Der Frosch erstarrt nicht mehr

Das Leben lobt die Wunder, die als Geheimnis unter uns leben.

Wir danken dir, Gott, wir danken dir und verkündigen deine Wunder, dass dein Name so nahe ist.
Ps. 75, 2,

Leben schwappt am Außergewöhnlichen über. Entweder es sprudelt am Faszinierenden über, wenn wir an einen Sonnenaufgang in den Alpen denken, oder es ist am Boden zerstört, wenn es die Tragik des jungen, abgestürzten Segelfliegers verfolgt, der inzwischen sechs Wochen im Koma liegt. Das Leben bewegt sich wellenartig zwischen Wunder und Schrecken. Beides ist uns sehr nahe und sehr vertraut. Das schwerer Wiegende hat oft die Macht, das Lobenswerte zu ersticken. Angesichts des Elends in der Welt, bleibt vielen das Lob im Halse stecken. Wie kann man da noch danken, wenn mir mein Kind in jungen Jahren aus dem Leben gerissen wird? Wo sind da noch Wunder zu verkünden, wenn eine Frau im besten Alter vom Krebs zerfressen wird und elendig ihr Leben aushaucht? Wer angesichts des realen Lebens noch Gott danken kann, scheint von einem anderen Stern zu sein, ober blauäugig über bittere Tatsachen hinwegzusehen. Was sind denn die Wunder, mitten in einem Dasein, bei dem alles schwarz geworden ist? Petrus gibt darauf eine Antwort: „Ihr seid aus der Finsternis in sein wunderbares Licht gerufen.“ Finsternis ist der reale Zustand des Lebens, doch darin geschieht das Wunder. Schicksal ist nicht endgültig. Es kann in jeder verzweifelten Situation ein totaler Umbruch geschehen. Wer ins Licht gerufen ist, erlebt eine Verwandlung vom Tod zum Leben. Dieses Wunder ist die Realität der Glaubenden. Wem Christus in der Nacht begegnet, für den bleibt es nicht mehr dunkel. Das verkündigen wir, das macht christliche Existenz aus. Es ist der Name des Heils, der hautnah ist.

Im Wunder erhält der Mensch in der unwürdigsten Situation seine Würde zurück. Er ist nicht mehr der handlungsunfähig Ausgelieferte, sondern erhält in dem Namen Jesus seine gestalterische Kraft zurück. Das Wunder ist, dass wir nicht mehr der erstarrte Frosch vor der Schlange sind. So kann ein gläubiger Therapeut, im Gefängnis in Kalifornien, den Schwerverbrechern sagen: Ihr seid nicht die Opfer der Gesellschaft oder missratenen Erziehung, die nichts gegen ihre versaute Entwicklung tun können, sondern ihr könnt von heute auf morgen alles verändern. So wie ihr euch entschieden habt, den größten Blödsinn anzustellen, könnt ihr genauso entscheiden, Grundlegendes anders zu machen. Es ist Quatsch zu glauben, ihr seid für alle Zeit versaute Existenzen und reparaturbedürftige Wesen, die nicht aus ihrem Teufelskreis aussteigen können. Ihr seid auch hier in Sicherheitshaft vollwertige Menschen, die in der Verantwortung ihr Leben in die Hand nehmen können. Von diesen größtenteils Analphabeten haben die meisten ein Abitur nachgemacht und einer davon erlangte sogar eine Professur.

Dieses Wunder lebt im Menschen. Durch den Namen kommt Licht in die Finsternis. Es gibt keine aussichtslose Lage, in der das Leben nicht Gestalt gewinnen kann. Auch letzte Wege, in denen der eine geht und der andere bleibt, können zu mutvollen Wegen werden. Dieses Wunder verkündet unser Leben.

Können dadurch nicht Leidenswege zu sinnvollen Lebenswegen werden?

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Die Haut auf unserem Körper

An Himmelfahrt geht Jesus fort, um noch viel näher zu sein.

„Der Herr wird dich immerdar führen und dich sättigen in der Dürre.“
Jes. 58 11

Führen ist immer eine tolle Sache, wenn der der führt weiß wo´s lang geht. Führen hat mit umfassender Weitsicht zu tun. Führungskräfte sind starke Persönlichkeiten, ganz dicht an unserer Seite, die das Beste aus uns herausentwickeln. Gute Führung schafft Persönlichkeiten, fördert Gaben und setzt Potenziale frei. Unter guter Führung ist gut leben. Da ist an alles gedacht. Das stärkt in allem Krisenmanagement und baut auf in Dürrezeiten. Das erlebten auch die Jünger, die von Jesus geführt wurden. Für sie war Himmelfahrt ein Drama. Der Meister unter ihnen, von dem sie so viel von der Lebensgestaltung einer anderen Weltanschauung lernen konnten, ist weg. Der, der ihnen zum Lebensinhalt geworden ist, bei dem sie erlebten, wie Menschen von Grund auf gesund wurden, fehlt. Himmelfahrt, aus der Traum von guter Führung. Doch Christus sagt: Ich will euch nicht als Waisen zurücklassen, ich komme zu euch. Indem er in den Himmel zurückkehrt, wird seine Macht größer und sein Einfluss stärker. Es ist eine Beförderung an den Regierungssitz des Allmächtigen. Seine Führungsrolle ist nicht mehr auf das auserwählte Volk begrenzt, sondern er steht nun über all den Mächtigen auf der Erde. Alle Staatsmänner und Führer dieser Welt, sind ihm unterstellt. Er hat die Seinen nicht zurückgelassen, sondern in einen viel größeren Hoheitsbereich hineingestellt. An Himmelfahrt übernimmt Christus die Weltherrschaft. Da spielt sich nichts mehr ab, was nicht über seinen Schreibtisch läuft. Sein Führen ist dadurch viel weitreichender und umfassender. In ihm liegt die Macht auf alles Einfluss zu nehmen. Seine Hilfe für jeden persönlich ist noch viel wirkungsvoller. Durststrecken im Leben verlieren das Bedrohliche. Auf Wüstenwegen ist immer genug da um satt zu werden. An Himmelfahrt wird Christus zur Haut auf unserem Körper. Er wird zu einem lebenswichtigen Teil von uns. Seine Nähe ist noch viel unmittelbarer geworden.

