Wo Lippen heilen

Mit guten Worten legen wir edlen Samen in die Erde, der Blühen schafft und das Leben ernährt.

„Herr, behüte meinen Mund und bewahre meine Lippen!“
Ps. 141, 3

Mit Worten wird Gedeih und Verderben in die Welt gepflanzt. Wo unser Mund und Lippen zum Gebet gemacht wird, das vor Entgleisungen bewahren soll, ist Deutschland in Not. Worte haben Macht; und wo sie nicht aus dem einen lebensschaffenden Wort kommen, werden sie zu gefährlichen Werkzeugen. Wo jemand Gott darum bittet, dass er seinen Mund behüte, ist er sich seiner unheilstiftenden Gefahr bewusst. Er sucht höchsten Beistand für unkontrollierte Lippen. Er erkennt an sich eine verletzende Waffe, die er aus sich selbst heraus nicht im Griff hat. Er weiß darum, dass seine Worte einen Flächenbrand auslösen können. Sie haben den Zündstoff für Revolution und Unfrieden. Da sind Worte, die Krebsgeschwüre auslösen, und vielleicht unheilbar sind. Sie streuen Unsegen über das Land, die das Miteinander mit Unkraut zuwuchern. Eine frühere Mitarbeiterin im Blumenhaus sagte einmal über ihre Ehe: Keiner von uns will Streit, doch ein Wort ergibt das andere. Worte brauchen Bewahrung. Sie brauchen einen heiligen Schutz. Sie brauchen einen, der auf der Hut ist, was von diesen Lippen ausgeht.

Der Beter sieht diese Umbergung bei dem Herrn des Wortes. Bei Gott finden wir die Schaffenskraft des Wortes. Aus seinem Wort wurde Schöpfung. Am Anfang war das Wort, und das Wort ward das Licht der Menschen. Durch dieses Wort wohnt Christus unter uns. Dieses Wort verbindet das Kranke und weckt das Tote zum Leben. Diese Macht hat das Wort, wo es ein lebendiges Wort ist, das aus Gott kommt. Du hast Worte ewigen Lebens, bekennen die Jünger. Der Auftrag von Worten ist zu heilen und lebendig zu machen. Das geschieht nur in der Einbettung in das Wort. Wo unsere Worte aufbauen sollen, guten Samen in den anderen legen sollen, müssen es geheiligte, bewahrte und behütete Worte sein. Unsere Lippen brauchen ein starkes Korrektiv. Was aus unserem Mund kommt, müssen verwandelte Worte sein.

Wenn wir uns einmal bewusst machen, was wir einen ganzen Tag lang so reden, wird uns auffallen, von welchem Geist unsere Worte beseelt sind. Viele Worte geschehen gedankenlos, sie verletzen, setzen andere herab, lösen Konflikte aus. Was ist der Grund für manche Worte? Wollen sie nur meinem Ärger Luft verschaffen? Wollen sie klar stellen, wie übel sich der andere mir gegenüber verhält? Haben sie viel mehr die Absicht mich in ein besseres Licht zu stellen? Da ist so viel Ton, aber so wenig Wort. Wenn wir uns überlegen, wem dient das, was ich hier sage, erkennen wir viel Selbstzweck. Wenn ich Unschönes über andere weitergebe, bin ich da an einer Konfliktlösung interessiert, oder will ich mich nur interessant machen? An den vielen kleinen, alltäglichen Dingen sehen wir, wie notwendig geheiligte Worte sind. Nur aus behüteten Lippen können heilende und lebendige Worte kommen.

Welchen Samen streuen wir mit unseren Worten auf das Land?

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Lächeln in Lasten

Die mürbe Gewordenen, haben eine große Verheißung.

