Freude nach dem Frost

Die Freude an dem Herrn, ist unsere Stärke.

„Die Befehle des Herrn sind richtig und erfreuen das Herz“
Ps. 19, 9

Bei den Befehlen des Herrn, sind wir Christen des Neuen Testamentes ganz schnell von den zehn Geboten des Mose, beim Gesetz Christi: Liebe mich, und deinen Nächsten wie dich selbst. Das ist das Gebot, das Gott den Menschen gegeben hat, in dem alles verankert ist, was Leben ausmacht. Jesus lieben, ist ein Gesetz das aufbricht und nicht gefangen nimmt. Aus der Liebe heraus ordnen sich alle Beziehungen. Unter diesem „Befehl“ kommt ein Mensch zur Ruhe und schweigen seine Sorgen. Wer Christus liebt und von ihm geliebt ist, hat für sein Leben die Geborgenheit eines Mutterschoßes. Das Gesetz der Liebe baut auf. Es tut seinem Nächsten das, was zu seinem Besten dient. Das sind keine Befehle, die erniedrigen, da kommen Worte, die Mut machen und dahinschmachtende Seelen aufrichten. Da sind Worte, die wachrütteln und in die Erkenntnis der Wahrheit führen. Wo die Befehle von Menschen belasten und das Herz schwer machen, richten diese Worte belastete Gemüter auf. Diese Befehle sind eine Tankstelle für Leib und Seele. In der Liebe Christi findet der Mensch seine Unbefangenheit wieder. Da schmilzt die Eiseskälte, die das Miteinander erstarren ließ. Da werden Gefrustete, in aller Bitterkeit mit Freude aufgetankt. Das Gesetz Christi ist der anbrechende Frühling am zugefrorenen Wasserfall. Da brechen aus dem matten Boden, zarte farbige Krokusse auf. Diese Freude, lässt die Minusgrade der zurückliegenden Tage vergessen. Es ist Umbruch- und Aufbruchstimmung. Da fangen die Gesichter wieder an zu lachen, da klingen fröhliche Lieder auf den Lippen. Die Poeten lassen die blauen Bänder wieder fliegen.

Die Befehle des Herrn legen einen mächtigen Schalter um. Auf die Nacht von gestern, folgt der neue Tag von heute. Beim Sonnenaufgang liegt die Last der Nacht zurück. Bei den ersten wärmenden Strahlen, sind die trübenden Schleier durchbrochen und eine neue Freude kann aufsteigen. Wo die Liebe Christi uns erfasst, kommt die Freude zurück, die im Müll des gestrigen Tages erstickt ist. Die Befehle des Herrn haben solch eine reinigende Gewalt, dass sie Lust machen, verbrannte Erde neu zu beackern, verkrachten Beziehungen einen jungfräulichen Anfang schenken. Unter dem Gesetz der Liebe, muss der Hass dahinschmelzen.

Ist das nicht ungeheuer spannend, mit den Befehlen des Herrn, die Freude wieder sprießen zu lassen?

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Eine totale Entlastung

Wo Schuld gesühnt ist, können Menschen gesund werden.

„Führwahr, er trug unsere Krankheit und lud auf sich unsere Schmerzen. Wir aber hielten ihn für den, der geplagt und von Gott geschlagen und gemartert wäre.“

