Gutes braucht bereite Erde

Gott hört nie auf zu geben. Lasst uns nie aufhören zu empfangen. Theresa von Avila

So spricht der Herr: Es soll meine Freude sein, ihnen Gutes zu tun.“
Jer. 32, 41

„Ihnen Gutes tun“ steht Gott auf die Stirn geschrieben. Das ist seine Motivation und der Sinn all dessen, was ihn mit Menschen umtreibt. Über jedem Leben steht dieses Gute. Egal wie katastrophal die Biografie verläuft, Gott freut sich, darin seine Gegenwart zu offenbaren. Auch wenn er kurz zuvor den Ärger über sein widerspenstiges Volk abgelassen hat, kann er niemand anders sein, als der, der sich auf den Menschen zubewegt. Halsstarrigkeit und Widerwillen beantwortet er mit Gutes tun. Dabei ist Gutes tun, von der ganzen Leidenschaft geprägt, dem Bösen zu entreißen. Gutes tun, sind dabei nicht nur Nettigkeiten und das Übel zudecken; es ist die ganzen Leidenschaft des in-Ordnung-Kommens. Wenn ein Volk sich gegen Gottes Führung auflehnt, sich fremden Götter verschreibt und einem Baal-Kult huldigt, kann das Gute auch als Feuer vom Himmel fallen und Städte und Häuser erst einmal in Schutt und Asche legen. Gott stülpt das Gute nicht über, sondern will es durch einen Umbruch im Menschen wachsen lassen. Er will in den Grund des Menschen. Er will Existenzen in ihrer ganzen Seins-Struktur erneuern. Er will seine gestaltende Macht in Herzen pflanzen. Das ist ein Umgestalten, das mit einem zähen Ringen und Kämpfen zu tun hat. Damit sein Gutes wird, muss oft Hartholz gespalten werden. Das kann über alle Maßen schmerzhaft sein. Doch es ist eine alte Erfahrung, dass der Mensch eher durch Schmerzen als durch Lob das Gute lernt. Es müssen oft die richtigen Hämmer in ein Leben kommen, bis Menschen bereit werden umzudenken und neue Wege einzuschlagen. Für Gott ist es harte Arbeit, die Menschen zum Guten zu führen. Er scheut dazu nicht den eigenen Schmerz. Das Gute ist die Türe über das Kreuz. So hart, so entschlossen ist sein Wille zum Guten. Christus ist das Gute, das Gott den Unwilligen und Beladenen antut. In Christus durchschreitet man die Türe vom Unguten zum Guten.

Alles Schlechte, alles Übel, ist von diesem Willen zum Guten durchdrungen. Wir können die Missstände beklagen, wir können über die Härten in unserem Miteinander jammern, doch wenn wir nicht immer neu durch diese Türe gehen, bleibt uns nur die Verzweiflung. Wo die Lasten kein Ende nehmen, wir uns an den Alltäglichkeiten aufreiben, können wir nicht aus dem Übel unsere Hoffnung erwarten. Wir können dieses aufbauende und lebensschaffende Gute auch nicht aus uns heraus erwarten. Es ist eine Aktion die einzig aus Gott kommt. Gutes können wir nicht schaffen, wir können es nur empfangen. Es ist der Anteil, in dem sich Gott in unserem Leben verwirklicht, in dem seine Freude zu der unseren wird. Das Gute kommt, wo unsere verkrampften Hände zu offenen Schalen werden, wo unser Herz zu einem bereiten Boden wird, in dem er seine Blumen pflanzt. Gott hat Freude an dieser Arbeit. Seien wir bereit!

Welche Türe machen wir auf, damit das Gute hindurchgehen kann?

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Übel ist Same für Gutes

Gottvertrauen und Geduld, machen aus einem verachteten und gemobbten Bruder einen Kanzler.

Josef sprach zu seinen Brüdern: Ihr gedachtet es böse mit mir zu machen, aber Gott gedachte es gut zu machen.“

1.Mose 50, 20

Eine absolut umwerfende Aussage. Aus böse wird gut, ohne dass wir darauf einen Einfluss haben. Josef hätte genug Grund gehabt am Leben zu verzweifeln, als er vom Großteil seiner Brüder so hinterhältig abgeschoben wurde. Ablehnung und Mobbing vom Feisten. Als Vorzeigesohn im Brunnen eingesperrt und als Sklave nach Ägypten verkauft, hat beileibe nichts mehr mit Geschwisterliebe zu tun. Er musste abgrundtiefe Verachtung aushalten, Gewalt und das herausgerissen werden aus der eigenen Familie. Und das als gläubiger junger Mann. An solch einer Dreckssituation ließ sich nichts mehr schön reden. Da war nicht mehr irgend ein Funke von Gutem zu erkennen. Da war die Zukunftsperspektive nur noch schwarz. An ihm tobte sich die ganze Schlechtigkeit der Menschen aus. Alles Übel der Welt stand gegen ihn. Beim Lieblingssohn ging es nur noch bergab. Eine Situation, bei der man sagen könnte, das Leben ist gelaufen.

