugabe in uns ist, umso mehr sind wir mit diesem Gottesgeheimnis schwanger. Da können wir Zusammenhänge überblicken, die wir keinem Studium erreichen können. Die Nähe zu diesem Geist schenkt eine Weisheit, die wir bei vielen gebildeten Menschen in Politik und Gesellschaft vermissen. Da werden mit kurzfristigem Denken, langfristige Programme entwickelt, die u.a. mit einem Gender-Wahn junge Generationen entwurzeln. Wo die Weisheit fehlt, sind Menschen dazu verdammt Chaos zu produzieren. Wir leben aus den Geheimnissen, die uns aus dem Himmel gegeben werden. Wir überwinden die brüllenden Löwen nur in einer Stärke, die nicht in uns liegt.

Wo lobt unser Leben diesen Gott, indem es dieser Weisheit und Stärke viel Platz lässt?

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Arbeit ist Gotteslob

Wenn Gott nicht das Wachsen und Gedeihen schenken würde, wäre alles Mühen und Arbeiten umsonst.

„Sei getrost, alles Volk im Lande, spricht der Herr, und arbeitet! Denn ich bin mit euch.“
Hag. 2, 4

Des Menschen Arbeit und Gottes Segen gehören zusammen. Gerade beim Arbeiten erkennt der Mensch, dass Arbeit nicht nur notwendiges Übel ist, sondern mit zu seiner eigenen Erfüllung und zum Werk Gottes beiträgt. Wo der Mensch etwas tut und leistet, zeigt sich, was Gott für Gaben in ihn hineingelegt hat. Da öffnet sich eine Schatztruhe voller Talente, ein Werkzeugkoffer mit bester Ausstattung. Beim Arbeiten wird offensichtlich, was Gott in den Menschen gelegt hat. Das sind Potenziale der Schaffenskraft, die das Leben und Miteinander erhalten und bereichern. Mit der Arbeit hat der Mensch Anteil an seinem Schöpfungsauftrag. Daran erkennt man seine Ähnlichkeit mit Gott, seine Ebenbildlichkeit. Der Mensch ist in der Lage, Äcker zu bebauen, Gärten anzulegen, für Nahrung und Schönheit zu sorgen. Wo der Mensch diesen Schöpfungsauftrag annimmt, wo er sich zu allen Mühen und Lasten der Arbeit stellt, steht er im Segen. Im Ja zur Arbeit erkennt der Mensch, dass Gott in allem der Gebende ist. In dem, was er in uns hineingelegt hat und in dem, was er daraus an Frucht und Gelingen dazugegeben hat. Somit ist die Arbeit Gotteslob. Sie geschieht zu seiner Ehre und zur Erhaltung des Menschen. Gott stellt sich zur Arbeit, weil da Menschen sind, die das gebrauchen, was er geschenkt hat. Er tröstet in der Arbeit, weil darin klar wird: Alles ist an Gottes Segen und an seiner Gnad´ gelegen. Oder Luther sagt: Wenn morgen die Welt unterginge, würde ich heute noch mein Apfelbäumchen pflanzen. In der Arbeit liegt die Hoffnung, die Energieentladungen Gottes zu erfahren. Da vervielfacht sich die Schöpfung und das Handeln Gottes.

Sei getrost und arbeite, ist die Rückendeckung für alle Belasteten. Es ist die Nähe in aller Härte. Es ist auch die Gelassenheit, dass wir aus uns heraus keine Vollkommenheit schaffen können und müssen. Gott selbst entlastet die Mühseligen und Beladenen. Wenn wir im Garten arbeiten, verbindet die Bibel das mit dem Arbeiten am oder im Paradies, jedoch wird dabei klar, dass Gott allein diesen vollkommenen Zustand errichtet. Unsere Einstellung zur Arbeit drückt sich in einem bekannten Wort aus: Arbeite so, als würde alles beten nichts nützen, und bete so, als hätte alles Arbeiten keinen Wert. Im Arbeiten wirken Gott und Mensch zusammen.

