Der heiße Draht

Wer viel Arbeit hat, braucht umso mehr Gebet.

„Gedenkt des Herrn in fernem Lande und lasst euch Jerusalem im Herzen sein!
Jer. 51, 50

Wenn kleine Kinder das erste Mal bei der Oma übernachten dürfen, ist es für die einen ein spannendes Erlebnis und die anderen fallen in den unglücklichen Schmerz, Heimweh. Sie sind zwar bei der geliebten Oma, jedoch herausgerissen aus der gewohnten Umgebung und müssen sich jetzt mit einer für sie fremden Welt zurechtfinden. Für sie löst das Unbehagen und Sehnsucht nach der Mutter aus. Der Prophet ruft das Gottesvolk zu einem gesunden Heimweh auf. Mitten in der Fremde, unter der Herrschaft eines anderen Staates, mit völlig anderen Lebens- und Glaubensauffassungen, sollen sie ihren Glauben durchtragen. Egal wo sie sind und arbeiten, welche Herausforderungen sie zu meistern haben, ihr Herz gehört nach Jerusalem. Wo sich Leib und Leben auch befinden, der Geist ruht in der Heimat. Glaubende und Berufene sind Heimatverbundene. Gedenkt des Herrn, ist die ständig Verankerung im eigentlichen Zuhause. Egal wohin einen das Leben auch führt, welche Herausforderungen jeden Tag zu bestehen sind, da ist immer der heiße Draht zur eigenen Wiege. Für die Mächtigen dieser Welt gibt es immer die Standleitung in die Zentrale. Wo der Glaubende auch steht, das Herz gehört nach Hause. Das Gebet ist der heiße Draht in meine Welt. Je stärker die Spannungen in der Fremde sind, umso intensiver muss das Gedenken werden. Je mehr du Sturm hast, umso mehr schreite aus, sagt Luther. Das Gedenken bringt Gott in das ferne Land. Dort wo wir beten, verbindet sich Gott mit dem was auf uns lastet. Egal was passiert, durch das Gebet sind wir nie ohne Rückendeckung. Da stehen wir im Direktkontakt mit der ewigen Welt. Da beginnt mitten in Gefangenschaft und Schmerz, die Heimat aufzuleuchten. Da ist in der schweren Situation Gott gegenwärtig. Wo das Herz in seiner Not des Herrn gedenkt, steht kein Elend mehr isoliert und hilflos im Raum.

Oft ist es jedoch so, wenn die Schwierigkeiten stärker werden, wird unser Gebet schwächer. Wenn wir mit einem Menschen in die Krise kommen, bröckelt dieses Miteinander und das Beten bröckelt ebenso. Anstatt den heißen Draht zum Glühen zu bringen, wenn´s hart kommt, wird die Standleitung abgeschaltet. Wen wunderts, wenn das Gedenken aussetzt, sind wir in keiner Situation mehr heimatverbunden. Da kann uns das Schicksal richtig fertig machen. Wenn der Schmerz groß ist, brauchen wir umso mehr Heimweh. Je mehr uns das Leben durchschüttelt, umso mehr muss das Bitten und Flehen an das Herz Gottes ziehen. Das Gebet ist dann kein lästige Pflichtübung, sondern unveräußerliche Existenzsicherung. Auch wenn sich dann nicht gleich die ganzen widrigen Umstände in Luft auflösen, werden wir im und durch das Gebet stark im Kampf gegen die Umstände. Die erste Gebetserhörung ist dann, dass die Not seine lähmende und erdrückende Macht bei uns verliert. Lass den heißen Draht glühen wo du gehst und stehst, für dich und andere.

Wie können wir dieses gesunde Heimweh, viel mehr in uns verankern?

Auslegungen für jeden Tag
http://www.ebk-blumenmönche.de
https://brtheophilos.wordpress.com/category/predigt/tageslosungen/

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Wenn´s die Sprache verschlägt

Gedenken und beten ist die Medizin gegen die Elefantenkrankheit.
Als meine Seele in mir verzagte, gedachte ich an den Herrn, und mein Gebet kam zu dir.“

