Überragende Handlanger

Wer unsichtbare Mächte in sich trägt, lebt in großer Freiheit.

„Du machst Winde zu deinen Boten und Feuerflammen zu deinen Dienern.“
Ps. 104, 4

Naturgewalten sind die dienstbaren Geister des Schöpfers. Wind und Feuer sind Gewalten, die von Menschen kaum oder gar nicht zu beherrschen sind. Da sind Kräfte am Werk, unter denen die Menschen in die Knie gehen. Zwei volle Tage haben professionelle Feuerwehrleute damals gekämpft, als unsere Kirche mit Ordenshaus niederbrannten. Wind und Feuer sind in der Bibel meist die Beschreibung des Heiligen Geistes. Im Geist liegt eine nicht sichtbare, unkontrollierbare Wirkung, die sich allen Mächten dieser Erde widersetzt. Es ist der Geist, der im Leib der Maria den Erlöser werden ließ, der bei der Taufe Jesu am Jordan vom Himmel kam, der an Pfingsten den Jüngern, den Horizont des himmlischen Reiches auftat. Durch den Geist vollziehen sich übermächtige Kräfte, die allen irdischen Gesetzmäßigkeiten überlegen sind. Der Geist macht aus einem Hirtenjungen einen König, aus einem versklavten Bruder, einen mächtigen Politiker in einem fremden Land, und aus einem Totgeweihten in der Löwengrube, einen Überlebenden. Der Geist versetzt in andere Umstände. Er ist Gottes Enklave im Menschen. Wind und Feuer sind die Werkzeuge des Glaubenden. Mit diesen Boten und Dienern ist der Glaubende in der Übermacht zu den Umständen, in denen er lebt. Da entsteht die innere Freiheit, mit der die Widerstandskämpfer des 3. Reiches ihrem Galgen entgegen gingen. Dieser Geist gibt unserem Geist Zeugnis, dass wir Gottes Kinder sind. Der Geist gibt uns die Garantieerklärung, dass nichts mächtiger auf dieser Welt ist, als der Wind und das Feuer, die für unser Leben stehen. Gott lässt sich durch nichts und niemand sein Handwerk an uns versauen. Wo der Glaube von solch einer Macht umgeben ist, hat Gott selbst höchstes Interesse, sein Werk an uns zu vollenden.

Das macht Glaubensmenschen zu Freiheitsmenschen. Durch den Geist sind Herzen mit Trost und Licht gefüllt. Da sind unsere widrigen Lebensumstände nicht mehr die Begrenzung, die uns vom Leben abhalten, sondern da wird die Grenze zur Freiheit. Unter dem Geist verlieren alle Sorgen ihre Macht. Wo Wind und Feuer zu Dienern werden, hat selbst der Tod seine Macht verloren. In großer Freiheit und Gelassenheit können wir uns in allen Stürmen unseres Lebens bewegen.

Welches Unglück, welche Leidenstage können einem da Angst machen und keinen Trost mehr finden?

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Erhebender Gesang überwindet

An unserem Gesang erkennt man, für was unser Herz brennt.
„Herr, erhebe dich in deiner Kraft, so wollen wir singen und loben deine Macht.“