Doch nicht bei einem Menschen mit Gott. In diesem Horror entwickelte Josef keinen Hass, sondern behielt sein Gottvertrauen. Dort wo es nichts zu hoffen gab, ließ er Gott an sich geschehen. So wie er an sich den Hohn seiner Brüder zugelassen hat, lässt er das Wohlwollen Gottes zu. Er hat es zugelassen im Sklavenhandel unwürdig vermarktet zu werden. Er hat die Intrigen der Frau des Fürsten zugelassen. Er hat Gefängnis zugelassen. Und er hat trotzdem geglaubt. Er hatte keine Angst, dass er sich nicht richtig entwickeln könnte, oder seine Gaben richtig einsetzen; er hatte einfach vertraut. Er machte sich unter aller Erniedrigung keinerlei Sorgen um sich, sondern wollte in aller Demütigung ein Werkzeug Gottes bleiben. Er glaubte an den Guten. Er überließ alles was geschah dem Böse-Gut-Verwandler. Gott bleibt in allem der, der Chaos ins Leben bringt, der Finsternis mit Licht durchbricht und Tod mit Auferstehung. Gott bleibt in allen der für den Menschen Unberechenbare. Da zählt die augenblickliche Situation nicht. Da ist ab jetzt das Gegenteil möglich. Wir können Gott nie mit einem menschlichen Horizont einmessen. Wo er handelt, wird verbrannte Erde immer zum Blühen kommen.

Woher nehmen wir die vermessene Aussage, jetzt ist alles vorbei, das wird nicht mehr. Warum meinen wir, wir müssten uns gegen alles Übel wehren, wenn auf einer ganz anderen Ebene die Fäden gezogen werden. In allem was uns widerfährt dürfen wir wissen, dass das Übel der Same ist, aus dem Gutes wachsen wird. Gerade an unseren Grenzen, in aller Ablehnung, oder dem wie das Leben und die Menschen uns mitspielen, können wir Vertrauen wagen und hoffen. Wir brauchen nicht so sehr gegen das Übel kämpfen und uns dagegen auflehnen, als mehr geduldig zu sein und zu warten, bis der Same aufgeht. Wer vertraut, kann alles erwarten.

Weshalb soll uns da das Böse noch einschüchtern wollen?

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Von Glückseligkeit verfolgt

Ewigkeit kommt zu jedem Zeitpunkt vor. Elazar Benyoetz

Aus einem der größten Trost-Psalmen kommt die volle Wucht der Gottes Güte. Wir sind die von Erbarmen Verfolgten. Der Reichtum von Gottes befreiender Kraft, wird uns überall hinterherschleichen. Wohin uns unsere Wege auch führen, quer durch die finstersten Täler, hängt uns die Erlösung an den Füßen. Wo Gutes und Barmherzigkeit allgegenwärtig sind, ist Christus mitten in der größten Hölle. Der menschliche Ausnahmezustand ist Gottes Präsenz. Mitten in der „Todes-Schatten-Schlucht“, wie Martin Buber diese Stelle übersetzt, bricht Herrlichkeit an. Ewigkeit ist der Schatten aller Nacht. Wer vom Guten verfolgt ist, dem klebt Glückseligkeit an den Fersen. Was auch kommt, es wird sich zum Guten wenden. Das ist die Gesamtaussage, die über unserem Leben steht. Wir können aus dem Hause Gottes nicht herausfallen. Wir werden für alle Zeiten in seiner Gegenwart bleiben. Im Leben und Sterben, sind wir des Herrn. Alle Ängste, Kämpfe und schrecklichen Ereignisse, die wir erleben, können uns nicht von dieser Tatsache wegreißen. Das heißt, es wird für allen Zeiten das Bittere nie isoliert im Raum stehen. Alles was geschieht, alles was wir durchmachen, geschieht innerhalb des Hauses des Herrn. Das Haus des Herrn umfasst das Elend der Welt. Egal was wir im Augenblick von dieser Herrlichkeit erkennen, sie umgibt uns wie die Luft die wir achtlos einatmen. Die Herrlichkeit, dieses Haus des Herrn erhält uns am Leben, gerade wenn wir sterben. Somit kann der Tod, keine Katastrophe mehr sein; kein Unglück, ein untröstlicher Schrecken. Jedes Schicksal geschieht in der absoluten Gottesgegenwart.

