Ständige Wiederbelebung

Es tut so gut, wenn der Schmerz nachlässt.
„Jeremia sprach: Mich jammert von Herzen, dass die Tochter meines Volkes so zerschlagen ist. Ist denn keine Salbe in Gilead, oder kein Arzt da?“

Jer. 8, 21,22
Es geht um Gottes Gesundheitssystem. Im Gegensatz zum unseren, ist hier an alle und an alles gedacht. Leben ist natürlicherweise von Abbau, Zerfall, verbraucht werden und dadurch von Krankheit gekennzeichnet. Wenn Gott keinen Regenerierungsmechanismus zum Aufbau und Selbstheilung eingerichtet hätte, würde keiner seine Kindheit überleben. Erneuerung garantiert die Existenz. Nicht nur körperliche Vollzüge brauchen Erneuerung, erst recht die Seelischen und Geistigen. Es jammert Gott, wenn die Erneuerung aussetzt und Krankheit folgt. Gott will im Vollsinn gesundes Leben, frische und erneuerte Herzen und Gedanken. Die Frage des Propheten nach dem Arzt, beantwortet er mit Christus. Mit Christus schafft Gott ein intaktes Gesundheitssystem, in allen Zerfall der Menschheit. Für jede Art von Verletzung gibt er die heilsame Salbe. Ihm geht es nicht in erster Linie um organische Wehwehchen, sondern um grundlegende Heilung, all dessen, was Menschen krank macht. Er heilt die gestörte Beziehung zu Gesundheit, die in Gott liegt. Er erneuert das gestörte Miteinander, was der Urgrund von Krankheit ist. Christus setzt die Reinigungs- und Erneuerungsprozesse in uns in Gang. Für diese Reformation ist er gekommen.
Da viele organische Störungen, psychisch, seelische Ursprünge haben, ist diese Art von Heilung etwas, was den ganzen Menschen ausmacht. Gerade diese Erneuerung brauchen wir ständig, um im Virenbefall unserer Zeit zu überleben. Hier wird das ganze Immunsystem aufgebaut und stabilisiert. Durch die Christus-Beziehung können wir die größten Lebensschläge überleben. Da wird dauerhaft etwas erneuert, was täglich frustet und zersetzt. Ohne diese Erneuerung wird das Leben lebensmüde. Reinigungsprozesse sind nötig, um wieder Hoffnung zu haben. Hier findet eine ständige Widerbelebung statt, die die Freude am Leben nicht versauern lässt. Dieser Arzt hat eine Vision von Gesundheit, die weit über all die Belastungen dieser Welt hinausgeht. Da bekommen selbst schwere Schmerzen ein neues Gesicht. Wo der Geist ständig erneuert wird, kann er gesund mit körperlichen Krankheiten umgehen.

 
 Liegt nicht in solch einer Erneuerung, die wohltuende Gesundheit unserer Tage?

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Mehr als Nadelstreifen

Der Volksmund sagt: es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung.
„Meine Seele ist fröhlich in meinem Gott; denn er hat mir die Kleider des Heils angezogen und mich mit dem Mantel der Gerechtigkeit gekleidet.

