Licht verscheucht Angst

Ohne Vertrauen, kann man in den Abgründen seines Leben nur verzweifeln.

„Wer in der Finsternis geht und wem kein Lichtstrahl scheint, der vertraue auf den Namen des Herrn.“
Jes. 50, 10

Dem Namen des Herrn vertrauen ist, an den neuen anbrechenden Morgen zu glauben. In jungen Jahren machte ich mit meinem Freund eine Wandertour durch den Schwarzwald. In einer Nacht übernachteten wir in einer offenen Holzblockhütte mitten im Wald. Mit unseren Schlafsäcken versuchten wir auf den Holzbänken zu schlafen. Doch an Schlaf war nicht zu denken. Wir erlebten, wie nachtaktiv ein Wald sein kann. Es war stockdunkel, doch von überall waren Geräusche. Kein Licht, kein Feuer, wir hörten viel und sahen nichts. Krächzen, schluchzen, knacken, knistern, plötzlich war ein Mann in unserem „Schlafzimmer“, der auch noch eine Ruhestätte suchte, dann aber weiterzog. Vögel heulten, jeder Zweig der knackte, lies uns aufschrecken. Die Nacht war einfach nur unheimlich. Wir sehnten uns nicht mehr nach Schlaf, sondern nur noch nach dem Morgen. Das Befreiende war, als es zu tagen anfing. Die aufgehende Sonne hatte uns mit einer meiner schrecklichsten Nächte versöhnt. Erstaunlich schnell war die Unruhe und Schlaflosigkeit vergessen. Es war wieder hell.

Vertrauen schafft einen Umbruch in einer ausweglosen Lage. Es bricht ein neuer Morgen an, es wird hell mit dem Namen des Herrn. Das ist der Name, der von sich sagt: Ich bin das Licht der Welt. Er stellt die Finsternis auf den Kopf. Die vielen Situationen, in denen uns die Lichter ausgehen, der Schreck uns auf kleiner Flamme köchelt, die Verzweiflung uns die allerdüsterste Seite des Lebens aufzeichnet, da geschieht eine Wende. Wir dürfen das Vertrauen auf den Namen nie unterschätzen. Wo das Licht kommt, hat der Schrecken der Nacht ausgegessen. Vertrauen heißt, ich glaube an das Licht, auch wenn die Nacht noch dunkel ist. Allein die Ahnung von Licht, entkrampft die Anspannung. Der Glaube durchbricht die Nacht, weil er sich mit dem Licht verbindet.

Vor einigen Jahren machte ich ein großes Herz mit roten Rosen als Sargschmuck für den Mann meiner Cousine. Er hatte sich mit Mitte vierzig das Leben genommen, weil er das Licht nicht mehr gesehen hat. Er war kerngesund, aber hatte keine Hoffnung mehr für sein Leben. Die Angst breitete eine solch große Sinnlosigkeit über ihn aus, das er keine Ahnung mehr von Licht hatte. Gerade in unseren dunkelsten Stunden ist es ein Frevel die Nacht zu schüren, anstatt dem Licht zu vertrauen. Wo unser Glaube an den Namen des Lichtes aussetzt, können wir nur verzweifeln. Da bleibt uns nur noch der Strick, um das Elend zu beenden. Das Vertrauen auf das Licht ist die entscheidende Wende. Da ist Jesus Christis mitten in der Finsternis. In der Nacht unserer Seele geht dann wieder die Sonne auf, das Leben erwacht und die Freude kehrt zurück.

Vertrauen wir schon, oder verzweifeln wir noch?

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Frühlingslicht auf Wüstenwegen

Im rechten Licht, fangen Schneeglöckchen an zu singen.

