Wenn Blicke heilen

Wer die DNA eines Menschen kennt, kann zu ihm alle Türen aufmachen, weil er weiß, ob er drücken oder ziehen muss, um mit ihm zu kommunizieren.

„Der Herr erforscht alle Herzen und kennt alles Sinnen und Trachten der Gedanken.“1.Chr. 28,9

Das ist fast schon ein wenig unheimlich, wenn jemand solch einen Durchblick hat. Gott kennt die kleinste Regung eines Herzens, die kein Mensch wahrnimmt, er durchschaut alle Gedanken, die wir selbst nicht einmal unter Kontrolle haben. Hinter solch einer Wahrnehmung steckt höchste Sensibilität. Ihm geht da nicht das Geringste durch. Er erfasst den Menschen in seiner ureigensten Art. Welch ein Durchblick, welch ein Verstehen. Wir können es daran einmessen, wenn wir Jahrzehnte mit Menschen zusammenleben, selbst mit einem ganz eng verbundenen Partner, wie wir immer wieder entdecken, wie wenig wir den anderen kennen und wie schwer es ist, innerste Vollzüge zu verstehen. So etwas kann man durchaus lernen, wenn man bereit ist sehr viel Geld für die entsprechenden Seminare in die Hand zu nehmen. Man lernt dabei die DNA eines Menschen kennen und kann feststellen, wie er tickt. Wenn man das versteht, kann man sein Gegenüber so erfassen, dass man sich in der Kommunikation voll auf seine Art einstellt und weiß, wie ich ihm begegnen muss, dass wir uns verstehen. Missverständnisse werden reduziert, Aggressionen abgebaut, und die Verständigung ist möglich, wo man bisher vor verschlossenen Türen stand. Das was wir mühsam erlernen müssen, ist für Gott alltäglich und normal. Er kann jedem so begegnen, wie er es braucht. Dem forschen, leidenschaftlichen, kämpferischen Petrus, der an seinem Eifer keinen Zweifel lässt, begegnet Jesus mit der demütigenden Aussage: Ehe der Hahn dreimal kräht, wirst du mich dreimal verleugnen. Ein Tiefschlag für einen, der es absolut ernst meint mit seiner Hingabe für den Herrn. Dem jahrelang Gelähmten, der unter seinem Schicksal müde geworden ist sagt er: Steh auf, nimm dein Bett und gehe heim. Haarschaf erkennt Gott, wer ermutigt werden muss und wem in seiner Fehleinschätzung zur Landung geholfen werden muss. Mit solch einer treffenden Einschätzung beginnt großartige Führung. Gott weiß, wie er uns nehmen muss.

Die Fehleinschätzung eines Menschen, kann ihn nicht dorthin entwickeln, wozu er seine eigentliche Veranlagung hat. Wir Menschen reiben uns oft an unserer gegenseitigen Andersartigkeit. Der Mangel an Verständigung produziert immer mehr Stress, bis es irgendwann zum Bruch kommt. Wo Gott Herzen erforscht und die Gedanken kennt, dient dieser Durchblick uns zum Besten. Darin liegt unser ganze Entwicklung und Genesung. Darin liegt das Heil werden der Welt. Wo wir in der Tiefe so erfasst sind, wird uns das größte Vertrauen entgegengebracht. Wir können uns voll jemand öffnen, der uns total versteht. Wir können Vertrauen fassen und am Glauben festhalten, weil wir in unserer ganzen Existenz wahrgenommen sind. Es muss uns regelrecht zu dem hinziehen, der uns in unserer Einzigartigkeit erfasst hat. Darin liegt unsere ganze Hingabe an Christus und sein Wort. Wo uns so viel Vertrauen hingestreckt wird, können unser Herz und Hände zu zupacken.

Ist es nicht ein halb Himmelreich, wo solch eine Menschenkenntnis auf uns fällt?

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Frische Blätter aus verbrannter Erde

Gott wird nicht müde, seine Wahrheit aufzuzeigen, die gegen alle Macht und Ehre dieser Welt steht.

