Ein lichtstarker Auftrag

Wer ins rechte Licht gerückt wird, kann hell strahlen, egal wie dunkel der Tag ist.
„Ich, der Herr, habe dich gerufen in Gerechtigkeit und halte dich bei der Hand.“

Jes. 42, 6
Gerufene sind Beauftragte. Gott hat uns dazu bestimmt, im Richtigen zu stehen. Er hat uns hineingenommen in das Heilswerk von Jesus Christus. Der Ruf, der an uns ergeht, ist die Auserwählung der von ihm gerecht Gemachten. Berufung heißt: Gott hat sich ganz in einen Menschen investiert und ihn von Grund auf umprogrammiert. Durch sein Eingreifen gibt er dem Menschen eine andere Bestimmung. Gerufene sind gottgeprägte und gottbestimmte Menschen. An ihnen und durch sie, will er in die Finsternis der Welt eingreifen. Die zu dem Licht der Welt Gerückten, sollen zu Leuchtzeichen für die Menschen werden.
Das ist der Auftrag der Glaubenden, Lichtgeber und Hoffnungsträger der Menschen zu sein. Sie trotzen dem Chaos, sie stellen sich der Nacht entgegen. Sie sind die Gegenbewegung im Frust unserer Tage, in allen Lasten, der vom Leben Geschlagenen. Das ist dann weit mehr, als nur ein paar kleine Lichter anzünden und etwas Hoffnungsschimmer zu verbreiten. Es ist auch weit mehr, als „nur“ ein positives Denken an den Tag zu legen, das sich gegen all die Widrigkeiten des Daseins stellt. Da treten lichtverwandelte Persönlichkeiten mitten in den Schrecken der Welt. Wo sie auftreten, wird den Verzweifelten die Ausweglosigkeit genommen, da finden die Untröstlichen Trost. An den Nahtstellen dieser Welt, an den wunden Punkten der Menschen ist der Platz der Gerufenen. 
Kein einfacher Job, den Menschen aus sich heraus nicht leisten können. Es ist eine Wirkung, die das in uns eingedrungene Licht vollzieht. Es ist immer der Christus, der diese Umbrüche von Finsternis zum Licht schafft. Indem er diesen Umbruch in uns bewirkt, will er damit die Nacht der Welt umbrechen. Wir werden da nichts leisten müssen, was wir aus uns nicht leisten können. Gott nimmt uns dazu an die Hand. Berufene haben einen großen, übermenschlichen Auftrag, sind jedoch darin immer von Gott gehalten und getragen.
Wenn wir vom Licht zum Licht berufen sind, können da die Menschen in unserer Gegenwart unter ihren Lasten wieder aufatmen? 

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Zur Genialität geboren

Die Herrschaftsbereiche des Lebens sind klar strukturiert.
„Der Himmel ist der Himmel des Herrn; aber die Erde hat er den Menschenkindern gegeben.“

Ps. 115, 16
Himmel und Erde umfassen die Welt Gottes und alles worin sich seine Gegenwart vollzieht. Gott ist alles in allem. Darin ruht die Kraft des ganzen Kosmos. Darin liegt die Bewegung, die alles Leben in Bewegung bringt und am Leben erhält. Der Himmel ist Schöpfung par excellance. Leben ist ein Feuerwerk von Dynamik, von unstillbarer Lebensenergie, voll unbändiger Schaffenskraft. Da tanzt das Leben in prachtvollen Farben zu den schönsten Klängen bei Tag und bei Nacht. Dieses Lebens- und Liebesereignis hat Gott auf die Erde geworfen, dass es sich unter den Menschen multipliziert, vervielfältigt und gegenseitig inspiriert. Wir sind ein Gedanke dieser Dynamik und Inspiration. Der Mensch und die Erde sind die Antwort auf die Genialität Gottes. Die Erde ist die Plattform, auf der Menschen Gottes Lebenswerk errichten. Wir sind zum Herrschen über das Leben bestimmt. Wir antworten mit irdischem Leben auf himmlische Herrlichkeit.
Aus dieser grenzenlosen Freiheit, stöhnt die Erde unter unserer Herrschaft. Das Leben hat unter der Gewalt des Menschen viel von seinem Glanz verloren. Die Erde kommt sich wie eine Gebeutelte und Geschlagene vor. Menschen vergeuden ihr Dasein und bleiben hinter ihrem Schöpfungsauftrag zurück. Die Alltäglichkeiten zerfetzen sie und statt Glanz bleibt Frust. Denen, denen alles gegeben ist, leiden unter Ideenlosigkeit. Schwachheit und Ohnmacht feiern ihren Triumph.
Der Glaube übernimmt die Verantwortung für das Leben. Er antwortet auf das von Gott Gegebene. Der Glaube greift seine eigene Lebensinspiration auf und entwickelt daraus sein schöpferische Kraft. Viele Glaubende unterschätzen die Macht, die ihnen anvertraut ist. Wir sind dazu bestimmt, über unser Dasein hinauszuwachsen und diese Erde in Gottes Namen zum Blühen zu bringen. Uns ist viel mehr gegeben, als wir in der Regel an uns und durch uns zulassen.
Führen wir ein Schattendasein, oder beflügeln wir die Welt mit schöpferischer Genialität? 

