Ein heißer Hintern hilft

Es ist ein halb Himmelreich, wenn ein Mensch zur Einsicht kommt.

„Sie kehren mir den Rücken zu und nicht das Angesicht. Aber wenn die Not über sie kommt, sprechen sie: Auf und hilf uns!“
Jer. 2, 27

Auch fromme Menschen sind hartnäckig, stur und traditionsverhaftet. Gott hat es schwer, willige und geschmeidige Menschen zu finden, die sich schlicht auf sein Wort hin führen lassen. Er will Einsichten wecken, will Menschen großartige Wege aufzeigen, will ihnen das Geheimnis seiner Wahrheit näher bringen, will lebendig machen und der Mensch blockt. Da kann eine Bruderschaft Jahrzehnte im Segen stehen, umwerfende Wunder erleben, und dann tut sie sich schwer, wenn die Mitgliederzahlen schwinden, die Ursprungsgeneration älter wird, umzudenken und zu fragen: Herr, was willst du jetzt von uns? Durch unseren Prädikantendienst kommen wir in die kleinen Gemeinden auf der schwäbischen Alb. Auch da gehen die Kirchgänger zurück. Es müssen dann zwei benachbarte Gemeinden zusammengelegt werden, wo dann sonntags nur noch im Wechsel von der einen zur anderen Gemeinde Gottesdienst gefeiert wird. Da gibt es Gläubige, die sagen: Zu denen gehe ich nicht! Da haben Menschen Probleme, sich den Realitäten zu stellen. Sie machen da nicht mit, sie kehren mir den Rücken, sagt Gott. Gott will zur Erkenntnis der Wahrheit führen, das ist in der Menschenführung ein harter Brocken. Er will in der augenblicklichen Realität seine Wege aufzeigen. Das heißt zuerst, sich seiner eigenen Realität zu stellen. Einsicht braucht die Offenheit zu dem was ist. Doch aus der Menschenführung wissen wir, wie schwierig es ist Einsichten zu wecken. Warum soll das, was bisher gut und richtig war, plötzlich anders gemacht werden? Warum soll ich umdenken und neue Wege gehen?

Gott will, um des Guten willen, das er mit uns vor hat, Einsichten wecken. Wo es bei einem Menschen „Klick“ macht, und er erkennt, häng deinen Beruf an den Nagel und gehe ins Kloster, dann ist Führung gelungen. Doch er findet sich nicht damit ab, wenn sich andere schwer damit tun. Manche Menschen lernen durch Schmerzen. Sie kommen erst in Bewegung, wenn sie diese Schmerzen verhindern wollen, und das ist auch gut so. Manchmal hält Gott einen Bunsenbrenner unter den Hintern, damit Menschen lernen und den richtigen Weg einschlagen. Da kann man nicht die Methoden anprangern, sondern muss das Ziel dahinter erkennen. Es ist kein Sarkasmus, wenn Gott seine Kinder über einen Weg ins Krankenhaus rettet. Ihm geht es um die Erkenntnis der Wahrheit. Er will, dass sich ein Mensch seiner und der Gottesrealität stellt. Bis ein Mensch kapiert, muss manches Mal die Not so groß sein, dass fast die Lichter ausgehen. Erst wenn der Schmerz unerträglich wird, wächst dann die Erkenntnis: Auf und hilf uns!

Ist es nicht unwesentlich, wie wir zur Erkenntnis der Wahrheit kommen, wenn wir uns dadurch auf Gott zubewegen?

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Heiß gemacht 

worauf unser Augenmerk liegt, wir uns in allem Denken und Tun prägen.
„Richtet euer Herz zu dem Herrn und dient ihm allein.“