„Ich will die Müden erquicken und die Verschmachteten sättigen.“
Jer. 31, 25

Es ist immer wieder faszinierend, mit welchem Pack sich Gott abgibt. Ich will die Müden und die Verschmachteten. Er will nicht die Elite, er will den Abschaum. Genau die, die wir lieber aussortieren. Gottes Herz schlägt für die, die uns eher eine Last sind. Jesus besucht ausgerechnet Zöllner und Sünder, die Randgruppe der Gesellschaft. Reich Gottes entsteht nicht mit den Großen und Starken, sondern mit den Unperfekten und Gestrandeten. Erneuertes Leben geschieht nicht bei den Guten und Selbstgerechten, sondern bei denen, die Gott nichts zu bringen haben. Müde und ausgelaugt, sind die Zutaten, aus denen Gott seine Geschichte schreibt. Die auf dem Zahnfleisch Dahinkriechenden, vom Leben Gebeutelten und die bis auf das Mark Ausgebrannten, sind die Wonnepropen, an denen er seine Freude hat. Dort wo nicht mehr ist, will er alles geben. Erquicken und sättigen, ist der Inhalt, den er in leere Tüten füllt. Pralle Fülle, braucht große Leere. Müdigkeit ist die optimale Voraussetzung, dass er hellwach machen kann. In dieser Gegensätzlichkeit ist Gott voll in seinem Element. Wo keine Sünder sind, kann sich keine Gnade entfalten. Wo keine Schwachheit ist, braucht es keine Stärke. Wo kein Tod ist, ist keine Auferstehung für ein neues Leben nötig. Im menschlichen Mangel offenbart sich allmächtige Gott. Zöllner und Gauner beruft er zu seinen Jüngern. Wo das Leben an seinen Grenzen steht, sprengt Gott Türen und Schlösser. Je weniger der Mensch im vorzuweisen hat, umso umfassender kann er sich in ihn hineininvestieren. Die Müden machen dabei kein Fitness- und Aufmunterungsprogramm, sondern werden aus einer anderen Welt erquickt. Sie werden mit Brot und Wein gesättigt. Da fließen die Kräfte des Auferstandenen.

Müde sein ist weder eine Schande, noch ein Grund zum Verzweifeln. Gerade dort, wo wir durch eine belastende Beziehung richtig mürbe geworden sind, gibt es keinen Grund mehr die Segel zu streichen. Wo Erquickung ist, hat das ausgebrannt sein keine Ausrede mehr. Die widrigen Umstände meines Lebens nur beklagen, würde die Quelle der Erquickung Lügen strafen. Wie schnell ziehen wir bei uns und anderen einen Strich, weil ja alles sowieso hoffnungslos ist. Für meine Zukunft sehe ich nicht blau, sondern nur ganz schwarz. Wie schnell finden wir uns mit müde sein ab und begraben den Hunger nach dem satten Leben. Wir dümpeln in unserer Ohnmacht dahin und belasten uns mit entmutigenden Aussagen: Man muss es halt nehmen wie es kommt.

Gerade das müssen wir nicht. Erquickung ist gerade für den Frust. Wir werden genau dort satt, wo der Hunger am größten ist. Lassen wir doch unsere Seele aufwachen und lernen, Gott heiter ins Gesicht zu schauen, dann werden wir entdecken, was das für ein Leben gibt. Da wird das Müde und Verschmachtete erquickt und satt. Da wird die Ohnmacht umgeschmolzen und umgegossen, wie es Albrecht Bengel ausdrückt.

Wenn Gott erquicken will, warum lassen wir ihn nicht einfach machen?

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Dienen erhebt

Jeder soll sehen, das Glaubensmenschen ungebrochen freundlich und heiter sind, mit Liebe alles überwinden.

