Zum Glück daheim

Im Gebet löst der Mensch sich von sich selbst und ist ganz in Gott zuhause.

„Lasst uns unser Herz samt den Händen aufheben zu Gott im Himmel!“
Klagel. 3, 41

Gebet ist Ausbruch. Da verändert sich die Richtung. Aufheben zu Gott, ist weg von sich selbst. Aufheben ist der hellwache Aufbruch der Hoffnung. Aufheben ist die totale Gegenrichtung des Jammers. Das schwere Herz, die müden Hände machen eine Kehrtwendung. Aufheben zu Gott ist das volle Gegenteil zu herunterziehen in mein Elend. Im Gebet geht es nicht um uns, es geht um Gott. Das Gebet verändert etwas ganz gewaltig. Es fängt als erstes an sich von sich selbst zu lösen. Im Aufheben zu Gott, wird Gott größer. Da findet eine Gewichtsverlagerung statt. Da gehen die mühselig Beladenen auf die Erquickung zu. Im Aufheben zu Gott, wird das Gebet zu dem was es ist – dankbarer Lobgesang. Das Gebet löst sich von der nur Erfüllung der eigenen Wünsche und Bedürfnisse. Es löst sich von dem Kreisen um die augenblicklichen Sorgen, von dem Gefangen sein in meinen Problemen. Wo das Herz sich erhebt, antwortet das ganze Leben seinem Gott. Es schüttet sich vor ihm aus, und macht sich für Gott ansprechbar. Die erhobenen Herzen öffnen sich über alle Freude und Trauer hinaus ihrem Gott. Es ist das Heimkommen nach einer mühseligen Reise. Es ist das Glück, wieder Zuhause zu sein. Das Herz läuft über vor Dankbarkeit, im Mutterschoß angekommen zu sein. Wir stehen vor der Türe, an der Erbarmen auf der Klingel steht.

Paulus greift diese Sichtweise des Gebetes auf: Seid beharrlich im Gebet und wacht in ihm mit Danksagung! Das sind heute zwei Weckrufe hellwach zu sein. Das löst heraus aus aller Tranduselei und allem Jammerlappen-Dasein. Beharrlich im Gebet, zeigt eine Form von konstanter Lebenseinstellung. Wir lassen nicht ab bei Gott zuhause zu sein. Das Gebet ist dann nicht mehr der Notnagel, wenn alles andere nicht mehr funktioniert. Im Gebet wachen ist ein konstantes Atem holen. Das ist die Gegenbewegung zum Müde werden und sich unter Lasten niederdrücken lassen. Wachen ist geprägt von höchster Aufmerksamkeit, sich nicht von den Schwierigkeiten bestimmen zu lassen. Beharrlich wachen und die Herzen aufheben ist das Rezept gegen Schwermut und Hoffnungslosigkeit. Wo wir nicht mehr über unsere Probleme und Lasten hinwegsehen, und unsere Lebensäußerungen nur noch vom Stöhnen über die Härten geprägt sind, müssen wir uns fragen, wohin sich unser Herz verirrt hat. Wenn die Zukunft nur noch angstbesetzt ist, fragt sich, wie wir wachen und harren. Wo wir nur noch um uns selber kreisen, wo sind wir da Zuhause? Wo wir das Herz aufheben, schwinden nicht die Probleme, doch lassen wir zu, dass Gott uns ausfüllt und damit in die Probleme hineinwirkt. Wenn wir unsere Hände aufheben, lassen wir den Allerhöchsten ans Werk.

Warum sollen uns die Lasten müden machen, wenn wir mit Danksagung im Gebet wachen?

