Dankbar ohne Zittern

Es ist gewaltig, ein Leben zu führen, das umsorgt ist.

Er wird dich mit deinen Fittichen decken, und Zuflucht wirst du haben unter seinen Flügeln.“
Ps. 91, 4

Das hört sich nach noch größerer Sicherheit an, als der Schutz eines Atombunkers. Ein Zusage, die keine Wünsche offen lässt. Gott, der Adler, der sein Nest beschützt. Wer einen Adler kennt, weiß, wenn das Adlerauge einen Eindringling erkennt, ist für den nicht gut Kirschen essen. Adlerhorste sind schärfer bewacht als die mächtigste Festung. Gar nach einem Adler-Jungen greifen wollen, das schafft kein Mensch mit bloßen Händen. Worauf ein Adlerflügel liegt, hat kein Junges darunter, weder Hitze noch Hagel zu fürchten. Adlerflügel sind eine Lebensversicherung. Das Junge kann sich allen Widerständen zum Trotz unbekümmert entwickeln. Es ist versorgt und unantastbar. Diese Zusage gilt den Glaubenden. Was Gott im Auge liegt und mit seinen Fittichen zudeckt, hat ausgesorgt. Da kann das zitternde Herz entspannen. Da entkrampft sich die Furcht vor dem Schicksal. Ein Adlerjunges kann sorglos zu einem mächtigen Greifvogel werden, der irgendwann majestätisch durch die Lüfte schwebt. Die Zuflucht der Glaubenden, können die größten Stürme nicht überwinden. Paulus verdichtet diese Zusage noch: Ist Gott für uns, wer kann wider uns sein? Es ist ausgeschlossen, dass das Gott für uns, durch irgendein Unglück abgeschwächt wird. Selbst wenn ein Weinbauer durch das Umkippen seiner Fräse sein ganzes Bein verloren hat, ist das keine Widrigkeit, die ihn aus dem Schutz Gottes reißt. Gott ist für uns, komme was da wolle. Das ist das, was ein Dietrich Bonhoeffer in seinen „Von guten Mächten“ besungen hat: „Noch will das alte unsre Herzen quälen, noch drückt uns böser Tage schwere Last. Ach Herr, gib unsern aufgeschreckten Seelen das Heil, für das du uns geschaffen hast.
Und reichst du uns den schweren Kelch, den bittern des Leids, gefüllt bis an den höchsten Rand, so nehmen wir ihn dankbar ohne Zittern aus deiner guten und geliebten Hand.
Bonhoeffer hat das so gelebt, bis zu seiner letzten Stunde im KZ Flossenbürg. Der Glaube lebt aus dem Geist des Lebens, der sich allem Sterben widersetzt. Dankbar ohne Zittern, kann nur der Umborgene sein, der mit Fittichen zugedeckt ist. Den schweren Kelch des Leids erhebt der, der weiß, das Kreuzwege, Erlösungswege sind. Aus dem bitteren Kelch trinkt der, dessen Heil ihn daraus zufließt. Wo die Flügel über uns ausgebreitet sind, will Gott nicht nur unser irdisches Dasein retten, er will uns als Ganzes. Darum wird der größte Schaden uns nicht schaden, sondern unter dem Schutz des Höchsten zu unserem Heil dienen. Wir können sicher und aufrecht gehen, auch wenn die Welt zusammenfällt.

Können wir unter solchen Fittichen, nicht all das Übel unserer schweren Tage, dankbar und ohne Zittern aus seiner guten und geliebten Hand nehmen?
Wenn Gott für uns ist, wer kann dann wider uns sein?

Auslegungen für jeden Tag
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Den Umständen trotzen

Zum Glück ist der Glaube eine Trotzreaktion, gegenüber allem, was vergeht.

