Glaube ist wie Sterntaler 

dass ein Leben zum Wunder wird, liegt nicht in unserer Hand.
„Ich will auch fernerhin mit diesem Volke wunderbar verfahren, wunderbar und wundersam, und die Weisheit seiner Weisen wird zunichte werden.“

Jes. 29, 14
Wunder geschehen dort, wo es nach unserem Verstehen nicht mit rechten Dingen zugeht. Wie kann ein Volk, wie Israel, nach so viel Krieg, Zerstörung, Vertreibung und Auseinandersetzung immer wieder auf die Beine kommen? Wo Menschen so viel Leid erfahren, sind sie in der Regel so draumatisiert, dass ihnen das ein Leben lang nachschleicht und sie psychische Schäden davontragen. Wie können Menschen nach den Bombennächten von Dresden im zweiten Weltkrieg, wieder eine solch kulturträchtige Stadt aufbauen? 
Wenn Gott will, bleibt kein Mensch in der Asche liegen. Gott will zukünftig wunderbar verfahren, das ist eine Hammer-Aussage. Über dem Scherbenhaufen von Menschen sollen sich Wunder ereignen. Das was eigentlich gewaltsam zu Tode gebracht wurde, soll zu blühen beginnen. Über allem Chaos steht ein „dennoch“. Wo die Lebensweisheit und die Lebensgeister am Ende sind und keine Chance mehr sehen, lacht sich Gott ins Fäustchen und sagt: „jetzt erst recht!“  
Der Glaube fasst dieses Wunder. Das ist weit mehr als eine psychologische Hoffnungsspritze. Das Wunder ist Gottes Lebensart. Im Leben liegt ein stilles Geheimnis, das der Glaube zum Blühen bringt. Der Glaube erkennt das Wunder des neuen Morgens, mitten in der dunkelsten Nacht. Wo Gott wunderbar in die Geschicke eingreift, wird die Schutthalde zum nährstoffreichen Humus. Da sind gerade die widrigen Umstände, der Dünger für Gottes extravagante Kapriolen. Gegen das Wunder ist kein Kraut gewachsen. Das Wunder hat die Durchsetzungskraft eines Sonnenblumenkernes, der die Asphaltdecke sprengt. Der Glaube ist wie Sterntaler, die ihren Schurz aufhält und damit die wundersamen Sterne einfängt.
Sind unsere beschwerlichen Tage Krisen oder Wunder geprägt? 

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Ein herzhaftes Zupacken

zum Glück gibt´s starke Arme.

„Ich bin der Herr, dein Gott, der deine rechte Hand fasst und zu dir spricht: Fürchte dich nicht, ich helfe dir!“
Jes. 41, 13

„Ich bin“ ist die absolute Maxime, die über dieser Welt ausgesprochen werden kann. Der Allherrscher persönlich. Höchste Instanz allen Lebens. Es gibt nichts universaleres, als wenn Gott seine Existenz manifestiert. Da steht etwas entgültiges im Raum. Eine Persönlichkeit, die alles ausfüllt. Wo ich bin ist alles da. Ich bin haut einen fixen Anker in die Welt.

Dieses Sein steht dem Menschsein gegenüber. Dem Menschen, der in den Bedrohungen Angst hat, der sich manchen Situationen nicht gewachsen fühlt. Menschen, die unter der Erfahrung stehen: Meine Hände haben nicht alles im Griff. Es gibt da Kräfte und Ereignisse, die stärker sind als ich, die mich in die Knie zwingen.

Gott fasst zu! Er fasst unsere rechte Hand. Das ist genau unsere agierende Hand, unsere schaffende Hand, die Hand, mit der wir unser Leben gestalten wollen und doch an Grenzen stoßen. Gott wird im Zugreifen, im fassen zum Agierenden. Diese universale Macht wird zur Aktivität unseres Armes. Jesus Christus ist dieses Zupacken. Damit richtet Gott in Angst auf, gibt den Mut, wenn unser Mut uns verlassen hat.

Gott hämmert uns regelrecht seine Erlösung ein: Fürchte dich nicht, ich helfe dir! Wir müssen kapieren, unser Durchkommen liegt nicht an uns. Gott will uns von unserem krampfhaften, „sich selber helfen wollen“ abbringen und seine Kräfte zuschießen.

Wollen wir uns weiterhin in den Krisen selber durchwursteln und uns von diesem kraftvollen Zuspruch nicht einfach fassen lassen?