Auslegungen für jeden Tag
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Ohne Stallgeruch, kein Glaube 

will die Kuh auf der Golfplatzwiese grasen, braucht sie sich nicht wundern, wenn sie hungrig bleibt und keine Milch gibt.
„Lernt, Gutes tun! Trachtet nach Recht, helft den Unterdrückten!“

Jes. 1, 17
Wer etwas zu lernen hat, hat es entweder bisher noch nicht gelernt, oder bereits wieder verlernt. Das Gottesvolk hat es verlernt, Gutes zu tun. Gutes tun, ist keine moralische Aufforderung und heißt erst recht nicht: Seid nett zueinander! Jesaja vergleicht mit Oche und Esel, die ihren Stall kennen. Sie wissen, wo  sie hingehören und wo ihr Futtertrog steht. Doch das Volk, kennt seinen Herrn nicht mehr. Wer den Guten verlässt, kann nichts Gutes tun. Wer auf fremden Wiesen grast, wer sich in den eigenen Sorgen suhlt, braucht sich über Entwurzelung nicht zu wundern. 
Trachtet nach Recht ist der Ruf zum Umdenken. Wir leben aus der Fokussierung auf Gottes Gerechtigkeit. Gott muss sich ständig gegen unseren Eigensinn durchsetzen. Wir brauchen seinen Stallgeruch. Nach dem Recht trachten, ist das Ausrichten auf Christus, der uns vor Gott richtig macht. Trachten ist das Rückbesinnen, auf meinen Kuhstall. Der Stall, in dem unsere Erlösung geboren wurde. Der Platz, an dem wir bei dem Guten zuhause sind. Hier können wir bei dem Guten Wurzeln schlagen. Da lernen wir was gut ist und werden zur Liebe fähig. Ohne Stallgeruch, kann kein Glaube entstehen. 
Wo wir bei Christus zuhause sind, sehen wir die Not des Anderen. Da bekommen die Unterdrückten Gutes, da erhalten die Schwachen neue Kraft. Daraus erwächst alles soziale Engagement, bei dem die ausgehungerte Welt ihr Brot erhält. Um den Menschen Gutes tun zu können, müssen wir lernen, welcher Stall unser Zuhause ist. 
Sind wir nicht dumme Ochsen, wenn wir nach anderem trachten?

Chaosgeschüttelt oder friedensgeprägt 

was von innen befriedet ist, kann die Stürme des Lebens überdauern.
„Der Herr sprach zu Gideon: Friede sei mit dir! Fürchte dich nicht, du wirst nicht sterben. Da baute Gideon dem Herrn dort einen Altar und nannte ihn: Der Herr ist Friede.“

Richter 6, 23-24
Schalom sagt der Hebräer, wenn er diesen Friedensgruß weitergibt. Schalom drückt aus, dass Frieden von Gott ausgeht. Er sieht ihn viel umfassender, als wir ihn üblicherweise sehen. Gott selbst ist Friede. Dieser Friede ist die Befreiung von Unheil. Es ist das Wohlergehen nach Leib, Seel und Geist. Friede ist, im Einklang mit Gott sein. Es ist das am Puls und der Sattheit des Lebens zu stehen. Es ist das zur Ruhe gekommen sein in der Geborgenheit Gottes.
Wo dieser Friede herrscht, hat Gott den Widerstand des Menschen gegen sich überwunden. Da ist der Krieg mit Gott zu Ende, der Grund, für allen Unfrieden in der Welt. Dieses Schalom ist eine Friedens-Oase mitten im Krieg. Wo Gottes Frieden ist, kann der Mensch im Unheil überleben. Er ist nicht mehr chaosgeschüttelt, sondern friedensgeprägt. Da scheint immer noch die Sonne, mitten im Gewitter. Da können die Wellen hoch schlagen, aber das Boot geht nicht unter. Frieden ist die „Trotzdem-Macht“. Da werden wir in den größten Krisen nicht untergehen. In diesem Frieden brauchen wir keinen Schrecken zu fürchten.
Wenn unser Dasein in dem gewaltigen Schöpfer ruht, was fürchten wir? Kann da nicht durch uns Frieden in die Spannungen des Lebens einziehen?
Schalom! 