Die Dürre verliert damit ihren Verwelkungscharakter. Die Trockenheit ist nicht mehr das Sterben der Blumen. Da bleiben die Giftgas werfenden Despoten, da geschieht Unrecht und Unglück, doch unter dieser Führung, ist Leben nicht auszulöschen. Führen und sättigen geschieht gerade am Rande des Wahnsinns und unter ausgetrockneten Kehlen. Dort wo das Leben in Einzelteile zerlegt ist, ist Himmelfahrt die Antwort. Da wird das Erniedrigte in den Himmel gezogen. Da wirken ungeahnte Auftriebskräfte. Unter dieser Führung ist weit mehr möglich, als das, was wir vor Augen haben.

Wenn uns solch eine Nähe garantiert ist, welche Ausweglosigkeiten sollen uns da noch an den Rand bringen?

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20.000 Euro für die Katz´

Mark. 14, 3-9

 

20.000 Euro für die Katz

Geschenke sind ein Ausdruck von Wertschätzung. Man kann darüber unterschiedlicher Meinung sein, wem man, zu was, wie viel schenkt. Ist ein SLK-Cabrio zur bestandenen Führerscheinprüfung der Tochter angemessen oder nicht? Wenn ich meiner Mutter zum 80. Geburtstag einen Blumenstrauß mit 80 weißen Rosen schenke, ist das zu viel? Manch einer sagt: Wir schenken uns zu Weihnachten nichts, es ist ja sowieso alles kommerzialisiert. Was, wie verschenkt wird, drückt die Beziehung zum Beschenkten aus. Da kann ein kleines, schön verziertes Glas mit einem Teelicht drin, Herzen erwärmen. Geschenke kommunizieren. Sie sprechen ihre eigene Sprache. Der Kaktus für die Schwiegermutter, ist mit Sicherheit nicht als Liebkosung zu werten.

Heute erregt ein Geschenkt großes Aufsehen.

 

  • Völlig verprasst

 

da kam eine Frau, die hatte ein Alabastergefäß mit unverfälschtem, kostbarem Nardenöl, und sie zerbrach das Gefäß und goss das Öl auf sein Haupt.  

Was diese Frau in Händen hält, ist ein Vermögen wert. Kenner sprechen von einem Jahresgehalt eines Arbeiters. 20.000 Euro für ein Duftöl. Indische Narder, aus der Familie der Geisblattgewächse extra importiert. Dieser Essenz wird eine den Geist stärkende und das Bewusstsein fördernde Wirkung zugeschrieben. Für gewöhnlich werden davon ein paar wenige Tropfen auf Stirn und Kopf aufgetragen. Hier geschieht eine Volldusche. Das war keine zaghafte Annäherung, sondern ein regelrechter Überfall auf Jesus. Das Beste vom Besten läuft über seinen Kopf, sein Gesicht, seine Haare bis in sein Gewand. Was mag das wohl für ein Sound in diesem Raum gewesen sein? Da war mit Sicherheit keiner mehr, dem dieser Duft nicht in die Nase stieg. Jesus war durchdrungen von Duft und Frische. Mit keiner Geste hat er diese Frau an ihrem Tun gehindert. Sie goss und er genoss. An Jesus ist diese Tat heruntergelaufen wie Öl. Für ihn war das viel mehr als nur Öl. Was diese Frau gerade an ihm verprasst, war ihre ganze Liebe zu Christus. Was sie an Jesus so faszinierte wird gar nicht erwähnt, steht aber sicher im Zusammenhang mit dem geheilten Simon in dessen Haus diese Szene sich abspielt. Auf jeden Fall muss sie Jesus als den verheißenen Messias erlebt haben. Für ihn gibt sie alles. Sie verprasst nicht nur ihr Öl, sondern sich selbst.

Voigt sagt dazu: Besser ein paar erotische Nebentöne als die stumme Kälte des Herzens, in der wir Jesu Wohltaten „kassieren“, ohne ihm Dank und Liebe zu erweisen.“

Nicht jeder kann mit dieser Art von Liebe umgehen. Bei uns würde man sagen, das hat ein Geschmäckle.

