Gutes braucht bereite Erde

Gott hört nie auf zu geben. Lasst uns nie aufhören zu empfangen. Theresa von Avila

So spricht der Herr: Es soll meine Freude sein, ihnen Gutes zu tun.“
Jer. 32, 41

„Ihnen Gutes tun“ steht Gott auf die Stirn geschrieben. Das ist seine Motivation und der Sinn all dessen, was ihn mit Menschen umtreibt. Über jedem Leben steht dieses Gute. Egal wie katastrophal die Biografie verläuft, Gott freut sich, darin seine Gegenwart zu offenbaren. Auch wenn er kurz zuvor den Ärger über sein widerspenstiges Volk abgelassen hat, kann er niemand anders sein, als der, der sich auf den Menschen zubewegt. Halsstarrigkeit und Widerwillen beantwortet er mit Gutes tun. Dabei ist Gutes tun, von der ganzen Leidenschaft geprägt, dem Bösen zu entreißen. Gutes tun, sind dabei nicht nur Nettigkeiten und das Übel zudecken; es ist die ganzen Leidenschaft des in-Ordnung-Kommens. Wenn ein Volk sich gegen Gottes Führung auflehnt, sich fremden Götter verschreibt und einem Baal-Kult huldigt, kann das Gute auch als Feuer vom Himmel fallen und Städte und Häuser erst einmal in Schutt und Asche legen. Gott stülpt das Gute nicht über, sondern will es durch einen Umbruch im Menschen wachsen lassen. Er will in den Grund des Menschen. Er will Existenzen in ihrer ganzen Seins-Struktur erneuern. Er will seine gestaltende Macht in Herzen pflanzen. Das ist ein Umgestalten, das mit einem zähen Ringen und Kämpfen zu tun hat. Damit sein Gutes wird, muss oft Hartholz gespalten werden. Das kann über alle Maßen schmerzhaft sein. Doch es ist eine alte Erfahrung, dass der Mensch eher durch Schmerzen als durch Lob das Gute lernt. Es müssen oft die richtigen Hämmer in ein Leben kommen, bis Menschen bereit werden umzudenken und neue Wege einzuschlagen. Für Gott ist es harte Arbeit, die Menschen zum Guten zu führen. Er scheut dazu nicht den eigenen Schmerz. Das Gute ist die Türe über das Kreuz. So hart, so entschlossen ist sein Wille zum Guten. Christus ist das Gute, das Gott den Unwilligen und Beladenen antut. In Christus durchschreitet man die Türe vom Unguten zum Guten.

Alles Schlechte, alles Übel, ist von diesem Willen zum Guten durchdrungen. Wir können die Missstände beklagen, wir können über die Härten in unserem Miteinander jammern, doch wenn wir nicht immer neu durch diese Türe gehen, bleibt uns nur die Verzweiflung. Wo die Lasten kein Ende nehmen, wir uns an den Alltäglichkeiten aufreiben, können wir nicht aus dem Übel unsere Hoffnung erwarten. Wir können dieses aufbauende und lebensschaffende Gute auch nicht aus uns heraus erwarten. Es ist eine Aktion die einzig aus Gott kommt. Gutes können wir nicht schaffen, wir können es nur empfangen. Es ist der Anteil, in dem sich Gott in unserem Leben verwirklicht, in dem seine Freude zu der unseren wird. Das Gute kommt, wo unsere verkrampften Hände zu offenen Schalen werden, wo unser Herz zu einem bereiten Boden wird, in dem er seine Blumen pflanzt. Gott hat Freude an dieser Arbeit. Seien wir bereit!

Welche Türe machen wir auf, damit das Gute hindurchgehen kann?

Auslegungen für jeden Tag
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Aufbruch ist auch Umbruch

Auch wenn die Kirche auf wackeligen Beinen steht und manche Säulen wegbrechen, lässt der Herr der Kirche keinen Trümmerhaufen zurück.