Jes. 53,4
Was Jesaja hier auf den Tisch legt ist reines Evangelium. Er beschreibt den leidenden Gottesknecht, mit dem Gott grundlegend das dunkelste Kapitel der Menschheitsgeschichte löst, – Schuld. Schon zu des Propheten Zeit, wurde Schuld vor sich hergeschoben, verdrängt und ignoriert. Dabei ist eigentlich für jeden klar, Schuld schafft Unfrieden und macht Menschen krank. Es kocht nicht nur Herz und Seele, wenn ein Mann mit 59 Jahren bei einem Einbruch in ein Reihenhaus, durch die Brutalität der Einbrecher ums Leben kommt. Es zeigt auch welche Risse Schuld in die Gesellschaft reißt. Selbst die kleine, unscheinbare Schuld im täglichen Miteinander, belastet Familien und Gemeinden. Wer sich des Themas der Schuld annimmt, der kämpft für das befreite Leben. Gott macht hier ganz gründliche Arbeit. Mit dem „Schmerzensmann“ den Jesaja beschreibt, schafft er eine neue Gerechtigkeit. Er wird zurecht gebracht, was aus dem Lot geraten ist. Wo Schuld von Gott und den Menschen trennt, braucht es Christus der verbindet und heilt. Gott macht den Schuldlosen, für uns zur Sünde, um damit eine Wiedergutmachung herzustellen. Wo Gott auf diese Art Schuld bereinigt, entsteht ein Neuanfang. Das Quälende und krank machende ist völlig weg. Mit Christus hat Gott selbst für den Menschen abgebüßt. Christus ist für alle Zeiten der Schuldvernichter. Mit Christus brauchen wir keine Schuld verschieben oder zudecken, sondern können glasklare Verhältnisse schaffen. Das ganze Versteckspiel kann aufhören, bei dem wir besser da stehen wollen als wir sind. Das ist das befreiende und frohmachende des Evangeliums, das von Grund auf zur Sünde veranlagte Menschen, wieder offen mit Gott und untereinander kommunizieren können. Mit Christus ist auch der größte Bock, den ich im Leben geschossen habe weg.
Das prägt jeden Tag. Eigene Schuld kann mich nicht mehr auffressen. Hier werden wir nach Luther zum fröhlichen Sünder. Ich kann wieder aufrecht stehen, egal was da einmal war. Wer solche Barmherzigkeit erfährt, kann auch mit anderen barmherzig umgehen. Da ist der andere nicht selber schuld, wenn er keine Arbeit findet, oder mit manchen Problemen nicht zurechtkommt. Da wird die Charakterschwäche des anderen mich mit in die Verantwortung nehmen. Wo die Schuldfrage geregelt ist, blüht das Miteinander wieder auf.
Wo leben wir als diese Befreiten, die ihren Nächsten mit entlasten?

Jubel nach dem Gewitter 

Wenn sich bei Nacht ein Gewitter ausgetobt hat, beginnt ein unvergleichlich neuer Morgen.

„Herr ich preise dich! Du hast mir gezürnt! Möge dein Zorn sich wenden, dass du mich tröstest.“

Jes. 12, 1
Wo der Zorn sich wendet, beginnt Glückseligkeit. Das tobende Gewitter in der Nacht hat uns vielleicht um den Schlaf gebracht, doch der Morgen danach, wenn die Sonne wieder aufgeht ist wie ein Traum. Dieser gewaltige Umbruch sorgt für eine Stimmung, die jeden Fotografen jubeln lässt. Alles ist so jungfräulich frisch und mit Regenperlen überzogen, die im anbrechenden Licht an Schönheit nicht mehr zu überbieten sind. Der Umbruch vom Zorn, offenbart Gottes größtes Geheimnis. Im Zorn hat sich die ganze Unlust des Menschen gegen Gott aufgeladen und die Welt unter Spannung gesetzt. Wo sich der Zorn entlädt, lässt Gott Noah eine Arche bauen, um Mensch und Tier zu erlösen. Zorn entsteht, wo sich die Liebe nicht mit dem Bösen abfindet. Doch die Entladung die bei Gott stattfindet ist seit Noah nicht die Zerstörung (nie wieder will ich alles Leben auslöschen), sondern die Vergebung. Das ist das Einzigartige, wie Gott mit Zorn umgeht. Er entlädt die Spannung, indem er einen neuen Morgen schafft. Der Schöpfungsmorgen nach dem Zorn heißt Christus. Damit ist der Dampf raus. Durch dieses Model von Versöhnung entkrampft er alles spannungsgeladene Miteinander. Mit Christus hat der Zorn seine zerstörende Kraft verloren und wird zu einem unvergleichlichen Morgen. Wo Gott angefangen hat zu vergeben, begann für die Welt die größte Erneuerung. Vergebung heißt das Zauberwort, das die Schöpfung in die Glückseligkeit führt. Wer vergibt, rechnet nicht mehr an, stapelt keine Spannungen mehr aufeinander, sondern tröstet im Unglück. Mit Christus haben die polternden Nächte ein Ende. Da erwacht ein neuer Morgen in einzigartiger Klarheit und Schönheit.
Weil sich der Zorn gewendet hat, können wir Versöhnung leben. Getröstete brauchen eigene und andere Schuld nicht mehr anhäufen bis der Haufen explodiert, sie entspannen durch ständiges Vergeben. Wo Vergeben zum Lebensprinzip wird, führen wir selbst ein unbelastetes Leben. Das ist unser Glück und Seligkeit. Da sind wir die Befreiten, die nur noch über den neuen Morgen jubeln können. 
Wo brodelt in uns noch das Gewitter, das uns von dieser selig machenden Erfahrung trennt?    

