Glanz in finsteren Herzen

Die Sonne geht über denen auf, die erkennen, wo ihre Grenzen und Schwachheiten liegen.

Der Herr wendet sich zum Gebet des Verlassenen und verschmäht ihr Gebet nicht.“
Ps. 102, 18

Heutzutage muss jeder stark sein, muss funktionieren und seinen Platz ausfüllen. Es geht uns grundsätzlich gut, weil wir ungerne unsere Schwächen nach außen tragen. Wer seine Schwächen vermarktet und ständig über seine Probleme jammert, geht anderen schnell auf den Geist. Schwache werden in der Gesellschaft gerne aussortiert. Solche Menschen fallen oft auf die Nerven, man distanziert sich, um nicht von ihrem Schwermut runtergezogen zu werden. Wir haben gelernt zu stehen, uns durchzuboxen und den dicken Max herauszuhängen. „The show must go on.“ Der Schein muss gewahrt bleiben, dass alles rund läuft. Oft ist dabei mehr Schein als Sein. Nach außen ja keine Blöße geben. Doch was geschieht in den Stunden, in denen wir nicht so stark sind wie wir scheinen? Was passiert in den Momenten, in denen wir fragen: Was mache ich mit meinem Leben? Für wen oder was funktioniere ich denn überhaupt? Was passiert wenn die äußere Routine auf die innere Hilflosigkeit trifft? An der Grenze, an der vieles im Leben sinnlos erscheint, wo wir die ganze Verlorenheit und Verlassenheit in uns erkennen, liegt der Ansatz, in dem Grundlegendes passiert. Die Hilflosigkeit des Verlassenen steht direkt vor Gott. Dieses Gebet der Ohnmacht trifft mitten in Gottes Herz. Es ist der Augenblick, in dem sich der Mensch vor Gott erkennt und wie der Zöllner in dem Gleichnis Jesu an seine Brust schlägt und sagt: Gott sei mit Sünder gnädig! Das ist ein heiliger Moment, wo der Mensch an sich und seiner eigenen Lebensgestaltung zerbricht und erkennt, ohne Gott ist alles haltloser Krampf. Es geht die Sonne auf, wenn ein Mensch erkennt, wo Gott nicht ist, bin ich von ihm und allen guten Geistern verlassen. Wenn wir an diesem dunkelsten Punkt stehen, an dem Jesus am Kreuz war und ausrief: Mein Gott, mein Gott warum hast du mich verlassen, beginnt der Auferstehungsmorgen. In der größten Verlassenheit, wird Gott ganz groß. Im menschlichen Nichts, wird Gott alles. In der Verlassenheit ist die vollkommene Gottesnähe.

Von dem Zöllner heißt es: Dieser ging gerechtfertigt hinab in sein Haus. Diese Gottesbegegnung hat Grundlegendes verändert. Ihm wurde seine Verlassenheit abgenommen. Wo diese Gottverlassenheit weg ist, wird ein Geist fröhlich. Es ist eine gewaltige Befreiung, wenn ich nicht mehr auf meine eigene Rechtschaffenheit angewiesen bin. Da brauche ich nicht mehr krampfhaft um irgendwelche Anerkennungen kämpfen, da bin ich von Gott erkannt und anerkannt. Wo Gott dem Sünder gnädig ist, brauche ich nicht mehr nach gnädigen Menschen zu suchen. In dieser Anerkennung wird ein Leben stimmig und stark. Es wird unabhängig von meinen mehr oder weniger guten Werken, oder dem Wohlwollen der anderen. Wir sind gefestigt, weil wir nicht mehr verlassen sind. Wir sind gerechtfertigt, weil uns niemand mehr anklagen kann. Welch ein Glanz kommt da in finstere Herzen.

Wohin wenden wir uns, wenn wir uns verlassen fühlen?

Auslegungen für jeden Tag
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Jubilieren kommt aus Einsicht

Wenn die Anklage weg ist, kann der Jubel beginnen.

