Auf und ab findet eine Konstante

O Gott, gib uns immer neu erfrischende Herzlichkeit und schenke uns die Heiterkeit im Glauben.

„Erfreue mich wieder mit deiner Hilfe, und mit einem willigen Geist rüste mich aus.“

Ps. 51, 14
Wer so betet, kennt die Stunden des Absackens im Glauben. Er kämpft mit Trauer und eigener Unwilligkeit. Wie schnell verlieren wir den Glaubensmut, wenn es im Leben dick kommt. Wie schnell geben wir auf und verzagen wir, wenn Unerwartetes über uns hereinbricht. Glaube bewegt sich zwischen Macht und Ohnmacht. Er lebt in der Spannung zwischen Tag und Nacht. Glaube durchlebt die ganze Hinfälligkeit unserer Menschlichkeit. Daher kann sich der Glaube nicht an der menschlichen Gebrechlichkeit entzünden. Glaube kann nicht aus dem Menschen kommen, er entzündet sich an der Gottesgegenwart. Glaube ist Gabe, ist Geschenk, ist das Vertrauen, das Gott weckt. Der Glaube ist das Echo auf den handelnden Gott. Wo der Glaube schwach wird, wo die Zweifel nagen, muss nicht der Mensch seine Anstrengungen verdoppeln, sondern seine Schwachheit zum Gebet werden lassen. Das „erfreue mich wieder“, ist kein Selbstmotivationsprogramm, sondern genau die richtige Adresse für Absacker. Gott baut auf. Das Gebet wird zur Hilfe. Gott selbst ist die Anlaufstelle, wenn wir erkennen, wir hängen ab. Krisen sind normal, dunkle Stunden gehören zum Dasein, doch sie sind der Anfang eines Gebetes. Wo wir an uns selbst verzweifeln wollen, wenn wir erkennen, wie wenig wir zur Liebe und Glauben fähig sind, ist das der Anfang, auf die Hilfe zuzugehen. Wir brauchen regelrecht die Spannungen im Glauben, um unsere Gottabhängigkeit zu entdecken. Erst wenn wir unsere Schwachheit erkennen, kann die Liebe zu Gott groß werden. Wo wir am Ende sind, fängt Gott erst richtig an.
Wo wir unsere Leere spüren ist der beste Augenblick, an dem Gott groß werden kann.  Es sind nicht unsere glaubensstarken Tage an denen uns die Hilfe groß wird, sondern gerade die Wegstrecken, an denen wir ausgelaugt und müde geworden sind. Wo wir mit unserem eigenen Versagen konfrontiert sind, wo wir an Gott und der Welt verzweifeln wollen, wo nichts mehr da ist, kann Gott zu allem werden. In der Dunkelheit entfaltet das Licht seine schönste Wirkung. Daher verkrampfen wir uns nicht, wenn es nicht rund läuft; bitten wir um neuen Glauben, um erfrischende Herzlichkeit, um Heiterkeit und all die Gaben, die nur von ihm kommen.
Ist die Durststrecke im Glauben, nicht der Weg zu viel mehr Hingabe?

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Das Wort bahnt Wüstenwege

Die letzten Worte großer Menschen haben in der Geschichte ein besonderes Gewicht.

„Mose sprach: Nehmt zu Herzen alle Worte, die ich euch heute bezeuge. Denn es ist nicht eine Leeres Wort an euch, sondern es ist euer Leben.“