 

  • Völlig fassungslos

 

4 Da wurden einige unwillig und sprachen untereinander: Was soll diese Vergeudung des Salböls? 5 Man hätte dieses Öl für mehr als dreihundert Silbergroschen verkaufen können und das Geld den Armen geben. Und sie fuhren sie an. 6 Jesus aber sprach: Lasst sie! Was bekümmert ihr sie? Sie hat ein gutes Werk an mir getan. 7 Denn ihr habt allezeit Arme bei euch, und wenn ihr wollt, könnt ihr ihnen Gutes tun; mich aber habt ihr nicht allezeit.

Jetzt tuscheln die Buchhalter. Nichts gegen Buchhalter, die halten oft durch ein klares Denken und Rechnen die Betriebe zusammen. Das sind Leute die auf Daten und Fakten stehen. Sie fangen auch hier das Rechnen an. Knallhart kalkuliert könnte man mit diesem Wert ein Waisenhaus in Afrika bauen.

Jesus, du selbst bist doch der Anwalt der Armen. Du hast von dem Becher kalten Wassers gesprochen und dass wir dort, wo wir den Geringsten dienen, dir selbst dienen. Wie kannst du zulassen, dass so viel Geld in den Gottesdienst, in die Feier um dich, in die reine Liebe und Anbetung fließen, wenn es dringend für die Mission gebraucht wird?

Hier wird das eine Richtige gegen das andere Richtige ausgespielt. Im „Lasst sie“, drückt Jesus aus, dass man ihn nicht nur im Mitmenschen lieben kann. Jesus hebt nicht das eine mit dem anderen auf, sondern legt den Wert auf das, was jetzt angemessen ist. Die Frau hat das Gebot der Stunde erfasst, jetzt ist Jesus da, ganz direkt und ganz persönlich. Da ist selbst die Fürsorge für die Armen, die Jesus geboten hat zweitrangig. Die Protestierenden zeigen, hier haben sie Christus nicht richtig verstanden. Jesus kann nicht nur auf der sozialen Ebene geliebt werden, sondern es gibt eine ganz unmittelbare Liebe zu ihm. Das war eine ganz besondere historische Stunde, die sich so nicht mehr wiederholen wird, daher war es geboten, genau hier die verschwenderische Hingabe zu investieren.

Sollten wir keinen Sinn für Liturgie, für das feiern um Christus haben und erschöpft sich unser Christsein allein im sozial-ethischen Aktionismus, werden wir hier eines Besseren belehrt. Christus wehrt sich gegen einen Barmherzigkeitsmoralismus. In jedem unserer Gottesdienste ereignet sich Huldigung.  Die zweckfreie Gottesverehrung braucht ihren festen Platz. Viele betrachten die Liturgie im Gottesdienst als unnötiges Rankwerk, wobei sie nicht bedenken, dass dabei das Liebesspiel zu Christus auf der Strecke bleibt.

Jesus verteidigt diese Frau, die sich in aller Stille zu ihm bekennt und damit zum Ausdruck bringt, dass er ihr König ist.

 

  • Völlig königlich

 

8 Sie hat getan, was sie konnte; sie hat meinen Leib im Voraus gesalbt zu meinem Begräbnis. 9 Wahrlich, ich sage euch: Wo das Evangelium gepredigt wird in der ganzen Welt, da wird man auch das sagen zu ihrem Gedächtnis, was sie getan hat.

In diesem Liebesdienst an Christus, passiert etwas, was selbst die Frau in ihrer Hingabe nicht abschätzen konnte. Sie hatte es auf Verehrung und Huldigung für den kommenden König abgesehen und Jesus betrachtet es als seine eigene Totensalbung. Jesus spannt hier einen Bogen und gibt diesem Augenblick eine einzigartig heilsgeschichtliche Bedeutung. Indem er als König gewürdigt wird, macht er deutlich, dass seine Königswürde in seiner Passion liegt. Nicht in Glanz und Gloria liegt seine Macht, sondern in seinem Weg ans Kreuz. Somit wird mit dieser Salbung sein Erlösungsweg besiegelt. Zu diesem Amt wird er unbewusst von dieser verschwenderischen Liebe bestimmt. Wo die Seinen noch erwarteten, das er als Gesalbter nun die Macht ergreifen wird, lässt er sie wissen, dass er in den Tod geht.

Gute Frau, du hast dich nicht geirrt, als du mich zu König salbtest, sondern du hast einen Todgeweihten gesalbt und ihm einen großen Liebesdienst erwiesen. Diese letzte Salbung empfängt er von dieser Frau, was ihm alle Richter, Feinde und Mörder danach schuldig bleiben. Für Christus offenbart sich hier das umfassende Reich Gottes. Hier wird das Kreuz in den Königstand erhoben. Hier ist der umjubelte König des Palmsonntags, der kurz vor seinem schrecklichen Ende steht. Mit dieser Salbung wird das neue Königreich begründet, das nicht aus Macht und Unterwerfung besteht, sondern dadurch, dass wir durch Liebe und die Selbsthingabe von Christus für dieses Reich gewonnen werden. Auf diese kostspielige Weise ist in der ganzen Menschheitsgeschichte noch kein Reich zustande gekommen.

Die Christus-Liebe ist unbezahlbar, daher sind 20.000 Euro nicht für die Katz´. Wo dieses Evangelium verkündet wird, kann es in der Gottesanbetung nicht zimperlich zugehen. Da braucht die Liturgie geradezu farbige und wertvolle Gewänder im Gottesdienst. Da kann die Liebe nur noch verprassen und die Gunst der Stunde auskosten!