„Der Herr, dein Gott, hat dein Wandern durch diese große Wüste auf sein Herz genommen.
5.Mose 2, 7

Wüstenwege, Durststrecken, Finsternis sind Gottes Herzensanliegen. Alles was das Leben austrocknet und verdunkelt, brennt Gott unter den Nägeln. Wo er Dürre erlebt, kocht seine ganze Leidenschaft für frisches Wasser. Gott kann nicht still sitzen, wenn die Nacht über Menschen hereinbricht, und der Glanz seiner Schöpfung matt und stumpf wird. Wo Gott das Wandern durch die große Wüste auf sein Herz nimmt, begegnet der mit ganzer Macht allem ausgebrannt sein, der ausgetrockneten Zunge, dem Umherirren ohne Hoffnung. Denjenigen, denen die Lichter ausgehen, setzt er ein Licht. Christus ist das Herzensanliegen Gottes für Wüstenwanderer. Wo Jesus spricht: Ich bin das Licht der Welt, wird er zur Quelle in der Wüste. Da bleibt die Wüste noch Wüste, doch darin geschieht unglaubliches. Aus verdorrtem Boden, sprießt frisches Gras. Da kommt eine Quelle aus dem Niemandsland. Christus wird zum Klimawandel in der Wüste. Da wird der Lebensraum, der eigentlich gar kein Leben zulässt, blühfähig.

Unsere Tage sind voll großer Wüsten, an denen wir immer wieder an den Punkt kommen, jetzt ist alles aus. Da geht nichts mehr, da ist Hopfen und Malz verloren. Zukunftswege, die völlig dunkel vor einem stehen, Entwicklungen in einer Gemeinde, die keinerlei Hoffnungen zulassen. Das eigene Tappen im Dunkeln, bei dem man vor lauter Sand keinen Weg mehr sieht. Es sind die Situationen, die auslaugen und mutlos machen. Der Druck der Lasten, lassen alle Initiativen in den Keller fahren. Diese Krisen sind Gott zum Herzensanliegen geworden. Hier will Christus das Klima verwandeln.

Es ist faszinierend wie Schneeglöckchen der Eiswüste trotzen. Da ist die ganze Landschaft noch matt und leblos, vom Winter zerzaust, und sie wagen sich den Nachtfrösten zum Trotz an die Oberfläche. Wo die Primel oder Ranunkel harte Minusgrade nicht überleben, bleiben Schneeglöckchen unbeirrt und bringen lebensfrohe Frische in alle Kargheit. Wenn dann ein mildes Frühjahrslicht durch ihre Blüten streift, und ihre weißen Blütenkelche zu leuchten beginnen, ist es, als würden hunderte Glöckchen tanzen und singen. Polster um Polster, ein einziger Jubel. Das Licht macht sie in diesem Augenblick zu Tänzern und Sängern. Christus will unser Frühlingslicht sein, der auf kargen Böden, ein paar Glöckchen zum Leuchten und Klingen bringen will.

Wieviel Frühlingslicht geben wir unseren Wüstenwegen?

Die heilsamste Therapie

Wir sind unablässig von einer Leben schaffenden Kraft umgeben und durchdrungen.