5.Mose 32, 46.47
Was Mose hochbetagt bezeugt, ist sein Vermächtnis an das Gottesvolk. Sein Lebenswerk war, dem Wort den Weg zu bereiten. Er hat bereits in seiner vierzigjährigen Führungsrolle durch die Wüste, Christuswege gebahnt. Wege des Lebens, waren Vertrauenswege an den lebendigen Gott. Wer dem Wort nicht glaubte, hatte existenzielle Probleme alleine in der Wüste durchzukommen. Es war ein vierzigjähriges Drama zwischen Höhen und Tiefen, Hunger und Durst, Gehorsam und Ungehorsam, bei dem das Wort nicht nur einen von vielen Wegen durch die Wüste aufzeigte, sondern den Einzigen. Als Mose die Gebote empfing, wurde das Wort in Stein gemeißelt. Das Wort erhielt unter Mose eine lebensbestimmende Macht. Daran war das Durchkommen in Extrem-Situationen geknüpft. Das Wort bahnte in Wüstenwege geschichtsträchtige Heilswege. Ohne das Wort wäre die Geschichte des Gottesvolkes in der Wüste versandet. Daher legt Mose am Ende seines Lebens, dieses Vermächtnis jedem ans Herz. „Das einzige, was euch überdauern lässt, ist Christus den Weg zu bereiten. Das Wort ist euer Leben.“
Das ist bis heute so geblieben. Auch wenn wir modernen Menschen von Wissen und Worten überhäuft werden, und viele für sich den Anspruch erheben Lebensworte zu vermitteln, kommt in den existenziellen Krisen, der eigentliche Lebensimpuls nicht aus Menschenworten. Selbst in einer Bruderschaft, in der man eng mit Gleichgesinnten lebt und anscheinend von einer Gemeinschaft getragen ist, kommt die einzige Perspektive aus dem Wort. Wo das Wort an Bedeutung verliert, schwindet die Hoffnung und steigern sich die Sorgen. Wo Menschen ihre Berufung verlassen, hat das Wort seine prägende Kraft verloren. Im Umgang mit dem Wort, steht und fällt eine Gemeinschaft und die Kirche. Ich kann für mich nur bezeugen; durch das intensive Beschäftigen mit dem Wort, ist in mit etwas lebendig geworden, mitten in allen Spannungen eine unverschämte Hoffnung zu haben. Das Wort stärkt die Kraft, gegen alle widrigen Umstände anzuglauben. 
Was würde uns sonst den Mut geben, auf Wüstenwegen Hoffnung zu entwickeln?  

Das Wort ist sicher

Das Wort ist die alles bestimmende Macht.

Der Welt Grundfesten sind des Herrn, und er hat die Erde daraufgesetzt.“

1.Sam. 2,8



Welch starkes Bild; egal, was alles auf dieser Welt wichtig erscheint, wie sich die Menschheit auf dieser Erde entwickelt oder sich selbst zugrunde richtet, alles ruht in dem Wort. Das lebendige Wort, der Christus, sind die beiden Hände, die die Erde wie einen Spielball tragen. Umschlossen, fest im Griff des Wortes: „Ja ich will“, steht das Weltgeschehen. Die Erde ist kein Selbstläufer, sondern vom Wort getragen und durch das Wort funktionsfähig. Das Wort ist das Betriebssystem des Universums. Auch wenn der Erde die Luft ausgeht, ruht ihre Vergänglichkeit in etwas Bleibenden. Auch wenn die ganze Welt zerfällt, geschieht das innerhalb des lebendigen Wortes. Das ist die Spannung zwischen Tod und Leben, zwischen Sterbendem und Ewigen. Die Tragfähigkeit des Wortes garantiert das Überdauern in allem Zerfall. Nichts und niemand kann aus dem, „es werde und es ward“ herausfallen. Die Schaffenskraft des Wortes ist unauslöschbar. Die Macht des Wortes, überragt alle Sicherheitssysteme, die sich die Menschen auf dieser Erde einrichten. Das Wort ist das bedeutendste Wertpapier, die garantierte Lebensversicherung, das, was alle Börsencrashs überdauert. 
Jeder weiß, wie flüchtig die Sicherheiten sind, auf die sich die Menschen verlassen. Eine Währungsreform, und das ganze Kapital ist nur noch die Hälfte wert. Menschen können sich gegenseitig keine Sicherheiten geben, weil es auf der Erde keinen beständigen Halt gibt. Alles Streben nach Existenzsicherung und finanzieller Freiheit, was die meisten in ihrem täglichen Tun antreibt, ist so brüchig, dass es noch etwas Sicheres darüber hinaus braucht. Lebenssicherheit liegt in beidem, dem Mühen um das tägliche Brot und dem Festmachen in dem Wort. Wo der Halt in dem Gehaltenen wegbricht, verstärkt sich die Sorge um das Alltägliche. Wo der Mensch in der Macht des Wortes ruht, und von der Kraft des Christus getragen ist, steht er, auch wenn in ihm und um ihn alles zerfällt. Wo sich das Leben durch Höhen und Tiefen bewegt, ist das Wort der Stabilitätspakt, der Vergängliches überdauern lässt. Das Wort ist sicher.
Wenn wir auf diesen Grundfesten stehen, was sollte uns da aus diesen tragenden Händen werfen?