1. Sam. 7, 3
Die Psychologen sprechen von der Zweckpyramide, wenn es um das geht, was alles Handeln des Menschen bestimmt. Das ist wie das innere Programm, das uns steuert. Der Grundmotivationspunkt, weshalb wir überhaupt etwas tun. Oder wie es in der Werbung so schön heißt: Jeder hat etwas, was ihn antreibt. 
Bei den Glaubenden macht Gott heiß. Das hängt mit der inneren Ausrichtung zusammen. Wo Menschen sich auf Gott ausrichten, sich nur in seine Richtung drehen, öffnen sie sich dem, der von Grund auf, auf uns ausgerichtet ist. Gott brennt nach uns. Er will alles was er ist und hat uns zufließen lassen. Er hat einen ständigen Bewegungsdrang auf uns zu. Er will an seinem Überfluss teilhaben lassen, er will mit uns Unvorstellbares bewirken. Wo wir uns dahin ausrichten, wo wir auf diesen Drang eingehen, wo wir dem Wort und Christus Raum geben, werden wir zu einer Zündkerze. Wir fangen Feuer und entwickeln ungeahnte Kräfte. Wo unser Herz, unser ganzes Sein und Bestreben in Gott ist, setzen wir Energien frei, die wir von Natur aus nicht haben. Wo wir uns auf Gott ausrichten, übernimmt er das Kommando. Auf Gott ausgerichtet sein heißt, geführt sein. Da sind wir getrieben, von dem was Gott treibt. Da handeln wir nicht in eigener Sache. Da werden wir zu dem, was Gott sich immer von uns dachte – Ebenbild. In uns brennt das Feuer des Evangeliums. Von uns geht Liebe und Heil aus. Wir sind die Segensträger in einem geschundenen Leben. Wir bringen den verletzten Herzen Heilung und Trost. Wir werden zur fruchtbaren Insel im Katasthrophengebiet.
Auf was wollen wir heute ausgerichtet sein?

Kopfüber zum Fest

Letzten Sonntag war Dekorationsbesprechung. Wie soll dieses Jahr Weihnachten im Blumenhaus aussehen. Da ist Weihnachten geworden, bevor ein Engel im Regal steht. Im kleinen Kreis stellten wir dem Prior mit Bildern und Listen unser Konzept vor. Z. B. 4 Weingläser auf den Kopf gestellt auf einem Tablett, als Gestaltungselement für ein Adventsgesteck. Die Kelche mit farbigen Glaskugeln gefüllt. Die Stiele nach oben und die Standfläche als Kerzenteller. Ein ungewöhnlicher Blickfang für die etwas andere Weihnachtsdekoration. Seit diesem Moment lebt Weihnachten in uns. Alle Gestaltungsecken fangen an zu leben. Da hängt ein großer Adventskranz an der Wand, da stehen Laternen in einer Winterlandschaft, eine große Kugel aus Ästen mit vielen Lichtern wird die Kunden begrüßen. Das Tagesgeschäft, das eigentlich vor Allerheiligen mit Gedenktagfloristik abläuft, ist von Weihnachten beflügelt und belebt.
Deshalb, egal was wir gerade machen…
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1. Weihnachten ist jetzt

„Wir haben unsere Heimat im Himmel.“

Egal wo wir gerade leben, wir kommen vom Himmel. In unserem Pass steht bei Staatsangehörigkeit: Himmelsbürger. Wir stehen voll und ganz in dieser Welt, haben jedoch eine andere Identität. Glaubende leben in zwei Welten. Heimat ist das Zuhause, wo unsere Wurzeln liegen. Heimat ist die Welt Gottes, die uns Christus erschlossen hat. Christ sein ist in Christus Zuhause. Heimat ist das A und das O, diese Welt ohne Anfang und Ende. Wir sind da zuhause, wo das Leben nicht mehr unter dem Todesurteil steht, sondern wo die Auferstehung normal ist. Wir stammen aus dem Hause: „Und alles war sehr gut!“ Diese Heimat ist das größte Geheimnis, das es auf der Erde gibt. Von Menschen nie erreichbar, sondern nur durch Christus erfahrbar. Wo wir jetzt im Tagesgeschäft dieser Welt leben, prägt diese verborgene, geheimnisvolle andere Welt das Dasein. Heimatgepräge ist wie eine Erbanlage, die alle Handlungen steuert. Ein Schwabe bleibt auch in Australien ein Schwabe. Wir sind keine Flüchtlinge, die sich mehr und mehr in die Staatsform dieser Welt integrieren und angleichen, sondern wir sind Gäste auf Durchgangsstation. Gäste sind keine Revolutionäre oder Ignoranten. Auch mit himmlischer Staatsbürgerschaft sind wir keine Abgehobenen oder etwas Besseres, sondern bejahen die irdischen Ordnungen. Leben geschieht mitten in der Welt, mit dieser heimatlichen Veranlagung.
Die himmlische Heimat steht nicht in Konkurrenz zu der irdischen Heimat. Es gibt kein besser oder schlechter, oder heilig und unheilig. Auch die irdische Heimat ist Gottes Schöpfung. Sie landet nicht irgendwann als 2. Wahl auf dem Müll. Wenn die neue Welt vollkommen anbrechen wird, wird die Alte nicht entsorgt. Es geht um ein Durchdringen. Irdisches Dasein soll von der himmlischen Wirklichkeit durchdrungen sein.
Wer seine Heimat im Himmel hat, kann sich nicht von dieser Welt abwenden. Es wäre geistlich arrogant, der Schöpfung verachtend und desinteressiert zu begegnen. Sich aus der Welt zurückzuziehen und sich einzig in heilige Räume zu verschanzen, ignoriert seine Schöpfungsverantwortung. Hier sieht die christliche Kirche ihren Auftrag in dieser Welt, in Politik und Gesellschaft. Wer seine Heimat im Himmel hat, wird säkularen und natürlichen Denken immer unbequem sein, weil in ihm etwas lebt, das keiner sehen kann.
Doch für den, für den Weihnachten schon jetzt ist, ist das tägliche Leben eine Dauerinspiration.
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2. Das erfüllt das Heute

