Getröstete können neu anfangen

Es ist das größte Geschenk des Glaubens, dass jeder neue Tag, wie ein unbeschriebenes Blatt ist.

„Der Herr hat sein Volk getröstet und Jerusalem erlöst.“
Jes. 52, 9

Wo Gott tröstet und erlöst unterscheidet er sich ganz wesentlich von Menschen. Er hätte jeden Tag genug Grund mit seinem Volk einen Strich zu ziehen. Da hat er Menschen erwählt, göttlich zu sein. Er will mit ihnen das Beste vom Besten auf dieser Erde schaffen. Die Seinen sollen an Genialität nicht zu überbieten sein, weil er an ihnen und durch sie schöpferisch und gewaltig handelt. Doch Israel verwirtschaftet diese Erwählung und das Heiligtum liegt in Trümmern. Ein Jammer, wie Menschen aus Gold Dreck machen. Sie sind der typische Fall eines C-Mitarbeiters, der sich auf den Karren setzt und von anderen ziehen lässt. Egal was man ihnen in die Hände gibt, es wird nichts. Da hast du ein tolles Unternehmen, die allerbesten Voraussetzungen, damit Mitarbeiter selbstständig und gut zu arbeiten, den Kunden alles zu bieten, dass sie nicht nur gut bedient, sondern begeistert sind, und dann sind da Leute, denen nichts recht ist. Da sind dann Mitarbeiter, denen ihre Arbeit wichtiger ist als der Kunde, der vor ihnen steht. Da steht der Kunde in der traumhaften Umgebung eines Blumenhauses, hat den Duft der Frühlingsblüher in der Nase und wird von einem achtlosen Mitarbeiter heruntergefrustet. Ein Unternehmer kann sich solche Leute nicht lange leisten und muss sich von ihnen trennen.

Gott hat noch viel genialere Ideen, hat Visionen von einem Miteinander, bei dem der eine den anderen mit Liebe übertrifft und muss ständige Abfuhren erleben. Er muss mit zusehen, wie seine Gerufenen, seine gute Sache zu einem Häufchen Elend werden lassen. Doch an diesem Punkt zieht er keinen Strich. Er ist damit nicht fertig und erwählt sich eben ein anderes Volk, sondern er will, dass jeder zur Erkenntnis der Wahrheit kommt. Gott ist unabhängig von menschlichem Verhalten. Er trennt sich weder von der Absicht sein Reich zu bauen, noch andere Menschen dafür zu wählen. Wenn er tröstet und erlöst zieht er auch einen Strich, doch nicht zum Menschen, sondern zu dem was nichts taugt. Mit Christus erhält er sich die Freundschaft und Liebe zum Menschen. Mit Christus behält er die Freude am Sünder. Damit muss er Schuld und Versagen nicht anrechnen und summieren, bis ein riesiger Berg vor ihn steht, der nicht mehr überwunden werden kann, sondern er hat damit ein unbeschriebenes Blatt vor sich. Egal was gestern war, heute kann es ganz neu weitergehen. Das ist die unglaubliche Gnade der Christus-Erlösung. Der Mensch ist nicht die Summe seines Versagens und das Elend eines verkorksten Lebens, sondern eine tägliche Neuschöpfung. Gott investiert alles, um im zertrümmerten Jerusalem wieder seinen heiligen Tempel aufzurichten. Das Geschenk, des täglichen Neu-Seins tröstet die Glaubenden. Wir brauchen nicht die Schutthaufen betrauern, sondern dürfen mit Trümmern Neues schaffen.

Bedauern wir noch, oder sind wir schon getröstet?

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In Stürmen entspannt

Wer geliebt ist, ist lebensfähig.