Raus aus der Tretmühle 

Konzentration führt zum Eigentlichen.
„Ich will die Zerstreuten sammeln und will sie zu Lob und Ehren bringen, in allen Landen, wo man sie verachtet.“

Zef. 3, 19
Wo die Orientierung fehlt, irren Menschen planlos durch ihre Tage. Umfragen haben ergeben, dass 97% der Bevölkerung keine schriftlich definierten Ziele haben und somit keinen Plan, wie ihr Leben verlaufen soll. Sie treiben so durch ihr Dasein und kennen nicht den Zweck und ihre persönliche Bestimmung im Leben. Orientierungslos, haltlos, zerstreut und arm. Keine Führung, keine Perspektive, einfach der Tretmühle des Lebens ausgeliefert.
Gott sammelt die Zerstreuten. Das was so ziellos durch die Weltgeschichte geistert, soll einen festen Halt bekommen. Wir können dieses Wort auf das damalige Volk Israel beziehen, das Gott wieder zusammenführen will, doch was uns heute betrifft, ist Gott, der zu allen Zeiten, Menschen zum Eigentlichen bringt. Menschen sammeln ist wie Flöhe hüten. Gott wird sich nie mit Zerstreuung abfinden. Sammeln ist seine Leidenschaft. Sammeln ist Barmherzigkeit. Gott kann irren nicht ertragen, er will Menschen Führung, Halt und Sinn geben. Sammeln ist die Konzentration auf das, was Gott mit einem Leben vor hat. Gott geht es an die Nieren, wenn das Dasein nur so dahinplätschert. Er hat so viel mit uns vor, er hat solch geniale Gedanken für das Leben jedes Einzelnen, deshalb kämpft er gegen jede Form von Zerstreuung.
Lassen wir uns im Licht der 3. Adventskerze fragen, wo wir dahinirren, uns nicht auf ihn konzentrieren und von ihm einsammeln lassen.
Einen gesegneten 3. Advent wünsche ich euch. 

Kopfüber zum Fest

Letzten Sonntag war Dekorationsbesprechung. Wie soll dieses Jahr Weihnachten im Blumenhaus aussehen. Da ist Weihnachten geworden, bevor ein Engel im Regal steht. Im kleinen Kreis stellten wir dem Prior mit Bildern und Listen unser Konzept vor. Z. B. 4 Weingläser auf den Kopf gestellt auf einem Tablett, als Gestaltungselement für ein Adventsgesteck. Die Kelche mit farbigen Glaskugeln gefüllt. Die Stiele nach oben und die Standfläche als Kerzenteller. Ein ungewöhnlicher Blickfang für die etwas andere Weihnachtsdekoration. Seit diesem Moment lebt Weihnachten in uns. Alle Gestaltungsecken fangen an zu leben. Da hängt ein großer Adventskranz an der Wand, da stehen Laternen in einer Winterlandschaft, eine große Kugel aus Ästen mit vielen Lichtern wird die Kunden begrüßen. Das Tagesgeschäft, das eigentlich vor Allerheiligen mit Gedenktagfloristik abläuft, ist von Weihnachten beflügelt und belebt.
Deshalb, egal was wir gerade machen…
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1. Weihnachten ist jetzt