Wieviel Wärme kommt daraus in die Eiseskälte unserer Tage. Da ist alle Verzweiflung von Hoffnung verfolgt. Da kann ein Bonhoeffer aufrechten Hauptes seines Galgens entgegen gehen. Damit verlieren die schlimmsten Befürchtungen ihre Angst. Wer auf Schritt und Tritt vom Guten verfolgt ist, braucht kein Übel zu fürchten. Wer immerdar im Hause des Herrn bleibt, braucht in keinem Zerbruch mehr Angst haben. Dieser Trost entspannt all unseren Stress. Er gibt Gelassenheit in allen Turbulenzen. Da kann in aller Aufregung, der Herzrhythmus ruhig bleiben. Wir sind geborgen, auch wenn der Sturm, dem Haus, das Dach abdeckt.

Wenn wir in diesem Hause zuhause sind, wenn wir vom Guten verfolgt sind, welcher Schrecken will uns da noch nachschleichen?

Ohne Stallgeruch, kein Glaube 

will die Kuh auf der Golfplatzwiese grasen, braucht sie sich nicht wundern, wenn sie hungrig bleibt und keine Milch gibt.
„Lernt, Gutes tun! Trachtet nach Recht, helft den Unterdrückten!“

Jes. 1, 17
Wer etwas zu lernen hat, hat es entweder bisher noch nicht gelernt, oder bereits wieder verlernt. Das Gottesvolk hat es verlernt, Gutes zu tun. Gutes tun, ist keine moralische Aufforderung und heißt erst recht nicht: Seid nett zueinander! Jesaja vergleicht mit Oche und Esel, die ihren Stall kennen. Sie wissen, wo  sie hingehören und wo ihr Futtertrog steht. Doch das Volk, kennt seinen Herrn nicht mehr. Wer den Guten verlässt, kann nichts Gutes tun. Wer auf fremden Wiesen grast, wer sich in den eigenen Sorgen suhlt, braucht sich über Entwurzelung nicht zu wundern. 
Trachtet nach Recht ist der Ruf zum Umdenken. Wir leben aus der Fokussierung auf Gottes Gerechtigkeit. Gott muss sich ständig gegen unseren Eigensinn durchsetzen. Wir brauchen seinen Stallgeruch. Nach dem Recht trachten, ist das Ausrichten auf Christus, der uns vor Gott richtig macht. Trachten ist das Rückbesinnen, auf meinen Kuhstall. Der Stall, in dem unsere Erlösung geboren wurde. Der Platz, an dem wir bei dem Guten zuhause sind. Hier können wir bei dem Guten Wurzeln schlagen. Da lernen wir was gut ist und werden zur Liebe fähig. Ohne Stallgeruch, kann kein Glaube entstehen. 
Wo wir bei Christus zuhause sind, sehen wir die Not des Anderen. Da bekommen die Unterdrückten Gutes, da erhalten die Schwachen neue Kraft. Daraus erwächst alles soziale Engagement, bei dem die ausgehungerte Welt ihr Brot erhält. Um den Menschen Gutes tun zu können, müssen wir lernen, welcher Stall unser Zuhause ist. 
Sind wir nicht dumme Ochsen, wenn wir nach anderem trachten?

Richten will Gutes

Frieden kann nur der schaffen, in dem Gerechtigkeit wohnt.
„Abner rief Joab zu: Soll denn das Schwert ohne Ende fressen? Weißt du nicht, dass daraus am Ende nur Jammer kommen wird?“

