Die Blinde Kuh

24.06.18 – Petr. 1, 8-12 

Spielen wir doch mal die Blinde Kuh! Ein Suchspiel für Kinder, das bereits im Mittelalter ein Gesellschaftsspiel für Erwachsene war und einige Maler zu historischen Werken bewegte. Ein Spieler bekam die Augen verbunden und hatte sich durch den Raum hindurchzutasten, um Mitspieler zu erwischen. Wer von ihm berührt wurde, musste stehen bleiben. Durch das Erspüren des Gesichtes, musste der Mitspieler erkannt werden, um dann als Nächster die Blinde Kuh zu sein.

Nicht sehen und doch den anderen erkennen, ist nicht nur ein interessantes Spiel, sondern offenbart das Geheimnis des Glaubens.

  • Berührt werden

Gott ließ sie wissen, dass diese Offenbarungen nicht den Propheten galten, sondern euch selbst. Nun sind sie euch verkündet worden, und zwar von denen, die euch die rettende Botschaft gebracht haben. Gott hat sie dazu durch den Heiligen Geist bevollmächtigt, den er vom Himmel zu ihnen sandte. Diese Botschaft ist so einzigartig, dass selbst die Engel gern mehr davon erfahren würden.

Wo Gott offenbart, gibt es Geheimnisse, die kein Mensch kapiert. Für Gottes Sache ist die menschliche Intelligenz blind. Wo es um das Reiches Gottes geht, spielt der Mensch Blinde Kuh. Da sind die Augen verbunden; da gibt es nichts zu sehen, nichts zu verstehen und nichts zu begreifen. Mit allem Wissen, mit allen Wissenschaften kann man Gott nicht näherkommen.  Gott ist mit keinem Studiengang zu erforschen. Hinter das Geheimnis Gott kommt kein Mensch. Die Absicht Gottes lässt sich von keinem Computer entschlüsseln. Wer meint, Gott zu verstehen, hat von ihm noch nicht das Geringste verstanden.

Die erste Voraussetzung für eine Gottesbegegnung ist, sich selbst als blind und tastend zu erkennen. Da wo alle Meinungen über Gott wegfallen, geschieht Offenbarung. Wo der Mensch nichts weiß, lässt Gott wissen. Alles Weisheit von Gott ist nicht lernen, sondern Inspiration durch ihn selbst. Der Geist ist der Wächter über Gottes Geheimnisse. Da berührt nicht der Blinde den Schöpfer, sondern wird von ihm berührt.

Wo der Geist berührt, sehen Propheten Dinge, die die Sehenden nicht sehen können. Im Offenbaren geht Gottes Schatztruhe auf. Gott lässt sich ins Innerste seiner umfassenden Heilsgedanken blicken. Wo Gott offenbart, schauen wir in das Herz, das bis zur Selbstaufgabe liebt. Unter dieser Offenbarung redet ein Mensch, als würde er von einem anderen Stern kommen. Das ist so außergewöhnlich, so unfassbar, dass selbst die Engel danach Schlange stehen. Wo Gott sein Heiligstes offenbart, zittert die irdische und himmlische Welt. Da knistert Herrlichkeit auf verbrannter Erde. Da werden Netze prallvoll, und Tausende von ein paar Broten und Fischen satt. Da werden Tote lebendig. Im offenbar werden, platzt die Erde aus allen Nähten. Das Wissen um Gott ist immer das berührt werden durch den Geist. Vollmacht ist das berührt worden sein durch das Wort, das Menschen zum Überlaufen bringt.

Gott berührt die nicht Sehenden.

  • Tasten durch die Blindheit

In ihnen wirkte bereits der Geist von Christus. Er zeigte ihnen, dass Christus leiden müsste und danach Ruhm und Herrlichkeit empfangen würde.

Wo der Geist wirkt, kommt hilfloses Tasten, mit geführt sein zusammen. Da ist einer blind und sieht trotzdem. Er sieht Leiden mit Herrlichkeit zusammen. Es ist herrlich, sich in einem elenden Zustand zu befinden und doch geführt zu sein. Die Erfahrung von Schmerz, von Hilflosigkeit, von ausgeliefert sein, führt unmittelbar zu Gott. Das Tasten durch die Blindheit gehört wie Essen und Trinken zum Leben.

Christus musste sich durch die Dunkelheit der Welt leiden, um zum Licht der Welt zu werden. Ohne das Leiden Christi kann keinem Menschen Herrlichkeit offenbart werden. Nur unter dem Zerbruch dessen was uns vor Augen steht, können wir das sehen, was in Gott ist. Herrlichkeit ist so umfassend, so klar, so leuchtend und alles durchdringend, dass alles was nicht nach Herrlichkeit aussieht wegbrechen muss. Die Blinden, die sich durch diese Welt tasten, müssen auf den Kuhstall stoßen, wo Herrlichkeit das Licht der Welt erblickt. In der Krippe fallen zwei Welten aufeinander. Da beginnt der Leidensweg für die Herrlichkeit. Am Tag der Geburt Christi fängt bereits der Kreuzweg an. Das Licht der Welt musste seinen Weg über Golgatha gehen. Das Licht in sich, konfrontiert die Finsternis. In Christus selbst, liegt sein Kreuzweg begründet. Wer aus Herrlichkeit ist und auf Herrlichkeit zugeht, muss die Finsternis zerlegen. Das Kreuz ist für den Glauben unabwendbar.