„Wir haben unsere Heimat im Himmel.“

Egal wo wir gerade leben, wir kommen vom Himmel. In unserem Pass steht bei Staatsangehörigkeit: Himmelsbürger. Wir stehen voll und ganz in dieser Welt, haben jedoch eine andere Identität. Glaubende leben in zwei Welten. Heimat ist das Zuhause, wo unsere Wurzeln liegen. Heimat ist die Welt Gottes, die uns Christus erschlossen hat. Christ sein ist in Christus Zuhause. Heimat ist das A und das O, diese Welt ohne Anfang und Ende. Wir sind da zuhause, wo das Leben nicht mehr unter dem Todesurteil steht, sondern wo die Auferstehung normal ist. Wir stammen aus dem Hause: „Und alles war sehr gut!“ Diese Heimat ist das größte Geheimnis, das es auf der Erde gibt. Von Menschen nie erreichbar, sondern nur durch Christus erfahrbar. Wo wir jetzt im Tagesgeschäft dieser Welt leben, prägt diese verborgene, geheimnisvolle andere Welt das Dasein. Heimatgepräge ist wie eine Erbanlage, die alle Handlungen steuert. Ein Schwabe bleibt auch in Australien ein Schwabe. Wir sind keine Flüchtlinge, die sich mehr und mehr in die Staatsform dieser Welt integrieren und angleichen, sondern wir sind Gäste auf Durchgangsstation. Gäste sind keine Revolutionäre oder Ignoranten. Auch mit himmlischer Staatsbürgerschaft sind wir keine Abgehobenen oder etwas Besseres, sondern bejahen die irdischen Ordnungen. Leben geschieht mitten in der Welt, mit dieser heimatlichen Veranlagung.
Die himmlische Heimat steht nicht in Konkurrenz zu der irdischen Heimat. Es gibt kein besser oder schlechter, oder heilig und unheilig. Auch die irdische Heimat ist Gottes Schöpfung. Sie landet nicht irgendwann als 2. Wahl auf dem Müll. Wenn die neue Welt vollkommen anbrechen wird, wird die Alte nicht entsorgt. Es geht um ein Durchdringen. Irdisches Dasein soll von der himmlischen Wirklichkeit durchdrungen sein.
Wer seine Heimat im Himmel hat, kann sich nicht von dieser Welt abwenden. Es wäre geistlich arrogant, der Schöpfung verachtend und desinteressiert zu begegnen. Sich aus der Welt zurückzuziehen und sich einzig in heilige Räume zu verschanzen, ignoriert seine Schöpfungsverantwortung. Hier sieht die christliche Kirche ihren Auftrag in dieser Welt, in Politik und Gesellschaft. Wer seine Heimat im Himmel hat, wird säkularen und natürlichen Denken immer unbequem sein, weil in ihm etwas lebt, das keiner sehen kann.
Doch für den, für den Weihnachten schon jetzt ist, ist das tägliche Leben eine Dauerinspiration.
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2. Das erfüllt das Heute

„Von dort erwarten wir Jesus Christus, unseren Retter.“ 

Christen sind im Heute immer mit dem Blick auf die Zukunft unterwegs. Sie leben weder jetzt in der Herrlichkeit, noch vertrösten sie sich mit ihr. Es ist nicht jetzt die Zeit der Welt und danach kommt die Zeit des Himmels. Paulus attackiert hier alle schwärmerischen Elemente in der christlichen Gemeinde. Glaubende sonnen sich nicht im Heil und warten gemütlich auf bessere Zeiten. Auf eine Zukunft hin unterwegs sein, ist höchste Aktivität im Jetzt. Wir erwarten den Christus für eine erlösungsbedürftige Welt. Diese Zukunft wird von den Erlösten in das irdische Dasein hinein gelebt. Nach wir vor sind wir die vom Leben gezeichneten, die Kreuzwege zu gehen haben, und doch durch Christus in der Auferstehungsgesinnung leben. In dem wir Christus erwarten, verwandelt sich im Irdischen etwas zu dem Ewigen. Da verwandeln sich unsere Leidenswege und durch uns die Not der Welt.
Ohne diese Erwartung der Glaubenden würde die Welt nie den Christus erleben. Der Glaubende verabscheut die Welt nicht, sondern infiziert sie leidenschaftlich, durch sein unterwegs sein in die Zukunft. In solch einer Erwartung kann man seine Ziele nicht hoch genug. Wer in der Christus-Erwartung lebt, wird regelrecht in die Welt hineingezogen. Glaubende freuen sich an der Welt, weil durch sie das Gotteswunder in der Welt geboren wird. Wir müssen hier unsere Verantwortung erkennen und wahrnehmen. Durch unsere Christus-Erwartung kann diese Welt überhaupt hoffen. Dadurch fließt der Saft durch die Adern der Menschheit.
Zu der Zeit als wir noch keine solche ausgefeilte Weihnachtsplanung vorgelegt hatten, ist man mehr oder weniger von einem Tag in den anderen gedümpelt. Mit dieser Sichtweise glitzern uns allen jetzt schon die Augen, obwohl noch nicht Weihnachten ist. Alles Arbeiten ist durchdrungen von dem, auf das wir zugehen. Das Engagement wird intensiver, die Ideen sprudeln, das Dekorieren wird brennender. Alles ist heiß, alles bekommt mehr Qualität und mehr Tiefe. Wer selbstzufrieden und selbstgläubig stehenbleibt, als würde ihn nichts berühren, was kommt, betrügt sich selbst und andere um ein großartiges Geheimnis, das ihm zugedacht ist.
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3. Versetzt in das Morgen

