Jubel nach dem Gewitter 

Wenn sich bei Nacht ein Gewitter ausgetobt hat, beginnt ein unvergleichlich neuer Morgen.

„Herr ich preise dich! Du hast mir gezürnt! Möge dein Zorn sich wenden, dass du mich tröstest.“

Jes. 12, 1
Wo der Zorn sich wendet, beginnt Glückseligkeit. Das tobende Gewitter in der Nacht hat uns vielleicht um den Schlaf gebracht, doch der Morgen danach, wenn die Sonne wieder aufgeht ist wie ein Traum. Dieser gewaltige Umbruch sorgt für eine Stimmung, die jeden Fotografen jubeln lässt. Alles ist so jungfräulich frisch und mit Regenperlen überzogen, die im anbrechenden Licht an Schönheit nicht mehr zu überbieten sind. Der Umbruch vom Zorn, offenbart Gottes größtes Geheimnis. Im Zorn hat sich die ganze Unlust des Menschen gegen Gott aufgeladen und die Welt unter Spannung gesetzt. Wo sich der Zorn entlädt, lässt Gott Noah eine Arche bauen, um Mensch und Tier zu erlösen. Zorn entsteht, wo sich die Liebe nicht mit dem Bösen abfindet. Doch die Entladung die bei Gott stattfindet ist seit Noah nicht die Zerstörung (nie wieder will ich alles Leben auslöschen), sondern die Vergebung. Das ist das Einzigartige, wie Gott mit Zorn umgeht. Er entlädt die Spannung, indem er einen neuen Morgen schafft. Der Schöpfungsmorgen nach dem Zorn heißt Christus. Damit ist der Dampf raus. Durch dieses Model von Versöhnung entkrampft er alles spannungsgeladene Miteinander. Mit Christus hat der Zorn seine zerstörende Kraft verloren und wird zu einem unvergleichlichen Morgen. Wo Gott angefangen hat zu vergeben, begann für die Welt die größte Erneuerung. Vergebung heißt das Zauberwort, das die Schöpfung in die Glückseligkeit führt. Wer vergibt, rechnet nicht mehr an, stapelt keine Spannungen mehr aufeinander, sondern tröstet im Unglück. Mit Christus haben die polternden Nächte ein Ende. Da erwacht ein neuer Morgen in einzigartiger Klarheit und Schönheit.
Weil sich der Zorn gewendet hat, können wir Versöhnung leben. Getröstete brauchen eigene und andere Schuld nicht mehr anhäufen bis der Haufen explodiert, sie entspannen durch ständiges Vergeben. Wo Vergeben zum Lebensprinzip wird, führen wir selbst ein unbelastetes Leben. Das ist unser Glück und Seligkeit. Da sind wir die Befreiten, die nur noch über den neuen Morgen jubeln können. 
Wo brodelt in uns noch das Gewitter, das uns von dieser selig machenden Erfahrung trennt?    

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Gelassenheit im Mangel

Alle Not kommt vom Vergleichen.