„Gefällt es euch nicht, dem Herrn zu dienen, so wählt euch heute, wem ihr dienen wollt. Ich aber und mein Haus wollen dem Herrn dienen.“
Jos. 24, 15

Das Volk Gottes genießt nach harten Jahren der Unterdrückung, das freie Leben wieder. Sie bauen die Städte und Häuser wieder auf, machen ihre Gärten schön und bewirtschaften ihre Äcker. Eine Zeit des Aufatmens, in der gleichzeitig die unterschiedlichsten Religionen ihre Blüten treiben. Nachdem das Gottesvolk seine Freiheit zurück erhalten hat, lebt es im Markt der Möglichkeiten, wo jeder anfängt, nach seiner Fasson selig zu werden. In einer Art Volksversammlung, stellt Josua diese Frage des Dienens. Es ist die ureigenste Frage nach dem Zweck der Existenz. Josua bekennt: Mit meiner Familie diene ich Gott. Darin liegt der Grund meines Seins. Gott zu dienen kehrt den Spieß um. Da fängt man an, dem Leben andere Fragen zu stellen. Nicht mehr, was dient mir, was tut mir gut, welche geistigen Strömungen liegen mir am nächsten, sondern was hat Gott mit mir vor. Jeder dient. Jeder kann in jedem Augenblick wählen, wem er dient, sich selbst, oder Gott. Bei dieser Wahl entscheidet sich, was aus dem Leben wird. Wo die Wahl auf Gott fällt, werden wir zu Dienern Christi und zu Haushaltern der Geheimnisse Gottes. In der Wahl zu diesem Dienen, erkennen wir das eigene Lebensgeheimnis. Wo der Mensch anfängt Gott zu dienen, erkennt er sich selbst, seine Wahrheit und seine eigentliche Bestimmung. Im Gott dienen, lässt sich der Mensch formen und zu einem Meisterstück gestalten. Im Dienen arbeitet der Schöpfer an seinem Werk. Da werden aus Menschen Juwelen geschaffen. Da sind wir für Herrlichkeit bestimmt. Damit schafft Gott eine Enklave seiner Welt, in dieser Welt. Dienende stehen im Auftrag eines Höheren. Sie leben in der Freiheit des anderen Reiches, die sie in die Selbstgefangenheit dieser Welt hineintragen. Gottes Diener sind dadurch die Frischzellen, für die, die am Boden liegen, weil sie sich verwählt haben.

Mit der Wahl Gott zu dienen, verändern wir uns selbst und verändern wir unsere Umgebung. Wir werden zu einem Markenzeichen der ewigen Welt. Wir dienen nicht unseren eigenen Bedürfnissen, sondern wir dienen Gott. Damit werden nicht nur unsere Bedürfnisse gestillt, sondern es breitet sich damit das Heil für die Welt aus. Damit wird Himmel und Erde eins, vermählt sich das Leben mit dem Tod und wird der Mensch durch Christus ein neuer Mensch.

Wir haben heute die Wahl; wem wollen wir dienen?

Alles frisch 

Wo Gott wohnt ist Herrlichkeit.

„Ich wohne in der Höhe und im Heiligtum und bei denen, die zerschlagenen und demütigen Geistes sind, auf dass ich erquicke den Geist der Gedemütigten und das Herz der Zerschlagenen.“Jes. 57, 15