Weisheit trägt

Wer nicht im Winde treiben will, braucht eine Weisheit, die über ihn selbst hinausreicht.
„Gott ist weise und mächtig; wer stellte sich ihm entgegen und blieb unversehrt?“

Hiob 9, 4
Menschen sehnen sich nach Weisheit und Macht, die hier eindeutig von Gott ausgeht. Weise und mächtig sind kein Privileg der Vergänglichkeit. Sie liegen in dem ewig Bleibenden. Weisheit sind die Dinge um Gott, die er selbst dem Menschen erschließt. Es ist ein Wissen, aus dem der Mensch lebt, jedoch von sich aus nicht eindringen kann. Weisheit ist das Geheimnis der Gottes Gegenwart. In ihr öffnet sich unsere Gottesebenbildlichkeit. Hierin erkennt der Mensch seine Gottesbedürftigkeit. Er kommt an den Puls seiner Existenz. Da wird das Dasein in das mächtige, umfassende Sein Gottes gestellt. Die Berührung mit der Weisheit, ist das Erkennen, ich bin das was ich bin, in und aus Gott. Weisheit bringt unser Leben nach Hause.
Ungekehrt wird der Mensch heimatlos, wo  er sich auf sich selbst verlässt. Sich für weise zu halten und als Maßstab zu setzen, ist der Gang auf morschem Bretterboden. Wo Menschen die Weisheit gepachtet haben, wird das Eis dünn. Unversehrt, steht in unmittelbarem Zusammenhang mit der Weisheit von Gott. Ohne Weisheit zu leben, macht Menschen unglücklich. Ohne Weisheit beginnt das Elend. Wo der Mensch die Gesamtzusammenhänge der Welt Gottes verliert, macht er sich zum Blatt im Wind.
Die Weisheit will uns auf den Grundlagen festmachen. Weisheit ist das ständige zur Besinnung kommen, das sich hinterfragen, das umdenken und umkehren. Es ist das nicht Nachlassen an dem einzig Weisen und Mächtigen zu bleiben. Weisheit ist das Ringen, seine eigene Existenz in Gott zu sichern, um nicht dahinzutreiben und den Mut zu verlieren. Wer weise sein will, muss bei dem Weisen zuhause sein.
Wie wollen wir in dieser Welt bestehen, wenn wir nicht von dieser Weisheit getragen sind?

Glauben und Leiden sind eins

Wer glaubt, braucht Mut zum Kämpfen.
„Der Gerechte muss viel leiden, aber aus alledem hilft ihm der Herr.“

Ps. 34, 20
Wo der Glaubende, Gott an sich zu seinem Recht kommen lässt. bezieht er Position für Gott und gegen sich und die Menschen. Gott steht zu denen, die zu ihm stehen. Im Glauben stoßen zwei Welten aufeinander. Wo sich ein Mensch von Gott bestimmen lässt, tritt er in eine Spannung mit der natürlichen Welt ein. An der Gottesbeziehung scheiden sich die Geister. Die Wahrheit Gottes konfrontiert die Menschen. Der Glaubende wird für den Ungerechten unbequem. 
Das sehen wir im Lehrtext bei Paulus und Silas. Sie befreiten eine Wahrsagerin von ihrem Ungeist. Damit war ihren Auftraggebern das Geschäft vermasselt. Paulus erntete dafür Prügel und die Beiden landeten im Gefängnis. Wie die Gittertüren dann bei dem nächtlichen Lobgesang aufgesprungen sind, kennen wir ja. Oder, noch nicht so lange her, war es im sozialistischen Teil unseres Landes nicht möglich, als Christ ein gewisses Studium zu absolvieren.
Der Glaubende muss leiden, das liegt in der Natur der Sache. Das ist nichts Neues, dafür im KZ zu landen. Wir müssen uns das gerade in einer pluralistischen Gesellschaft immer wieder bewusst machen. Spott und Verachtung zu ernten ist auch in einem Land, das die Religionsfreiheit hochhält nichts Außergewöhnliches. So lange die Erde steht, wir der Glaube bekämpft und muss der Gerechte leiden. 
Das Starke dabei ist, dass Gefängnistore aufspringen und Gott zu den Seinen steht. Wer den Mut hat, an Gott zu bleiben, in dem wird Gott bleiben, auch wenn er unter dem Widerstand umkommt. Wo sich der Mensch auf Gott einlässt, ist er nie verlassen. Wo der Gerechte bereit ist, für seine Überzeugung zu sterben, wird ihn auch der Tod nicht von Gott trennen. Daher können wir mutig für die Gerechtigkeit einstehen, auch wenn es ungemütlich wird.
Was kann uns von der Liebe Gottes trennen, wenn wir bei allem was passiert, nur in sie hineinfallen können?