„Von dort erwarten wir Jesus Christus, unseren Retter.“ 

Christen sind im Heute immer mit dem Blick auf die Zukunft unterwegs. Sie leben weder jetzt in der Herrlichkeit, noch vertrösten sie sich mit ihr. Es ist nicht jetzt die Zeit der Welt und danach kommt die Zeit des Himmels. Paulus attackiert hier alle schwärmerischen Elemente in der christlichen Gemeinde. Glaubende sonnen sich nicht im Heil und warten gemütlich auf bessere Zeiten. Auf eine Zukunft hin unterwegs sein, ist höchste Aktivität im Jetzt. Wir erwarten den Christus für eine erlösungsbedürftige Welt. Diese Zukunft wird von den Erlösten in das irdische Dasein hinein gelebt. Nach wir vor sind wir die vom Leben gezeichneten, die Kreuzwege zu gehen haben, und doch durch Christus in der Auferstehungsgesinnung leben. In dem wir Christus erwarten, verwandelt sich im Irdischen etwas zu dem Ewigen. Da verwandeln sich unsere Leidenswege und durch uns die Not der Welt.
Ohne diese Erwartung der Glaubenden würde die Welt nie den Christus erleben. Der Glaubende verabscheut die Welt nicht, sondern infiziert sie leidenschaftlich, durch sein unterwegs sein in die Zukunft. In solch einer Erwartung kann man seine Ziele nicht hoch genug. Wer in der Christus-Erwartung lebt, wird regelrecht in die Welt hineingezogen. Glaubende freuen sich an der Welt, weil durch sie das Gotteswunder in der Welt geboren wird. Wir müssen hier unsere Verantwortung erkennen und wahrnehmen. Durch unsere Christus-Erwartung kann diese Welt überhaupt hoffen. Dadurch fließt der Saft durch die Adern der Menschheit.
Zu der Zeit als wir noch keine solche ausgefeilte Weihnachtsplanung vorgelegt hatten, ist man mehr oder weniger von einem Tag in den anderen gedümpelt. Mit dieser Sichtweise glitzern uns allen jetzt schon die Augen, obwohl noch nicht Weihnachten ist. Alles Arbeiten ist durchdrungen von dem, auf das wir zugehen. Das Engagement wird intensiver, die Ideen sprudeln, das Dekorieren wird brennender. Alles ist heiß, alles bekommt mehr Qualität und mehr Tiefe. Wer selbstzufrieden und selbstgläubig stehenbleibt, als würde ihn nichts berühren, was kommt, betrügt sich selbst und andere um ein großartiges Geheimnis, das ihm zugedacht ist.
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3. Versetzt in das Morgen

