Total verrückt nach mir

Gott ist total verrückt nach uns.

„Mächtig waltet über uns seine Güte, und die Treue des Herrn währt in Ewigkeit. Halleluja.“
Ps. 117, 2

Ein Lobgesang, bei dem einem Beter die Knie weich werden. Mächtig waltet Güte – da ist einer von der Liebe Gottes erschlagen. Fassungslos steht er vor so viel Gutem. Da glüht sich einer förmlich zu mir durch. Gott hat an mir einen Narren gefressen. Er schäumt über vor Hingabe zu mit. Wo Güte waltet, kennt Gott niemand anders als mich. Es ist das frisch verliebt sein, in dem der eine für den anderen alles gibt. Das ist schon ein Stück unreale Wirklichkeit, in dem man den Partner besser darstellt als er tatsächlich ist. Du bist das Allerbeste für mich, für dich gebe ich alles. Ich löse mich auf für dich, ich halte mich in nichts zurück. Ich gehe in dir auf, du bist mein ein und alles. Kein Preis ist mir zu hoch, um dich nicht mehr zu verlieren. Auch wenn du mich ins Gesicht schlägst, bebt meine Liebe zu dir. Auch wenn du mich verlassen willst, ich verlasse dich nie. Ich hänge an dir mit Leib und Leben. Ich definiere mich über dich. Ich gebe alles, dass du zum Klingen kommst. Ich erleide alle Schmerzen, um dir Freudentöne zu entlocken. Ich binde dir den schönsten Rosenstrauß, auch wenn mir die Dornen die Finger zerstechen. Mächtige Güte ist ein unvergleichliches Glühen. Da sieht man am Kreuz die Liebe leuchten. Um mich zu bekommen, kann Gott gar nicht anders als sein ganzen Lebensopfer zu bringen. In der Passion schreit die Gottesliebe: Ich liebe dich. Ich will dich auf ewig. Mächtig waltet über uns seine Güte, ist die größte Mitgift in dieser Welt. Für dieses Geschenk gibt er nicht nur alles, sondern sich selbst. Mächtige Güte.

Diese Güte will unser Herz weich machen. Wer so geliebt wird, kann nicht kalt bleiben. Da brechen alle Dämme. Da wird unsere Leidenschaft zum Kochen gebracht. Paulus beschreibt diese Konsequenz im Römerbrief: Wo Gott seinen Sohn nicht verschont und ihn für uns dahingibt – wie sollte er uns mit ihm nicht alles schenken? In dieses Lebensgeschenk sind wir hineingeliebt. Und wenn das Leben eiskalt wird, wenn uns das Herz in Stücke zerbricht, bleibt dieses Herzens Licht. Weil Gott total verrückt nach uns ist, brauchen wir in der Untreue unserer Tage nicht verrückt werden. Die Güte über uns, trägt die Lasten in uns. Wer so beschenkt und geliebt ist, braucht keinen Mangel zu fürchten. Wer geliebt ist und lieben kann, kann mit Schmerzen umgehen. Er weiß, dass zur ganzen Liebe, das ganze Opfer gehört. Diese Güte ist mächtiger als der Tod. Halleluja.

Warum sollten wir daran zweifeln, dass wir so geliebt sind?

Verschwendung baut auf

Verschwendete Herzen werden stark.

Des Herrn Augen schauen alle Lande, dass er stärke, die mit ganzem Herzen bei ihm sind.“
2.Chr. 16, 9

Gott hält nach dem Echo Ausschau. Er hat hochbegabte Menschen auf die Erde geworfen und wartet auf den Aufschlag. Die Leidenschaft seiner Liebe hat die Erde entzündet und er sucht nach dem Feuer, das sich ausbreitet. Gott schaut und fiebert, was aus seiner Sache geworden ist. Er sucht nach Menschen die brennen. Er sucht die Heißen, die Feurigen, die Treuen, diejenigen, die ihre erhaltenen Gaben verschwenden. Er hält Ausschau nach der Frau, die Jesus zu Füßen liegt, seine Füße beweint, sie mit ihren Haaren trocknet und dem teuersten Salböl salbt. Geballte Emotionen, in denen sich Gottes Liebe wie ein rollendes Erdbeben über die Erde ausbreitet. Gott sucht nach der Leidenschaft, die er ausgelöst hat. Er durchsucht alles nach Liebe. Er will wissen, wie die Herzen schlagen, wonach sie sich sehnen.