Dort wo ein Mensch zur Gottesgegenwart in dieser Welt aufbricht, wird der Weg härter und schwerer. Alles in unserem Leben, ist ein umgestaltet werden auf die Herrlichkeit zu. Da reibt sich das Göttliche am Menschlichen. Das geht nicht mit erbaulichen Gesprächen bei festlichem Essen. Um den Leidensweg kommt der Nichtsehende nicht herum. Herrlichkeit will reifen. Herrlichkeit reift in den Konflikten unserer Tage. Sie wächst unter den Schmerzen unserer Krankheit. Sie offenbart sich im Untergang der Welt.

Daher brauchen die Tastenden …

  • Glauben im Wahnsinn

Ihr habt ihn nie gesehen und liebt ihn doch. Ihr glaubt an ihn, obwohl ihr ihn auch jetzt nicht sehen könnt, und eure Freude ist herrlich, ja, grenzenlos, denn ihr wisst, dass ihr das Ziel eures Glaubens erreichen werdet: die Rettung für alle Ewigkeit. 

Glaube ist paradox. Er ist ein Leben im Widerspruch zu sich selbst. Wir lieben Menschen, die wir sehen, wir glauben ihnen, weil wir sie kennen und gehen dabei trotzdem heillos baden. Das geschieht nicht unbedingt, weil wir zu blind oder blauäugig waren, sondern weil wir ihnen trauten. Wenn wir jedoch jemand lieben, den wir noch nie gesehen haben, und ihm glauben und vertrauen, obwohl wir ihn nicht sehen können, sind wir entweder Gaukler oder Selbstmörder. Keine Bank der Welt würde auf der Basis auch nur einen Cent herausrücken.

Glaube baut auf eine Sicherheit, die unsere Grundrechenarten völlig verlässt. In der Liebe zu Christus, kann ein Mensch etwas sehen, was nicht sichtbar ist. Da findet eine Einspeisung der Herrlichkeit statt. „eure Freude ist herrlich, ja grenzenlos“. Herrlich ist der Griff nach Herrlichkeit. Im Glauben an Christus findet der Übergriff in das darüber hinaus statt. Da sind Dinge real, die wir nirgends sehen können. Diese Liebe lebt in ihrer Enttäuschung, in einem enttäuschungssicheren Raum. Sie lebt im ständigen Gegensatz, zu dem was sie sieht. Da ist im Katastrophalen etwas herrlich.

Diese Liebe kann den Menschen mit den Augen betrachten, wie er sein könnte. Da zählt nicht das was jetzt ist und uns vielleicht schrecklich zu schaffen macht, sondern da ist der Umgang von dem geprägt, was Gott in mich und den andern hineingelegt hat, das noch werden soll. Das ist das wahnsinnige des Glaubens, dass er Dinge sieht, die es noch nicht gibt, die ihn jedoch bei allem Tun antreiben. Das ist eine Freude, die nicht das Übel ignoriert und schmerzliche Wege meidet, sondern im Kreuz den Zugang zur Herrlichkeit entdeckt. Ziel des Glaubens ist, dass das wird, was nicht ist.

Im Ja zum Leiden, liegt unsere größte Entwicklung auf Herrlichkeit zu. Es wäre Wahnsinn, Herrlichkeit mit Harmonie zu verwechseln. Wer die Krise meidet, ist nicht bereit, dass die Herrlichkeit an ihm offenbar werden soll. Wer das Leiden verdammt, trennt sich von seiner eigenen Entwicklung, zu dem, was er sein könnte. Deswegen sind wir Sehende auch dort wo wir tasten und leiden. Wir sind Liebende, weil wir in allem das sehen können, was das Leiden für ein großes Ziel hat. Wir glauben als die Wahnsinnigen, weil wir im Schmerz das Herrliche erkennen.

Daher ist die Blinde Kuh ein aufregendes Spiel.

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Wie ein Meisterwerk entsteht

Wir sind dazu geschaffen, herrliche Spuren in dieser Welt zu hinterlassen.

„Um deines Namens willen verwirf uns nicht! Lass den Thron deiner Herrlichkeit nicht verspottet werden!“
Jer. 14, 21