„Lass leuchten dein Angesicht über dein zerstörtes Heiligtum um deinetwillen, Herr!“
Dan. 9, 17

Welch krasse Gegensätze treffen hier aufeinander. Jerusalem liegt am Boden. Das Gottesvolk ist über ihrem Ungehorsam und Eigenwillen zerschlagen. Da ist nichts mehr vom Glanz der Erwählten. Bei den Glaubenden ist die Luft raus. All die Werte und Schönheiten einer Gemeinde verwirtschaftet, die Armen sind auf der Strecke geblieben. Über diesen hoffnungslosen Zuständen ruft Daniel diesen Psalmvers aus: Lass leuchten dein Angesicht. Es grenzt schon fast an Unverschämtheit, Gott in ein Elend hineinzubitten, das selbst verschuldet ist. Da haben wir uns eine Suppe eingebrockt, die ein anderer auslöffeln darf. Da ist das Leben an die Wand gefahren, und ein anderer soll es kitten. Eigentlich der Punkt, an dem jeder seines eigenen Glückes Schmied ist und das ausbadet, was er sich eingehandelt hat. Es ist ganz normal, dass jeder die Konsequenzen für sein eigenes Handeln übernehmen muss. Doch Daniel appelliert an das leuchtende Angesicht. Er ruft nach Erbarmen. Er legt die Schuttberge Gott zu Füßen. Damit gesteht er ein, es liegt nicht in unserer Macht Reich Gottes zu bauen. Wir sind eigentlich gar nicht zu der Liebe fähig, die Gott unter die Menschen verströmen will. Es ist die Kapitulation vor dem Höchsten, die erkennt, alles liegt in seinem Leuchten. Berufen sein heißt, sich täglich bewusst zu werden, ich lebe einzig aus der Barmherzigkeit. Damit schafft sich Gott selbst Ehre, dass er sich über Unfähige erbarmt. Die Tragik von zerstörtem Heiligtum, wird vom leuchtenden Angesicht überstrahlt. Es ist einzig Gott, der zerstörtes Heiligtum aufrichtet, unabhängig von den Trümmern, die seine Berufenen hinterlassen haben.

Ein gewaltiger Trost für alle die sich mühen und so wenig Ertrag sehen. Gott gefällt es mit schwachen, angefochtenen Menschen, etwas ganz neues zu schaffen. Wo das leuchtende Angesicht über unserem Leben steht, dürfen uns ruhig die Knie schlottern und uns manche Aufgaben als zu groß erscheinen. Da brauchen wir keine Angst haben, wir seien den Herausforderungen nicht gewachsen. Leuchten ist immer stärker als Trümmer und Ohnmacht. Da ist die ganze Gottesgegenwart in zerbrochenen Menschen und Verhältnissen. Wo sein Angesicht leuchtet, wird auch eine nach außen hin sterbende Kirche, durch geistliche Aufbrüche, von Gemeinschaften und Kommunitäten erneuert und belebt. Da entsteht eine bereichernde Vielfalt durchaus auch am Rande und außerhalb von dem, was wir an klassischer Kirche kennen. Da kommen wertvolle Impulse, die die Kirche inzwischen immer mehr für sich entdeckt. Da kann es sein, dass Altes sterben muss, damit Neues Raum bekommt. Wo Gottes Angesicht leuchtet, bleibt es nie beim zerstörten Heiligtum.

Können wir da nicht viel mehr Mut entwickeln, wenn wir wissen, dass wir nicht auf verlorenem Posten kämpfen?

Harmoniesucher wollen keine Veränderung

Alle wollen eine Welt ohne Leiden, ohne Tod, ohne Krieg, ohne Grausamkeit, ohne Übel. Unter der Bedingung wollen sie alle an Gott glauben. (Ehrenberg)

„Als er gemartert ward, litt er doch willig und tat seinen Mund nicht auf wie ein Lamm, das zur Schlachtbank geführt wird.“Jes. 53, 7