Wo schlägt unser Herz?

wo die Schwerpunkte versetzt sind, kommt der Herzschlag aus dem Rythmus.
„Ihr sollt euch keine anderen Götter neben mir machen, weder silberne noch goldene.“

2. Mose 20, 23
Das erste Gebot ist wie die Präambel im Grundgesetz, damit wird die grundsätzliche Richtung vorgegeben. In dieser Einbettung läuft alles stimmig. Gott hat alles zu sich in Beziehung gesetzt und garantiert darin geordnete Abläufe. In dieser Beziehung taktet unser Herz in der richtigen Frequenz. Oder wie es Franz Lehar im Land des Lächelns besingt: So wie die Blume welkt, wenn sie nicht küsst der Sonnenschein. Dein ist mein ganzes Herz… Gott und Mensch ein Liebespaar.
 Andere Götter ist eine Herzenssache. Wie das Herz schlägt, so wird der Weg sein. Wo uns das Herz schlägt, da wird unser Gott sein, sagt Luther. Dem, welchem unser „dein ist mein ganzes Herz“ gilt, da ist unser Gott. Luther zählt nur einige Ersatzgötter auf, wie „große Gelehrsamkeit, Klugheit, Gewalt, Gunst, Verwandschaft und Ehre, und die Verehrung des Geldes. Das erste Gebot bekämpft nicht umsonst gleich am Anfang alle Konkurenzangebote der Liebe zu Gott. Hier entscheidet sich unser Blühen oder Verwelken.
Schauen wir doch auf die Entwicklungen der christlichen Gemeinden. Da sind die Jugendlichen noch mit Eifer bei der Sache, haben ihren Platz in Jungschar und Chor. Je älter sie werden, umso mehr bröckelt die Mitarbeit ab, weil Ausbildung oder andere Interessen zum Thema werden. Kommt dann die Familie mit Kindern dazu, sind junge Eltern so angebunden, dass für die Gemeinde immer weniger Zeit bleibt. Wird da nicht schnell mal dem Familienleben, das Gemeindeleben untergeordnet? Wo unser Herz ist, da ist unser Gott. Selbst ein Ehepartner kann solch einen Stand haben.
Dabei liegt das Aufblühen allein in der Liebe zu Gott. Alle Menschen, die uns nahestehen, alle Dinge, die uns wichtig sind, können das nicht ersetzen.
Wo schlägt unser Herz?
Einen gesegneten Sonntag wünsche ich euch.

Glaube ist nicht normal

wer glauben will, muss verrückt sein.
„Noah tat alles, was ihm Gott gebot.“

1. Mose 6, 22
Wenn Noah sein Bauvorhaben einem Gemeinderat vorgelegt hätte, hätten alle die Hände über dem Kopf zusammengeschlagen oder ihn gar in die Psychatrie eingewiesen. Eine Arche auf dem Festland ist einfach gesponnen und bar jeder Realität. Was Noah tat, ist nicht normal. Er plant ein Großprojekt, wider alles bessere Wissen und gegen alle menschlichen Erfahrungen.
An ihm zeigt sich die Dimension des Glaubens. Er tut einfach, was Gott gesagt hat. Er lässt sich von einer Gottesvision anstecken, die jegliche menschliche Logik übersteigt. Auf ein Wort hin, fängt er an seine eigenen Grenzen zu übersteigen. Gott spricht, und Noah rennt einem verückten Traum nach. Der Glaube fängt an von einem Meer zu träumen, mitten in der Wüste. Er handelt gegen alle Realität. Der Glaube sieht Dinge vor seinem inneren Auge, die es in der Wirklichkeit noch gar nicht gibt. Der Glaube sieht eine Zukunft, die Menschen nicht sehen können. Der Glaube baut nicht auf das, was bisher möglich war, sondern hält ganz anderes für möglich. Wer glaubt, schafft eine neue Realität. Er entwickelt eine unverschämte Antriebskraft, die das bisherige auf den Kopf stellt. Gegen alles Fachwissen, wird Unmögliches wahr.
„Die Arche wurde von Laien gebaut, die Titanic von Spezialisten.“ Der Glaube ist zwar verrückt, bewahrt aber die Menschheit vor dem Untergang. Der Glaube hält sich nicht auf an dem, was „Normal“ ist. Glaube strotzt vor Kühnheit und Gottvertrauen. Selbst Jesus sagte: Alles ist möglich, dem der glaubt.
Wo bleibt unser unverschämter Mut, auf ein Wort von Gott, das Unmögliche in unsere Welt hineinzuglauben?

Der Verschwendthagoras

2. Korinther 9, 6-8
In der Schule lernten wir stolz, verbindliche mathematische Wahrheiten wie den Satz des Herrn Pythagoras. Katheten und Hypotenuse in einem rechtwinkligen Dreieck stehen in einer ausgeglichenen Beziehung zueinander. Die am rechten Winkel liegenden Seitenlängen im Quadrat zusammengezählt, haben den gleichen Flächeninhalt, wie die Fläche der gegenüberliegenden Seite. Ein in Stein gemeißeltes Gesetz. Herrlich! Wir lernten, wenn wir aus einem Korb mit 7 Äpfeln, 10 herausnehmen, müssen wir wieder 3 hineinlegen, damit der Korb leer ist. Im späteren Leben lernten wir die gehobene Finanzmathematik: Wer mehr ausgibt als er hat, sieht rot, oder den Rotstift, oder irgendwann sogar den Gerichtsvollzieher.
Mathematik hat klare Gesetze. Haben, ist gleich Einnahmen, Soll, ist gleich Ausgaben. Wer ausgeben will muss im Plus stehen oder braucht einen Kredit. Ausgeben ohne zu haben bekommt bald ein neues Zuhause: Unter der Brücke 5. 
An diesem Gott-Vater-Dank-Fest, lernen wir ein neues Rechengesetz kennen: Den Verschwendthagoras.
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1. Weggeben = Überfluss