„Siehe, das ist mein Knecht, den ich halte, mein Auserwählter, an dem meine Seele Wohlgefallen hat.“
Jes. 42, 1

Gott verleiht seinem Wort und Handeln Nachdruck. Siehe! Schau auf etwas, was du leicht übersiehst. Er will Menschen mit Christus verknüpfen, was der eigentliche Wert allen Daseins ist. Mit dem siehe, drängt er sich in unser Wegsehen, in unsere Oberflächlichkeit. Wir sehen auf alles Mögliche um uns herum, nur nicht auf das, was wirklich trägt. Er will damit das Alltägliche mit seiner Wahrheit durchdringen. Er lenkt gezielt unsere Blicke auf den Gottesknecht. Mit diesem Auserwählten hat er in diese Welt eine neue Gesetzmäßigkeit hineingepflanzt. Auf diesem liegt in einer belasteten und kranken Welt, die ganze Schaffenskraft seines heil Werdens. Mit dem siehe, stößt er unsere Blicke weg von dem, was uns ständig bestimmt, mitten hinein in seine erneuernde Macht. Er setzt einen gewaltigen Gegenpol, zu allem, was uns sonst vor Augen steht. Mit dem Knecht sieht die unheile Welt total anders aus. Er will unsere Blicke viel tiefer in sein Lebensgeheimnis hineinführen. Er will uns die Erkenntnis schenken, dass die Welt nicht nur das ist, was das Leben schwer macht. Das siehe ist die größte Auferbauung in allen Katastrophen. Da treiben frische grüne Blätter aus verbrannter Erde und blühen Blumen nach dem Hagel. Mit Christus hilft er unter allen Umständen dem Leben zum Durchbruch. Das ist aktive und permanente Auferstehung. Siehe, es komme was da wolle, nicht einmal der Tod kann mein Leben aufhalten. Siehe lenkt den Blick auf etwas Unauslöschbares, was Gott in allen Zerfall hineingegeben hat.
Es ist das immer neue Aufstehen nach allem Fallen.

Unser Problem ist es, dass wir diese Wahrheit, gerade wenn es schwer wird, so wenig erkennen. Unsere Blindheit für diese Tatsache, lässt uns andauernd nach Ausreden suchen, weshalb die Tragik des Lebens uns außer Kraft setzt. Wo wir nicht sehen, wursteln wir in eigener Kraft weiter, bis an den Punkt der Verzweiflung. Alle Mutlosigkeit, alle Hoffnungslosigkeit, hat ihren Urgrund darin, dass wir nicht auf die ständig erneuernde Kraft, die mitten unter uns lebt, schauen. Für den Glaubenden, gibt es keine hoffnungslosen Fälle, in denen nichts mehr geht. Wie sehr das Leben auch zuschlägt, es gibt für den der sieht, immer ein weiter. Für den der sieht, ist in seinem Leben nichts mehr sinnlos. Da kann eine Mutter, die im Holocaust ihre neun Kinder in der Gaskammer verloren hat, danach zur Leiterin eines großen Waisenhauses in Jerusalem werden. Zum Staunen aller, trugt sie ein Armband mit den vergoldeten Zähnen ihrer Jungen und Mädels, die nach Namen und Alter aufgefädelt waren. Das ist die Kraft, wenn man mehr sieht, als nur das himmelschreiende Drama. Deshalb müssen wir erkennen, in welch eine Macht wir gestellt sind.

Wohin schauen wir, wenn das Leben sich von seiner übelsten Seite zeigt?

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Jubilieren kommt aus Einsicht

Wenn die Anklage weg ist, kann der Jubel beginnen.