Jeremia formuliert aus der Widersprüchlichkeit des Menschen ein Gebet. Er ringt bei Gott um Gnade, weil sein Volk so anders will als er will. Er drängt Gott zum Aushalten an seinen Erwählten, gerade dort, wo sie aus ihrer Bestimmung ausbrechen und ihn dadurch zum Gespött machen. Der Prophet trauert vor und mit Gott, dass oft so wenig von dem Meisterwerk, das Gott mit jedem Menschen vor hat, sichtbar wird. Der Mensch ist für die Herrlichkeit geschaffen und soll durch das Leben, das ihn bearbeitet zu einem genialen Kunstwerk vor Gott werden. Wenn wir das Ergebnis davon betrachten, bleiben die meisten Menschen weit unter dem Niveau, das sie eigentlich sein könnten und das Gott mit ihnen gedacht hat. Sie verspielen das Profil, ein Mensch der Herrlichkeit Gottes zu werden. In ihnen stecken Potenziale der ganzen Fülle Gottes, die brach liegen und nicht ausgeschöpft werden. Als Michelangelo vor über 500 Jahre seinen David erschaffen hat, der als einer der schönsten Figuren in der Kunstgeschichte eingegangen ist, sind vor ihm schon die namhaftesten Bildhauer seiner Zeit an diesem circa 10 hohen Marmorblock gescheitert. Große Meister standen vor dem Felsen und sagten: es ist unmöglich daraus ein Kunstwerk zu schaffen. Der Stein habe solch einen Faserverlauf, dass er bei der Bearbeitung auseinanderklaffen würde. Michelangelo betrachtete in aller Ruhe diesen Stein und sagte seinen berühmten Satz: „Ich sehe den David, jetzt muss ich nur noch das wegschlagen, was nicht nach David aussieht!“ Dann entstand ein Meisterwerk. Dieses Meisterwerk hat Gott mit uns vor Augen. Er will nur noch das wegschlagen, was nicht nach Herrlichkeit aussieht. Die Schule des Lebens, sind die schmerzhaften Bearbeitungsschritte auf Herrlichkeit zu. Sich zur Ehre, hat Gott ein grandioses Bild von uns, vor seinem inneren Auge. Das Problem jedoch ist, der Mensch schreit unter den Schlägen. Er klagt den Bildhauer an, der sein großes Werk schaffen will. Er sperrt sich gegen das, was für die Vollendung weg muss. Er wehrt sich gegen das Formen und Gestalten. Er will der sperrige, unschöne, grobe Felsen bleiben, der er ist.

Wir sollten uns dieser Tragik bewusst sein, dass wir zu Glanzlichtern in dieser Welt geschaffen sind und oft nur die Rußspuren einer schummrig brennenden Fackel hinterlassen. Wir drücken uns oft um die eigentliche Wahrheit unseres Lebens. Wir stöhnen unter Lasten und meinen, das Leben setzt uns übel zu. Wir kommen nicht auf den Gedanken, dass ausgerechnet die Spannungen in unserem Miteinander, uns ausreifen lassen wollen. Der Schmerz ist ein heiliger Engel, unter dem Menschen ungleich größer geworden sind, als durch alle Freuden dieser Welt, heißt ein altes Wort. Das Kleingedruckte, das Ungemütliche in unserem Leben dient zur Herrlichkeit. Wenn das Beste aus uns werden soll, müssen zuerst die fetten Brocken weg, bis dann am Ende die Feinarbeit beginnt. Paulus weiß um diese Spannung: Wir beten allezeit für euch, dass unser Gott euch eurer Berufung würdig mache.

Sind wir bereit für das Meisterwerk unseres Lebens, oder entziehen wir uns den Schlägen, die das Kunstwerk erschaffen wollen?

Auslegungen für jeden Tag
http://www.ebk-blumenmönche.de
https://brtheophilos.wordpress.com/category/predigt/tageslosungen/

So herrlich klein sein

Gottes Erwählen ist keine Frage von Ansehen und menschlicher Größe.

„Nicht hat euch der Herr angenommen und euch erwählt, weil ihr größer wäret als alle Völker – denn du bist das kleinste unter allen Völkern -, sondern weil er euch geliebt hat.“

5.Mose 7, 7-8
Gott sucht nicht die Platzhirsche, die Top Ten der Besten, Reichsten und Schönsten. Bei der Vorstellung, von dem was groß ist, gehen die Maßstäbe zwischen Gott und Mensch total auseinander. Für Gott ist das Größte Herrlichkeit. Die Gottesgegenwart, die Raum und Zeit mit Licht und Liebe füllt. Groß ist, wo Gott sich in seiner Schöpfermacht entfalten kann. Wo die ganze Dynamik des Lebens zu spielen beginnt und in einem Menschen Gestalt gewinnt. Groß ist wo Gott ist. Um diese Größe zu entfalten, braucht er ein Menschenmaterial, in das er sich hineininvestieren kann. Die besten Voraussetzungen sind dabei die Geringen, die Kleinen, die Leeren, die ihm nichts vorzuweisen haben. Er nimmt die Gescheiterten, die Zerbrochenen und die Bedeutungslosen. Er bedient sich dafür des Plebs von der Straße. In der Ohnmacht kann er sich als mächtig erweisen. Die Gernegroßen, Privilegierten und Selbermacher sind ihm bei diesem Projekt eher hinderlich. Bei menschlichen Größen ist oft das Gefäß zu voll, um noch mehr eingießen zu können. Gottes Größe beginnt nicht auf der Geburtsstation eines Könighauses. Sie beginnt in Stall und Krippe. Jesu Tod war kein Staatsbegräbnis, sondern die verachteste Hinrichtungsmetode. Gott liebt das Geringe, weil da für ihn der größte Gestaltungsraum ist. Er liebt das was nichts hat, damit er es füllen kann. Für sein Projekt braucht er keine menschliche Vorleistung. Er adelt die Sünder und offenbart, was er damit machen kann.
Das nimmt denen, die noch nicht auf der Titelseite der Bildzeitung abgedruckt waren den Stress. Gott erwählt und liebt, nicht weil wir etwas können oder leisten, sondern einfach weil wir sind. Er nimmt nicht die Perfekten, sondern die für ihn Offenen. Er wählt die unfähig Bereiten, um mit ihnen Großes zu vollbringen. Vor Gott können wir nie das Geringe verachten, weil darin das größte Potenzial liegt. Angesichts der Größe Gottes gibt es keinen menschlichen Ausschuss. Gott lehrt uns viel größer von dem Kleinen und Unwerten zu denken. Es ist nichts so gering, dass nicht daraus Herrlichkeit entstehen würde. Daher keine Angst vor Schwachheit.
Wo glauben wir noch, wir wären für die Sache Gottes nicht ausreichend qualifiziert?