Jes. 61, 10
Kleider machen Leute. Wir leben neben der Schnäppchenstadt Metzingen, wo sich fast alles um Kleider dreht. Da sieht man viele neue Kleider und alte Gesichter. Heute erleben wir Gott als Kleiderfabrikant. Menschen werden von ihm neu eingekleidet. Die Wirkung ist frappierend. Es entsteht dadurch nicht unbedingt ein neues Outfit, nicht das schicke Dressing, nach dem sich die Leute umdrehen, es entsteht eine Gemütsverwandlung. Nicht die Schale wird aufpoliert, sondern der Kern veredelt. Gott ist kein Verpackungsdesigner, sondern Persönlichkeitsentwickler. Wo Gott anzieht, geht er ans Eingemachte. Da erscheint die Person nicht anders, da ist sie anders. Mit seinen Kleidern wechselt er vom Schein zum Sein.
Gottes Kleider sind das reine Evangelium. Wo er in Heil und Gerechtigkeit kleidet, stülpt er nicht eine Hülle über, sondern da zieht Christus ein. Er bleibt nicht an der Oberfläche, sondern erfüllt und durchdringt. Da wird kein edler Anzug über einen fauligen Inhalt gezogen, da werden die fauligen Stellen erneuert. Wer das Heil anzieht, überdeckt nicht das Unheil, sondern begegnet dem Unheil als Geheilter. Wer in Gerechtigkeit gekleidet wird, erfährt als Sünder ein Resett. Da wird die quälende Anklage in uns auf null gestellt. Da fällt Druck ab, weil uns Vergeben umarmt. Mit dieser Einkleidung leben erneuerte Menschen im alten Umfeld. Nicht die Rahmenbedingungen des Lebens ändern sich, sondern, wie sich der neu Eingekleidete in diesen alten Umständen bewegt. 
Nicht weil jetzt die schwere Krankheit oder die stressende Beziehung abfällt verändert sich etwas, sondern dadurch, dass ein neu eingekleideter Mensch anders mit diesen widrigen Situationen umgeht. Wer von innen heraus entlastet ist, kann in Lasten fröhlich sein. Ihm verschlägt es nicht den Atem, wenn es ihm den Hals abschnürt. Fröhlich kommt nicht von Nadelstreifen, fröhlich kommt aus der geheilten Seele. Die richtige Kleidung macht´s, dass wir jedem Wetter trotzen können.
Was ziehen wir heute an?

Frieden denken, kreist Unruhe ein

Wenn Gott denkt, weicht bei Menschen die Unruhe.
„Ich weiß wohl, was ich für Gedanken über euch habe, spricht der Herr: Gedanken des Friedens und nicht des Leides, dass ich euch gebe Zukunft und Hoffnung.“

Jer. 29,11 
Wie Gott über Menschen denkt, so verhält er sich auch ihnen gegenüber. Die Gegenüberstellung zwischen Frieden und Leid lässt tief blicken. Gott denkt Frieden. Er denk Versöhnen und Vergeben. Er denkt an Christus in uns, der uns alles erschließt was Gott ausmacht. Er denkt an das in Ordnung kommen, allen Leides. Er hat nur den einen Gedanken: Herrlichkeit. Wo Gott an Frieden denkt, will er Menschen in sein Geheimnis einweihen. Da sollen Welten aufgehen und unendliche Ruhe einkehren. Frieden ist nicht Waffenruhe, sondern Heimat finden. Der Mensch ist bei Gott zuhause. In dieser Heimat wird der Mensch stimmig.
Gedanken des Leides hegt der Mensch. Obwohl er für den Unfrieden in der Welt verantwortlich ist, schiebt er ihn immer wieder Gott in die Schuhe: Warum lässt Gott das zu! Doch Leid war nie im Schöpfungsplan, denn alles war sehr gut. Gedanken des Leides interpretiert der Mensch in Gott hinein. Gottes Umgang mit dem Leid ist Erbarmen. Auch dem Leid begegnet Gott mit Gedanken des Friedens. Er geht schöpferisch mit Unheil um. Leid ist somit keine isolierte Größe mehr. Wo Friedensgedanken auf das Leid treffen, fällt Regen in der Wüste. Gedanken des Friedens lassen die vertrocknete Rose von Jericho ihre eingerollten Blätter ausrollen und aus braun grün werden. 
Weil Gott die Gedanken des Friedens hegt, können unruhig, gestresste Seelen aufblühen. Es sind die Gedanken, die in wilden Zeiten Heimat geben. Sie legen die Hoffnung der Herrlichkeit in aufgescheuchte Gemüter. Somit keimt in schwerstem Leid Hoffnung auf. Es wird grün, wo die Menschen rot sehen. Wo Gott Frieden denkt, liegen in den Fragmenten unseres Lebens, Meilensteine für die Zukunft. 
Wenn Gott Frieden denkt, warum sollten wir uns da von unserer Unruhe einkreisen lassen?  