„Gott sei mir gnädig nach deiner Güte, und tilge meine Sünden nach deiner großen Barmherzigkeit.“
Ps. 51, 3

Worunter leiden wir? Sind es die angespannten Beziehungen, die Lasten des älter werden, die Schmerzen und Krankheiten, die uns an den Rand bringen, oder die Angst, wie es weitergehen wird? Hier leidet ein Mensch unter sich selbst. Er leidet unter seiner Unvollkommenheit. Er zerbricht darunter, dass so wenig von dem, was Gott in ihn hineingelegt hat, zum Vorschein kommt. Er beklagt seine Sünde und leidet darunter, dass er so anders will als Gott will. Von dem großen Geheimnis Gottes, von seiner Ebenbildlichkeit bin ich nur ein billiger Abklatsch. Ich lebe total an dem vorbei, zu dem ich eigentlich gedacht bin. Von der aufbauenden und fördernden Art der der Liebe Gottes, bleibt bei mir nur Eiseskälte übrig. O Gott, ich lebe total zweckentfremdet und lebe eigennützig auf Kosten anderer. Wo ein Mensch sich im Lichte Gottes erkennt, kommt ein heilsames Erschrecken. Sich selbst erkennen muss weh tun. Sich seiner eigenen Realität stellen, ist der tiefste Schmerz und die Voraussetzung die Realität Gottes zu erfahren. Erst bei der bitteren Erkenntnis, dass ich von Grund auf dazu veranlagt bin mich zu verrennen und Gott einen Korb zu verpassen, ringt die Seele um Gnade. Bevor ich nicht selbst vor mir erschrecke, es mich nicht durchschüttelt, zu was ich in der Tiefe in der Lage bin, kann kein Schrei nach Barmherzigkeit aufkommen. Gotteserkenntnis und Sündenerkenntnis ist eins. Wer sich nicht seiner eigenen Wahrheit stellt, kann den Weg zur Güte nicht finden. Wer die Wahrheit über sich selbst nicht zulässt, führt ein Versteckspiel mit Gott und wird dabei krank und verzweifelt. Im Ja zu meiner Sündhaftigkeit, wird der Schrei nach Barmherzigkeit geboren. Genau dort geschieht etwas Gewaltiges.

Wo der zerbrochene Mensch nach einem gnädigen Gott ruft, wird er sofort gehört und erhört. Dieser Ruf trifft mitten ins Herz des Barmherzigen. Die Antwort ist Jesus Christus. Da wird unsere Wahrheit zu seiner Wahrheit. Da löst sich die ganze Spannung unseres Lebens. Wo wir uns unserer Wahrheit stellen, nimmt die Vergebung uns die Lasten ab. Wo wir nicht mehr an uns selbst festhalten, sondern uns an Christus halten, entkrampft sich die Sorge um uns selbst. Den Reichtum der Gnade zu erfahren, ist die grundlegendste Therapie zur Persönlichkeitsentwicklung. Wer um einen gnädigen Gott bittet, wird mit seiner inneren Unruhe versöhnt. Die Barmherzigkeit macht unsere aufgescheuchte Seele gesund. Wenn uns innerlich nichts mehr auffressen kann, kann ein befreites Herz wieder jubilieren.

Quälen wir uns noch, oder schreien wir um Gnade?

Grenzen dienen dem Erkennen

Um von manchen Irrtümern loszukommen, ist oft eine harte Lebensschule nötig.

„Die Furcht des Herrn ist der Anfang der Erkenntnis.“
Spr. 1, 7

Die Ehrfurcht vor Gott ist für den normal denkenden, eigenständigen Menschen keine selbstverständliche Sache. Um zu der Erkenntnis zu kommen, Gott will mein Leben zum Blühen und Klingen bringen, braucht es oft harte Lebensschläge. Dass Gott das Beste für uns vor hat und uns zur Liebe befähigen will, lernt der Mensch nicht in der Schule, nicht im Konfirmandenunterricht und nicht in Kirche, sondern mit der Nase auf der Straße. Die großartigen Einsichten über Gott, erfahren wir nicht in erster Linie aus Büchern und Vorträgen, sondern wenn das Leben an seine Grenzen kommt. Dort wo ein Mensch mit seinem Motorrad in Einzelteilen auf dem Asphalt liegt.