„Mein Vater und meine Mutter verlassen mich, aber der Herr nimmt mich auf.“
Ps. 27, 10

Aber der Herr… ist das Thema des heutigen Sonntags Okuli. (Meine Augen sehen stets auf den Herrn) Das ABER steht gegen das Verlassen. Das Verlassenheitsgefühl gehört mit zu den stärksten Ängsten, die Menschen durchmachen. Es ist das Gefühl, ins Bodenlose zu versinken. Wo die erste Jugendliebe zerbricht, erscheint das ganze Leben sinnlos. Wo die Eltern wegbrechen, bricht etwas von eigenen Fundament weg. Verlassen ist Trennung, ist Schmerz, ist das ganz auf sich selbst gestellt sein. Da bricht etwas von der Liebe weg, die getragen und aufgebaut hat, die das Leben lebenswert machte. Im Alter kann man öfters hören, meine Kräfte verlassen mich, meine Gesundheit lässt nach, verbunden mit der Angst, den Aufgaben und dem Leben nicht mehr gewachsen zu sein. Beim verlassen werden, entsteht ein großes schwarzes Loch, an dem manch einer sein Leben selbst beendet hat.

Der Blick auf das Verlassen sein, lässt keine Hoffnung zu, da braucht es einen Trotzkopf. Das ABER setzt dem Verlassen sein, ein entwaffnendes Gegenüber. „Aber der Herr nimmt mich auf“, stillt alle Existenzängste. Aber, wenn ich den Netzstecker in mein Handy stecke, ist es völlig egal, wie leer der Akku ist. Das Aber überbrückt alles. Auch wenn die Batterieanzeige noch so rot blinkt, stürzt das Handy nicht mehr ab. Aber ist das starke Gegenstück, das allen Mangel überdeckt und die volle Funktion wieder garantiert. Aber, ist der andere Blick, der Anfang des Glaubens. Da verlieren die bedrohlichen Umstände ihre Macht. Der Trotzkopf, trotzt im Glauben den Umständen. Er lässt sich nicht von blinkenden roten Lichtern irritieren. Im Aber, lasse ich die stärkste Energiequelle an mit zu. Wir funktionieren voll, auch wenn die Anzeige kurz vor Null steht. Sich von Gott aufgenommen zu wissen, ist das Trotzdem eines Nic Vujicic, der ein Leben ohne Arme und Beine in größter Freiheit führt und Menschen weltweit zum Leben motiviert. Wo der Herr ist, kann alles fehlen, was andere haben, und wir sind nicht verlassen. Wir stehen als Eingeschränkte im vollen Leben. Wo Gott aufnimmt, fehlt es an nichts. Paulus sagt dazu: Wir sind von allen Seiten bedrängt, ABER wir ängstigen uns nicht. Uns ist bange, ABER wir verzagen nicht. Wir leiden Verfolgung, ABER wir werden nicht verlassen.

Wenn wir selbst in der größten Not von solch einer Liebe umarmt werden, wovor sollten wir dann noch Angst haben?

Wenn Dopamine ausgeschüttet werden…

Wer aus der Gefangenschaft entlassen wird, kann die Freiheit genießen.

„Tröstet, tröstet mein Volk! spricht euer Gott.“
Jes. 40, 1

Babylonische Gefangenschaft ist beileibe kein Zuckerschlecken. Das Gottesvolk lebt trost- und aussichtslos. Keine Perspektive, kein Sinn, nur Jammer und Klage. Die Schwere der Tage sind nicht zu zählen. Es sind die Augenblicke im Leben, die man sich nur noch wegwünscht, weil innerlich und äußerlich alles zerbricht. Wenn in solch eine Situation ein doppelter Trost fällt, ist das eine gewaltige Wende. Gott tröstet im Ausnahmezustand. Da fällt Erbarmen ins Elend. Da richtet einer das Gebeugte auf. Gott tröstet, und ab diesem Moment bricht eine neue Zeit an. Für das gebeutelte Gottesvolk ist Befreiung in Aussicht. Da sieht der Jammer Heimat vor Augen. Wie der Soldat, der in der Kriegsgefangenschaft, dem der Augenblick entgegenspringt, an dem er wieder Frau und Kinder umarmt. Trost ist gewaltiger Umbruch. Da öffnet sich Zukunft, da geht die Sonne auf. Wo Gott tröstet schwindet die Trauer, da entkrampfen sich alle Verspannungen, da stockt das Seufzen. Wo Gott den Tröster in die Welt bringt, wird Christus zum Umbrecher. Da beginnt Befreiung aus dem Untröstlichen. Da löst sich die Welt von ihrer Schicksalsabhängigkeit. Da bricht jede Art von Gefangenschaft in die Zukunft auf. Es ist der Moment, in der sich Verzweiflung in Hoffnung verwandelt. Wo Christus ist, ist Trost allgegenwärtig. Da gehen in jeder Form der Gefangenschaft die Türen auf. Da ist kein Leiden mehr sinnlos, kein Schmerz untröstlich. Durch den Trost kommt der verkrampfte Körper in seelisches Gleichgewicht. Die Lebensenergie erwacht und das Herz wird unverzagt. Getröstete sind Schmerzüberwinder. Das ist wie eine Dopaminausschüttung, in der die Glückshormone unter Lasten Energie verströmen. Im Trost werden wir von Liebe aufgefangen, von der wir uns verlassen glaubten.

