In uns frisst nichts mehr

Frisch verliebt, vergibt sich am besten.
„Du bist ein Gott der Vergebung, gnädig und barmherzig, langmütig und reich an Güte.“

Neh. 9, 17
Das ist wahre Größe. Gott ist grenzenlos unabhängig, von allem Unrecht, das ihm geschieht. Wer solche Eigenschaften besitzt, hat das Zeug, die ganze Welt zu erobern. Vergeben, gnädig und barmherzig zu sein, zeigt eine königliche Freiheit, die sich von keinem noch so großen Hass erschüttern lässt. Gott bewahrt sich dadurch seine Menschenfreundlichkeit. Selbst wenn er mit Füßen getreten wird, kann er offenherzig die Hände ausstrecken. Er belastet sich nicht mit Enttäuschung, Vorwürfen und pingeligen Auseinandersetzungen. Er hat sich komplett befreit, vom Kampf ums eigene Recht. Die Zusammenfassung von Vergebung, gnädig und barmherzig sein, von Langmut und reicher Güte heißt Jesus Christus. Mit dieser Begnadigung allen Unrechts, bewahrt sich Gott seine jungfräuliche Liebe zum Menschen. Durch dieses Vergeben, löst er sich aus aller Verkrampfung, die Schuld auslöst. Er kann offen und unbelastet auf jeden zugehen und mit dieser Barmherzigkeit die Welt zum Leben lieben. Da liegt nichts mehr in der Luft, was seinen Drang zum Nächsten zurückhalten könnte. Vergebung macht ihn handlungsfähig, damit seine Güte in voller Wucht auf die Erde fällt. Damit bleibt er uneingeschränkter Schöpfer und Liebhaber des Lebens. Nichts hindert ihn, segnend sein Wohlwollen reichlich zu verschwenden.
Frisch verliebt, liegt ein Anflug dieser Eigenschaften auf einer Beziehung. Wo die Liebe noch heiß und unverbraucht ist, verzeihen wir dem anderen fast jeden Blödsinn. Da kann man gönnerhaft über die kleinen menschlichen Schwächen hinweg gehen. Von anderen wird man bereits schief angeschaut, wenn man in den unterschwelligen Sticheleien, lächelnd darüber hinweg sieht. Wo die Liebe stark ist, ist die Vergebungsbereitschaft hoch. Doch wenn der Alltag nagt, Fehler sich wiederholen und die Länge die Last trägt, fällt das vergeben immer schwerer. Der Frust wird immer größer, die Belastung unerträglich. Da braucht es den Befreiungsschlag der ersten Liebe. 
Mit Christus stellen wir uns in die Selbstheilungskraft der Vergebung. Erfahrene Barmherzigkeit braucht nicht mehr anrechnen. Wer den gnädigen Gott erlebt, muss nicht mehr krampfhaft ums eigene Recht kämpfen. Er befreit sich selbst durch das Vergeben, von den Lasten die ihm zugefügt werden. Wo wir vergeben, können wir aufatmen, unabhängig vom Verhalten des anderen. Da nagt und frisst in uns keiner mehr. Durch das vergeben werden wir zu einem Menschen der frisch verliebt ist. Da ist nichts was uns aufhalten könnte, diesen neuen Tag als unbelastetes Geschenk zu gebrauchen.
Warum lernen wir nicht viel schneller zu vergeben, um frei zu werden für eine unverbrauchte Liebe? 

Einen gesegneten Sonntag wünsche ich euch. 

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Der Druck ist weg

Unbelastete leben freier.
„Jauchze, du Tochter Zion! Frohlocke, Israel! Freue dich und sei fröhlich von ganzem Herzen, du Tochter Jerusalem! Denn der Herr hat deine Strafe weggenommen.“

Zef. 3, 14-15
Wegnehmen wirkt wie übergeschnappt. Den Glaubenden ist ein dicker Brocken abgenommen. Was Gott wegnimmt, stelllt die Welt auf den Kopf. Jauchzen, frohlocken, freuen und fröhlich sein, was schon fast abnormal ist, werden durch Wegnehmen ausgelöst. Wegnehmen ist die elementare Botschaft des Evangeliums.
Die Strafe, die Gott abnimmt, sind all die Auswirkungen eines Leben ohne Gott. Strafe ist das Dahinwelken der Schöpfung, durch die Schuld des Menschen. Diese Strafe liegt auf IHM, auf dass wir Frieden hätten, sagt Jesaja. Mit Christus fällt bei den Glaubenden etwas ab. Da wird das gestörte Gottesverhältnis aufgelöst. Da fällt der Tod weg. Wo das Sterbende weggenommen wird, macht Christus dem Leben Platz. Das ist für die gefallene Schöpfung die maximalste Entlastung. Mit diesem Wegnehmen kommt eine neue Grundrechenart in unsere Tage. Da summiert sich nicht das schuldhafte Verhalten bis zur Unerträglichkeit, dass am Ende das Ergebnis Depression und Verzweiflung ist, sondern Gott nimmt davon weg. Christus ist der Schuldenabrtrag, für ein Leben Im Plus.
Diese Rechnung will uns Gott beibringen. Damit geht der ganze Überdruck aus unserem Dasein, das oft nur brennende Autos von Hamburgs Straßenrändern vor Augen hat. Wenn Gott wegnimmt, verliert das Chaos seine Endgültigkeit. Da kann man im Schrecken hoffen. Da beginnt Jubel in der Trostlosigkeit. Da heilt etwas, in allem Unheil. Weil Gott wegnimmt, geschieht etwas Gegensätzliches im Leben. Da ist das Gottes Volk zu einem aufbauenden und entlasteten Dasein befreit, inmitten bedrohlicher Verhältnisse.
Sieht man an unserem Jauchzen und Freuen, dass wir diese Rechenart kennen?
Einen gesegneten Sonntag wünsche ich euch.