„Gott sei mir gnädig nach deiner Güte, und tilge meine Sünden nach deiner großen Barmherzigkeit.“
Ps. 51, 3

Worunter leiden wir? Sind es die angespannten Beziehungen, die Lasten des älter werden, die Schmerzen und Krankheiten, die uns an den Rand bringen, oder die Angst, wie es weitergehen wird? Hier leidet ein Mensch unter sich selbst. Er leidet unter seiner Unvollkommenheit. Er zerbricht darunter, dass so wenig von dem, was Gott in ihn hineingelegt hat, zum Vorschein kommt. Er beklagt seine Sünde und leidet darunter, dass er so anders will als Gott will. Von dem großen Geheimnis Gottes, von seiner Ebenbildlichkeit bin ich nur ein billiger Abklatsch. Ich lebe total an dem vorbei, zu dem ich eigentlich gedacht bin. Von der aufbauenden und fördernden Art der der Liebe Gottes, bleibt bei mir nur Eiseskälte übrig. O Gott, ich lebe total zweckentfremdet und lebe eigennützig auf Kosten anderer. Wo ein Mensch sich im Lichte Gottes erkennt, kommt ein heilsames Erschrecken. Sich selbst erkennen muss weh tun. Sich seiner eigenen Realität stellen, ist der tiefste Schmerz und die Voraussetzung die Realität Gottes zu erfahren. Erst bei der bitteren Erkenntnis, dass ich von Grund auf dazu veranlagt bin mich zu verrennen und Gott einen Korb zu verpassen, ringt die Seele um Gnade. Bevor ich nicht selbst vor mir erschrecke, es mich nicht durchschüttelt, zu was ich in der Tiefe in der Lage bin, kann kein Schrei nach Barmherzigkeit aufkommen. Gotteserkenntnis und Sündenerkenntnis ist eins. Wer sich nicht seiner eigenen Wahrheit stellt, kann den Weg zur Güte nicht finden. Wer die Wahrheit über sich selbst nicht zulässt, führt ein Versteckspiel mit Gott und wird dabei krank und verzweifelt. Im Ja zu meiner Sündhaftigkeit, wird der Schrei nach Barmherzigkeit geboren. Genau dort geschieht etwas Gewaltiges.

Wo der zerbrochene Mensch nach einem gnädigen Gott ruft, wird er sofort gehört und erhört. Dieser Ruf trifft mitten ins Herz des Barmherzigen. Die Antwort ist Jesus Christus. Da wird unsere Wahrheit zu seiner Wahrheit. Da löst sich die ganze Spannung unseres Lebens. Wo wir uns unserer Wahrheit stellen, nimmt die Vergebung uns die Lasten ab. Wo wir nicht mehr an uns selbst festhalten, sondern uns an Christus halten, entkrampft sich die Sorge um uns selbst. Den Reichtum der Gnade zu erfahren, ist die grundlegendste Therapie zur Persönlichkeitsentwicklung. Wer um einen gnädigen Gott bittet, wird mit seiner inneren Unruhe versöhnt. Die Barmherzigkeit macht unsere aufgescheuchte Seele gesund. Wenn uns innerlich nichts mehr auffressen kann, kann ein befreites Herz wieder jubilieren.

Quälen wir uns noch, oder schreien wir um Gnade?

Leuchtende Augen

Wenn man die Seminarangebote überall betrachtet, unternehmen viele z. B. ein Kommunikationstraining, um persönlich in der Verständigung mit anderen weiterzukommen und den Durchblick zu bekommen, wie Menschen miteinander tackten.

