Fremdgehen in einer anderen Welt

frisch Verliebte leben wie in einem Ausnahmezustand.
„Die dein Heil lieben, lass allewege sagen: Der Herr sei hoch gelobt!“

Ps. 40, 17
Liebe verändert zwei Menschen, den, der geliebt wird und den der liebt. Bei der Liebe könnte man sagen, da geht es nicht mit rechten Dingen zu. Liebe durchbricht das rationale Denken und steigt bei sachlichen Fakten einfach über den Gartenzaun. Daher hängt für frisch Verliebte der Himmel voller Geigen, wo andere nicht mal einen Ton wahrnehmen. 
Wo jemand das Heil liebt, steigert sich die „Verrücktheit“ der Liebe. Da ist ihm Christus zum Lebenspartner geworden. Da geht das Wort aus und ein, da zergeht die Hostie auf der Zunge. Der Leib Christi verkörperlicht sich im Liebhaber. Das Heil lieben, ist das fremdgehen in einer anderen Welt. Es ist das Umarmen von allem, was Gott ausmacht. Das Heil lieben, ist in die völlige Hingabe zu verfallen. Es ist die Ganzhingabe an seinen Schöpfer. Gott erhält dabei die Freiheit, sich voll und ganz in einem Menschen auszutoben und sich zu verewigen. Das geschieht auch, als Jesus den Zachäus vom Baum herunterrief, und bei ihm einkehrte. Wo ein Mensch das Heil liebt, hat lange vorher Gott die Sehnsucht geweckt. Dieses Verlangen trieb Zachäus überhaupt auf den Baum. 
Wo Christus eingeht, geht er durch und durch. Da verwandelt sich das Wort, die Eucharistie in Lob. Da wird das Leben zur Anbetung. Da sind alle Handlungen eine Verherrlichung Gottes. Da jubelt die ganze Schöpfung. Da schwingen nicht nur die Lippen ein paar große Worte, da ist jeder Handgriff von Liebe infiziert. Wo das Heil geliebt wird, kann ein Mensch nicht mehr lau, träge oder schlampig seine Arbeit verrichten. Da erhalten die Beziehungen zu Menschen ein neue Qualität. Wer das Heil liebt, wird selbst zum Heil für die Welt.
Spüren wir da nicht den Drang, uns ganz neu in das Heil zu verlieben?

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