Ps. 21, 14
Singen und loben hat einen Grund. Es entsteht aus den Schwingungen des Herzens. Was uns begeistert, was das Herz bewegt, bringt uns in Bewegung, davon reden und singen wir. Davon ist der ganze Mensch angezündet und das sprudelt aus dem Mund. Beim Gotteslob, hat Gott Feuer gelegt. Wo Lippen den Herrn loben, hat Gott Herzen überwältigt. Lobgesang ist die Resonanz von Erhebung. Gott hebt Menschen in einen neuen Stand und ganz anderes Dasein. Er versetzt uns in das Reich seines Sohnes. Wo Gott menschliches Sein in seine Wirklichkeit heraushebt, sprudeln die Herzen. Das erlebt man oft bei neu zum Glauben Gekommenen. Da ist die überschwängliche Begeisterung kaum zu bremsen. Da bebt und klingt die ganze Person. Da singt und klingt es, da gibt es nur noch ein Gesprächsthema, da ist ein Angezündeter durch Erhebendes angefüllt.
Leidenschaftliche Menschen erkennen wir daran, wovon sie schwärmen. Als passionierter Fotograf begeistern mich Lichtstimmungen. Eine Landschaft in der Morgenstimmung mit entsprechendem Seiten- oder Gegenlicht lassen mich tanzen wie ein Rumpelstilzchen. Für andere ist es der Sport oder der Urlaub, was sie heiß machen. Das was uns bewegt, was uns erhebt, davon schwärmen und singen wir. Was den Mund zum Klingen bringt, ist das was im Herzen antreibt. Unser Lob verrät, was uns erhebt. Unsere Tage erzählen, was in uns brennt.
Wo das Gotteslob verstummt, erhebt anderes. Das Jauchzet, frohlocket, entzündet sich, wo wir im Alltäglichen an Christus Feuer fangen. Wo er sich kraftvoll über unsere Menschlichkeit erheben kann. Wenn solch ein Lobgesang in uns klingt, hebt er uns über das Kleingedruckte unseres Lebens hinweg. Unser Mund besingt, woran unser Herz glaubt.
Welche Mächte besingen wir? 

Totschweigen geht nicht 

Wer seinen Lebenssinn im Wort entdeckt hat, ist nicht mehr aufzuhalten.
„Jeremia sprach: Ich dachte: Ich will seiner nicht mehr gedenken und nicht mehr in seinem Namen predigen. Aber es ward in meinem Herzen wie ein brennendes Feuer.“

Jer. 20, 9
Lebendige Worte lassen sich nicht totschweigen. Wo Gottes Wort aktiv ist, gibt es keine Stopp-Schilder. Im Wort Gottes sind keine Geschichten, die man weitererzählen kann oder nicht, es ist eine nicht aufzuhaltenden Lebensgewalt. Es ist das pure Handeln Gottes. Mit diesem Wort prallt die Erlösung auf die Erde. In diesem Wort kommt der lebendige Christus in die Welt. Dieses Wort kann nirgends vorbeigehen ohne Spuren zu hinterlassen. Es ist ein brennendes Feuer, das anzündet und heiß macht. Dieses Wort zerbricht Felsen und lässt Berge schmelzen wie Wachs. In diesem Wort liegt die ganze Schöpfungsdynamik Gottes. In ihm liegt der Urknall, der das Dasein aus der Taufe gehoben ist. Durch das Wort ist alles was ist.
Wenn der Prophet Jeremia dieses Wort predigt und dadurch mit Händen und Kopf in den Holzblock gesperrt wird, ist noch lange nicht Schluss. Wer im Namen dieses Wortes unterwegs ist, kann nicht mundtot gemacht werden. Auch wenn sich Jeremia hätte einschüchtern lassen können, so spürt er körperlich, dass dieses Brennen nicht auszulöschen ist. Wir kennen das von vielen anderen Männern und Frauen der Kirchengeschichte. Menschen, die Gott gehören und mit dem Wort dienen, handeln nicht in eigener Sache. Sie sind die Handlanger dieses Wortes. Sie sind die Exekutive des Reiches Gottes. Sie handeln nicht aus sich selbst, sondern durch sie kommt Gott zu seinem Ziel. 
Wenn wir meinen, unter dem Gegendruck, unter Repressalien, unter widrigen Umständen, müssten wir uns zurückziehen, weil der Weg zu schwer wird, da ist es genau das Wort, das uns Gottes Nähe offenbart. Im Widerstand erkennen wir, wie Gott zu den Seinen steht. Wir erfahren, dass nicht wir es sind, die den Gegnern trotzen, sondern das Wort selbst, das in uns lebendig ist. Daran wird immer deutlich, nicht der äußere Druck hat das Sagen, sondern das Wort ist mächtiger. Soviel Löschversuche auch unternommen werden, dieses Wort ist unauslöschbar.
Warum sollten wir uns einschüchtern lassen, wenn das Wort an sich nie zum Schweigen kommt?

