Wenn Dopamine ausgeschüttet werden…

Wer aus der Gefangenschaft entlassen wird, kann die Freiheit genießen.

„Tröstet, tröstet mein Volk! spricht euer Gott.“
Jes. 40, 1

Babylonische Gefangenschaft ist beileibe kein Zuckerschlecken. Das Gottesvolk lebt trost- und aussichtslos. Keine Perspektive, kein Sinn, nur Jammer und Klage. Die Schwere der Tage sind nicht zu zählen. Es sind die Augenblicke im Leben, die man sich nur noch wegwünscht, weil innerlich und äußerlich alles zerbricht. Wenn in solch eine Situation ein doppelter Trost fällt, ist das eine gewaltige Wende. Gott tröstet im Ausnahmezustand. Da fällt Erbarmen ins Elend. Da richtet einer das Gebeugte auf. Gott tröstet, und ab diesem Moment bricht eine neue Zeit an. Für das gebeutelte Gottesvolk ist Befreiung in Aussicht. Da sieht der Jammer Heimat vor Augen. Wie der Soldat, der in der Kriegsgefangenschaft, dem der Augenblick entgegenspringt, an dem er wieder Frau und Kinder umarmt. Trost ist gewaltiger Umbruch. Da öffnet sich Zukunft, da geht die Sonne auf. Wo Gott tröstet schwindet die Trauer, da entkrampfen sich alle Verspannungen, da stockt das Seufzen. Wo Gott den Tröster in die Welt bringt, wird Christus zum Umbrecher. Da beginnt Befreiung aus dem Untröstlichen. Da löst sich die Welt von ihrer Schicksalsabhängigkeit. Da bricht jede Art von Gefangenschaft in die Zukunft auf. Es ist der Moment, in der sich Verzweiflung in Hoffnung verwandelt. Wo Christus ist, ist Trost allgegenwärtig. Da gehen in jeder Form der Gefangenschaft die Türen auf. Da ist kein Leiden mehr sinnlos, kein Schmerz untröstlich. Durch den Trost kommt der verkrampfte Körper in seelisches Gleichgewicht. Die Lebensenergie erwacht und das Herz wird unverzagt. Getröstete sind Schmerzüberwinder. Das ist wie eine Dopaminausschüttung, in der die Glückshormone unter Lasten Energie verströmen. Im Trost werden wir von Liebe aufgefangen, von der wir uns verlassen glaubten.

Wo wir getröstet sind, können wir in Trauer und Gefangenschaft als Befreite leben. Im Moment des getröstet Werdens, kommt das Leben zurück. Getröstete können hoffend mit harten Lebensschlägen umgehen. In der Situation, in der wir keine Zukunft sehen, können wir entspannt weitermachen. Gerade die schwierigen Lebenssituationen bekommen so viel Glückseligkeit, das eine Wende hereinbricht. Nur der Gefangene und der Untröstliche schätzt den Wert des Trösters. Die schwersten Momente haben dadurch die stärkste Hoffnung.

Wo zögern wir noch, wenn wir bereits in die Freiheit entlassen sind?

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Unschockierbar getröstet

Mit einem knackigen Lebensmotto, kann jeder vergnügt seinen Weg gehen.

„Als die Zeit herbeikam, dass David sterben sollte, gebot er seinem Sohn Salomo und sprach: Ich gehe hin den Weg aller Welt. So sei getrost und diene dem Herrn, deinem Gott.“