Gestern Abend war im Stift Urach, mit dreißig Frauen, ein Blumensteckseminar mit Natalie und mir, zum Thema: Mit Grenzen leben und Grenzen durchbrechen. Anhand ihrer Lebensgeschichte machte Natalie deutlich, sie hat in ihrer Grenzerfahrung eines schrecklichen Unfalls, ihre Ehrfurcht vor Gott zurückgewonnen. Obwohl sie zuvor schon fast die ganze Welt bereist hatte, auf ihrer beruflichen Karriereleiter richtig steil nach oben stieg, erkannte sie unter einem zertrümmerten Rückenmark, unter zig Schläuchen auf der Intensivstation und unter gelähmten Beinen, den eigentlichen Sinn ihres Lebens. Dieser harte Einschnitt, diese brutale Grenze, war der Anfang für etwas ganz Neues. Gott erkennen geht durch Mark und Bein. Um den Wert seines Daseins zu entdecken, muss man oft an den Nullpunkt kommen.

Das eigentlich Große beginnt dort, wo in einem eigenständigen Menschenleben Gott noch größer wird. Gerade da, wo wir zu der Einsicht gelangen, es ist nicht unser Bestreben, das uns groß macht, sondern dort, wo Gott anfängt die Register zu ziehen. Unsere Lebensgeschichte will in allem, was sie uns an Lasten auflegt nicht zerbrechen und von Gott abrücken lassen, sondern uns in die Erkenntnis seiner Nähe führen. Somit kann der Zerbruch, zum Aufbruch des Heils werden. Wir dringen zu einer Wahrheit durch, die anders in unserem Leben verschlossen geblieben wäre. Alles dient der Erkenntnis Gottes. Alles was an uns geschieht, will die Ehrfurcht vor einem gewaltigen Schöpfer wecken. Gott will uns unter Lasten zum Blühen bringen, wie das Hornveilchen, das im Winter mit Schnee zugedeckt ist, und sein Lachen nicht verliert, bis die Sonne die belastende Decke schmelzen lässt.

Warum sollten wir Gott anklagen, wenn er uns seine Nähe erkennen lassen will?

Liebe ist der Pulsschlag

Nur wer liebt, lernt den andern richtig kennen.
„Achtet genau darauf, dass ihr den Herr, euren Gott liebt und wandelt auf allen seinen Wegen.“

Josua 22,5
Die Liebe ist wie ein Schlüssel. Damit dringt Gott in seine Menschen ein und will sie zu Wesen seiner Liebe machen. Gott will Menschen zu etwas inspirieren, was nicht in ihnen liegt. Seine Liebe will unser Wort, will der Griff unserer Hand, der Tritt unserer Füße sein. Liebe soll Lieblosigkeit durchdringen, will Lichtstrahl in aller Trostlosigkeit sein. Wo Liebe lebt, entstehen magische Momente, die alles Leben über das Dasein hinausheben. 
Diese Wesensart Gottes will überspringen. Es ist die Wesensart Gottes, die im Menschen Auferstehung feiern will. Es ist die Energie, die alles antreibt. Liebe ist Feuer und Flamme für alles was lebt. Gott ist nur damit unterwegs, Menschen anzuzünden. Er will sie brennend machen für das Gute. Mit dieser Liebe will er den Menschen aus der Reserve locken. Unsere Liebe ist das Echo, dass Gott uns berührt hat und bei uns angekommen ist.
„Achtet genau darauf“, will heiß machen auf Gott. Es will uns an diese Liebe binden, auf diese Liebe verpflichten. Darin liegt die Warnung, dass wir ganz schnell eiskalt werden können, wenn wir uns dieser Liebe entziehen. Diese Wort geht gegen unsere Trägheit und Gleichgültigkeit. Es will unsere Alltagsroutine durchbrechen. Es will uns unterbrechen, wo unser Dasein in der Belanglosigkeit verschwindet. Hier steht ein Stopp-Schild gegen das kalt werden und mit Gegebenheiten abfinden.
In der Liebe zu Gott erkennen wir ihn und uns selbst. Die Liebe zu Gott schlägt eine Schneiße durch die Lieblosigkeit der Welt. Da wird das Leben ein Lobpreis und die Handlung Gesang. Da tanzt das Licht und Wege werden klarer. Da klingt die Melodie der unsichtbaren Welt in die Kälte unserer Tage.
Achten wir darauf, dass die Gottesliebe unser Pulsschlag ist?