Heiß gemacht 

worauf unser Augenmerk liegt, wir uns in allem Denken und Tun prägen.
„Richtet euer Herz zu dem Herrn und dient ihm allein.“

1. Sam. 7, 3
Die Psychologen sprechen von der Zweckpyramide, wenn es um das geht, was alles Handeln des Menschen bestimmt. Das ist wie das innere Programm, das uns steuert. Der Grundmotivationspunkt, weshalb wir überhaupt etwas tun. Oder wie es in der Werbung so schön heißt: Jeder hat etwas, was ihn antreibt. 
Bei den Glaubenden macht Gott heiß. Das hängt mit der inneren Ausrichtung zusammen. Wo Menschen sich auf Gott ausrichten, sich nur in seine Richtung drehen, öffnen sie sich dem, der von Grund auf, auf uns ausgerichtet ist. Gott brennt nach uns. Er will alles was er ist und hat uns zufließen lassen. Er hat einen ständigen Bewegungsdrang auf uns zu. Er will an seinem Überfluss teilhaben lassen, er will mit uns Unvorstellbares bewirken. Wo wir uns dahin ausrichten, wo wir auf diesen Drang eingehen, wo wir dem Wort und Christus Raum geben, werden wir zu einer Zündkerze. Wir fangen Feuer und entwickeln ungeahnte Kräfte. Wo unser Herz, unser ganzes Sein und Bestreben in Gott ist, setzen wir Energien frei, die wir von Natur aus nicht haben. Wo wir uns auf Gott ausrichten, übernimmt er das Kommando. Auf Gott ausgerichtet sein heißt, geführt sein. Da sind wir getrieben, von dem was Gott treibt. Da handeln wir nicht in eigener Sache. Da werden wir zu dem, was Gott sich immer von uns dachte – Ebenbild. In uns brennt das Feuer des Evangeliums. Von uns geht Liebe und Heil aus. Wir sind die Segensträger in einem geschundenen Leben. Wir bringen den verletzten Herzen Heilung und Trost. Wir werden zur fruchtbaren Insel im Katasthrophengebiet.
Auf was wollen wir heute ausgerichtet sein?

Da ist Leben in der Stube 

echte Lebendigkeit ist eine Leihgabe.
„Herr, du machst alles lebendig und das himmlische Heer betet dich an.“

Neh. 9, 6
Hinter diesem Gebet spürt man den Stolz Nehemias durch. Nach der Rückkehr aus der Gefangenschaft baut er das zerrüttete Israel wieder auf. Er war ein ehrgeiziger Mann, der vieles bewegte und engagierte Leute hinter sich brachte. Er stellt jedoch seine Schaffenskraft unmittelbar in den Zusammenhang mit seiner Berufung. Das was ihn da antreibt, alles wieder aufzubauen, kommt aus dem Willen des Herrn. Dieser Neuanfang ist eine Kombination zwischen Gott der antreibt und Menschen in Bewegung bringt und der Bereitschaft von Menschen, sich darauf einzulassen. 
Wir als Blumenmönche kennen das aus unserer Geschichte. Da steht am Anfang die Vision, Gott will hier auf dem Berg ein Zentrum für junge und alte Menschen schaffen. Da hatte Gott eine Idee und wir sind mit aufgesprungen. Wir haben uns eingesetzt bis auf die Knochen und es ist ein faszinierendes Werk entstanden. Doch das geschah nicht in erster Linie durch unseren Einsatz, sondern weil Gott uns heiß gemacht hat. Unsere Lebendigkeit lag nicht in uns, sondern es war sein Feuer das in uns brannte. Wenn wir heute durch unsere Räume gehen, klopfen wir nicht auf unsere Schultern und sind stolz auf das was wir geleistet haben, sondern es durchzieht uns ein tiefes Staunen, zu was Gott mit uns in der Lage war. Er hat das Feuer gelegt, er hat lebendig gemacht. 
Wo das himmlische Heer den Herrn anbetet, sieht sie alles Leben als Leihgabe. Der Mensch ist zu Großartigem in der Lage, doch dadurch, weil sich Gott in ihm verwirklicht. Unsere Lebendigkeit ist sein Anzündwunder. Lebendig sind wir dadurch, dass wir durch den Lebendigen Feuer gefangen haben. Diese Lebendigkeit ist widerstandsfähig in allen Querschlägen und Rückschlägen. Dort wo uns in der Regel die Puste ausgeht, ist diese Leihgabe lebenswichtig. Um lebendig zu sein, brauchen wir keine Motivationstrainer, die uns aufkochen und den inneren Schweinehund besiegen, wir brauchen nur die Leihgabe des Lebendigen. Wo Gott heiß macht, geschehen die atemberaubenden Dinge.
Geben wir dem Wort, das uns heute erreichen will, so viel Freiheit, dass es uns lebendig macht?
Einen gesegneten und lebendigen Sonntag wünsche ich euch.