So herrlich klein sein

Gottes Erwählen ist keine Frage von Ansehen und menschlicher Größe.

„Nicht hat euch der Herr angenommen und euch erwählt, weil ihr größer wäret als alle Völker – denn du bist das kleinste unter allen Völkern -, sondern weil er euch geliebt hat.“

5.Mose 7, 7-8
Gott sucht nicht die Platzhirsche, die Top Ten der Besten, Reichsten und Schönsten. Bei der Vorstellung, von dem was groß ist, gehen die Maßstäbe zwischen Gott und Mensch total auseinander. Für Gott ist das Größte Herrlichkeit. Die Gottesgegenwart, die Raum und Zeit mit Licht und Liebe füllt. Groß ist, wo Gott sich in seiner Schöpfermacht entfalten kann. Wo die ganze Dynamik des Lebens zu spielen beginnt und in einem Menschen Gestalt gewinnt. Groß ist wo Gott ist. Um diese Größe zu entfalten, braucht er ein Menschenmaterial, in das er sich hineininvestieren kann. Die besten Voraussetzungen sind dabei die Geringen, die Kleinen, die Leeren, die ihm nichts vorzuweisen haben. Er nimmt die Gescheiterten, die Zerbrochenen und die Bedeutungslosen. Er bedient sich dafür des Plebs von der Straße. In der Ohnmacht kann er sich als mächtig erweisen. Die Gernegroßen, Privilegierten und Selbermacher sind ihm bei diesem Projekt eher hinderlich. Bei menschlichen Größen ist oft das Gefäß zu voll, um noch mehr eingießen zu können. Gottes Größe beginnt nicht auf der Geburtsstation eines Könighauses. Sie beginnt in Stall und Krippe. Jesu Tod war kein Staatsbegräbnis, sondern die verachteste Hinrichtungsmetode. Gott liebt das Geringe, weil da für ihn der größte Gestaltungsraum ist. Er liebt das was nichts hat, damit er es füllen kann. Für sein Projekt braucht er keine menschliche Vorleistung. Er adelt die Sünder und offenbart, was er damit machen kann.
Das nimmt denen, die noch nicht auf der Titelseite der Bildzeitung abgedruckt waren den Stress. Gott erwählt und liebt, nicht weil wir etwas können oder leisten, sondern einfach weil wir sind. Er nimmt nicht die Perfekten, sondern die für ihn Offenen. Er wählt die unfähig Bereiten, um mit ihnen Großes zu vollbringen. Vor Gott können wir nie das Geringe verachten, weil darin das größte Potenzial liegt. Angesichts der Größe Gottes gibt es keinen menschlichen Ausschuss. Gott lehrt uns viel größer von dem Kleinen und Unwerten zu denken. Es ist nichts so gering, dass nicht daraus Herrlichkeit entstehen würde. Daher keine Angst vor Schwachheit.
Wo glauben wir noch, wir wären für die Sache Gottes nicht ausreichend qualifiziert?

Die Harmonie der Gegensätze

10.12.17, Jes. 63, 15-16, 19b 64,1-3

Fotografie ist malen mit Licht. Es ist die Kunst die Kontraste von Schwarz und Weiß zu einem Kunstwerk zusammenzufügen. Die Gegensätze machen das Bild. Je stärker man die beiden Extreme herausarbeitet und gekonnt miteinander verbindet, umso eindrucksvoller die Geschichte die bleibt.

Einer der ganz großen noch lebenden Fotografen ist der Brasilianer Sebastiao Salgado. Immer wieder hat er die Welt in Licht und Schatten geschrieben und gemalt. Wie kaum ein anderer, hat er ein Portrait von Tragik und Hoffnung der Menschheitsgeschichte geschaffen. In einem riesigen Loch und Abhang hat der Rausch von über 50.000 hart arbeitenden Männern eingefangen, die in einer brasilianischen Goldmine ihr Glück suchten. In den achtziger Jahren gingen seine erschreckenden Bilder um die Welt, wie er in der Sahelzone die Hungersnot von Äthiopien dokumentierte. Zu Herzen gehende Geschichten, die mit Kontrasten gemalt wurden. In seinem Lebenswerk hat er den Himmel und Hölle der Erde in Licht gezeichnet.

Heute geht es um Kontraste, um Gegensätze im Glauben.