Die Gebote des Herr sind lauter und erleuchten die Augen.“
Ps. 19, 9

Die Gebote des Herrn stehen für Durchblick. Darin steckt die Erkenntnis der Wahrheit. Die Gebote, die Ordnungen, das Wort von Gott, sind für Menschen ein AHA-Effekt. Da macht es klick, und es stehen Welten auf. Was von Gott kommt ist bahnbrechend. Da kommen Informationen, die emotional treffen und persönlich verändern. Dahinter steht eine Macht, dass die Gesichtszüge entgleisen. Welche Worte schaffen erleuchtete Augen? Was wir tagtäglich sehen und hören verfinstert eher die Augen. Wie viele Worte verlieren wir über dem, was wir in dieser Welt nicht verstehen? Wo tappen wir um Dunkeln und sehen bei allem Können und Wissen keine Wege und kein Licht?

Erleuchtete Augen zu haben ist keine Frage der Bildung und Lebenserfahrung. Sie liegen in der Brillanz der Gottes Worte. Die haben eine eigene Qualität. In ihnen liegt eine Transparenz und Klarheit, die mit keinem Wissen angeeignet werden kann. Sie atmen den Geist, mit dem Jesus alles Wissen über das Leben provoziert hat. In diesen Worten liegt der Zugang zu Gott und sich selbst. Wo der Mensch Gott uns sich selbst erkennt, gehen ihm die Augen auf. In dieser Realität liegt alle Lebensperspektive. Erleuchtete Augen kommen davon, inwieweit ein Mensch die Wahrheit von Gott und über sich selbst in seinem Leben stehen lässt. Dort wo der Mensch erkennt, ich bin gottesbedürftig und daher erlösungsbedürftig, kommt der Durchblick in alle Lebenszusammenhänge. Das Wort aus dem Geist, wird zur einzigartigen Quelle, die Augen zum Leuchten bringt. Mit dem Durchblick des Geistes, werden Wege klar, in all den Verwirrungen unserer Tage. Wir können hoffen, wo es nichts zu hoffen gibt. Wer sich der Realität Gottes und seiner eigenen Realität stellt, dem gehen die Augen auf, für das was wahres Leben ist. Mit den Geboten des Herrn, stehen wir sattelfest in den Stürmen unserer Tage. Wir können leuchten, wo die Nacht noch dunkel ist.

Welche Worte können von sich behaupten, dass sie die Augen erleuchten und der Durchblick des Lebens sind?

Fröhliche Sünder wagen Vertrauen

Wo der Mensch Gott erkennt, erkennt er sich selbst.
Gott der Herr rief Adam und sprach zu ihm: Wo bist du? Und er sprach: Ich hörte dich im Garten und fürchtete mich; denn ich bin nackt.“

1.Mose 3, 9-10



Das ist der Stoff aus dem ein Krimi gestrickt ist; Schuld und Sühne, Vergehen und wieder gut machen. Vor Gott erkennt der Mensch, wer er in Wahrheit ist. Vor Gott fängt das Versteckspiel an, oder der Aufbau neuen Vertrauens. Der Mensch bewegt sich zwischen schuldig werden und Schuld wieder los werden. In dieser Spannung lebt die ganze Menschheit. Adam, wo bist du, ist die Kernfrage des Lebens. Darin erlebt er einen Gott der Furcht und der Gnade. In der Erkenntnis des Nacktseins, des bedingungslosen ausgeliefert Seins an Gott, dem vor Gott nie gerecht sein Könnens, begegnet dem Mensch, ein sich nahender Gott. Gegen die Blöße, stellt Gott seine ganze Gegenwart. Der Unvollkommenheit begegnet ein barmherziger Gott. Gott will Nacktheit bedecken. Er will Schuld aus der Welt schaffen. Er geht bei allem sich selbst erkennen und erschrecken auf neues Vertrauen zu. Die spannungsgeladene Auseinandersetzung zwischen, wo bist du, und ich bin nackt, nimmt Gott selbst in die Hand. Durch den Heiligen Geist erkennt der Mensch nicht nur den erschreckenden Gott, sondern den Barmherzigen. Wo wir die Nacktheit erkennen, erfahren wir im gleichen Moment den Christus, der sie bedeckt. Da wird das Sündersein nicht zum Problem, sondern zu Befreiung. Die eigene Ohnmacht wird nicht mehr zum Schock, sondern zu der Erfahrung, die Liebe ist stärker als die Gerechtigkeit. Weil wir in Christus Kinder Gottes sind, können wir rufen: Abba, lieber Vater. 
Das führt alle Schulderkenntnis aus der Verzweiflung heraus. Da gibt es nichts Unverzeihliches mehr. Gott kommt mit jedem Mist klar. Das kann vieles spannungsgeladene Miteinander entspannen. Da brauchen wir nicht Schuldige suchen, oder uns selbst verstecken. Da können wir offen mit unserem Versagen kommunizieren. Das Stehen vor Gott, kann ungeschminkt mit eigener und anderer Schuld umgehen. Da können wir zu einem fröhlichen Sünder werden, der immer neues Vertrauen zu Gott wagt.
Ist das sich selbst erkennen nicht der Anfang, dass einem Gott größer wird?