Heilsamer Schock 

Über sich erschrecken, ist die Voraussetzung, um Erbarmen zu erfahren.
„Die Israeliten sprachen zum Herrn: Wir haben gesündigt, mach du es mit uns, wie dir´s gefällt; nur errette uns heute!“

Richter 10, 15
Sündigen und erretten gehören zusammen. Wer nicht sündigt, braucht keinen barmherzigen Gott. Da keiner sich von Schuld freisprechen kann, braucht es ständig einen, der uns frei spricht. Sündigen und erretten ist ein täglicher Kampf. Es ist die lebenslange Auseinandersetzung mit unseren Abgründen und der Wiedergutmachung. 
Am Anfang steht dabei immer das Erkennen: Ich habe gesündigt. Das ist der Auftakt der Erlösung. Wo wir Gott begegnen, erschrecken wir über uns selbst. Sich in seinen Abgründen erkennen, ist ein heiliger Moment. Gestern hatte ich solch einen Augenblick. Ich hatte mein Handy verlegt und überall gesucht. Da nahm ich ein Telefon und rief es an. In diesem Moment klingelt ein Handy in der Tasche einer Kundin, die dann schlagartig unter meinem Verdacht stand, sich daran vergriffen zu haben. Ich folgte ihr zum Ausgang und stellte fest, dass sie dann ein vertrauliches Gespräch führte. Beim weiteren Suchen, klingelte dann mein Handy auf meinem Schreibtisch, von einem Dokument zugedeck. Ein bitterer Schock, über diese üble Verdächtigung. Wir müssen erschrecken. Wir brauchen den Schmerz, um zu erkennen, durch mich kommt das Böse in die Welt. Dieser Schock ist der Schrei nach Erlösung. Wir müssen vor uns selbst erschrecken, um unsere Gottesbedürftigkeit zu erkennen. Unsere üblen Gedanken treiben uns in die Christus-Arme.
Im täglichen Kampf, mit allem was in uns verdammenswert ist, wo wir Gottes Sache entehren, gibt es nur das eine Gebet: errette uns heute. Dieses Fallen und Aufstehen ist unser Lebensrythmus. Schuld ist kein Grund zu verzweifeln, sondern der Anstoß, uns unmittelbar Christus zuzuwenden. Somit ist sündigen nicht unser Untergang, sondern unser Glück. Wo wir uns selbst erkennen, kann dadurch etwas heil werden. 
Wenn Gott gerade mit Sündern sein Reich baut, wollen wir da an unseren Abgründen die Flinte ins Korn werfen?

Vitamin B 

Wenn eine Beziehung zur Bestimmung wird.
„Der Herr spricht: Er kennt meinen Namen, darum will ich ihn schützen.“

