Das Übel verwandeln

Wir haben die große Freiheit NEIN zu sagen.

Auf dich, Herr, mein Gott traue ich! Hilf mir von allen meinen Verfolgern und errette mich.“
Ps. 7, 2

Wer Gott vertraut, wird nicht vor dem Übel verschont, jedoch erhebt er sich wie ein Adler über das Übel. Unser Leben ist voll von Ereignissen und Gedanken, die uns in Unruhe versetzen wollen, die uns nachschleichen und lähmen wollen. Das was uns Gott an Gutem anvertraut hat, steht ständig in der Gefahr, in der Auseinandersetzung des Lebens über Bord zu gehen. Wir sind zum Weg der Liebe aufgebrochen, wollen ein echt geheiligtes Leben führen und merken, wenn uns einer ein bisschen an unserer Ehre kratzt, wie schnell bei uns im Keller die Wölfe heulen. Schlagartig werden wir von bösen Gedanken aufgefressen. Die Anfechtung, die Verlockung, die Hassgefühle lauern an jeder Ecke. Das Böse verfolgt uns auf Schritt und Tritt. Wir spüren, wie wir nicht aus unserer Haut können, und zum Spielball anderer Mächte werden. Wo wir solchen Gedanken den Freiraum lassen, mauern wir an unserem eigenen Kerker.

Jesus betet in solchen angefochtenen Situationen: Ich bitte nicht, dass du sie aus der Welt nimmst, sondern dass du sie bewahrst vor dem Bösen. Das ist das entscheidende im Glauben, nicht dass wir das Böse wegbitten, sondern im Bösen standhaft bleiben. Die Anfechtung wird bleiben, jedoch der Glaube geht anders damit um. Jesus ging seinen bedrohten Heilsweg bis zu Ende, ohne einen inneren Hass gegen seine Verfolger zu entwickeln. Als er vom Bösen versucht wurde und äußerst verlockende Angebote erhielt, hat er einfach nein gesagt. Das Böse bleibt, jedoch das Vertrauen auf Gott schafft einen freiheitlichen Umgang mit dem Bösen. Wenn uns ein beleidigendes, böses Wort trifft, entscheidet das Gottvertrauen, ob mich diese Worte zu Tode verletzen, oder ich mich königlich darüber erhebe. Wo ich Gott vertraue, findet in mir eine Verwandlung des Bösen statt. Wir werden nicht vom Übel verschont, wir transformieren das Übel. Das ist die Freiheit eines Christenmenschen. Das ist die Kraft des Glaubens, der empfangenen Hass, nicht als Hass zurück gibt. Wo das Böse auf Gottvertrauen stößt, verliert es seine zerstörende Macht. Im Vertrauen auf Gott, übernehmen wir die Herrschaft und weisen das Böse in seine Schranken. Wir sind nicht die an das Böse hilflos Ausgelieferten. Wir haben die Freiheit nein zu sagen, gegen die sich in uns aufbäumenden Kräfte. Wir können damit keinem Übel in der Welt die Schuld geben, dass wir innerlich verletzt sind. Im Vertrauen auf Gott, ist der in uns mächtig, der Böses in Heil verwandelt. Daher nehmen wir dieses Gebet zu Herzen: Auf dich, Herr, traue ich!

Zeigen wir nicht unseren Mangel an Vertrauen, wenn wir dem Bösen einfach für alles die Schuld geben?

Auslegungen für jeden Tag
http://www.ebk-blumenmönche.de
https://brtheophilos.wordpress.com/category/predigt/tageslosungen/

Advertisements

Liebe ist besser

Wenn Gott wissen will, wie sehr ich ihn liebe, dann fragt er nicht mich, sondern meinen Nächsten. Walter Lüthi

„Besser ein Gericht Kraut mit Liebe als ein gemästeter Ochse mit Hass.“
Spr. 15, 17