Wo wir uns der Arbeit entziehen, entleeren wir uns selbst vom Segen. Ein gebrochenes Verhältnis zur Arbeit, offenbart ein gebrochenes Verhältnis zu Gott. Die Überbetonung von Freizeit und Nichtstun, schmälert die Entfaltung der Gaben Gottes. Wo der Mensch nicht mehr arbeitet, bindet er Gott die Hände, der durch die sich bewegenden Hände segnen will. Wo die körperliche Arbeit nicht mehr möglich ist, ist das Gebet eine wertvolle Bebauung des Ackers. Gott ist mit denen, die alles einsetzen und ihm zur Verfügung stellen, was er in sie hineingelegt hat.

Ist unsere Arbeit ein soli deo gloria?

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Gesang zwischen Bettdecke und Hausschuhen

Wer das Morgenrot weckt, hofft und dankt, auch wenn´s ungemütlich wird.

„Gott, mein Herz ist bereit, ich will singen und spielen. Wach auf, meine Seele!“
Ps. 108, 2

Das Morgenritual prägt den ganzen Tag. Das Lied, das wir auf der Bettkante anstimmen, wird zum Kang für die nächsten Stunden. „Wach auf, meine Seele! Wach auf, Harfe und Saitenspiel, ich will das Morgenrot wecken.“ Das wird zum Gesang zwischen Bettdecke und Hausschuhen. Aufwachen, und bereit sein für ein großes Konzert. Aufwachen wird zum Gottesdienst. Mit dem ersten Atemzug am Morgen beginnt ein virtuoses Spiel. Atmen geht in Klingen über, und dieser Klang verfärbt den Himmel in ein leuchtendes Orange-rot, der die Sonne aufweckt. Die Musik versetzt mit ihren Resonanzen alles in Schwingung. Wo die Seele aufwacht und das Herz bereit ist, beginnt das große Halleluja von Händel. Wer aufwacht, ist zum Loben geboren. Vom ersten Augenblick, an dem wir morgens die Augen aufwachen, sind wir ein Klangkörper der das Leben weckt. Wir sind Gesang und Spiel, das die Welt in Schwingung versetzt. Gottes Ja zum Leben, macht uns zu Harfen und Violinen. Der Einklang des Schöpfers mit seinen Instrumenten, wird zur neuen deutschen Welle. Wir sind der Psalmsender 108,2. Das Weckradio zum Gotteslob und zur musikalischen Erbauung seiner Zuhörer. Unser Leben ist ein klingendes Gebet.

Was klingt am Morgen auf unserer Bettkante? Ist es das Drama einer unruhigen, durchwachten Nacht? Ist es die Trauerarie über die Sorgen, die diesen Tag wieder über uns hereinbrechen werden? Ist es der Schmerz, der uns keine Ruhe lässt und Moll-Akkorde setzt? Wir klingen, so oder so. Unser Eigenklang ist mal schrill, mal dumpf, der nicht das Morgenrot weckt, sondern schwarze Wolken über sich herzieht. Das bereite Herz und die aufgeweckte Seele macht den Unterschied im Klang. Wo Gott bespielt, werden wir zum Spiel. Jeden Morgen neu, entscheiden wir, klingt die schlechte Nacht weiter, oder darf das Lob unsere matten Töne übertönen. Jeder Augenblick will zu einem Gebet werden. Gott klingt gerade in unseren Misstönen. Dazu sucht er die Bereiten. Der Lehrtext sagt: Leidet jemand unter euch, der bete; ist jemand guten Mutes, der singe Psalmen.

Können wir die Welt mit unseren Klageliedern wecken?

Erhebender Gesang überwindet

An unserem Gesang erkennt man, für was unser Herz brennt.
„Herr, erhebe dich in deiner Kraft, so wollen wir singen und loben deine Macht.“

