Unglaube verhindert Segen

Leben ist loben, weil es aus dem Himmel mit Strömen der Liebe regnet.

„Bei dem Herrn findet man Hilfe. Dein Segen komme über dein Volk!
Ps. 3, 9

Berufene sind Gesegnete. Sein Volk, sind die aus allen anderen Völkern herausgewählten. Gott pickt sich Menschen heraus, denen er Gutes tun will. Gott hat den Drang und das Bedürfnis sich mit dem was er hat und ist mitzuteilen. Er sagt: Mensch ich gebe dir etwas, was dir kein Mensch geben kann. Mit mir kannst du was erleben. Von Gott erwählt zu werden ist ein Privileg, es ist eine besondere Gnade. Da sind Menschen, die er zu etwas macht, was die natürliche Laufbahn durchbricht. Gott am Menschen und Gott im Menschen, da fließt der Segen. Mit Christus hat der Mensch eine Goldader entdeckt. Ab diesem Moment ist die Versorgung gesichert. Berufen zu sein heißt, Gott übernimmt alle Sorge. Wo Gott sein Volk segnet, können zwei Hände voll junge Leute, mit Anfang zwanzig, ein Millionenprojekt starten. Das Kapital einer beginnenden Bruderschaft waren einige Spaten, zwei Schubkarren und eine Berufung. Damit hat Gott das Land umgegraben und uns das Staunen gelehrt. Was jetzt nach Jahrzehnten entstanden ist, lässt nichts mehr von den bescheidenen Anfängen erahnen. Gott hat sich in unserem Fall keine Geschäftsleute, Wirtschaftsunternehmer oder Architekten berufen, sondern Schüler, Lehrlinge und frischgebackene Gesellen. Segen und Hilfe sind die Begleiterscheinungen der Berufenen. Das ist der Inhalt des Glaubens. Gott ruft die Nichts-Habenden, dass daraus Großes entsteht. Dass darin offensichtlich wird, Glauben hat nichts mit menschlichem Können und Vermögen zu tun, sondern mit berufen und für den Segen offen sein. Gott will menschliches Denken und menschliche Maßstäbe durchbrechen, er will dem Glaubenden zeigen, was er drauf hat. Segen offenbart, dass Gott souverän über alle Umstände hinweg handelt. Da ist immer mehr da, als unser Denken zulässt. Segen ist Liebe, die wie ein Wasserfall, nicht zu stoppen ist.

Um im Segen zu leben, diese Glückseligkeit auszuschöpfen, braucht es einfach Menschen die nichts haben, jedoch alles glauben. Glaubende folgen dem Ruf, und nicht dem, was sie für möglich halten. Berufene brauchen nichts mitbringen, weil Gott alles beisteuert. Somit ist wirklich alles möglich, für den der glaubt. Der Glaubende ist der Gesegnete, da fließt immer mehr zu, als das was da ist. Ein Leben mit Gott fängt erst da richtig an, wo wir nichts vorzuweisen haben, wo wir armselig und hilflos vor ihm stehen, und ihm Platz machen für seinen Segen. Da kommt immer mehr als wir je glauben können.

Bremsen wir nicht oft mit unserem Unglauben den Segen aus?

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Den Quälgeist überwinden 

Wer seine Angst überwindet, kann ein Volk, gegen den Zorn des Königs aus Ägypten führen.