2. Sam. 2. 26
Jammer kommt durch das Schwert. Wenn wir die Aufgabe des Schwertes betrachten, stellen wir fest, es soll Gerechtigkeit und Frieden schaffen. Das Schwert wurde dem Staat anvertraut, um das Böse zu strafen und das Gute zu fördern. Den Verantwortlichen eines Volkes wurde von Gott eine richterliche Verantwortung gegeben. Sie sollen im Namen Gottes ein Urteil aussprechen und vollziehen. Mit dieser stellvertretenden richterlichen Aufgabe, soll Gerechtigkeit hergestellt werden. Deshalb ist für solch ein Amt der Amtseid: So wahr mir Gott helfe, so entscheidend.
Wo ein Staat oder ein Mensch sich dieses Richteramt anmaßt und missbraucht entsteht Elend. Keinem Menschen steht es von sich aus zu, das Urteil über Gut und Böse zu sprechen; das ist Gottes Amt. Wo ein Unrechtsstaat sich anmaßt, darüber die Maßstäbe festzusetzen, stehen wir bei den Nationalsozialisten. Da wurde heute vor 72 Jahren das KZ Ausschwitz befreit, in dem über 1 Million Menschen umgekommen sind.
Wer diese heilige Aufgabe des Schwertes missbraucht, schafft keinen Frieden, sondern verschärft die Ungerechtigkeit und macht sich schuldig. Frieden geht immer von dem Frieden mit Gott aus. Wir können kein Recht schaffen, wenn wir unrecht handeln. Oft sind unsere Schwerter nicht aus Metall, sondern der Wirbelwind in unserem Mund. Die Zunge wird als scharfes zweischneidiges Schwert bezeichnet, das viel Schaden anrichtet. Mit ihr werden Urteile gesprochen, verleumdet und gedemütigt. Daher haben wir eine hohe Verantwortung, wenn wir diese Waffe gebrauchen. Wer nicht am Herzen Gottes lebt, bringt damit Not und Elend über die Menschen. Es entsteht kein Frieden, sondern Schuld, so dass uns selbst das Urteil trifft. Wer es recht gebraucht, kann damit zu dem Guten führen.
Leben wir so am Herzen Gottes, dass von unserer Zunge Heil und Frieden ausgeht?

Dem Unrecht die Stirn bieten 

in der Nachfolge braucht es Leute, die unerschüttlerich fest stehen.
„Weh denen, die Böses gut und Gutes böse nennen, die aus Finsternis Licht und aus Licht Finsternis machen!“

Jes. 5, 20
Gutes und Licht sind bei Gott. Wo Gott nicht ist, ist Wirrwar und Durcheinander. Am Anfang der Schöpfung hat Gott sich aus allem Chaos heraus seine Welt erschaffen. Bei jeder Abkehr von Gott, verkommt die Schöpfung wieder zu diesem Chaos. In diese Spannung und Auseinandersetzung ist der Glaubende gestellt. Nachfolge ist im Guten, im Licht zu stehen. Auf Wegen zu gehen, die im Richtigen sind. Aufrichtig zu dem zu stehen, was von Gott kommt.
Wenn wir Jesu Weg betrachten, führte dieser über Golgatha. Wege des Lichtes, gehen immer in der Konfrontation zur Dunkelheit. Gutes kann nur der schaffen, der mitten im Bösen steht. Nachfolgewege sind daher immer angefochtene Wege. Auf dem Weg des Guten, sind wir ständig mit dem Bösen und der Finsternis konfrontiert. Nachfolge fordert daher klare Standpunkte, die immer auf Christus bezogen sind. Menschlich ist diese Spannung nicht auszuhalten und zu meistern, sie braucht dafür eine eindeutige Verwurzelung in dem, der die Finsternis entmachtet hat. Um in dieser Welt bei der Wahrheit zu bleiben braucht es Männer und Frauen, die in Christus stehen. Solche standhafte Gestalten sehen wir in der jüngeren Kirchengeschichte bei Bonhoeffer, Martin Luther King, und einem Paul Schneider. Sie haben sich nicht vom Bösen oder irgendwelchen Repressalien in die Knie zwingen lassen.
Weil wir mit Christus im Guten stehen, können wir dem Bösen die Stirn bieten. Wir brauchen nicht zweigleisig fahren und faule Kompromisse machen. Wir können aufstehen und Kopf und Kragen riskieren, wo wir mit Christus auf dem Weg sind. Wir sind dadurch standhaft, nicht weil  wir eine gute Entscheidung für das Gute getroffen haben, sondern weil Christus für uns steht. Der Gute selbst ist es, der das Böse in und um uns überwindet. In dieser Macht können wir den Versuchungen widerstehen.
Lassen wir uns weichspühlen, wenn´s hart kommt, oder bleiben wir standhaft in dem Guten?