Wirkungsvoller Stressabbau 

die tiefe Ruhe und Erfüllung im Leben, kommt nicht dadurch, dass wir alles erreicht haben.
„Besser wenig mit der Furcht des Herrn als ein großer Schatz, bei dem Unruhe ist.“

Sprüche 15, 16
Auf der Suche nach dem eigentllichen Wert des Lebens, haben viele schon Bauchlandungen gemacht. Was hat ein Mensch, wenn er alles hat, was er sich erträumt und angestrebt hat? Viele können kaum die Rente erwarten, damit sie dann das Leben noch genießen können. Dann kommt ein Querschläger durch Krankheit, oder dass der Partner frühzeitig wegstirbt und die Seifenblase ist geplatzt. Wir streben und streben und streben, versetzten uns in Unruhe und haben am Ende doch nicht das was wir erhofften. Unser Streben nach dem Schatz der uns erfüllt, verschafft nicht die Ruhe, die wir uns erträumen.
Ruhe kommt von Einbettung, von einem Vertrauen, dass alles geregelt ist. Ruhe kommt von dem Urvertrauen in Gott. Wahrer Reichtum und Sicherheit kann man sich nicht verdienen, sie liegt in der Gottesfurcht. Die Furcht vor dem Herrn ist der größere Schatz, als das, was wir mit unseren Händen erarbeiten können. Da ist ein Vertauen, dass auch die Dinge geregelt sind, auf die wir keinen Einfluss haben. Gottvertrauen verschafft die Ruhe, die kein Mensch erwirtschaften kann. Unser Sorgen ist von einem größeren Fürsorger abgedeckt. Gottvertrauen ist der wirkungsvollste Stressabbauer.
Das bedeutet nicht, dass wir nichts Großes anstreben sollen, sondern dass wir in allem Eifer gelassen sind. Wir machen zwar viel, doch es ist nichts von unserem Machen abhängig, sondern von dem, in dem unser Vertrauen liegt. Ruhe liegt im Vertrauen und nicht in unserem Einsatz. Unsere Vorratskammer ist nicht gefüllt, weil wir uns alle Füße herausreißen, sondern weil wir einen Gott haben, der selbst den Sperling und Raben versorgt, die nichts zu ihrem Lebensunterhalt beitragen können.
Wir können an uns selbst ablesen, wieviel Ruhe wir haben. Auf wem oder was liegt unser Vertrauen?

Sonnenaufgang lässt sich nicht aufhalten

Dem Glaube geht zwanghaft immer wieder die Sonne auf.
„Dem Gerechten muss das Licht immer wieder aufgehen und Freude den frommen Herzen.“