1.Kön. 2,1-2.3
Eine geschichtsträchtige Stunde; der König übergibt seinem Sohn sein Vermächtnis. Eine Stabübergabe, die einem Staatsakt gleicht. Der eine geht, der andere kommt. Die Zeremonie die hier stattfindet, ist in ihrer Schlichtheit umwerfend. David gibt die Essenz seiner Lebensweisheit weiter: „Sei getrost und diene dem Herrn“. Das ist ein Regierungsprogramm, mit dem sich ein Volk führen lässt. In dieser Mini-Aussage liegt alles, was er seinem Sohn zu geben hat. Er sagt zu ihm: Du brauchst nicht das Wissen der ganzen Welt, auch kein starkes Heer an deiner Seite; alles was du brauchst ist Gott neben dir. Für die harten Zeiten die kommen werden, gibt er ihm den Tröster mit. Dort wo ich abtrete und den Weg alles Vergänglichen gehe, halte dich an dem der bleibt. Sei getrost, ist die Umarmung des höchsten Vaters. Das ist ein Anker, der alle Stürme überdauert. Solch ein Lebensmotto ist atombombensicher. Da kann kommen was will, wer getröstet ist, wird über den Schreck des Todes hinausgetragen. Getröstete können von der Angst nicht mehr gescheucht werden. Wem das sei getrost zugesprochen wird, bei dem entspannt sich etwas, mitten im größten Druck des Daseins. Wer Trost erhält, bekommt Christus zum Freund. Er braucht weder Gott noch Mensch mehr fürchten. Getröstete sind die, die Gnade bei Gott gefunden haben. Sie sind selbst über das eigene Versagen hinausgetröstet. Im Trost in der Mensch völlig von Gott eingehüllt. 
Damit kann er unbefangen seinem Gott dienen. Dienen ist dabei keine Einschränkung oder Begrenzung, sondern der größte Befreiungsschlag für das Leben. Wer Gott dient, befreit Menschen aus der Angst. Dienen ist den Tröster zu den Menschen bringen. Durch diesen Dienst kommt ein entspanntes Aufatmen in die Welt. Da sind die Menschen nicht mehr durch die Vergänglichkeit erschlagen, sondern durch das Trösten aufgeheitert. Gott dienen, bringt den Menschen ihre Lebensfreude zurück. Mit diesem Lebensmotto kann nichts mehr schockieren, sondern da sind Getröstete zum Trösten unterwegs. 
Wie können wir dieses Motto zu unserem Programm machen, dass wir vergnügt unseren Weg durch alle Vergänglichkeit und Widerstände gehen?

Unvergessen für immer

Wenn der Schmerz, den wir teilen, zur Hoffnung wird, dann hat Gott unter uns schon sein Haus gebaut. Claus-Peter März
Der Herr wird den Armen nicht für immer vergessen; die Hoffnung der Elenden wird nicht verloren sein ewiglich.“Ps. 9, 19
Gott übersieht und vergisst niemand. Das ist eine starke Aussage in alle Verlassenheitsängste hinein. Gerade wenn das Leben hart zuschlägt, die Hoffnung auf einen guten Ausgang schwindet und Gott ewig weit weg scheint, manifestiert Gott seine Gegenwart umso stärker. Nicht vergessen und nicht verloren sein ist Gottes Trotzreaktion. Was über Menschen auch hereinbricht, was sie aus der Bahn wirft, hier ist ein Anker, der allem Elend Grenzen setzt. Gott bestimmt das Maß der Unerträglichkeit. Selbst die totale Finsternis, ist bei Gott nicht finster. Jesu Aufschrei am Kreuz: Mein Gott, warum hast du mich verlassen, war der Übergang in die Herrlichkeit. Am allertiefsten Punkt der Not, erwartet Gott den Geschlagenen mit offenen Armen. Der freie Fall des Verlassen- und Verloren Seins, endet gerade nicht in der befürchteten Nacht, sondern im Aufgefangen werden des Heil. Der unangenehmste Schmerzpunkt ist die Verwandlung zur Hoffnung. Wo es völlig dunkel ist, kann das Licht seine ganze Kraft und Schönheit entfalten. Der Nacht der Welt ist der Stern von Bethlehem gesetzt. Gottes Krippenspiel ist die Antwort, dass er nicht vergisst und keine Hoffnung verloren ist.
Wie solch eine Hoffnung aussehen kann, durften wir z.B. beim Benefizkonzert am vergangenen Sonntag erleben. In ihrem Rolli, stellte sich Natalie vor die überwältigende Besuchermenge und bedankte sich für den Mut, den ihr jeder einzelne durch seine Anwesenheit macht. Sie hätte nach jahrelangem Kampf, wieder Hoffnung und Energie zum Weitermachen, das sei ein Wert, der mit allem Geld der Welt nicht zu bezahlen ist. Gott hat eine breite Palette, in der er zeigt, dass er keinen vergisst. Wo der geteilte Schmerz zur Hoffnung wird, hat Gott schon sein Haus gebaut. Die schwersten Zeiten erfahren eine Verwandlung, wo die Krippe aufgebaut wird. So haben die Armen und Elenden die größte Verheißung in der Tasche. Wo Gott keinen vergisst, kann das Bittere süß werden. Da ist am dunkelsten Punkt der Nacht, bereits der Umbruch zu einem neuen Tag.
Wenn Gott jetzt schon mitten in dieser Welt wohnt, wie soll da die finsterste Nacht ohne Hoffnung sein?