Das Bild vom leidenden Gottesknecht, ist ein Herzstück, in der Geschichte zwischen Gott und Menschen. Darin erhält das Leiden seinen höchsten Sinn. Willig leiden ist die unvorstellbare Dimension des Glaubens. An der Stelle, an der für den Menschen das Übel beginnt, an der er Gott und die Welt nicht mehr versteht, beginnt etwas ganz Neues. Um das zu verinnerlichen, hilft das Bild des Weizenkorns. Es muss in die unschöne Erde, in der es feucht, dunkel und ungemütlich ist. Es löst sich komplett in seiner Ursprungsform auf. Außer dem Sprössling und ein paar Wurzeln bleibt nichts mehr übrig. Nach ein paar Monaten steht eine satte Ähre auf dem Feld, die das zigfache des einstigen Korns enthält. Diese Frucht wird zerrieben, um dann zum Brot zu werden. Das ständige Leiden und Sterben erhält das Leben. Christus wird zum Brot des Lebens. Das ist die Passion für das Leben. Die Welt denkt, wenn das Übel weggenommen wird, fängt das Gute an und entsteht das Heil. Doch der Glaubende erfährt in Christus das Geheimnis der Verwandlung. Er macht Menschen anders. Er nimmt nicht das Übel aus unserem Leben weg, sondern führt das Herz vom Übel weg. Also ist mitten im Sterben das Leben und mitten im Unfrieden Friede und Freude, sagt Werner Jetter. Glauben heißt, dass wir aufhören Gott Bedingungen zu stellen. Wir haben uns unter das zu beugen, was Gott auferlegt. Wo das Leiden beginnt, will etwas Neues entstehen. Im Leiden sucht Gott unser Ohr. Wo einfältige Gemüter meinen, Gott könnte uns dabei unsere Sünden heimzahlen, müssen wir erkennen, dass er unser Gehör heilsam verfeinern will. Wo unser schönes Lebensgefühl zerstört wird, wo unser Glaube unsicher wird, fängt nicht gerade da unser Glaube das Tasten nach Gott an? Fängt da nicht eine Bewegung an, die nach Gott sucht?

Das Kreuz ist für den Glauben immer das Lebenszeichen. Das Heilswerk Gottes liegt in den durchbohrten Händen. In der Brutalität des Sterbens, liegt Auferstehung und die Verwandlung zur Herrlichkeit. In dem willig leiden, liegen Gottes Segensspuren. Da bearbeitet der Meister sein Werk und will es zur Vollendung führen.

Wollen wir diese Bearbeitung verhindern und bleiben was wir sind?

Heilige Orte verändern

Es gibt Orte, die haben eine besonders prägende Kraft.

Als Jakob von seinem Schlaf aufwachte, sprach er: Wie heilig ist dieses Stätte! Hier ist nichts anderes als Gottes Haus, und hier ist die Pforte des Himmels.“
1.Mose 28, 17

Wer die Sagrada Familia in Barcelona betritt, kennt das Gefühl, in die Pforten des Himmels einzugehen. Man könnte sagen, man erlebt in Stein gemeißelte Gottesgegenwart. Das ist nicht nur ein faszinierendes Bauwerk, sondern ein Ort, der Menschen verändert und tiefe Spuren hinterlässt. Heilige Räume sind verändernde Räume. Darin liegt Ruhe und Kraft, die in den Himmel zieht, inmitten von Menschenmassen, an denen ähnliches geschieht. Jeder Ort, an dem Gott mit dem Menschen eine Geschichte schreibt, ist ein heiliger Ort. Es sind Orte, an denen Heilungswunder geschehen sind und nur zu Walfahrtsorten geworden sind. Wo Gott handelt, hinterlässt er Spuren von Ewigkeit. Was einmal an einem Ort geschehen ist, wird diesen Ort für alle Zeiten prägen. Viktor Frankl sagt: Einmal gezeitigt, ist für immer verewigt. Das was einmal geschehen ist, bleibt für alle Zeiten existent. Selbst wenn die Baracken in Dachau abgerissen sind, überfällt es einen mit Unbehagen, wenn man durch diese Anlage der KZ-Gedenkstätte läuft. Orte prägen, Orte haben Macht, Orte lösen Emotionen aus, ein Ort ist von Schwingungen und Atmosphäre durchdrungen. Man spürt den Geist der hier weht. Gott selbst schafft immer wieder solche besonderen Orte der Begegnung mit ihm. Er schafft Orte der Veränderung, an denen er an den Menschen Hand anlegt und weiterführende Erkenntnisse schafft. Jede Kirche will solch ein Ort sein. Sie ist heiliger Raum, Gottes Offenbarungsbereich, an dem Leib und Blut Christi in den Menschen eingehen. Hier geschieht Umfassendes für Zeit und Ewigkeit. Es ist der Raum, in dem sich die ganze Kraft des Wortes entfaltet, das lebendig ist und lebendig macht. An diesem Ort kommt der Mensch zum Schweigen und trägt seine wortlose Anbetung im Weihrauch vor den Altar.