Härte will an die Frucht

Veränderungen herbeizuführen ist oft wie Nüsse knacken.
„Meinst du, dass ich Gefallen habe am Tode des Gottlosen, spricht Gott der Herr, und nicht vielmehr daran, dass er sich bekehrt von seinen Wegen und am Leben bleibt?

Hes. 18, 23
Wer Veränderungen einführen möchte, braucht teilweise harte Nerven. Gewohnheiten zu durchbrechen, kann sich für manch einen wie Weltuntergang anfühlen. Es gibt Mitarbeiter, die kommen in eine Existenzkrise, wenn man ihre bisherigen 4 Arbeitsstunden auf einen anderen Tag verlegt. Veränderung und Umdenken müssen scheinbar so schmerzhaft sein, dass sie Todesängste auslösen. Sie sind sogar ein Kündigungsgrund: „Ich möchte mich nicht verändern.“
Wie kann Gott Neues schaffen, wenn Menschen sich an ihrem Rythmus festgebissen haben? Wie kann er ein Leben zu Tage fördern, das er als kostbare Perle in sie hineingelegt hat, wenn sich der Panzer nicht öffnet? Wie erziehen wir Kinder, wenn sie auf gute, verständnisvolle Worte nicht reagieren?
Wenn die Nuss hart ist, brauchen wir, braucht Gott einen kraftvollen Nussknacker. Bei aller Brutalität, die er abstrahlt, hat er doch die Aufgabe die Schale zu knacken und das wertvolle Innere auf den Tisch zu bringen. Dieser scheinbare Grobian hat es auf die Frucht abgesehen, da muss eben die Schale weg. Eine Schale zu knacken hat keine Zerstörungsabsicht. Das Gute muss herauskommen. Veränderung, Neudenken, sich infrage stellen, dient dem Guten. Wenn Gott zum Eigentlichen kommen will, sind bei starren Nüssen ein paar Hämmer nötig. Hinter Härte steckt oft ein Reifungsprozess. Unverständliche Eingriffe in das Leben, sind der direkte Weg zu einer Perle.
Wer weiß, wie unbeweglich Menschen sein können, wie schwer sie umdenken können, der kann Lebensschläge mit Gottes Güte verbinden. Das Neue das Gott schaffen will, muss Unnützes, manches Mal auch etwas unsanft beiseiste schaffen.
Weisst du nicht, dass Gottes Güte dich zur Umkehr leitet?

Das Gute hört nicht auf

echt Gutes kann nicht aus einer vergänglichen Welt kommen.
„Herr deine Güte ist ewig. Das Werk deiner Hände wollest du nicht lassen.“

Ps. 138, 8
Güte Gottes ist das Gut-Sein in Vollkommenheit. Vom Anfang der Welt steht das „sehr gut“ über allem Leben. Was aus Gott hervorgeht, ist von ewiger Schönheit. In gut liegt das ganze Wohlwohllen Gottes. Gut ist was in dem Lichtglanz ruht. Gut ist die Welt, in dem das ganze Heil Zuhause ist. Gut umschreibt die totale Gottes Gegenwart.
Ungutes entsteht aus der Loslösung von dieser Vollkommenheit. Böses heißt, ohne Gott. Alles Unheil hat seinen Sitz in der Trennung von dem Guten. Gott hat nicht nur alles sehr gut geschaffen, sondern erhält diesen Status auch bei allem, was die Menschen verwirtschaften. Mit Christus stellt er den Menschen wieder in diese Güte. Gut Sein ist an Christus gebunden sein.
Durch Christus sind wir sehr gut. Wir sind die Heilfaktoren im Schlechten. Wir verbinden die Wunden der Schöpfung. Wo die Menschheit unter dem Bösen leidet, geht von uns das Gute aus. Wir schaffen den Durchbruch in aller Hoffnungslosigkeit und Frust. Wo sich die Menschen mit ihrem Schicksal abgefunden haben und nichts mehr vom Leben erwarten, kommt durch uns ein Aufatmen. Weil wir in dem Guten stehen, sind wir zu guten Werken fähig, die die Menschen wieder aufrichten.
Sind wir so am Puls des Guten, dass unsere Werke das Gute zu den Menschen bringen?

