Geschichten machen stark

Wer kraftvoll und hoffend in die Zukunft gehen will, braucht eine lebendige Geschichte.
Gott, wir haben mit unseren Ohren gehört, unsere Väter haben´s uns erzählt, was du getan hast zu ihren Zeiten vor alters.“

Ps. 44, 2
Der Blick in die Geschichte macht Gott groß. Der Mensch lebt aus der Vergangenheit. Stark werden wir da, wo wir uns auf unsere Wurzeln besinnen. Vergangenheit gehört nicht immer abgehakt, sondern ganz bewusst ausgegraben. „Wir müssen zu unserer Geschichte stehen und aus der Geschichte heraus leben, um die Herausforderungen unserer Zukunft zu meistern“, sagte gestern Bundespräsident Steinmeier zum Tag der deutschen Einheit. Die Geschichte, das was die Väter erzählen, hält uns am Leben. Wie Gott handelt, und wie er in Zukunft handeln wird, daran können wir nur glauben, wenn wir auf das schauen, wie er gehandelt hat. Aus den früheren, bereits gewesenen Handlungen, kommt die Kraft für das Heute und Morgen. Der Glaube steht nicht im Nichts, sondern in der Geschichte der Väter. Im Zurückhören und Rückbesinnen, entdecken wir den Gott, der mit Menschen seine Geschichte schreibt. Im Hören auf die Väter erkennen wir den Gott für Heute.
Wenn Paulus zurück schaut, sieht er auf die Propheten, die im Glauben Königreiche bezwungen haben, Gerechtigkeit geübt, Verheißungen erlangt und Löwen den Rachen gestopft haben und noch vieles mehr. Die Väter sind Vorbilder die antreiben. Wir leben aus der Geschichte des Volkes Israel mit seinem Gott. Wir leben aus der Kirchengeschichte, von gestandenen Männern und Frauen des Reiches Gottes. Wir leben aus der Geschichte mit Jesus Christus. Das Hören ist immer das Hineinhören in die Geschichte. Das Neue lebt aus dem Alten. Wo wir uns von unseren Wurzeln trennen, fehlt die Kraft das Morgen. Entschlossen und kraftvoll im Glauben aktiv werden, können wir nur dort, wo wir auf einem klaren Fundament stehen. Wenn wir nur auf das jetzt schauen, weil wir im Jetzt leben, können wir keine Hoffnung für die Zukunft entwickeln. Wo wir ohne unsere Geschichte leben, können wir nur ein blasses Bild von Gott bekommen und einen farblosen Glauben leben. 
Um Sterbende zu trösten, um Hoffnungslose zu begleiten, um Fremden Heimat zu bieten, um tiefe Gräben zu versöhnen, braucht es Menschen, die eine starke Geschichte haben. Je stärker wir uns in die Geschichte Gottes mit den Menschen verwurzeln, umso kraftvoller wird unser Glaube, umso entschlossener der Gang in eine hoffnungsvolle Zukunft.
 Wo sind unsere starken Geschichten, die uns zu wagemutigen und standfesten Menschen machen?

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Kraft im Überfluss 

unser kraftvoll sein geht nicht von uns aus.
„Herr, du bist meine Stärke und Kraft und meine Zuflucht in der Not!“

Jer. 16, 19
Welch ein Bekenntnis. Hier hat eine Kräfteverschiebung stattgefunden. Der Herr ist das, was mich ausmacht. Ein Mensch, der nicht in seiner Saftlosigkeit steckengeblieben ist, sondern aufgebrochen ist zur Kraft. Menschen sind wie Accus, die sich im Betrieb verbrauchen und entleeren. Ihre eigentliche Energie erhalten sie aus der Ladestation. Ohne Ladestation ist der beste Accu kein Kraftpaket mehr. Es geht um die eigentliche Quelle von Energie. Ohne Nachladen leuchtet irgendwann kein Handydisplay mehr. Ernergie haben hängt immer mit Energie tanken zusammen. 
Menschen haben aus sich heraus nicht den Strom, über alle Maßen kraftvoll zu sein. Ihnen gehen immer wieder die Lichter aus. Wir leben in einer energieraubenden Welt. Schöpfung verbraucht sich, durch ihren Sterbensprozess. Anklage und Selbstszweifel gehören zu unserem Spannungsabfall. 
Du bist, ist die Energiewende. Gott baut ein Kraftfeld auf. In uns fließt ein Saft von anderswo. Unsere Funktionstüchtigkeit kommt aus der Schöpferquelle. Da wirkt eine andere Kraft. Da baut sich in uns der Starke auf. Es kommt nicht darauf an, wer wir sind, sondern in wem wir sind. In all unserem Schwachen und Unheiligen, belebt uns der Heilige. 
Wer von dem Erneuernden berührt wird, kann aufatmen, kann sich aufrichten, wird lebendig. Da bestimmt nicht die Not und Schwachheit, da ist immer mehr Kraft als nötig vorhanden. Da kann keine innere oder äußere Not uns Angst machen. Wo du bist, sind wir den widrigsten Umständen gewachsen.
In welchen Situationen stehen wir unter dem Eindruck, die Kraft würde nicht reichen und wir sind den Herausforderungen nicht gewachsen?