Kosmische Wende

Ein gewaltiger Umbruch kommt, nicht in weiter Ferne, sondern jetzt.
„Des Mondes Schein wird sein wie der Sonne Schein. Und der Sonne Schein wird siebenmal heller sein zu der Zeit, wenn der Herr den Schaden seines Volks verbinden und seine Wunden heilen wird.“

Jes. 30, 26
Der Kosmos spielt verrückt. Welch ein gewaltiges Naturschauspiel, wenn aus Nacht Tag wird und sich die Mittagssonne ums siebenfache steigert. Hier steht ein unvorstellbarer Umbruch bevor. Wo manch ein dahergelaufener Prophet den Weltuntergang prophezeit, sieht hier Jesaja einen schöpferisch neuen Morgen. Eine virusinfizierte Welt, erfährt eine radikale Erneuerung. Mit diesem unglaublichen Bild wird in die gefallene Schöpfung Christus eingepflanzt. Gott greift massiv in den Schaden und die Wunden seines Volkes ein. Das was die Menschen quält, worunter sie unerträglich leiden, findet eine Zeitenwende. Dabei ist die Zukunftsmusik, die in diesem Wort anklingt bereits am Spielen.
Den Schaden des Volkes erleben wir täglich an der eigenen Haut. Der Fluch, der auf der Erde liegt breitet sich flächendeckend mit einem Sterbensprozess in jeder Hinsicht aus. Wir sind vom Jammer unserer Tage infiziert und leiden uns bis zu unserem letzten Tag aus dieser Welt hinaus. Genau diese hoffnungslose Perspektive bekommen wir auch von allen Kanälen, die auf uns einströmen, erschlagend vermittelt. Bald jede Zeitungsseite predigt den Schaden des Volkes. Unser eigenes Umfeld bestätigt nur die Zerrissenheit und die verwundeten Seelen.
Doch genau diese ausweglose Lage wird nicht nur ein bisschen heller, ein bisschen erträglicher, sondern auf unvorstellbare Weise ins Gegenteil verkehrt. Der angekündigte Christus kommt nicht erst in ferner Zukunft einmal, auf die wir uns hintrösten können, sondern er ist da. Die Vision des Jesaja ist bereits Realität. Wo Christus ist, hat der Mond bereits die Kraft der Sonne. Da ist die Nacht heller Tag. Da verwandeln sich die Schreckensmeldungen in eine Hoffnungsbotschaft. Mit Christus findet in der Nacht ein kosmischer Umschwung statt. Da fällt das siebenfache Licht auf die Wunden. Da fällt Herrlichkeit in alles Elend. Da fängt etwas an zu heilen, inmitten des Chaos. Nicht die Nacht wird anders, sondern der Mond, der zur Sonne wird. Mit Christus fängt es an, in uns hell zu werden. In uns findet die kosmische Veränderung statt, die zum Umbruch für die Welt wird. Wir dürfen an die große Zukunftsmusik des Reiches Gottes glauben, jedoch hat sie ihren Anfang heute in uns.
Wollen wir nicht allen dunklen Mediennachrichten zum Trotz, diese helle Welt Realität werden lassen?

Herrlichkeit beginnt in uns

Unser ganzes Leben ist ein Ringen um Reife und um Herrlichkeit.
„So schau nun vom Himmel und sieh herab von deiner heiligen herrlichen Wohnung! Wo ist nun ein Eifer und deine Macht?