Wo er das Echo seiner Liebe entdeckt, legt er noch einen drauf. Er macht die stark, die sich total für ihn verausgaben. Denen die alles geben, gibt er noch mehr. Er überschüttet die, die sich verschwenden, die mit seinen Gaben wuchern. Das ist das Gesetz der Liebe, die immer reicher wird, je mehr sie verschwendet wird. Am Herzen Gottes verarmt niemand. Da braucht sich niemand zurückhalten und schonen, dass die Kräfte reichen. Wo die Liebe brennt, wird ein Feuer unauslöschbar. Es geht um das ganze Herz, um den ganzen Eifer, um die totale Leidenschaft, die stark machen. Halbherzig bleibt schwach. Wo sich Herzen von Gott zurückziehen, gehen die Lichter aus und kühlt die Erde ab. Die starke Hilfe in aller Schwachheit, ist das ganze Herz bei Gott. Zwischen ganz und halb entscheidet sich Stärke und Schwäche. Halbherzige Liebe kann kein Feuer entfachen. Wo unsere Herzen nur bei uns sind, wo sie mit sich selbst beschäftigt sind, können keine neuen Kräfte fließen.

Wo Gott Ausschau hält, an welche Herzen er sich verschenken kann, wo er noch mehr dazu geben kann, ist wichtig, dass wir unser Herz untersuchen. Für was schlägt unser Herz? Ist es unter den Lasten schwach und müde geworden? Brennt das Feuer noch, das Gott einmal angezündet hat? Gott wartet mit ganzer Leidenschaft auf ganze Herzen. Er will dazugeben was fehlt.

Ist uns dort wo das Feuer ausgegangen ist, nicht angeraten, unser Herz untersuchen zu lassen?

Das Kind auf Stroh ist Leidenschaft

Wenn die Liebe in Leidenschaft brennt ist Weihnachten.
„Der Herr, dein Gott, ist ein verzehrendes Feuer und ein eifernder Gott.“

5.Mose 4, 24
Bei einer Vorstellung von Gott, können wir nur an ein leidenschaftliches Energiebündel denken. Da sprüht und funkt die Liebe an allen Ecken und Enden. Der Eifer um sein Haus hat ihn gefressen. Der Mensch, der immer wieder von ihm abweicht, holt ihn aus der letzten Reserve. Leidenschaft ist ein innerer Brand, der nicht zu löschen ist. Gott ist total verliebt in das Leben und die Menschen. Er will in allem das Beste vom Besten. Er ist angetrieben von Fülle und dass alle mehr als genug haben. Er brennt für den höchsten Standard des Daseins. Er glüht gegen Halbheit und Mittelmaß. Ein für das Gute Eifernder, wird sich nicht mit Ausschuss abfinden. Gott kann es nicht mit ansehen, wo der Mensch an seiner eigentlichen Bestimmung vorbei geht. In ihm bäumt sich alles auf, wo eine Blume die zum Blühen gedacht ist dahinwelkt.  
Lange Zeit hat man aus dem verzehrenden Feuer und eifernden Gott ein Angstgebäude zusammen gezimmert. Da wurde den „Abweichlern“ gedroht und den Hintern heiß gemacht. Gott als einer, der alles kurz und klein schlägt, wenn einer ihm nicht willens ist. Doch Gott droht nicht mit Feuer, sondern brennt für Rettung. Wer Angst verbreitet, kommt nicht aus der Leidenschaft Gottes. Das verzehrende Feuer liebt sich durch die Nacht der Welt, in den Stall von Bethlehem. Die Krippe ist ein Flügel von Gottes Phantasie, wie er wieder unter die Menschen kommt. Das Kind auf Stroh ist Leidenschaft. Da hat die Liebe eine angstfreie Zone geschaffen. Stark und zart eifert Gott. Jesus ist das verzehrende Feuer, das sich in Herzen brennt. An der Krippe werden kernige Hirten weich. An der Krippe wird klar, wie Gott mit Unvollkommenheit umgeht. Die Liebe kommt nicht mit dem Holzhammer, sondern holt die Menschen an ihrer schwächsten Stelle ab. Dem Sünder wird nicht mit Strafe gedroht, sondern das Heil in den Dreck gestellt. Mit Christus eifert sich Gott in Herzen. 
Weihnachten will unser Gottesbild begradigen. Die Leidenschaft will uns heiß machen. Das Stehen an der Krippe, will zur Liebe befähigen. Weil wir abgrundtief geliebt sind, haben wir das, was das Leben braucht – den Mutterschoß. Wer geliebt ist, ist lebensfähig. An der Krippe gibt Gott dem Menschen zurück, was sein ganzes Leben ausmacht. Leidenschaftlich Geliebte können leben und lieben.
Wenn die Krippe das Feuer aller Leidenschaft ist, müssen wir da nicht feiern ohne Ende?