  • Das helle Weiß

 du vollbringst so furchterregende Taten, wie wir sie uns nicht vorstellen können. Denn noch nie ist einem so etwas zu Ohren gekommen. Seit die Erde besteht, hat noch niemand von einem Gott wie dir gehört oder einen Gott gesehen, der es mit dir aufnehmen könnte. Nur du kannst den Menschen, die auf dich vertrauen, wirklich helfen. 

Ein Gottesbekenntnis, das alles in den Schatten stellt. Hier wird ein Gottesbild gezeichnet, das an Glanz und Leuchtkraft nichts zu wünschen übriglässt. Gott widerspruchslos alles in allem. Gott in seiner ganzen Heiligkeit und Unantastbarkeit. Ein Lobgesang und eine Anbetung in vollendeter Form, das nach dem großen Halleluja von G. F. Händel klingt. Das ist das Material, aus dem Reich Gottes gestrickt ist. Hier schwärmt ein Mensch über eine Erhabenheit, die über seinem Leben steht. Er erkennt die großen Zusammenhänge, in die das Dasein eingebettet ist.

In der Tiefe ist es das makellose Gottesbild, das in jedem Menschen schlummert. Das ist die heile Welt, nach der sich jeder sehnt. In dieses schöpferische Reich möchte sich der Mensch gerne hineinflüchten, um der trostlosen Welt zu entfliehen. Diese Herrlichkeit Gottes ist jedoch ein unsichtbarer Hoheitsbereich. Da gibt es nichts zu fassen und nichts zu begreifen. Das natürliche Denken kommt hier nicht mehr mit. Wo Herrlichkeit ist, kann man nichts mehr sehen, sondern nur noch glauben. Das helle Weiß ist für das menschliche Auge nicht wahrnehmbar. Das reine Licht ist für Menschen unerträglich. Gott schützte z.B. Mose vor einer Überdosis Herrlichkeit, als er sich in eine Felsspalte zurückziehen sollte, damit Gott mit seiner ganzen Güte an ihm vorüberziehen konnte.

Herrlichkeit, unsichtbares, reines Weiß.

  • Das dunkle Schwarz

Warum setzt du dich nicht mehr mit ganzer Kraft für uns ein? Wo sind deine großen Taten? Warum hältst du dich zurück? Schlägt dein Herz nicht mehr für uns? Ist deine Liebe erloschen? 

Wenn das Leben zuschlägt, ist ganz schnell Schluss mit lustig. Wo der Mensch nur noch das sieht, was er vor Augen hat, fängt ganz schnell der Katzenjammer an. Nur sehen, beschränkt. Sehen ohne Glauben macht krank. Vor lauter Elend, sieht man keinen Gott mehr. Großes Jammern, wenn mehr schwarz als weiß da ist.

Warum mutet Gott meinem Vater einen lebensbedrohlichen Herzinfarkt zu? Warum müssen wir unseren Enkel schon in jungen Jahren hinaustragen? Warum muss dieser Unfall passieren, wo ich mir doch keine Fahrfehler vorwerfen kann? Ist bei Gott die Liebe ausgegangen? Wo ich hinschaue, nichts mehr von der großen Güte, sondern nur noch Enttäuschung und Bitterkeit. Gebete sind Klagelieder und Vorwurfsgesänge geworden. In dieser inneren Zerrissenheit leidet der Glaube an seiner Vorläufigkeit. Der Verstand zerbricht, weil er etwas fassen will, was er nicht fassen kann.

Martin Buber sagt: „Die Gottesfinsternis ist der Zustand, in dem die Gotteswirklichkeit durch anderes verdeckt ist.“

Gottesfinsternis beschreibt das Sündersein. Es ist das Kreuz der Menschheit. Finster wurde es nicht, weil Gott sich zurückgezogen hätte, sondern der Mensch. Der Mensch ist der Anfang der Nacht. Somit gehört Anfechtung zum Tagesgeschäft des Glaubens. Die Welt ist für den Menschen fassbare, sichtbare und greifbare Materie. Wäre Gott ein Teil der begreifbaren und fassbaren Welt, hörte er auf Gott zu sein.

Das ist die Anfechtungssituation die niemand überspringen kann. Das Kommen Gottes im Advent, ist ein Glauben, aber noch nicht Schauen. Im Glauben entsteht das eindrückliche Lichtgemälde mitten im Schwarz.

  • Die Kunst der Kontraste

Du, HERR, du bist unser Vater. »Unser Erlöser« – so hast du von jeher geheißen. Ach, Herr, reiß doch den Himmel auf und komm zu uns herab!

Die besten Bilder in der Fotografie entstehen, wenn der ganze Dynamikumfang von schwarz und weiß voll ausgeschöpft werden. Wenn eines von beiden überwiegt, wird das Foto milchig, graustichig oder zu hart und ohne charmante Zwischentöne. Die gekonnte Mischung schafft den Wert. Der Glaube ist die gekonnte Mischung zwischen Herrlichkeit und Anfechtung, zwischen Gotteserkenntnis und Sündenerkenntnis, zwischen Vollkommenheit und Vorläufigkeit. Advent mischt den offenen Himmel mit der aufgerissenen Erde. Da malt Christus mit der Schuld der Welt ein neues Bild. Da zeichnet das Licht seine Geschichten in die Nacht. Wo sich diese beiden Gegenpole verbinden, entsteht ein neues Kunstwerk. Das Heil ist Gottes Kunstwerk, das sich zwischen Krippe und Kreuz entwickelt.