Jona 2, 8
Verzagen und den Rüssel hängen lassen ist eine Volkskrankheit. Da kreisen die Gedanken und beißen sich am Elend fest. Sie bohren sich in die Nacht hinein, dass sie nur noch Verzweiflung atmen. Eine verzagte Seele kommt vom Kopfkino. Verzagen und schwarz sehen hängt mit dem Gedenken zusammen. In dieser Kreislaufschwäche hilft nur das an den Herrn gedenken. Sobald das Verzagen zu beten beginnt, atmet die Seele Frische. Beten und Gedenken kehrt die Gedankenspirale vom Menschen zu Gott. Im Gebet wird Gott aktiv. Die verzweifelte Situation wird zur Chefsache. Beten durchbricht die menschliche Hilflosigkeit. Das Gedenken nimmt der Katastrophe ihre Macht. 
Verzagen kennen wir zu Genüge. Da verunglückt dein Familienvater tödlich mit dem Motorrad. Für Frau und Kinder brechen Welten zusammen. Es ist nicht nur der Verlust des Mannes und Vaters, sondern die unmittelbar damit verbundenen existenziellen Zukunftsängste. Diese bittere Lage birgt in sich keinen Funken Hoffnung. Hier regiert nur noch das nackte Grausen. Da kann man niemand verübeln, wenn man hier an den Rand des Wahnsinns kommt. Menschlich gesehen, ein Fall für den Psychotherapeuten. Das Denken stößt nach allen Seiten nur noch auf dunkelste Nacht. Schicksalsschläge kommen und verzagen schnürt den Atem ab.
Gerade da, wo wir dem wahren Leben nicht entrinnen können und uns mit Situationen auseinandersetzen müssen, die eigentlich menschlich nicht zu bewältigen sind, ist es gut, wenn die verzagte Seele beten lernt. Hoffnung kommt nicht aus dem Schicksal, sondern aus dem Gedenken. Wenn es uns alles abschnürt, fängt das verzagte Herz im Beten wieder an zu atmen. In dem Hinwenden an den, der größer ist als meine Not, wird das Verzagen kleiner. Was für die Israeliten damals noch viel selbstverständlicher war, mit Gott alle Höhen und Tiefen zu durchschreiten, müssen wir erst neu lernen. Vor Gott gehört alles, was das Leben ausmacht, somit erst recht das Verzagen. In dem wir ihm in unserem Gedenken Raum verschaffen, ruht unsere Existenz in Erbarmen. 
Woran denken wir, wenn das Leben uns die Sprache verschlägt?

Einen gesegneten Sonntag wünsche ich euch. 

Gedenken heißt ausgesorgt 

Im Rückblick liegen ungeahnte Kräfte.
„Gedenke der vorigen Zeiten und hab acht auf die Jahre von Geschlecht zu Geschlecht. Frage deinen Vater, der wird dir´s verkünden, deine Ältesten, die werden dir´s sagen.“

5. Mose 32, 7
Gedenken baut Zukunft. Gedenken entspannt und tröstet. Wer schaut schon gerne zurück? Man hat uns beigebracht: Schau immer nach vorne. Damit lösen wir uns jedoch vom Fundament und trennen uns von unserer Wurzel. Wir sollen das Gedenken üben, um für das Heute und Morgen gestellt zu sein. Im Gedenken lernen wir glauben,  lernen wir den treuen Gott kennen. 
In diesem bewussten Denken an das was war, geschieht Großes. Wir sehen natürlich auf die Schicksale, auf alle Wüstenwege der Geschichte, wir sehen jedoch auch, was Gott daraus gemacht hat. Der Holocaust war nicht der Weltuntergang. Nach der Sintflut hatte die Erde einen Neuanfang. Die Brandkatastrophe war nicht das Aus der Blumenmönche. Das Kreuz Christi war nicht das Ende der Heilsgeschichte. Das Gedenken stellt uns unmittelbar vor einen lebendigen Gott, der nie das Buch der Geschichte zugeschlagen hat. Wir erkennen im Gedenken, dass der Scherbenhaufen ein Danach hat. Nichts ist für endgültig verloren. Wir müssen uns nicht mit einem Drama abfinden, das kein Ende kennt. Das Gedenken weckt das Darüberhinaus. Es zeigt Gottes Willensstärke zum Heil. Es offenbart, dass Gott nichts unvollkommen liegen lässt. Er schreibt seine Geschichte zuende. Er ist treu bis an den letzten Tag.
Im Gedenken werden wir wie die Kinder, – unbeschwert. Da fallen Sorgen ab, weil wir gesehen haben, wie Gott mit Wüstenwegen umgeht. Wer gedenkt, hat ausgesorgt. Da können selbst die Bombennächte über Dresden nicht mehr schrecken. Da bekommt das Leid ein Hoffen für die Zukunft. Wer das geschichtsträchtige Handeln Gottes sich wach hält, für den gibt es keine ausweglose Situation.
Warum denken wir in unseren dunklen Stunden so wenig zurück, wie Gott die Seinen bei Gegenwind in den Hafen bringt?