„Sei nun wieder zufrieden, meine Seele, denn der Herr tut dir Gutes.“

Ps. 116, 7
Unzufrieden ist eine Krankheit, die vom Schielen kommt. Man sieht woanders etwas, was einem selbst fehlt. Es ist der Unfrieden über einen Mangel, gegenüber einem anderen. Da hat einer ein größeres Haus, ein schnelleres Auto, eine schönere Frau, mehr Geld, eine bessere Arbeit, die fundiertere Ausbildung. Dieser Vergleich macht krank und unzufrieden. Es stellt den anderen ins Plus und sich selbst ins Minus. Unzufriedenheit ist der Trugschluss, wir hätten zu wenig gearbeitet und die falsche Seite des Lebens erwischt. In der Unzufriedenheit verlieren wir den Frieden mit uns selbst und mit Gott. Gott will unsere schäumende, aufgebrachte Seele zur Ruhe bringen. Sieh´ nicht auf deinen Mangel, sieh´ nicht auf das, was dir fehlt, sieh´ auf das Gute, das ich dir tue. Gott will den wunden Punkt stillen. Er bringt das unruhige Menschenherz zur Ruhe und nicht der Ehrgeiz unserer Unzufriedenheit. Diese Defizite, die der Mensch an sich erkennt, erhöht nicht den Druck zu mehr Leistung, sondern erhöht die Gottesbedürftigkeit. Zum Frieden findet der Mensch nicht dadurch, dass er sich alle Arme und Beine heraus reißt, sondern wenn er von dem Guten umfangen wird. Zufrieden ist das Ruhen in einem starken Vater. 
Unser Problem ist, dass wir von klein auf auf Leistung gedrillt wurden. Ungenügend steht im Zeugnis, wenn die Leistung nicht gestimmt hat. Die Unzufriedenheit wurde regelrecht gezüchtet, weil uns immer unser Mangel vor Augen gehalten wurde. Selbst das moderne Management lehrt: Unzufriedenheit ist der Antrieb für ein gutes Unternehmen. Besser werden geht damit immer auf Kosten innerer Unruhe. Damit wird ein riesiger Druck aufgebaut, dem die Menschen irgendwann nicht mehr standhalten oder einfach nur noch unglücklich sind.
Da ist Gott viel näher am Herz des Menschen. Er tut dir Gutes nimmt den Druck heraus. In dem Guten liegt alles was der Mensch braucht. Mit Gutem überbrückt Gott den Mangel. In dem Guten liegt Christus und sein Wort. Damit hat der Glaubende seinen Wert und Erfüllung nicht mehr in seiner eigenen Leistung, sondern in seinem Angenommen sein mit seinem Mangel und dass Gott das Gute leistet. Das entspannt ungeheuer. Darüber wird der Glaubende nicht faul, jedoch unendlich dankbar. Weil wir das Gute an uns erfahren, können uns die Mängel nicht mehr hetzen. Damit können wir zufrieden sein. 
Wo uns so viel Gutes zugefallen ist, wonach müssen wir dann noch schielen?   

Mit Liebe entwaffnen

Mit Gewalt kann man keine Konflikte lösen.

„Wer den Harnisch anlegt, soll sich nicht rühmen wie der, der ihn abgelegt hat.“

  1. Kön. 20, 11

Der König von Israel lässt dieses Wort dem angriffslustigen und großschwätzerischen König von Syrien ausrichten. Anders ausgedrückt sagt er: Nimm den Mund nicht so voll! Man soll den Tag nicht vor dem Abend loben. Doch Syrien erklärt trotzdem Israel den Krieg und ging dabei zweimal heillos baden. Gott stellte sich zu seinem Volk gegen einen scheinbar mächtigen, aufbrausenden Angreifer. Wenn man die großen und kleinen Konflikte der Menschen betrachtet, stellt man sich immer wieder wie Dostojewski die Frage: „Soll man es mit Gewalt anfassen oder mit demütiger Liebe?“ Er sagt: „Entscheide dich immer für demütige Liebe.“ Ein Gottesprinzip, mit dem er die ganze Welt bezwingt. Er bezwingt die Menschheit nicht mit Ross und Wagen, sondern mit Tod und Auferstehung. Gott könnte über der Schuld der Menschen berechtigterweise aufbrausen, doch er leidet das Heil in die Welt hinein. Frieden lässt sich nicht mit Gewalt herbei kämpfen. Gott schafft seinen Frieden mit dem Blutvergießen am Kreuz. Das ist Gottes Art von Konfliktlösung. Er erneuert nicht, indem er das Heil krampfhaft überstülpt, sondern mit ungebrochener Liebe Herzen aufweicht. Er geht auf den an ihm schuldig gewordenen, mit entwaffnendem Erbarmen entgegen.

Auseinandersetzungen müssen sein; Streit ist wie ein Gewitter, das die Atmosphäre entlädt, doch gesteigerter Zorn, Wut und Geschrei schafft weder Recht noch Entspannung. Um Fronten zu bereinigen gehört eine Gesinnung wie Jakobus es ausdrückt: Ein jeder Mensch sei schnell zum Hören, langsam zum Reden, langsam zum Zorn. Dahinter steht die Christus-Gesinnung, der demütigen Liebe. In Christus brauchen wir nicht auf Biegen und Brechen um unser Recht kämpfen, da schafft ein anderer Recht. Wir brauchen nicht die Bedrohung vor einem wortgewaltigen Schwätzer fürchten, wenn wir in dem eigentlichen Wort verankert sind. Unser Stehen und Fallen liegt nicht in den Schlachten, die wir schlagen, sondern im Stehen bei dem, der unsere Schacht schon geschlagen hat. Durch den Glauben können wir Bedrohungen gelassen und stark begegnen.

Ist das nicht eine siegreiche Strategie, mit Liebe zu entwaffnen?