Ps. 21, 14
Singen und loben hat einen Grund. Es entsteht aus den Schwingungen des Herzens. Was uns begeistert, was das Herz bewegt, bringt uns in Bewegung, davon reden und singen wir. Davon ist der ganze Mensch angezündet und das sprudelt aus dem Mund. Beim Gotteslob, hat Gott Feuer gelegt. Wo Lippen den Herrn loben, hat Gott Herzen überwältigt. Lobgesang ist die Resonanz von Erhebung. Gott hebt Menschen in einen neuen Stand und ganz anderes Dasein. Er versetzt uns in das Reich seines Sohnes. Wo Gott menschliches Sein in seine Wirklichkeit heraushebt, sprudeln die Herzen. Das erlebt man oft bei neu zum Glauben Gekommenen. Da ist die überschwängliche Begeisterung kaum zu bremsen. Da bebt und klingt die ganze Person. Da singt und klingt es, da gibt es nur noch ein Gesprächsthema, da ist ein Angezündeter durch Erhebendes angefüllt.
Leidenschaftliche Menschen erkennen wir daran, wovon sie schwärmen. Als passionierter Fotograf begeistern mich Lichtstimmungen. Eine Landschaft in der Morgenstimmung mit entsprechendem Seiten- oder Gegenlicht lassen mich tanzen wie ein Rumpelstilzchen. Für andere ist es der Sport oder der Urlaub, was sie heiß machen. Das was uns bewegt, was uns erhebt, davon schwärmen und singen wir. Was den Mund zum Klingen bringt, ist das was im Herzen antreibt. Unser Lob verrät, was uns erhebt. Unsere Tage erzählen, was in uns brennt.
Wo das Gotteslob verstummt, erhebt anderes. Das Jauchzet, frohlocket, entzündet sich, wo wir im Alltäglichen an Christus Feuer fangen. Wo er sich kraftvoll über unsere Menschlichkeit erheben kann. Wenn solch ein Lobgesang in uns klingt, hebt er uns über das Kleingedruckte unseres Lebens hinweg. Unser Mund besingt, woran unser Herz glaubt.
Welche Mächte besingen wir? 

Lob verbindet Gegensätze

Es ist großartig, wenn die Verschiedenartigkeit der Menschen einen Nenner findet.
„Lobet Gott in den Versammlungen.“

Ps. 68, 27
Das Gotteslob vereint die Glaubenden. Die Christus-Gesinnten verschmelzen in der Anbetung. Unter einem Geist verbinden sich die extremen Unterschiede. 
Verschiedene Menschen unter einen Hut bringen, ist eine herausfordernde bis unmögliche Aufgabe. Die gottgeschaffene Individualität des Menschen birgt in sich das höchste Konfliktpotenzial. Unterschiedliche Meinungen, verschiedene Geschmacksrichtungen, konträre Auffassungen von Dingen und Menschen. Zunächst ein ganz allgemeiner Konfliktpunkt unter den Menschen. Auch in den kirchlichen Gemeinden und in den Gemeinschaften liegt darin Sprengstoff ohne Ende. Die Andersartigkeit des Anderen wird nicht grundsätzlich als Bereicherung gesehen. Somit wird Menschenführung selbst in frommen Kreisen zum Spießrutenlauf. 
Wenn hier vom gemeinsamen Gotteslob gesprochen wird, geschieht unter der Wirkung von Christus etwas ganz Entscheidendes. Glaubende, ďie vor Gott stehen, sind die gemeinsam von Christus Erlösten. Die Begnadigten haben einen gemeinsamen Nenner. Wo Christus das Miteinander zwischen Gott und Mensch in Ordnung bringt, verbindet er diese Menschen untereinander. Wo Menschen dieses Heil erfahren, kann sich die Verschiedenartigkeit wieder in den Armen liegen. Das erneuerte Verhältnis zu Gott, erneuert die Beziehung zum Bruder und zur Schwester. Daraus können wir gemeinsam anbeten. Da treten die mit Gott Versöhnten, durch die Christus-Gesinnung versöhnt an den Altar. Da ist dieser gemeinsame Nenner stärker als alle Gegensätzlichkeit. In diesem Lob treten die Diskussionen in den Hintergrund, ob es mit klassischer oder popularer Musik geschehen soll. Da verbindet sich etwas, trotz gegensätzlicher Auffassungen. 
Ein ehemaliger Dettinger Pfarrer sagte einmal: Um des höheren Zieles Willen können wir mit Verschiedenartigkeit leben. In der Christus-Gesinnung wächst die Geduld mit dem Anderen, und jeder kann sich dort zurücknehmen, wo die Verschiedenartigkeit, das Lob verstummen lassen würde.
Ist es nicht wertvoller und wichtiger uns im Lob zu verbinden, als uns in Sachfragen zu trennen?