Da ist Leben in der Stube 

echte Lebendigkeit ist eine Leihgabe.
„Herr, du machst alles lebendig und das himmlische Heer betet dich an.“

Neh. 9, 6
Hinter diesem Gebet spürt man den Stolz Nehemias durch. Nach der Rückkehr aus der Gefangenschaft baut er das zerrüttete Israel wieder auf. Er war ein ehrgeiziger Mann, der vieles bewegte und engagierte Leute hinter sich brachte. Er stellt jedoch seine Schaffenskraft unmittelbar in den Zusammenhang mit seiner Berufung. Das was ihn da antreibt, alles wieder aufzubauen, kommt aus dem Willen des Herrn. Dieser Neuanfang ist eine Kombination zwischen Gott der antreibt und Menschen in Bewegung bringt und der Bereitschaft von Menschen, sich darauf einzulassen. 
Wir als Blumenmönche kennen das aus unserer Geschichte. Da steht am Anfang die Vision, Gott will hier auf dem Berg ein Zentrum für junge und alte Menschen schaffen. Da hatte Gott eine Idee und wir sind mit aufgesprungen. Wir haben uns eingesetzt bis auf die Knochen und es ist ein faszinierendes Werk entstanden. Doch das geschah nicht in erster Linie durch unseren Einsatz, sondern weil Gott uns heiß gemacht hat. Unsere Lebendigkeit lag nicht in uns, sondern es war sein Feuer das in uns brannte. Wenn wir heute durch unsere Räume gehen, klopfen wir nicht auf unsere Schultern und sind stolz auf das was wir geleistet haben, sondern es durchzieht uns ein tiefes Staunen, zu was Gott mit uns in der Lage war. Er hat das Feuer gelegt, er hat lebendig gemacht. 
Wo das himmlische Heer den Herrn anbetet, sieht sie alles Leben als Leihgabe. Der Mensch ist zu Großartigem in der Lage, doch dadurch, weil sich Gott in ihm verwirklicht. Unsere Lebendigkeit ist sein Anzündwunder. Lebendig sind wir dadurch, dass wir durch den Lebendigen Feuer gefangen haben. Diese Lebendigkeit ist widerstandsfähig in allen Querschlägen und Rückschlägen. Dort wo uns in der Regel die Puste ausgeht, ist diese Leihgabe lebenswichtig. Um lebendig zu sein, brauchen wir keine Motivationstrainer, die uns aufkochen und den inneren Schweinehund besiegen, wir brauchen nur die Leihgabe des Lebendigen. Wo Gott heiß macht, geschehen die atemberaubenden Dinge.
Geben wir dem Wort, das uns heute erreichen will, so viel Freiheit, dass es uns lebendig macht?
Einen gesegneten und lebendigen Sonntag wünsche ich euch.

Wir sind keine Grufties

wir sind an der größten Rückrufaktion der Weltgeschichte beteiligt.
Herr, du hast mich heraufgeholt aus dem Totenreich, zum Leben mich zurückgerufen von denen, die hinab zur Grube fuhren.“

Ps. 30, 4
Gott holt zum Leben. Gott schaufelt uns aus dem Grab. Gott tut alles, dass diese Welt nicht zum Friedhof wird. Er findet sich nie damit ab, wenn Leben in irgeneiner Form zerbricht. 
Die Bibel verwendet hier schockierende bis makabre Bilder. Die Welt ohne Gott ist ein offenes Grab. Alles was zum Leben drängt, bekommt in irgeneiner Weise einen Hieb ab. Die Tageszeitung berichtet von Fußball oder den aktuellen Todesnachrichten. Wieder ein Flüchtlingsschiff im Mittelmeer gekentert. Börsencrach wegen Referendum in England. Unwetter in verschiedenen Teilen Deutschlands. Friedhof – Totenreich – Grab. Menschen im Untergang. Wir erleben das in unseren tagtäglichen Beziehungen. Manch einer stellt die Frage, gibt es ein Leben nach dem Tod? Man muss eigentlich fragen, gibt es ein Leben vor dem Tod?
Gott ruft zum Leben zurück. Er bleibt nicht beim Abgasskandal von VW, sondern startet mit Christus ein Rückrufaktion. Wir sind nicht auf Gedeih und Verderb dem irdischen Schicksal ergeben. Glaubende sind Rückgerufene. Sie sind mit Christus betriebsfähig und lebensfähig. Sie sind Heraufgeholte von dem untergehenden Schiff. Sie sind im Leben zurück.
Was eine Welt, die im Würgegriff des Todes steht braucht, sind die ins Leben versetzte. So kurz vor den Zeugnissen, wartet jeder darauf versetzt zu werden. Wir sind aus dem Tod zum Leben versetzt. Mit Christus geht von uns ein Leben vor dem Tod aus. Rückgerufene gehen nicht mehr den vorprogramierten Weg zum Schrotthaufen. Zum Leben zurückgerufene, können anders mit den Lasten und Depressionen unserer Tage umgehen. Da gehen in aller Nacht wieder Lichter an, da blühen auf dem Kompost die schönsten Blumen. 
Was strahlt in uns von diesem Rückruf, an wahrem Leben aus? Wo erlebt unsere Umgebung, dass wir nicht mehr in den Jammer des Untergangs einstimmen?