„Er wird euch dafür alles schenken, was ihr braucht, ja mehr als das. So werdet ihr nicht nur selbst genug haben, sondern auch noch anderen von eurem Überfluss weitergeben können.“ 

Gott kennt ein Vermehrungsprinzip, das anders rechnet. Am Anfang schenkt Gott. Damit ist der Überfluss in die Schöpfung programmiert. Alles was auf der Erde lebt, ist mit Zugewinn bedacht. Gott garantiert Grundversorgung mit Mehrwert. Das heißt, einen voll gedeckten Tisch für knapp 7,4 Mrd. Menschen, die 2016 auf der Erde leben. Unser Planet ist eine Oase, prall gefüllt mit einem Willen zum Schenken. Da sind Schätze vorhanden, die eine ganze Weltbevölkerung nicht verbrauchen kann. Ein Potential des Überflusses. Reichtum für Alle. Alles trägt die Spuren eines Schöpfers, der Freude am Leben hat.
Der arbeitende Mensch steht im Herbst in seinem Weinberg staunt und freut sich über jede gesunde Traube. Es ist doch nicht selbstverständlich, dass die Fässer voll sind. Bei allem Mühen, das wir investiert haben, bleibt der Ertrag ein Geschenk. Welch ein Wunder ist jede Geburt. Solch ein kleines Menschenkind bringt selbst Atheisten in Verzückung. Kein Mensch käme auf den Gedanken zu sagen, das habe ich doch klasse gemacht. Bei allem, was wir zum Glück für solch ein neues Leben beitragen, bleibt das unfassbare Dazugeben dessen, der das Leben liebt. Bei allem was der Mensch schafft und sich erarbeitet, läuft er gewollt oder ungewollt in Gottes Spuren. Auf allen Früchten und Lebensmitteln müsste eigentlich der Hinweis stehen:“ Enthält Spuren eines großartigen Schöpfers.“ Oder „Achtung, das ist eine fromme Banane.“ In allem Arbeiten und Mühen ist mehr Gott drin, als draufsteht.
Dieses Schenken ist so universal in allem Geschaffenen verankert, dass wir vieles fälschlicherweise für uns verbuchen. Auf geheimnisvolle Weise sind die Abläufe der Natur und der Schaffenskraft der Menschen in einem Miteinander mit dem Wirken Gottes verbunden. Das was wir haben und verbrauchen, haben wir dadurch, dass es uns gegeben wurde. Wir leben in einem natürlichen Kreislauf  von Empfangen und Tun. Voigt sagt: „Nichts, was wir tun, entsteht aus dem Nichts; alles ist ein Aufnehmen von Dingen, die wir vorfinden, weil Gott sie hineingelegt hat.“
Das „mehr als genug“, der Überfluss, ist das, mit dem wir am Erntedank rechnen müssen.
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2. Wenig = Nichts

„Ich bin davon überzeugt: Wer wenig sät, der wird auch wenig ernten.“

Kleine Brötchen kommen von mangelndem oder falschem Einsatz. Mit nur ökonomischem Zweckdenken, kommt die Menschheit auf keinen grünen Zweig. Mit dem für sich behalten entsteht Krampf. Wo die Ernte klein ist, ist der Kreislauf von Gottes Überflussprinzip unterbrochen. Dieses Jahr hat 1% der Weltbevölkerung mehr, als die restlichen 99% zusammen. „Die soziale Ungerechtigkeit wächst schockierend schnell“, schreibt die Süddeutsche Zeitung.
Wo viel und wenig auseinanderklafft, da hat nicht Gott, sondern da hat der Mensch versagt. Viele Menschen können nicht mit Überfluss umgehen. Sie werden zwar beschenkt, lassen jedoch die Ernte verkommen, z.B. die Misswirtschaft oft in den kommunistischen Ländern. Eine Studie besagt, wenn das gesamte Vermögen der Welt auf alle Menschen aufgeteilt würde, und jeder 5000,- erhielt, würden gleich nach ein paar Tagen wieder Unterschiede auftreten. Nach einem Monat hätten einige bereits wesentlich mehr und andere ziemlich wenig. Nach ca. einem Jahr wären die Verhältnisse wieder wie am Anfang. Kleine Ernte hängt mit kleinem Denken zusammen. Wenig säen ist ein Mangel an Vertrauen an den schenkenden und versorgenden Gott. Wenig säen, wenig hingeben geschieht aus Angst, die Witterung könnte nicht passen. Wenig säen kommt aus einem armen Herzen, das ein armes Leben schafft. Wer mit wenig rechnet, rechnet mit Sorgen und nicht mit Hoffnung. Wir können an einem Geist, der nur auf Sicherheiten pokert, zugrunde gehen. Säen ist die totale Hingabe, ist das mit Leidenschaft austeilen für Neues, da kann nur reiche Frucht entstehen, wenn nicht zugehalten wird. Wer eine Kartoffel in den Boden steckt, braucht sich nicht wundern, wenn der restliche Acker voll Unkraut ist, wo Gott eigentlich die Voraussetzungen für eine satte Ernte hineingelegt hat. Hingabe riskiert sich selbst und rechnet, dass Gott damit Fässer überlaufen lässt. Wir betrügen uns selbst, wenn wir das zurückhalten, was Gott in unser Leben gelegt hat. Mit der Rechenart der Vorsicht und der Zurückhaltung erschaffen wir unsere eigene Armut und die Armut der Welt.
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3. Verschwendung = Vermehrung

