Rose im Glück

Blumentipps

Darf ich vorstellen: Mein Name ist Rose.

Mit einem wahnsinnigen Duft mache ich Leute verrückt. Mit dem Hüftschwung meiner Blütenblätter fasziniere ich den stillen Beobachter. Feuriges Rot kündet von meiner Leidenschaft, mit der ich mich an das Leben verschwende. Meine Dornen zeigen, dass ich viel von Beziehung verstehe, um zu wissen, dass wir uns optimal zwischen Nähe und Distanz entwickeln.

Zum Blühen bin ich geboren und das mache ich einfach. Ich habe keine andere Aufgabe, als Schönheit zu zeigen und vielleicht im Herbst ein paar Hagebutten anzusetzen. Ich blühe, ob ich Aufmerksamkeit errege oder verachtet bleibe. Wenn ein Hagelkorn meine Blätter zerfetzt und meine Blüten auf dem Boden verstreut, spüre ich den Schmerz, habe jedoch nur einen Gedanken, wie setzte ich neue Knospen an. Nein, ich habe gar keine Zeit, dem Gewitter etwas nachzutragen, denn ich weiß um die Energie, die in mir steckt.

Rose sein ist meine Bestimmung. Ich werde bearbeitet von Gärtnern, Floristen und dem Unwetter, das über mich niedergeht. Meine Berufung ist mein Glück. Ich büße nichts ein, auch wenn das Leben an mir seine Spuren hinterlässt. Zu mir gehören unerträglich heiße Sommer, sowie eisige Winter, die mich erstarren lassen. Soll ich das Leben anklagen, wie unsanft es mit solch einem zarten Geschöpf wie mir umgeht? Werden die Tage heißer und das Wasser knapper, lasse ich einfach meine Wurzeln tiefer wachsen, bis sie wieder auf eine Quelle stoßen. Nimmt mir der Frost meinen jungen Triebe, dann habe ich nur den Wunsch, darauf nicht so empfindlich zu reagieren und härtere Äste zu bekommen. Das Verholzen macht mich immer stärker und widerstandsfähiger. Das scheinbare Unglück verwende ich dazu, um in meinem Glück zu wachsen und in dem zu bleiben was ich bin – Rose.

Hast du je eine unglückliche Rose gesehen?

Rose im Glück

Rose im Glück

Mensch, du scheinst so unglücklich zu sein?

Dann lass dir von einer Rose zurufen: Du bist zum Blühen geschaffen.

Du bist ein genialer Gedanke, eines großartigen Gartengestalters. Auch du sollst blühen. Von dir soll eine Faszinationskraft ausgehen. Menschen um dich herum sollen von deiner Ausstrahlung nur so dahinschmachten.

Du legst nicht nur deinen Garten an, du bist selbst ein Garten. Dein Dasein ist vollgepackt mit wachsen, duften und blühen. Es fehlt an nichts. Ihr habt alle ein geniales Starterpacket mitbekommen. Die ganze Schöpfung ist wie ein Selbstbedienungsladen aus dem du nur schöpfen brauchst. Da ist Reichtum für alle. Da sind optimale Voraussetzungen, um das Leben voll zu entfalten. Du bist randvoll mit Begabungen und Talenten. Welches Tier könnte solche Ideen und solch eine Schaffenskraft entwickeln, wie sie dir in die Wiege gelegt sind? Es liegt ein unvorstellbares Potential zum Blühen in dir. Von der Natur, vom Leben, von Gott geschenkt, dazu musst du überhaupt nichts beitragen.

Wir Rosen blühen einfach so dahin. Wir verschenken, was wir sind. Wir lächeln in die Welt. Aus uns fließt heraus, was in uns drin ist. Als Beschenkte werden zum Geschenk für andere. Blühen ist schenken, ist lächeln, ist sich verschwenden. Ein absolut aufregendes Lebenskonzept!

Wenn wir Rosen lächeln, kommt etwas in Bewegung. Da entgleisen Menschen die Gesichtszüge. Da entkrampft sich schlagartig eine bittere Mine. Lächeln bricht das Eis, da wird es einem warm ums Herz. Wir sind einzigartige Verwandlungskünstler. Keiner geht an uns vorbei und bleibt wie er ist.