Ps. 91, 14
Gottes Namen zu kennen ist weit mehr als Vitamin B. Mit Vitamin B bezeichnet man Beziehungen, die einem einen Vorteil verschaffen. Da sind Dinge möglich, wo ein Noname vor verschlossenen Türen steht. Wo jedoch Vitamin B einen etwas eigennützigen Geschmack hat, ist das Gott kennen ein nach Hause kommen. Diesen Namen kennen, ist das Erkennen des Kraft Held, Ewig Vater Friedefürst. Da erkennt der Mensch seine Sohnschaft zum Vater. Ihm geht dabei auf; dieser Name hat etwas mit mir zu tun. Dieser Name ist Teil meines Lebens. Ich bin durch diesen Namen geprägt, er bestimmt meine Herkunft und meinen Werdegang. Diesen Namen habe ich nicht gewählt, er ist mir in die Wiege gelegt. Wo wir diesen Namen kennen, ist uns aufgegeangen wer wir sind. Eine Scheidung von diesem Namen, wäre der Ruin unserer Existenz. Wenn wir den Namen verlassen, verlassen wir unsere Abstammung, dabei werden wir namenlos und heimatlos. In diesem Namen ist das Heil unser Bruder und die Erlösung unsere Schwester. Da sitzt Christus mit an unserem Tisch. Den Namen kennen ist die unmittelbare Begegnung mit der Gottesgegenwart. Erkennen ist der heiligste Moment in einer Beziehung.
Wer in diesen heiligen Räumen Zuhause ist, genießt einen besonderen Schutz. Er verblasst nicht in der Namenlosigkeit, in der vieles im Leben sinnlos erscheint. Wer den Namen kennt, hat selbst einen Namen und setzt alles in Beziehung zu diesem Namen. Da bekommt selbst das Schwere und Unangenehme eine sinnvolle Bedeutung. Wir sind geschützt vor der Belanglosigkeit des Elends. Das Übel steht nicht isoliert als bedrohendes Ungeheuer vor uns, das Unheil wird durch den Namen zum Heil. Nichts in unserem Leben ist sinnlos. Kein Schmerz, keine Anfechtung, keine verkrachte Beziehung, alles dient dem Leben. Unter diesem Namen dient alles, was uns widerfährt, zu unserem Besten. 
Wenn dieser Name unsere Bestimmung ist, wie können wir ihm da alle Ehre machen?
Einen gesegneten Sonntag wünsche ich euch. 

Eine harte Hand ist Gold wert

Leben ist ein konstantes Lernen und Wachsen.
„Du erkennst ja in deinem Herzen, dass der Herr, dein Gott, dich erzogen hat, wie ein Mann seinen Sohn erzieht.“

5.Mose 8, 5
Erziehung hat ein klares Ziel; es will zum Leben tüchtig machen. Ein Mensch soll Weisheit und Stabilität erlangen. Wir kennen das Wort von der Schule des Lebens. Hinter dem Leben steht ein Erziehungsprogramm. Hinter dem tüchtig machen für das Leben steht Gott. Wenn wir die Spuren des Lebens richtig deuten, will uns bei allen Härten, die wir erfahren niemand bestrafen, sondern aufbauen.
Im alten Israel hat der Vater ab den sechten Lebensjahr den Sohn erzogen, der zuvor bei der Mutter war. Er brachte ihm alle Grundlagen des Lebens bei und baute in auf, indem er ihn forderte. Er nahm ihn in die Pflicht und Verantwortung und war dabei nicht zimperlich. Das förderte ein gesundes Wachstum und eine starke Widerstandskraft. So ein Junge wurde lebenstüchtig und entwickelte einen großen Respekt vor seinem Vater. Er konnte erkennen, eine harte Erziehung macht das Beste aus mir.
Gott will nicht , dass wir stehen bleiben, sondern in allem wachsen. Wir sollen keine Schallplatte sein, die einmal gepresst, jahraus, jahrein dieselben Lieder spielt. Er will Weiterentwicklung, er will uns immer mehr in seine Erkenntnisse hineinwachsen lassen. Oft sind es gerade die harten Erziehungsmaßnahmen, die uns nicht zerbrechen wollen, sondern die eigentlichen Werte des Lebens auftun. Im Lernen und Wachsen, soll Vertrauen wachsen, und der Zugang zu seiner Erlösung immer größer werden. Wo wir Gottes Erziehung an uns erkennen, erfahren wir einen Vater, der das allerbeste für uns im Auge hat. Er will uns zum Heil verändern. Seine Wesensart, sein Sein, seine Liebe soll uns immer mehr prägen.
Wollen wir uns selber unglücklich machen, indem wir solch einer Erziehung aus der Schlue laufen?