Jubeln, wenn Einer kommt 

Meschen suchen etwas, was sie umjubeln können.
„Gelobt sei, der da kommt im Namen des Herrn!“

Ps. 118, 26
Jubel um Gott, ist zutiefst das zuhause angekommen sein. Verherrlichung ist die im Menschen angelegte Sehnsucht nach Vollkommenheit. Wo Menschen jubeln, ist die Welt in Ordnung. Da erfüllt sich das Sehen nach etwas Großem und Außergewöhlichem. Das Lob auf den Kommenden ist die Christus-Extase.  
In dieser Sichtweise setzt der Mensch seine Existenz mit Christus in Beziehung. Da geht es nicht mehr nur um irgendwelche bewegenden Momente, die vielleicht wie in einem faszinierenden Konzert Begeisterung und Jubel auslösen, da geht es um die Einbettung des ganzen menschlichen Daseins. Meschen suchen das Herausragende, das Besondere, das Bewundernswerte, all das, was über sie hinausreicht. Sie suchen die Events, die größer sind als sie selbst. In uns liegt ein Drang nach Schönem, nach Erhebendem, nach Erfüllung, nach Höhepunkten in dem all so mühsamen Gewöhnlichen. 
Hier erbaut sich der Psalmist nicht an einer Sache oder einer Person, sondern an Christus, der kommt. Da kommt einer nicht aus unseren Reihen, er kommt aus der Welt Gottes. Dieses Kommen trifft auf unser Sehnen. Hier entsteht nicht nur ein erhebender Augeblickt, der als erfüllende Erinnerung abgespeichert wird, hier wird das ganze Menschsein erfüllt. Das haben die Israeliten gespürt, als Jesus auf dem Esel in Jerusalem einzog. Wo der Herr kommt, zieht eine lebensverändernde Macht ein. Da geschieht ein grundsätzliches Aufatmen, im dem, was das Dasein schwer macht. Dieses Kommen, wirft ein komplett anderes Licht auf alles Lebenszusammenhänge. Wenn er kommt, zieht die Klage aus. Sein Kommen bedeutet, er übernimmt die Sorge. Wenn er kommt, sind wir in nichts auf uns selbst gestellt. Da fallen Lasten ab, da wird alles in einen anderen Stand versetzt. Wenn er kommt, haben wir eine dauerhafte Verbindung in Gottes Welt. Sein Kommen ist der Umbruch in die Anbetung. Befreit sein, kann nur noch Loben. Wo das Niedere erhoben wird, kann man nur noch jubeln.
Jubeln wir schon, oder klagen wir noch?

Genießen ist Lob

Wenn es dem Esel zu wohl wird, geht er auf´s Eis zum Tanzen.
„Wenn du isst und satt wirst, so hüte dich, dass du nicht den Herrn vergisst.“