Da werden Mächtige machtlos 

Freiheit, liegt in einem Gedanken Gottes.

„Der Herr dachte an uns, als wir unterdrückt waren, denn seine Güte währet ewiglich. „

Ps. 136, 23

Gedanken schaffen Taten. Denken hat die Absicht, sich zu verwirklichen, sich zu materialisieren. Wenn Gott denkt, ist das die Krönung allen Schaffens. Da kommen Welten in Bewegung. Ein Gedanke Gottes ist Schöpfung. Da war ein neuer Tag, da waren Menschen und Tiere, da wurde aus Finsternis Licht und aus Chaos ein Paradies. „Und alles war sehr gut.“ Wenn Gott denkt, entfaltet sich das Leben. Da fällt Güte auf die Erde. Da wird die Welt von dem Guten geküsst.
Diese Erfahrung macht das Volk Israel in seiner ganzen Geschichte. Wo Gott an sie dachte, war die Gefangenschaft in Babylon, Ägypten und in den deutschen KZ´s nicht das Aus. Wo die Güte denkt, werden die Mächtigen machtlos. Wenn die Güte in die Unterdrückung fällt, durchbricht ein Sonnenblumenkern den Asphalt. Wenn Gott an uns denkt, will er die Bedrängten frei machen. Christus ist der Freiheitsgedanke Gottes. Mit Christus fällt die Güte auf vertrocknetes Land. Wo dieser Freiheistgedanke Menschen erfasst, kann nichts mehr auf der Welt gefangen nehmen. Da wirkt eine schöpferische Freiheit, mitten in dem täglichen Gefangensein. Noch in der tiefsten Krise entsteht eine Aufbruchstimmung. Wo Christus frei macht, kann kein Mensch in der Menschenverachtung zerbrechen. Da bekommen die Schmerzen des Lebens, die uns lähmen und gefangennehmen wollen, ewige Güte aufgetischt. Da muss zwangsweise jede Nacht hell werden. Wo Gott an uns denkt, können die Unterdrückten aufatmen.
Gott denkt an uns. Warum sollte soviel Güte nicht genügen?
Einem gesegneten Sonntag wünsche ich euch. 

Gedenken lässt aufatmen 

Rückschau holt sich gezielt den Frust Ins Haus.
„Gedenkt nicht an das Frühere und achtet nicht auf das Vorige! Denn siehe, ich will ein Neues schaffen, jetzt wächst es auf, erkennt ihr´s denn nicht?

Jes. 43, 18-19
Was unsere Gedanken auslösen, wird zur Zeit in vielen Vorträgen und Büchern bearbeitet. Unser Denken bestimmt unser Morgen. Wir sind heute das, was wir gestern gedacht haben. Somit ist das Denken das größte Steuerungsinstrument unseres Lebens, für das wir ganz alleine verantwortlich sind. 
Wer Reich Gottes bauen will, arbeitet mit Senfkorncharakter. Wer da den Blick auf die Kleinheit und Unscheinbarkeit legt, wird nie die Fülle eines großen Baumes erleben. Das Senfkorn hat es in sich, dass es nichtssagend aussieht. Unser ganzes  Mühen scheint oft vergeblich zu sein. Der Blick auf das was ist und war, verdunkelt die Zukunft. Da gibt es nicht vieles, was zu außergewöhnlicher Hoffnung Anlass gibt. Der Blick auf die eigene Ohnmacht, kann keine Perspektive entwickeln.
Wenn Gott Neues schaffen will, legt er unseren Blick auf sein Wirken. Da bekommen wir beim Anblick des Senfkorns nicht mehr die Krise, sondern bekommen wir durch Christus einen Blick für den Baum. Wir blicken in der Unscheinbarkeit bereits auf das was sein wird. Wenn Jesaja dieses Bild aufzeichnet, sagt er dem Volk Gottes: In eure hoffnungslose Situation kommt der Erlöser. Es zählt nicht, was der Mensch vor Augen sieht, sondern was durch das Handeln Gottes in Christus möglich wird. So geht unser Gedenken gezielt weg von uns und unserer Schwachheit, auf das was unser Handeln übersteigt. Das Denken der Glaubenden kann nie im Menschlichen steckenbleiben, sondern sieht in allem das Wirken Gottes. Er sieht das Große im Kleinen. Er sieht mit den Augen dessen, dem alles möglich ist. Geben wir unseren Gedanken die Gottespersektive, die aus dem Senfkorn ungeahntes werden lässt.
Erkennt ihr´s denn nicht?