Wenn der Gute fließt 

Der Riss von gut und böse geht mitten durch uns durch.
„Eure Sünden halten das Gute von euch fern.“

Jer. 5, 25
Wenn man den Vers umkehrt kann man sagen: Das Böse wohnt in euch, wo ihr Gott ignoriert. Gut und böse liegt nicht außerhalb von uns, sondern in uns. Es entscheidet sich an meiner Gottesfrage. Wie sich ein Mensch Gott und seinem Anspruch über ihn stellt,  ist maßgebend, ob das Gute in ihm zum Tragen kommt. 
Ich habe einmal eine treffende Definition für Sünde gelesen: Sünde ist die Zielverfehlung meines Lebens. Zielverfehlung ist letzlich an Gott vorbeileben und die Bestimmung und Berufung meines Lebens nicht erkennen. Es ist dort, wo wir Gott über unserem Leben nicht recht geben und Eigenes bevorzugen. Dort wo wir den Guten verlassen, kann das Gute nicht in uns werden. Das Gute entsteht dort, wo wir unsere Christusbedürftigkeit erkennen. Wir erkennen dabei unsere Tendenz, ständig neu Gott zu verlassen und unser Ziel zu verpassen. 
Der Christus in uns, verbindet uns mit dem Guten. Er bringt uns auf Kurs, um was es in unserem Leben geht. Im Angesicht des Christus entdecken wir unseren Lebensauftrag. Da beantwortet sich die Frage; weshalb sind wir hier? Da beginnt uns das Gute zu formen und stellt uns in eine neue Zielstrebigkeit. Da hat der Gute das Kommando über unsere Lebensgestaltung übernommen. Das Erkennen von Berufung, ist das beste was uns und dieser Welt passieren kann.  Dort wo wir unseren Platz und unsere Aufgabe bei dem Guten erkennen, fließt das Gute, fließt das Heil zu den Menschen.
Wem tun wir etwas Gutes, wenn unser Leben nicht nach diesen Zielvorstellungen verläuft?

Einsicht schafft Jubel

Dem, der an seine Brust schlägt geht der Himmel auf.
„David sprach zum Herrn: Ich habe schwer gesündigt, dass ich das getan habe. Und nun, Herr, nimm weg die Schuld deines Knechtes.“