Wo wir getröstet sind, können wir in Trauer und Gefangenschaft als Befreite leben. Im Moment des getröstet Werdens, kommt das Leben zurück. Getröstete können hoffend mit harten Lebensschlägen umgehen. In der Situation, in der wir keine Zukunft sehen, können wir entspannt weitermachen. Gerade die schwierigen Lebenssituationen bekommen so viel Glückseligkeit, das eine Wende hereinbricht. Nur der Gefangene und der Untröstliche schätzt den Wert des Trösters. Die schwersten Momente haben dadurch die stärkste Hoffnung.

Wo zögern wir noch, wenn wir bereits in die Freiheit entlassen sind?

Durchfallen unmöglich

„Ich stehe zu dir, egal was kommt!“ Das steht in Stein gemeißelt über unserem Leben.

„Israel, du sollst mein Knecht sein; ich erwähle dich und verwerfe dich nicht.“Jes. 41, 9

Wer solche Worte ausspricht, ist eine umwerfende Persönlichkeit. Gott macht eine Treue-Aussage ohne Wenn und Aber. Wer von ihm einmal erwählt ist, ist für immer erwählt. Erwählen und nicht verwerfen sind bei ihm eins. In seinem zu dem Menschen stehen, ist Gott so stark, dass das für alle Zeiten hält. Völlig unabhängig, wie der Mensch sich verhält. Bei aller Untreue des Menschen, kann Gott nur treu sein. Da ist eine gefestigte Macht, eine unerschütterliche Liebe, die sich durch nichts aus der Bahn werfen lässt. Egal welchen Mist die Menschen bauen, ob sie Gott aus der Schule laufen, oder ihm ins Gesicht schlagen, das irritiert ihn nicht. Sein Erwählen wird ihn nie reuen. Und das in einer Zeit, in der die Menschen quasi zum Loslassen und Aufgeben erzogen werden. Wenn es dick kommt, schmeißt man die einst gute Beziehung hin. Da zählt nichts mehr. Erwählt und doch verlassen. Doch bei Gott sieht die höchste Form der Erwählung so aus, dass Christus zu dem Verbrecher am Kreuz spricht: Heute noch, wirst du mit mir im Paradies sein. Was der Mensch auch verbockt hat, Gott steht zu ihm. Selbst die größte Schuld kann ihn nicht schockieren. Gott ist absolut enttäuschungsresistent. Wer solch eine Treue an den Tag legt, ist sich selbst treu. Er ist nicht von Stimmungen und Tageslaunen abhängig. Liebe ist eine Größe, die ja sagt und beim Ja bleibt, und wenn die Welt Kopf steht. Wo ein Vater in solch einer Beharrlichkeit hinter seinem Sohn steht, steht eine unzerbrechliche Hoffnung über seinem Leben. Egal, welchen Bock er schießt, welche Bauchlandung er macht, da steht ein Auffänger daneben. Wo die Treue regiert, kann kein Mensch ins Bodenlose fallen. Gott erwählt, das steht für alle Zeiten fest. Gottes Treue heißt, dass er auch am tiefsten Punkt unseres Daseins gegenwärtig ist.