Schweinehund bekämpfen macht nicht stark

wer nur an sich selbst denkt, der sieht ganz schnell mal alt aus.
„Gedenke an den Herrn, deinen Gott; denn er ist´s, der dir Kräfte gibt.“

5. Mose 8, 18
An Tagen, wie diesen, zwischen Kreuz und Ostern,, sehen wir oft nicht viel Erbauliches. Wenn wir die privaten und politischen Umstände betrachten, gibt es eher viel mehr, was die Kräfte raubt und müde macht, als das, was hochzuckt. Da ist oft wenig hoffnungsvolles, wenn die Nachrichten von neuen Anschlägen und Bombenangriffen berichten. Arm der Mensch, der sich in trostlosen Situationen auf sich selbst verlassen muss. Motiviere dich mal, wenn du bis an den Hals im Morast steckst. Viel Kraftlosigkeit kommt oft davon, dass Menschen alles von sich selbst erwarten. Sie versuchen krampfhaft den inneren Schweinehund zu überwinden und scheitern an ihrer eigenen Begrenzung.
Kraft kommt von dem Kräftigen. Der Mensch ist auf Gottesbeziehung angelegt. Schöpferisch tätig werden kann der, der im Kraftfeld des Schöpfers steht. Nur bei einem ewigen Gott geht die Puste nicht aus. Wie will ein vergänglicher Mensch, dauerhaft aus sich heraus unbegrenzte Kräfte entwickeln? Wir müssen uns auf das besinnen, was wir sind; Rebzweige. Ohne Weinstock fließt kein Saft. Wir können zwar einen Rebzweig abschneiden und in eine Vase stellen, dann kann er sicherlich ein paar Blätter treiben und durchaus mal blühen, aber Früchte wird er so nie entwickeln. Um die Herausforderungen und Krisen des Lebens zu meistern, um wachsen und gedeihen zu sichern, müssen wir fest am Weinstock sein. Gedenke an den Herrn, ist das Festmachen an der Quelle. Es ist die Gegenbewegung zu aller Verselbständigung in die Kraftlosigkeit. Gedenke, ist der kühne Sprung in die Erlösung Christi. Gedenke bringt den Karfreitag mit dem Ostermorgen zusammen. Dann fließen Auferstehungskräfte in alles Sterben.
Unser Gedenken kann sich zwischen sich selbst und dem Herrn entscheiden. Woraus fließen die größeren Kräfte?

Am Nullpunkt beginnt Ostern

es ist nie zu spät, neu anzufangen.
„Denk an deinen Schöpfer in deiner Jugend, ehe die bösen Tage kommen und die Jahre sich nahen, da du wirst sagen: „Sie gefallten mir nicht.““

Pred. 12, 1
Spätestens, wenn die ungemütlichen Tage im Leben kommen, hat der Mensch vieles nicht mehr in der Hand. Wo man in jungen Jahren vieles aus sich heraus frisch und aktiv angepackt hat, sind es im älter werden die Krankheiten und Beschwerden, die den Handlungsspielraum einschränken. Der einst Aktive, wird zum leidenden Elend. Wenn die bösen Tagen kommen, gleichen wir dem Übeltäter der neben Jesus am Kreuz hing und sprach: Jesus gedenke an mich, wenn du in dein Reich kommst! 
Das „Denk an deinen Schöpfer in deiner Jugend“, wird von Jesu Gedenken am Kreuz überdeckt. Wo Menschen ihr Gedenken von klein auf an Gott vergessen und verlassen, gedenkt Gott an uns. Wo wir unter der Last unseres Lebens leiden, nicht zuletzt aus der Folge des Gott verlassens, leben wir allein aus seinem Gedenken. Der Tod Christi am Kreuz ist die Antwort auf die bösen Tage, aus denen er uns herauslösen will. Unsere bösen Tage können wir nicht selbst überwinden, wir können sie nur durchschreiten, weil Christus unser gedenkt. Er wird uns erlösen, von allem, was in unserem Leben vom Zerfall und Auflösung gezeichnet ist.
Wo Christus, selbst in unserer letzten Stunde an uns denkt, da ist es nie zu spät. Da ist der Zerbruch unseres Lebens noch voller Hoffnung. Da kommt nicht das große, schwarze Loch; da kommt an unserem Nullpunkt Ostern. So ist das Ende Christi am Kreuz, Gottes großes Gedenken an unsere bösen Tage. In den bösen Tagen offenbart sich nicht unser Ende, sondern Gottes Neuanfang.
Wenn Gott so an uns denkt, müssen wir da noch an Tagen, die uns nicht gefallen, in Grund und Boden versinken?
Einen gesegneten Karfreitag wünsche ich euch.