2. Sam. 24, 10
Ehebruch, mit der Frau eines obersten Soldaten, ist für einen König kein Kavaliersdelikt. David hat heftig über die Stränge geschlagen. Doch es kommt die Stunde der Wahrheit. Das Gewissen schlägt. Schuld macht unruhig. Da ist ein Mechanismus in uns, der quält wie ein kleines Kind, das am Rockzipfel seiner Mutter zieht. Schuld zerstört in uns und anderen etwas. Dieses Unheil klagt an. Da schreit etwas nach Versöhnung. Da jammert das Unglück. Da stechen die Selbstvorwürfe. Wo Schuld übergangen wird, totgeschwiegen,  und ignoriert, da werden Herzen wie Beton. Da werden Gewissen kaltgestellt. 
Doch David lässt die Anklage zu. Er lässt sich in Frage stellen. Er erschrickt vor sich selbst. Das ist die Stunde Gottes. Wo der Mensch sich erkennt, erkennt er Gott. Schuldeinsicht ist Gotteserkenntnis. Erkannte Schuld ruft nach Sühne. Schuld schreit nach einem Erlöser. Wo der Mensch sich in Frage stellt, kommt Gott zum Zuge. Einsicht ist der Anfang der Erneuerung. Wo Schuld aufgedeckt wird, hat Gott wieder das Sagen. Da kann sich Heil werden ausbreiten. Da kommt Christus ins Spiel. In der Einsicht über sich selbst, wird das Verdammenswerte, zu einem Neuanfang. Somit ist nicht die Schuld an sich das Übel. Die Uneinsichtigkeit, Verstockung und Sturheit verhindern das Wirken Gottes. Erkannte Schuld ist der Anfang des Reiches Gottes. 
Bei Gott gibt es keine unverzeihliche Schuld. Es gibt kein Vergehen, das einen Neuanfang verhindern könnte. Das, was den Umbruch zu Erneuerung blockiert, ist wenn der Mensch vertuscht und uneinsichtig bleibt. Wir müssen nicht vor der eigenen Schuld erschrecken, wir müssen nur davor erschrecken, wenn wir nicht zu Selbstanklage bereit sind. Wir sollten dort zusammenzucken, wo wir endecken, dass wir nicht mehr zum Umdenken und Umkehren bereit sind. Jesus sagt: Der Himmel jubelt über einen Sünder, der umkehrt.
Warum betrachten wir Schuld als furchtbar schlecht, wenn sie zur Umkehr treibt und Reich Gottes zur Blüte kommt?

Gehorsam macht weise

Weisheit liegt in dem Grad der Gotteserkenntnis.
„Der Herr sprach zu Salomo: Bitte, was ich dir geben soll! Salomo sprach: Du wollest deinem Knecht ein gehorsames Herz geben, dass er dein Volk richten könne und verstehen, was gut und böse ist.“

1. Kön. 3,, 5-9
Das ist das Streben der Menschen von Anfang an, zu verstehen, was gut und böse ist. Adam und Eva mussten unter diesem Wunsch das Paradies verlassen. An der Erkenntnis über gut und böse entscheidet sich das Wohl und Wehe der Menschheit. Mit dieser Erkenntnis steht der Mensch in der Gottesgegenwart. Am für und wider zu Gott liegt die Erkenntnis über gut und böse. In Gott selbst offenbart sich das und der Gute. Von Gott entfernt, offenbart sich das Böse. Der Wunsch von Adam war, dass er aus sich heraus verstehe, was gut uns böse ist. Das war sein Verhängnis. Er löste die Gotteserkenntnis von Gott selbst. Es setzte sein Erkennen, über die Größe Gottes. Das ist das ständige Bestreben des Menschen, mehr zu sein als Gott. Der Mensch will alles wissen, alles erkennen, alles anstreben, doch alles ohne Gott. 
Bei König Salomo gibt es eine entscheidende Wende. Er hatte den gleichen Wunsch, weil dieses Bestreben allzu menschlich ist, doch er knüpft seinen Wunsch nach Erkenntnis an ein gehorsames Herz. Gut und böse zu verstehen, liegt nicht in der Loslösung, sondern in der Bindung an Gott. Gotteserkenntnis geschieht nicht über, sondern unter Gott. Weisheit entsteht im Gehorsam. Zu dieser Erkenntnis bringt Christus. Er offenbart, wie im Gehorsam vor Gott, das Böse vom Guten überwunden wird. Der Mensch kann nie in sich das Gute entdecken, sondern immer nur in Christus den Guten. Im unter Gott bleiben, erfahren wir die Weisheit einer anderen Welt. Gehorsam stellt sich unter die Führung eines anderen. Genau in dieser Führung erfahren wir eine Weisheit, die über die menschliche Hybris hinausträgt. Somit ist der Schlüssel zur Weisheit, Christus Raum lassen und ein gehorsames Herz zu erbitten. Eine gute Aufgabe am Sonntag Rogate.
Um was wollen wir bitten, was uns der Herr geben soll?
Einen gesegneten Sonntag wünsche ich euch. 