„Fürchte dich nicht, denn du sollst nicht zuschanden werden.“

Jes. 54, 4
Was den Menschen zurückhält, mutig und kraftvoll Hindernisse zu überwinden, ist seine Angst. Genau hier setzt Gott an. Gott will mit Menschen Geschichte schreiben. Er hat einen außergewöhnlichen Plan. Er baut sein Reich in die irdische Welt. Dabei fordert er Menschen zu unmenschlichen Taten heraus. Der Mensch wird in Handlungen gestellt die er nicht sehen und verstehen kann. Er wird in das Wagnis des Glaubens und Vertrauens hineingenommen, das beim natürlichen Denken auf Widerstand stößt. Somit steht der Glaubende mit sich in einem inneren Kampf. Er muss ein Vertrauen wagen, gegen seinen eigenen Verstand und gegen jedes bessere Wissen. Der Glaubende betritt Wege gegen seine eigene Angst. Gerade dort, wird er von Gott an die Hand genommen. Wege, die Gott gehen heißt, stehen unter dem „fürchte dich nicht“. Bei seinem Plan mit uns, übernimmt er die Navigation. Wenn du Furcht, im Sinne von Ehrfurcht vor mir hast, brauchst du Menschen und Dinge nicht mehr zu fürchten. Da steht eine höhere Macht gegen alles Bedrohende. Wo Gott die Furcht nimmt, gibt er für seine Wege den Rückenwind. Die stärkste Überwindung die er geschaffen hat, ist in Christus. Er sagt: In der Welt habt ihr Angst, doch ich habe die Welt überwunden. In Christus, wird der Glaubende zum Angstüberwinder und damit zum sich selbst Überwinder. 
Damit kommt der Glaubende allen Widerständen zum Trotz in die Gänge. Darin liegt seine Antriebskraft gegen allen Schrecken. Da wird alle Vorsicht und Zurückhaltung aus der Reserve gelockt. Da führt Mose das Gottesvolk aus der Knechtschaft des ägyptischen Königs. Da läuft ein Bonhoeffer aufrecht seinem Galgen zu. Wo die Angst überwunden ist, können wir mutige Schritte des Glaubens wagen. Da hat der innere Quälgeist zu schweigen. Da können nicht mehr die eigenen Empfindlichkeiten bestimmen. Da habe ich keine Angst mehr um die eigene Ehre. Da brauchen wir nicht die Anerkennung der Massen. Wo uns die Angst genommen ist, haben wir eine königliche Narrenfreiheit, entschlossene Wege im Glauben zu  gehen. 
Warum sollten wir Angst vor ungewöhnlichen Wegen haben? Warum sollten uns neue Weg Angst machen?  Warum sollte nicht neuer Glaube, das alte Denken überwinden? 

Auf und ab findet eine Konstante

O Gott, gib uns immer neu erfrischende Herzlichkeit und schenke uns die Heiterkeit im Glauben.

„Erfreue mich wieder mit deiner Hilfe, und mit einem willigen Geist rüste mich aus.“

Ps. 51, 14
Wer so betet, kennt die Stunden des Absackens im Glauben. Er kämpft mit Trauer und eigener Unwilligkeit. Wie schnell verlieren wir den Glaubensmut, wenn es im Leben dick kommt. Wie schnell geben wir auf und verzagen wir, wenn Unerwartetes über uns hereinbricht. Glaube bewegt sich zwischen Macht und Ohnmacht. Er lebt in der Spannung zwischen Tag und Nacht. Glaube durchlebt die ganze Hinfälligkeit unserer Menschlichkeit. Daher kann sich der Glaube nicht an der menschlichen Gebrechlichkeit entzünden. Glaube kann nicht aus dem Menschen kommen, er entzündet sich an der Gottesgegenwart. Glaube ist Gabe, ist Geschenk, ist das Vertrauen, das Gott weckt. Der Glaube ist das Echo auf den handelnden Gott. Wo der Glaube schwach wird, wo die Zweifel nagen, muss nicht der Mensch seine Anstrengungen verdoppeln, sondern seine Schwachheit zum Gebet werden lassen. Das „erfreue mich wieder“, ist kein Selbstmotivationsprogramm, sondern genau die richtige Adresse für Absacker. Gott baut auf. Das Gebet wird zur Hilfe. Gott selbst ist die Anlaufstelle, wenn wir erkennen, wir hängen ab. Krisen sind normal, dunkle Stunden gehören zum Dasein, doch sie sind der Anfang eines Gebetes. Wo wir an uns selbst verzweifeln wollen, wenn wir erkennen, wie wenig wir zur Liebe und Glauben fähig sind, ist das der Anfang, auf die Hilfe zuzugehen. Wir brauchen regelrecht die Spannungen im Glauben, um unsere Gottabhängigkeit zu entdecken. Erst wenn wir unsere Schwachheit erkennen, kann die Liebe zu Gott groß werden. Wo wir am Ende sind, fängt Gott erst richtig an.
Wo wir unsere Leere spüren ist der beste Augenblick, an dem Gott groß werden kann.  Es sind nicht unsere glaubensstarken Tage an denen uns die Hilfe groß wird, sondern gerade die Wegstrecken, an denen wir ausgelaugt und müde geworden sind. Wo wir mit unserem eigenen Versagen konfrontiert sind, wo wir an Gott und der Welt verzweifeln wollen, wo nichts mehr da ist, kann Gott zu allem werden. In der Dunkelheit entfaltet das Licht seine schönste Wirkung. Daher verkrampfen wir uns nicht, wenn es nicht rund läuft; bitten wir um neuen Glauben, um erfrischende Herzlichkeit, um Heiterkeit und all die Gaben, die nur von ihm kommen.
Ist die Durststrecke im Glauben, nicht der Weg zu viel mehr Hingabe?