Staub wird zu Gold

gute Nachrichten, für alle, die sich manches Mal so gering und wertlos vorkommen.
„Er weiß, was für ein Gebilde wir sind; er gedenkt daran, dass wir Staub sind.“

Ps. 103, 14
Gott gedenkt des Staubes. Was für eine Wertschätzung. Das, was uns lästig ist, was schnell entsorgt werden muss, hat in seinen Augen Bedeutung. 
Dass wir Staub sind, wird uns täglich bewusst. Wie brüchig das Leben ist, wie schnell wir außer Kurs geworfen sind oder ganz weg, ist oft erschreckend. Ein Herzinfarkt, eine Krebsdiagnose, ein Unfall; alles Staub. Dazu kommt dann noch die entsprechende Bestattungskultur, mit Urne auf der anonymen Wiese und das Leben versinkt in der Bedeutungslosigkeit. Oft leiden wir unter dieser Brüchigkeit und scheinbaren Belanglosigkeit des Daseins. 
Da wo Menschen oft kurzen Prozess machen und sich alles vollends in der Nichtigkeit auflöst, sagt Gott, nein!

Er gedenkt dem unwerten Vergehenden. Christus spricht: Ich lebe und ihr sollt auch leben. Nicht Tod steht über dem Leben, sondern das Ende des Todes. Nicht das Kreuz ist das Letzte, sondern die Auferstehung. Mit Christus bekommt das Leben sein Qualitätssigel. Wo Gott des Staubs gedenkt, ist die Entsorgungskultur durchbrochen. Da sind wir nicht zerfallsgeprägt, da lebt etwas Unzerstörbares in uns. Sein Gedenken nimmt der Welt ihren Jammer. Da werden Staubkörner zu Goldbarren. Weil Gott weiß, was Menschen ohne ihn für ein hinfälliges Gebilde sind, macht er sie mit Christus wertvoll. In dieser gewaltigen Bedeutung, haben wir einen großen Auftrag für die Menschen.
Welche Wertschätzung geben wir dem eigenen Leben und des unserer Mitmenschen, wenn solche Wertachtung auf unserem Dasein liegt, 

Erinnerungen retten 

an unserem Erinnerungsmanagement liegt es, wie wir Krisen bewältigen.
„Gedenket seiner Wunderwerke, die er getan hat, seiner Zeichen und der Urteile seines Mundes!“