Hellwach in die Zukunft 

sehnt sich nicht jeder gerne nach Durchblick?
„Viele, die unter der Erde schlafen liegen, werden aufwachen, die einen zum ewigen Leben, die anderen zu ewiger Schmach und Schande.“

Dan. 12, 2
Wer versucht ein Geschäft nach vorne zu bringen, hat irgendwann den Entschluss gefasst, so weitermachen wie bisher, führt nicht zum Ziel. Da setzt ein Fragen und Ringen nach dem Erfolg versprechenden Weg ein. So richtig gut zu werden, braucht den zündenden Funken für die Zukunft. Da ist es lange dunkel und man spürt seinen Mangel an Durchblick, einen zielstrebigen Weg zu gehen. Doch eines Tages werden wir hellwach und es kommt zum Durchbruch.
Vieles um Gott erkennen wir nur bruchstückhaft und manches Mal gar nicht. Auch da gibt es die „Hallo-Wach-Effekte“, die uns in die Geheimnisse hinter die Kulissen blicken lassen. Von Gottes Allmacht können wir vieles in unserer eingeschränkten Sicht nicht erkennen. Mit unserem Denken können wir diese Schwelle nicht übertreten. Das eigentliche „Aufwachen“ geschieht in Christus. Da zündet der Funke, da gehen uns Welten auf. Da kommen wir der Realität Gottes und unserer Eigenen am Nächsten. Wo sich die Zusammenhänge des Lebens oft schwierig erschließen, wo sich die Fragen des Leides der Welt auftürmen, erkennen wir in Christus was wahr und gerecht, was gut und böse ist. Dieser Maßstab, nach dem irgendwo jeder hungert, geht uns dort auf, wo wir Christus begegnen. Hier erkennen wir, was ewig trägfähig ist und was keine Zukunft hat. An Christus entschheidet sich, ob ein Dasein hellwach wird oder in Schmach und Schande endet. Mit ihm stellen wir die Weichen für das Heute und für die Ewigkeit.
Wir brauchen unser Geschäft nicht auf den Konkurs zusteuern lassen, weil wir einen genialen Zündfunken für die Zukunft haben. Wir brauchen nicht unter der Perspektivlosigkeit liegen bleiben, sondern wir sind wach geworden.
Ist das nicht eine Erkenntnis, die hellwach macht und uns lebendig werden lässt, jetzt schon diese Zukunft zu gestalten?

Größe kommt von innen 

was ist wahre menschliche Größe?
„Einem König hilft nicht seine große Macht; ein Held kann sich nicht retten durch seine große Kraft.“

Ps. 33, 16
Bis heute ist Jimmy Hendrix einer der gefeierten Gitarristen aller Zeiten. Sein Spiel hat Generationen bewegt und inspiriert. Er war ein großer Held. Er hatte Erfolg, ein bildschöne Frau und alles, was ein Mensch im Leben erreichen kann. Er war ein großer Mann. Doch in den 60er Jahren starb er in geistiger Umnachtung, mit innerer Leere an einer Überdosis Cokain und Heroin.
Was hilft wirklich, wenn wir alles haben? Menschliche Größe lässt sich nicht an Ruhm, Ehre und Einfluss festmachen. Hilfe und Rettung vor innerer Leere und ausgebrannt sein gibt es nur bei dem wahren Großen. Wo der Mensch von Gott erkannt ist, kommt in ihm etwas zu Ruhe und ordnet sich das Leben. Nicht der äußere Erfolg macht groß, sondern groß ist, wenn unsere aufgescheuchte Seele ein Zuhause findet. Stabilität beginnt von innen. Menschliche Größe entsteht, wenn Christus in ihm seine Macht entfaltet. Wir bewegen uns in einem Kraftfeld zwischen innerer und äußerer Größe. Zwischen eigener Macht und zufließender Kraft. Wo die Annäherung Gottes zu uns keinen Raum findet, kann keine wahre menschliche Größe wachsen. Unser Wachstum und unsere Größe, kann sich nicht über dem Wachsen in uns selbst, sondern über dem Wachsen des Christus in uns definieren. Dort wo Gott seinen Raum bei uns gefunden hat, kann eine kraftvolle, stabile Persönlichkeit werden. Das in Gott eingehüllt sein, kann keine Macht der Welt ersetzen. Darin liegt unsere Größe und Kraft.
Warum bauen wir so oft auf die schwachen und dürftigen Mächte?