In Fassbares kommt Unfassbares

Es ist unvorstellbar viel, was Weihnachtssterne mit Frühlingsprimel gemeinsam haben.

Siehe, ich will einen neuen Himmel und eine neue Erde schaffen, dass man der vorigen nicht mehr gedenken wird.“

Jes. 65, 17



Das ist das große im Advent; alte und neue Wege kreuzen sich. Irdisches wird von Himmlischem durchdrungen. Gott kommt bei den Menschen an. Scheinbare Gegensätze vermischen sich. Der neue Himmel und die neue Erde beginnt mit der Geburt Christi. Da kommen neue Fakten in die alte Welt. Diese neue Welt vertröstet nicht auf bessere Zeiten, sie schafft Erneuerung in alten Zeiten. Christen leben immer aus den Naherwartung des kommenden Christus, die jedoch das jetzige Dasein bestimmt. Wenn ich jetzt meine Weihnachtssterne für unser Blumenhaus einkaufe, hat der Gärtner sein Gewächshaus bereits voll mit Frühlingsprimel. Er verkauft jetzt im Advent seine Sterne in allen Farben und kümmert sich gleichzeitig um seine satten Primeltöpfe ohne Blüten. Im Weihnachtsgeschäft, lebt er schon im Frühling. Sein Hauptaugenmerk liegt sogar auf der Kultur die als nächstes kommen wird. Er ist im Jetzt von dem Kommenden geprägt. Er lebt voll und ganz in beiden Welten. So lebt der Glaubende in der alten und neuen Welt. Man kann dabei weder das eine verteufeln noch das andere verglorifizieren, sondern das Neue durchdringt das Alte. Mit Christus ist Gott allen Zeiten voraus. Seine Zukunft, wirkt in die Gegenwart. In die Unvollkommenheit fällt etwas von seiner Vollkommenheit. 
Diese spannenden Gegensätze gilt es zu gestalten. Das macht den Ganzguss des Lebens aus. Der Glaube lebt aus und in beiden Extremen. Wo nur das Alte betont wird, werden die Tage freud- und hoffnungslos. Wo wir nur für das Neue schwärmen, verlieren wir die Bodenhaftung und werden realitätsfremd. Zur Vollkommenheit des irdischen Lebens gehört beides. Das Ja zu Leid und Kreuz und die Auferstehungshoffnung, die sich über den Tod hinaus verwirklicht. 
Welch eine Kraft kommt in unsere müden Tage, wenn das Alte durch das Neue angetrieben wird. Da verbrauchen sich nicht nur die Weihnachtssterne und das Gewächshaus wird immer leerer, sondern da wächst gleichzeitig eine neue Kultur heran, die die Häuser wieder füllen wird. Das Neue hält die Bewegung im Alten aufrecht. Die Adventsgesinnung der beiden Welten schafft unsere Lebendigkeit. 
Wenn dieser neue Himmel und die neue Erde bereits heranwachsen, wie gelingt es da, dass sie unser Altes noch viel mehr durchdringen?

Ohne Kompromisse

Luk. 11, 14-23 

Die Politik lebt von Kompromissen. Ohne das Aufeinander-zu-bewegen, keine Jamaika-Regierung. „Leider hätten sich die Parteien in den Sondierungsgesprächen bisher inhaltlich nicht wirklich angenähert. „Ich hätte mir konkretere Ergebnisse gewünscht“, so Robert Habeck von den Grünen. Das schreibt das Handelsblatt vergangene Woche.

Kompromisse und das aufeinander zugehen sind lebensnotwendig für jede funktionierende Form von Gemeinschaft, jedoch für den Glauben sind sie tödlich und unmöglich.

  • Kompromisslos anders

20 Wenn ich aber durch den Finger Gottes die Dämonen austreibe, so ist das Reich Gottes zu euch gekommen. 

Die Texte im ausgehenden Kirchenjahr, behandeln sehr stark die beiden Ebenen des Reiches Gottes. Die gegenwärtige und die zukünftige Welt, wo etwas Gewöhnliches, von etwas total anderem durchdrungen und überwunden wird. Mit Fingerspitzengefühl schafft Jesus Reich Gottes in einer gottlosen Welt. Er bedient sich eines Fingers, um die Machtverhältnisse auf der Erde neu zu mischen. Er gebraucht ein Organ Gottes, um Dämonen auszutreiben. Mit dem Finger Gottes zeigt er Schöpfungshoheit. Er sagt damit: Wenn ich komme, betritt Gott diese Erde. Er zeigt damit die Visitenkarte seiner Existenz.