„wer aber viel sät, der wird auch viel ernten. So soll jeder für sich selbst entscheiden, wie viel er geben will, und zwar freiwillig und nicht aus Pflichtgefühl. Denn Gott liebt den, der fröhlich gibt.“
Nicht das Haben, sondern das Geben schafft Leben. Viel Geben ist sein Naturgesetz, ist Gottes Lebensprinzip. In seiner Totalhingabe liegt das Heil, liegt die Erlösung der Welt. Jesus Christus ist das Verschwendungsprinzip Gottes. Mit Christus hat der Mensch ausgesorgt. Gott gibt alles was er hat. Bei Gott gehören Wohl und Heil immer zusammen.
Gottfried Voigt:
„Gott hat das Zeug dazu, dass alle Gnade über uns kommt, damit wir in allem allezeit alles haben und somit reich sind zu jedem guten Werk“
Wir sind Saatgut; für eine große Ernte bestimmt. Das uns Gegebene soll sich multiplizieren. Unsere Gaben sollen sich flächendeckend ausbreiten, sie sollen die Welt erhalten und die Bedürftigen sättigen. Wir selbst sind Gottes Geschenk für die Erde, an dem die Menschen satt werden. Wo wir verschwenderisch säen, beschenkt Gott diese Welt. Unsere Hingabe denkt den Armen den Tisch. Gerade denen, die an Gott-Vater-Dank beschenkt wurden, müssen die Armen auf dem Gewissen liegen. Erntedank kann nie in der Dankbarkeit aufhören, sondern muss immer in die Hingabe hinein fließen. Ein Beschenkter kann nur Schenker werden. Überfluss muss fließen, sonst geht die Rechnung nicht auf. Die Welt wird an unserer Hingabe genesen. Sie wird an unserem Verschwenden den Christus erfahren. Wir Glaubenden treten nicht als die lieben, netten, hilfsbereiten Sozialarbeiter auf, sondern als solche, an denen die Menschen, den ihnen zugewandten Gott erkennen. Wir sind eine lebenswichtige Saat für die Not der Welt; verschwenden wir sie!
Nelson Mandela sagt:
Du bist ein Kind Gottes. Dich klein zu machen nützt der Welt nicht. Es zeugt nicht von Erleuchtung, dich zurückzunehmen, nur damit sich andere Menschen um dich herum nicht verunsichert fühlen. Wir alle sind aufgefordert, wie die Kinder zu strahlen. Wir wurden geboren, um die Herrlichkeit Gottes, die in uns liegt, auf die Welt zu bringen. Sie ist nicht in einigen von uns, sie ist in jedem. Wenn wir von unserer eigenen Angst befreit sind, befreit unser Dasein automatisch die anderen.“
Ist das nicht Grund genug den Verschwendthagoras nicht nur zu lernen, sondern großzügig anzuwenden?

Mit Charme zugedeckt

wir sind kein Frosch vor der Schlange mehr.

„Der Herr ist des Armen Schutz, ein Schutz in Zeiten der Not.“
Ps. 9, 10

Schutz brauchen Bedrohte, die Mächten ausgesetzt sind, gegen die sie nichts ausrichten können. Schutz ist die Mauer, die mich vom Übel trennt. Gott ist eine Barriere, ein Schutzschild gegen Steinewerfer. Er verteidigt mein hilfloses Ausgeliefert sein. Er steht gerade, für das, was stärker sein will als wir. Unsere Sicherheit liegt in seinen Händen.

Schutz des Armen ist seine Verantwortung, für die, die nichts zu bringen haben. Er kümmert sich, dass Leben gelingt. Das schließt materielle Grundversorgung ein, ist jedoch umfassend. Jesus preist diejenigen selig, die geistlich arm sind, die ihre Leere und Gottesbedürftigkeit erkennen. Da wo wir zerbrechlich sind und eine dünne Haut haben, wo wir uns mit Selbstzweifeln quälen und den Boden unter den Füßen verlieren, schießt er zu. Genau dort, wo wir nicht den starken Max heraushängen können, sondern die Felle davon schwimmen, schützt er vor dem Untergang. Wo wir aufgeben wollen, schützt er vor dem Verzweifeln.

Schutz ist Gottes umfassendes Heilswirken, bei dem er all unsere Defizite ausgleicht. Es ist sein ganzer Charme, mit dem er uns, unter seine Flügel nimmt. Da ist jeder falsche Zugriff abgewehrt.

Durch diese Tatsache können wir aufatmen. Wir dürfen schwach, arm, bedürftig sein; es hängt nichts von unserem Vermögen und unserer Verfassung ab. Wir brauchen keine Not beklagen.