Wir alle leben von heiligen Orten. Wir leben von ihrer wohltuenden und verändernden Kraft. Wir leben von dem Ort, an dem Christus unter den Menschen wohnt. Wir brauchen Räume in denen wir Herrlichkeit sehen uns spüren. Hier entsteht dann die Frage, ob es dem Geist des Hauses entspricht, wenn zur Gemeinschaftsförderung in der Kirche ein Stehempfang stattfindet. Kann da das Gotteshaus eine Friseurstube sein? Ist das im Gemeindehaus nicht Zweck entsprechender. Wo wir die Menschen der heiligen Räume berauben, verliert der Glaube seine Heimat. Gerade der Glaube braucht Orte, die ihn über die irdischen Räume hinausführen. Die gilt es zu bewahren und aufzusuchen.

Wie können wir unser Leben noch viel stärker in heiligen Stätten verankern, dass wir von dieser verändernden Kraft durchdrungen werden?

Wasser ist klasse

Ein Gebirgsbach ist erfrischend und vitalisierend.

„Sie litten keinen Durst, als der Herr sie leitete in der Wüste. Er ließ ihnen Wasser aus dem Felsen fließen.“
Jes. 48, 21

Wasser aus dem Felsen ist das Beste was es gibt. Viele Quellen entspringen in Höhlen. Da kommt mit das Wertvollste hervor, was die Schöpfung zu bieten hat. Die Bibel spricht nicht umsonst beim Wasser über die Quelle des Lebens. Damit hat Gott ein Lebenselement in die Erde gelegt, das unser ganzes Dasein ausmacht. Wasser ist nicht nur Flüssigkeit. Es ist Träger von Energie, es ist ein Gedächtnis das Informationen speichert, es ist im Körper ein Transportmittel das Ballast entsorgt, es hat belebenden und erfrischende Kraft. Wasser spielt in all unseren Abläufen eine tragende Rolle. Wo das Wasser fehlt, geht das Leben aus. Gebirgswasser, das vom Berg über die Steine des Bachbettes ins Tal herunterpurzelt, ist so klar und voller Energie, weil es durch das Plätschern über die Steine ständig gereinigt wird und andauernd vitalisierend aufgeladen wird. Daher ist Quellwasser aus dem Gebirge derart erfrischend, wie kaum etwas anderes. Wasser nimmt Informationen auf. Dazu gibt es hochinteressante wissenschaftliche Studien des Japaners Masuro Emoto. In fotografierten Eiskristallen zeigt er, welche Information das Wasser aufgenommen hat. Wasser reagiert auf Schwingungen der Worte, so dass das ausgesprochene Wort Liebe ein faszinierendes Kristall abgibt, während das Wort Hass zu einem deformierten Klumpen wird. In unserem Körper entschlackt das Wasser allen Unrat, der vom Organismus ausgeschieden wird. Es putzt den ganzen Dreck weg. Wasser ist derart grundlegend für das Leben, dass es das Herz der Erde ist.

Wenn Gott Wasser in der Wüste fließen lässt, denkt er umfassend. Da fehlt es an nichts mehr. Da ist zum einen die organische Durststrecke zu Ende und zum anderen belebt er Leib und Seele. Er versorgt damit das grundsätzliche Menschsein. Wenn Christus sagt: wer von dem Wasser trinkt, das ich ihm gebe, den wird nie mehr dürsten, macht er sich selbst zum Lebenselixier für die Menschen. In ihm liegt die belebende, die reinigende, die heilende, die aufbauende Kraft. An Christus entscheidet sich, ob der Mensch mitten im Leben steht. Da arbeiten die ständig erneuernden und vitalisierenden Kräfte. Wo Christus fehlt, ist die Quelle abgestanden. Wir alle dürsten nach Vitalität und investieren dafür viel Zeit und Geld. Doch bei Christus bekommen wir das Wasser des Lebens umsonst.

Wenn wir beim Mineralwasser das Beste wählen, warum nicht auch für unser ganzes Leben?

Unfassbare Wege

Wo das Erkennen klein ist, wird das Wunder größer.
„So viel der Himmel höher ist als die Erde, so sind auch meine Wege höher als eure Wege und meine Gedanken als eure Gedanken.“