Ps. 97, 11
Tagtäglich schreibt das Leben die Geschichten der Nacht. Wir alle sind doch Könige der Nacht. Da ist viel mehr Schreckendes als Frohmachendes. „Die Nacht schuf tausend Ungeheuer“, wie es Goethe beschreibt. Ich denke an eine Nacht in Karlsruhe. Ich war mit meinem Freund zum wandern unterwegs und wir übernachteten in einer offenen Blockhütte im Wald. Das war eine der schrecklichsten Nächte die ich mir denken kann. Ständig knackte da etwas. Zwischendurch ein Geheule der Nachvögel, ein Ächtzen und plötzlich ein Mann, ein Obdachloser, der auch einen Übernachtungsplatz suchte, dann aber weiter zog. Es war nur dunkel und die ganze Nacht spannungsgeladen. Der Sonnenaufgang war die Erlösung. Allein die Morgendämmerung löste Freude und Erleichterung aus. Mit den Sonnenstrahlen verblassten die Schatten der Nacht.
Wer von Gott gerecht gemacht ist, von ihm in das rechte Licht gestellt wurde, steht dauerhaft in einer Morgenstimmung. Da verlieren die Schrecken ihre Bedrohlichkeit. Da wird die Nacht vom Licht bedroht. Hier kommt nicht von irgendwo ab und zu ein Lichtlein her, hier hat die Nacht ausgegessen. Mit der Krippe, mit Weihnachten, kommt nicht nur ein kleiner Hoffnungsschimmer zur Welt, sondern ein bahnbrechendes Licht, in alles Chaos. Mit Christus sind die Machtverhältnisse zwischen Licht und Dunkel verschoben. Da können die Nächte noch so ächzen und knacken, da ist ein Morgenstrahl, der alle Bedrohung entspannt. Egal wie sehr die Nächte heulen, für den Glaubenden steht ein Stern über der Krippe. Da kommt Freude auf. Wer er Licht sieht, kann Hoffnung haben. Deshalb haben wir uns in der dunkelsten Jahreszeit so viele Lichter in die Häuser, Fenster und Gärten gestellt. Sie zeigen uns und anderen, dass immer ein Licht aufgeht.
Welche Nacht erschreckt uns da noch?

Schöner Wohnen

Offb. 21, 3-5
Ab dem Zeitpunkt, wo die Bagger anrollen, verlässt ein Neubau die Planungsphase. Da geht es nicht mehr um einen Traum, der auf Papier gebannt wurde, da werden Träume wahr. Eine Vorstellung nimmt Formen an. Ein Gedanke wird zu Materie. Eine unsichtbare Idee, entwickelt sich zu einem sichtbaren Ereignis. Der Architekt wird zu einem Verwandlungskünstler. Jeder von uns hat die Fähigkeiten dazu. Da ist der Traum vom neuen Haus, vom neuen Auto, von einem tollen Gericht das wir einmal ausprobieren wollen und plötzlich ist es da.
Gott hat einen Plan von einer neuen Erde und einem neuen Himmel.
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1. Ein bahnbrechendes Konzept