Glauben kann man nicht machen

als Glaubende stehen wir immer wieder vor einem Mysterium, das wir nicht erklären können.
„Wer glaubt dem, was uns verkündet wurde, und wem ist der Arm des Herrn offenbart?“

Jes. 53, 1
Die Dinge um Gott sind für Menschen nicht fassbar. Bei allem, was wir hören, an großartigem erleben und erstaunliche Erkenntnisse haben, bleibt Gott ein Geheimnis. Wir müssen einsehen, dass bei allem Erforschen und ihm näher kommen, wir auf eine Welt stoßen, die wir nicht erfassen und durchdringen können. Das was Gott ausmacht, sprengt den menschlichen Horizont. Je mehr wir in die Unendlichkeit denken, umso mehr Fragen entstehen, als dass wir Antworten erhalten. Je mehr wir in Gott eindringen, umso größer wird das Wunder der Unfassbarkeit.
Glaube und Gottvertrauen entsteht nicht aus uns. Wo Glaube entsteht, hat Gott eine Tür aufgemacht. Um in die Geheimnisse Gottes einzudringen, muss Gott erst auf den Menschen zugehen. Er offenbart sich in Christus, um überhaupt für Menschen anfassbar zu werden. Gottes Wunder erschließt sich nicht aus dem Menschen heraus, sondern in Christus, der zu den Menschen kommt. Wo Christus die Erde berührt, offenbart sich das Mysterium des Glaubens. Dort wo Christus Herzen erreicht, kann die Erkenntnis Gottes wachsen. Ohne Christus kann kein Glaube entstehen, und geht jedes Forschen nach Gott ins Leere. Das Geheimnis des Glaubens entfaltet sich, wo das Wort, wo Christus leibhaftig in Brot und Wein in den Menschen eingeht. Menschengemachter Glaube gibt es nicht. Auch mit allem Engagement im Reich Gottes können wir keinen Glauben schaffen. Das Geheimnis um Gott, das Mysterium des Glauben offenbart sich einzig in der Christusbegegnung. 
Für uns ist das Trost und Anspruch zugleich. Wo wir in Christus sind, ist die ganze Größe und Nähe Gottes präsent. Durch Christus handelt Gott in unseren Werken, so dass wir uns nie vergeblich mühen. Dass Gott sich offenbart, hängt nicht von unseren Anstrengungen ab, sondern inwieweit Christus durch unsere Worte und Taten wirkt.
Mit was wollen wir andere überzeugen, als damit, dass Gott selbst in allem der Handelnde ist?

In die Sonne springen 

erst wo wir zutiefst über uns erschrecken, wächst die Sehnsucht nach Umkehr.
„Schaffe in mir, Gott, ein reines Herz und gib mir einen neuen, beständigen Geist.“

