Wo Lippen heilen

Mit guten Worten legen wir edlen Samen in die Erde, der Blühen schafft und das Leben ernährt.

„Herr, behüte meinen Mund und bewahre meine Lippen!“
Ps. 141, 3

Mit Worten wird Gedeih und Verderben in die Welt gepflanzt. Wo unser Mund und Lippen zum Gebet gemacht wird, das vor Entgleisungen bewahren soll, ist Deutschland in Not. Worte haben Macht; und wo sie nicht aus dem einen lebensschaffenden Wort kommen, werden sie zu gefährlichen Werkzeugen. Wo jemand Gott darum bittet, dass er seinen Mund behüte, ist er sich seiner unheilstiftenden Gefahr bewusst. Er sucht höchsten Beistand für unkontrollierte Lippen. Er erkennt an sich eine verletzende Waffe, die er aus sich selbst heraus nicht im Griff hat. Er weiß darum, dass seine Worte einen Flächenbrand auslösen können. Sie haben den Zündstoff für Revolution und Unfrieden. Da sind Worte, die Krebsgeschwüre auslösen, und vielleicht unheilbar sind. Sie streuen Unsegen über das Land, die das Miteinander mit Unkraut zuwuchern. Eine frühere Mitarbeiterin im Blumenhaus sagte einmal über ihre Ehe: Keiner von uns will Streit, doch ein Wort ergibt das andere. Worte brauchen Bewahrung. Sie brauchen einen heiligen Schutz. Sie brauchen einen, der auf der Hut ist, was von diesen Lippen ausgeht.

Der Beter sieht diese Umbergung bei dem Herrn des Wortes. Bei Gott finden wir die Schaffenskraft des Wortes. Aus seinem Wort wurde Schöpfung. Am Anfang war das Wort, und das Wort ward das Licht der Menschen. Durch dieses Wort wohnt Christus unter uns. Dieses Wort verbindet das Kranke und weckt das Tote zum Leben. Diese Macht hat das Wort, wo es ein lebendiges Wort ist, das aus Gott kommt. Du hast Worte ewigen Lebens, bekennen die Jünger. Der Auftrag von Worten ist zu heilen und lebendig zu machen. Das geschieht nur in der Einbettung in das Wort. Wo unsere Worte aufbauen sollen, guten Samen in den anderen legen sollen, müssen es geheiligte, bewahrte und behütete Worte sein. Unsere Lippen brauchen ein starkes Korrektiv. Was aus unserem Mund kommt, müssen verwandelte Worte sein.

Wenn wir uns einmal bewusst machen, was wir einen ganzen Tag lang so reden, wird uns auffallen, von welchem Geist unsere Worte beseelt sind. Viele Worte geschehen gedankenlos, sie verletzen, setzen andere herab, lösen Konflikte aus. Was ist der Grund für manche Worte? Wollen sie nur meinem Ärger Luft verschaffen? Wollen sie klar stellen, wie übel sich der andere mir gegenüber verhält? Haben sie viel mehr die Absicht mich in ein besseres Licht zu stellen? Da ist so viel Ton, aber so wenig Wort. Wenn wir uns überlegen, wem dient das, was ich hier sage, erkennen wir viel Selbstzweck. Wenn ich Unschönes über andere weitergebe, bin ich da an einer Konfliktlösung interessiert, oder will ich mich nur interessant machen? An den vielen kleinen, alltäglichen Dingen sehen wir, wie notwendig geheiligte Worte sind. Nur aus behüteten Lippen können heilende und lebendige Worte kommen.

Welchen Samen streuen wir mit unseren Worten auf das Land?

Auslegungen für jeden Tag
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Erinnerungen retten 

an unserem Erinnerungsmanagement liegt es, wie wir Krisen bewältigen.
„Gedenket seiner Wunderwerke, die er getan hat, seiner Zeichen und der Urteile seines Mundes!“

Ps. 105, 5
Wenn in einer Partnerschaft die kritischen Tage kommen, an denen das Miteinander nicht funktionieren will, an denen man nichts mehr zu sagen hat, gibt es den Rat: zähle in deinen Gedanken 10 gute Eigenschaften deines Partners auf und die Situation entspannt sich. In der Erinnerung an die guten Seiten liegt etwas Verbindendes in allem Trennenden. Da wird der Augenblick des nicht Verstehens entschärft.
Auch im Miteinander mit Gott gibt es Dürrezeiten. Zeiten, in denen wir uns so hilflos vorkommen und überhaupt nichts sehen von seiner großen Macht. Im Gegenteil, wir sind wütend über die Wege, die wir gehen sollen, wir verstehen nicht die Lasten, die er uns auferlegt, wir zweifeln daran, ob er es überhaupt noch gut mit uns meint. Es gibt Tage, an denen wir Gott und die Welt nicht mehr verstehen, an denen alle Frömmigkeit in uns rebeliert. Für diesen Zustand gibt es ein Rezept: Gedenket! Gegen Bedenken hilft nur Gedenken. Wenn wir im Augenblick nichts von den Wundern sehen, dann müssen wir in der Erinnerungskiste kramen. Wenn kein akutes Gotteserleben erkennbar ist, dann müssen wir so viele Schritte zurückgehen, bis wir darauf stoßen. Wo Gott sich für mich im Heute nicht zeigt, ergreife ich ihn im Gestern. Wenn auf dem Weg nach vorne nur Nebel ist, verschafft uns der Blick auf Wege, die wir bereits gut gegangen sind Klarheit. Das Gedenken hilft Gott zu vergegenwärtigen. 
Gott ist durch alle Zeiten hindurch  ein Wunder wirkender Gott. Wenn meine menschliche Begrenzung auf Raum und Zeit mir einen Strich durch die Rechnung macht, brauche ich Hilfsmittel. Zu dem sind in unseren Gedanken und Unterbewusstsein alles, was wir je erlebt haben abgespeichert. Nichts von dem geht verloren, was unser Leben geprägt hat. Da liegen auch alle großartigen Erfahrungen und Erlebnisse, die wir mit Gott gemacht haben. Wo wir auf diese zurückgreifen, wird Gott wieder lebendig. Nicht weil wir uns so gut an ihn erinnern können, sondern weil die Erinnerung das Heil Gottes freisetzt, das in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft wirkt. Das Gedenken wird zu unserer Rettung in allen ausweglosen Situationen.
Wir machen uns in jeder Situation die allermöglichsten Gedanken. Wollen wir ihnen nicht eine eindeutige Richtung geben?