„Ich will dem Herrn singen, denn er ist hoch erhaben.“
2. Mose 15, 1

Solch ein Gesang, kann nur von einem Menschen kommen, der ein starkes Zuhause hat. Geliebt und angenommen sein, gibt den Menschen Heimat. Von der Größe Gottes umborgen zu sein, beruhigt das aufgebrachte Wesen. Hoch und erhaben ist Großes und Gewaltiges über dem Schwachen und Kleinen. In der Liebe dieses Mächtigen getragen zu sein, verankert, festigt und macht jedes Schiff sturmsicher. Wo ein Kind einen starken Vater hat, braucht es nichts zu fürchten; es wird dadurch selbst zu einer starken Person. Wir sind Gottes Kinder, wir stehen in der Erhabenheit des Höchsten, das versetzt uns in einen lobenswerten Stand. Daraus werden Persönlichkeiten des Glaubens geschnitzt. Geliebte Gottes haben nichts zu befürchten. Wo Gott mein Vater ist, können wir getrost Kind sein. Das Kind sein definiert sich über den Vater, nicht über sich selbst. Wir können laufen lernen und dabei hinfallen und wieder aufstehen und das ist völlig normal und in Ordnung. An der Hand des Vaters werden wir Erwachsen. Der gute Vater ist der Grund für die Entwicklung seines Sohnes. Er führt ihn zur Reife und zur Vollendung. An starken Kindern, kann man starke Eltern erkennen. Sie haben es geschafft ihrem Nachwuchs ihren Wert zu geben, der sie in allen Stürmen widerstandsfähig macht. Sie haben Kinder herangezogen, die sich nicht erst selber finden müssen, oder anders sein wollen als sie sind.

Wer in dem hoch Erhabenen steht, braucht nicht um sich selbst zu kämpfen. Er kann gelassen mit allen persönlichen Empfindlichkeiten umgehen. Wer Person, wer Kind in Gott ist, braucht nicht um Anerkennung und sein Selbstwertgefühl zu ringen. Wo wir um die eigene Ehre kämpfen müssen, wo Beleidigungen uns erschüttern, wo wir Angst haben falsch verstanden zu werden, definieren wir uns über uns selbst. Wir nehmen uns zu wichtig und setzen alles dran, das angekratzte Selbstbewusstsein aufzupolieren. Wir drehen uns um uns selbst, obwohl wir Kinder des Höchsten sind.

Kind des hoch Erhabenen zu sein entspannt vielen Psycho-Krampf. Wer sich geliebt weiß und dadurch in dem Liebenden ruht, kann seine Freiheit und Unabhängigkeit von sich selbst und allen widrigen Umständen besingen. Kind zu sein, befreit im täglichen Kampf ums rechthaben wollen. Da sind wir gefestigte Personen, die in allen Stürmen ihren Mann und ihre Frau stehen. Das ist ein Lobgesang wert.

Wenn wir in dem hoch Erhabenen stehen, warum lassen wir uns oft so stark von den Niederungen bestimmen und unsere Lieder verstummen?

Wir sind Glückspilze

Glücklich ist, wer mit den Härten des Lebens gelassen umgehen kann.

Der Herr war mit Josef, und was er tat, dazu gab der Herr Glück.1.Mose 39, 23
Der von seinen eifersüchtigen Brüdern als Sklave verkaufte Josef war ein Glückspilz. Wo der Herr mit ihm war, konnte seine Lebensgeschichte nicht verworrener genug laufen und führte doch zu einem gewaltigen Ende. Die Gegenwart Gottes schreibt unter allen Umständen Geschichte, auch wenn menschlich alles dagegen spricht. Zum Glück von Josef gehörte der Argwohn seiner Brüder, die ihn nur noch gewinnbringend loshaben wollten. Es war Glück, als er über den Sklavenhandel in Ägypten an den Königshof kam. Auch das gehörte zu seinem Glück, von der Frau eines Herrschers verführt zu werden und durch Intrigen hinter Gitter zu kommen. Was er auch tat als glaubender Mensch, wurde ihm menschlich immer wieder zum Fallstrick und gehörte doch zu Gottes Glückssträhne. Der einst in einem Brunnen Gefangene, wurde im Laufe der Jahre zum zweithöchsten Staatsmanns Ägyptens, der als Krisenmanager in einer Hungerkatastrophe fungierte. So sieht das Glück derer aus, mit denen der Herr ist. Was Josef tat, tat er im Glauben an seinen Gott. Gott hat dabei mit seinem Einsatz die Fäden gezogen und Geschichte geschrieben. Das Glück dieser Karriere, liegt nicht in erster Linie in dem was Josef tat, sondern dass der Herr mit ihm war. In ganzer Selbstverständlichkeit machte Josef in der Verantwortung vor Gott seine Arbeit, doch was daraus entstand, lag weit über dem, was er sich je hätte vorstellen können. Glaube, tüchtiger Einsatz und die Gegenwart Gottes machen das Glück aus. Unsere Arbeit, die Gott im Glauben antreibt, ist bereits Gottes Werk. Der Glaubende steht in der glücklichen Situation, dass sein Tun, das Handeln Gottes ist. Er kann selbst gar nicht überblicken, zu welch einem großen Bauwerk die augenblickliche Tätigkeit führt. Er erkennt vielleicht im Nachhinein das Wunder, bei der er selbst ein Beteiligter war.
Es können sich die glücklich preisen, mit denen Gott ist. Da entspannt sich manche Krise, weil sie in einem viel größeren Zusammenhang steht. Da kommt große Gelassenheit in die Wege, die wir nicht verstehen. Das große Glück ist, einfach Gott zu vertrauen und seine Arbeit zu machen. Wir brauchen gar nicht so sehr nach dem Drumherum fragen. Gott macht seine Arbeit und die macht er sehr gut, das ist unser Glück. Wo Gott mit uns ist, können sich Sorgen in Glück verwandeln.
Warum sind wir mit unserem Tun oft angespannt  und unglücklich, wenn der Herr mit uns ist?