Frieden denken, kreist Unruhe ein

Wenn Gott denkt, weicht bei Menschen die Unruhe.
„Ich weiß wohl, was ich für Gedanken über euch habe, spricht der Herr: Gedanken des Friedens und nicht des Leides, dass ich euch gebe Zukunft und Hoffnung.“

Jer. 29,11 
Wie Gott über Menschen denkt, so verhält er sich auch ihnen gegenüber. Die Gegenüberstellung zwischen Frieden und Leid lässt tief blicken. Gott denkt Frieden. Er denk Versöhnen und Vergeben. Er denkt an Christus in uns, der uns alles erschließt was Gott ausmacht. Er denkt an das in Ordnung kommen, allen Leides. Er hat nur den einen Gedanken: Herrlichkeit. Wo Gott an Frieden denkt, will er Menschen in sein Geheimnis einweihen. Da sollen Welten aufgehen und unendliche Ruhe einkehren. Frieden ist nicht Waffenruhe, sondern Heimat finden. Der Mensch ist bei Gott zuhause. In dieser Heimat wird der Mensch stimmig.
Gedanken des Leides hegt der Mensch. Obwohl er für den Unfrieden in der Welt verantwortlich ist, schiebt er ihn immer wieder Gott in die Schuhe: Warum lässt Gott das zu! Doch Leid war nie im Schöpfungsplan, denn alles war sehr gut. Gedanken des Leides interpretiert der Mensch in Gott hinein. Gottes Umgang mit dem Leid ist Erbarmen. Auch dem Leid begegnet Gott mit Gedanken des Friedens. Er geht schöpferisch mit Unheil um. Leid ist somit keine isolierte Größe mehr. Wo Friedensgedanken auf das Leid treffen, fällt Regen in der Wüste. Gedanken des Friedens lassen die vertrocknete Rose von Jericho ihre eingerollten Blätter ausrollen und aus braun grün werden. 
Weil Gott die Gedanken des Friedens hegt, können unruhig, gestresste Seelen aufblühen. Es sind die Gedanken, die in wilden Zeiten Heimat geben. Sie legen die Hoffnung der Herrlichkeit in aufgescheuchte Gemüter. Somit keimt in schwerstem Leid Hoffnung auf. Es wird grün, wo die Menschen rot sehen. Wo Gott Frieden denkt, liegen in den Fragmenten unseres Lebens, Meilensteine für die Zukunft. 
Wenn Gott Frieden denkt, warum sollten wir uns da von unserer Unruhe einkreisen lassen?  

Zum Frieden geschaffen

Es ist ein halbes Himmelreich, wo Frieden herrscht.
„Mein Volk wird in friedlichen Auen wohnen, in sicheren Wohnungen.“

Jes. 32,18
Welch ein Bild von tiefer innerer und äußerer Ruhe. Die zu Gott gehören werden einen Zustand erleben, den es eigentlich in dieser Welt nicht gibt. Friedliche Auen und sichere Wohnungen finden wir selbst in unserem Land nicht mehr, bei der gestiegenen Terrorgefahr. Wenn wir über unsere Grenzen hinausschauen, sitzen wir weltpolitisch auf einem Pulverfass. Wenn Jesaja dem Volk, das immer wieder vertrieben wurde und in kriegerische Auseinandersetzungen gestellt war, solch ein Bild aufzeichnet, geht es ihm keinesfalls nur um Waffenruhe. Frieden kommt nicht von Menschen, Frieden kann nur von Gott kommen. Frieden und Sicherheit ist kein äußerlicher Zustand, sondern ein Ereignis, das der Mensch in Gott findet. Unfrieden entsteht in unruhigen Herzen. Wo ein Mensch in Gott zur Ruhe kommt, kann Frieden von ihm ausgehen. 
Vor ein paar Tagen schrieb mit eine Webdesignerin mit der wir zusammenarbeiten, ich arbeite ständig mit Webentwicklern an Onlineprojekten. Bei diesen Herrschaften gehe es nur um schnell, viel und große Geschäfte, da tut es richtig gut mit den Blumenmönchen zu arbeiten, von denen soviel Ruhe ausginge und bei denen es nicht nur ums Geld ginge.
Mit fliedlichen Auen wirft Jesaja dem aufgescheuchten Gottesvolk den Christus zu. Damit wird Gott eurer gebeutelten Seele Ruhe verschaffen. Mit Christus entsteht für  aufgebrachte Menschen eine sichere Wohnung. Somit ist der Unfriede nicht aus der Welt, doch den Glaubenden ist eine Friedenszelle geschaffen. Wo wir in dieser Welt leben, haben wir uns mit dem Chaos der Menschen auseinanderzusetzten, doch in Christus können wir mittendrin Frieden finden. Da ist der Glaubende nicht mehr der Gehetzte und Getriebene, sondern ruht in sich, in allem äußeren Druck. In Christus zur Ruhe zu kommen ist der Friede, nach dem sich der Mensch in der Tiefe sehnt. Wer in diesen friedlichen Auen wohnt, wird zum Friedensstifter für die Menschen, von ihm geht eine Ruhe aus.
Wo suchen wir unsere Ruhe, wenn das Leben uns hetzt und treibt?
Gott segne euch an diesem Sonntag. 