Zu aller Zeit sind wir in diese Gegenwart gestellt und zum Knecht sein berufen. Wir stehen in einem höheren Dienst, trotz unserer Untreue. Seine Treue stellt uns nach jedem Versagen sofort wieder an die Arbeit. Wir können lückenlos weitermachen, auch nach jedem Scherbenhaufen, den wir produziert haben. Wir bekommen keinen Stempel wie bei der Musterung aufgedrückt, auf dem steht: Untauglich. Der Treue schafft mit den Untreuen sein Werk. Wer nicht verworfen ist, wer nicht weggeworfen wird, kann mit großem Mut weitermachen, egal was ist und was war.

Warum sollten wir über irgendetwas verzweifeln, wenn da einer fest zu uns steht und an uns glaubt?

Unschockierbar getröstet

Mit einem knackigen Lebensmotto, kann jeder vergnügt seinen Weg gehen.

„Als die Zeit herbeikam, dass David sterben sollte, gebot er seinem Sohn Salomo und sprach: Ich gehe hin den Weg aller Welt. So sei getrost und diene dem Herrn, deinem Gott.“

1.Kön. 2,1-2.3
Eine geschichtsträchtige Stunde; der König übergibt seinem Sohn sein Vermächtnis. Eine Stabübergabe, die einem Staatsakt gleicht. Der eine geht, der andere kommt. Die Zeremonie die hier stattfindet, ist in ihrer Schlichtheit umwerfend. David gibt die Essenz seiner Lebensweisheit weiter: „Sei getrost und diene dem Herrn“. Das ist ein Regierungsprogramm, mit dem sich ein Volk führen lässt. In dieser Mini-Aussage liegt alles, was er seinem Sohn zu geben hat. Er sagt zu ihm: Du brauchst nicht das Wissen der ganzen Welt, auch kein starkes Heer an deiner Seite; alles was du brauchst ist Gott neben dir. Für die harten Zeiten die kommen werden, gibt er ihm den Tröster mit. Dort wo ich abtrete und den Weg alles Vergänglichen gehe, halte dich an dem der bleibt. Sei getrost, ist die Umarmung des höchsten Vaters. Das ist ein Anker, der alle Stürme überdauert. Solch ein Lebensmotto ist atombombensicher. Da kann kommen was will, wer getröstet ist, wird über den Schreck des Todes hinausgetragen. Getröstete können von der Angst nicht mehr gescheucht werden. Wem das sei getrost zugesprochen wird, bei dem entspannt sich etwas, mitten im größten Druck des Daseins. Wer Trost erhält, bekommt Christus zum Freund. Er braucht weder Gott noch Mensch mehr fürchten. Getröstete sind die, die Gnade bei Gott gefunden haben. Sie sind selbst über das eigene Versagen hinausgetröstet. Im Trost in der Mensch völlig von Gott eingehüllt. 
Damit kann er unbefangen seinem Gott dienen. Dienen ist dabei keine Einschränkung oder Begrenzung, sondern der größte Befreiungsschlag für das Leben. Wer Gott dient, befreit Menschen aus der Angst. Dienen ist den Tröster zu den Menschen bringen. Durch diesen Dienst kommt ein entspanntes Aufatmen in die Welt. Da sind die Menschen nicht mehr durch die Vergänglichkeit erschlagen, sondern durch das Trösten aufgeheitert. Gott dienen, bringt den Menschen ihre Lebensfreude zurück. Mit diesem Lebensmotto kann nichts mehr schockieren, sondern da sind Getröstete zum Trösten unterwegs. 
Wie können wir dieses Motto zu unserem Programm machen, dass wir vergnügt unseren Weg durch alle Vergänglichkeit und Widerstände gehen?

Das Wort ist sicher

Das Wort ist die alles bestimmende Macht.