„Unser hinfälliger, sterblicher Leib wird verwandelt und seinem auferstandenen, unvergänglichen Leib gleich werden. Denn Christus hat die Macht, alles seiner Herrschaft zu unterwerfen.“
Was morgen sein wird, ist unser Heute. Die Realität des Glaubenden lebt nicht aus dem Bewusstsein der vergänglichen Welt. Glaube lebt aus dem Zukünftigen. Da gilt jetzt schon, was uns für morgen gedacht ist. Wer aus dieser Zukunft lebt, holt Gottes Realität ins Jetzt. Seit Christus sind die Erwartenden schon die Erfüllten. Christus beginnt bereits jetzt schon die Gesetzmäßigkeiten dieser Welt zu durchbrechen. Auferstehung geschah mitten in der hinfälligen, sterblichen Welt. Die Gesetze dieser anderen Welt greifen schon. Der Umwandlungsprozess an uns ist schon in vollem Gange. Für Menschen der Zukunft verändert sich jetzt schon das heute. An unseren alltäglichen Aufgaben verwirklicht sich dadurch viel mehr Christus, als wir überhaupt erahnen können.
Für Zukunftsmenschen wird alles Tun zum Gottesdienst. Unser Leben ist ein heiliger Dienst an der Welt. Solch ein Leben wird krisensicher. Wer aus dem Morgen lebt, braucht nicht resignieren, wenn er seinen Dienst in einer vergehenden und sterblichen Welt tut. Wir brauchen uns nicht irre machen lassen, wenn Aufgaben von Misserfolg begleitet werden. Unser Denken und Planen, unser Tun und Lassen in immer vom dem Kommenden bestimmt. Wir können darüber nie passiv bleiben. Wir können es uns nicht leisten einfallslos und faul zu sein. Mit dem Morgen vor Augen werden wir uns nie mit Krieg und Hunger, mit Gewaltherrschaft und Diskriminierung oder irgendeiner Verachtung von Mensch und Welt abfinden können.
Bei aller Realität der Welt, sind wir in eine andere Verfassung gesetzt. Wir gehen mit diesen Realitäten anders um. Wir sehen bei allem, wie das Sterbliche vom Leben verschlungen wird. Wir sehen jetzt schon den auf den Kopf gestellten Weinkelch mit seinen bunten Kugeln und werden es erleben, wie er in Wirklichkeit vor uns stehen wird. Weil das Fest in uns lebt, wird das Leben jetzt schon zu einem Fest.
Um was betrügen wir diese Welt, wenn wir in den Alltäglichkeiten stecken bleiben und von uns nicht dieser Glanz ausgeht?

Altar als Heimat

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die Familienzugehörigkeit prägt das ganze Dasein.

„Der Vogel hat ein Haus gefunden und die Schwalbe ein Nest für ihre Jungen – deine Altäre, Herr Zebaoth, mein König und mein Gott.“
Ps. 84, 4

Sage mir, wo du Zuhause bist und ich sage dir, wer du bist.
Heimat bestimmt Menschen. Es besteht ein Zusammenhang zwischen innerem Gepräge und der Darstellung nach außen. So wie ein Mensch ist, so richtet er seine Wohnung ein und auch umgekehrt. Entsprechende Räume wirken sich auf das Wohlbefinden des Menschen aus.

Anhand der Vögel sollen die Glaubenden erkennen, wo sie Zuhause sind. Die Schwalbe findet ihre Behausung im Altar, im Zentrum Gottes, am Herz des Schöpfers. Die Vögel wissen wo sie hingehören, in welcher Einbettung ihr Leben steht. Sie sind voll in ihrem Element in dem richtigen Bezug zu ihrem Schöpfer. Für sie ist selbstverständlich in Gott Zuhause zu sein und nirgens anders.

So selbstverständlich soll der Altar die Heimat der Glaubenden sein. Es ist der Ort der Gottesoffenbarung und der Menschenverwandlung. Es ist die Stätte, des in uns eingehenden Christus. Der Altar ist der heilige Mittelpunkt der absoluten Nähe Gottes. Hier ist der Geburtort, unserer Menschwerdung. Es ist die Stätte, an der wir heiliges Land betreten, wo der Anfang der Ewigkeit beginnt. Am Altar wird der Mensch zum Mensch und zum Mitbürger der Heiligen und zu Gottes Hausgenossen, wie Paulus es beschreibt. Hier wird unsere Familienzugehörigkeit geregelt.