„Gott sprach: Es werde Licht! Und es ward Licht.“1.Mose 1, 3

Knackiger und knapper kann man den Inhalt von Leben nicht mehr auf den Punkt bringen. Der 3. Satz der Bibel bahnt eine unverrückbare Leuchtspur. Gott kippt den Schalter. Gott schafft Licht; damit atmet die Schöpfung. Mit Licht entsteht Photosynthese und der Baum fängt an zu wachsen. Sonnenstrahlen, und schlagartig sind die Menschen gut drauf. Wo Licht ist, ist Leben. Mit dem Licht, ist alle Existenz auf lebendig sein gesetzt. Das ist kein Plan oder eine tolle Idee, es ist tatsächlich so. Es werde und es ward. Licht ist ein Tatbestand für alle Zeiten. Diese Voraussetzung liegt auf allem umnachteten Leben. Aller Finsternis ist das Licht ausgegangen. Gott hat gezielt am Anfang der Schöpfung die Nacht beendet. Er hat das ganze Betriebssystem der Erde auf „Go“ gestellt. Mit dem Licht stellt er alles Leben in seine Gegenwart. Alles Gedeihen lebt aus der Gottes-Präsenz. Gott in seiner Existenz garantiert wachsen, blühen und Frucht tragen. Im Licht wird der Mensch zu einem fruchtbaren Geschöpf. Die Beziehung zum Licht macht den Menschen aus. Wo die Lichter ausgehen, ist die Beziehung ausgegangen. Mit dem Christus-Licht bringt er das Licht nicht nur in die Welt, sondern ins Zentrum des Menschen. Christus ist das Licht der Herzen. In der Schaltzentrale, aus der alle Entscheidungen des Lebens hervorgehen soll dieses Licht aufgehen. Im Kern des Denken und Fühlens, sollen alle Nächte verschwinden. Christus ist die Großoffensive gegen die Finsternis und alle geistige Umnachtung. 
Von diesem Licht sind wir umgeben und durchdrungen. Wir haben damit den kürzesten Weg zum Leben, wenn die Lichter ausgehen. In unserem Miteinander wird es tagtäglich finster. Auf den besten Beziehungen liegen Schatten. Menschsein ist eben ohne Licht dunkel. Damit geschehen Verletzungen, es entsteht Frust und wir werden von Bitterkeit aufgefressen. Diese Nacht und dieser Sterbensprozess liegt auf den schönsten Freundschaften. Wir brauchen uns da keinen Illusionen hingeben, dass wir selbst das abstellen oder uns das abtrainieren können. Die Aufhellung, das Licht kommt nicht aus uns, sie kommt aus dem, der Licht ward. Wir können damit jeden Augenblick gegen alle Wachstumsstörungen angehen. Wir können, wenn wir versauern, uns so schnell wie möglich ins Licht setzen. Der Glaube ist die heilsamste Lichttherapie. Wo das Herz schwer und die Gedanken belastet sind, ist dieses Licht die beste Medizin.
Warum tun wir uns oft so schwer, die wohltuende Kraft des Lichtes an uns zuzulassen und nach einer schrecklichen Nacht, einen neuen Tag zu gestalten?

Energiespritze für dürre Zweige

Denen die aufbrechen, gehört die Zukunft.

Das Volk, das im Finstern wandelt, sieht ein großes Licht, und über denen, die da wohnen im finsteren Lande, scheint es hell.“

Jes. 9,1



Weihnachtliche Klänge in grauen Novembernächten. Die Botschaft, die der Prophet hier verkündet, hört sich richtig unwirklich an. Gott durchbricht die Schatten der menschlichen Tage. In der Finsternis soll es taghell werden. Der Wahnsinn, der auf den Wegen der Menschen liegt, steht unter unglaublichem Leuchten. In spannungsgeladene, leidvolle Tage stellt Gott seine Krippe. Ein Kontrastprogramm, das für den normal Denkenden völlig realitätsfremd erscheint. Als ob Gott keine Ahnung hat, von dem was in dieser Welt abgeht. Doch genau dort, wo die Nächte am dunkelsten und die Schrecken am größten sind, setzt Gott an. Dort wo keiner mehr etwas zu lachen hat, dreht er den Spieß um. Weil er weiß, zu was menschliche Unvernunft und Hass in der Lage ist, weil er weiß, wie Menschen sich gegenseitig belasten können, legt er Lichtspuren. Mit Christus bricht Gott die Nacht um. Das finstere Land ist immer noch das gleiche, das Leid und Chaos ist noch immer gegenwärtig, doch in der Christusgegenwart verlieren sie ihre Übermacht.  Das Lähmende und Erschlagende wird durch dieses Licht erschlagen. Damit beginnt eine kosmische Verwandlung im gebeutelten Menschen. Da bäumt sich das Licht, das in uns eingeht, über die von außen erschlagenden Umstände auf. Dieses große Licht setzt ein Aufbrechen und eine Vorwärtsbewegung in Gang, mitten in allen Widerständen. Mit dem Licht, klaren finstere Wege auf. Das Licht weckt kahle Bäume zum Leben, der wieder frische grüne Blätter treibt. 
Auch wenn unsere Tage von reichlich Finsternis umgeben sind, die gerade in dieser tristen, grauen Jahreszeit noch stärker auf uns einwirken, liegt in diesem Wort ein starker Antrieb. Wer Licht sieht, kann glauben und hoffen. Er hat Mut für feste Schritte. Daraus wächst eine heitere Zielstrebigkeit, mitten durch Nebelschwaden. Mit solch einem Licht, können wir uns gelassen durch die Widerstände durchkämpfen. Mit diesem Licht steht hinter jedem Tod die Auferstehung. Ein Wort zum entschlossenen Weitergehen, weil ein großes, weites Land vor uns steht.
Wenn wir solch ein Licht sehen, wie können wir da über Nächte klagen? 