5. Mose 6, 11-12
Hüte dich heißt: Schütze dich vor deiner eigenen Dummheit. Menschen haben ein großes Problem, sie vergessen, wenn sie satt sind. Der Esel vergisst die Verhältnisse in denen er lebt und wird übermütig. Manch einer hat sich in einer schweren Krankheit geschworen: Wenn ich hier davon komme, wenn ich das überlebe, wenn ich wieder gesund werde, gehört mein Leben Gott. Als er gesund war, hat er dann sein Versprechen schnell wieder vergessen. 
Doch nicht nur die Not soll uns beten lehren, sondern erst recht wenn wir satt sind, wenn der Segen fließt. Hinter dem Satt werden, steht nicht der Zufall, sondern der, der uns alles zufallen lässt. Jeder gedeckte Tisch, jedes delikate Essen, jeder vollmundig, fruchtige Spätburgunder ist die Frucht der menschlichen Arbeit und des Segens von Gott. Segen ist immer ein Zusammenspiel Schöpfer und Geschöpf. Wir können vieles tun, wir können uns anstrengen und uns Mühe geben, jedoch der Erfolg ist dadurch noch nicht garantiert. Wenn nicht Gott das Gelingen schenkt, können wir uns noch so sehr abstrampeln. Satt werden ist zutiefst im Segen verankert. Satt werden ist eine Gottes Gabe. Daher musste die sozialistische These in die Hose gehen: „Ohne Gott und Sonnenschein, bringen wir die Ernte ein.“  Das war nur dumm, das war vergessen, das war vermessen. 
Jesus Christus selbst knüpft das satt werden im Reich Gottes an Brot und Wein. Gott ist der Vollversorger. Aus ihm fließt alles, was den Menschen satt macht. Satt ist Segen. Im Satt werden hat Gott seine Kammern aufgerissen. Daher ist jeder Bissen Brot und jeder Schluck kaltes Wasser, Lobpreis uns Gottesdienst. Essen und genießen ist eine heilige Handlung in Dankbarkeit. Satt werden ist Anbetung.
Warum sollten wir da nicht aufpassen, dass wir das nie vergessen?

Weitsichtig kann Loben 

Wenn wir Gesamtzusammenhänge betrachten, erkennen wir die wahre Größe Gottes.
„Lobe den Herrn, der dir alle deine Sünde vergibt und heilet alle deine Gebrechen.“

Ps. 103, 2,3
Eine sehr hoch gegriffene Aussage. Der zweite Teil des Satzes klingt angesichts der Realität schier unverschämt. Für solche Fomulierungen spannt der Psalmist einen riesigen Bogen. Er sieht weit mehr, als nur den jetzigen Augenblick. Er erkennt Gott in seinem geschichtlichen Handlungsradius. Wenn er im Jetzt und im Vorausschauen schon nichts Gutes erkennen kann, dann zumindest in der Rückschau. Da erkennt er das Wunder, wie Gott mit Schrecken umgegangen ist. Er ist nie bei Schuld, Sünde und Unheil stecken geblieben. Bei Gott hat immer Leben und Hel gesiegt. 
In der Wüstensituation, in der Sklaverei in Ägypten, mag die Hoffnung schwinden, doch im großen Zusammenhang steht die Befreiung und die Rückführung in das verheißene Land. Es ist logisch, dass wir am Tag nach dem Großbrand alles schwarz sehen, doch wenn wir dieses schreckliche Ereignis in der Einbettung der Gottesgeschichte betrachten, sehen wir einen Vater, der alles herrlich hinausführt. Für Gott sind Sünde und Gebrechen eine winzige Etappe in seiner Heilsgeschichte. Gott erschrickt nicht vor dem Schrecken, weil sein Heilen und Vergeben größer sind. Die hoffnungslose Situation, die uns im Augenblick durchschüttelt, ist unter solch einem Gott schon lange nicht mehr hoffnungslos. Gott vollendet alles, was er einmal begonnen hat. Er lässt nichts halbfertig liegen. Da gibt es keine offenen Baustellen. Mit Christus ist Gottes Haus perfekt. Da fehlt nichts mehr. Da wird jetzt schon in allen körperlichen Gebrechen etwas gesund. Da werden wir erfahren, dass alles Leiden im Heil endet. Wir werden erkennen, dass selbst im Sterben das Leben liegt. Daher kann aus allem Unheil der Welt ein großes Lob aufsteigen.
Wäre das nicht kurzsichtig, wenn sich unsere Klage nicht in Lob verwandeln würde?

Immer fröhlich, geht nicht von selbst

wem das Herz voll ist, dem geht der Mund über.
„Lass meinen Mund deines Ruhmes und deines Preises voll sein täglich.“