Unterweisung schafft Profil

sich unter etwas stellen, gibt dem Leben oft den eigentlichen Pfiff.
„Halte dich an die Unterweisung, lass nicht von ihr ab, bewahre sie, denn sie ist dein Leben.“

Spr. 4 13
Unterweisung riecht ungemütlich. Das klingt so nach klein machen, nach Drill, nach Fremdbestimmung. Irgenwie setzten sich da Beklemmungen im Kopf fest. Wenn wir diesem Wort jedoch nachspüren, ist es ein Drunterbleiben unter einer gewissen Wegführung. Da gibt einer die Richtung an, die existenzsichernd ist. Da gibt es ein wegweisendes Programm, in dem sich das ganze Dasein entschlüsselt. Soll heißen; bleibe in allem was dir widerfährt unter der Führung Gottes.
Die beengend anmutende Unterweisung hat einen schöpferischen Charakter. Nicht Einschränkung der Lebensentfaltung, sondern das Öffnen und befreit werden zu dem eigentlichen Potentzial liegt darin. Unter dieser Weisung zu stehen zündet ein Feuer in uns an. Bei dem Festhalten an dieser Führung gewinnt unser Leben. Da findet das Formen in unser Lebensprofil statt. Nicht das Loslösen von allen guten Lebesgesetzen macht die Qualität des Lebens aus, sondern das eiserne Festhalten am Drunterbleiben. Der Hauptgewinn vom nicht ablassen von Unterweisung ist nach Paulus die reine Liebe.
Wo wir „unten bleiben“, nimmt unser Dasein Formen an, die keine Selbsterziehung erreichen kann. Unter Gottes Geboten macht unser Leben Gewinn. Unter seiner Führung entwickelt sich unsere Einmaligkeit.
Warum verlangt in uns so wenig nach dieser gewinnbringenden Unterweisung?

Keine Angst vor Stürmen

absaufen und abgebrannt sein ist nichts Außergewöhnliches.
„Wenn du durch Wasser gehst, will ich bei dir sein, dass dich die Ströme nicht ersäufen sollen; und wenn du ins Feuer gehst, sollst du nicht brennen, und die Flamme soll dich nicht versengen.“