Wo Christus ist, handelt ausnahmslos der lebendige Gott. Mit dem Austreiben der Dämonen demonstriert er, wer im Hause dieses Menschen der Herr ist. Er übernimmt ab sofort das Kommando über eine Person, die bisher von anderen Mächten bestimmt war. Das Dämonen austreiben steht für einen mächtigen Christus im Menschen. Wenn Reich Gottes entsteht, bestimmt Christus den ganzen Menschen.

Unter diesem Finger scheiden sich die Geister. Da gibt es nur ein entweder oder. Wo diese Mächte wechseln, geschieht hier und jetzt, dieses andere zukünftige Reich, was es sonst in dieser Welt nicht gibt. Reich Gottes macht man nicht, sondern entsteht durch einen kompromisslosen Christus im Menschen.

  • Ein neckisches Spiel

15 Einige aber unter ihnen sprachen: Er treibt die Dämonen aus durch Beelzebul, den Obersten der Dämonen. 16 Andere aber versuchten ihn und forderten von ihm ein Zeichen vom Himmel. 17 Er aber kannte ihre Gedanken und sprach zu ihnen: Jedes Reich, das mit sich selbst uneins ist, wird verwüstet und ein Haus fällt über das andre. 18 Ist aber der Satan auch mit sich selbst uneins, wie kann sein Reich bestehen? Denn ihr sagt, ich treibe die Dämonen aus durch Beelzebul. 19 Wenn aber ich die Dämonen durch Beelzebul austreibe, durch wen treiben eure Söhne sie aus? Darum werden sie eure Richter sein. 

Es ist zum Schmunzeln, Jesus einmal derart polemisch zu erleben. Wo die sich Leute über das Wunder wundern und ihn versuchen aufs Kreuz zu legen, dreht er entwaffnend den Spieß um. Er diskutiert nicht, sondern lässt sie in ihrer eigenen Logik auflaufen. Umschrieben sagt er: Wie? Ich habe also mit des Teufels Hilfe diesen armen Menschen gesund gemacht? Ich soll quasi mit dem einen Teufel, den anderen ausgetrieben haben? Das wäre eine noch nie dagewesene Sensation und bei den Teufeln wäre eine Revolution angebrochen, dass der eine den anderen fertig macht. Wenn ihr recht habt, müsstet ihr euch freuen, wenn die bösen Gewalten sich gegenseitig aufreiben. Bei dieser Logik würden sich die Tyrannen nach und nach selber auflösen. Auch beim zweiten Gedanken geht der Schuss nach hinten los. Eure Leute treiben Dämonen aus, das bedeutet, ich befinde mich nach euren Maßstäben in guter Gesellschaft. Merkt ihr nicht die Zweideutigkeit eurer Argumentation? Eure Leute selbstverständlich auf Gottes Seite, und der eine, dem ihr misstraut, genauso selbstverständlich auf des Bösen Seite. Leute, ihr macht es euch da ein bisschen leicht. Jesus liebte es, so verschmitzt mit seinen Gegnern umzugehen, doch eine theologische Beweisführung konnte das nicht sein.

Wir werden bei der Tatsache des Wunders letztlich auf den Glauben geworfen. Das was wir von Jesus sehen, sind keine sichtbaren Beweise, die eine Logik des Reiches Gottes auf den Tisch legt. Auch in der Christusgegenwart bleibt vieles im Verborgenen und im Unverständlichen. Selbst wenn Christus da ist, haben die Menschen Zweifel und ringen darum, ob hier gute oder böse Mächte am Werk sind. Neulich sahen wir eine Reportage über Colonia Dignidad, der Kolonie der Würde in Chile.  Da wurden Menschen in treuem Glauben, in himmelschreiendes Elend geführt. Jesus wird bis zum jüngsten Tage nicht vom natürlichen Menschen erkannt, da er vielen Widersachern zum Verwechseln ähnlich sieht.  Jesus will nicht verstanden werden, sondern geglaubt werden. Er will in den unsichtbaren, widergöttlichen Kräften, die die Menschen quälen und beschädigen, sich mit Macht durchsetzen. Er will das Fremdbeherrschte zurückgewinnen. Das ist seine Dämonenaustreibung, dass er den Buhmann aus unserem Leben verscheucht, mit dem der Böse uns zu erpressen sucht. Dieser Finger befreit aus Fremdbestimmung.