Der Welt Grundfesten sind des Herrn, und er hat die Erde daraufgesetzt.“

1.Sam. 2,8



Welch starkes Bild; egal, was alles auf dieser Welt wichtig erscheint, wie sich die Menschheit auf dieser Erde entwickelt oder sich selbst zugrunde richtet, alles ruht in dem Wort. Das lebendige Wort, der Christus, sind die beiden Hände, die die Erde wie einen Spielball tragen. Umschlossen, fest im Griff des Wortes: „Ja ich will“, steht das Weltgeschehen. Die Erde ist kein Selbstläufer, sondern vom Wort getragen und durch das Wort funktionsfähig. Das Wort ist das Betriebssystem des Universums. Auch wenn der Erde die Luft ausgeht, ruht ihre Vergänglichkeit in etwas Bleibenden. Auch wenn die ganze Welt zerfällt, geschieht das innerhalb des lebendigen Wortes. Das ist die Spannung zwischen Tod und Leben, zwischen Sterbendem und Ewigen. Die Tragfähigkeit des Wortes garantiert das Überdauern in allem Zerfall. Nichts und niemand kann aus dem, „es werde und es ward“ herausfallen. Die Schaffenskraft des Wortes ist unauslöschbar. Die Macht des Wortes, überragt alle Sicherheitssysteme, die sich die Menschen auf dieser Erde einrichten. Das Wort ist das bedeutendste Wertpapier, die garantierte Lebensversicherung, das, was alle Börsencrashs überdauert. 
Jeder weiß, wie flüchtig die Sicherheiten sind, auf die sich die Menschen verlassen. Eine Währungsreform, und das ganze Kapital ist nur noch die Hälfte wert. Menschen können sich gegenseitig keine Sicherheiten geben, weil es auf der Erde keinen beständigen Halt gibt. Alles Streben nach Existenzsicherung und finanzieller Freiheit, was die meisten in ihrem täglichen Tun antreibt, ist so brüchig, dass es noch etwas Sicheres darüber hinaus braucht. Lebenssicherheit liegt in beidem, dem Mühen um das tägliche Brot und dem Festmachen in dem Wort. Wo der Halt in dem Gehaltenen wegbricht, verstärkt sich die Sorge um das Alltägliche. Wo der Mensch in der Macht des Wortes ruht, und von der Kraft des Christus getragen ist, steht er, auch wenn in ihm und um ihn alles zerfällt. Wo sich das Leben durch Höhen und Tiefen bewegt, ist das Wort der Stabilitätspakt, der Vergängliches überdauern lässt. Das Wort ist sicher.
Wenn wir auf diesen Grundfesten stehen, was sollte uns da aus diesen tragenden Händen werfen?

Unvergessen für immer

Wenn der Schmerz, den wir teilen, zur Hoffnung wird, dann hat Gott unter uns schon sein Haus gebaut. Claus-Peter März
Der Herr wird den Armen nicht für immer vergessen; die Hoffnung der Elenden wird nicht verloren sein ewiglich.“Ps. 9, 19
Gott übersieht und vergisst niemand. Das ist eine starke Aussage in alle Verlassenheitsängste hinein. Gerade wenn das Leben hart zuschlägt, die Hoffnung auf einen guten Ausgang schwindet und Gott ewig weit weg scheint, manifestiert Gott seine Gegenwart umso stärker. Nicht vergessen und nicht verloren sein ist Gottes Trotzreaktion. Was über Menschen auch hereinbricht, was sie aus der Bahn wirft, hier ist ein Anker, der allem Elend Grenzen setzt. Gott bestimmt das Maß der Unerträglichkeit. Selbst die totale Finsternis, ist bei Gott nicht finster. Jesu Aufschrei am Kreuz: Mein Gott, warum hast du mich verlassen, war der Übergang in die Herrlichkeit. Am allertiefsten Punkt der Not, erwartet Gott den Geschlagenen mit offenen Armen. Der freie Fall des Verlassen- und Verloren Seins, endet gerade nicht in der befürchteten Nacht, sondern im Aufgefangen werden des Heil. Der unangenehmste Schmerzpunkt ist die Verwandlung zur Hoffnung. Wo es völlig dunkel ist, kann das Licht seine ganze Kraft und Schönheit entfalten. Der Nacht der Welt ist der Stern von Bethlehem gesetzt. Gottes Krippenspiel ist die Antwort, dass er nicht vergisst und keine Hoffnung verloren ist.
Wie solch eine Hoffnung aussehen kann, durften wir z.B. beim Benefizkonzert am vergangenen Sonntag erleben. In ihrem Rolli, stellte sich Natalie vor die überwältigende Besuchermenge und bedankte sich für den Mut, den ihr jeder einzelne durch seine Anwesenheit macht. Sie hätte nach jahrelangem Kampf, wieder Hoffnung und Energie zum Weitermachen, das sei ein Wert, der mit allem Geld der Welt nicht zu bezahlen ist. Gott hat eine breite Palette, in der er zeigt, dass er keinen vergisst. Wo der geteilte Schmerz zur Hoffnung wird, hat Gott schon sein Haus gebaut. Die schwersten Zeiten erfahren eine Verwandlung, wo die Krippe aufgebaut wird. So haben die Armen und Elenden die größte Verheißung in der Tasche. Wo Gott keinen vergisst, kann das Bittere süß werden. Da ist am dunkelsten Punkt der Nacht, bereits der Umbruch zu einem neuen Tag.
Wenn Gott jetzt schon mitten in dieser Welt wohnt, wie soll da die finsterste Nacht ohne Hoffnung sein?