Nicht nur in der Küche gilt der Maßstab, Liebe geht durch den Magen, sondern es ist das Markenzeichen der Glaubenden. Wo der Tisch perfekt gedeckt ist, das Buffet eine Vielfalt präsentiert, der Wein vom Besten ist, die gehobene Gesellschaft edel sich die Gläser zuprostet, kann der Schein sehr groß und die Atmosphäre eiskalt sein. Menschen können sich mit Perfektion, mit eindrucksvollen Gesten sehr viel vormachen und ihre Herzlosigkeit überspielen. Der gemästete Ochse soll blenden, soll Eindruck schinden, soll etwas zeigen, was gar nicht da ist. Im Gegenteil, wir können die schönsten Worte machen, mit Engelszungen reden, und offenbaren dabei wie rücksichtslos und lieblos wir sind. Mit ganz süßen Worten, wird der andere super freundlich abserviert. Im lächelnden Gesicht, zeigt sich ein abgrundtiefen Charakter. Fromm und verschlagen, das wird sehr oft den Glaubenden vorgeworfen. Hinter einen schönen Maske heulen die Wölfe. Wenn eine bürgerliche Gemeinde, einer siebenköpfigen Flüchtlingsfamilie gönnerhaft eine alte Wohnung anbietet, in der an den Wänden das Wasser vom oberen Stockwerk herunterläuft und keine Heizung funktioniert, ist das alles andere als eine liebevolle Geste.

Gott sagt, die Liebe ist das Markenzeichen des Glaubens. Da ist die Begegnungsebene das Herz, der Sitz der ganzen Persönlichkeit. Gott selbst ist durch und durch getriebene Liebe zum Leben. Seine Handlungen wollen Herzen erweichen. Unter ihm geschmeidig gewordene Menschen, wollen in ihrer ganzen Schwachheit, von dieser Liebe lernen, zu der wir nur so schwer in der Lage sind. Die Liebe ist die einzige Annäherung zu Menschen, mit denen wir uns auf anderer Ebene nicht mehr austauschen können. Die Liebe versteht jedes Kind, es versteht jeder alte und demente Mensch. Aus unserem Haus Geborgenheit kennen wir die Schicksale, in denen die alten Väter in ihrer beginnenden Verwirrung, die Söhne und Töchter beschimpfen, dass sie allein gelassen worden sind und von ihnen abgeschoben wurden. Da kommen Vorwürfe noch und nöcher, die nur noch verletzend sind. Hier hilft kein Gespräch, keine noch so sachliche Auseinandersetzung oder Diskussion, dass es das Beste wäre, was Kindern ihrem Vater tun könnten; es kann nur die Liebe zaghafte Brücken bauen. Die Liebe kann gelassen mit den Beleidigungen und Verletzungen umgehen, um den brummenden Vater in den Arm nehmen. Das ist besser als rechthaberische Gespräche zu führen. Ein Liebe, die wir schweren Herzens, am Herz Gottes lernen können.

Ist es nicht besser, diese Liebe zu lernen, und kleine Brücken zu bauen, wo sonst nur noch Hass regieren würde?

Vergeben entspannt

Mit einem weiten Herzen lebt es sich gelassen, auch wenn Vorwürfe, Intrigen und Beschuldigungen über einen herunterbrassen.

„Sprich nicht: Ich will Böses vergelten! Harre des Herrn, der wird dir helfen.“
Spr. 20,22

Krieg ist nicht nur in Nord Syrien, Krieg beginnt in uns. Wo wir uns ungerecht behandelt fühlen, ziehen wir alle Register. Wer uns beleidigt und an der Ehre kratzt, muss mundtot gemacht werden. Keiner will Streit, doch ein Wort gibt das andere, in der Familie, in der Gemeinde, oder auf dem Amt bei unbeweglichen Beamten. „Das lasse ich mir nicht gefallen,“ startet Rachegelüste. Unrecht muss ja schließlich bekämpft werden. Das ist richtig, doch Gott kämpft anders. Er begegnet dem Bösen mit weitem Herzen. Er ersäuft Untaten in Liebe. Jesus lässt sich zugrunde richten, ans Kreuz schlagen und sagt: Vater vergibt ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun. Die Antwort auf Hass ist Vergeben. Wer dem Bösen mit Bösem antwortet, vermehrt es, wer ihm mit Liebe begegnet, entwaffnet es. Vergeben nimmt dem Konflikt die Luft weg. Das eine summiert das Drama, und endet im Streit um Rechthaberei, das andere verringert es, und lässt sich schmunzelnd gegenübertreten. Wem vergeben wurde, der bekommt ein geschmeidiges Herz. Wo wir selbst die Vergebung Christi erfahren haben und für uns in Anspruch nehmen, kennen wir die Entspannung, die darin liegt. Wer nicht mehr Schuld vorgeworfen bekommt, wem sein Versagen nicht mehr aufgerechnet wird, der braucht selbst nicht mehr zu rechnen. In der Vergebung haben wir bereits alles gewonnen, was unserer Ehrenrettung dient, wir brauchen nicht mehr um Ehre und Anerkennung zu kämpfen. Erfahrene Vergebung reißt Herzen auf, die allen, alles vergeben können, Da bleiben keine Reste und Reserven, die irgendwo im Magen weiterknurren. Harre des Herrn, ist das Festbeißen an der Vergebung. Wer sich an der Vergebung festbeißt, ist wie die Frühjahrsonne, die das Eis, der davorliegenden klirrenden Kälte dahinschmelzen lässt. Vergebung löst Verkrustungen und lässt sie wachsweich werden.