Jes. 43,2
Überschwemmungen und Feuerkatastrophen kennen wir alle. Das ist nichts Neues. Diese schrecklichen Extreme gehören zum Leben. Lebensbedrohliche Schläge sind normal. Auch Glaubende dürfen nicht meinen, sie werden nicht mehr durchgeschüttelt. Was in dieser Welt geschieht trägt die Zeichen des Untergangs. Es wird immer die Situationen geben, bei dem der Atem stockt. Hochwasser und und Feuer bedeuten nicht, dass Gott nicht da ist.
Das ganz starke ist, dass er gerade in Katastrophen zusagt: ich will bei dir sein. In den Stürmen ist Gott gegenwärtig. Wenn der Wind um die Ohren pfeift, ist hier eine Macht, die vor dem Untergang bewahrt. Wo Bedrohungen das Ende bedeuten können, wo Menschen unter ihrem Schicksal zerbrechen, sagt Gott: Mit mir nicht! Der Glaube fängt da an zu glauben, wo es nichts zu glauben gibt. Er glaubt sich gerade im Widerstand zu Gott. Wo durch die Umstände die Menschen normalerweise alle Viere von sich strecken, fängt der Glaube an lebendig zu werden. Im Zerbruch des Lebens findet eine Gegenbewegung statt. Da kehrt die Ruhe im Sturm ein. Da verliert das Feuer seine verbrennende Wirkung. Der Glaube ist der Gegenpol zur Macht dieser Welt. Wer in der Gegenwart Gottes ruht, der wächst in den Stürmen des Lebens. Die Herausforderungen, die es zu bestehen gilt, machen uns stark und lassen uns Grenzen überwinden.
Gerade die Stürme zwingen uns, uns Gott an den Hals zu schmeißen. Auf einem ruhigen See wächst kein Glaube. Daher können wir Gott nur dankbar sein für alle Schwierigkeiten. Sie sind es, die unser Vertrauen reifen lassen. Nur in den Stürmen finden wir Ruhe. Nur wenn wir durchs Feuer gehen, stellen wir fest, dass wir nicht verbrennen.
Wie sollten wir da über all den Härten unseres Lebens bitter werden und Gott anklagen wollen?

Sturmwind oder Windhauch? 

der Geist stellt uns in den Raum der Freiheit.
„Vor dem Herrn her kam ein großer und gewaltiger Sturmwind, der Berge zeriss und Felsen zerbrach, in dem Sturmwind aber war der Herr nicht. Und nach dem Sturmwind kam ein Erdbeben, in dem Erdbeben aber war der Herr nicht. Und nach dem Erdbeben kam ein Feuer, in dem Feuer aber war der Herr nicht. Nach dem Feuer aber kam das Flüstern eines sanften Windhauchs.“

1. Kön. 19, 11-12
Was ist Realität? Sturmwind, Erdbeben und Feuer, alles Elemente die das Leben in Stücke zerlegen. Ist Leben nur ein Schlachtfeld und ein Aschehaufen? Das sind alles Gewalten die sich in unserer Gegenwart austoben. Doch vor und nach dieser Gegenwart steht der Herr. Das was wir als Realität wahrnehemen steht, wenn wir es mathematisch betrachten in Klammer. Das was in Klammer steht, ist nur ein Teil der Gleichung, der eigentliche Wert der Rechung steht davor und dahinter. Gott umklammert unsere Realität. Da geht es um ganz andere Größen.
Der sanfte Windhauch ist die Gewalt die letztlich unsere Gegenwart bestimmt. Da ist der Geist Gottes, der zur Realität im Chaos wird. Da ist eine Größe, die bestimmender ist, als Sturm, Erdbeben, Feuer und alles was erschüttert. Der Augenblick des Sturmes ist kleiner als die Realität des Windhauches. Mit dem Geist verwandelt sich die Erschütterung in Freiheit. Wir leben dann nicht als die Geschlagenen, sondern als die Aufgerichteten. Wir leben nicht im Schmerz gebrannter Kinder, sondern im Freiraum der heil Gewordenen. Unsere Realität ist die Freiheit in den Erschütterlung. Durch den Geist leben wir in einer viel größeren Realität. Da kann eine verbrannte Gegenwart auch heute wieder aufblühen.
Wir können wählen, Sturmwind oder Windhauch?