Der heiße Draht 

Fest verbunden heißt, alles überstehen.

Herr, gedenke doch an deinen Bund mit uns und lass ihn nicht aufhören!“

Jer. 14, 21

Der Prophet schreit nach Gottes Stabilität. Wo Gott an seinen Bund mit den Menschen erinnert wird, geht es nicht um eine Lebensabschnittsverbindung, das geht es um die pure Existenz. Der Bund mit Gott ist so elementar wie unser Herzschlag und unser Atem holen. Wo sich Gott an Menschen bindet, wird ihm unvergängliches Leben angehaftet. Wir werden mit Freiheit und heilenden Kräften verbunden. In diesem Bund liegt eine Gegenbewegung zu dem Sterbensprozess, der auf alles Leben gelegt ist. Wo sich Gott an Menschen bindet, bekommt der Mensch eine doppelte Staatsbürgerschaft. Er ist in zwei Reichen Zuhause. Der Bund verbindet die eine Welt mit der anderen. Das Erdendasein mit seinem täglichen Kampf, hat einen heißen Draht zur heiligen Welt Gottes. Dieser heiße Draht ist Jesus Christus.Er ist die Standleitung zwischen beiden Seiten, die immer scharf geschaltet ist.

Was eine innige Verbindung ist, kann man oft bei alten Menschen beobachten. Wenn der eine Partner stirbt, ist der andere nicht mehr lebensfähig. Es gibt immer wieder „tragische“ Ereignisse, wo der zurückgebliebene Partner, dem Ersten innerhalb kurzer Zeit „nachgeht“. So eng, so fest war die Verbindung, dass wenn der eine vorausgeht, dem anderen ein Stück seiner eigenen Existenz weggebrochen ist. 

Der Bund mit Christus, ist das Andocken an unsere bessere Hälfte. Darin liegt alles was uns ausmacht. Wir sind im Mutterschoß Gottes eingeschlossen. Das ist eine Stabilität durch dick und dünn. Da hängen wir nicht mehr in den Seilen schmerzhafter Ereignisse, sondern sind darin fest Getragene. Mit einem starken Partner brauchen wir keine schwachen Tage fürchten. Mit einem starken Partner sind wir selber stark. Daher lasst den heißen Draht glühen!

Sind wir uns bewusst, dass ohne den heißen Draht uns die Lichter ausgehen?

Gut erben entlastet

Wer erbt, hat etwas zu lachen.
„Der Herr wandte sich Israel wieder zu um seines Bundes willen mit Abraham, Isaak und Jakob und wollte sie nicht verderben, verwarf sie auch nicht von seinem Angesicht bis auf diese Stunde.“