„Er hat sich so mit uns verbündet, dass trotz der Unsichtbarkeit Gottes, trotz der noch bestehenden Anfälligkeit unseres Glaubenslebens, trotz der Unentrinnbarkeit des Sterbenmüssens, unser Kindesrecht bei Gott – „du bist doch unser Vater“ – außer jeder Frage steht.“ sagt Gottfried Voigt.

Weil Christus herabsteigt, ist der Himmel offen. Da sehen nicht die Augen die Herrlichkeit, sondern da erfährt der Glaube den realpräsenten Gott. Wo die Anfechtung und die Brüchigkeit des Menschen zum Himmel schreit, glaubt sich der Glaube gegen Gott zu Gott durch. Ohne diesen Kampf, ohne diese spannungsgeladenen Gegensätze, könnte der Glaube kein Vertrauen zu Gott aufbauen. Echter, wahrhafter Glaube wird erst im Widerstand zum Sehen, zum Glaube.

„Du bist mein Vater, gerade dort wo ich nichts mehr verstehe.“ „Du bist mein Vater, auch wenn die ganze Welt über mir zusammenbricht.“ Der Glaube gibt Gott dort recht, wo Augen und Verstand das Gegenteil behaupten. Im menschlichen Widerspruch und in der größten Anfechtung, geht ihm dabei der Himmel auf. In den größten Kontrasten entsteht das Geheimnis des Glaubens. Er braucht die Nacht, dass darin ein Licht aufgeht. Er braucht das Unglück, das man darin die Übermacht von Herrlichkeit erfährt.

Ein Leben, das nur weiß enthält, wäre ein schwärmerisches Leben, das keine Bodenhaftung hätte. Es wäre nur ein frommer Schein. Das Leben, das nur schwarz enthält, würde hoffnungslos in der Vergänglichkeit untergehen. Es würde in der Lethargie stecken bleiben. In der Harmonie der Gegensätze bewegt sich der Glaube. Da malt das ganze Gott Sein, mit dem ganzen Menschsein, ein wertvolles, unvergleichliches Kunstwerk.

Entsteht da nicht ein Bild, das um die Welt geht und Herzen unvergesslich berührt?

Kosmische Wende

Ein gewaltiger Umbruch kommt, nicht in weiter Ferne, sondern jetzt.
„Des Mondes Schein wird sein wie der Sonne Schein. Und der Sonne Schein wird siebenmal heller sein zu der Zeit, wenn der Herr den Schaden seines Volks verbinden und seine Wunden heilen wird.“

Jes. 30, 26
Der Kosmos spielt verrückt. Welch ein gewaltiges Naturschauspiel, wenn aus Nacht Tag wird und sich die Mittagssonne ums siebenfache steigert. Hier steht ein unvorstellbarer Umbruch bevor. Wo manch ein dahergelaufener Prophet den Weltuntergang prophezeit, sieht hier Jesaja einen schöpferisch neuen Morgen. Eine virusinfizierte Welt, erfährt eine radikale Erneuerung. Mit diesem unglaublichen Bild wird in die gefallene Schöpfung Christus eingepflanzt. Gott greift massiv in den Schaden und die Wunden seines Volkes ein. Das was die Menschen quält, worunter sie unerträglich leiden, findet eine Zeitenwende. Dabei ist die Zukunftsmusik, die in diesem Wort anklingt bereits am Spielen.
Den Schaden des Volkes erleben wir täglich an der eigenen Haut. Der Fluch, der auf der Erde liegt breitet sich flächendeckend mit einem Sterbensprozess in jeder Hinsicht aus. Wir sind vom Jammer unserer Tage infiziert und leiden uns bis zu unserem letzten Tag aus dieser Welt hinaus. Genau diese hoffnungslose Perspektive bekommen wir auch von allen Kanälen, die auf uns einströmen, erschlagend vermittelt. Bald jede Zeitungsseite predigt den Schaden des Volkes. Unser eigenes Umfeld bestätigt nur die Zerrissenheit und die verwundeten Seelen.
Doch genau diese ausweglose Lage wird nicht nur ein bisschen heller, ein bisschen erträglicher, sondern auf unvorstellbare Weise ins Gegenteil verkehrt. Der angekündigte Christus kommt nicht erst in ferner Zukunft einmal, auf die wir uns hintrösten können, sondern er ist da. Die Vision des Jesaja ist bereits Realität. Wo Christus ist, hat der Mond bereits die Kraft der Sonne. Da ist die Nacht heller Tag. Da verwandeln sich die Schreckensmeldungen in eine Hoffnungsbotschaft. Mit Christus findet in der Nacht ein kosmischer Umschwung statt. Da fällt das siebenfache Licht auf die Wunden. Da fällt Herrlichkeit in alles Elend. Da fängt etwas an zu heilen, inmitten des Chaos. Nicht die Nacht wird anders, sondern der Mond, der zur Sonne wird. Mit Christus fängt es an, in uns hell zu werden. In uns findet die kosmische Veränderung statt, die zum Umbruch für die Welt wird. Wir dürfen an die große Zukunftsmusik des Reiches Gottes glauben, jedoch hat sie ihren Anfang heute in uns.
Wollen wir nicht allen dunklen Mediennachrichten zum Trotz, diese helle Welt Realität werden lassen?