Jes. 55, 9
Bei so viel „höher als“ liegen endlose Entfernungen zwischen Gott und Mensch. In einem Satz wird klargestellt, Gottes Größe übersteigt alles was wir kennen und denken können. Wie sollte auch ein zeitlich begrenzter Menschen einen ewigen Gott verstehen? An das Geheimnis Gottes kann der Mensch sich nur stückweise herandenken, doch unendliche Größe ist nicht fassbar. Der Mensch sucht für alles eine Erklärung. Er ist dann schnell dabei, Gott für das Unerklärliche verantwortlich zu machen. Warum diese Fehlgeburt, dieses Unglück, die unerträglichen Schmerzen, die manche aushalten müssen? Warum all das viele Leid, die Brutalität und der Hass unter den Menschen? Warum lässt ein solch großer Gott das zu? Doch warum sollte Gott etwas mit dem Krieg, mit Mord und Totschlag dieser Erde zu tun haben? Er hat das nie gewollt. Es kommt nicht von ihm. Er hat den Menschen ein Paradies zur Verfügung gestellt. Was der Mensch daraus gemacht hat, erleiden wir täglich. Darum ist die die Frage nach dem Warum sinnlos. 
Das „höher als“ ist das Trotzdem Gottes. Das ist Größe, wenn Gott sich über die, die sein Gutes verwirtschaftet haben, erbarmt. Er bahnt Lebenswege durch das Chaos. Wenn er Elend sieht, denkt er an Heil. Er will die Erde erneuern, indem er Menschen erneuert. Der Große will das Kleine erfassen, den einzelnen geplagten Menschen. Er verhindert nicht den Krieg, indem er der Menschheit eine Friedensglocke überstülpt, sondern in dem ein Mensch anfängt kein Schwert mehr in die Hand zu nehmen. Das ist das Große an Gott, dass er an den Urgrund des Schadens geht. Seine hohen Wege, will er mit dir und mir gehen. Er will in uns den Teufelskreis des Elends durchbrechen. Er will uns auf Christus-Wege stellen. Damit entsteht das Große in aller Niedrigkeit. Damit entstehen die Wunder, dass ein schmerzgeplagter, von Krebsgeschwüren durchsetzter Mensch, glaubend und hoffend, ganz bewusst auf sein Ende zugehen kann.
Stehen wir da nicht vor Ehrfurcht still, wenn wir dieses Geheimnis nur erahnen?

Ständige Wiederbelebung

Es tut so gut, wenn der Schmerz nachlässt.
„Jeremia sprach: Mich jammert von Herzen, dass die Tochter meines Volkes so zerschlagen ist. Ist denn keine Salbe in Gilead, oder kein Arzt da?“

Jer. 8, 21,22
Es geht um Gottes Gesundheitssystem. Im Gegensatz zum unseren, ist hier an alle und an alles gedacht. Leben ist natürlicherweise von Abbau, Zerfall, verbraucht werden und dadurch von Krankheit gekennzeichnet. Wenn Gott keinen Regenerierungsmechanismus zum Aufbau und Selbstheilung eingerichtet hätte, würde keiner seine Kindheit überleben. Erneuerung garantiert die Existenz. Nicht nur körperliche Vollzüge brauchen Erneuerung, erst recht die Seelischen und Geistigen. Es jammert Gott, wenn die Erneuerung aussetzt und Krankheit folgt. Gott will im Vollsinn gesundes Leben, frische und erneuerte Herzen und Gedanken. Die Frage des Propheten nach dem Arzt, beantwortet er mit Christus. Mit Christus schafft Gott ein intaktes Gesundheitssystem, in allen Zerfall der Menschheit. Für jede Art von Verletzung gibt er die heilsame Salbe. Ihm geht es nicht in erster Linie um organische Wehwehchen, sondern um grundlegende Heilung, all dessen, was Menschen krank macht. Er heilt die gestörte Beziehung zu Gesundheit, die in Gott liegt. Er erneuert das gestörte Miteinander, was der Urgrund von Krankheit ist. Christus setzt die Reinigungs- und Erneuerungsprozesse in uns in Gang. Für diese Reformation ist er gekommen.
Da viele organische Störungen, psychisch, seelische Ursprünge haben, ist diese Art von Heilung etwas, was den ganzen Menschen ausmacht. Gerade diese Erneuerung brauchen wir ständig, um im Virenbefall unserer Zeit zu überleben. Hier wird das ganze Immunsystem aufgebaut und stabilisiert. Durch die Christus-Beziehung können wir die größten Lebensschläge überleben. Da wird dauerhaft etwas erneuert, was täglich frustet und zersetzt. Ohne diese Erneuerung wird das Leben lebensmüde. Reinigungsprozesse sind nötig, um wieder Hoffnung zu haben. Hier findet eine ständige Widerbelebung statt, die die Freude am Leben nicht versauern lässt. Dieser Arzt hat eine Vision von Gesundheit, die weit über all die Belastungen dieser Welt hinausgeht. Da bekommen selbst schwere Schmerzen ein neues Gesicht. Wo der Geist ständig erneuert wird, kann er gesund mit körperlichen Krankheiten umgehen.