Erlösung entspannt 

in den Problemen über den Problemen leben.
„Ich weiß, dass mein Erlöser lebt.“

Hiob, 19, 25
Wir alle sind gefangen. Gefangen in den alltäglichen Spannungen, durch den Druck der Arbeit, durch ein Miteinander, das ein ständiger Eiertanz ist, durch Worte, die uns verletzen, durch Lebensschläge, die uns einschränken. Da ist so vieles, das nicht rund läuft und Entwicklungen und Vorwärtskommen lähmen will. Wir sind verbunden mit dem Schicksal unsere Lebens. Wir kleben am Elend  unserer Tage. Hiob kennt die verzweifelten Stunden, in denen ihm ganze Welten zusammenbrechen, selbst gute Freunde mit Vorwürfen und pseudo-guten Ratschlägen dienen. Das ganze Leben ein einziges Fragezeichen und das bei frommen Leuten.
Der Glaube erkennt, dass dies nur eine Seite der Medallie ist. Durch Glaube verwandelt sich gefangen in frei. Der in Christus stehende Mensch, lebt in den Verhältnissen als ein Herausgelöster. Glaube ist das Kontrastmittel zum Übel. Da lösen sich die Bindungen an das Schicksal. Da erlebt der Gefangene Freiheit. Christus ist der Gegenpol zu allem, was uns mit dem Dasein verhaftet. Da stehen wir in der Not, aber sie kann uns nicht mehr bestimmen. Da entspannen sich gespannte Verhältnisse. Da können wir in der Beklemmung aufatmen. Da empfinden wir Ruhe in den größten Stürmen. Erlösung ist das herausgerissen sein aus den Turbulenzen einer vergänglichen Welt.
Durch Christus lebt immer etwas Geheiltes im Unheil. Die Auseinandersetzungen verlieren ihre zerstörende Macht. Da ist in den größten Tiefen, immer genügend Hoffnung da. Wir können befreit lachen, wenn es uns zum weinen ist. Erlösung entspannt.
Wenn wir um solch einen Erlöser wissen, wieso sollten wir da in den Stürmen des Lebens untergehen?

Das Geschwür ist weg

wer nicht entsorgt, kommt in Altlasten um.
„Der Herr sprach: Ich habe vergeben, wie du es erbeten hast.“

4. Mose 14, 20
Wie ein gewaltiger Sonnenaufgang steht diese Aussage im Raum: Ich habe vergeben. Gott schafft Dreck weg. Da wird Belastendes weggegeben. Bedrohendes wird aus der Welt geschafft. Gott praktiziert den einzig richtigen Weg mit Schuld; – weg damit. Er kennt die zerstörerische Kraft, das wie ein Geschwür das Leben auffrisst, deshalb entsorgt er. Er befreit sich und den Menschen von einem inneren Zermürbungsprozess. Schuld frisst, Schuld ist wie Ungeziefer, die alles aushöhlen. Ganz egal ob wir an jemand schuldig geworden sind, oder andere uns Unrecht zugefügt haben. Schuld ist ein Dauerbrenner, ein zugrunde richtender Krebs ohne Heilungschance.
Vergeben macht Schluss mit diesem Quälgeist. Mit Christus hat Gott entsorgt. Das ist das Geschwür weg. Da regeneriert ein gebeutelter Körper. Da wird ein Messie von seinen Müllbergen befreit. Da weht frische Luft durch das Zimmer. Ich habe vergeben, ist ein Neuanfang. Es lässt das Alte beim Alten. Vergeben ist das Heute ohne gestern. Im Jetzt zählt das Vergeben, das nichts mehr mit dem Vergangenen zu tun hat. Es ist weg und hat im Heute nichts mehr verloren. Wo die Altlasten weg sind, beginnt ein neues Blühen. Ab da ist ein Leben frei, um sich in seiner ganzen Schönheit zu entfalten. Vergeben macht gesund. Vergeben ist die heilsamste Therapie. Vergeben bereit. Wer diese Vergebung erfahren hat, kann großzügig vergeben.
Warum halten wir soviel Müll fest? Wieso lassen wir uns von Dingen, die in der Vergangenheit liegen zerfressen? Warum quälen wir uns damit, in dem wir das uns zugefügte Unglück konservieren? Ist es wirklich gut, wenn wir an dem Satz festhalten: Vergeben will ich schon, aber vergessen kann ich nicht?
Einen gesegneten Sonntag wünsche ich euch.