Getröstete haben Mut

Glaubende, sind die mutig und entschlossen Voranschreitenden.
„Sagt den verzagten Herzen: Seid getrost, fürchtet euch nicht! Seht, da ist euer Gott.“

Jes. 35, 4
Trösten kann nur einer, der stark genug ist, die Last des anderen aufzuheben. Menschen können in schweren Zeiten mitleiden, mittragen, begleiten und aufhelfen, doch trösten ist mehr. „Seht, da ist euer Gott.“ Der Blick auf Gott, bringt Statik ins Brüchige. Das Gebrochene hat seinen Halt verloren, wurde mit dem Bruch einer gefallenen Welt konfrontiert. Da braucht es den starken Arm von anderswo. Verzagte Herzen kann nur der Tröster aufrichten. Trost geschieht dort, wo sich die Welt Gottes, sich mit der unseren überschneidet. Trost ist ein starker Impuls aus dem ewigen Reich. Dort wo Christus  diese Erde betritt. Wo das verzagte Herz an den Schmerzen dieses Lebens zerbricht, braucht es den, der Nacht und Tod überwunden hat. In diesem Trösten kämpft sich nicht mehr der Mensch durch seine Not, sondern wird vom Tröster auf Händen getragen. Das sind dann nicht nur ein paar Streicheleinheiten in schweren Tagen, nach dem Motto: das wird schon wieder; sondern da kommen heilende Mächte in die Ohnmacht. Da durchdringt die unsichtbare Welt, die Sichtbare. Wo Christus tröstet, durchdringt Licht die Schatten der Nacht.
Ein gewaltiger Zuspruch für Verzagte und Verzweifelte. Dem Zagen und Zögern, aller ängstlichen und falschen Zurückhaltung ist damit ein Ende gesetzt. Damit werden neue Maßstäbe gesetzt, im Umgang mit den Schwierigkeiten unseres Lebens. Wo das verzagte Herz schwarz sieht, von erdrückenden Umständen erschlagen wird, bringt die Rückbesinnung auf Gott den Tröster ins Spiel. Seht, da ist euer Gott, ist das Rezept gegen zögern und fürchten. Der Blick auf Christus wird zum Antidepressiva. In diesem Blick kommt in unser nicht mehr handeln können oder wollen, eine Handlung, die uns den Rücken stärkt. Da wird Verzagtheit aufgerichtet und erhält Mut. Seht auf Christus, verändert in uns die Kräfteverhältnisse. Das ist kein psychologischer Trick, sondern eine Sicht- und Sinneswandlung. 
Mit diesem Wort haben wir in allen Krisen einen weiten Vorausblick. Da haben schwere Augenblicke eine gewaltige Perspektive. Da brauchen wir nicht mehr in den allergrößten menschlichen Spannungen verzweifeln. Wir sind getröstet, wir sind hindurchgetragen, weil der Überwinder selbst Hand an uns gelegt hat.
Sollten da unsere Erschütterungen den Mut rauben?