  • Unverbindlich geht nicht

23 Wer nicht mit mir ist, der ist gegen mich; und wer nicht mit mir sammelt, der zerstreut. 

Der menschliche Wille ist wie ein Pferd, das geritten wird, vom Guten oder Bösen, so drückt es Martin Luther aus. Wir sind von konstant von Mächten beeinflusst. Und wir können und wir müssen sogar ständig entscheiden wer uns bestimmt. Es gibt kein Niemandsland, es gibt im Glauben keine neutrale Schweiz. Wenn wir nur unsere Gedanken verfolgen, erkennen wir, wie Himmel und Hölle in uns entsteht und nicht von außen auf uns zukommt. Wer sich nicht entscheidet, hat sich auch entschieden. Die Nichtentscheidung wählt ganz bewusst Chaos und Untergang. Wo wir uns vor einer Entscheidung drücken, fängt das Elend an. Entweder eine bewusste Entscheidung für Christus oder wir steuern in den Abgrund. Der Kampf für das kommende Reich Gottes, das einmal alles in allem sein wird, wird nicht über unsere Köpfe hinweg ausgetragen, es wird in uns ausgetragen.

Entscheidung hat mit Scheidung, mit einer Trennung zu tun. Wo ich das eine wähle, entscheide ich mich gegen das andere. Wir trennen uns vor der Alternative die wir hätten. „Gottes Reich kommt wohl ohne unser Gebet von sich selbst; aber wir bitten in diesem Gebet, dass es auch zu uns komme.“ sagt Gottfried Voigt.

Unter diesem Wort, können viele kirchlichen Kompromisse und Toleranzen nicht bestehen. Wo keine eindeutige Christus Entscheidung getroffen wird, spielt ein anderer auf dem Klavier. Das anbrechende Gottes Reich, kennt kein ausharren im Unverbindlichen. Bei Christus sind keine Kompromisse möglich. Reich Gottes ist eindeutig und entsteht nicht über Koalitionsverhandlungen oder Religionsmix. Christen können keine Doppelagenten sein und auf mehreren Schultern Wasser tragen. Wer in die Gemeinschaft der Glaubenden gerufen ist, brennt von ganzem Herzen für den Auftrag an den er gestellt ist, oder er wird zum Handlanger der Zerstörung. Einfach dabei sein und fromm genießen wollen, ohne sich klar zu entscheiden, baut kein Reich Gottes. Christen sammeln für Christus. Sie wollen in sich die neue Bestimmung.

Nichts für weiche unentschlossene Gemüter. Wir leben jeden Augenblick in den Auseinandersetzungen dieser Welt, doch mit jeder Entscheidung die wir treffen, entscheiden wir darüber, für welches Reich wir sammeln. Die Glaubenden wissen um diesen Entscheidungs-Konflikt. Sie gestalten aktiv ihre Entscheidungsprozesse und sehen sich nicht als Opfer unguter Mächte. Die Glaubenden sind nicht besser, doch sie können sich besser dem Bösen widersetzen. Sie können nach eigenem Versagen wieder neu anfangen, weil Christus Gewissensbisse austreibt. Der Übergang vom einen Reich in das andere beruht darauf, dass uns keiner mehr verklagen kann. Mit diesem kompromisslosen Wort blicken wir in allem ausnahmslos auf Herrlichkeit, die sich unter allen Widrigkeiten durchsetzen wird.

Wenn wirklich durch uns und in uns das Reich Gottes sichtbar werden soll, von wem wollen wir uns da beherrschen lassen?