Ps. 71, 8
Ein Mund voller Gotteslob, wie geht das denn? Oder bei Paulus: seid allezeit fröhlich, das ist Gottes Wille. Da könnte man meinen, das sind alles Idealisten, die an der Realität vorbei leben. 
Täglich loben und allezeit fröhlich sein, hat nichts mit unserem Zustand und äußerer Verfassung zu tun. Es gibt sicher genug Schönes, das uns loben lässt, doch es gibt viel Bitteres, bei dem einem das Loben vergeht. Lob liegt nicht in uns. Fröhlich kann man nicht machen. Wo der Mund voll ist, kann ihn nur Gott füllen. Daher formuliert der Psamist das als Bitte aus, weil es nicht aus ihm kommt. Ein lobender Mund, kommt aus einem erfüllten Herz. Da zupft Gott Saiten an, die über den Mund zum Klingen kommen. Wo Christus eingeht, dringt Lob nach außen. Hier entsteht der Grund des fröhlich seins. Es ist zutiefst das Heilswirken des Christus, das Schmerz in Lob verwandelt. Nicht der feierliche Rahmen eines Gottesdienstes schafft das Lob, sondern wo Christus ein Herz mit Freude ausfüllt. Wo diese erfüllten Herzen zusammentreffen, da entsteht Lobpreis. Die Voraussetzung für ein großes Halleluja ist nicht der außergewöhnliche Organist, das erhebende Gitarrenspiel oder die traumhafte Konzertstimme, sondern das von Christus erfasst sein. Wo diese Berührung stattfindet jubiliert die Gemeinde. Alles andere wäre fromme Schau, die dann am Montagmorgen wieder in sich zusammenfällt. Solch ein Gesang wird zu einem Lebensstil. Da wird der Alltag zum Gottesdienst.
Ein von Gott gefülltes Herz, kann dann auch fröhlich sein, wenn sich in einem Leben die Balken biegen und kein Stein auf dem anderen bleibt. Wo in uns etwas heil geworden ist, steht das Lob über allem Unheil. Da ist die Macht des Christus in uns stärker, als alle Turbulenzen, die das Leben von außen zerlegen wollen. 
Gott selbst will in uns sein Lob aufsteigen lassen; sind wir bereit uns mit ihm füllen zu lassen?
Einen gesegneten Sonntag wünsche ich euch. 

So schnell geht die Welt nicht unter

manches Mal brauchen wir die Krise, um danach die Auferstehung zu feiern.
„Herr, du bist´s allein, du hast gemacht den Himmel und aller Himmel Himmel mit ihrem ganzen Heer, die Erde und alles, was darauf ist, die Meere und alles, was darinnen ist.“

Neh. 9, 6
Für solch große Gotteserkenntnis brauchte es die Wüstenerfahrung. Das Volk Israel war wieder aus der langjährigen Gefangenschaft in ihrem zerstörten Land zurück. Der Tempel war eine Ruine. Sie selbst ausgelaugt, von Glaube oft nicht mehr viel übrig. Vor ihnen stand ein kompletter Neustart. Nochmal anfangen zu können ist eine Gnade. Manch einer ist in der Krise zerbrochen. Auch wir als Gemeinschaft haben mehrmals neu angefangen und wieder aufgebaut. 
Wer Zerbruch erlebt, macht die Erfahrung, selbst der tiefste Punkt des Lebens liegt nicht außerhalb von Gott.  Aus verbrannter Erde sprießt wieder frisches Gras. Auch die größte Trennung von Gott, liegt nicht hinter seiner Reichweite. Egal, was an Schuld passiert ist, es ist immer ein Neuanfang möglich. Altlasten brauchen uns nicht nachschleichen. Belastende Vergangenheit bestimmt nicht für ewig. Gott räumt auf, Gott fängt neu an. Wir haben bei Gott jeden Tag einen neuen Morgen, bei dem alle Türen offen stehen. Das Gestern spielt für ihn keine Rolle mehr. 
Neulich sagte ich zu einer Mitarbeiterin, die unter den Lasten der vielen Krankheitsausfälle stöhnte und meinte unsere Zukunft sei dadurch gefärdet, „wir haben das große Glück, dass bei keiner Krise die Welt untergegangen ist.“

Wo wir Gott erkennen, ist jeder Tag eine Neuschöpfung wie am ersten Tag. Daher sind auch heute alle Wunder möglich. Machen Sie an diesen Valentinstag irgendjemand eine Freude, dann kann auch das ein Neuanfang sein.
Wenn Gott alles und in allem ist, was wollen wir davon ausschließen?