Eine totale Entlastung

Wo Schuld gesühnt ist, können Menschen gesund werden.

„Führwahr, er trug unsere Krankheit und lud auf sich unsere Schmerzen. Wir aber hielten ihn für den, der geplagt und von Gott geschlagen und gemartert wäre.“

Jes. 53,4
Was Jesaja hier auf den Tisch legt ist reines Evangelium. Er beschreibt den leidenden Gottesknecht, mit dem Gott grundlegend das dunkelste Kapitel der Menschheitsgeschichte löst, – Schuld. Schon zu des Propheten Zeit, wurde Schuld vor sich hergeschoben, verdrängt und ignoriert. Dabei ist eigentlich für jeden klar, Schuld schafft Unfrieden und macht Menschen krank. Es kocht nicht nur Herz und Seele, wenn ein Mann mit 59 Jahren bei einem Einbruch in ein Reihenhaus, durch die Brutalität der Einbrecher ums Leben kommt. Es zeigt auch welche Risse Schuld in die Gesellschaft reißt. Selbst die kleine, unscheinbare Schuld im täglichen Miteinander, belastet Familien und Gemeinden. Wer sich des Themas der Schuld annimmt, der kämpft für das befreite Leben. Gott macht hier ganz gründliche Arbeit. Mit dem „Schmerzensmann“ den Jesaja beschreibt, schafft er eine neue Gerechtigkeit. Er wird zurecht gebracht, was aus dem Lot geraten ist. Wo Schuld von Gott und den Menschen trennt, braucht es Christus der verbindet und heilt. Gott macht den Schuldlosen, für uns zur Sünde, um damit eine Wiedergutmachung herzustellen. Wo Gott auf diese Art Schuld bereinigt, entsteht ein Neuanfang. Das Quälende und krank machende ist völlig weg. Mit Christus hat Gott selbst für den Menschen abgebüßt. Christus ist für alle Zeiten der Schuldvernichter. Mit Christus brauchen wir keine Schuld verschieben oder zudecken, sondern können glasklare Verhältnisse schaffen. Das ganze Versteckspiel kann aufhören, bei dem wir besser da stehen wollen als wir sind. Das ist das befreiende und frohmachende des Evangeliums, das von Grund auf zur Sünde veranlagte Menschen, wieder offen mit Gott und untereinander kommunizieren können. Mit Christus ist auch der größte Bock, den ich im Leben geschossen habe weg.
Das prägt jeden Tag. Eigene Schuld kann mich nicht mehr auffressen. Hier werden wir nach Luther zum fröhlichen Sünder. Ich kann wieder aufrecht stehen, egal was da einmal war. Wer solche Barmherzigkeit erfährt, kann auch mit anderen barmherzig umgehen. Da ist der andere nicht selber schuld, wenn er keine Arbeit findet, oder mit manchen Problemen nicht zurechtkommt. Da wird die Charakterschwäche des anderen mich mit in die Verantwortung nehmen. Wo die Schuldfrage geregelt ist, blüht das Miteinander wieder auf.
Wo leben wir als diese Befreiten, die ihren Nächsten mit entlasten?

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Barmherzigkeit baut auf

Nur wenn sich einer über uns erbarmt, können wir gerecht werden.
„Wir liegen vor dir mit unserem Gebet und vertrauen nicht auf unserer Gerechtigkeit, sondern auf deine große Barmherzigkeit.“

Dan. 9. 18
Gerechtigkeit und Gnade waren Luthers großes Thema. Daniel hatte die große Erkenntnis: So wie ich bin, kann ich Gott nicht genügen. Und wer ernsthaft glauben will, stellt immer wieder fest, dem, was Gott mit mir vor hat, kann ich nicht gerecht werden. Da klafft eine riesige Lücke. Wir müssen immer wieder entdecken, wie wenig wir zu echter Liebe in der Lage sind. Der Mensch steht vor Gott immer in seinem Mangel und seinem Defizit. Da ist keiner, der sich heilig sprechen könnte.
Wir vertrauen auf Erbarmen. Wir werden heilig und gerecht durch Gottes Anteil, der er zu unserem Leben dazu gibt. Christus ist Gottes Auffangbecken für Ungerechte. Mit ihm holt uns das Erbarmen ein. Die Barmherzigkeit befreit den Sünder vom schuldig sein. Das ist die einzige Wiedergutmachung von Übel. Vor Gott kann sich kein Mensch, durch noch so gute Leistungen etwas verdienen; einzig dass Gott durch Christus auf ihn zukommt. Nicht unsere frommen Werke stimmen Gott gnädig, sondern in Christus sind wir begnadigt. 
Mit Christus enden alle Selbstvorwürfe, alle Anklage. Durch die Barmherzigkeit findet unsere Selbstaufwertung statt. Dadurch sind wir der wertvollste Mensch, in Gottes Gegenwart. Wo wir in unseren Gebeten darauf vertrauen, entspannt sich die Last unseres Lebens. Wo wir auf dei Barmherzigkeit vertrauen, können wir Gott nicht mehr zur Last fallen und werden in unserer Schwachheit wertvoll und wichtig. Das Vertrauen auf die Barmherzigkeit versönt mit Gott und dem Leben.
Verkrampfen wir uns noch im Kämpfen um das Gute, oder nehmen wir das Gute einfach dankbar an?