Christus allein

Durch den Glauben wechseln moralische Formen in Liebe.
„Lass ab vom Bösen und tue Gutes; suche Frieden und jage ihm nach.“

Psalm 34, 15
Eine Aufforderung, die nicht besser zum Reformationsfest passen könnte. Was hier nach Menschengerechtigkeit aussieht, ist genau das Gegenteil. Man könnte meinen, dass „lass ab, tue, suche und jage“ Aktivitäten sind, mit denen ein Mensch vor Gott in Ordnung kommt und das Heil erlangt. Ganz nach dem Motto: Wenn du Gutes tust, wenn das Geld im Kasten klingt, die Seele in den Himmel springt. Gerade dieser frommer Irrtum, brachte Luther auf die Palme und die 95 Thesen an die Kirchentür. Es begann die Revolution der Gnade, gegen alles Menschenwerk. 
Um vom Bösen abzurücken und Gutes zu tun, ist der Mensch gar nicht in der Lage, wenn man diesen Begriffen nachgeht. Gut und Böse entscheidet sich an der Beziehung zu Gott. Gott ist der Inbegriff allen Guten. In Gott ist die Welt in Ordnung, funktioniert und ist lebendig. Wo die Beziehung abbricht, fängt das Elend an. Wo der Mensch sich gegen Gott durchsetzt, ist nichts mehr gut. Im Loslassen von ihm, kommt das Böse in die Welt. Diese Tendenz kann jeder an sich selbst entdecken. Daher kann Gutes tun, nicht aus dem Menschen heraus kommen, der immer wieder gegen diese Beziehung löckt. Gutes tun, geht zuerst von dem Guten aus. Es ist keine menschliche Voraussetzung, sondern eine Göttliche. Gott tut Gutes, indem er verkrachte Verhältnisse befriedet. Wenn Gott auf den Menschen warten würde, würde er vergeblich warten. Er macht den ersten Schritt für den Frieden. Gegen das Böse setzt er Christus. An Christus trennen sich Gut und Böse. Somit ist er die zentrale Figur für das Gute und den Frieden. Das ist der einzige Grund auf dem der Glaube aufbaut. Das ist die menschenverändernde Dimension die Martin Luther proklamiert hat.
Vom Bösen ablassen und Gutes tun, ist der Jesus-Blick. Da hat uns die Liebe getroffen, die uns zur Liebe fähig macht. Wir sind der Ausfluss dessen, was an uns geschehen ist. Dass Gutes in die Welt kommt, liegt nicht mehr in unserer Anstrengung, sondern in unserer Christus-Beziehung. Der Glaube befreit uns von moralischen Pflichten, dass wir nur gut sind, wir unsere Gebete halten und unsere Aufgaben treu erfüllen; das wäre ein selbstgerechter Glaube. Der Glaube hat Liebe empfangen, wurde von Liebe überschüttet und wird dazu gedrängt diese Liebe weiterfließen zu lassen. Allein Christus macht es, dass wir Gutes tun und dem Frieden nachjagen.
Wieviel Gutes und wieviel Frieden käme in die Welt, wenn alles von uns abhängig wäre?

Glaube gegen rote Lämpchen

Wer den Ruf im Ohr hat, sollte gehen.
„Mach dich auf und handle! Und der Herr möge mit dir sein!“

1.Chronik 22, 16
Wer braucht eine solch knappe, prägnante Handlungsaufforderung? Wir wissen doch, was wir zu tun haben. Es ist ein Anschupsen der Müden, Erschlagenen und Trägen. Die in den Widerständen schwach Gewordenen erhalten einen Motivationsschub. Es ist die Aufforderung an die Jünger, nach einer erfolglosen Nacht, nochmals gegen besseres Wissen die Netze auszuwerfen. Mach dich auf, ist der Ruf, zum bedingungslosen Gottvertrauen. Aufmachen ist das zielstrebige Gehen, gegen die eigene Erfahrung, gegen die leeren Netze. Aufmachen, ist das Losziehen auf sein Wort. Da ist eine Ansage, bei der der Verstand rebelliert. Geh entschlossen voran, ist gegen die Gesetze der Natur, gegen das Fachwissen, das du dir angeeignet hast.  Der Ruf des Wortes durchbricht das rationale Denken. Darin zeigt sich die unvorstellbare Kraft, die in dem Wort liegt. Darin entfaltet sich der handelnde Christus. Wer sich auf den Ruf dieses Wortes aufmacht, handelt nicht mehr selbst, sondern in dem verwirklicht sich das gesprochene Wort. Das menschliche Handeln ist von dem dynamischen Handeln Gottes durchdrungen. Im Losziehen auf sein Wort, verwirklicht sich Christus an uns. Da gelten andere Gesetze.
Die Jünger waren mit Sicherheit schlapp nach der Nacht und nach dem Frust, nichts gefangen zu haben.  Sie hätten gut und gern Jesus, der sie nochmals losschickte, sagen können: Meister, lass nur, vom Fischen haben wir mehr Ahnung und außerdem sind wir jetzt völlig fertig. Doch in dieser niedergeschlagenen Lage zu sagen, auf dein Wort wagen wir es noch einmal, das ist Glaube. Da wo alles gegen uns spricht, wo wir menschlich alles versucht und ausgereizt haben, setzt das Wort einen drauf. Die Netze werden rappelvoll, wie noch nie, durch das Vertrauen auf ein Christus-Wort. 
Wo das Wort uns zum Handeln auffordert, heißt das nur gehen und alles wagen. Mach dich auf, ist das unbeirrte Vorangehen, auch wenn im Gehirn alle roten Lämpchen angehen. Der Ruf fordert uns gegen alles rationale Denken aktiv zu werden. Wir sind zu einer Kühnheit im Glauben gerufen, zu einem Vertrauen gegen menschliches Wissen. Wo wir zum Handeln aufgefordert werden, will ein anderer unsere Netze füllen.
Was hält uns zurück, dieses Vertrauen zu wagen?