Jes. 63, 15
Jesaja ringt um Hilfe. Er weiß um Gott und seine Herrlichkeit und sieht so wenig davon. Er durchlebt die Spannung von Glaube und Verzweiflung. Er weiß genau um die Größe und Macht Gottes, doch erlebt in der Vertreibung und Anfechtung des Volkes Gottes gerade das Gegenteil. Jesus sagt: Ich bin gekommen, ein brennendes Feuer auf der Erde zu entzünden, aber ich muss einen bitteren Weg der Taufe und des Neuwerdens gehen.
Das Leben steht immer in der Zerreißprobe des Göttlichen und Menschlichen. Gottes Eifer ist auch da, wo der Mensch in der Krise und Katastrophe steht. Das Geheimnis des Glaubens will in der Nacht der Welt geboren werden. Gott will das Feuer des Lebens in der Kälte unseres Daseins entzünden. Genau in den Herausforderungen unserer angefochtenen Existenz, will Gott den Umbruch schaffen. Im Widerstand und Schmerz wird das Heilige geboren. Da werden Menschen und keine Situationen umgebrochen. In unseren dunkelsten Stunden will der Christus in uns ein Feuer anmachen. Dort wo die äußeren Einflüsse uns den Atem nehmen und unsere Sicht vernebeln, will in uns eine Erneuerung stattfinden. In uns entsteht etwas von dieser herrlichen, heiligen Wohnung, die in die unheilige Welt hinausdringt.
Der Glaube greift nach dem Eifer und der Macht Gottes. Er ringt danach, dass Gott seine heilige Wohnung nicht um mich herum baut, sondern in mir selbst einrichtet. Der Glaubende ringt, dass dieser Umbau in ihm stattfindet. Er ringt darum, dass in der verzweifelten Situation, in ihm das Feuer entfacht wird. Glaube ringt nach Reife, ringt nach Herrlichkeit, ringt darum, dass er selbst zu einer Behausung Gottes wird. 
Fragen wir nicht: warum ist so wenig sichtbar von Gottes Herrlichkeit, sondern viel mehr, wie wird die Herrlichkeit in und durch mich sichtbar?

Das Wunder des Augenblicks

Wenn Gott heilt, will er nicht nur ein paar Pickel am Körper verschwinden lassen.
„Gott spricht: Als du mich in der Not anriefst, half ich dir heraus.“

Ps. 81, 8
Ganz provokativ attestiert Gott seine Hilfe. Anruf genügt und er hilft heraus. Ein Satz, der unumstößlich ausgesprochen ist, gegen alle Erfahrung der Menschen. Was ist mit denen, die ihn angerufen haben und immer noch im Elend sind?
Wie Gott heraushilft können wir z.B. bei der Heilung des Aussätzigen sehen. Dieser bittet Jesus, wenn du willst, kannst du mich reinigen. Jesus heilte ihn, jedoch mit zwei Auflagen. Geh zu den Priestern, dem damaligen Gesundheitsamt und lass deine Gesundheit bestätigen, und posaune nicht herum, was an dir passiert ist. Jesus will sich nicht als heilender Marktschreier verkaufen. Er will nicht Krankheiten, sondeen Menschen von Grund auf erneuern. 
Darin liegt das Heraushelfen Gottes, dass er nicht nur einen kranken Körper wieder zusammenflickt, sondern sich selbst in der Not offenbart. Heraushelfen ist das Überwinden der Not. Nicht die Not bestimmt unser Schicksal, sondern der in der Not gegenwärtige Gott. Damit verliert die Not an Macht. Wo der heilende Gott hereinbricht, geht in der Nacht die Hoffnung auf, da schwinden die Ängste für den Morgen. In der Begegnung mit dem Heil löst sich der Mensch von seiner Not. Die allesbestimmende Krankheit, hat nicht mehr das Sagen. Diese Hilfe  verändert Menschen total. Da findet ein innerer Umbruch statt. Das ist ein Umwandlungsprozess der ganzen Persönlichkeit. Da lernt ein Mensch gesund mit Krankheit umzugehen. Das sind die Wunder, die Gott in den Menschen hineinlegen will. Wo Gott heraushilft, macht er den Menschen neu, mitten in der alten Not. Darin zeigt sich göttliche und menschliche Größe.
Verwandelt sich nicht in Gottes Nähe, das Jammertal in das Wunder des Augenblicks?

Zerschlagen ist, erneuern lassen

Im Zerbruch ist Gott am Nächsten.