2. Kön. 13, 23
Wo Gott sich zuwendet, ist ein sattes Erbe fällig. In dem er uns zu seinen Kindern gemacht hat, haben wir mit Großem zu rechnen. 
Gottes Zuwendung ist wie eine Testamensteröffnung. Durch Christus werden wir zu Abrahams Kindern, die in der Erbfolge ganz oben stehen. Gott wendet sich denen zu, die er nicht umkommen lassen will. Die Menschen erhalten nicht das, was sie aufgrund ihres von Gott lösgelösten Lebens verdient hätten, sondern Gott bedenkt sie mit seinem Nachlass. Durch seinen Bund, kann und will er sich seinen Kindern nicht mehr entziehen. Somit werden seine Kinder zu Glückspilzen. Der Schöpfer schüttet sein Vermögen aus. Bei diesem Vermächtnis bleiben Mund und Augen stehen. Das sind Summen, die erschlagend sind. Da hat der Erbe für alle Zeiten ausgesorgt. 
Herrlichkeit, Reich Gottes zu erben ist weit entspannender, als allein ein prallvolles Bankkonto. Wer nur Geld vererbt, verschafft vielleicht ein sorgloses Leben, doch keinen sorglosen Tod. Herrlichkeit von Gott trägt ein Leben viel umfassender. Zuwendung von Gott schenkt tiefen Frieden, trotz äußerer Not. Es schenkt Heil, was Geld allein nicht heilen kann. Wo sich Gott zuwendet, ist Christus gegenwärtig. Wir erben die Auferstehung und das Leben. Wir sind damit nicht mehr dem Sterbensprozess ausgeliefert. Dort wo das letzte Hemd keine Taschen hat, überschreitet Gottes Erbe den Tod. 
Welch eine Ruhe, welch ein Frieden, welch eine Entspannung, liegt in diesem bedacht werden. Wo sich der Herr zuwendet haben wir für alle Zeiten ausgesorgt. Was für ein Erbe.
Ist nicht jeder Gottesdienst, die Einladung zur Testamentseröffnung? Wo hinterlässt dieses Erbe seine Spuren?

Glauben und Leiden sind eins

Wer glaubt, braucht Mut zum Kämpfen.
„Der Gerechte muss viel leiden, aber aus alledem hilft ihm der Herr.“

Ps. 34, 20
Wo der Glaubende, Gott an sich zu seinem Recht kommen lässt. bezieht er Position für Gott und gegen sich und die Menschen. Gott steht zu denen, die zu ihm stehen. Im Glauben stoßen zwei Welten aufeinander. Wo sich ein Mensch von Gott bestimmen lässt, tritt er in eine Spannung mit der natürlichen Welt ein. An der Gottesbeziehung scheiden sich die Geister. Die Wahrheit Gottes konfrontiert die Menschen. Der Glaubende wird für den Ungerechten unbequem. 
Das sehen wir im Lehrtext bei Paulus und Silas. Sie befreiten eine Wahrsagerin von ihrem Ungeist. Damit war ihren Auftraggebern das Geschäft vermasselt. Paulus erntete dafür Prügel und die Beiden landeten im Gefängnis. Wie die Gittertüren dann bei dem nächtlichen Lobgesang aufgesprungen sind, kennen wir ja. Oder, noch nicht so lange her, war es im sozialistischen Teil unseres Landes nicht möglich, als Christ ein gewisses Studium zu absolvieren.
Der Glaubende muss leiden, das liegt in der Natur der Sache. Das ist nichts Neues, dafür im KZ zu landen. Wir müssen uns das gerade in einer pluralistischen Gesellschaft immer wieder bewusst machen. Spott und Verachtung zu ernten ist auch in einem Land, das die Religionsfreiheit hochhält nichts Außergewöhnliches. So lange die Erde steht, wir der Glaube bekämpft und muss der Gerechte leiden. 
Das Starke dabei ist, dass Gefängnistore aufspringen und Gott zu den Seinen steht. Wer den Mut hat, an Gott zu bleiben, in dem wird Gott bleiben, auch wenn er unter dem Widerstand umkommt. Wo sich der Mensch auf Gott einlässt, ist er nie verlassen. Wo der Gerechte bereit ist, für seine Überzeugung zu sterben, wird ihn auch der Tod nicht von Gott trennen. Daher können wir mutig für die Gerechtigkeit einstehen, auch wenn es ungemütlich wird.
Was kann uns von der Liebe Gottes trennen, wenn wir bei allem was passiert, nur in sie hineinfallen können?