Einen gesegneten Sonntag wünsche ich euch. 

Rosen wecken Kampfgeist

Singen werde ich, auch wenn ich meine Blumen mitten aus Dornen pflücken muss.Therese von Lisieux
„Herr, wes soll ich mich trösten? Ich hoffe auf dich!“

Ps. 39,8
Ein Wort voller Kampfgeist. Die Frage des Beters beantwortet er sich selbst. Manche Schlachten werden im Kopf oder im Herz gewonnen. Auf Gott hoffen, ist der Durchsetzungswille gegen Dornen. Dahinter steckt ein Glaube, der seine Kraft nicht piksenden Stichen sucht. Hoffen „auf“, ist der Griff durch das Dickicht. Es ist kein hoffen wagen , dass sich vielleicht etwas ändert oder auch nicht, es ist ein fixiertes hoffen, das sich am Gotteshandeln festklammert. Es ist das entschlossene Zupacken, das sich nicht von Dornen beeindrucken lässt.
Im untröstlichen Zustand beklagen wir Dornen. Jeder Stich tut weh. Das kennen die Floristen beim Rosen entdornen, wie schmerzhaft das sein kann. Doch die Dornen und zum Teil die Blätter müssen weg, damit wir die Rosen anfassen und zu einem umwerfenden Strauß gestalten können. Trost ist nötig, wenn wir in der Etappe stehen, vom Schmerz getrieben, von Schlägen erschlagen, von Dornen gestochen. Untröstlich ist, die Rose aus den Augen zu verlieren. Trost kann nicht in Dornen liegen. Wo das Leben gnadenlos zuschlägt, können wir nicht darin und daraus Hoffnung erwarten.
Hoffnung kommt aus dem Glauben an die Rose. Hoffnung sieht im Gestochen sein den traumhaften Strauß. Das Gottvertrauen ist der Sog durch die Dornen. Der Lebenswille ist stärker als die Widerstände. Mit dieser Hoffnung wird das Klagelied zum Lobgesang. Dieser Glaube lässt sich nicht von widrigen Umständen aufhalten, sondern er durchbricht sie. Wer hofft, hat immer mehr Rosen als Dornen. Unser Glaube ist der Sieg, der die Welt überwunden hat, sagt Paulus. 
Was kann uns da mehr trösten? 

Segen kommt aus dem Nichts

Das Nichts, ist für Gott kein Problem.
„Hanna betete: Herr Zebaoth, wirst du das Elend deiner Magd ansehen und an mich gedenken und deiner Magd nicht vergessen?“