„Der Herr ist nahe denen, die zerbrochenen Herzens sind, und hilft denen, die ein zerschlagenes Gemüt haben.“

Ps. 34, 19



Genau da, wo wir ihn am Wenigsten vermuten ist Gott nahe. Im Scherbenhaufen und den Katastrophen unsers Lebens. Die Lebensbrüche sind nicht die Aus-Zeiten, in denen Gott weit weg ist, sondern unsere Brüche und seine Nähe sind eins. Die Ohnmacht des Menschen ist Gottes Stunde.
Anhand der Saulus – Paulus – Geschichte sehen wir den Sitz von Zerbrüchen. Da begegnet Christus einem studierten Pharisäer. Der wurde von soviel Licht geblendet, dass er dabei blind wurde und 3 Tage nicht essen und trinken konnte. Ihn hat die Christusbegegnung an den Rand gebracht und außer Gefecht gesetzt. Der innere Zerbruch, der einen Christenverfolger zum Christusnachfolger machte, war ein Akt der Gottesnähe. Das Niederschmettern war der Anfang seiner Gottesbestimmung. Gott hatte mit Paulus großes vor und hat ihn durch körperliche Exzesse auf den Weg gebracht. Sicher nicht die feine englische Art, doch die Reich Gottes trächtigste. Gerade im Zerbruch, will Gott nicht zugrunde richten, sondern seine unvorstellbaren Ziele verwirklichen. Damit Gott zum Heil kommt, muss menschliches zerbrechen. Für die Erlösung der Welt, musste Christus zerbrechen. 
Gott bricht Herzen, um sie zu gewinnen. Gott ist dort am Nächsten, wo der Mensch vor ihm kapitulieren muss. Hier kommt die Wende, in denen Christus das Verwundete verbindet. Wo er einen Hananias zu Paulus schickt, dass er ihm die Hände auflegt, um ihn wieder sehend zu machen. In den zerschlagenen Herzen liegt Gottes größtes Heil. Da ist der Mensch offen, sich auf Gott einzulassen. Das Zerbrechen ist der Abschied von unserer Christuslosigkeit. Genau da werden wir zu dem, den Gott für seine Sache bestimmt hat.
Wenn wir ein zerschlagenes Gemüt haben, klagen wir den ungerechten Gott an, oder geben wir ihm Raum, uns zu erneuern?
Gott segne euch an diesem Sonntag.

Weisheit geht ans Eingemachte 

Das Wissen um Gott lernt man nicht auf der Uni.
„Der Herr gibt Weisheit, und aus seinem Munde kommt Erkenntnis und Einsicht.“

Spr. 2, 6
Weisheit aus Gott, hat nichts mit unserem menschlichen Wissen zu tun. Die Geheimnisse um Gott erschließen sich aus seinem Munde. Das ist kein Lernen unsererseits, sondern ein offenbaren seinerseits. Gott lernt man nicht dich Studium kennen, sondern wenn sein Wort durch uns durch geht. Das Wort will nicht den Verstand füllen, sondern den ganzen Menschen von Grund auf umgestalten. 
Weisheit entsteht dort, wo Gott selbst in uns Hand anlegt und in dem „alten Menschen“ eine göttliche Gesinnung wächst. Weisheit sind von Christus verwandelte Menschen. Von Brot und Wein geprägte Glaubende. In der Weisheit erkennt sich der Mensch vor Gott. Er erkennt sich in seiner Gottesbedürftigkeit, und Gottesebenbildlichkeit. Die Weisheit erschließt das Gesetz der Gnade und Barmherzigkeit. Wir erkennen unser geliebt sein unser verstanden sein und das unumstößliche Ja zu unserem Leben. Weisheit ist eine ganz andere Macht, als das Wissen, das die Menschen anstreben. Weisheit ist die Macht, dass unser aufgescheuchtes Dasein ein Zuhause hat. Wir brauchen nicht krampfhaft das Wissen zu vermehren, um das Leben sicher und angenehm zu gestalten, wir haben einen starken Platz, an dem wir zur Ruhe kommen.
Wo wir uns dem Wort hingeben und die Weisheit uns in ihre Arme nimmt, fällt Druck von uns ab. Wo der Kampf um Wissen immer mehr will und braucht und unruhig macht,  schafft die Weisheit Ruhe, weil sich darin der handelnde Gott an uns zeigt. Wo der König Salomo um Weisheit bittet, hatte er das Verlangen, dass sich Gott an ihm verwirklicht,  und durch ihn gerechtes, barmherziges und liebevolles Handeln in die Welt kommt.
Wie offen sind wir für die Veränderung, die die Weiheit in uns schaffen will?