Dort wo wir arm sind, sind wir reich gemacht, durch einen, der unser Vermögen übersteigt.

Welche Schlange soll uns da noch bedrohen?

100% reines Gold

Ein ordentlicher Lebensmittelskandal kann einem den schönsten Weihnachtsbraten versauen. Wer isst schon gerne mit Antibiotika verseuchtes Schweinefleisch? Wer trinkt denn mit Genuss Glycerin gepanschten Wein? Wer verschenkt mit Begeisterung Rosen, die mit Schädlingsbekämpfungsmitteln behandelt sind? Aus Gründen der Wirtschaftlichkeit, werden wir ohne Ende beschissen. Vieles sieht toll, erfrischend und gesund aus, ist aber Plagiat. Es ist Entfremdung und Täuschung des Originals. Wer sich nicht täuschen lassen will, beginnt die Suche nach dem Echtheitszertifikat und der Premium Qualität. Alles Bio, 100% reine Baumwolle, ohne Zusatzstoffe, garantiert Laktose frei, aus fairem Handel, alles ohne Risiken und Nebenwirkungen.

Welche Maßstäbe stellen wir an das Leben selbst?


1. Was ist Qualität?

„Gott aber hat ganz eindeutig bezeugt, dass er uns das ewige Leben schenkt, und zwar nur durch seinen Sohn.“ 
Jeder von uns lebt, ohne dass er gefragt wurde, ob er das überhaupt will. Wir alle haben 100% reines Leben geschenkt bekommen. Spätestens wenn ein Kind zu Welt kommt, staunen wir über das Wunder, dass wir nicht nur das Produkt unserer Eltern sind. Hinter unserem Leben steht der Bekennerbrief von Gott: Ich war´s! 
Das Leben des Menschen unterscheidet sich grundsätzlich von allen anderen Lebewesen. Sein Leben ist nicht nur ein Zustand, sondern ein Sein, eine Daseinsform. Ihn unterscheidet vom Vegetieren einer Rose oder Katze, dass er ein von Gott Erwählter ist. Blumen und Tiere können ihre Bestimmung nicht verfehlen, sie leben das, was in sie hineingelegt ist. Schöpfung ist, aus Gott gemacht und in Gott sein. Durch Gottes „ich war´s“, gibt er dem menschlichen Leben eine viel größere Bedeutung. Leben des Menschen ist Gottes „ich will dich“. Wir sind ihm wichtig. Gott will Gemeinschaft, er will sich in uns spiegeln. Leben von seinem Grundgedanken ist Freundschaft mit Gott, ist ein in Gott-Sein. Es ist das völlige Aufgehen in Gott, und das komplette Eindringen Gottes in uns. Leben ist Gottesoffenbarung. Gott spaziert über die Erde und durch die Welt. 
Im Gott erkennen, entdeckt der Mensch sich selbst. Wir alle spüren das Feuer, die Kraft, die Schönheit, die Kostbarkeit, die von dieser saftigen Quelle ausgeht. Aus einem sicheren Instinkt heraus, tun wir alles, um dieses Leben zu erhalten. Jeder nur einigermaßen vernünftige Mensch, möchte nicht nur existieren und einfach nur da sein, sondern es kommt ihm auf das „wie“ an. Wie lebe ich gesund? Was erfüllt mich? Wie schaffe ich Wertvolles? Wir wollen Anteil am Lebendigen am Vitalen haben. Alles ist voller Streben nach Gehalt und Tiefe, nach innerlichem Reichtum, nach Sinnerfüllung. Diese Lebenssehnsucht liegt wie eine Unruhe in uns. Ja nichts verpassen, auf keinen Fall etwas unversucht lassen, mitnehmen was geht, die ganze Fülle ausschöpfen. Dieser Drang nach Lebendigkeit ist gut, sie ist von Gott in uns hineingelegt, sie kann sich jedoch zur Gier und Unersättlichkeit übersteigern.
Wo diese gewaltige Antriebskraft nicht in eine lebendige Gottesbeziehung hineinfließt, ist sie ein Aufschrei eines Kindes, das seine Mutter verloren hat. Schreien ist zwar lebendig, aber offenbart ein Defizit, den echten Lebenshunger. Ist nicht vieles der hochgezüchteten Freizeitindustrie ein Aufschrei nach Leben, nach mehr Sinnerfüllung? Ein bisschen mehr Kick, ein prickelnderes Abenteuer, noch berauschendere Geschwindigkeit, sollen die leer gewordenen inneren Räume füllen. Man kann sein physisches Leben in allen schillernden Farben haben und doch „tot“ sein. Der Mensch hat als Einziger der Schöpfung die Größe, seine Bestimmung abzuwählen und dadurch seinen Sinn zu verfehlen.
Daher immer wieder tierischen Vergleiche in der Bibel; der Ochse kennt den Stall seines Herrn, die Schafe ihren Hirten, die Schwalben und Kraniche die Zeit zu gehen und kommen.
Leben ist immer Bezug oder Beziehung zu Gott. Leben heißt: Der Gott im Mensch und der Mensch in Gott. Natürlich vollzieht es sich in einer bunten, duftenden, klingenden, musizierenden, und greifbaren Welt, voller Ekstase und Leidenschaft. Doch göttliches Leben ist noch viel mehr, als allein im natürlich-physischen Dasein aufzugehen. 
Leben in Gott ist ewig. Wir sind hineingenommen in eine Lebensgestaltung, die nie abgeschlossen sein wird. Uns ist ein Leben geschenkt, das sich nicht bloß zwischen Wiege und Bare abspielt. Dieses Leben spielt in einer anderen Liga. Die Qualität des Lebens, zeigt sich daran, was ewig ist, wieviel Gott im lebensfreudigen Menschen angekommen ist.