Im Kampf gegen all das Böse, mit dem wir uns täglich herumschlagen, ist Vergeben die stärkste Waffe. Dem ständigen Kleinkrieg können wir mit weitgewordenem Herzen begegnen. Wo der andere an mir schuldig geworden ist, entspanne ich meinen eigenen Groll, indem ich so schnell wie möglich vergebe. Es macht keinen Sinn lange zu warten, bis der andere „seine Lektion“ gelernt hat, und versauert dabei selbst . Wer vergeben lernt, hat die größte Hilfe, die Gott Menschen gibt, um mit einem weiten Herzen, dem Bösen zu begegnen.

Warum sollten wir da noch rechnen und vergelten?

Entstresste Beziehungen

Es ist ein halb Himmelreich, wo Frieden herrscht.

„Der Herr schafft deinen Grenzen Frieden.“
Ps. 147, 14

Wir kennen es: es kann kein Mensch in Frieden leben, wenn es dem bösen Nachbarn nicht gefällt. Jeder sehnt sich danach, doch bereits am Frühstückstisch erleben wir, welch eine zarte und brüchige Pflanze der Frieden ist. Keiner will Streit, doch ein Wort gibt das andere. Wenn der Herr Frieden schafft, zeigt der Psalmist auf, das die Menschen ein Problem damit haben. Frieden geht nicht von Menschen aus, sondern kommt von Gott. Gott hat am Anfang den Menschen im Einklang mit sich und der Natur geschaffen; das war das Paradies. Doch dem Menschen war das noch zu wenig, er wollte mehr. Ihn packte die Gier, die Überheblichkeit, das größer und besser sein wollen, die Unzufriedenheit und dann war es aus mit dem Traum. Er wollte mächtiger sein als Gott und beraubte sich damit seiner Freiheit. Seit da erschlägt der Bruder seinen Bruder, oder beschuldigt der Bruder die Schwester, sich das Erbe der Eltern erschlichen zu haben. Da stecken die Brüder ihren Bruder Josef in den Brunnen und verkaufen ihn nach Ägypten. Der Ursprung von Unfrieden liegt in ganz banalen Strickmustern der Abgründigkeit des Menschen. Jeder Tag zeigt aufs Neue, auf welch wackeligen Füßen der Friede im Großen und im Kleinen steht.

Wo Gott Frieden schafft, geht er an den Ursprung zurück. Er befriedet den Beziehungskonflikt, zwischen ihm und dem Menschen. Mit Christus lässt er den Menschen zur Ruhe kommen. In das Kämpfen um sich selbst kommt Frieden. Die Unruhe, das Getrieben sein nach mehr, die Gier zu kurz zu kommen, die Eifersucht wird gestillt. Christus geht ans Eingemachte. Das Herz, der Charakter, die ganz leicht zum Brodeln kommen, finden Ruhe. Der Friede Christi wirkt gegen all die aufschäumenden Emotionen. Wer in Christus zur Ruhe gekommen ist, hat sein Recht und alle Wertschätzung, die er für seine Person braucht. Wer im Frieden ruht, für den beruhigt sich der Kampf um sich selbst. Der Kampf um Macht und Ansehen, aller Geltungsdrang, kann zum Schweigen kommen. Der Friede Christi, der höher ist als alle menschliche Vernunft, der formt das Herz, den Sitz der menschlichen Persönlichkeit. Über aller Begrenzung, über allen niederen Beweggründen geht damit der Himmel auf. Wo dieser Friede regiert, können Menschen Grenzen überwinden und aufeinander zugehen. Dieser Frieden ist die starke verbindende Kraft, der die Welt am Leben erhält.