Herrlichkeit beginnt in uns

Unser ganzes Leben ist ein Ringen um Reife und um Herrlichkeit.
„So schau nun vom Himmel und sieh herab von deiner heiligen herrlichen Wohnung! Wo ist nun ein Eifer und deine Macht?

Jes. 63, 15
Jesaja ringt um Hilfe. Er weiß um Gott und seine Herrlichkeit und sieht so wenig davon. Er durchlebt die Spannung von Glaube und Verzweiflung. Er weiß genau um die Größe und Macht Gottes, doch erlebt in der Vertreibung und Anfechtung des Volkes Gottes gerade das Gegenteil. Jesus sagt: Ich bin gekommen, ein brennendes Feuer auf der Erde zu entzünden, aber ich muss einen bitteren Weg der Taufe und des Neuwerdens gehen.
Das Leben steht immer in der Zerreißprobe des Göttlichen und Menschlichen. Gottes Eifer ist auch da, wo der Mensch in der Krise und Katastrophe steht. Das Geheimnis des Glaubens will in der Nacht der Welt geboren werden. Gott will das Feuer des Lebens in der Kälte unseres Daseins entzünden. Genau in den Herausforderungen unserer angefochtenen Existenz, will Gott den Umbruch schaffen. Im Widerstand und Schmerz wird das Heilige geboren. Da werden Menschen und keine Situationen umgebrochen. In unseren dunkelsten Stunden will der Christus in uns ein Feuer anmachen. Dort wo die äußeren Einflüsse uns den Atem nehmen und unsere Sicht vernebeln, will in uns eine Erneuerung stattfinden. In uns entsteht etwas von dieser herrlichen, heiligen Wohnung, die in die unheilige Welt hinausdringt.
Der Glaube greift nach dem Eifer und der Macht Gottes. Er ringt danach, dass Gott seine heilige Wohnung nicht um mich herum baut, sondern in mir selbst einrichtet. Der Glaubende ringt, dass dieser Umbau in ihm stattfindet. Er ringt darum, dass in der verzweifelten Situation, in ihm das Feuer entfacht wird. Glaube ringt nach Reife, ringt nach Herrlichkeit, ringt darum, dass er selbst zu einer Behausung Gottes wird. 
Fragen wir nicht: warum ist so wenig sichtbar von Gottes Herrlichkeit, sondern viel mehr, wie wird die Herrlichkeit in und durch mich sichtbar?

Ein übermächtiger Name

Der Name spricht für die Person.
Herr, unser Herrscher, wie herrlich ist dein Name in allen Landen.“

Ps. 8,2
Der Name Gottes ist der besudelste und gedemütigste Namen der ganzen Welt. Nie wurde ein Name so in den Dreck gezogen und gekreuzigt. Und trotz aller Erniedrigung und Anfeindung, wird es genau dieser Name sein, an dem alles steht und fällt. Es wird genau der Name der Geschichte sein, der alle Herrscher überdauert. Nicht die großen, nicht die schrecklichen Namen bedeutender Herrscher, werden über das Geschick der Menschheit entscheiden. Es ist der eine Name, der über allen Namen steht. Nicht die blutbefleckten Namen, barbarischer Tyrannen werden die Geschicke lenken und den Ausgang der Menschheitsgeschichte bestimmen. Auch die jetzigen Herrscher von Nord Korea, der Türkei oder Syrien, die die Welt in Angst und Schrecken versetzen, sind Namenlose angesichts des Gottes Namen.
Der Mensch braucht starke Namen. Der Mensch braucht einen herrlichen Namen. Den erniedrigten Christus-Namen verwendet Gott, um sich mit ihm gegen alle demütigenden Namen durchzusetzten. Christus ist das Manifest eines unzerstörbaren Reiches. Er ist das Gegengewicht, gegen alle Namen, die sich in dieser Welt groß machen wollen. Allein an diesen Namen ist das Heil des Menschen geknüpft. Gegen alles Erlösungsversprechen der Großen, ist Christus tatsächlich der Umbruch der Geschichte. Kein anderer Name wird die Menschheitsgeschichte stärker prägen, als der, der die Herrschaft Gottes aufrichtet. 
Dieser Name muss Erst- und Zweitstimme erhalten. Dieser Name gibt uns Christen den Namen. Dieser Name ist Lebensprogramm, der uns aufrichtet, bei allem, was uns in die Knie zwingt. In diesem Namen überwinden wir den täglichen Schrecken und alles, was über uns mächtig sein will. Es gibt keinen Herrscher, keine Lebensumstände, die so stark sind, dass sie uns alle Lichter auslöschen. Mit diesem herrlichen Namen werden wir in aller Erniedrigung aufgerichtet.
Wenn wir an diesen Namen glauben, stehen wir da nicht längst unter einem alles überwindenden Herrscher?
Seid gesegnet!