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2. Was sichert Qualität?

 „Wer also dem Sohn vertraut, der hat das Leben; wer aber dem Sohn nicht vertraut, der hat auch das Leben nicht.“

Menschen sind so autark, wie stehende Gewässer. Wenn nicht ständig bewegtes, frisches Wasser zufließt, durchfließt und weiterfließt, kippt der See, stinkt und ist tot. Es ist ein gewaltiger Irrtum, dass wir auf eigene Faust leben können. Wer lebendig sein will, braucht den frischen Durchfluss. Ewiges Leben in irdisches Leben bringt Christus. Heißhunger auf Leben stillt der Sohn. Leben ist an diese eine Person gebunden. Gott hat nicht einmal das Leben geschaffen, sondern investiert ständig neu hinein. Leben aus Gott ist ein Full-Service-Vertrag. Er übernimmt die Garantie Leben lebendig zu erhalten. Christus ist Gottes Qualitätssicherung. An ihm hängt es, dass unser Teich nicht kippt. Er transportiert die Faulgase ab, führt Sauerstoff zu, gegen das Ersticken, regeneriert den Schlick und spült den Dreck weg. Christus ist die Umwälzpumpe für Sauberkeit und Frische. Er ist die ununterbrochene Aktivierung, eines dem Untergang ausgesetzten Gewässers.

Heutzutage werden nicht nur Filter in Wasserleitungsnetzte eingebaut, sondern auch Aktivierungselemente mit Bergkristallen, durch die, belastetes, kalkhaltiges Wasser, durch eine Schwingungsübertragung, wie Quellwasser aus dem Wasserhahn kommt. Christus ist nicht eine von vielen Möglichkeiten, zu unserer ständigen Erneuerung, sondern die eine Exklusive. Wo wir ihn vernachlässigen, brauchen wir uns nicht wundern, wenn Lebensfreude flöten geht, wenn die Angst steigt, wir könnten etwas verpassen, wenn wir krampfhaft nach irgendwelchen Ersatzbefriedigungen suchen müssen.
Die Sinnlosigkeit steigt, wo Christus in uns verarmt. Menschen brauchen starke Symbole. Wo das Kreuz kleiner wird, werden Mercedessterne größer. Wir bringen uns um unser Bestes, wenn wir an Jesus vorbei sehen. Liebe geht nie ins Leere hinein, sondern bezieht sich immer auf den geliebten Menschen. So gibt es das Leben nur als das Ereignis, das zwischen Jesus Christus und mir stattfindet. Das sichert Qualität.

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3. Was bewirkt Qualität?

„Ich weiß, dass ihr an den Sohn Gottes glaubt. Mein Brief sollte euch noch einmal versichern, dass ihr das ewige Leben habt.“
Ewiges Leben haben, ist nicht erst etwas nach unserer Beerdigung. Wer dieses Leben hat, hat es schon jetzt. Das ereignet sich in jedem Gottesdienst, in dem Christus in Wort und Sakrament in uns das Ewige vergegenwärtigt.  In diesem Feiern projiziert sich ein Stück dieser Zukunft in unsere Gegenwart. Man könnte sagen, dass wir für diesen Moment den Tod bereits hinter uns haben. Ewiges distanziert uns vom Zwang des Irdischen. Wo das Leben, dieses Geheimnis des Glaubens erfährt, verliert es die Sorge um die irdische Zukunft. Die Erfahrung von Ewig entspannt allen Lebenskrampf. Es geht dann nicht mehr um mein kleines oder großes Glück, um mein Recht, um meine Geltung, um meine Wehwehchen.
Wo Ewiges berührt und lebendig macht, bleibt das nicht bei mir stehen, es drängt nach außen. Leben ist inspiriertes Dasein für andere. Lebenssatt werden wir dadurch, dass wir mit empfangener Frische, unsere Umgebung auffrischen. Je mehr wir uns an Menschen und Aufgaben verlieren, umso reicher und erfüllter werden wir. Nicht die Hingabe macht arm, nicht das Weiterfließen, sondern das festhalten und das auf sich beziehen. Den Durchfluss stoppen, bringt uns um.
Ewiges Leben macht uns unabhängig, von unserer eigenen Befindlichkeit. Durch den ständig heilenden Christus, lebt in uns ständig etwas Erneuerndes. Da empfinden wir Frieden, mitten im Krieg. Da ist in uns etwas gesund, auch wenn der Körper nicht will, wie wir wollen. Wir können fest stehen, wo alles fällt, wir können hoffen, wo alles trauert.
Gerade in unseren Leidenswegen, bewährt sich ein Leben, das aus 100% reinem Gold besteht. Gerade am Beginn eines neuen Jahres, gibt es keine bessere Perspektive, als ewiges Leben. Es beginnt mit der Eucharistie und auch dem Jahres-Wort, mit dem Gott bei uns eingeht und uns lebendig macht.
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