Ist der Friede in uns so stark, das er andere nicht unter Druck setzen muss?

Das Ende des Amoklaufes 

Frieden kommt nicht von guter Politik, oder der Friedensbewegung.
„Die zum Frieden raten, haben Freude.“

Spr. 12, 20
„Es kann kein Mensch in Frieden leben, wenn es dem bösen Nachbarn nicht gefällt.“ Wir kennen das. Vor kurzem gedachte unser Land an 70 Jahre Frieden. So lange kein Krieg ist eine Leistung. Aber haben die Menschen in unserem Land wirklich Frieden? Hat die Welt Frieden? Täglich erleben wir das Gegenteil. Der nicht endende Krieg in Syrien. Die Treppenschupser in der Berliner U-Bahn, oder der Sattelschlepper auf dem Weihnachtsmarkt. Wir erleben die ständigen Streitereien in den Ehen und Familien. Wir hören von einem Schlosser, der vor Gericht gezogen wird, weil ein Gartenzaunpfosten ein paar Zentimeter falsch gesetzt war.

Wir müssen feststellen, richtig echter Frieden in der Welt geht nicht. Unfrieden liegt in der Unruhe der Menschen. Solange da irgendetwas brodelt, kann keine Politik und keine Friedensbewegung Frieden schaffen.
Frieden kommt nicht von außen, Frieden kommt von innen. Unser Herz ist solange unruhig in uns, bis es seine Ruhe in Gott findet, sagt Augustin. Frieden hängt mit Gott zusammen. Wo eine Seele in Gott zur Ruhe kommt, ist sie Zuhause angekommen. Gott stellt in die eigentlichen Lebenszusammenhänge, dass man nicht mehr um sein Recht kämpfen muss. Frieden ist das Ende des Amoklaufes gegen Gott.  Christus heißt die Friedensstifter selig, die Kinder Gottes geworden sind. Wo die Familienverhältnisse mit Gott in Ordnung gekommen sind, kann es auch in unseren Familien Frieden geben. Die „friedliche Revolution“ bei der Wiedervereinigung kam nicht in erster Linie von der Politik, sondern aus den Kirchen mit Lichtern und Gebeten. So kann sich Frieden ausbreiten. Frieden ist die Revolution am Herzen Gottes, an der Menschen Freude erfahren.
Wollen wir nur Frieden schaffen ohne Waffen, oder Menschen in ihr wahres Zuhause führen?

Gnade macht enttäuschungsresistent

wer Barmherzigkeit erfahren hat, kann selbst barmherzig sein.
„Ruben sprach zu seinen Brüdern: Vergießt nicht Blut!“

1. Mose 37, 22
Blut vergießen ist nicht nur eine Frage von Krieg und Terror, sie beginnt ganz im Kleinen bei uns. Wir kennen die alltäglichen Situationen, der offenen und versteckten Beleidigungen und Vorwürfen. Wenn manche Leute schon den Mund aufmachen, fängt in uns etwas zu Kochen an. Da schaffen es ein paar Worte, unsere fromme Seele in Wallungen zu bringen. Eine Stichelei, und schon braut sich in uns ein Gewitter zusammen. Da kennen wir uns plötzlich selber nicht mehr und erschrecken, welche Hassgefühle in uns aufkommen können. Eigentlich dachten wir, wir hätten uns fest im Griff und stehen darüber. Hier erleben wir den Selbstverteidigungswahn des Menschen. Die Theologie spricht von der Rechtfertigung. Wir stehen ständig unter dem Eindruck, wir müssten uns vor Gott und aller Welt rechtfertigen. Wir müssten uns selbst zum Recht verhelfen. Quasi, wenn wir das jetzt richtig stellen, ist die Welt wieder in Ordnung.
Rechtfertigung war Luthers großes Thema. Nicht der Mensch schafft Recht, sondern Gott schafft Recht. Wir sind nicht für die Reaktionen und Handlungen des anderen verantwortlich, wir sind für uns selbst verantwortlich. Der Umgang Gottes mit unserem inneren Aufbäumen, mit all den Abgründen die sich auftun, ist Barmherzigkeit. Gott schafft Recht durch Christus. Die Gnade ist das Auffangbecken für unser Hasspotenzial. Weil Gott liebt, sind wir gerecht gemacht, stehen wir im Richtigen.
Hier beginnt Heiligung. Hier wächst der unvergorene Mensch in die Gnade. In der Heiligung endet die Selbstrechtfertigung, weil wir bereits gerecht gemacht sind. Die erfahrene Barmherzigkeit macht an den Abgründen zur Liebe fähig. Auf dem Weg der Heiligung werden wir mehr und mehr enttäuschungsresistent, weil wir geliebt sind und nichts zu verlieren haben.
Ist die Barmherzigkeit nicht entwaffnend in allem Hass?