Gesegnete, frohe und leidenschaftliche Weihnachten 

Gaben müssen fließen 

Wo das Herz getrieben ist, fließt der Segen über.
„Die Israeliten, Männer und Frauen, die ihr Herz dazu trieb, brachten freiwillige Gaben zu allem Werk, das der Herr durch Mose geboten hatte.“

2. Mose 35, 29
Wenn das Herz treibt, kommt etwas in Bewegung. Die Leidenschaft Gottes ist Segen. Gott ist getrieben zu geben. Von ihm fließt unablässig überschäumendes Leben zu den Menschen. Er bebt leidenschaftlich Menschen Gutes zu tun. Dieser Fluss, diese Bewegung, diese Hingabe ist pralle, gesegnete Schöpfung. 
Wo dieser Segen auf Herzen trifft, fangen sie Feuer. Segen entzündet, Segen weckt Leidenschaft, Segen bringt das Leben in eine fließende Bewegung. Empfangener Segen treibt. Das ist solch ein gerütteltes und überfließendes Maß, dass er gar nicht im Menschen Platz hat. Er muss weiterfließen, er muss sich verströmen. Wer Segen empfängt, antwortet mit Segen. Unser Leben ist die getriebene Antwort, auf das, was an Gaben von Gott auf uns zukommt.  Der Gesegnete ist nicht nur der Beschenkte, er übernimmt dadurch die Verantwortung für andere. Mein Leben antwortet dem Nächsten mit meinen empfangenen Gaben. Wir sind ein Teil der Dynamik Gottes, die sich in die Welt ausbreitet. Wir sind die Getriebenen, die leidenschaftlich das Weitergeben, was in sie gelegt wurde. In diesem Segensprinzip liegt alles christliche Engagement. John Wessly sagte einmal: Erwirb soviel du kannst, spare soviel du kannst und gebe soviel du kannst.
Wir sind die Beschenkten, daraus werden wir zum Schenkenden und empfangen darüberhinaus hundertfach zurück. Nicht das Festhalten des Segens macht reich, sondern das leidenschaftliche Verschwenden. Segen treibt das Herz. Wer zuhält und für sich verbraucht, der wird den Segen verbrauchen, seine Leidenschaft verlieren und verarmen. Wer überfließend dahingibt, dessen brennendes Herz, wird alles um sich herum mit guten Gaben überschütten. 
Von was sind unsere Herzen angetrieben, vom Festhalten oder vom Verschwenden?

Vom Liebe verzaubert 

Gottesfurcht, inszeniert weltbewegendes Kino.
Gottes Hilfe ist nahe denen, die ihn fürchten, dass Güte und Treue einander begegnen, Gerechtigkeit und Friede sich küssen.“

Ps. 85, 10,11
Ein Liebesfilm der besonderen Klasse läuft hier vor unseren Augen ab. Eine Beziehung, eine Leidenschaft, wie aus einer anderen Welt. Ein Küssen und Begegnen, das schon einen weltfremden Touch hat. Wenn Gerechtigkeit und Frieden sich küssen, sind wir doch im falschen Film? Güte und Treue turteln verliebt umher. Ein grasser Gegensatz, zu dem, was wir täglich erleben. 
Gott träumt als Regisseur diesen Traum. Er schafft diese Wirklichkeit. Diese hochedlen Werte, die die Mensch täglich verwirtschaften, die menschlich letztlich nie erreichbar sind, kommen aus ihm. Gott hat sich hier nichts vorgenommen, sondern er ist diese Wertskala in sich. Güte, Treue, Gerechtigkeit und Frieden sind seine Persönlichkeitsmerkmale. Das Gute ist seine Existenz. Das Richtige, alle organisch funktionierenden Abläufe liegen in seiner Präsenz. Treu ist er in seinem endlosen Ja zu allem Geschaffenen. Im Frieden kommt in ihm alles zur inneren Genesung. Dieses leidenschaftliche Liebesspiel wirft Gott in das Chaos der Welt. Mit diesem unwirklichen Roman, setzt er eine neue Realität, in die ungerechte Wirklichkeit der Treulosen. Alle Härten, alles Ungute, alle Gereiztheit des Lebens, küsst er mit Güte. Sein Liebesspiel schafft das total Andere, von dem wir nur träumen können. Sein Küssen und Begegnen erhält die Welt am Leben. 
Die Ehrfurcht vor ihm ist das Gefäß, das diese Küsse auffängt. Wo das Leben aus allen Wunden blutet, erfährt derjenige die Hilfe, der diese Umarmungen an sich zulässt. Diese Liebkosungen muss man lieben lernen, damit aufgescheuchte Herzen Frieden finden. 
Wenn die Hilfe so nah ist, sind wir denn bereit, uns auf dieses Liebesspiel einzulassen?