 
 Liegt nicht in solch einer Erneuerung, die wohltuende Gesundheit unserer Tage?

Mehr als Nadelstreifen

Der Volksmund sagt: es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung.
„Meine Seele ist fröhlich in meinem Gott; denn er hat mir die Kleider des Heils angezogen und mich mit dem Mantel der Gerechtigkeit gekleidet.

Jes. 61, 10
Kleider machen Leute. Wir leben neben der Schnäppchenstadt Metzingen, wo sich fast alles um Kleider dreht. Da sieht man viele neue Kleider und alte Gesichter. Heute erleben wir Gott als Kleiderfabrikant. Menschen werden von ihm neu eingekleidet. Die Wirkung ist frappierend. Es entsteht dadurch nicht unbedingt ein neues Outfit, nicht das schicke Dressing, nach dem sich die Leute umdrehen, es entsteht eine Gemütsverwandlung. Nicht die Schale wird aufpoliert, sondern der Kern veredelt. Gott ist kein Verpackungsdesigner, sondern Persönlichkeitsentwickler. Wo Gott anzieht, geht er ans Eingemachte. Da erscheint die Person nicht anders, da ist sie anders. Mit seinen Kleidern wechselt er vom Schein zum Sein.
Gottes Kleider sind das reine Evangelium. Wo er in Heil und Gerechtigkeit kleidet, stülpt er nicht eine Hülle über, sondern da zieht Christus ein. Er bleibt nicht an der Oberfläche, sondern erfüllt und durchdringt. Da wird kein edler Anzug über einen fauligen Inhalt gezogen, da werden die fauligen Stellen erneuert. Wer das Heil anzieht, überdeckt nicht das Unheil, sondern begegnet dem Unheil als Geheilter. Wer in Gerechtigkeit gekleidet wird, erfährt als Sünder ein Resett. Da wird die quälende Anklage in uns auf null gestellt. Da fällt Druck ab, weil uns Vergeben umarmt. Mit dieser Einkleidung leben erneuerte Menschen im alten Umfeld. Nicht die Rahmenbedingungen des Lebens ändern sich, sondern, wie sich der neu Eingekleidete in diesen alten Umständen bewegt. 
Nicht weil jetzt die schwere Krankheit oder die stressende Beziehung abfällt verändert sich etwas, sondern dadurch, dass ein neu eingekleideter Mensch anders mit diesen widrigen Situationen umgeht. Wer von innen heraus entlastet ist, kann in Lasten fröhlich sein. Ihm verschlägt es nicht den Atem, wenn es ihm den Hals abschnürt. Fröhlich kommt nicht von Nadelstreifen, fröhlich kommt aus der geheilten Seele. Die richtige Kleidung macht´s, dass wir jedem Wetter trotzen können.
Was ziehen wir heute an?

Frieden denken, kreist Unruhe ein

Wenn Gott denkt, weicht bei Menschen die Unruhe.
„Ich weiß wohl, was ich für Gedanken über euch habe, spricht der Herr: Gedanken des Friedens und nicht des Leides, dass ich euch gebe Zukunft und Hoffnung.“