Achtung Pulverfass!

die Gewissensfrage geht voll an den Nerv.
„Soll ich meines Bruders Hüter sein?“

1. Mose 4, 9
Getroffene Hunde bellen. Gott legt seine Finger auf die wunden Stellen. Kain schreit dabei nur frech auf. Er drückt sich vor der Verantwortung, seinen Buder umgebracht zu haben. Wo Gott den Mord zur Sprache bringt – Ausreden! Wir blicken hier in die Abgründe menschlicher Seelen. Wer an der Gottesfrage kneift, steht in der Gefahr, dem Leben an den Kragen zu gehen. Da geht es nicht mehr um kleine moralische Delikte, sondern um einen tiefgreifenden Schaden. Menschen können sich innerlich so verhärten, dass sie über Leichen gehen. Da entwickelt das eigene Machtstreben oder erfahrene Enttäuschungen solch ein Potential, dass Köpfe rollen. Wir brauchen diese dunkle Seite nicht nur bei den Terroristen suchen. Wenn wir uns selbst beobachten, wie schnell sich Hassgefühle gegen andere entwickeln, die uns Unrecht getan haben, erkennen wir ein Pulferfass. In Extremsituationen kennen wir uns selber nicht mehr und können nicht abschätzen zu was wir alles in der Lage sind. Da kreisen Gedanken in uns, über die wir selbst erschrecken.
Gott stellt uns immer wieder die Gretchenfrage: Wie hälst du´s mit dem Glauben, sprich. Er will genau in diese Giftküche der Gedanken eindringen. Er will das innere Brodeln und Auflehnen überwinden. Er will den unterschwelligen Gefahrenherd ausrotten. Er will Licht ins Dunkel bringen. Deshalb braucht die Welt Erlösung. Deshalb brauchen Menschen den Christus. Diese Weglauftendenz braucht die ständige Erneuerung. An der Gottesfrage entscheidet sich, ob wir zur Gefahr für uns selbst und für unseren Nächsten werden. Christus macht uns den Nächsten zum Bruder. Darin entsteht die Mitverantwortung für die Welt. Da wächst zusammen, was zusammen gehört. Die Frage nach unserem Glauben stellt uns nicht bloß, sondern heilt die verwundete Schöpfung und verbindet verwundete Herzen.
Wo finden wir bei uns die Stelle, an der wir dieser Frage ausweichen?