Spiel mal mit Licht

Licht beendet das Drama der Dunkelheit. 
„Kommt nun, lasst uns wandeln im Licht des Herrn!“

Jes. 2, 5
Der mitreißende Seitenhieb eines Entdeckers. Kommt nun, kommt endlich ist ein Wachrütteln aus der Lethargie. Fische nicht mehr weiter im Trüben. Es ist ein dramatischer Aufschrei, weil einer den Schalter entdeckt hat. Das Tasten und durch die Nacht schleichen ist vorbei. Endlich ist Licht in Sicht. Licht am Ende des Tunnels, Licht in den Schatten des Lebens. Licht in der Verzweiflung verändert alles. Das Licht des Herrn bricht die Nacht der Menschen um. Christus ist der Umschalter im Drama des Lebens. Mit ihm erschrickt die Finsternis. Da ziehen sich die Nebel zurück, die wie eine Dunstglocke alle Sicht versperrt haben. Gott macht mit Christus das Licht an. 
Kommt nun, ist das Anstacheln für alle, denen die Lichter ausgegangen sind. Unsere Tage sind voll Enttäuschungen, Bitterkeit und Trauer, wo am Ende mehr Frust als Dankbarkeit steht. Es ist nicht die große Bedrohung eines evtl. 3 Weltkrieges, die uns zu schaffen macht, es sind vielmehr die vielen kleinen Verwundungen im Miteinander, die belasten und lähmen. Das nicht mehr wollen und können, das keinen Ausweg sehen, das sinnlose ertragen müssen, sind die Nächte unserer Tage. Dahinein kommt dieses Herausreißen des Lichtes. Christus ist genau für die Unerträglichkeiten gemacht. Er ist der Umschalter im Kleingedruckten unseres Daseins. Das Licht ist nicht für die sonnigen Zeiten gemacht, sondern genau für die grauen und schweren Tage. Es gibt den Aussichtlosen eine Perspektive, und denen die nichts mehr zu hoffen haben, festen Boden unter die Füße. In diesem Licht, verliert selbst die Stunde des Todes ihren Schrecken.
Wir sind Kinder, die mit diesem Licht spielen. Bei diesem Spiel zieht sich Dunkelheit geschlagen zurück. Da brauchen wir gar nicht viel machen, wir müssen nicht verkrampft Licht generieren, wir strahlen durch das Licht, das uns umgibt. Das Licht ist unser Aufenthaltsort, unser Wegbegleiter. Damit wird es in uns hell und wir werden zum Leuchtfeuer für die Nächte der Menschen.
Macht solch eine Einladung nicht Lust, mit dem Licht zu spielen?  