„Der auf dem Thron saß, sprach: „Siehe, ich mache alles neu.“
Gott träumt einen spektakulären Traum. Was Gott träumt kommt. Unsere Zukunft ist keine geträumte Zukunft. Unser Lebensziel ist keine fixe fromme Idee. Unsere Hoffnung kein Wunschtraum. „Gott macht neu“, – eine diskussionsfreie Tatsache. Mit Johannes blicken wir in eine Wirklichkeit, hinter unserer Wirklichkeit, jenseits von dem Alten, in dem wir leben. Die bange Frage, wohin die Reise geht, findet in der Offenbarung eine Antwort. Unsere jetzige Wirklichkeit ist zwiespältig. Diese Wirklichkeit ist auf der einen Seite sehr gut, auf der anderen sehr schlecht. Wirklich ist die Spannung in der wir leben. Immer mit der Sehnsucht nach Entspannung.  Seit damals im Garten, gibt es Leben und Sterben, Lachen und Weinen, Trost und Trostlosigkeit zugleich. Das ist die Wirklichkeit im Jetzt. Christen sind deshalb auch keine Wirklichkeitsverneiner oder Weltflüchter. Wir alle genießen die Strahlen der Sonne und frieren zugleich in der Kälte der Nacht. Hier und jetzt gibt es Arme, aber auch Reiche. Hier und jetzt wird geschenkt und gestohlen. Alles war sehr gut – aber alles ist auch entgleist. Unsere Welt, die uns umgibt, ist weder nur gut noch nur böse. Beides zusammen ist Wirklichkeit. Auseinandersetzung mit Beidem ist Realität.
Gerade dieser Streit der Kräfte will Gott neu machen. Die Vollendung, das volle, ganze, erfüllende Ende ist der Untergang dieser Spannung. Die neue Zeit, ist die Zeit ohne Widerspruch. Es ist die Zeit ohne zweite Meinung. Die gestörte Gottesbeziehung fällt weg. Gott wird ein und alles sein. An Gottes Einzigartigkeit bleibt kein Zweifel mehr. Neu wird, dass Gott allein genügt. Neu wird, dass der Tod stirbt. Mit dem Tod stirbt die zweite Möglichkeit, die Möglichkeit zur Sünde. Mit dem Tod ist der Zweifel an Gottes Wort gestorben. Es gibt keinen Flüsterer mehr, der einem irgendeinen Mist ins Ohr bläst. Im Neuen kriegt das Vertrauen keine Risse mehr, weil das Misstrauen schon auf dem Friedhof liegt und christlich bestattet wurde. In der neuen Welt gibt es nur die einzige Wirklichkeit: Gott! Es gibt keine Enttäuschungen mehr, weil die Dinge anders sind, als wir denken. Die neue Zeit, besticht durch die Eindeutigkeit, dass nur sein Wille geschieht. Unser Wollen ist mit seinem eins geworden. Ein Ja – gesprochen wie zwischen Bräutigam und Braut. Der Tod ist die völlige Befreiung in diese neue Welt. Die Todesstunde verwandelt sich in Ewigkeitssekunden. Dieses bahnbrechende Konzept liegt auf jedem Leben und beginnt mit dem Tod. Da beginnt völlige Erlösung.
Dieses Neue…
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2. Durchbricht bisherige Standards

 „und Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch Leid noch Geschrei noch Schmerz wird mehr sein; denn das Erste ist vergangen.“ 

Es gibt keinen evangeliumsträchtigeren Satz, als eben diesen. Was einmal war, gibt’s nicht mehr.“ Gottes Welt ist ohne Altlasten. Für manche Menschen unvorstellbar, dass es eine Welt ohne Probleme gibt.  „Was war, ist vorbei“ Wenn der Tod weg ist, verschwinden die grauen, dunklen Schatten an den Novembertagen. Was war, steht mit Christus im Licht. Jeder von uns kennt die Schlagschatten der Vergangenheit: Sie sind weg! Schatten der Augenblicke, die man lieber nicht gelebt hätte, Schatten der Momente, in denen man falsch entschieden hat, Schatten, die immer dann aufsteigen, wenn keiner nach ihnen fragt. Alles weg, aus, vorbei! Was einmal war, das war. Vergangenheit, auf nimmer wiedersehen. Alle Narben, die ich mir selbst verschwieg, sind heil! Vergebung hat alles ausradiert. Die Festplatte ist gelöscht. Da gibt es nichts mehr Bisheriges, auf das man zurückgreifen könnte. Aufrechnen ist sinnlos, bzw. unmöglich geworden. Über dem was war, kommt große innere Ruhe, weil Vergangenes nicht mehr quält. Gottes Gegenwart kennt keine Vergangenheit und Zukunft, nur das ewige Jetzt. Das ist Neuschöpfung und keine Aufbesserung des Alten. Das ist noch mehr als die Kehrtwende eines Saulus zum Paulus. Vom Alten ist nichts mehr übrig. Wo alles andere weg ist, ist Gott alles in allem.
Dieser neue Standard…
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3. Schafft gesteigerte Wohnqualität

„Und ich hörte eine große Stimme von dem Thron her, die sprach: Siehe da, die Hütte Gottes bei den Menschen! Und er wird bei ihnen wohnen, und sie werden seine Völker sein, und er selbst, Gott mit ihnen, wird ihr Gott sein;“ 