„Unser hinfälliger, sterblicher Leib wird verwandelt und seinem auferstandenen, unvergänglichen Leib gleich werden. Denn Christus hat die Macht, alles seiner Herrschaft zu unterwerfen.“
Was morgen sein wird, ist unser Heute. Die Realität des Glaubenden lebt nicht aus dem Bewusstsein der vergänglichen Welt. Glaube lebt aus dem Zukünftigen. Da gilt jetzt schon, was uns für morgen gedacht ist. Wer aus dieser Zukunft lebt, holt Gottes Realität ins Jetzt. Seit Christus sind die Erwartenden schon die Erfüllten. Christus beginnt bereits jetzt schon die Gesetzmäßigkeiten dieser Welt zu durchbrechen. Auferstehung geschah mitten in der hinfälligen, sterblichen Welt. Die Gesetze dieser anderen Welt greifen schon. Der Umwandlungsprozess an uns ist schon in vollem Gange. Für Menschen der Zukunft verändert sich jetzt schon das heute. An unseren alltäglichen Aufgaben verwirklicht sich dadurch viel mehr Christus, als wir überhaupt erahnen können.
Für Zukunftsmenschen wird alles Tun zum Gottesdienst. Unser Leben ist ein heiliger Dienst an der Welt. Solch ein Leben wird krisensicher. Wer aus dem Morgen lebt, braucht nicht resignieren, wenn er seinen Dienst in einer vergehenden und sterblichen Welt tut. Wir brauchen uns nicht irre machen lassen, wenn Aufgaben von Misserfolg begleitet werden. Unser Denken und Planen, unser Tun und Lassen in immer vom dem Kommenden bestimmt. Wir können darüber nie passiv bleiben. Wir können es uns nicht leisten einfallslos und faul zu sein. Mit dem Morgen vor Augen werden wir uns nie mit Krieg und Hunger, mit Gewaltherrschaft und Diskriminierung oder irgendeiner Verachtung von Mensch und Welt abfinden können.
Bei aller Realität der Welt, sind wir in eine andere Verfassung gesetzt. Wir gehen mit diesen Realitäten anders um. Wir sehen bei allem, wie das Sterbliche vom Leben verschlungen wird. Wir sehen jetzt schon den auf den Kopf gestellten Weinkelch mit seinen bunten Kugeln und werden es erleben, wie er in Wirklichkeit vor uns stehen wird. Weil das Fest in uns lebt, wird das Leben jetzt schon zu einem Fest.
Um was betrügen wir diese Welt, wenn wir in den Alltäglichkeiten stecken bleiben und von uns nicht dieser Glanz ausgeht?

Heiß gemacht

1.Johannes 4,7-12 – Predigt – Br. Theophilos  
Im Blumenhaus arbeiten wir an einem neuen Blumenhausprospekt. Da könnten wir anbieten: Günstige Blumen und Pflanzen in super Atmosphäre. Hochkarätige  Floristik  zu Aldi-Preisen. Lieferservice fast zum Nulltarif. Wir könnten das, doch wir wollen das nicht. Mit Sicherheit gibt es noch mehrere, die so werben könnten. Wir fragen uns: Wer sind wir? Was unterscheidet uns von anderen? Das unverwechselbare Motto der Blumenmönche ist: „Blumen sind das Lächeln Gottes über der Erde.“
Wir sind gar keine Rosen-Verkäufer, wir sind Angelächelte. Mit jeder Blume lächelt Gott uns ins Gesicht. Lächeln hat etwas magisches, da entgleist jeder Gesichtszug. Lächeln bringt verwelkte Gesichter zum Blühen. Eine Blume wirkt tiefer als die beste Anti-Falten-Creme.
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1. Angelächelt