Kehtwende zum Guten 

Wer getröstet ist, kann nicht irre werden.
„Ich bin euer Tröster! Wer bist du denn, dass du dich vor Menschen fürchtest, die doch sterben?“

Jes. 51, 12
Trost reißt Menschen aus der Verzweiflung. Getröstete werden aus der Bodenlosigkeit herausgezogen. Getröstet sein, entscheidet über fallen oder stehen. Gott tröstet. Christus ist der Tröster in Person. Das ist der Hammerschlag in alle Trostlosigkeit. Da richtet einer auf, wenn einem alle Felle davonschwimmen. Der Tröster ist die Vollmacht in und gegen alles Sterben. Mit dem Tröster, hat nicht mehr das Unheil das Sagen. Durch den Tröster lernt das Leid Erneuerung kennen. Jedes Schicksal muss vor dem Tröster erschrecken. In allem, wo das Leben einem zusetzt, wo Menschen einem zu schaffen machen, steht nicht mehr die Hoffnungslosigkeit, sondern der Tröster trennt von der Abwärtsbewegung. Trost steht für lebendig werden im Sterben, steht für heil werden im verletzt sein. Trost nimmt der gefallenen Schöpfung die Entgültigkeit.
Wo Christus töstet, führt das Urteil eines Pilatus zum Heil. Da führt der größte Schreck, der uns widerfahren kann nicht zum Untergang, sondern wird unter dem Tröster zur Ausreifung für etwas Gutes verwandelt. Durch Christus können wir uns mit Leid anfreunden, weil darin Perlen ihren Glanz erhalten. Mit Christus schwindet die Angst vor allen Übermächten. Da ist die größte Rückendeckung in alller Erniedrigung. Wir können stehen, aufatmen und unverzagt unseren Weg gehen, wo wir derart getröstet sind. Es können uns kein Mensch, keine Krankheit und keine Lebensschläge mehr in den Wahnsinn treiben, wenn darin eine Kehrtwende zum Guten liegt. 
Warum sollen wir uns vor irgendwelchen Widrichkeiten fürchten, wenn sie durch den Tröster zum Guten führen?

Hochzeitsglocken über Aschehäufen

nur wer die Ausweglosigkeiten kennt, kann etwas mit der Güte anfangen.
„Man wird wieder hören den Jubel der Freude und Wonne, die Stimme des Bräutigams und der Braut und die Stimme derer, die da sagen: „Danket dem Herrn Zebaoth; denn er ist freundlich, und seine Güte währet ewiglich. „“

Jer. 33, 11
Wenn man wieder Jubel hören wird, spricht das von Zeiten, in denen nur Klagen herrschte. Das Volk Israel lag zur Zeit Jeremias hoffnunglos am Boden. Da war nur noch Trostlosigkeit und eine Zukunftsperspektive von Null. Ein Staat völlig am Ende. In diesen kläglichen Jammer hinein, verkündet der Prophet Freude und Wonne. Rein objektiv betrachtet, ein schizophrener Wahnsinn, bar jeglicher Realität. Hier war mit Sicherheit ein phantasievoller Wunsch der Vater des Gedankens.
Doch wo der Mensch am Ende ist, ist Gott erst am Anfang. Wo in Hilflosigkeit die Freundlichkeit Gottes fällt, sind Dinge möglich, von denen kein Mensch zu träumen wagt. Wo ewige Güte das Elend der Welt berührt, ist Christus gegenwärtig. Wo der Bräutigam kommt, läuten über den Aschehäufen die Hochzeitsglocken. Gott feiert mit zerrütteten Existenzen sein Fest. Mit Christus kommt die ewige Güte in die beschwerliche Zeit. Da kann jetzt schon etwas von dem Jubel ausbrechen, mitten in unserem Jammer. Da verliert die Trostlosigkeit ihre Macht. Da strahlt über dem schreienden Elend ein Hoffnungsschimmer. Da ist die noch so niederschmetternde Situation nicht mehr zum Verzweiflen. Wo wir die Stimme des Bräutigams hören, werden wir von dem Erbarmen Gottes eingehüllt. Wir stehen noch im Schmerz unseres vergänglichen Daseins, dürfen jedoch da hininein etwas von der unvergänglichen Festfreude erleben. Die große Hochzeit steht noch aus, doch wenn der Bräutigam da ist, verwandelt sich jetzt schon die Trauer in Jubel, weil wir ihm gehören.
Kann die Braut noch klagen, wenn der Bräutigam das Haus betritt?