1. Samuel 1, 11
Der Segen fließt, die Erntealtäre sind geschmückt, das zeigt das Trotzdem Gottes. Gott ist nicht von Witterungsumständen abhängig. Seine Fruchtbarkeit ist unaufhaltsam, auch bei einer unfruchtbaren Hanna. Seine Verheißung an Abraham hat sich erfüllt, dass ein kinderloses Ehepaar, Nachkommen haben wird, wie die Sterne am Himmel und der Sand am Meer. Gott ist nicht von dem abhängig, von dem was menschlich möglich ist. Oder auch Maria, die als Jungfrau den Erlöser zur Welt bringt. Gott durchbricht alle menschliche Vorstellungskraft. Er spielt mit der Materie einfach Klavier. Bei Gott ist das Undenkbare denkbar. Hoffnungslos, gibt es in Gottes Wortschatz nicht. Daher müssen für den Herrn der Schöpfung die Altäre festlich sein, weil Segen unberechenbar ist und niemals aufhört.
Wenn Hanna betet, bleibt sie nicht in der damaligen Schande einer unfruchtbaren Frau stecken. Sie glaubt an das Unmögliche. Sie hofft das Aussichtslose. Sie vertraut auf das menschlich nicht Machbare. Sie traut dem Segen Dinge zu, die ihren Horizont übersteigen. Sie glaubt nicht dem selbst durchlebten Elend, sondern einem noch mächtigeren Gott. Das ist eine Lebenseinstellung gegen alle medizinischen Fakten und gegen menschlich besseres Wissen. Sie macht nicht ihre Sorge zu ihrem Lebensthema, sie vertraut dem sorgenden Gott. Sie glaubt Gott mehr, als der Wahrheit ihres Lebens. 
Genau in diesem Vertrauen beginnt der Segen zu fließen. Das greift Paulus aus der Abrahamsgeschichte auf: Er ruft das, was nicht ist, dass es sei. Das Nichts ist Gottes Kapital. Segen fließt dort, wo Gott das Seine zu allem menschlichen dazu gibt. Das was nicht ist, ist vielleicht unser Problem, doch nicht Gottes. Aus dem Nichts fließt Segen, das können wir glauben. Daher können wir heute auch unsere Lebensernte zum Altar bringen.
Weshalb sorgen wir uns, wenn wir diesen Wundertäter kennen?

Einen gesegneten Sonntag wünsche ich euch. 

Wir kommen nicht zu kurz

Wir brauchen uns nirgends von irgendwelchen Ängsten beherrschen lassen.
„Geschieht etwa ein Unglück in der Stadt, und der Herr hat es nicht getan?“

Amos 3, 6
Bei Gott gibt es keine Angst vor dem Tod. Da gibt es keine Angst, zu kurz zu kommen. Nirgends ist das Leben so sicher, als in dem, der es erschaffen hat. Einmal geschaffenes Leben, ist in Gott garantiert. Da gibt es nichts, was diesen Lebenswillen auslöschen kann. Menschsein bedeutet Dasein in Gott. Es ist in eine Urgeborgenheit eingehüllt. Zwischen Mensch und Leben gibt es etwas Unzertrennliches. Gott ist Leben im Vollsinn. Da ist Überfluss, der ewig überläuft. 
Menschen haben Angst vor dem Unglück. Dahinter steckt die Angst vor dem „nicht überleben“; die Angst vor dem Tod. So ganz frisch nach einem Attentat nach Barcelona zu fahren, brachten mir auch Stimmen ein: Hast du keine Angst? Es ist alles so unsicher. Und in der Tat, am Tag meiner Ankunft, gab es eine aktuelle Terrorwarnung, die dann am nächsten Tag wieder zurückgezogen wurde. Vieles im Leben wird auf Sparflamme gekocht, aus Angst, es könnte etwas passieren. Wir schöpfen das Leben nicht aus dem Vollen, weil irgendwo eine Gefahr lauern könnte. Da ist ständig ein schleichender Begleiter der uns abhält. Wir meinen, wir wären leichtsinnig, wenn wir uns nicht vor dem Unglück schützen, wenn wir das überhaupt können. Dieses ständig ängstlich sein, setzt das Leben auf Reserve. Wir sind hoch begabt und reich beschenkt und haben Angst es anzufassen.
Wenn das Leben in Gott ist, kann das Unglück dieses Leben nicht nehmen. Paulus sagt das treffend: Leben wir, so leben wir dem Herrn; sterben wir, so sterben wir dem Herrn. Darum: wir leben oder sterben, so sind wir des Herrn. Für den Glaubenden ist der Tod kein Schrecken mehr. Egal was passiert, aus Gott können wir nicht herausfallen. Christus besiegelt die Überwindung des Todes mit dem Ostermorgen. In solchem Glauben müsste alle Angst vor der Zukunft überwunden sein, formuliert Bonhoeffer. Wir können alles mit dem Auferstehungsglauben angehen. Da fangen wir an alle Register zu ziehen. Wir können das was uns gegeben ist, angstfrei und freudig genießen. In großer Freiheit können allem Bösen widerstehen. In diesem Glauben können wir die vom Unglück Gebeutelten kraftvoll trösten.
Warum wollen wir Gott für einen Schiffbruch anklagen, wenn er der Ozean ist, in den wir fallen?