Wir sind im Leben fremd, wenn wir nicht im Allerheiligsten Zuhause sind. Wir irren umher und sind auf der Flucht, wo wir wir nicht am Herzen Gottes daheim sind. Wir sind für dieses Zuhause geschaffen, in dem unser Leben zur vollen Blüte und Frucht ausreift und zu einem Lobgesang wird.

Vor welchem Altar stehen wir, wenn Angst uns treibt und nur ein kläglicher Gesang aufsteigt? 

Eintagsfliege mit Biss

ich bin dann mal kurz auf der Erde in Ferien.

„Wir sind Fremdlinge und Gäste vor dir wie unsere Väter alle. Unser Leben auf Erden ist wie ein Schatten und bleibet nicht.“
1. Chron. 29, 15

Daheim ist daheim. Auf der Erde haben wir nur Flüchtlingsstatus. Wir sind gerade mal flüchtig hier, so quasi im Vorbeigehen auf dieser Welt. Kommen,  gehen und wieder weg. Ein schattenhaftes Vorbeihuschen. Heute da, morgen fort. Nichts bleibt, nichts ist für die Ewigkeit bestimmt. Eintagsfliegen, alles brüchig. Wir sind rechtlos, schutzlos, unbeständig.

Welchen Wert geben wir diesem Schatten, diesem Gasthaus wo wir grad eben mal sind?

Unser Leben spielt sich wo ganz anders ab. Heimatgefühle haben wir nicht in der Fremde, sondern in unserem Zuhause bei Gott. Wir kommen aus der bleibenden Stadt. Da spielt unsere Musik. Unsere Heimat heißt Herrlichkeit. Wir kommen aus der Welt der unendlichen Liebe, des Friedens und des unauslöschlich Guten. Wir kommen aus dem, was einzig beständig ist. Wir müssen uns das immer wieder vor Augen malen, dass nicht das Zuhause aus dem wir kommen die unglaubliche Scheinwelt ist, sondern dieser Übergangsweg, auf dem wir jetzt sind. Wir sind Kinder des Lichtes, das steht in unserem Diplomatenpass.

Dieser Status prägt die Einstellung und unser Umgang mit dieser schattenhaften Welt. Wer ein Zuhause hat, braucht hier nur ein Gästehaus oder Übergangswohnheim. Wir leben hier, wir bringen uns leidenschaftlich ein, als die Gäste mit einer anderen Währung. Wir sind hier, sind jedoch Vertreter eines anderen Staates. Was wir tun, trägt die Handschrift unseres Heimatlandes. Das was uns hier umgibt, hat für uns den Wert einer Urlaubswohnung. Wir richten sie uns schön ein, wissen jedoch, dass wir bald wieder abreisen.

Die Qualität unseres Lebens bestimmt die Welt Gottes, zu der wir gehören. Das gibt dem Hiersein die Farbe und den Glanz und das betrachtet den Unfrieden dieser Welt genauso als schattenhaft und übergänglich. Wir leben als die Flüchtigen fest, aus dem Stand in einer anderen Welt.

Wenn wir von solch einem Zuhause kommen, gibt das nicht unserem Leben noch viel mehr Biss und Bodenständigkeit?

Wir sind Väter der Waisen

wir sind Hände und Füße Gottes, um sein Wohlergehen an die Nahtstellen dieser Welt zu bringen.

„Ein Vater der Waisen und ein Helfer der Witwen ist Gott in seiner heiligen Wohnung, ein Gott, der die Einsamen nach Hause bringt, der die Gefangenen herausführt, dass es ihnen wohlgehe.“
Ps. 68, 6-7

Wohlgehen ist das, was Gott unter den Nägeln brennt. Er will, das die Menschen nicht nur das Nötigste haben, sondern von dem was er hat und ist, alles reichlich. In Wohl steckt sein ganzes Heil, das für Leib Seele und Geist voll gesorgt ist. Sein besonders Augenmerk liegt dabei auf denen,  die vom Leben und den Menschen ausgegrenzt wurden. Denen, die sich selbst nicht helfen können, die von der Gesellschaft aussortierten, weil sie nicht mehr in bestehende Klischees passen.
Dort wo menschliche Strukturen zerstört sind,  ist Gott ein Vater der Elternlosen, die Stütze der Witwen, die wärmende Heimat der Einsamen. Gott denkt nicht nur an Seelenheil, sondern an die Brennpunkte des irdischen Daseins.