Null Toleranz bei Bosheit 

„Die ihr den Herrn liebet, hasset das Arge!“

Ps. 97, 10
Klare Ansage für die Glaubenden. Im Umgang mit dem Bösen gibt es nur Rigerosität. Menschen am Herzen Gottes sagen nicht zu allem Ja und Amen. Da zählt nicht, immer nur lächeln und nett sein. Glaubende schlagen auf den Putz, wo Zerstörung am Werk ist. Echte Liebe zu Gott muss Hass entwickeln, zu allem was Gott nicht meint. Das ist eine Stimmung und ein Gefühl, die uns so gar nicht liegen. Können wir wirklich hassen? Haben wir eine Abscheu gegen das was Gottes gute Ordnungen durchbricht? Bäumt sich da etwas in uns auf, wenn das Leben mit Füßen getreten wird? Menschen an der Quelle des Lebens müssen eine gesunde Auflehnung entwickeln, gegen alles, was die Quelle verseucht. Wo es um Fehlentwicklungen geht, in uns, in Kirche und Gesellschaft, muss sich etwas in uns Aufbäumen. In unserem pluralen Denken, muss sich ein Platz für ein NEIN entwickeln. Wer das Böse toleriert, untergräbt die Liebe Gottes. Das Vermächtnis, das Gott uns anvertraut hat, braucht entschlosse Kämpfer für das Gute. Paulus fordert in dem Zusammenhang auf, den törichten Menschen mit guten Taten das Maul zu stopfen. 
Wer in Gott lebt, ist zum Einmischen geboren. Die wahre Liebe kennt null Toleranz gegen das Böse. Echte Liebe wird ungemütlich, wo die Liebe mit Füßen getreten wird. Gott hat der Sünde mit Christus das Maul gestopft. Gott, der leidenschaftlich für das Leben kämpft, kämpft genauso entschlossen gegen den Tod. Wer in der Liebe steht, kann keine Liebe für das Arge entwickeln.
Kommen wir noch in Wallungen, wenn Bosheit gesellschaftsfähig gemacht wird?

Gib dem andern was er braucht

image

„Hass erregt Hader; aber Liebe deckt Übertretungen zu.“
Spr. 10, 12

Masaru Emotu ist ein Wissenschaftler, der Wasser erforscht. Er hat festgestellt, dass jeder Wassertropfen Informationen speichert, wie eine Speicherkarte. Diese gespeicherten Informationen lassen sich im gefrorenen Zustand darstellen. So fotografiert er Wasserkristalle. Er machte Bilder von Wasser, das in einem Glas war, auf dem Liebe stand und andere auf dem Hass stand. Das Ergebnis war faszinierend und erschreckend. Kristalle aus Liebe waren gleichmäßige, wunderschöne Kunstwerke, die Kristalle, die aus dem Haasglas entstanden, waren hässliche, deformierte Klumpen.

Hass und Liebe sind gewaltige Mächte, die über Lebensqualität entscheiden. In ihnen liegen Wachstum oder Zerstörung. Hass ist nicht nur ein schlechtes Wort, sondern eine zerstörerische Gewalt. Hass sind Schwingungen, die erregen, aufbäumen, Widerstand auslösen, und jegliches Miteinander zugrunde richten. Hass ist Gift, Lebensentzug, Mord und Tod. Hass ist das Gegenteil von Gott. Wir kennen das alle, was so kleine Gehässigkeiten und Sticheleien für Schaden anrichten.

Das was Leben aufbaut und fördert ist die ureigenste Eigenschaft Gottes, die Liebe. Eigentlich ist das Wort Liebe total verbraucht und aus seinem eigentlichen Wert herausgelöst. Liebe wächst am Herzen Gottes und ist sein ganzes Erbarmen zu Menschen, sie ist das reine Evangelium. Liebe ist ein Zudecker. Sie gräbt nicht nach den Ungereimtheiten des Lebens, sondern sucht das was aufbaut. Übertretungen, dem, was aus dem Ruder läuft, begegnet sie nicht mit Auflehnung, Abwehr und Hass, sondern sucht das Verbindende. Fehler sind kein Grund, dass Miteinander auseinander geht. Die Liebe betreibt ein ganz anderes Fehler- und Krisenmanagement – zudecken. Liebe will das Leben, will verbinden, das geschieht nicht in Konfrontation sondern in Vergeben, in nicht anrechnen, in Schwächen einkalkulieren und ertragen. Die Liebe denkt vom anderen aus; was braucht er jetzt, was hilft ihm in seiner Situation, was dient zu seinem Besten.

Ein starkes Programm. Wir selber haben die Macht, den anderen zu fördern und zum Leben zu erwecken oder ihn in Grund und Boden zu versenken.

Wie würden sich die Kristalle formen, aus den Worten, die wir reden, aus den Handreichungen, die wir geben?

Wer möchte kann diese Lebenseinstellung noch mit 24 goldenen Regeln vertiefen.

https://www.evernote.com/shard/s297/sh/d9cafaa3-d693-4f3a-b568-08c9b2e9cec9/1a5aaaad32235b63cfed1b79232c33cf