In einem Atemzug wird Gottes Wohnort oben und unten, oder hüben und drüben beschrieben. Das „Ehre sei Gott in der Höhe“, haben wir in den vergangenen Tagen besungen. Da haben die Herzen himmelwärts geschlagen, doch in der Fortsetzung kommt das „und Frieden auf Erden…“ Gott lebt zum einen in seiner ganzen erhabenen Schöpfermacht und gleichzeitig auf Augenhöhe mit den Zerschlagenen. Auch hier stehen wir mitten im Weihnachtsgeschehen. Die Unfassbarkeit Gottes hat ein menschliches Gesicht. An der Krippe sehen wir, wie nah sein Heiligtum den Armen ist. Die Herrlichkeit und Größe Gottes steht in unmittelbarem Zusammenhang mit dem gedemütigten Menschen. In die Herrlichkeit Gottes ist der gebeutelte Mensch mit einbezogen. Hieran erkennen wir stark Gott mit dem Menschen eins ist. Heiligkeit und zerschlagen sein gehören zusammen. An der Krippe will Gott den sich von ihm entfremdeten Menschen wieder an sich ziehen. In der Heiligen Nacht soll die Ohnmacht der Herrlichkeit begegnen. Durch die Menschwerdung Gottes, hat er sich der letzten Verlassenheit des Menschen angenommen. Der Herrlichkeit ist kein gedemütigter Geist mehr fremd. Die gewaltige Höhe kommt mitten in das verängstigte und eingeschüchterte Herz.
Die Krippe erquickt. Gott auf Augenhöhe ist die erfrischende Dusche nach einem ermüdenden Arbeitstag. Erquickung ist der Sinn von Weihnachten. Es ist wie die Rekreation in den alten Klöstern. Die Wiederherstellung eines guten Zustandes, der in den Lebensauseinandersetzungen verwirtschaftet wurde. In der Christus-Begegnung wird der geschlagene Mensch regeneriert. Dort wo das Leben uns zusetzt, stellt er die Krippe daneben. Näher kann Erquickung nicht mehr sein. Auf den Belasteten wartet die frische Dusche. Da ist vor uns der Tisch mit Brot und Wein gedeckt. Eucharistie erquickt. Überall wo uns Christus begegnet ist Erquickung angesagt.
Ist nach Weihnachten bei uns wirklich alles frisch geworden?   

Das Wunder des Augenblicks

Wenn Gott heilt, will er nicht nur ein paar Pickel am Körper verschwinden lassen.
„Gott spricht: Als du mich in der Not anriefst, half ich dir heraus.“

Ps. 81, 8
Ganz provokativ attestiert Gott seine Hilfe. Anruf genügt und er hilft heraus. Ein Satz, der unumstößlich ausgesprochen ist, gegen alle Erfahrung der Menschen. Was ist mit denen, die ihn angerufen haben und immer noch im Elend sind?
Wie Gott heraushilft können wir z.B. bei der Heilung des Aussätzigen sehen. Dieser bittet Jesus, wenn du willst, kannst du mich reinigen. Jesus heilte ihn, jedoch mit zwei Auflagen. Geh zu den Priestern, dem damaligen Gesundheitsamt und lass deine Gesundheit bestätigen, und posaune nicht herum, was an dir passiert ist. Jesus will sich nicht als heilender Marktschreier verkaufen. Er will nicht Krankheiten, sondeen Menschen von Grund auf erneuern. 
Darin liegt das Heraushelfen Gottes, dass er nicht nur einen kranken Körper wieder zusammenflickt, sondern sich selbst in der Not offenbart. Heraushelfen ist das Überwinden der Not. Nicht die Not bestimmt unser Schicksal, sondern der in der Not gegenwärtige Gott. Damit verliert die Not an Macht. Wo der heilende Gott hereinbricht, geht in der Nacht die Hoffnung auf, da schwinden die Ängste für den Morgen. In der Begegnung mit dem Heil löst sich der Mensch von seiner Not. Die allesbestimmende Krankheit, hat nicht mehr das Sagen. Diese Hilfe  verändert Menschen total. Da findet ein innerer Umbruch statt. Das ist ein Umwandlungsprozess der ganzen Persönlichkeit. Da lernt ein Mensch gesund mit Krankheit umzugehen. Das sind die Wunder, die Gott in den Menschen hineinlegen will. Wo Gott heraushilft, macht er den Menschen neu, mitten in der alten Not. Darin zeigt sich göttliche und menschliche Größe.
Verwandelt sich nicht in Gottes Nähe, das Jammertal in das Wunder des Augenblicks?