Liebe ist der Pulsschlag

Nur wer liebt, lernt den andern richtig kennen.
„Achtet genau darauf, dass ihr den Herr, euren Gott liebt und wandelt auf allen seinen Wegen.“

Josua 22,5
Die Liebe ist wie ein Schlüssel. Damit dringt Gott in seine Menschen ein und will sie zu Wesen seiner Liebe machen. Gott will Menschen zu etwas inspirieren, was nicht in ihnen liegt. Seine Liebe will unser Wort, will der Griff unserer Hand, der Tritt unserer Füße sein. Liebe soll Lieblosigkeit durchdringen, will Lichtstrahl in aller Trostlosigkeit sein. Wo Liebe lebt, entstehen magische Momente, die alles Leben über das Dasein hinausheben. 
Diese Wesensart Gottes will überspringen. Es ist die Wesensart Gottes, die im Menschen Auferstehung feiern will. Es ist die Energie, die alles antreibt. Liebe ist Feuer und Flamme für alles was lebt. Gott ist nur damit unterwegs, Menschen anzuzünden. Er will sie brennend machen für das Gute. Mit dieser Liebe will er den Menschen aus der Reserve locken. Unsere Liebe ist das Echo, dass Gott uns berührt hat und bei uns angekommen ist.
„Achtet genau darauf“, will heiß machen auf Gott. Es will uns an diese Liebe binden, auf diese Liebe verpflichten. Darin liegt die Warnung, dass wir ganz schnell eiskalt werden können, wenn wir uns dieser Liebe entziehen. Diese Wort geht gegen unsere Trägheit und Gleichgültigkeit. Es will unsere Alltagsroutine durchbrechen. Es will uns unterbrechen, wo unser Dasein in der Belanglosigkeit verschwindet. Hier steht ein Stopp-Schild gegen das kalt werden und mit Gegebenheiten abfinden.
In der Liebe zu Gott erkennen wir ihn und uns selbst. Die Liebe zu Gott schlägt eine Schneiße durch die Lieblosigkeit der Welt. Da wird das Leben ein Lobpreis und die Handlung Gesang. Da tanzt das Licht und Wege werden klarer. Da klingt die Melodie der unsichtbaren Welt in die Kälte unserer Tage.
Achten wir darauf, dass die Gottesliebe unser Pulsschlag ist?

Ein Navi, auf Fels programmiert 

Eine Burg auf einem Felsen bietet optimalen Schutz.
„Verlasst euch auf den Herrn immerdar; denn Gott der Herr ist ein Fels ewiglich.“

Jes. 26, 4
Ewiger Fels ist an Festigkeit nicht zu toppen. Gott, ein Gebirgsmassiv, das Wind und Wetter trotzt. Ein Fundament, das abtragungsresistent ist. Darauf kann kein Haus in sich zusammenfallen.
Wir sind in unserer Region von einigen Burgen und Schlössern umgeben. Burgruine Hohen Urach und Hohen Neuffen, die Burg Teck und das Schloss Lichtenstein. Die Landesherren früherer Zeit, suchten nicht umsonst Plätze für ihre Bauwerke aus, von denen aus man eine gute Übersicht hatte und Angriffe erfolgreich abwehren konnte. Alle diese Burgen stehen auf Felsen am schwäbischen Albtrauf. Nicht nur schön anzusehen, sondern Festungen, die fast uneinnehmbar sind. Der Standort auf dem Fels macht sie sicher.
Gott ist solch ein Standort. Darauf können uneinnehmbare Festungen errichtet werden. Darauf ist Verlass. Da ist optimale Sicherheit für Angriffe und Übergriffe. Doch es ist keine mühelose Verlässlichkeit. Dieses Vertauen auf Felsen muss schon den Berg hinauf. Wer diesen Sicherheitsstatus erreichen will, muss es wagen nach „oben“ aufzusteigen. Um auf den ewigen Felsen  zu kommen, darf man nicht nur von unten nach oben schauen und die mächtige Burg bewundern. Vertrauen wagen heißt aufsteigen, mutige und steinige Wege zu gehen. Glauben an den Fels gibt durchaus Muskelkater. Das ist kein Sonntagsspaziergang mehr. Wer den Fels will, muss ungemütliche Wege in Kauf nehmen.
In einem Dasein, bei dem nichts hält, bei dem so viel in die Brüche geht, Beziehungen belasten und den Lebensmut rauben, braucht es Felsen, auf die wir uns verlassen können. Der Glaube ist das Navi, das auf Fels programmiert ist. Allen Widerständen und Umwegen zum Trotz, glaubt es sich zum Felsen durch. Der Glaube sieht auch auf dem steinigen Weg, den Grund der ewig hält.
Jesus sprach zu den Jüngern: Wo ist euer Glaube?