Vom Ernährungsberater empfohlen

Joh. 6, 30-35

30 »Wenn wir an dich glauben sollen«, wandten sie ein, »musst du uns schon beweisen, dass du im Auftrag Gottes handelst! Kannst du nicht ein Wunder tun? Vielleicht so eines wie damals, als unsere Vorfahren in der Wüste jeden Tag Manna aßen? ….
»Ich bin das Brot des Lebens«, sagte Jesus zu ihnen. »Wer zu mir kommt, wird niemals wieder hungrig sein, und wer an mich glaubt, wird nie wieder Durst haben. 

 

Wer gesund leben will, muss sich unter anderem mit seinem Essen auseinandersetzen. Manch einer sagt: Die Gesundheit liegt im Darm. Also dort, wo mein gutes Essen in Einzelteile zerlegt wird. Wir müssen einfach alles einmal vom Darm aus andenken.  „Darm mit Charme“, heißt es heutzutage. Das schwarze Schaf unter den Organen, das einem doch bisher eher unangenehm war. Übergewicht, Depressionen und Allergien hängen mit einem gestörten Gleichgewicht der Darmflora zusammen. Das heißt umgekehrt: Wenn wir uns in unserem Körper wohl fühlen und glücklicher werden wollen, müssen wir unseren Darm pflegen. Das legen die neusten Forschungen nahe.

Unser heutiger Text will sich mit den Essgewohnheiten der Glaubenden beschäftigen.

 

  • Weil´s besser schmeckt

 

Die Bibel spricht immer wieder lebensfroh von Essen und Trinken. Jesus wird im Gegensatz zu dem asketisch lebenden Täufer, sogar Fresser und Weinsäufer geschimpft (Matth. 11.19). Sicher nicht, weil er ein üppiges Leben führte, doch aber weil er die Gaben seines Vaters lebensfroh genossen hatte. Das alttestamentliche Gottesvolk freut sich über das „Fette Mahl“ und Jesus spricht im Gleichnis vom verlorenen Sohn, von einem großen Fest mit geschlachteten Ochsen und Mastvieh. Wir brauchen Brot. Paulus bekennt in großer Freiheit, ich kann beides, satt sein und hungern, weil mich nichts von der Liebe Gottes trennen kann. Er ist dennoch weit davon entfernt, die Fragen unserer leiblichen Existenz herunterzuspielen. Menschen auf dieser Welt verhungern lassen und sie auf den Himmel zu vertrösten, dafür kann man sich nicht auf Christus berufen.

Hunger ist, wenn es uns weh tut, wenn etwas mangelt und auf den Tod hinweist. Wir haben das Leben nicht in uns, so dass wir es selbst produzieren können. Wir brauchen Nachschub und den Darm, der diesen in Energie umsetzt. Wir leben aus fremdem Leben. Nicht nur wenn wir unser Schnitzel genießen, sondern auch bei den Früchten. Wir entziehen sie bei unserem Verzehr ihrer Bestimmung, zu reifen und sich zu vermehren. Damit wir leben können, muss anderes sterben. Wenn wir essen, ziehen wir etwas nicht Menschliches in unseren Stoffwechsel ein. Alles, was lebt, muss sterben, früher oder später. Wir brauchen das Brot, um nachfolgendes Leben fortzusetzen. Mit dem Brot des heutigen Tages, gibt der Schöpfer einen weiteren Tag unseres Lebens dazu.

Schmerz und Hunger sind alarmierende Signale, dass im Körper irgendetwas nicht richtig funktioniert. Sie erinnern uns daran, dass wir unsere Lebendigkeit nicht aus uns selbst haben und erst recht nicht produzieren können. Der Hunger demonstriert, dass wir von etwas abhängig sind, dass wir etwas anderes brauchen, dass wir immer auf Kosten von anderen leben. Gottes ja zum Leben zeigt sich daran, dass er durch Sterben, Leben erhält. Leben ist die feierliche Schwingung von Geben und Nehmen. Gottfried Voigt sagt in einer Ethikvorlesung: „Einem Christen schmeckt es besser als anderen Menschen.“ Er kann genießen, weil er diese Zusammenhänge versteht.

Wir brauchen das natürliche Brot.