Das Wort wirkt

Das Wort schafft was es sagt.
„Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde.“

1. Mose 1, 1
Kürzer und prägnanter kann man Schöpfung nicht mehr auf den Punkt bringen. Gott schafft, und alles beginnt zu leben. Er spricht und die Sonne geht auf. Alles was ist. ist aus dem Wort entstanden. Wer den Anfang kennt, kann erkennen wohin die Reise geht. Aus dem Anfang schlüsselt sich das Leben auf. Am Anfang war Gott. Am Anfang war das Wort. Am Anfnag war Christus als das Licht der Menschen. Das ist der Urknall der Schöpfung. Aus dem Wort, das der lebendige Christus ist entsteht alles Sein. Vom ersten Tag des Universums schafft Christus in dem Wort. Wenn Gott am Anfang die Welt erschaffen hat, dann ist der Grundstoff aller Materie das Christuswort. Dieses Wort ist nicht nur Schallwelle und gedruckter Buchstabe, sondern die höchste Form von Energie. Das Wort schafft was es sagt. 
In den Dolomiten stockt der Atem vor diesen Naturgewalten. Ein Sonnenuntergang am Meer löst eine einzigartige Faszination aus. Ein Naturfotograf rastet beinahe aus, bei den verschiedensten Charakteren von Landschaften. Geschaffen durch das Wort, ohne das Zutun des Menschen. Alle kosmischen Abläufe, jeder funktionierende Körper, vom Wort inspieriert. Unsere Tage sind viel mehr vom Wort durchdrungen, als wir überhaupt wahrnehmen. Wir sind letztlich die Wort-Gestalteten und Wort-Geprägten. Ohne dass wir das überhaupt wollen, wirkt der Christus in uns. Auf Schritt und Tritt sind wir von diesem schaffenden Wort umgeben. Wenn dieses Wort nicht wäre, hätte der Mensch die Erde längst schon zugrunde gerichtet. Allein das Wort ist es, das dem Zerstörungswillen der Menschen entgegenwirkt. Darin liegt die lebenserhaltende Schöpfermacht, die ständig erneuert. 
Schaffen Gottes lässt sich nicht aufhalten. Schöpfung erneuert täglich das Chaos. Allem menschlichen Untergang. steht der göttliche Anfang entgegen. Das Wort hat zu keiner Sekunde etwas von seiner Macht eingebüßt. Es schafft, erneuert und erlöst. Weil dieses Wort schafft, ist jeder Augenblick mit Hoffnung geschwängert. Da steht der Glaubende in einer schöpferischen Vollmacht, der in aller Vergänglichkeit das Leben weckt.
Wenn dieses Wort so voller Dynamik ist, wie können da unsere Worte mehr Kraft gewinnen?

Pipeline zum Ewigen

wer in der Nacht Lobgesänge anstimmt, lebt aus einer anderen Macht.
„Ich werde nicht sterben, sondern leben und des Herrn Werke verkündigen.“

Ps. 118, 17
Was für den normalen Menschen einen Widerspruch bedeutet, ist für den Glaubenden die Lebensgrundlage. Sterben kann nicht diskutiert werden. Das ist so sicher wie das Amen in der Kirche. Wer durch ein Pflegeheim geht, wird damit konfrontiert, wie der Mensch Stück um Stück abbaut. Jeder Tag ist ein kleines Sterben, bei dem wir uns von etwas trennen und verabschieden müssen.
Wenn jemand solch ein Loblied anstimmt und sein nicht Sterben müssen proklamiert, gehört er entweder in die Klapsmühle oder lebt er in anderen Zusammenhängen. In Gott sein, setzt zum Sterben ein Gegengewicht. Da schafft eine Kraft allem Verfall entgegen. Das Leben, das aus Gott kommt, ist ein Leben ohne Verfallsdatum. Christus bringt in die irdische Begrenzung himmlische Erneuerung. Er setzt aus der unvergänglichen Welt Lebensimpulse in der vergänglichen Welt. Er ist die Pipeline in die ewige Welt. Dadurch fließt permanent Leben in alles Sterben. Gerade dort wo das Gericht über die Welt geht, wo alles unter den Lasten des Lebens zebricht, wird Heil realisiert. Da geschieht im Sterben Auferweckung zum ewigen Leben. In Christus wirkt Zukünftiges in die Gegenwart.
Das haben Paulus und Silas in der Nacht im Gefängnis erfahren. Deshalb konnten sie zur Verwunderung aller, um Mitternacht Gott loben. Da haben die Schläge und die Folter des Lebens ihre Macht verloren, weil Gott in das Schicksal Lebensimpulse gesetzt hat. Unter den Lebensschlägen wird das Sterbende zum Leben verwandelt. Mit Christus brauchen wir keine Vergänglichkeit zu fürchten,, weil sich immer sein Leben durchsetzt.
Welche Lieder klingen in unseren Nächten?

