Erlösung braucht Finsternis

Gott ist viel umfassender, als wir je denken können.

„Ich bin der Herr, und sonst keiner mehr, der ich das Licht mache und schaffe die Finsternis, der ich Frieden gebe und schaffe Unheil. Ich bin der Herr, der dies alles tut.“
Jes. 45, 6-7

Was zunächst befremdlich wirken kann, bekommt beim näheren hinsehen eine gewaltige Dimension. Wie eingemauert steht am Anfang und Ende: Ich bin der Herr. Da ist ein Gott, der Raum und Zeit ausfüllt. Gott selbst positioniert sich zum Angelpunkt der Welt. Da gibts nichts, was größer ist, was mir in irgendeiner Weise das Wasser reichen kann. Gott strotzt in seinem totalen Schöpferbewusstsein. Von mir kommt alles, mit mir steht alles in Beziehung, da ist nichts, was eine eigenständige Größe hat. Er outet sich als Gott, der Alles und in Allem ist.

Er zählt dann an Punkten auf, wie das aussieht. „ich mache das Licht und schaffe die Finsterniss.“ Gott ist so sehr Gott, dass er die totale Nähe und die absolute Distanz schafft. Das Licht ist Christus und mit ihm die unmittelbare Gottesgegenwart in uns.  Finsternis ist der Raum ohne Gott. Der Bereich, der Nacht, des Chaos, wenn Gott oder Mensch sich zurückziehen. Finsternis ist tiefste Gottverlassenheit. Wenn es diese schreckliche Welt nicht gäbe, wie könnte Gott sonst solche Behauptungen aufstellen, ich bin der Herr? Erst wenn es eine Finsternis gibt, wird der Mensch erlösungsbedürftig. Erst wenn es Unheil gibt, braucht es Frieden.

Wir müssen viel umfasserender von Gott denken. Er ist nicht nur der liebe Gott, der überall seine Lichtlein anzündet. Lösen wir uns von den falschen romantischen Bildern, die in unseren Vorstellungen herumgeistern.
Damit Gott uns in Christus nahe kommen kann, braucht er Menschen, die an der Finsterniss irre gehen. Damit wir Gott als den Einzigen erkennen, brauchen wir das Unheil. Erst wo wir unter unserer Gottlosigkeit leiden, kann er uns sein Licht und seinen Frieden schaffen.

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