Ps. 105, 5
Wenn in einer Partnerschaft die kritischen Tage kommen, an denen das Miteinander nicht funktionieren will, an denen man nichts mehr zu sagen hat, gibt es den Rat: zähle in deinen Gedanken 10 gute Eigenschaften deines Partners auf und die Situation entspannt sich. In der Erinnerung an die guten Seiten liegt etwas Verbindendes in allem Trennenden. Da wird der Augenblick des nicht Verstehens entschärft.
Auch im Miteinander mit Gott gibt es Dürrezeiten. Zeiten, in denen wir uns so hilflos vorkommen und überhaupt nichts sehen von seiner großen Macht. Im Gegenteil, wir sind wütend über die Wege, die wir gehen sollen, wir verstehen nicht die Lasten, die er uns auferlegt, wir zweifeln daran, ob er es überhaupt noch gut mit uns meint. Es gibt Tage, an denen wir Gott und die Welt nicht mehr verstehen, an denen alle Frömmigkeit in uns rebeliert. Für diesen Zustand gibt es ein Rezept: Gedenket! Gegen Bedenken hilft nur Gedenken. Wenn wir im Augenblick nichts von den Wundern sehen, dann müssen wir in der Erinnerungskiste kramen. Wenn kein akutes Gotteserleben erkennbar ist, dann müssen wir so viele Schritte zurückgehen, bis wir darauf stoßen. Wo Gott sich für mich im Heute nicht zeigt, ergreife ich ihn im Gestern. Wenn auf dem Weg nach vorne nur Nebel ist, verschafft uns der Blick auf Wege, die wir bereits gut gegangen sind Klarheit. Das Gedenken hilft Gott zu vergegenwärtigen. 
Gott ist durch alle Zeiten hindurch  ein Wunder wirkender Gott. Wenn meine menschliche Begrenzung auf Raum und Zeit mir einen Strich durch die Rechnung macht, brauche ich Hilfsmittel. Zu dem sind in unseren Gedanken und Unterbewusstsein alles, was wir je erlebt haben abgespeichert. Nichts von dem geht verloren, was unser Leben geprägt hat. Da liegen auch alle großartigen Erfahrungen und Erlebnisse, die wir mit Gott gemacht haben. Wo wir auf diese zurückgreifen, wird Gott wieder lebendig. Nicht weil wir uns so gut an ihn erinnern können, sondern weil die Erinnerung das Heil Gottes freisetzt, das in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft wirkt. Das Gedenken wird zu unserer Rettung in allen ausweglosen Situationen.
Wir machen uns in jeder Situation die allermöglichsten Gedanken. Wollen wir ihnen nicht eine eindeutige Richtung geben?  

Erinnerung rettet das Glück

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ein Glückstagebuch trägt durch schwierige Zeiten.

„Gedenkt des Vorigen, wie es von alters her war: Ich bin Gott und sonst keiner mehr, ein Gott, dem nichts gleicht.“
Jes. 46, 9

Betreibe ein positives Erinnerungsmanagement. Bei jedem Urlaub machen wir jede Menge Bilder, die wir uns immer wieder einmal anschauen. Unser Gehirn ist so angelegt, dass in dieser Rückerinnerung an unvergessliche Tage, auch wieder die Emotionen aufsteigen lassen, die wir damals hatten. Wir retten etwas von dem damaligen Glück ins Heute. Manche schreiben Tagebuch, oder ein Glücks- und Dankestagebuch, um gezielt gute Erlebnisse festzuhalten. Wer schreibt, der bleibt.

„Gedenke des Vorigen.“ An den Tagen, an denen uns die Decke auf den Kopf fällt, nichts mehr zum Freuen da ist, das Leben uns in die Verzweiflung treibt, sollen wir uns zurückerinnern. Wir sollen das bereits Gute, das wir erlebt haben, genau jetzt wieder aufleben lassen. Gedenken wird zum Lebensretter, zum Aufbauer. Wenn unser Glaube in die Krise kommt, erwacht er daran, dass wir gedenken, was wir für einen Gott haben. „Am Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und das Wort war das Licht der Menschen.“ Aus Johannes. „Ich bin Gott und sonst keiner mehr.“ Das ist eine Institution ein Vermächtnis, darin liegt alles, was das Leben ausmacht. Es gibt keine größere Macht, die Leben immer wieder erneuert und aufbaut. Wir haben das so oft erfahren, wir haben es erlebt und jetzt wo wir unter anderen Eindrücken und schlechten Erfahrungen stehen, sollen wir uns daran erinnern. Wir sollen es in den jetzigen Augenblick zurückholen. Wir leben davon, dass wir uns immer neu den Christus vergegenwärtigen.

Um kraftvoll, hoffnungsvoll leben zu können, brauchen wir eine tragfähige Erinnerungskultur. Das, was wir festhalten, hilft zum Überleben. Im Gedenken greifen wir nach der Hand Gottes, die immer nach uns ausgesteckt war. Wir haben das Wort, das aufgeschriebenes Handeln Gottes ist. Es ist das Tagebuch der Einmaligkeit. Eine Erinnerung an das Heil, das sich im Augenblick des Gedenkens, an uns verwirklicht.

Erinnerungen haben eine starke, lebenserhaltende oder auch vernichtende Macht. Welchen Gedanken wollen wir Raum geben, um schweren Zeiten zu überstehen?