Herrlichkeit kann man nicht ausbremsen

die ganze Gottesgeschichte hat nur das eine Ziel, dass Menschen ihn erkennen.
„Die Nationen, die dann rings um euch übrig geblieben sind, werden erkennen, dass ich, der Herr, aufgebaut habe, was niedergerissen war, bepflanzt habe, was verwüstet war.“

Hes. 36, 36
Gottes Handeln dient der Gotteserkenntnis. Israel ist das gebeutelteste Volk auf der Erde. Es hat am meisten Zerstreuung, Verfolgung und Rückführung erfahren. Sie sind wie die Flüchtlinge in fremde unbekannte Länder  aufgebrochen und mussten unter fremden Kulturen zurechtkommen. Immer wieder sind sie in ihre Heimat aufgebrochen und haben von Neuem angefangen. Eine spektakuläre und tragische Geschichte.
Doch hinter all diesen Wirren lag Gottes Führen. Er hat die Juden nie in der Wüste oder im Holocaust umkommen lassen. Bei allem Bestreben der Menschen, dieses Volk auzuradieren, sagte Gott, nicht mit mir. Wo Gott seine Hand darauf legt, wird immer wieder aufgebaut und kommt das verwüstete Land zum Blühen. 
Anhand dessen, wie Gott das Tote immer wieder zum Leben erweckt, erfährt nicht nur sein Volk seine Treue, sondern alle Völker drumherum. Handeln Gottes hat immer Zeugnischarakter. Nicht nur der Erwählte findet sein Heil, sondern auch die „Heiden“, die Ungläubigen. Gottes Handeln ist ansteckend. Es hat immer den Sinn, dass alle Menschen zur Erkenntnis der Wahrheit kommen. Das was Gott mit uns vor hat, geschieht an uns und dient gleichzeitig anderen. Durch Gottes Führen an uns, soll immer auch den „übrig gebliebenen ein Licht aufgehen. Der Gott ferne Mensch, soll zu einem Gott nahen Menschen werden. Es soll deutlich werden, dass man den Schöpfer in seinem schöpferischen Handeln nicht aufhalten kann. Alles läuft auf seine Herrlichkeit zu.
Können wir in aller Tragik des Lebens, die Spuren dessen erkennen, der seine Kinder wieder nach Hause bringt?

Staub wird zu Gold

gute Nachrichten, für alle, die sich manches Mal so gering und wertlos vorkommen.
„Er weiß, was für ein Gebilde wir sind; er gedenkt daran, dass wir Staub sind.“

Ps. 103, 14
Gott gedenkt des Staubes. Was für eine Wertschätzung. Das, was uns lästig ist, was schnell entsorgt werden muss, hat in seinen Augen Bedeutung. 
Dass wir Staub sind, wird uns täglich bewusst. Wie brüchig das Leben ist, wie schnell wir außer Kurs geworfen sind oder ganz weg, ist oft erschreckend. Ein Herzinfarkt, eine Krebsdiagnose, ein Unfall; alles Staub. Dazu kommt dann noch die entsprechende Bestattungskultur, mit Urne auf der anonymen Wiese und das Leben versinkt in der Bedeutungslosigkeit. Oft leiden wir unter dieser Brüchigkeit und scheinbaren Belanglosigkeit des Daseins. 
Da wo Menschen oft kurzen Prozess machen und sich alles vollends in der Nichtigkeit auflöst, sagt Gott, nein!