Im Tod erkennt man Werte

Wenn das Leben durch die Finger zerrinnt, braucht es Fixpunkte.
„Siehe, meine Tage sind eine Handbreit bei dir, und mein Leben ist wie nichts vor dir. Ach wie gar nichts sind alle Menschen, die doch so sicher leben!

Ps. 39, 6
Drastische Gegensätze werden hier aufeinander bezogen. Sicher leben, und nichts vor dir. Die allgemeine Lebensgestaltung ist wie Luft. Vor Gott, ist das Menschengemachte kalter Kaffee, wertlos und flüchtig. Hier wird eine bittere Billanz gezogen; ohne Gott, kann man alles vergessen. Da ist nichts was hält, was trägt, oder überhaupt als lebenswert bezeichnet werden kann. Siebzig, achtzig Jahre, ein reiner Flop. Alles Mühen, aller Einsatz, alles was erreicht wurde, nur Schall und Rauch. 
Vor dir, ist der Blick vom Ende her. Was ist noch wichtig, von all dem, was uns umtreibt, wenn wir morgen sterben müssten? Im Angesicht des Todes, erkennen Menschen, was in ihrem Leben wertvoll ist. Sobald ich weiß, dass morgen mein letzter Tag wäre, würde mein Heute anders aussehen. Unser Ende stellt vor Gott. Vor ihm erkennen wir schlagartig alles Nichts. Vor ihm, scheidet sich die Spreu vom Weizen. Vor dem Ewigen, wird uns unsere Vergänglichkeit klar. Das stehen wir nach einem gelebten Leben, mit leeren Händen da.
Daher gehört der Bezugspunkt, des vor dir in unser Heute. Sicher, gehaltvoll, erfüllt kommt aus dem Schöpfer. Im Stehen vor Gott, lösen wir uns aus unserem Nichts. Lebesgestaltung, lebt aus der unmittelbaren Gottesbeziehung. Alles Denken und Tun steht in engem Austausch mit Gott. Da sind wir von Liebe geprägt, von Güte umschlossen und von Treue gefestigt. Da arbeiten wir nicht um zu überleben, da bekommt jeder Augenblick einen bleibenden Sinn. Da verkaufe ich keine Blumen mehr, sondern verteile AHA-Erlebnisse, die einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Da springt ein Funke Liebe über, der dem Anderen einen unvergesslichen Moment schafft und ihn über seine belasteten Tage trägt. Erst im Stehen vor Ihm, verliert unser Nichts. Da fallen ewige Samen in die vergängliche Erde. Da können wir im Rückblick erkennen, Gott hat seine Spuren in unserem Leben hinterlassen.
Wäre es nicht gut, gerade die Urlaubszeit dazu zu verwenden, unsere grundsätzliche Lebensausrichtung zu Überdenken?   

Treue ist kein Traum 

Verlässlichkeit, ist das Netz, das Beziehungen verknüpft und auffängt.
„Die Wege des Herrn sind lauter Güte und Treue für alle, die seinen Bund und seine Gebote halten.“