 

  • Üppig vegetieren

 

Menschen richten ihr Leben „artgerecht“ ein. So wie zum Vogel der Nestbau gehört, gehört zum Menschen Essen, Trinken, Kleidung, Wohnung. Viele leben nur für diese Brotfrage, zur Sicherung ihrer Existenz. Weil Jesus dem Volk in der Brotvermehrung Nahrung verschafft hat, wollten sie ihn zum König machen. Selbst für Glaubensmenschen ist es schwer zu begreifen, dass Jesus viel mehr will, als nur Wunder vollbringen und die Menschen mit dem alltäglichen zu versorgen. Es wird richtig zäh, als er klar machen will, dass nach diesem Brot wieder der Hunger einsetzt.

Ihm geht es um ein Essen das vorhält und den Hunger dauerhaft stillt. Er will nicht nur sattes organisches Leben, er will pralles nie endendes Leben. Wo die Menschen ihr gesichertes Einkommen haben, schickes Haus mit Garten, einen reichlich gedeckten Tisch, haben sie ausgesorgt. Wenn die Schulden weg sind und die Lager voll, können wir entspannt in die Zukunft gehen. Jesus sagt: auch wenn alles gut geregelt ist, die Dinge des täglichen Lebens unser Dasein erleichtern, verschönen, glücklich und reich machen, ist das nicht alles. Der wahre Wohlstand ist für Jesus, das Leben, das ewig ist. Dort wo Leben aus dem Tod überwunden ist, und die Gesetzmäßigkeit des Hungers aufgelöst ist. Auch wenn man alles erreicht, was erstrebenswert scheint, kann man das typisch Menschliche verfehlen. Man kann üppig vegetieren, ohne wirklich zu leben.

Richtig lebendig werden wir dort, wo wir zum Person sein erwachen. Dort wo wir zum verantwortlichen Ich gegenüber dem Du werden. Leben entfaltet sich, wo wir das Dasein in seinen Chancen und Aufgaben begreifen und ergreifen. Glaubende wirken die Werke Gottes. Das ist weit mehr als Selbsterhaltung und Daseinsbefriedigung. Leben ist die Antwort auf die Anrede Gottes. Gemeinschaft mit Gott, macht menschlich. Weil Gott uns gefunden hat, sind wir befreit von dem nur Natürlichen. (Leben, um zu essen, essen, um zu leben)

Etwas davon haben die Leute in Kapernaum begriffen. Leben kommt nicht aus der Welt, sondern aus dem Brot vom Himmel. Ihr Hunger verlangt mehr als das irdische Brot. Und trotzdem liegt ihnen am Brot. Sie suchen die besondere Gabe Gottes, die unablässig satt macht. Sie suchen das immerwährende Manna das vom Himmel fällt. Sie konzentrieren sich voll auf das „mehr als Brot“ und merken nicht, dass es um das Brot selbst geht.

Jesus selbst ist diese Gabe vom Himmel. Das Mannawunder, das sie von ihm erwarten, ereignet sich gerade in dem Christus, der vor ihnen steht.

 

  • Mehr als essen

 

35 »Ich bin das Brot des Lebens«, sagte Jesus zu ihnen. »Wer zu mir kommt, wird niemals wieder hungrig sein, und wer an mich glaubt, wird nie wieder Durst haben.  

Ihr wollt Brot, ihr wollt, dass ich euch etwas gebe, ihr wollt mich zum Wundertäter degradieren?  Ich bin das Brot. Ich gebe euch kein Brot, ich bin es, sagt Jesus.

Hier kommt ein gewaltiger Knick in das fromme Ernährungsverständnis. Das „mehr als Brot“, ist keine weitere Produktveredelung, keine Steigerung des bisher servierten, es ist eine Beziehung. Lebenshunger wird in einer lebendigen Begegnung mit Christus gestillt. Hier wird kein weiteres neues Lebensmittel auf den Markt geworfen, mit dem man an diesem anderen, christlichen Leben Anteil hat, sondern Christus selbst ist dieses Lebensmittel. Ich bin das Brot, ist gleichbedeutend mit, ich bin der Weg, ich bin die Auferstehung und das Leben. Christus bringt hier nichts, er ist es.