Alles für eine pralle Ernte 

wer Gutes ernten will, braucht ausgezeichnetes Saatgut.
„Säet Gerechtigkeit und erntet nach dem Maße der Liebe!“

Hos.10, 12
Was wir täglich ernten ist meistens alles andere als Liebe. Da gleicht der Erntewagen eher einem Müllauto. Widerliches, untaugliches Zeug ist da aufgepackt. Die Saat die unter unseren Händen aufgeht ist oft wenig fruchtbar.
Wenn wir untersuchen, was für ein Saatgut nötig ist, um Liebe zu ernten, sieht es bei unseren Vorräten eher schlecht aus. Um Gutes in dieser Welt zu ernten, braucht es eine Saat, die nicht aus dieser Welt ist. Um Gerechtigkeit zu säen stehen wir direkt bei Gott. Nur der von Gott gerecht Gemachte, kann zu einer Frucht werden, die die Welt verändert. Ein in Christus eingebetteter Mensch ist die Grundlage, dass kein Hass und Unrecht geerntet werden muss. Nur ein so erneuerter Mensch, hat das Potential für gute Frucht. Alles andere bleibt verderbliche Ware. Wo die Menschheit prallgefüllte Körbe mit besten Früchten ernten will, müssen zuvor gerecht Gemachte gesät haben. Gute Früchte hängen mit einer Jagd auf Christus zusammen. Unser Mühen wird immer nur Fallobst generieren. Wir können uns menschlich für noch so gute Früchte anstrengen, wir müsssen jedoch immer wissen, dass Gutes immer nur von dem Guten kommt.
Bei allem, was wir gegen Ungerechtigkeit und all die Nöte der Welt unternehmen, liegt die tiefe Hilfe in den von Gott erneuerten Menschen. Da entstehen Früchte, die dem Heil und der Gesundheit dienen.
Was können wir säen, dass diese wertvollen Früchte reifen?

Unsere Suche prägt uns

die wahre Lebendigkeit liegt an unserem Spürsinn.
„Suchet das Gute und nicht das Böse, auf dass ihr leben könnt.“

Amos 5, 14
Leben will eigentlich jeder. Das Ganze möglichst erfüllend, vielseitig und sinnvoll. Wer wirklich aus der Tiefe schöpfen will, wird dabei an „Bedingungen“ geknüpft. Richtig tolles Leben beginnt nicht automatisch nach dem Aufstehen. Dasein in vollem Prickeln fällt einem nicht in den Schoß. In unserer täglichen Routine begegnen wir nicht unwillkürlich den großen Geheimnissen unseres Seins. Suchet steht am Anfang. Eine Aktion, als hätten wir etwas verloren. Konzentrierte Aufmerksamkeit auf etwas, das zum Alltäglichen dazu kommt. Im Normalen fehlt das gewisse Etwas zum großen Ganzen. Da ist immer ein Mangel, der ergänzt werden muss.
Suche konzentriert sich auf Gott. Gott, der oder das Gute. In diesem Guten erschließt sich aller Lebensfluss. Gut ist die Bewegung der Liebe. Das ist der Stempel der Schöpfung: Und alles war sehr gut! Gut ist der Herzschlag Gottes. Da beginnt das Leben zu pulsieren. Der Atem kommt in Gang. Hier erhält das Dasein den befreienden Christus. Wer sucht, hat an sich ein Defizit erkannt, das nur mit dem Guten gefüllt werden kann. Suchende sind die Bedürftigen, die sich nach mehr ausstrecken. Suchende sind die Unzufriedenen, die ständig unterwegs sind, Gottes Heils- und Lebensmittel zu entdecken. Suche ist der Sog nach Gott, nach dem Guten. Dieses Suchen ist eine Lebenshaltung, die jeden Augenblick mit Gott in Beziehung bringt. Suchende sind hellwach und hochkonzentriert. Sie lauern wie ein Luchs nach jeder Gelegenheit Gott zu begegnen. Suchen ist eine Achtsamkeitsübung, die in jeder Blumenwiese einen Mini-Kosmos entdeckt. Da werden Kleinigkeiten zur größten Faszination, in der das Leben zu sprudeln beginnt. 
Die Suche braucht als Richtung das Gute. Er braucht nicht unbedingt die Zeitung dazu, die zu 80% das Schlechte zusammenträgt. Wer das Un-Gute sucht, wird immer unglücklich sein. Wer sich mit dem ganzen Übel dieser Welt vollstopft, braucht sich nicht zu wundern, wenn er den Lebensmut verliert. Unsere Lebendigkeit oder unsere Lebensmüdigkeit liegt immer darin, nach dem wir suchen.
Nach was wollen wir heute unseren Spürsinn ausrichten?