Friede sei mit euch!

Für Frieden umgekrempelt

Krieg hat seinen Ursprung in mir.
„Er wird Frieden gebieten den Völkern.“

Sach. 9, 10
Bei Gott entsteht etwas, was bei Menschen nicht funktioniert. Frieden, etwas, was in der Tiefe unmenschlich ist. Wenn Gott Frieden gebietet, setzt er das durch, was kein Mensch schaffen kann. Friedensnobelpreisträger haben Großes für die Völkerverständigung geleistet, doch wo ein Feuer erloschen ist, ist woanders wieder eines entbrannt. Frieden den Völkern ist eigentlich völlig utopisch. Das sprengt alle politischen und menschlichen Möglichkeiten. 
Wenn wir den Ursprung von Unfrieden anschauen, sind wir direkt bei uns. Wie schnell sind wir bereit andere zu verletzen? Wie schnell sind wir selbst verletzt oder enttäuscht? Da sind doch die täglichen Beziehungen in Familie, Beruf und Gemeinde unweigerlich Kriegsschauplätze. Eine Beleidigung, ein Mißverständnis, eine Vermutung, ein Fehlverhalten und schon gehen die Sicherungen durch. Wo wir uns im Unrecht fühlen beginnt der Kampf. Jeder Angriff fordert Verteidigung heraus. 
Wenn Gott Frieden gebietet, geschehen Strukturveränderungen in diesen unseren Verhaltensmustern. Ganz eindrücklich sehen wir das an der Josefsgeschichte. Von den Brüdern gefangen genommen, in den Brunnen gesteckt, an Sklavenhändler nach Ägypten verkauft, ist eine gehässige Demütigung. Eine Menschenrechtsverletzung oberster Ordnung, die eigentlich harte Konsequenzen zur Folge haben müsste. Doch Frieden entsteht in dieser menschverachtenden Aktion, durch die Christus-Gesinnung von Josef. Als er die Macht hatte, mit Pauken und Trompeten die Tische gerade zu rücken, geschieht nicht Vergeltung, sondern Versöhnung, Zuwendung und Unterstützung. Die Brüder rechneten mit einer Abfuhr, doch dann erlebten sie Frieden. Wo Josef mit Gott versöhnt war, hatte er Frieden. Großherzig konnte er dem Bösen begegnen. „Ihr hattet Schlechtes im Sinn, Gott hat es gut gemacht. 
Frieden hat diese Keimzelle im Menschen. Durch Christus verwandelte Menschen, haben es nicht mehr nötig um ihr Recht zu streiten. Da können wir nicht mehr nachtragen und endgültige Striche ziehen. Christus ist Gottes flächendeckendes Friedensangebot für die Völker. Wo Christus einzieht, entspannt sich das menschliche Miteinander. Da wächst eine Großherzigkeit, zu denen, die sich an mir schuldig gemacht haben.
Sind wir zu dieser weltbewegenden, Frieden schaffenden Veränderung bereit?

Vom Liebe verzaubert 

Gottesfurcht, inszeniert weltbewegendes Kino.
Gottes Hilfe ist nahe denen, die ihn fürchten, dass Güte und Treue einander begegnen, Gerechtigkeit und Friede sich küssen.“