Wie das Brot unentbehrlich für den Leib ist, ist Christus unentbehrlich für das Leben im Glauben.  Jesus ist nicht nur eine große oder kleine Bereicherung für ein frommes Leben, das man sich dazu buchen kann, wenn man das will. Wenn er Brot ist, ist er das bedingungslos. Mein Auto fährt nur mit Super 98 und nicht mit Rapsöl oder Kuhmilch. Auch wenn alle Kreaturen auf dieser Erde dadurch bestehen, dass Gottes Schöpferwort über ihnen ausgesprochen ist, besteht der Mensch nicht nur aus dem Wort, das über ihn, sondern an ihn ergangen ist. Christus will in uns eingehen, dass wir die Gemeinschaft mit Gott nicht verfehlen.

Wir haben Leben nicht aus uns selbst, wir empfangen es. Leben als Eucharistie. Wo der gekreuzigte Christus in uns verstoffwechselt wird, feiert der Glaube seine Auferstehung. Wir leben aus fremdem Leben; wir leben aus diesem Tod, der uns lebendig macht.

Voigt: Gäbe der vom Himmel Gekommene sich nicht in unser gegen Gott verschlossenes Leben hinein, dann blieben wir in der Tat von der Quelle des Lebens abgeschnitten. Wenn alle unsere Wünsche in Erfüllung gingen, und Christus mit seinem Wort nicht in uns einginge, wäre der Hunger nach dem echten Leben unstillbar. Christus will auch nicht allein das Gespräch mit ihm, er will in uns ein- und in uns aufgehen. Wir verschlingen ihn, um dienen zu können. Wir werden selbst zur Gottes-Gabe für die Menschen.

Bei solch einer Ernährung beginnt das ewige Leben schon jetzt.

Loslassen ist eine Geburt

An jedem Abend stirbt der vergangene Tag, damit am naächsten Morgen ein Neuer zum Leben erwacht.
„Du hast meine Seele vom Tode errettet, mein Auge von den Tränen, meinen Fuß vom Gleiten.“

PS. 116, 8
Sterben und wieder lebendig werden, ist das Thema unseres Lebens. Vom Tode erretten, ist Gottes großes Thema. Gott setzt zu allem Sterben ein Gegengewicht. In all unserem Abwärts liegt ein Aufwärts. Krankheit, Leiden und Schmerzen sind so normal wie sein Retten. Dass Augen weinen, Füße dahingleiten und keinen Halt mehr haben, gehört zum Leben. 
Schwachsein und Sterben gehören zu einem natürlichen Lebensprozess für etwas Neues. Bei der Geburt verlassen wir den Mutterschoß. Wir trennen uns von dem bestumschützten Raum, für ein aufregendes Dasein in Freiheit. Dazu werden wir gestillt und abgestillt. So ist das ganze Leben voller Prozesse des Loslassens, Absterbens, hinter sich Lassens und neu Werdens. Der heutige Tag ist abends vorbei. Er stirbt, wir trennen uns, er ist nur noch Erinnerung. Am nächsten Morgen beginnt etwas Neues. Zwar machen wir oft im alten Trott weiter, nehmen die Schmerzen von gestern ins Heute, doch der neue Morgen hat zunächst etwas total unverbrauchtes, in dem alles möglich ist. 
Wenn Gott vom Tode errettet, hat das mit einer tiefgreifenden Lebensgestaltung zu tun. Rettung ist immer ein Umbruch für das danach. Nichts bleibt im Tod, nichts bleibt im Aus. Gerade dort, wo wir uns als Schach matt sehen, hat Gott noch einen Zug und noch einen. In Retten liegt Gottes schöpferische, befreiende, erlösende und erneuernde Macht. Nach Tränen, nach dem Gleiten kommt noch was. Im Retten liegt aller Trost der Welt. Im Retten liegt die Geburt zum Leben in Freiheit. Vom Tode erretten, bringt das Unsterbliche ins Leben. Da sind die Krisen nicht das Ende, sondern der Beginn eines neuen Morgens.
Ist es da nicht möglich, in allem Weinen und Gleiten, diesem Retten viel mehr Bedeutung zu schenken?