Gelassenheit im Mangel

Alle Not kommt vom Vergleichen.

„Sei nun wieder zufrieden, meine Seele, denn der Herr tut dir Gutes.“

Ps. 116, 7
Unzufrieden ist eine Krankheit, die vom Schielen kommt. Man sieht woanders etwas, was einem selbst fehlt. Es ist der Unfrieden über einen Mangel, gegenüber einem anderen. Da hat einer ein größeres Haus, ein schnelleres Auto, eine schönere Frau, mehr Geld, eine bessere Arbeit, die fundiertere Ausbildung. Dieser Vergleich macht krank und unzufrieden. Es stellt den anderen ins Plus und sich selbst ins Minus. Unzufriedenheit ist der Trugschluss, wir hätten zu wenig gearbeitet und die falsche Seite des Lebens erwischt. In der Unzufriedenheit verlieren wir den Frieden mit uns selbst und mit Gott. Gott will unsere schäumende, aufgebrachte Seele zur Ruhe bringen. Sieh´ nicht auf deinen Mangel, sieh´ nicht auf das, was dir fehlt, sieh´ auf das Gute, das ich dir tue. Gott will den wunden Punkt stillen. Er bringt das unruhige Menschenherz zur Ruhe und nicht der Ehrgeiz unserer Unzufriedenheit. Diese Defizite, die der Mensch an sich erkennt, erhöht nicht den Druck zu mehr Leistung, sondern erhöht die Gottesbedürftigkeit. Zum Frieden findet der Mensch nicht dadurch, dass er sich alle Arme und Beine heraus reißt, sondern wenn er von dem Guten umfangen wird. Zufrieden ist das Ruhen in einem starken Vater. 
Unser Problem ist, dass wir von klein auf auf Leistung gedrillt wurden. Ungenügend steht im Zeugnis, wenn die Leistung nicht gestimmt hat. Die Unzufriedenheit wurde regelrecht gezüchtet, weil uns immer unser Mangel vor Augen gehalten wurde. Selbst das moderne Management lehrt: Unzufriedenheit ist der Antrieb für ein gutes Unternehmen. Besser werden geht damit immer auf Kosten innerer Unruhe. Damit wird ein riesiger Druck aufgebaut, dem die Menschen irgendwann nicht mehr standhalten oder einfach nur noch unglücklich sind.
Da ist Gott viel näher am Herz des Menschen. Er tut dir Gutes nimmt den Druck heraus. In dem Guten liegt alles was der Mensch braucht. Mit Gutem überbrückt Gott den Mangel. In dem Guten liegt Christus und sein Wort. Damit hat der Glaubende seinen Wert und Erfüllung nicht mehr in seiner eigenen Leistung, sondern in seinem Angenommen sein mit seinem Mangel und dass Gott das Gute leistet. Das entspannt ungeheuer. Darüber wird der Glaubende nicht faul, jedoch unendlich dankbar. Weil wir das Gute an uns erfahren, können uns die Mängel nicht mehr hetzen. Damit können wir zufrieden sein. 
Wo uns so viel Gutes zugefallen ist, wonach müssen wir dann noch schielen?   

Unschockierbar getröstet

Mit einem knackigen Lebensmotto, kann jeder vergnügt seinen Weg gehen.

„Als die Zeit herbeikam, dass David sterben sollte, gebot er seinem Sohn Salomo und sprach: Ich gehe hin den Weg aller Welt. So sei getrost und diene dem Herrn, deinem Gott.“