Sein Netzwerk baut er mit seinen Glaubenden auf. Die, die sein Wohlwollen erfahren haben, werden zu Brüder und Schwestern der Not. Die in der Welt Bedeutungslosen, sind Gott wichtig, dass wir ihnen zum Christus werden. Wir sind die Hand Gottes, mit der die Geschundenen sein Wohlergehen auf ihrer Haut spüren. Durch uns wird die abstrakte Zuwendung Gottes zu dem Menschen konkret.

Wo wir uns vor solchen Aufgaben zurückziehen, bleibt die Frage: Wie soll sonst das Waisenkind wieder einen Vater erfahren? Wie soll der vom Leben Gebeutelte seinen Christus erfahren?

Von eiskalt zu heiß

eine Totaloperation programmiert uns um.

„Ich will das steinerne Herz wegnehmen aus ihrem Leibe und ihnen ein fleischernes Herz geben, damit sie in meinen Geboten wandeln und meine Ordnungen halten und danach tun.“
Hes. 11, 19+20

„Gott will“; das ist der Kampfgeist für das Leben. Ohne dass ihn jemand aufhalten kann, will er Menschen auf den Kopf stellen. Seine Leidenschaft steht für mehr, als eine Geschlechtsumwandlung. Herztransplantation von Stein auf Fleisch. Kaltes, Hartes, Unbewegliches, Totes, in dynamisch Atmendes, Lebendiges. D.h. vor dem Eingriff von Gott, ist der Kern des Lebens vermauert und unbrauchbar. Ohne Gott, sind die Funktionen des Lebens eingeschränkt bis völlig nutzlos.

Durch sein „ich will“ geschieht eine grundlegende Umprogrammierung unseres Betriebssystems. Totes, Zweckloses wegnehmen, Frisches, Lebendiges geben. Christus ist das eingepflanzte Organ. Damit ticken wir anders. Damit spielen sich in uns völlig neue Abläufe ab. Damit laufen wir auf Schöpferkurs. In uns pulsiert die Energie des lebendigen Gottes. Da stabilisiert sich unser Imunsystem. Seine Gebote und seine Ordnungen, werden zu unserem unveräußerlichen Lebensraum, in dem wir gedeihen.

Durch diese Umpflanzung, bekommen kalte Räume, wohltuend, familiäre Atmosphäre. Da bekommen Menschen Heimatgefühle, auch wenn um sie herum ein eisiger Wind weht.

Durch diese Verwandlung sind wir warmherzig, um einer versteinerten Welt, voller Trümmerhaufen ein wohliges Zuhause zu schenken. Durch diese OP wird erstarrtes Leben reanimiert.

Lohnt es sich nicht, diese OP zuzulassen, sich nach diesen Ordnungen zu sehnen, damit ein neues Herz in uns schlägt?

Ich wünsche euch einen gesegneten Sonntag.

Wandeln veredelt

Hingabe, Verwandlung, Schönheit, Frucht

Schönheit findet, der sich verwandelt

Hochgebet – Durchdringende Welten

Der Erdkreis jubelt.

Das Harz wandelt sich
in Rauch und Duft,

Die Blume wandelt
ihre Schönheit in Frucht.

Bist Du Mensch wandelbar?
Frei für die Erfahrung,
im Lassen, das Tiefste zu finden?

(Bild: Weihrauch und Irisblüte verschmelzen im Lob)

Sakrale Fotografie
Gedanke:
Bei unserem Feiern vor dem Altar,

jubeln gleichzeitig die Irisblüten
auf dem Feld ihrem Schöpfer zu.
Anbetung findet immer und überall statt.
Gotteslob ist allgegenwärtig
und durchdringt alles
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