Ps. 85, 10,11
Ein Liebesfilm der besonderen Klasse läuft hier vor unseren Augen ab. Eine Beziehung, eine Leidenschaft, wie aus einer anderen Welt. Ein Küssen und Begegnen, das schon einen weltfremden Touch hat. Wenn Gerechtigkeit und Frieden sich küssen, sind wir doch im falschen Film? Güte und Treue turteln verliebt umher. Ein grasser Gegensatz, zu dem, was wir täglich erleben. 
Gott träumt als Regisseur diesen Traum. Er schafft diese Wirklichkeit. Diese hochedlen Werte, die die Mensch täglich verwirtschaften, die menschlich letztlich nie erreichbar sind, kommen aus ihm. Gott hat sich hier nichts vorgenommen, sondern er ist diese Wertskala in sich. Güte, Treue, Gerechtigkeit und Frieden sind seine Persönlichkeitsmerkmale. Das Gute ist seine Existenz. Das Richtige, alle organisch funktionierenden Abläufe liegen in seiner Präsenz. Treu ist er in seinem endlosen Ja zu allem Geschaffenen. Im Frieden kommt in ihm alles zur inneren Genesung. Dieses leidenschaftliche Liebesspiel wirft Gott in das Chaos der Welt. Mit diesem unwirklichen Roman, setzt er eine neue Realität, in die ungerechte Wirklichkeit der Treulosen. Alle Härten, alles Ungute, alle Gereiztheit des Lebens, küsst er mit Güte. Sein Liebesspiel schafft das total Andere, von dem wir nur träumen können. Sein Küssen und Begegnen erhält die Welt am Leben. 
Die Ehrfurcht vor ihm ist das Gefäß, das diese Küsse auffängt. Wo das Leben aus allen Wunden blutet, erfährt derjenige die Hilfe, der diese Umarmungen an sich zulässt. Diese Liebkosungen muss man lieben lernen, damit aufgescheuchte Herzen Frieden finden. 
Wenn die Hilfe so nah ist, sind wir denn bereit, uns auf dieses Liebesspiel einzulassen?

Lass die Gerechtigkeit ran

Sehnsucht und Leidenschaft reißen alle Türen auf.
„Weil die Elenden Gewalt leiden und die Armen seufzen, will ich jetzt aufstehen, spricht der Herr, ich will Hilfe schaffen dem, der sich danach sehnt.“

Ps. 12, 6
Es ist nicht selbstverständlich, dass derjenige der recht hat, auch recht bekommt. Oftmals kämpfen wir vergeblich um unser Recht. Am Ende müssen wir uns geschlagen geben und mit erfahrenem Unrecht leben lernen. Das kann der erleben, der sich öffentlich für eine gute Sache einsetzt und von der Politik ausgebremst wird. Wer ein gesundes Rechtsbewusstsein besitzt, kann unter manchen Umständen krank werden. Auch unsere Rechtssprechung spricht „Recht“, übt dabei jedoch nicht unbedingt Gerechtigkeit aus. Unrecht schafft Gewalt und Elend. 
Dagegen steht Gott auf. Gott erhebt sich um im Unrecht Recht zu schaffen. Das Unrecht, das Unruhe auslöst, bringt Gott zur Ruhe. Wo sich innerlich alles gegen erfahrenes Unrecht aufbäumt, schafft Gott den Ausgleich. Wo wir von Menschen keine Gerechtigkeit erwarten können, wird Gott zur Gerechtigkeit. Mit Christus bekommt Gerechtigkeit ein Gesicht. Wir können über dem Unrecht der Welt nie zur Ruhe kommen, wir können nur über den erfahrenen Christus, dem Recht schaffenden Gott begegnen. Wir kommen im Unrecht zur Ruhe, weil Christus der aufgescheuchten Seele den Ausgleich verschafft. Wo Gott Recht schafft, verwandelt sich Unruhe in inneren Frieden. 
Das erfährt der, der sich nach dieser Gerechtigkeit sehnt. Die Sehnsucht und Leidenschaft brennt in erster Linie nach dem leidenschaftlichen Gott, der gegen das Unrecht aufsteht. Nicht wir eifern gegen die Ungerechtigkeit an, sondern rufen Gott auf den Plan. Wir rennen bei Gott leidenschaftlich die Türen ein, dass er sein Recht in das Unrecht dieser Welt bringt. Unsere Sehnsucht nach dem handelnden Gott wird uns dann zur Hilfe.
Wie sehr brennen wir danach, dass in allem Unrecht, Gott leidenschaftlich seine Arbeit machen darf?