„Nicht wir haben Gott geliebt, sondern ER hat uns seine Liebe geschenkt.“
Wir sind angeliebt und angelächelt. Unser Leben zündet nicht in oder aus uns, sondern durch einen Liebesimpuls. Leben ist nichts Gemachtes, es ist das Echo von lebendiger Gotteszuneigung. Ein Sympatiestrahl setzt Welten in Bewegung. Da fällt ein Tropfen Tinte in eine Glaskanne und das ganze Wasser wird blau. Dieses Wasser könnte sich aus sich heraus nicht verfärben. Ein Tropfen Liebe und Eisberge schmelzen dahin. Gott lächelt und liebt sich in unsere Belanglosigkeit und bringt etwas zum Brodeln. Lächeln sortiert das Gesicht neu. Wenn der Fotograf sagt: Bitte Lächeln, dann entstehen oft die erzwungenen Grimassen. Lächeln auf Kommando ist furchtbar schwer und führt schnell zu der Aussage: Ich bin nicht fotogen. Aus uns heraus entsteht Krampf. Werden wir dagegen angelächelt, entsteht ein Lächeln mit entspannter Tiefenwirkung. 
Gott lächelt, Gott liebt, das macht aus uns den Menschen, der so einmalig ist. Gott hat noch nie etwas aus uns herausgezogen, was er nicht schon längst in uns hineingeliebt hat. Die erste Glaubenserfahrung ist nicht, lieben zu müssen, sondern geliebt zu sein. Amore – so heißt jene samt seidig, dunkelrot glänzende Rose, die Gott uns überreicht und sagt: Ich mag dich! Da gibt es nichts zu geben, sondern zu nehmen, einfach mal Danke sagen für das, was da ist und was da kommt. Danke für den außerirdischen Sympathieschub; Danke für das Lächeln des Großartigen; Dankeschön, bitte sehr.
Wenn diese Liebe nicht zuerst wäre, wäre unser ganzes Dasein eine fromme Verkrampfung. Alles was da entstehen sollte, müsste gewalttätig entwickelt werden. *Da ist der Posaunenchor, in dem ich hätte kräftiger blasen sollen, die Bibelstunde, in die ich hätte regelmäßiger beten können und die Katze, die ich hätte sicher über die Straße begleiten sollen, wollen, müssen. Der Theologe Voigt sagt: „Unsere Liebe besteht nicht darin, dass wir lieben, sondern dass Gott liebt.“ Alles kommt in Bewegung, weil Gott angefangen hat zu lächeln und zu lieben.
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2. Angedrängt

„Gottes Liebe zu uns ist für alle sichtbar geworden, als er seinen einzigen Sohn in die Welt sandte, damit wir durch Christus ein neues und ewiges Leben bekommen.“
Liebe hat ein Gesicht. Hinter der Gottes-Liebe steht Jesus Christus. Er kommuniziert und verändert dabei sein Gegenüber. Eine wissenschaftliche Studie hat entdeckt, dass in einem Gespräch von zwei Menschen, jeder Beteiligte sich verändert. In einem einstündigen Dialog werden nicht nur Meinungen und Ansichten neutral ausgetauscht, sondern jeder übernimmt zu etwa 10 %  etwas vom anderen. Es gibt kein Gespräch, das keine Spuren hinterlässt, im positiven, wie im Negativen. Seine Liebe hinterlässt Spuren. In Christus schäumt Gottes Sympathie zum Menschen. Christus ist das Aufblühwunder, das in jede Knospe eine lächelnde Blüte zaubert. Christus ist der Sturm und Drang-Gott, der nicht zu bremsen ist. Mit Christus lächelt Gott in unser Alltagsgrau. Verblühen und Welken bekommen einen Kick. Da wird der Weg zum Kompost abgeschnitten. Diese Liebe will retten, was zu retten ist. Die Gottesliebe ist wie ein Durchlauferhitzer. Wo sie reingeht, kommt etwas anderes raus. Liebe ist atemberaubend, wenn sie in Trümmern neue Häuser baut.
Da berührt uns Wärme
  • trotz unerfüllter Wünsche,
  • trotz starker Schmerzen
  • trotz ständiger Schwierigkeiten
Da trägt mich Zuneigung
  • obwohl mir die Anerkennung fehlt
  • der Erfolg auf sich warten lässt
  • Missverständnisse mich erdrücken
Die Liebe ist ein Ausbruch aus dem privaten Bannkreis. Was da in uns hineindrängt, will uns groß und weit machen. Unsere Schritte werden wesentlich größer, unser Denken wird unbegrenzter, der Andere bekommt für uns ein neues Gesicht. Liebe beflügelt zu einem Dasein, das weit über sich hinausgeht.
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3. Angezündet