Feuer macht stark

Glaubende sind so etwas wie Feuerläufer.
„Du hast Menschen über unser Haupt kommen lassen, wir sind in Feuer und Wasser geraten. Aber du hast uns herausgeführt und uns erquickt.“

Ps. 66,12
Leben ist ein Gang von Krise zu Krise. Es gibt Zeiten, in denen wir bis zum Hals in Widerwärtigkeiten stecken. Da sind wir einfach von den herrlichsten Problemen umzingelt. Egal ob Menschen oder Naturgewalten auf uns einstürzen, es geht uns so an den Kragen, dass uns schier die Luft ausgeht. Wir selbst sind schon einmal abgebrannt, andere durch Hochwasser schier mit ihrer Existens abgesoffen und was Menschen anrichten können ganz zu schweigen. Auch für Glaubende kann das Dasein ein Tanz auf feurigen Kohlen sein. Wer lebt wird unweigerlich auch mit den harten Seiten des Lebens konfrontiert.
Doch an Gott entscheidet sich, ob wir in solchen Situationen zu neuem gebrannt werden. Der Glaube macht den Unterschied, ob wir darin zerbrechen oder erquickt werden. In der Krise zeigt sich was der Glaube wert ist. Genau da wo der Mensch an seine Grenzen stößt, fängt Gott an seine Macht zu entfalten. Wo alles andere über uns mächtiger erscheint, entwickelt der Glaube Auferstehungskräfte. Erquickung geschieht nicht in den festlichen Zeiten des Lebens, sondern in den Dürrezeiten. Egal was über uns hereinbricht, der Glaube bricht aus. Durch Christus liegt in uns ein Kampfgeist, der Feuer und Wasser trotzt.
Somit sind wir keine Wasserschlucker, die kurz vor dem absaufen sind, sondern hellwache Gottvertrauer die geläutert aus dem Feuer gehen. Wer in der Krise Stärke erfährt wird stark. Widerstand richtet nicht zugrunde sondern lässt uns reifen. Der Glaube in der Nacht schafft die größten Persönlichkeiten. Deshalb scheuen wir nicht die feurigen Kohlen, über die wir gehen müssen, denn wir werden darin erquickt.
Wolllen wir weiterhin dem Feuer und Wasser die Schuld geben, dass es uns so dreckig geht und uns selbst um unser stark werden betrügen?

Was glüht, zündet an

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wir sind Marktschreier der Nation.

„Machet kund unter den Völkern sein Tun, verkündiget, wie sein Name so hoch ist!“
Jes. 12, 4

Gott gehört nicht zu den Stillen im Lande. Er ist prall gefülltes Leben, das in kein Gefäß passt. Gott ströhmt, Gott läuft über, Gott ist nicht aufzuhalten in der Bewegung zum Anderen. Er fließt und fließt und fließt. Er schafft und erneuert unentwegt das Leben. Alles ist von seiner Dynamik überragt. Sein Name steht für Heil, für Befreiung, für Todbezwinger. Da ist nichts, das diese Energie aufhalten kann.

Wo diese lebensschaffende Macht auftrifft, kommt etwas in Bewegung. Glaubende sind von diesem Feuer angezündet. Christen sind keine Einweckgläser, die diese Energie konservieren, dass sie ja lange hält. Was von Christus berührt wurde, bleibt nicht in der Komfortzone. Da beginnt etwas zu fließen, zu expandieren. Leben, das sich nicht ausbreitet ist bereits am Sterben. Leben und sitzen bleiben sind Gegensätze. Leben ist dort lebendig, wo es wächst und sich vermehrt.

Deshalb muss sich der Christus in uns zwanghaft vermehren. Er führt uns nicht in die Beschaulichkeit, sondern zum Du. Wir sind ein Probagandaorgan, das aus dem Evangelium sprudelt. Wir sind weltweites Internet, das global diese Lebensbotschaft vermarktet. Wir sind beauftragt nicht für uns zu bleiben, sondern die Trommeln zu rühren, für die Kräfte der Überwindung. Das geschieht mit Herzen, Mund und Händen. Christus zu verkündigen ist ein Lebensstil des ständigen Aufbruchs. Die Erlösung ist nicht nur für mich, sie ist für alle.

Wieviel Feuer steckt in uns, dass es die Kraft hat, andere zu entzünden?