Ps. 25, 10
Auf die Frage, wem oder was können wir vertrauen, kommt hier die Antwort; den Wegen des Herrn. Da ist das Gute in Stein gemeiselt. Treue ist das, wonach sich jeder sehnt, was jedoch nicht einmal die Hälfte der Menschen in ihren Beziehungen schaffen. Jeder will etwas Festes, sucht das Vertrauen und ist selbst nicht in der Lage auch nur eines von beiden zu leisten. Umso mehr muss muss uns diese Treue hellwach machen. Bei Gott ist etwas Beständiges, was alles menschliche überragt. Da gibt es ein Bündnis, das nicht in die Brüche geht. Da ist Verlässlichkeit für alle Zeit. Da ist etwas Tragfähiges, das durch alle brüchigen Zeiten trägt. Hinter allem Dasein steht gut und treu. Da steht einer zu sich und zu allem, was er geschaffen hat. Diese Treue ist die Garantie für alles Leben. Wenn Gott untreu wäre, hätten wir nichts mehr zu lachen, da würden wir an unserer Untreue zugrunde gehen. Das was die Menschheit erhält, ist diese Grundverlässlichkeit, auf die alles aufgebaut ist. 
Wenn wir Vertrauenswege suchen, dürfen wir nicht bei vergänglichen Menschen anfangen. Wer Treue bei Menschen sucht, muss unweigerlich enttäuscht werden. Unsere Treue kann sich nur aus dem Treuen aufbauen. Wo wir seinen Bund, wo wir Christus in Anspruch nehmen, kommt Stabilität in Untreue. Wir werden dadurch zu vertrauenswürdigen Personen, wenn wir dieser Treue vertrauen. In diesem Bund verfestigt sich das brüchige Menschsein. Indem wir in Christus die Treue zu spüren bekommen, werden wir zu tragfähigen Menschen. Weil Gott sich unverrückbar fest an Menschen bindet, können diese zu Säulen für andere werden. Verrtrauen kann dort wachsen, wo jemand dieser Treue vertraut. Hier bekommt alle Auflösung ein trägfähiges Fundament. 
Wie sehr halten wir uns an diesen Bund, dass treulose Menschen wieder festen Boden unter die Füße bekommen?

Ewiges überlagert zeitliches 

was wirklich groß ist, kann nur der ermessen, der das Kleine kennt.
„Wie groß sind Gottes Zeichen und wie mächtig seine Wunder!  Sein Reich ist ein ewiges Reich, und seine Herrschaft währet für und für.“

Dan. 3, 33
Daniel staunt über den Unterschied. Wie total anders ist die Welt Gottes, zu der des Menschen. Darin liegen grasse Gegensätze. Die großen Zeichen der Menschen können oft nur Schrecken. Die Wunder liegen oft darin, dass wir uns über unsere Ohnmacht wundern. Das Reich, in dem wir leben zerfällt Stück um Stück. Nichts ist beständig; bei allem was wir erreichen können steht am Ende der Tod. Menschsein ist in der Tiefe ein hoffnungsloser Fall. Dieser Welt, diesem Reich, steht ein ganz anderes Reich gegenüber. Eine Welt, die wir so nicht kennen und wahrnehmen, weil wir alles anders erleben. Der natürliche Mensch hat keinen Zugang und findet keine Beziehung zu dieser anderen Welt.
Dahinein lässt einzig Gott schauen. Durch Christus verbindet er diese beiden Welten. In Christus erkennen wir diese Gegenwelt Gottes, die nichts mit der unseren zu tun hat. Christus erschließt uns das Gegenteil unserer erfahrbaren Welt. Wir erleben in ihm den unfassbaren Gott. Er gewährt uns den Blick hinter die Kulissen. Wir sehen nicht mehr nur das in sich zusammenfallende Kartenhaus, wir sehen ins Paradies. Da ist Herrlichkeit, da ist ewig Bleibendes, da ist die Welt Gottes, in der andere Naturgesetze gelten. Diese Welt steht in Christus offen. Durch Christus findet eine Überlagerung von dieser Welt über unserer Welt statt. Wir kennen das aus der Schwingungstheorie. Schädliche Digitale Strahlen können von organischen Sinuswellen überlagert werden und dadurch unschädlich gemacht werden.
Wo dieses Reich Macht gewinnt, brauchen wir die Gesetze unserer Welt nicht mehr zu fürchten. Denn wir leben in aller Schwachheit unter diesen anderen Naturgesetzen. Es kommt nicht auf das an, was wir sind, haben und leisten, sondern Gott leistet alles. Er hat die Macht übernommen. In alles Zeitliche kommt das Ewige. Auch eine kleine Gemeinde braucht sich nicht über ihren Schwund zu grämen, weil Gott der Handelnde ist. Die Kleinen, Schwachen und Ohnmächtigen, werden die Wunder Gottes erleben.
Wie kommen wir zu der Auffassung, dass wir irgendwie zu diesem anderen Reich beitragen können, wenn Gott darin alles schafft?