Wer getröstet wurde, kann aufatmen 

Getröstete sind stark geworden.
„Ich will euch trösten, wie einen seine Mutter tröstet.“

Jes. 66, 13
Trost braucht einer der am Boden liegt. Da sind Lebensumstände, die alle Lichter haben ausgehen lassen. Da schaut man in ein offenes Grab, und der Schmerz der gebrochenen Liebe, ist kaum zu bändigen. Die eigene Kraft ist an die Grenzen gekommen, und es gibt kein Selbstauferbauungsprogramm, das einen wieder motiviert. Da ist einfach nur innere Leere, da bröckelt alle Hoffnung weg, da wirkt alles nur sinnlos.
In solche Ausweglosigkeiten fällt dieses Wort, wie ein Aufatmen. Ich will euch trösten, sagt Gott. Die Qualität dieses Trostes, ist der einer Mutter. Es ist ein riesiger Untersschied, ob der Vater oder die Mutter tröstet. Die Männer sind da eher kurz angebunden. „Kopf hoch“. „das wird schon wieder“. „Alles nicht so schlimm.“  Der Trost der Mutter ist da weit empathischer. Da schwingen die Herzen. Da ist ein Mitfühlen im Schmerz. Da fangen einen behutsame Hände auf.
Wo Gott tröstet, spührt der dem Schmerz nach. Da macht er unser Leid zu seinem Leid. Im Mitleiden fließen von Ihm neue Kräfte. Wir sind in den dunkelsten Stunden nicht uns selbst überlassen. In Gottes Trösten darf das Gebrochene wieder leben. Das Geknickte wird wieder aufgerichtet. Es geschieht Heil im Unheil. Gottes Trösten hat einen Namen, Jesus Christus. Er gibt den Tröster in Person, dass wir zu Kraft kommen. Durch Jesus sind wir nicht mehr dem Übel ausgeliefert, sondern können wieder aufatmen zum guten Werk. Dieser Trost holt uns jeden Tag neu ins Leben zurück.
Kann es bei solch einer mütterlichen Fürsorge, für uns noch hoffnungslose und trostlose Tage geben?
Einen gesegneten Sonntag wünsche ich euch.

Umarmen stärkt weiche Knie 

wer getröstet ist, kann Hoffnung haben.
„Gott ist dennoch Israels Trost für alle, die reinen Herzens sind.“

Ps. 73, 1
Wie oft gehen uns selbst in der Adventszeit die Lichter aus? Da ist so vieles, was uns aus der Bahn wirft. Fluzeugabsturz in Kolumbien, eine Diagnose vom Arzt, die alle Perspektiven raubt und die ständigen Spannungen im täglichen Miteinander. Mitten im Advent ist so vieles trostlos. Da quälen uns Dinge, die uns einfach zu schaffen machen, mit denen wir nicht zurecht kommen. Auch in einer geistlichen Gemeinschaft sieht die Zukunft machmal sehr düster aus. Wer auf die augenblickliche Situation sieht, wird darin nie Trost und Aufbauendes finden.
Getröstet werden die, die sich an Gott halten. Gerade wenn alles auswegslos scheint, tröstet er, wie einen seine Mutter tröstet, wie es in der ausklingenden Jahreslosung heißt. Eine Mutter nimmt dem Kind den Schrecken. Die Situation hat sich nicht verändert, verändert hat sich die darin erfahrene Zuwendung. Wo Gott tröstet, wird das Unheil kleiner und die Hoffnung größer. Egal was ist, das dennoch des Trostes ist stärker. Mit Christus hat sich Gott auf das Trösten spezialisiert. Er hat den Tröster geschickt. Das ist ein in die Arme geschlossen werden, in Schmerz und Trauer. Getröstete sind Geliebte in der Kälte der Nacht. Sie sind Aufgerichtete in den Stürmen auf hoher See.
Es ist reichlich Trost da. Keiner muss ungetröstet seine schweren Tage erleiden. Beim Umarmen werden weiche Knie gestärkt und müde Körper belebt.
Wir können jeden Tag neu entscheiden; wollen wir uns in der Not betäuben, wollen wir flüchten und davonlaufen oder wollen wir uns trösten lassen ? 