Ein Schrei gegen das Abstumpfen

Leidenschaft und Sehnsucht reißen Türen auf.
„Erhöre uns nach der wunderbaren Gerechtigkeit, Gott, unser Heil.“

Ps. 65, 6
„Erhöre uns,“ spricht eine starke Sprache. Es steckt voller Nachdruck, voller Leidenschaft, voller Kühnheit. Es ist kein bescheidenes, hör mir mal zu, sondern, mach endlich was, ich kann es kaum erwarten, ich brauche dich! Dahinter steht ein Mensch in seiner ganzen Sturm und Drangphase. Es ist ein Schrei nach Gerechtigkeit und Heil. Hier findet sich einer nicht mit erlebtem Unrecht und Unheil ab. Hier geht innere Not, Zerrissenheit, und die Auflehnung über unerträgliche Zustände auf die Barikaden. Es ist ein Aufbruch und Ausbruch zu Gott. Das erhöre uns, schreit die Ohnmacht zum Himmel. Es ist der Schrei gegen die innere Müdigkeit, gegen alles verzagen, gegen alles abstumpfen und kalt werden.
Das eigentliche Elend der Menschen beginnt dort, wo sie sich mit dem Elend abfinden. In dieser Gleichgültigkeit stirbt jede Hoffnung, jede Liebe und Freude. Wo das Schreien zu Gott verstummt, entsteht kein Heil mehr. Wo das erhöre mich nicht mehr zum Himmel steigt, sind Gott die Hände gebunden. Gott wartet auf unseren Schrei, weil er auf leidenschaftliche Menschen wartet. Er öffnet sich denen, die ihr ganzes Vertrauen auf ihn setzen. Unsere Sehnsucht nach Erlösung, kann nur diese eine Adresse haben. Gerechtigkeit und Heil steht denen offen, die von ganzem Herzen danach brennen.
Wo haben wir uns mit Zuständen abgefunden, die uns lähmen, mürbe gemacht haben und uns abstumpfen lassen? Wie  können wir daraus einen neuen Schrei nach Gerechtigkeit machen?

Gegen Liebe ist jeder Feuerlöscher machtlos

wo die Liebe am Anfang steht, kann Unvorstellbares daraus werden.
„Diene Gott mit ganzem Herzen und mit williger Seele! Denn der Herr erforscht die Herzen.“

1. Chr. 28, 9
Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne. Ein neues Jahr, ein unbeschriebenes Blatt, alles bereit gefüllt und beschrieben zu werden. Welche Inhalte wollen wir diesem neuen Jahr geben? Haben wir uns etwas vorgenommen, oder warten wir ab, was es bringen wird? Haben wir uns eine Liste aufgeschrieben, von Dingen, die wir in einem Jahr erreicht haben möchten, oder denken wir, Vorsätze sind zwar schön, doch morgen geht eh wieder der alte Trott weiter?
Am Start des neuen Jahres dürfen wir uns bewusst machen, wir können alles ändern was wir wollen. Es muss nicht so weitergehen wie es aufgehört hat. Gott hat einen Entschluss gefasst; er will die Herzen erforschen. Er will tief in die Materie Mensch eindringen. Er will den Lebensnerv treffen. Er schwärmt aus um Herzen zu erobern. Er will  schaffen, dass es funkt. Das steht am Anfang von 2017. Gott auf Brautschau. Alles ist darauf angelegt, dass es zu einer Interaktion kommt. Das Feuerwerk der Silvesternacht, will in uns Funken zum sprühen bringen. Wo eine Zündschnur angezündet wird, muss etwas passieren. Denken wir an unsere erste große LIebe. Alles neu, alles unverbraucht,, alles voller Hoffnung und ganzer Leidenschaft.
Da kann es nicht kalt bleiben. Wo Liebe berührt, wird Liebe geweckt. So kann am Anfang dieses Jahres nur die ganze Leidenschaft aufgeweckt werden. Gib dich Gott mit Haut und Haaren hin. Lass Herz uns Seele Feuer fangen für seinen Dienst. Da kann man nicht warten was kommt. Da wird die Liebe zur Triebfeder der Phantasie. Da treibt die Leidenschaft seine Blüten. Wenn das nicht ein starker Vorsatz für das neue Jahr ist? Der erforschende Gott, zusammen mit dem willigen Herzen, ist ein nicht aufzuhaltendes Gespann. Da können Welten bewegt werden, da können große Ziele erreicht, unzählige Menschen getröstet werden.
Gott will viel bewegen, wir können viel bewegen. Wo die Liebe brennt, ist der Feuerlöscher machtlos.
Wollen wir da nicht gleich am ersten Tag des neuen Jahres, unsere Ziele viel höher setzten?Wollen wir nicht eine Liste erstellen, um dem eine klare Richtung zu geben, was am Ende des Jahres erreicht sein soll? Welche Selbstverpflichtung wollen wir uns daraus geben?
Euch allen ein gesegnetes und einsatzfreudiges neues Jahr. 