Mensch, blühen ist kein Privileg für Rosen. Blühen ist ein genetischer Code, der in uns alle einprogrammiert ist. So wie wir Rosen nie an Charme verlieren, wenn wir durchs Gewitter gegangen sind, so sei du Mensch, wie ich Rose bin. Klage niemand an, der dir zugesetzt hat. Verwandle dein Unglück, und treibe so schnell wie möglich wieder aus. Blühe, um wahrer Mensch zu sein.

 

 

Der kleine Mann im Ohr

Joh. 16, 13-15

Habt ihr schon einmal einen modernen Schwerhörigen wie mich telefonieren sehen? Man könnte meinen, die mit Stöpsel im Ohr sind nicht ganz bei Trost. Dabei sind die neuesten Hörgeräte geradezu Wunderwerke der Inspiration. Da hört man nicht nur seinen Gesprächspartner glasklar, sondern da hört man Dinge, die andere gar nicht mitbekommen. Mit einem Smartphone landet das Gespräch direkt im Ohr, ohne das Telefon in der Hand zu halten. Wenn ich telefoniere, sehe ich aus wie ein Bekloppter. Beobachter denken sofort an Psychiatrie. Gespräche ohne Partner muten schizophren an. Zumindest geht es hier nicht mit rechten Dingen zu. Dabei können diese kleinen Freunde in Ohr noch viel mehr. Sie können mir als Navi den Weg ansagen, mir Geschichten erzählen und Musik einspielen, ohne dass irgendjemand das Drumherum wahrnehmen kann.

Mit dieser kleinen Hörgerätewerbung sind wir direkt beim Heiligen Geist.

 

  • Flüstertöne

 

13 Wenn aber der Geist der Wahrheit kommt, hilft er euch dabei, die Wahrheit vollständig zu erfassen. Denn er redet nicht in seinem eigenen Auftrag, sondern wird nur das sagen, was er hört. Auch was in der Zukunft geschieht, wird er euch verkünden.

Zum Schrecken der Jünger, will Jesus wieder weg. Das bisher gehabte Miteinander mit ihm ist vorbei. Seine Rede, sein Führen, sein Heilen, scheint im Geschichtsbuch zu verschwinden. Eine Ära der Gottesgeschichte, wohl nur noch für´s Poesiealbum?

Doch was Jesus hier ankündigt, gab´s noch nie. Jesus geht, der Geist kommt. Es kommt ein Steuerungsinstrument einer anderen Welt. Da kommt Christus flächendeckend und allesdurchdringend. Wo bisher Jesus, der Gott zum Sehen und Anfassen war, wird er durch den Geist zum allgegenwärtigen Christus. Seine Macht verstärkt sich in seiner Unsichtbarkeit.

Der Geist ist kein blasses, unscheinbares Gedenken an Wirkungsjahre Jesu auf Erden, sondern die Vollmacht des Christus’, der jetzt die gefallene Schöpfung erneuert. Es ist nicht der Geist eines verstorbenen Geschäftsführers, in dessen Sinne die Kinder sein begonnenes Werk fortsetzen. Es ist der Geist, mit dem Christus seine Jünger in den weltweiten Gottesauftrag stellt. Dieser Geist lebt nicht aus der Erinnerung, sondern aktiviert das Dasein. Er ist inspiriert aus dem Wort, er ist das Wort, er ist der lebendige und auferstandene Christus. Er ist keine eigenständige Größe, sondern das Echo des lebendigen Wortes. Er ist der Verstärker des Wortes. Er ist der Christus-Verstärker. Er offenbart damit die ganze Welt Gottes. Er verdeutlicht Zusammenhänge zwischen Gott, Christus und Mensch. In diese Wahrheit dringt der Mensch durch den Geist. Er ist die Dauer-Inspiration der unsichtbaren Welt. In das natürliche Dasein, klingt die von außen nicht wahrnehmbare Christus-Melodie hinein.

Diese Flüstertöne…

 

  • verraten neue Geheimnisse

 

So wird er meine Herrlichkeit sichtbar machen; denn alles, was er euch zeigt, kommt von mir. 

Die Jünger und die Glaubenden, der damaligen Zeit, konnten noch nicht über Tod und Auferstehung hinausdenken. Sie erlebten Reich Gottes durch den wundertätigen Jesus in ihrer Mitte. Welche Dimensionen hinter diesem Wirken stecken, war damals unmöglich zu erfassen. Der ganze Glauben war noch sehr erdverbunden.