Ps. 51, 12
David, der fromme König, bereut in Sack und Asche. In der Konfrontation mit dem Propheten Natan, muss er seine kriminelle Energie erkennen. Vorsätzlicher Mord, nur um eine Frau heranzukommen. Er ist schockiert, von seinen eigenen Abgründen. Im Angesicht Gottes erkennt er einen tiefen Schaden. Vor Gott erkennt er sich selbst.
Wer Gott erkennt, entdeckt sich in seinem abgründigen Potenzial zum Bösen. Auch der fromme Mensch kann da nicht großzügig darüber hinwegsehen, dass hier gewaltige Portionen Hass und Eigensinnigkeiten in einem liegen. Wie schnell sind wir bereit, andere zu verletzen, zu demütigen oder uns zu übervorteilen. Wir müssen uns von dem Gedanken lösen, hier sind nur kleine Fehler in unserer Entwicklungsstufe, die ich Stück um Stück verbessern und ausmerzen muss. Unser christliches Menschenbild zeigt die Gefahr von Mord und Todschlag, wo der Mensch nicht im Einklang mit Gott steht. Menschseiin in sich ist unrein. Da sind die Herzen und Gedanken zu allem fähig. Diese Erkenntnis erhalten wir am Herzen Gottes. Hier fängt ein Mensch an, unter seinem Hang zur Gottlosigkeit zu leiden. Vor ihm erkennen wir, wie abhängig wir von dem Reinen sind. Reinheit aus uns heraus geht nicht, es braucht den ständig Reinigenden und Erneuernden. 
David ringt um diese Erneuerung, er ringt um das beständige Stehen in Gott. Erneuerung ist keine Fehlerkorrektur, sondern die Rückkehr ins Vaterhaus. Es ist die tiefe Einsicht, ohne den Vater lande ich am Schweinetrog. Oder positiv ausgedrückt wie es Luther sagt: Wer Buße tut ist wie einer, der aus einem finsteren Loch in die Sonne springt.
Erschrecken wir noch über unsere kriminelle Energie, die uns Gott ganz an den Hals werfen will?

Schockieren heilt 

Es braucht oft ein heiliges Erschrecken, um zu erkennen, wo wir uns verrannt haben.
„Wer wird aber den Tag seines Kommens ertragen können, und wer wird bestehen, wenn er erscheint?“

Mal. 3, 2
Bestehen hängt mit prüfen zusammen. VW hat mächtige Probleme manche Abgasuntersuchungen zu bestehen. Rückruf zur Nachbesserung, um dem Standard wieder zu entsprechen. Auch unser Leben muss bestehen. Spätestens wenn wir kurz vor dem Abtreten aus dieser Welt sind, stellt sich die Frage: War´s das?
Leben hat einen gewaltigen Sinn. Es ist nicht nur ein Sack, der einfach mit Tagen und Jahren gefüllt wird. Jeder Tag hat seinen Auftrag. An jedem Tag soll das verwirklicht werden, was Gott in die Menschen hineingelegt hat. Da soll ein Beleben und Befruchten stattfinden. Die Liebe soll der Flügel der Phantasie sein, die Hoffnung der Wind in unseren Segeln. Der tiefe Sinn ist, dass sich Gott unter den Menschen verwirklicht. Dass sich seine Gaben in uns schöpferisch entfalten. Am Ende des Lebens spüren wir etwas von dem, was wir versäumt haben. Wir merken, wir sind weit dahinter zurückgebleiben, hinter dem, was wir eigentlich hätten sein können. Spätestens in der letzten Gottesbegegnung wird uns das klar.
Der kleine Prophet Maleachi, will mit seiner Frage, in die Verworrenheit seines Volkes einen heiligen Schreck auslösen. Wir brauchen die regelmäßige Bestandsaufnahme. Wir brauchen die Gottesbegegnung, Wir brauchen das immer neue Erschrecken, dass so vieles im Leben nicht dem entspricht, was Gott sich mit uns dachte. Wir brauchen den Christus und das Wort zur ständigen Nachrüstung. Wir brauchen die Gotteserkenntnis, um uns selbst zu erkennen. Wir müssen uns selbst erkennen, um nicht den Zweck unserer Existenz  zu verfehlen. Mit Christus kommen wir in unsere Bestimmung, in dem, was Gott sich immer mit uns dachte. Damit können wir jeder Prüfung standhalten.
Wo lassen wir uns noch von unserer eigenen Sinnlosigkeit und dem „Dahinterbleiben“ schockieren, die so nicht bestehen können?