Eifer kommt aus dem Wort

alles was mit dem Glauben zu tun hat, kann nur mit ganzer Leidenschaft geschehen.
„Alles, was der Herr gesagt hat, wollen wir tun und darauf hören.“

2. Mose 24, 7
Halbherzigkeit ist das Übel der Menschheit. Jeder einigermaßen erfolgreiche Verkäufer muss für die Menschen und seine Produkte brennen, sonst macht er kein Geschäft. Irgendwann nagt er dann am Hungertuch. Eifer ist ein Zeichen von Feuer, von Leidenschaft, von dem, ich brenne für meine Sache. Jeder hat Dinge, die ihn heiß machen. Das sollte nicht zuletzt unser Beruf sein. Eine Arbeit, die nicht aus einem Brennen für eine Sache geschieht ermüdet und macht langfristig krank.
Auch der Glaube lebt von ganzer Leidenschaft. Gott will uns anzünden. Gott will heiß machen. Er hasst Trägheit und Halbherzigkeit. Gott will nicht der Puderzucker unserer Torte des Lebens sein, er will Teig und Füllung sein. „Alles“ ist das alles Entscheidende. Alles was Gott sagt, soll uns ausmachen. Sein Wort, sein fleischgewordenes Wort, sein Christus will alles in uns durchdringen. Da soll ein Feuer angehen, das keiner löschen kann. Wo sein Wort Raum schaft, bleibt keiner auf dem Sofa sitzen. Da hat Langeweile ausgedient, da sprudelt eine ideenreiche Quelle, die nicht zu stoppen ist. Wo dem Glaube das Feuer fehlt, mangelt es am Wort, mangelt es am „allem“ was der Herr gesagt hat.
Der Umgang mit dem Wort, mit Christus entscheidet über Trägheit oder Leidenschaft. Wo wir innerlich müde geworden sind, wo uns Zweifel umteiben, wo das Brennen nur noch ein schwaches Gühen ist, sucht das Wort mehr Raum. Nicht nur ein bischen, Glaube braucht alles. Gottes Eifer, Gottes Brennen, will in uns mitreißen, will uns mit Haut und Haaren bewegen.
Wo sind unsere Halbherzigkeiten, die dieses „Alles“ verhindern?

Zorn will retten 

was nichts taugt, darf nicht toleriert werden.
„Wer weiß? Vielleicht lässt Gott es sich gereuen und wendet sich ab von seinem grimmigen Zorn, dass wir nicht verderben.“

Jona 3, 9

 