Erst durch den Geist kann sich Herrlichkeit erschließen. Da wächst ein Erkennen heran, für etwas, was Menschen aus sich nie erkennen können. Durch den Geist lässt Gott hinter die Kulissen schauen. Der Geist ist der Schlüssel für das Erkennen. Wo dieser Geist auf unseren Geist trifft, erkennt der Mensch den handelnden Gott und sich selbst. Menschsein in seinem Vollsinn offenbart der Geist in Gotteserkenntnis und Sündenerkenntnis. Seine Hauptaufgabe ist es, uns, unsere Christusbedürftigkeit aufleuchten zu lassen.

Dem Geheimnis Gottes, kommt der Mensch nicht durch nachdenken und studieren auf die Spur, sondern erst wenn der Geist die Gedanken bewegt. Wo der Geist die Wahrheit erfassen lässt, stellt er den Menschen in die unmittelbare Beziehung zu Christus. Unsere Gottesebenbildlichkeit verdolmetscht der Geist. Wir können Dinge sehen und erfassen, die außerhalb unseres Radius liegen. Mit dem Geist hört es nicht bei unserem Denken auf. Er durchbricht das Menschenmögliche. Gerade das, was wir uns nicht vorstellen können, wofür uns der Horizont zu klein ist, ist die Spezialität des Geistes. Wir müssen uns darauf gefasst machen, dass das, was von ihm kommt, kein Mensch versteht. Was der Geist offenbart, geht voll gegen die menschliche Logik. Wer es verstehen will, wird es nicht begreifen. Wer vom Geist erfasst ist, wird vom natürlichen Denken in Frage gestellt.

Den Geist erkennt man daran, wo er das Erlösungswerk Christi in die Mitte stellt. Wo nicht Heil rauskommt, ist kein Geist drin.  Der Geist will das Kommando übernehmen, und…

 

  • zeigen wo´s lang geht

 

Alles, was er euch zeigt, kommt von mir.

Es ist immer gut, wenn einer dort, wo wir fremd sind, den Weg zeigt. Der Geist ist Zeiger. Er zeigt nicht nur wer Gott ist und wer wir sind, er zeigt Lebenswege durch die Wüste. Er bringt den Christus an die Nahtstellen des Lebens. Er zeigt dem Volk Israel jährlich beim Passafest den Auszug aus Ägypten. Anhand der Geschichte führt sein Weg aus der Sklaverei, bis zu Christus am Kreuz. Der Geist offenbart dabei das Heil in aller Gottverlassenheit. Er zeigt die Christus Gegenwart im Schrecklichen. Er erhebt nicht in eine Traumwelt, sondern träumt Gottes Traum in einer gefallenen Welt.

Er beschlagnahmt Menschen und spricht Berufungen aus. Er krempelt Menschen um, alles Bisherige an den Nagel zu hängen. Er heißt Wege zu gehen, die vielleicht überhaupt nichts mit unserer Lebensplanung zu tun haben. Wer lässt sich heute noch wie die Jünger damals rufen? Häng´ deinen Beruf und deine Familie an den Nagel und folge mir. Da entsteht schon mal eine Spannung im Gewissen, da gibt es ein paar schlaflose Nächte, und dann siegen doch die „Vernünftigen Argumente“, es doch sein zu lassen. Wieviel Geist wurde in der Berufungsfrage schon abgewürgt?

Der Geist ist der Größte Arbeitgeber, der jede Menge Aufträge zu verteilen hat. Da sind zuhauf Aufgaben in jeder Gemeinde und Gemeinschaft. Er legt sie uns vor die Füße und ans Herz und zeigt uns, dass er die Gaben dazu mitliefert, und dann oft ein müdes Lächeln. Die Antworten, die dann kommen kennt er schon auswendig. „Bin bereits überlastet und ausgebucht.“ „Mehr geht beim besten Willen nicht mehr.“ „Außerdem macht meine Gesundheit das nicht mehr mit und übrigens meine Nächte sind gerade auch nicht besonders.“ Der Geist zeigt, der Mensch kneift. Dieser Gefahr müssen wir uns ständig bewusst sein.

