Freude kommen lassen

Liebenswerter Besuch verwandelt unsere Welt und lässt schlagartig Sorgen verblassen.

„Freue dich und sein fröhlich, du Tochter Zion! Denn siehe, ich komme und will bei dir wohnen, spricht der Herr.“
Sach. 2, 14

Tochter Zion, freue dich – weihnachtliche Klänge im heißen Sommer. Gott kommt zu Besuch. Will nicht nur mal vorbeischauen, sondern da bleiben. Sein ganzes Interesse gilt nicht nur seiner Schöpfung, sondern viel stärker noch uns selbst. Er kommt damit wir etwas zum Freuen haben. Manch ein Besuch ist lästig oder Formsache, da freuen wir uns, wenn er wieder geht. Doch liebenswerter Besuch verzaubert unsere Welt. Wo wir uns durch einen Besuch geehrt fühlen, macht das etwas mit uns. Diese Liebe und Wertschätzung zupfen unweigerlich verstummte Saiten in uns an. Da geht etwas in uns auf, da wird Abgestumpftes wieder lebendig, da zieht die Freude verstaubte Register. Wo wir von unsagbarer Liebe besucht werden, wird unser Herz wachsweich. Bei Frischverliebten hängt der Himmel voller Geigen. Sie leben in einer anderen Welt. Das Leben wird zu einem einzigartigen Gesang, die ganze Luft ist mit Melodien schwanger. All das Schwere, das das Leben erdrückt, verliert seine Last. Liebe ist die beste Medizin, sie beflügelt das Müde und Kranke. Die Liebe führt geradezu in eine heile Welt. Dass der Geliebte hier ist, verwandelt alle meine Sinne. Nur bedauerlich, dass unter uns Menschen so schnell aus den Geigen harte Holzklötzer werden, die wir uns nachwerfen. Dass dort wo die Liebe kalt wird, jeder danach krank wird und sich mit Medikamenten vollstopfen muss. Auch wenn die Liebe unter uns immer wieder in die Brüche geht, ist sie so hartnäckig, dass sie ständig vor unserer Türe steht. Gott kommt und will bei mir wohnen. Er will den Durchbruch schaffen, zu dem, wo wir nicht in der Lage sind. Das freue dich ist zutiefst an die Krippenerfahrung gebunden. Das was wir kennen, wonach wir uns sehnen, was uns ständig zwischen den Fingern zerrinnt, will zu uns kommen. Der Traum von der wahren Liebe ist keine Utopie. Er geschieht nur nicht aus uns, sondern aus Christus heraus.

Wo Christus wohnt, hat die Liebe ihre verwandelnde Kraft. Da dringen wir in das Geheimnis ein, dass Schmerzen nicht mehr lähmen, sondern zum Guten mitwirken. Da ist die Erfrischung, die Geist und Seele jeden Morgen neu lebendig werden lassen. Die Liebe schafft eine permanente Gegenbewegung zu aller Erniedrigung. Diese Liebe macht uns handlungs- und leidensfähig. In dieser Liebe dient alles was wir erleben zu unserm Besten. Darunter werden belastende Herzen wieder froh. Diese Liebe stellt uns unter einen weiten Horizont, das Herzen für die Versöhnung groß macht. Sie will das letzte aus uns herauskitzeln, um all die Gaben, die in uns stecken zu entfalten. Sie kann es nicht mit ansehen, wenn so vieles davon in den Spannungen unserer Tage brach liegt. Gott kribbelt es regelrecht, uns diese Freude zu schenken. Er kommt, um all das Verborgene in uns herauszulocken. Er will kein Leben auf Sparflamme. Er kommt dass wir die Freude in Fülle und Leben in ganzem Genüge haben. In diesem Kommen liegt das ganze Potenzial eines Lebens.

Ist es nicht eine Freude, von dieser Liebe so viel wie möglich kommen zu lassen?

Auslegungen für jeden Tag
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