Ein lichtstarker Auftrag

Wer ins rechte Licht gerückt wird, kann hell strahlen, egal wie dunkel der Tag ist.
„Ich, der Herr, habe dich gerufen in Gerechtigkeit und halte dich bei der Hand.“

Jes. 42, 6
Gerufene sind Beauftragte. Gott hat uns dazu bestimmt, im Richtigen zu stehen. Er hat uns hineingenommen in das Heilswerk von Jesus Christus. Der Ruf, der an uns ergeht, ist die Auserwählung der von ihm gerecht Gemachten. Berufung heißt: Gott hat sich ganz in einen Menschen investiert und ihn von Grund auf umprogrammiert. Durch sein Eingreifen gibt er dem Menschen eine andere Bestimmung. Gerufene sind gottgeprägte und gottbestimmte Menschen. An ihnen und durch sie, will er in die Finsternis der Welt eingreifen. Die zu dem Licht der Welt Gerückten, sollen zu Leuchtzeichen für die Menschen werden.
Das ist der Auftrag der Glaubenden, Lichtgeber und Hoffnungsträger der Menschen zu sein. Sie trotzen dem Chaos, sie stellen sich der Nacht entgegen. Sie sind die Gegenbewegung im Frust unserer Tage, in allen Lasten, der vom Leben Geschlagenen. Das ist dann weit mehr, als nur ein paar kleine Lichter anzünden und etwas Hoffnungsschimmer zu verbreiten. Es ist auch weit mehr, als „nur“ ein positives Denken an den Tag zu legen, das sich gegen all die Widrigkeiten des Daseins stellt. Da treten lichtverwandelte Persönlichkeiten mitten in den Schrecken der Welt. Wo sie auftreten, wird den Verzweifelten die Ausweglosigkeit genommen, da finden die Untröstlichen Trost. An den Nahtstellen dieser Welt, an den wunden Punkten der Menschen ist der Platz der Gerufenen. 
Kein einfacher Job, den Menschen aus sich heraus nicht leisten können. Es ist eine Wirkung, die das in uns eingedrungene Licht vollzieht. Es ist immer der Christus, der diese Umbrüche von Finsternis zum Licht schafft. Indem er diesen Umbruch in uns bewirkt, will er damit die Nacht der Welt umbrechen. Wir werden da nichts leisten müssen, was wir aus uns nicht leisten können. Gott nimmt uns dazu an die Hand. Berufene haben einen großen, übermenschlichen Auftrag, sind jedoch darin immer von Gott gehalten und getragen.
Wenn wir vom Licht zum Licht berufen sind, können da die Menschen in unserer Gegenwart unter ihren Lasten wieder aufatmen? 

Lichtklar konfrontiert

Im Licht, werden Wege glasklar.
„Deine Sonne wir nicht mehr untergehen und dein Mond nicht den Schein verlieren; denn der Herr wird dein ewiges Licht sein.“

Jes. 60, 20
Wo die Sonne nicht mehr untergeht, kann nur Christus im Kosmos aufgehen. Ewiges Licht, ist der Lichtglanz Gottes, ist Herrlichkeit, die alles durchdringt. Christus wird zum Licht des Lebens, dem Licht, unter dem die Menschen wie Blumen gedeihen oder verderben. Dieses Licht gestaltet die Wachstumsbedingungen der Menschen und verändert Lebenseinstellungen von Grund auf. Unter diesem Licht bleibt nichts wie es ist.
In meiner Kindheit hatte ich eine gute christliche Erziehung genossen. Ich war nach meiner Ausbildung durchaus bereit, in den vollzeitlichen Dienst, Richtung äußere Mission zu gehen. In alles Fragen und Ringen nach meiner Zukunft, kam dieses Licht hinein. Dieses Licht schockierte und erschreckte mich zuerst. Ich sollte meinen Weg ins Kloster gehen. Das war nun absolut nicht mein Ding. Ich sollte einen Weg gehen, den ich mir nicht im Geringsten von mir denken konnte. Dieses Licht war stark, es drängte mich, in Gebeten und Gesprächen eine halbe Nacht. Lichtklar sah ich meinen Weg in die Zukunft; ich ging darauf bereits die ersten Schritte und stand in der Spannung, gehst du weiter über die Brücke und brichst die Brücke hinter dir ab, oder gehst du wieder zurück.