Ja, es kann ungemütlich werden, wenn der Geist treibt. Da kann es schon einmal heißen, bei einem vollen Programm, noch eine Stunde früher aufzustehen. Doch was der Geist zeigt ist doch nicht unmöglich. Wenn er etwas zeigt kennt er uns genau und kennt die Umstände genau und kennt dazu die Wirkungen Gottes in die Umstände hinein. Die Gaben des Geistes erfährt der, der sich auf die Flüstertöne einlässt. Der Geist will das Mehr des Reiches Gottes, gerade dort entfalten, wo das Heil heilsnotwendig ist. Er legt seine Maßstäbe über die Verhältnisse. Sein Zeigen will uns zu viel mehr führen, als das, was wir uns selbst zutrauen und vermögen.

An Pfingsten will der Geist, in aller Auflösung dieser Welt, Reich Gottes möglich machen. Auch einer alternden Gemeinde, einer Kirche, die einer neuen Reformation bedarf, will der Geist aufzeigen, Christus garantiert Leben. Das Heil, in all unseren schweren Tagen, müssen nicht wir bewirken, sondern schafft Christus, zu dem der Geist führt. Wir müssen die Flüstertöne hören, um in die Geheimnisse einzudringen, die er offenbaren will.

Das Charisma ist uns ins Ohr gelegt. Wie weit darf es unseren ganzen Körper durchdringen?

Kopfüber zum Fest

Letzten Sonntag war Dekorationsbesprechung. Wie soll dieses Jahr Weihnachten im Blumenhaus aussehen. Da ist Weihnachten geworden, bevor ein Engel im Regal steht. Im kleinen Kreis stellten wir dem Prior mit Bildern und Listen unser Konzept vor. Z. B. 4 Weingläser auf den Kopf gestellt auf einem Tablett, als Gestaltungselement für ein Adventsgesteck. Die Kelche mit farbigen Glaskugeln gefüllt. Die Stiele nach oben und die Standfläche als Kerzenteller. Ein ungewöhnlicher Blickfang für die etwas andere Weihnachtsdekoration. Seit diesem Moment lebt Weihnachten in uns. Alle Gestaltungsecken fangen an zu leben. Da hängt ein großer Adventskranz an der Wand, da stehen Laternen in einer Winterlandschaft, eine große Kugel aus Ästen mit vielen Lichtern wird die Kunden begrüßen. Das Tagesgeschäft, das eigentlich vor Allerheiligen mit Gedenktagfloristik abläuft, ist von Weihnachten beflügelt und belebt.
Deshalb, egal was wir gerade machen…
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1. Weihnachten ist jetzt

„Wir haben unsere Heimat im Himmel.“

Egal wo wir gerade leben, wir kommen vom Himmel. In unserem Pass steht bei Staatsangehörigkeit: Himmelsbürger. Wir stehen voll und ganz in dieser Welt, haben jedoch eine andere Identität. Glaubende leben in zwei Welten. Heimat ist das Zuhause, wo unsere Wurzeln liegen. Heimat ist die Welt Gottes, die uns Christus erschlossen hat. Christ sein ist in Christus Zuhause. Heimat ist das A und das O, diese Welt ohne Anfang und Ende. Wir sind da zuhause, wo das Leben nicht mehr unter dem Todesurteil steht, sondern wo die Auferstehung normal ist. Wir stammen aus dem Hause: „Und alles war sehr gut!“ Diese Heimat ist das größte Geheimnis, das es auf der Erde gibt. Von Menschen nie erreichbar, sondern nur durch Christus erfahrbar. Wo wir jetzt im Tagesgeschäft dieser Welt leben, prägt diese verborgene, geheimnisvolle andere Welt das Dasein. Heimatgepräge ist wie eine Erbanlage, die alle Handlungen steuert. Ein Schwabe bleibt auch in Australien ein Schwabe. Wir sind keine Flüchtlinge, die sich mehr und mehr in die Staatsform dieser Welt integrieren und angleichen, sondern wir sind Gäste auf Durchgangsstation. Gäste sind keine Revolutionäre oder Ignoranten. Auch mit himmlischer Staatsbürgerschaft sind wir keine Abgehobenen oder etwas Besseres, sondern bejahen die irdischen Ordnungen. Leben geschieht mitten in der Welt, mit dieser heimatlichen Veranlagung.
Die himmlische Heimat steht nicht in Konkurrenz zu der irdischen Heimat. Es gibt kein besser oder schlechter, oder heilig und unheilig. Auch die irdische Heimat ist Gottes Schöpfung. Sie landet nicht irgendwann als 2. Wahl auf dem Müll. Wenn die neue Welt vollkommen anbrechen wird, wird die Alte nicht entsorgt. Es geht um ein Durchdringen. Irdisches Dasein soll von der himmlischen Wirklichkeit durchdrungen sein.
Wer seine Heimat im Himmel hat, kann sich nicht von dieser Welt abwenden. Es wäre geistlich arrogant, der Schöpfung verachtend und desinteressiert zu begegnen. Sich aus der Welt zurückzuziehen und sich einzig in heilige Räume zu verschanzen, ignoriert seine Schöpfungsverantwortung. Hier sieht die christliche Kirche ihren Auftrag in dieser Welt, in Politik und Gesellschaft. Wer seine Heimat im Himmel hat, wird säkularen und natürlichen Denken immer unbequem sein, weil in ihm etwas lebt, das keiner sehen kann.
Doch für den, für den Weihnachten schon jetzt ist, ist das tägliche Leben eine Dauerinspiration.
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2. Das erfüllt das Heute