Es geht um eine neue Stadt, um völlig neue Möglichkeit des Lebens und des Seins. Gott baut das neue Jerusalem in eine voll Misstrauen zerstörte Welt. Er baut wider besseres Wissen eine unvorstellbare Welt: die Welt des Überdauerns. Wir überdauern in ihm. Er überdauert mitten unter uns. Er schafft sich jetzt schon diesen Wohnraum unter uns. Er schlägt das Zelt der unvergänglichen Welt in unserer jetzigen Wirklichkeit auf. Dass Gott unter Menschen wohnen will, war schon immer sein Gedanke. Das bahnbrechende Konzept ist schon Wirklichkeit. All die neuen Standards leben schon. Für uns ist nur der Tod noch nicht aus der Welt, doch die Hoffnung, lebt bereits diese neue Wirklichkeit.
 „Leider gibt es keine beweiskräftigen Argumente für das Abenteuer einer solch vermessenen Hoffnung“ sagt der Theologe Jetter.
Die Hoffnung lebt bereits aus der Sicht über den Tod hinaus. Im Glauben wohnt diese neue Wirklichkeit unter uns. Weil Gott sein Zelt mitten in einer korrupten Welt aufgeschlagen hat, erfährt schon jetzt der Schmerz das Heil. Der Glaube transportiert den neuen Standard in alte Verhältnisse. Gott richtet jetzt schon seine Wohnung ein und fängt an, die Möbel aufzustellen. Die neue Welt ist nicht etwas für morgen; schon heute steht der Möbelwagen vor der Tür. Morgen beginnt die Befreiung der Welt, die heute schon frei ist, in einen eucharistischen Augenblick. In der Eucharistie zieht Ewigkeit in unsere Wohnung ein.
Die Offenbarung der Bibel tröstet nicht billig, sondern stärkt unsere Hoffnung auf das Vollkommene, das schon angefangen hat. Es stärkt die Hoffnung, dass das Unvollkommene todsicher zu Ende geht. Jesus Christus ist auferstanden, und zeltet unter uns. Somit können wir am Christ-König-Sonntag in allen Spannungen schöner wohnen.

Forderungen mit Liebe antworten

Vollendung des Lebens haben wir, wenn wir voll in der Liebe aufgehen.

„Nun, Israel, was fordert der Herr, dein Gott, noch von dir, als dass du den Herrn, deinen Gott, fürchtest, dass du in allen seinen Wegen wandelst und ihn liebst um dem Herrn, deinem Gott, dienst von ganzem Herzen und von ganzer Seele?“
5. Mose 10, 12

Viele haben das Christentum zu einer abschreckenden Gesetzesreligion gemacht. Gott würde die Menschen zwanghaft beschränken und von den Schönheiten des Lebens abhalten. Schon in der Kindererziehung wurde uns beigebracht, was ein Christ tut und nicht tut. Zurück blieb ein bitterer Geschmack, des vielleicht doch zu kurz kommens. Bei dem, was der Herr fordert, sind wir schnell bei den Pflichten, die wir zu erfüllen haben und fangen damit an, das Dasein zu verkrampfen. Was ist das was der Herr fordert?

Nichts Geringeres als meine Liebe. Gott will Innigkeit. Er will in mir sein. Er will alles mit seiner Gegenwart ausfüllen. Es geht ihm um Bereicherung, um Erfüllung und Loslösung von allem Zwang. Er will einfach nur aufräumen mit unserem zwanghaften, ihn in Frage stellen. Mit Christus, mit seinem Wort, will er den Boden aufbereiten, dass wir liebesfähig werden. Unser Sein ist ein Aufmachen für ihn, ein bereit werden werden für sein Führen. Er will mit uns machen und gestalten und sucht bereite Herzen. Er will unsere Zweifel an ihm in Ehrfurcht verwandeln.

Gott stellt uns nicht unter Gesetze, sondern befreit von Gesetzen. Mit Christus tritt Entspannung in alles „Du sollst“, und „Du musst“. In ihm sein ist das Auffangbecken für eine Liebe, die sich an uns vollendet. Welch eine Gelassenheit, welch eine Freiheit belebt da all unsere Zwänge und Verkrampfungen, die uns mürbe machen wollen.

Wie vollendet sich diese Liebe in all den Forderungen, die das Leben täglich an uns stellt?