Allmacht kann man nur glauben

Es gibt eine Größe, die unser Verstand nie erfassen kann.
„Der Herr, euer Gott, ist der Gott der Götter und der Herr der Herren, der große, starke und furchtbare Gott, der kein Ansehen der Person kennt und keine Bestechung annimmt.“

5. Mose 10,  17
Gott ist nicht zu denken. Welch eine Vorstellung wie auch von Gott haben, er passt in keine unserer Schubladen. Je mehr wir versuchen, ihn zu erfassen, umso stärker wird uns unsere Kleinheit bewusst. Ewig passt nicht in zeitliches Denken. Der Verstand ist nicht das Medium um Gott zu erkennen. Daher sollen wir uns von Gott gar kein Bild machen, weil wir damit immer zu kurz schießen. Wie wollen wir nur das eine begreifen, dass Gott über sieben Milliarden Menschen persönlich kennt und liebt, ohne die, die in der Geschichte davor waren und die noch kommen werden?
Herrschaft Gottes ist mehrere Hutnummern zu groß für uns. Allmacht ist nicht auszudenken. Licht nicht zu ertragen. Schöpfung so grenzenlos, dass wir nur über das Wunder des Lebens staunen können. Bei all unseren Vorstellungen, von dem oft zarten, liebevollen Gott, dem Mutterschoß, dem Vater des Erbarmens, stehen wir leicht in der Gefahr, aus dem Allherrscher einen Kuschelgott zu machen, der durch alle fünf Finger schaut. Doch er ist ein Herr der Herren, vor dem die Gewalten beben und die Berge rauchen. Sein Wort ist ein Hammer, der Felsen zerschmeißt. Wer das Heil für eine ganze Welt schafft, kann kein Leisetreter sein. Vor Ihm erzittert das Unrecht. Er zwingt das Böse in die Knie. Dem Übel gegenüber kennt er keine Gnade. 
Mit Christus wird der unfassbare Gott erkennbar. Durch Christus begegnen wir dem gnädigen Gott. In Christus haben wir Anteil an der Allmacht. Christus macht die göttliche Herrlichkeit menschenverträglich. Durch ihn eröffnet sich uns alles Gewalt im Himmel und auf Erden. Dort wo wir nichts von Gott begreifen können, ihn höchstens erahnen, wird er durch Christus zum Brot und Wein, welches das Leben nährt. Daraus schöpfen wir unsere Kraft. Das gibt uns Mut und Hoffnung, aller Ohnmacht zu trotzen. Damit sind wir stark in aller Schwachheit.
Wenn Christus alle Gewalt gegeben ist, warum sollten wir uns dann von den Mächtigen schrecken lassen?

Finsternis hat ausgegessen

auch wenn es eine Sonnenfinsternis gibt, so wird es nie eine Lichtfinsternis geben.
„Spräche ich: Finsternis möge mich decken und Nacht statt Licht um mich sein, so wäre auch die Finsternis nicht finster bei dir, und die Nacht leuchtete wie der Tag.“

Ps. 139, 11-12
Gott ist Lichtglanz. So wird seine Herrlichkeit umschrieben. Wir kennen Lichtjahre und Lichtgeschwindigkeit und treffen dabei auf eine Größe, die für Menschen kaum fassbar ist. Lichtglanz ist der Raum ohne Zeit. Es ist der Anfang ohne Ende, es ist die Unendlichkeit und somit die Ewigkeit. Wo Gott ist, haben wir es grundsätzlich mit dieser Unendlichkeit zu tun, die diese vergängliche Welt durchdringt. Vergänglichkeit entsteht durch Abwendung von diesem Licht. Die Entfernung aus diesem Lichtraum schafft Finsterniss. Wo Gott nicht ist, gehen die Lichter aus. Unglaube ist Finsternis. Sich selbst zur Leuchte machen wollen, vertreibt aus dem Paradies. Aus der gefallenen Schöpfung kann kein Licht kommen. Der Mensch steht aus sich heraus auf der Seite der Finsternis. 
Licht kommt allein aus dem Lichtglanz. Diesen Lichtglanz bringt Christus in die Finsternis. Seit Christus die Erde berührt hat, gibt es keine absolute Finsternis mehr. Auch wenn die Welt aus allen Wunden blutet und die Finsternis zum Himmel schreit, ist mitten drin ein Licht angegangen, das nicht auszulöschen ist. So haben wir immer beides. Wir leben ständig in der Nacht, in der es Tag wird. Das Licht ist aus dem größten Schlachtfeld nicht mehr wegzudenken. In der verzweifelten Situation, können gar nicht mehr alle Lichter ausgehen. Selbst die kleinste LED-Lampe durchdringt den finstersten Raum. Licht ist von dieser Welt nicht mehr wegzudenken, weil Gott nicht wegzudenken ist. Durch die Gnadensonne, liegt die Finsternis in der Schreckstarre. Wo das Christus-Licht scheint, können selbst in der finstersten Nacht, die Lichter nicht mehr ausgehen.
Warum über die Finsternis klagen, wenn das Licht schon längst da ist?