„Von dort erwarten wir Jesus Christus, unseren Retter.“ 

Christen sind im Heute immer mit dem Blick auf die Zukunft unterwegs. Sie leben weder jetzt in der Herrlichkeit, noch vertrösten sie sich mit ihr. Es ist nicht jetzt die Zeit der Welt und danach kommt die Zeit des Himmels. Paulus attackiert hier alle schwärmerischen Elemente in der christlichen Gemeinde. Glaubende sonnen sich nicht im Heil und warten gemütlich auf bessere Zeiten. Auf eine Zukunft hin unterwegs sein, ist höchste Aktivität im Jetzt. Wir erwarten den Christus für eine erlösungsbedürftige Welt. Diese Zukunft wird von den Erlösten in das irdische Dasein hinein gelebt. Nach wir vor sind wir die vom Leben gezeichneten, die Kreuzwege zu gehen haben, und doch durch Christus in der Auferstehungsgesinnung leben. In dem wir Christus erwarten, verwandelt sich im Irdischen etwas zu dem Ewigen. Da verwandeln sich unsere Leidenswege und durch uns die Not der Welt.
Ohne diese Erwartung der Glaubenden würde die Welt nie den Christus erleben. Der Glaubende verabscheut die Welt nicht, sondern infiziert sie leidenschaftlich, durch sein unterwegs sein in die Zukunft. In solch einer Erwartung kann man seine Ziele nicht hoch genug. Wer in der Christus-Erwartung lebt, wird regelrecht in die Welt hineingezogen. Glaubende freuen sich an der Welt, weil durch sie das Gotteswunder in der Welt geboren wird. Wir müssen hier unsere Verantwortung erkennen und wahrnehmen. Durch unsere Christus-Erwartung kann diese Welt überhaupt hoffen. Dadurch fließt der Saft durch die Adern der Menschheit.
Zu der Zeit als wir noch keine solche ausgefeilte Weihnachtsplanung vorgelegt hatten, ist man mehr oder weniger von einem Tag in den anderen gedümpelt. Mit dieser Sichtweise glitzern uns allen jetzt schon die Augen, obwohl noch nicht Weihnachten ist. Alles Arbeiten ist durchdrungen von dem, auf das wir zugehen. Das Engagement wird intensiver, die Ideen sprudeln, das Dekorieren wird brennender. Alles ist heiß, alles bekommt mehr Qualität und mehr Tiefe. Wer selbstzufrieden und selbstgläubig stehenbleibt, als würde ihn nichts berühren, was kommt, betrügt sich selbst und andere um ein großartiges Geheimnis, das ihm zugedacht ist.
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3. Versetzt in das Morgen