Jer. 29,11 
Wie Gott über Menschen denkt, so verhält er sich auch ihnen gegenüber. Die Gegenüberstellung zwischen Frieden und Leid lässt tief blicken. Gott denkt Frieden. Er denk Versöhnen und Vergeben. Er denkt an Christus in uns, der uns alles erschließt was Gott ausmacht. Er denkt an das in Ordnung kommen, allen Leides. Er hat nur den einen Gedanken: Herrlichkeit. Wo Gott an Frieden denkt, will er Menschen in sein Geheimnis einweihen. Da sollen Welten aufgehen und unendliche Ruhe einkehren. Frieden ist nicht Waffenruhe, sondern Heimat finden. Der Mensch ist bei Gott zuhause. In dieser Heimat wird der Mensch stimmig.
Gedanken des Leides hegt der Mensch. Obwohl er für den Unfrieden in der Welt verantwortlich ist, schiebt er ihn immer wieder Gott in die Schuhe: Warum lässt Gott das zu! Doch Leid war nie im Schöpfungsplan, denn alles war sehr gut. Gedanken des Leides interpretiert der Mensch in Gott hinein. Gottes Umgang mit dem Leid ist Erbarmen. Auch dem Leid begegnet Gott mit Gedanken des Friedens. Er geht schöpferisch mit Unheil um. Leid ist somit keine isolierte Größe mehr. Wo Friedensgedanken auf das Leid treffen, fällt Regen in der Wüste. Gedanken des Friedens lassen die vertrocknete Rose von Jericho ihre eingerollten Blätter ausrollen und aus braun grün werden. 
Weil Gott die Gedanken des Friedens hegt, können unruhig, gestresste Seelen aufblühen. Es sind die Gedanken, die in wilden Zeiten Heimat geben. Sie legen die Hoffnung der Herrlichkeit in aufgescheuchte Gemüter. Somit keimt in schwerstem Leid Hoffnung auf. Es wird grün, wo die Menschen rot sehen. Wo Gott Frieden denkt, liegen in den Fragmenten unseres Lebens, Meilensteine für die Zukunft. 
Wenn Gott Frieden denkt, warum sollten wir uns da von unserer Unruhe einkreisen lassen?  

Kosmische Wende

Ein gewaltiger Umbruch kommt, nicht in weiter Ferne, sondern jetzt.
„Des Mondes Schein wird sein wie der Sonne Schein. Und der Sonne Schein wird siebenmal heller sein zu der Zeit, wenn der Herr den Schaden seines Volks verbinden und seine Wunden heilen wird.“

Jes. 30, 26
Der Kosmos spielt verrückt. Welch ein gewaltiges Naturschauspiel, wenn aus Nacht Tag wird und sich die Mittagssonne ums siebenfache steigert. Hier steht ein unvorstellbarer Umbruch bevor. Wo manch ein dahergelaufener Prophet den Weltuntergang prophezeit, sieht hier Jesaja einen schöpferisch neuen Morgen. Eine virusinfizierte Welt, erfährt eine radikale Erneuerung. Mit diesem unglaublichen Bild wird in die gefallene Schöpfung Christus eingepflanzt. Gott greift massiv in den Schaden und die Wunden seines Volkes ein. Das was die Menschen quält, worunter sie unerträglich leiden, findet eine Zeitenwende. Dabei ist die Zukunftsmusik, die in diesem Wort anklingt bereits am Spielen.
Den Schaden des Volkes erleben wir täglich an der eigenen Haut. Der Fluch, der auf der Erde liegt breitet sich flächendeckend mit einem Sterbensprozess in jeder Hinsicht aus. Wir sind vom Jammer unserer Tage infiziert und leiden uns bis zu unserem letzten Tag aus dieser Welt hinaus. Genau diese hoffnungslose Perspektive bekommen wir auch von allen Kanälen, die auf uns einströmen, erschlagend vermittelt. Bald jede Zeitungsseite predigt den Schaden des Volkes. Unser eigenes Umfeld bestätigt nur die Zerrissenheit und die verwundeten Seelen.
Doch genau diese ausweglose Lage wird nicht nur ein bisschen heller, ein bisschen erträglicher, sondern auf unvorstellbare Weise ins Gegenteil verkehrt. Der angekündigte Christus kommt nicht erst in ferner Zukunft einmal, auf die wir uns hintrösten können, sondern er ist da. Die Vision des Jesaja ist bereits Realität. Wo Christus ist, hat der Mond bereits die Kraft der Sonne. Da ist die Nacht heller Tag. Da verwandeln sich die Schreckensmeldungen in eine Hoffnungsbotschaft. Mit Christus findet in der Nacht ein kosmischer Umschwung statt. Da fällt das siebenfache Licht auf die Wunden. Da fällt Herrlichkeit in alles Elend. Da fängt etwas an zu heilen, inmitten des Chaos. Nicht die Nacht wird anders, sondern der Mond, der zur Sonne wird. Mit Christus fängt es an, in uns hell zu werden. In uns findet die kosmische Veränderung statt, die zum Umbruch für die Welt wird. Wir dürfen an die große Zukunftsmusik des Reiches Gottes glauben, jedoch hat sie ihren Anfang heute in uns.
Wollen wir nicht allen dunklen Mediennachrichten zum Trotz, diese helle Welt Realität werden lassen?