In dieser Nacht ging ich nicht mehr nach Hause, sondern direkt zu den Blumenmönchen. Das war vor 36 Jahren.
Der Weg des Lichtes war richtig. Diese Wege konfrontieren eigene Wege. Sie sind voller Umbrüche und Aufbrüche. Christuswege machen zu Lichtträgern. Die von diesem Licht Durchstrahlten, gehen Wege des Lichts und werden für andere zum Licht. Dieses Licht übernimmt das Komando, indem es eigene Vorstellungen durchbricht. Wo Christus das Licht ist, übernimmt Gott selbst die Führungsrolle, da werden wir für die Herrlichkeit Gottes zweckbestimmt. Die Sonne, die nicht mehr untergeht, ist nicht gedacht für ein Sonnenbad am Sandstrand, sondern sie will unsere Wege durchkreuzen und eine neue Gesinnung in uns aufgehen lassen.
Wir haben eine Sonne, die nicht untergeht. Wie wandeln wir in diesem Licht?

Unvermutete Nähe 

manch einer ist mit seinen Schmerzen verheiratet.
„Er wird mich ans Licht bringen, dass ich seine Gnade schaue.“

Mich. 7, 9
Jeder kennt die düsteren und schweren Tage. Da sind Zeiten, in denen man im eigenen Saft schmort und keinen Ausweg sieht. Dauerstress und Probleme, die sich einfach nicht regeln lassen. Das ist wie bei den Jüngern, die sich nach Ostern nur noch in einem Loch verkrümeln wollten, um mit dem ganzen Erlebten fertig zu werden. Ihr Meister ist am Kreuz geendet und somit hat für sie nach verheißungsvollen Zeiten ebenso ein Kreuzweg begonnen. Überall nur Klage, Ach und Weh.
Unbemerkt begegnet ihnen Jesus auf diesem Rückzugsweg in die eigenen vier Wände. Sie nehmen ihn mit und laden ihn zum Essen ein. Beim Brotbrechen, o welch ein Wunder. Sie erkennen den Auferstandenen. Mitten in ihrer verzweifelten Situation ist Christus gegenwärtig. Da geht in der Nacht ein Licht auf. Da werden sie vom Erbarmen Gottes umschlossen. Mitten in aller Hoffnungslosigkeit feiert Christus mit den Seinen Eucharistie. Gerade wenn uns alle Lichter ausgehen, geht sein Licht an. Christus ist viel näher an unserer Not, als wir je wahr haben. Wir erfahren Gnade mitten in den beklagenswerten Umständen unseres Daseins. Dort wo menschlich der Ofen aus ist, ist schon längst die Wärme Christi da. Dort wo wir anfangen, uns mit unserem Elend zu arrangieren, feiert Christus seine Gegenwart. 
Wir trauern über dem Schicksal. Wir suchen Jesus im Grab, das er längst verlassen hat. Wir wundern uns immer neu, das er Tod, Grab und Nacht hinter sich lies und bleiben in unserem Trauer stecken. Wir müssen vergegenwärtigen, dass er gerade in unserem Jammer gegenwärtig ist. Somit ist genau dort, wo wir es nie vermuten, das Licht und die Gnade.

Christus lässt sich in seiner Fremdheit erkennen, wo wir mehr mit dem Schmerz vertraut sind.
Warum sollten wir in unserer Verzweiflung stecken bleiben, wenn bereits so viel Licht unter uns ist?