Perlen für die Aufgescheuchten 

alles ist an Gottes Segen und an seiner Gnad gelegen.
„Du Herr, wollest deine Barmherzigkeit nicht von mir wenden; lass deine Güte und Treue allewege mich behüten.“

Ps. 40, 12
Glaubensleben kann man nie isoliert und auf sich bezogen betrachten. Leben ist nicht das was wir daraus machen, sondern was Gott daraus macht. Leben ist Erbarmen, ist Zuwendung Gottes. Leben ist Geschenk des Höchsten. Der Psalmbeter hat etwas Grundlegendens kapiert. Wenn Gott seine Gnade abzieht, lebt der Mensch in Unfrieden. Ohne Erbarmen bleibt der Mensch im Chaos. Das Leben fädelt sich an Gottes Güte und Treue auf. Wenn Gott nicht auf der Hut wäre, könnten wir uns alle Arme und Beine herausreißen und kämen nicht zur Ruhe. Güte und Treue sind Gottes Antwort auf die Unrast der Menschen. 
Wo der Mensch auf sich selbst gestellt ist, ist Unfrieden, Ruhelosigkeit der Normalzustand. Wo nicht Gottes Güte regiert, wird es ungemütlich. Nur weil Gott treu ist, kann der Mensch im Chaos atmen. Weil Gott sich zu den Seinen stellt, wird die unruhige Menschlichkeit überwunden. In der Treue Gottes liegt des Menschen Beständigkeit. An seiner Güte kann die kranke Seele genesen. Die Güte lässt ständig den Guten zu uns fließen. Die Güte bringt unablässig die heilmachenden Christus. Güte und Treue sind die Perlen aus Gottes Welt, die in unsere aufgescheuchte Welt fallen. 
Durch die Treue kommt in den Schrecken unserer Tage Festigkeit. Wer sich daruf verlässt, kann sicher durch alle finsteren Strecken des Lebens gehen. Da führen Wege durch, wo wir schon längst keine mehr sehen. Da verliert das Unglück seine Macht, weil in der Treue der Allmächtige handelt. Da können wir in allen Stürmen ruhig bleiben und ruhig werden. Gottes Treue tröstet alle Hilflosigkeit. Wir können stehen und entschlossen unsere Wege gehen, weil es nicht an unserem Vermögen, sondern an seiner Treue liegt.
Warum wollen wir oft so schnell aufgeben, wenn diese Treue hinter uns steht?

Wiederbelebte Schockstarre

das was Menschen verbocken, baut Gott wieder auf.
„Der Herr spricht: Frieden mache ich zu deiner Wache und Gerechtigkeit zu deineer Obrigkeit.“

Jes. 60, 17
Jerusalem liegt woder einmal in Schutt und Asche, wie Deutschland nach 45. Die Ungerechtigkeit und Obrigkeit hat mal wieder gründliche Arbeit geleistet. Unfrieden war das tägliche Brot. Die Menschen haben das gemacht, was sie am besten können; zugrunde richten und Schrecken verbreiten. Katzenjammer vom Feinsten. 
In diese verzweifelte, hoffnungslose Situation spricht der Herr. Er spricht von einem unvorstellbaren Reich, er spricht von einer unglaublichen Herrschaft. Er spricht von einem Paradoxon, von dem, was die Menschen kennen und gerade erleben. Er spricht den Aufgewühlten den Frieden zu. Er verheißt den zu Unrecht leidenden eine neue Gerechtigkeit. Er verspricht das Menschenunmögliche. Genau dort, wo Menschen unter ihrem „machen“ verzweifeln und zugrunde gehen, setzt Gott sein „Machen“ dagegen. Die neue Herrschaft, die Gott aufrichtet, schafft er mit Christus. Mit ihm setzt der den Gegenpol zu Unfrieden und Ungerechtigkeit. Mit Christus kommt in den Aschenhaufen der Welt ein unglaubliches Grünen. Dort wo das Ergebnis des menschlichen Schaffens das Elend ist, schafft Gott sein Durchatmen. In allen Tod kommt die  Gegenbewegung des Lebens.  Mit Christus verliert aller Schrecken seine Macht. Gott schafft mit Christus immer dem Chaoswirken des Menschen entgegen. Mit Christus zeigt er den Menschen, dass er sich nie mit Unfrieden abfinden wird. 
 Diese Herrschaft schafft in unfriedferigen Menschen Versöhnung. Die in Christus gerecht Gemachten, schaffen unter den Menschen eine neue Vertrauensbasis. Aus ihnen strahlt ein lebendige Hoffnung auf. Durch sie, erfährt eine in Schockstarre versetzte Welt, entspannte Befreiung. Die Glaubenden werden zu den Hoffnungsträgern, einer für die Menschen unglaublichen und nie schaffbaren Welt.
Wollen wir nicht viel mehr den ran lassen, der alles richtig gut macht?