Angst verliert ihren Schrecken 

Angst ist die größte Lebensbehinderung, die wir uns denken können.
„Wenn mein Geist in Ängsten ist, so nimmst du dich meiner an.“

Ps. 142, 4
Angst nimmt uns die Luft weg. Wenn wir dem nachgehen, was in uns passiert, wenn uns die Angst überkommt, dann stehen wir ganz schnell vor unserer Hilflosigkeit. Angst ist eine Bedrohung, deren wir nicht gewachsen scheinen. Angst ist das Zurückschrecken vor dem möglichen Versagen können. Da scheint etwas größer zu sein, als wir selbst. Aus Angst, einer Situation nicht gewachsen zu sein, entstehen die größten Verhinderungen im Leben. Angst lähmt, Angst hält zurück, Angst blockiert. Aus Angst halten wir uns öfters zurück, als dass wir das Leben wagen. Mit jeder Angst geht ein Stück wahres Leben verloren. Wenn ich Angst habe, frei vor Leuten zu sprechen, bleibe ich lieber sitzen und verhindere, dass andere hilfreiche, aufbauende Worte erfahren. Viele gute Gedanken und Planungen sind  deshalb nicht entstanden, weil wir Angst hatten, es könnte auch daneben gehen. Angst ist ein Verhinderer.
Wenn wir Angst bekämpfen wollen, ist nicht das Gegenteil Mut, denn auch der Mutige hat Angst, es ist Liebe. Als Christus seinen Weg ans Kreuz ging hatte er auch Angst; die Liebe zu Gott und den Menschen hat ihn diesen Weg gehen lassen. Liebe überwindet die Angst. Wenn wir in Angst stehen und sich unser Blick auf uns selbst und eine bedrohliche Situation richtet, fängt Gott an zu lieben. Er will  diese schrecklich, beklemmende Engpasssituation verwandeln, in dem er unseren Blick wegzieht und auf sich ausrichtet. Gott liebt, Gott nimmt an, Gott tröstet. In den angsterfüllten Moment fließt aufbauende Kraft. Geliebt und angenommen werden, schafft Vertrauen und Liebe. Durch diese Umwandlung sind wir nicht mehr die der Angst Ausgelieferten, sondern können unser Hemmungen und Behinderungen überwinden. Wir brechen getröstet auf und können daurch andere trösten und lieben. Wir werden nicht mehr von der Angst zurückgehalten, sondern geben einer Welt den Trost und die Zuwendung, die sie in ihrer Angst braucht.
Warum sollte die Angst bei uns das letzte Wort haben, wenn wir durch die Liebe in der Lage sind unsere Grenzen zu durchbrechen?

Im Elend von Liebe umfangen

uns groß zu machen ist nicht unsere Sache.

„Gott, du holst mich wieder herauf aus den Tiefen der Erde. Du machst mich sehr groß und tröstest mich wieder.“
PS. 71, 20-21

Erdendasein verschleißt. Leben in der Welt ist belastet und drück zu Boden. Von dem, was uns täglich schrecken kann, können wir ein Lied singen. Hier wird nirgends der Versuch unternommen, Krisen menschlich zu bewältigen. Tiefen sind Gottes Sache. Gott holt herauf. Tiefen der Erde sind die Nacht der Seele. Da fällt das ganze Erdgebundensein auf den Menschen. Der Fluch des Sterben müssens, liegt auf dem Menschen. Erde ist die unerlöste Welt, die zu ihrer Befreiung ihren Gott braucht. Gott ist die Gegenbewegung zur Tiefe der Welt. Gott richtet auf. Allein von ihm kommt etwas, was diese Tiefenwege durchbricht. Wenn etwas dastehen soll, an dessen Ende nicht der Tod steht, dann kommt das von Gott. Er macht sehr groß, was die Erde klein gemacht hat. Er tröstet, was vom Leben in Trauer erniedrigt  wurde.

Eine brüchige Welt, wird nur durch Gott stabilisiert. Das ist unser starker Trost, dass wir in allem Elend von der Liebe Gottes umfangen sind. Wir haben genügend Halt, wir sind groß gemacht, nicht weil wir genügend Disziplin an den Tag legen und uns zusammen reißen, sondern weil Gott uns sehr groß macht.

Das soll auch heute unser Bekenntnis sein.
Woher wollen wir sonst unseren Trost bekommen, wenn alles um uns herum selber den Trost von Gott braucht?