„Meine Freunde, lasst uns einander lieben.“
Angelächelte, von Liebe Überwältigte sind keine Gefriertruhen mehr. Wir brauchen keinen Schweißbrenner um uns gegenseitig heiß zu machen, das schafft die Liebe alleine. Glaubende müssen sich nicht motivieren, sich nicht aufputschen, sie sind heiß gemacht. Was heiß ist, lässt Eis schmelzen. Wo das Eis schmilzt, wird das Land überflutet. Wer angelächelt wird, lächelt automatisch zurück. Der braucht kein Kommando, keinen Einsatzplan, oder irgendein Liebes-Lern-Programm. Liebe ist ein Selbstläufer. Liebe ist der Umschalter vom Ich zum Du. Einander lieben, ist ein gegenseitiges Inspirieren, aus einem inspiriert sein heraus. Die Liebe verkürzt die Wege zueinander. 
Wer andere vergewaltigt, baut keine tragfähige Beziehung. Unter Zwang kann kein Miteinander entstehen. Einem Sturm gelingt es nicht, auch mit noch so wilden Böen dem Wanderer die Jacke auszuziehen, im Gegenteil, der arme Kerl schnürt sich nur noch fester ein. Die Sonne dagegen schickt ein paar warme Strahlen, so dass der Mann ganz von selbst seinen Mantel ablegt. Liebe kann viel mehr bewegen, als alle Gewalt der Welt. Einander lieben, ist Gottes Führungsstil um sein Ziel zu erreichen. Ein Arzt, der seine Patienten spüren lässt, dass sie ihm am Herzen liegen, erhält viel mehr Vertrauen und kann wirkungsvoller helfen. Eltern, die offen zeigen, dass sie ihre Kinder lieben, können ihnen mehr fürs Leben mitgeben. Mitarbeiter, die Wertschätzung erfahren, sind wesentlich einsatzfreudiger und produktiver. 
Liebe ist schöpferisch, weil sie die stärkste Macht im Universum ist. Sie ist der Atem Gottes, der Miteinander beatmet. Es gibt keine andere Methode, die derart verbindet und fördert. Heiße Liebe ist auf du programmiert un will für den andern das Beste. Die Liebe schaut viel mehr auf das, was sie im anderen fördern kann, und nicht gewaltsam korrigieren muss. Wir dürfen andere nicht zu sehr analysieren. Wer eine Blume in ihre Bestandteile zerlegt, zerstört ihre Schönheit. Ein altes Sprichwort lautet: „Was du in einem Menschen siehst, das wirst du. Licht, wenn du Licht siehst; Schmutz, wenn du Schmutz siehst.“
Wir sind durch Liebe angeliebt worden. Wir haben die Macht, mit Liebe zu verändern.
 Ist das nicht eine faszinierende Aufgabe, andere mit dieser Liebe heiß zu machen und aus der Reserve zu locken?
Amen.

Wie Lust geboren wird

Leidenschaft erobert Herzen.

„Habe deine Lust am Herrn; der wird dir geben, was dein Herz wünscht.“
Ps. 37, 4

Sind wir heiß auf Gott? Wen oder was wünscht unser Herz?
Um in Gemütswallungen zu kommen, muss uns jemand anzünden. Wenn unser Herz Wünsche hat, muss es etwas entdeckt haben, das begehrenswert ist. Lust am Herrn, kommt durch seinen Überfall auf uns. Er ist auf Eroberungskurs. Er ist ständig unterwegs, Feuer anzuzünden. Sein Erbarmen liebkost unentwegt die Angekratzten. Seine Hände unterfangen die Fallenden. Seine Zuwendungen, suchen unser Echo. Gott will uns permanent angraben und unser Herz schwach werden lassen, will dass der Funke überspringt.

Daraus wird unsere Lust geboren. Nach solch einem Liebhaber sehnt sich das Herz. Hier schwärmen zwei leidenschaftliche Herzen aufeinander zu. Es wird zur Wiege des Vertrauens, zum Fundament von Glauben. „Weil du bei mir angekommen bist, lasse ich mich in dich hineinfallen und erwarte alles von dir. Ich brenne für dich und gehe in dir auf. Alles was ich mir wünsche bist du.“

Wo diese Leidenschaft in uns glüht, gehört uns alles, was Gott ausmacht. Er gibt uns alles, was in seiner Grenzenlosigkeit steht.
Unser Glaube ist unsere Lust und damit stehen uns alle Türen offen.

Wollen wir uns weiter in unserem Mangel und Unvollkommenheit durchquälen, oder uns fragen, wie es mit unserer Lust am Herr aussieht?