Er gedenkt dem unwerten Vergehenden. Christus spricht: Ich lebe und ihr sollt auch leben. Nicht Tod steht über dem Leben, sondern das Ende des Todes. Nicht das Kreuz ist das Letzte, sondern die Auferstehung. Mit Christus bekommt das Leben sein Qualitätssigel. Wo Gott des Staubs gedenkt, ist die Entsorgungskultur durchbrochen. Da sind wir nicht zerfallsgeprägt, da lebt etwas Unzerstörbares in uns. Sein Gedenken nimmt der Welt ihren Jammer. Da werden Staubkörner zu Goldbarren. Weil Gott weiß, was Menschen ohne ihn für ein hinfälliges Gebilde sind, macht er sie mit Christus wertvoll. In dieser gewaltigen Bedeutung, haben wir einen großen Auftrag für die Menschen.
Welche Wertschätzung geben wir dem eigenen Leben und des unserer Mitmenschen, wenn solche Wertachtung auf unserem Dasein liegt, 

Kontaminierung ist out 

Müll, der entsorgt ist, kann niemand mehr belasten.
„Ich will sie reinigen von aller Missetat, womit sie wider mich gesündigt haben, und will ihnen vergeben.

Jer. 33, 8
Menschen sind mit Altlasten verseucht. Da sind lauter Problemstoffe, mit denen das Dasein kontaminiert ist. Düstere Zukunftsaussichten. Da ist ein junger Mann, dem unverhofft am späten Abend eine dunkel gekleidete alte Frau vors Auto läuft; – überfahren, tot. Da sind Konflikte in der Familie, mit dem Partner, die nichts mehr von dem Glück auf Erden aufscheinen lassen. Oder wir selbst verursachen ein Unglück, das uns ein Leben lang verfolgt. Dieser Sondermüll belastet das Leben. Entweder selbstverschuldet, oder von anderen zugefügt. Unser alltägliches Drama, das Zeitungen,  Geschichtsbücher und Biografien füllt, darüber hinaus die Praxen der Psychotherapeuten.
Gott putzt die Platte. Er schafft saubere Verhältnisse. Mit dem Reinigen von aller Missetat, entfaltet die christliche Botschaft ihre stärkste Macht. Durch Christus ist Kontaminierung out. Reinigen und vergeben schafft Schuld aus der Welt. Das was uns gestern zugefügt wurde ist heute weg. Das Elend, das wir in der Verganhenheit verursacht hatten, zählt im Jetzt nicht mehr. Der jetzige Augenblick ist die Gegenwart des erneuernden Christus, der Gestriges in die Versenkung verbannt. Wo dieses Reinigen und Vergeben Platz findet, ist der junge Mann nicht von dem schrecklichen Unglück befreit, jedoch von dem quälenden schlechten Gewissen, das ihn ein Leben lang verfolgen will. Wem vergeben wurde, der hat wieder Zukunft. Wer sich und anderen vergibt, löst sich vom Vergangenen und steht unbelastet im heute. Reinigen und vergeben ist wegschaffen, ist ein in die Vergangenheit legen, das das jetzt nicht mehr bestimmen kann.
Wir stehen in diesem Augenblick vor einem jungfräulichen Acker, der neu bebaut und mit Blumen bepflanzt werden kann. Wir können dadurch in dem Wunder leben, als sei nie etwas gewesen. Vor welchen Potenzialen stehen wir da?

Wann beginnen wir dieser Wahrheit zu glauben, das heute etwas Neues beginnt? Wann vergeben wir uns selbst und allen anderen und lassen das Vergangene im Gestern?
Einen gesegneten Sonntag wünsche ich euch.