„Unser hinfälliger, sterblicher Leib wird verwandelt und seinem auferstandenen, unvergänglichen Leib gleich werden. Denn Christus hat die Macht, alles seiner Herrschaft zu unterwerfen.“
Was morgen sein wird, ist unser Heute. Die Realität des Glaubenden lebt nicht aus dem Bewusstsein der vergänglichen Welt. Glaube lebt aus dem Zukünftigen. Da gilt jetzt schon, was uns für morgen gedacht ist. Wer aus dieser Zukunft lebt, holt Gottes Realität ins Jetzt. Seit Christus sind die Erwartenden schon die Erfüllten. Christus beginnt bereits jetzt schon die Gesetzmäßigkeiten dieser Welt zu durchbrechen. Auferstehung geschah mitten in der hinfälligen, sterblichen Welt. Die Gesetze dieser anderen Welt greifen schon. Der Umwandlungsprozess an uns ist schon in vollem Gange. Für Menschen der Zukunft verändert sich jetzt schon das heute. An unseren alltäglichen Aufgaben verwirklicht sich dadurch viel mehr Christus, als wir überhaupt erahnen können.
Für Zukunftsmenschen wird alles Tun zum Gottesdienst. Unser Leben ist ein heiliger Dienst an der Welt. Solch ein Leben wird krisensicher. Wer aus dem Morgen lebt, braucht nicht resignieren, wenn er seinen Dienst in einer vergehenden und sterblichen Welt tut. Wir brauchen uns nicht irre machen lassen, wenn Aufgaben von Misserfolg begleitet werden. Unser Denken und Planen, unser Tun und Lassen in immer vom dem Kommenden bestimmt. Wir können darüber nie passiv bleiben. Wir können es uns nicht leisten einfallslos und faul zu sein. Mit dem Morgen vor Augen werden wir uns nie mit Krieg und Hunger, mit Gewaltherrschaft und Diskriminierung oder irgendeiner Verachtung von Mensch und Welt abfinden können.
Bei aller Realität der Welt, sind wir in eine andere Verfassung gesetzt. Wir gehen mit diesen Realitäten anders um. Wir sehen bei allem, wie das Sterbliche vom Leben verschlungen wird. Wir sehen jetzt schon den auf den Kopf gestellten Weinkelch mit seinen bunten Kugeln und werden es erleben, wie er in Wirklichkeit vor uns stehen wird. Weil das Fest in uns lebt, wird das Leben jetzt schon zu einem Fest.
Um was betrügen wir diese Welt, wenn wir in den Alltäglichkeiten stecken bleiben und von uns nicht dieser Glanz ausgeht?

Wir sind Inspiration für andere

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Glaubensmenschen haben ein besonderes Qualitätsmerkmal.

„Ihr sollt heilig sein, den ich bin heilig, der Herr euer Gott.“
3. Mose 19, 2

Gott ist heilig. Das ist die Eigenschaft des vollendet Guten. Da ist alles in Ordnung, da wird alles in Ordnung. Das ist Schöpfung satt, das ist grenzenloses, unaufhörliches Leben. Das ist Zuwendung und Hingabe in seiner reinsten Form. Heilig ist Gottes Erfolg, dass Leben einen ewigen, unauslöschlichen Stempel trägt. Dasein ist in die ständige Erneuerung und in das schöpferische Erbarmen eingehüllt. Heilig ist Christus, der Menschen in dieses Heil machen und Heil werden hinein nimmt.

So sind wir heilig, weil Christus in uns Heil wirkt, damit dieses Heil durch uns wirkt. Wir sind dadurch heilig, welchen Erfolg Gott in unserem Leben hat. Uns als Heilige zu betrachten ist mit Sicherheit gewöhnungsbedürftig. Wir kommen uns oft genug nicht unbedingt als heilig vor. Doch wenn wir heilig sind, sind wir nicht besser als andere, sondern erfolgreich in Christus. Dieses heilig sein ist ein Daseinszustand, so wie gestern das Priester sein. Unser Dasein ist z.B. von den Werken der Barmherzigkeit geprägt, wie bei Mutter Theresa. Es ist der aus dem angereichert sein in Christus, Liebesdienst am Nächsten. Es geschieht dort, wo wir die Achtung der Erwachsenen und die Liebe der kleinen Kinder erringen. Heilig sind wir dort, wo wir gut leben, oft lachen, und viel lieben. Dort, wo wir eine Lücke gefunden haben, die wir mit Leben füllen und unsere Aufgaben erfüllen; entweder durch schöne Blumen, die wir verschenken, ein vollendetes Gedicht, mit dem wir  jemand Freude machen, oder durch eine Seele, die wir retten. Wir sind dort heilig, wo es nie an Dankbarkeit fehlt und wo wir die Schönheit unserer Erde zu schätzen wissen und immer Wege finden, dies auszudrücken. Es ist auch dort, wo wir im anderen das Beste sehen und selbst immer unser Bestes geben. Heilig sind wir, wo unser Leben eine Inspiration und ein Segen für andere ist.

Wo sind die Menschen, die mit ganzem Eifer diesen Mantel der Heiligkeit anziehen?