Wir sind Abweichler

es ist heilsam, wenn uns die richtigen Dinge vor Augen stehen.

„Unsere Abtrünnigkeit steht uns vor Augen, und wir kennen unsere Sünden: abtrünnig sein und den Herrn verleugnen.“
Jes. 59, 12-13

Was kennen wir von unseren Sünden? Die vielen Lieblosigkeiten, unsere Ungeduld, das Bestreben uns selber zu sehen und in den Vordergrund zu stellen? Das alles ist nicht die Sünde, die die Bibel meint.
Hier erkennt ein Mensch sein tiefstes Problem: Abtrünnig sein und den Herrn verleugnen. Wenn wir über Sünde reden, geht es um unseren desolaten Zustand mit Gott. Wir sind Davonlaufer. Wir bleiben nicht bei dem was für uns gut ist. Wir haben die Tendenz ohne Gott zu wursteln. Sünde ist von Gott abweichen. Es sind die Körbe, die wir Gott ständig verpassen. Es ist das: das mache ich selber. Das ist unsere tiefe Krankheit, dass wir anders wollen, als Gott will. Das muss uns vor Augen stehen. Das müssen wir uns immer neu bewusst machen. Hier müssen uns die Ohren klingeln. Wir sind Abweichler. Wir sind die, die Gott ständig aus der Schule laufen.

Wo wir uns und unseren Zustand erkennen, erkennen wir unsere Gottesbedürftigkeit. Das ist der entscheidende Punkt der Gottesbegegnung. Der Mensch erkennt sich auf seiner Flucht vor Gott. Ihm wird seine Abhängigkeit von Gott bewusst. Wenn uns das vor Augen steht, kann Gott uns barmherzig sein. Diesen Schaden erkennen, öffnet die Türe zum heil werden. Hier steht uns Christus vor Augen, der uns in unserem Davonlaufen vor Gott stellt.

Deshalb ist es wichtig, sich selbst im Blick,  und das vor Augen zu haben, wo unsere Gefahr und unsere Hilfe ist. Unsere Chance ist sein barmherzig sein. Wo wir unsere Sünde kennen, haben wir einen gnädigen Gott. Das entspannt unser Gewissen und versöhnt uns mit Gott und uns selbst.

Warum sollen wir nicht unbefangen zu dem stehen was wir sind, uns fromm verkrampfen und nicht einfach dankbar, „sein uns gnädig sein“ ausschöpfen?

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Unrecht ist kein Seitensprung

wo beginnt Unrecht?

„Josef sprach zur Frau des Potifar, die ihn verführen wollte: Wie sollte ich ein so großes Unrecht begehen und wider Gott sündigen?“
1. Mose 39, 9

Hier zeigt sich großartig, was die Bibel unter Sünde versteht. Sünde geschieht weder gegen Potifar noch gegen seine Frau, sondern allein gegen Gott. Sünde ist nicht irgendein billiges moralisches Vergehen, Sünde ist der Riss zu Gott. Sünde trennt den Menschen von seinem Leben und seinem Heil. Ohne Gott ist der Mensch ein Typ zum in die Tonne treten. Wertlos, hoffnungslos, unbrauchbar. Ohne Gott fehlt ihm alles, was Leben ausmacht. Da ist der Lebensnerv abgeschnitten. Das ist für Gott und den Menschen das Schlimmste, was passieren kann.

Das steht Josef vor Augen, nicht ein paar Spielchen mit einer schönen Frau oder ein netter Seitensprung. Großes Unrecht liegt nicht in den kleinen menschlichen Schwächen, die wir oft penetrant ächten, großes Unrecht geschieht im „ohne Gott“ sein. Josef denkt hier viel größer, denkt zu seiner Zeit bereits Christus gemäß. Er sieht sich schon in einem großartigen Gottesauftrag, der ihn später zum Wirtschaftsminister Ägypthens machen wird, um Israel, in der größten Hungersnot seiner Geschichte zu ernähren. Diesem Gott, der solch umfangreiche Fäden spannt, wollte er nicht ins Handwerk pfuschen.

Unrecht entscheidet sich an der Untreue und Treue zu Gott. Hier wird in einem Leben alles schief, wie unser Ja oder nein zu Gott, zu Jesus Christus aussieht. Überall wo wir Gott ausklammern, beginnt das Elend.

Wie sollte ich ein solch großes Unrecht tun?