Der grimmige Zorn passt oft gar nicht in unsere Vorstellung vom lieben Gott. Warum sollte Gott denn ausflippen? Wie verträgt sich Zorn mit Liebe? Ja, Gott rastet aus! Zorn ist seine ganze Leidenschaft gegen das Böse. Er kann es nicht ertragen, wenn das Gute absäuft. Er kocht innerlich, wenn Leben zugrunde geht. Zorn ist eine Seite seiner unfassbaren Liebe, weil er dem Verderben nicht zuschauen kann. Es ist sein Wehren, mit Händen und Füßen, gegen alles, was sterbend ist. Echte Liebe kann sich mit Unrecht nicht abfinden. Grimmiger Zorn kann nur einer entwickeln, dem der Untergang der Welt nicht egal ist. Was wäre das für eine Liebe, die zur Zerstörung Ja und Amen sagt? Luther sagt: Ein grober Klotz, braucht einen groben Keil. Wie oft erlebten wir, dass Menschen erst bei Schicksalsschlägen zur Besinnung kamen. Die netten Worte haben es vorher nicht geschafft. Die größte Ausgeburt des Zornes ist Jesus Christus. Gottes Selbstopfer gegen menschliche Untreue. 
Es geht um die Maßnahme die Reue schafft. Das Umdenken geschieht manches Mal mit einem kräftigen Durchschütteln. Wachrütteln ist nicht lieblos, sondern geballte Liebe, die retten will. Wieso wollen wir eine harte Hand in der Erziehung als schlecht betrachten? Sie will lebenstüchtig machen. Gott kämpft mit aller Macht gegen die Gottestrennung, die unser Ende bedeuten würde. Es ist seine ganze Leidenschaft gegen unser sündiges Wesen. Wo wir das erkennen, wendet sich das Blatt. Reue wendet uns und wendet Gott. Wo wir geschmeidig werden, unter dem Eingreifen Gottes, da legen sich die stürmischen Wellen. Da verfliegt die Gewitterstimmung und wir erleben diese Liebe, die gnädig und vergebend ist. Mit dieser Art des Umschwenkens Gottes und seiner Barmherzigkeit hatte selbst der Prophet Jona seine Schwierigkeiten. Das hatte ihm eine dreitägige Auszeit in einem großen Fisch beschehrt. 
Die Liebe Gottes ist so groß, dass sie sofort reagiert, wenn ein Mensch umschwenkt. Unsere Reue wendet Zorn. Unsere Einsicht öffnet alle Türen bei Gott.
Sind wir jeden Tag zu diesem Wenden und Gereuen bereit? 

Gott lässt sich nicht lumpen 

Wer Gott in den Ohren liegt, braucht kein Unheil fürchten.
Herr, steh auf, dass nicht Menschen die Oberhand gewinnen.“

Ps. 9, 20
Menschen die Macht haben können Angst machen. Vor allem bei denen, die Macht missbrauchen. Solche Oberhand kann erschrecken und Menschen ins Unglück stürzen. Die politischen und gesellschaftlichen Ereignisse sind dazu angetan, die Hände über dem Kopf zusammenzuschlagen und zu fragen: Warum lässt Gott das zu? Es ist der Aufschrei nach einer Oberhand die Recht und Ordnung schafft. Nur ist die Warum-Frage die falsche Fragestellung. Wer ‚warum lässt Gott zu‘ fragt, grenzt sich aus und macht sich zum passiven Opfer. Da steckt die Anklage und kein aktiver Anruf dahinter. Wenn Gott die Oberhand gewinnen soll, braucht es Menschen, die nicht anklagen sondern anrufen. Menschen, die quasi in Befehlsform rufen: Herr, steh auf! Das ist dann kein zimperliches Gebet mehr. Da geht es um klare Ansage und nicht um fromme Floskeln. Gebete sind keine süßen, schönen Worte, sondern unser Herz in seiner ganzen Sturm- und Drangphase. Wo Unrecht in Recht verwandelt werden soll, ist das Kampf und Entschlossenheit. 
Gott gewinnt die Oberhand. Gegen alles, was dem Guten widerstrebt hat er Christus gesetzt, dem alle Macht im Himmel und auf Erden gegeben ist. Das ist seine Oberhand, die wir in Anspruch nehmen dürfen. Mit Christus werden wir zu Kämpfernaturen gegen das Unrecht. Er gibt uns den Mut, Gott massiv in das Unglück hineinzurufen. Die Ohnmacht der Welt braucht die Vollmacht den Glaubenden. Es braucht die Menschen, die Gott Tag und Nacht in den Ohren liegen und nicht Ruhe geben, bis Gottes Eingreifen sichtbar wird.
Mit dieser Entschlossenheit können wir beten, weil wir um seine Oberhand wissen. Es geht um unsere mitverantwortliche Grundeinstellung, auch wenn Gottes Eingreifen oft nicht unseren zeitlichen Vorstellungen entspricht. Doch es stärkt unser Gebet und macht es umso entschlossener.
Sollte Gott sich lumpen lassen, wenn wir Tag und Nacht zu ihm rufen?