Finsternis hat ausgegessen

auch wenn es eine Sonnenfinsternis gibt, so wird es nie eine Lichtfinsternis geben.
„Spräche ich: Finsternis möge mich decken und Nacht statt Licht um mich sein, so wäre auch die Finsternis nicht finster bei dir, und die Nacht leuchtete wie der Tag.“

Ps. 139, 11-12
Gott ist Lichtglanz. So wird seine Herrlichkeit umschrieben. Wir kennen Lichtjahre und Lichtgeschwindigkeit und treffen dabei auf eine Größe, die für Menschen kaum fassbar ist. Lichtglanz ist der Raum ohne Zeit. Es ist der Anfang ohne Ende, es ist die Unendlichkeit und somit die Ewigkeit. Wo Gott ist, haben wir es grundsätzlich mit dieser Unendlichkeit zu tun, die diese vergängliche Welt durchdringt. Vergänglichkeit entsteht durch Abwendung von diesem Licht. Die Entfernung aus diesem Lichtraum schafft Finsterniss. Wo Gott nicht ist, gehen die Lichter aus. Unglaube ist Finsternis. Sich selbst zur Leuchte machen wollen, vertreibt aus dem Paradies. Aus der gefallenen Schöpfung kann kein Licht kommen. Der Mensch steht aus sich heraus auf der Seite der Finsternis. 
Licht kommt allein aus dem Lichtglanz. Diesen Lichtglanz bringt Christus in die Finsternis. Seit Christus die Erde berührt hat, gibt es keine absolute Finsternis mehr. Auch wenn die Welt aus allen Wunden blutet und die Finsternis zum Himmel schreit, ist mitten drin ein Licht angegangen, das nicht auszulöschen ist. So haben wir immer beides. Wir leben ständig in der Nacht, in der es Tag wird. Das Licht ist aus dem größten Schlachtfeld nicht mehr wegzudenken. In der verzweifelten Situation, können gar nicht mehr alle Lichter ausgehen. Selbst die kleinste LED-Lampe durchdringt den finstersten Raum. Licht ist von dieser Welt nicht mehr wegzudenken, weil Gott nicht wegzudenken ist. Durch die Gnadensonne, liegt die Finsternis in der Schreckstarre. Wo das Christus-Licht scheint, können selbst in der finstersten Nacht, die Lichter nicht mehr ausgehen.
Warum über die Finsternis klagen, wenn das Licht schon längst da ist? 

Lichtglanz blendet 

Herrlichkeit braucht Schutz.
„Der Herr sprach zu Mose: Mein Angesicht kannst du nicht sehen; denn kein Mensch wird leben, der mich sieht.“

2. Mose 33, 20
Mose musste sich in einer Felsspalte verstecken, damit Gott an ihm vorüberziehen konnte. Wenn wir vor das Angesicht Gottes gestellt werden, wird´s unerträglich. Da kommt so viel Licht, das für uns schädlich wäre. Wer in die Sonne schauen will braucht eine starke Schutzbrille, um seine Augen nicht zu zerstören. Bei der Herrlichkeit Gottes ist das noch extremer. Für diese Form des Lichtes ist der Mensch einfach nicht geschaffen. So viel Energie braucht Schutz, um keinen Schaden anzurichen. So unverträglich sind die sichtbare und die unsichtbare Welt. Herrlichkeit kann diese Erde nicht nicht ohne einen Schutz ertragen. Niemand würde sich einfach so Laserstrahlen aussetzten. Wir können Gott nicht sehen, weil sein Lichtglanz für uns überdosiert ist. 
Gott selbst schützt uns vor dieser Energie. Er nimmt sich selbst zurück und macht sich durch Christus menschenverträglich. Er dosiert Herrlichkeit auf erdentaugliches Maß. Was wir hier von Gott erleben, sind Spurenelemente seines Glanzes. Der Glaube schlägt die Brücke in diese unfassbare Wiklichkeit. Der Glaube weiß von dem, was wir nicht sehen können und sehen dürfen. Der Glaube sieht in Christus das Unsichtbare. Durch Christus wird das Unfassbare, das Unsichtbare, wird Herrlichkeit alltagstauglich. Der Glaube kann leben, aus dem was er nicht sieht, und auf das hoffen, was für Menschen unzugänglich ist.
Wo liegen unsere Zweifel, bei dem, was wir nicht sehen können?