1.Kön. 2,1-2.3
Eine geschichtsträchtige Stunde; der König übergibt seinem Sohn sein Vermächtnis. Eine Stabübergabe, die einem Staatsakt gleicht. Der eine geht, der andere kommt. Die Zeremonie die hier stattfindet, ist in ihrer Schlichtheit umwerfend. David gibt die Essenz seiner Lebensweisheit weiter: „Sei getrost und diene dem Herrn“. Das ist ein Regierungsprogramm, mit dem sich ein Volk führen lässt. In dieser Mini-Aussage liegt alles, was er seinem Sohn zu geben hat. Er sagt zu ihm: Du brauchst nicht das Wissen der ganzen Welt, auch kein starkes Heer an deiner Seite; alles was du brauchst ist Gott neben dir. Für die harten Zeiten die kommen werden, gibt er ihm den Tröster mit. Dort wo ich abtrete und den Weg alles Vergänglichen gehe, halte dich an dem der bleibt. Sei getrost, ist die Umarmung des höchsten Vaters. Das ist ein Anker, der alle Stürme überdauert. Solch ein Lebensmotto ist atombombensicher. Da kann kommen was will, wer getröstet ist, wird über den Schreck des Todes hinausgetragen. Getröstete können von der Angst nicht mehr gescheucht werden. Wem das sei getrost zugesprochen wird, bei dem entspannt sich etwas, mitten im größten Druck des Daseins. Wer Trost erhält, bekommt Christus zum Freund. Er braucht weder Gott noch Mensch mehr fürchten. Getröstete sind die, die Gnade bei Gott gefunden haben. Sie sind selbst über das eigene Versagen hinausgetröstet. Im Trost in der Mensch völlig von Gott eingehüllt. 
Damit kann er unbefangen seinem Gott dienen. Dienen ist dabei keine Einschränkung oder Begrenzung, sondern der größte Befreiungsschlag für das Leben. Wer Gott dient, befreit Menschen aus der Angst. Dienen ist den Tröster zu den Menschen bringen. Durch diesen Dienst kommt ein entspanntes Aufatmen in die Welt. Da sind die Menschen nicht mehr durch die Vergänglichkeit erschlagen, sondern durch das Trösten aufgeheitert. Gott dienen, bringt den Menschen ihre Lebensfreude zurück. Mit diesem Lebensmotto kann nichts mehr schockieren, sondern da sind Getröstete zum Trösten unterwegs. 
Wie können wir dieses Motto zu unserem Programm machen, dass wir vergnügt unseren Weg durch alle Vergänglichkeit und Widerstände gehen?

Mehr als Nadelstreifen

Der Volksmund sagt: es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung.
„Meine Seele ist fröhlich in meinem Gott; denn er hat mir die Kleider des Heils angezogen und mich mit dem Mantel der Gerechtigkeit gekleidet.

Jes. 61, 10
Kleider machen Leute. Wir leben neben der Schnäppchenstadt Metzingen, wo sich fast alles um Kleider dreht. Da sieht man viele neue Kleider und alte Gesichter. Heute erleben wir Gott als Kleiderfabrikant. Menschen werden von ihm neu eingekleidet. Die Wirkung ist frappierend. Es entsteht dadurch nicht unbedingt ein neues Outfit, nicht das schicke Dressing, nach dem sich die Leute umdrehen, es entsteht eine Gemütsverwandlung. Nicht die Schale wird aufpoliert, sondern der Kern veredelt. Gott ist kein Verpackungsdesigner, sondern Persönlichkeitsentwickler. Wo Gott anzieht, geht er ans Eingemachte. Da erscheint die Person nicht anders, da ist sie anders. Mit seinen Kleidern wechselt er vom Schein zum Sein.
Gottes Kleider sind das reine Evangelium. Wo er in Heil und Gerechtigkeit kleidet, stülpt er nicht eine Hülle über, sondern da zieht Christus ein. Er bleibt nicht an der Oberfläche, sondern erfüllt und durchdringt. Da wird kein edler Anzug über einen fauligen Inhalt gezogen, da werden die fauligen Stellen erneuert. Wer das Heil anzieht, überdeckt nicht das Unheil, sondern begegnet dem Unheil als Geheilter. Wer in Gerechtigkeit gekleidet wird, erfährt als Sünder ein Resett. Da wird die quälende Anklage in uns auf null gestellt. Da fällt Druck ab, weil uns Vergeben umarmt. Mit dieser Einkleidung leben erneuerte Menschen im alten Umfeld. Nicht die Rahmenbedingungen des Lebens ändern sich, sondern, wie sich der neu Eingekleidete in diesen alten Umständen bewegt. 
Nicht weil jetzt die schwere Krankheit oder die stressende Beziehung abfällt verändert sich etwas, sondern dadurch, dass ein neu eingekleideter Mensch anders mit diesen widrigen Situationen umgeht. Wer von innen heraus entlastet ist, kann in Lasten fröhlich sein. Ihm verschlägt es nicht den Atem, wenn es ihm den Hals abschnürt. Fröhlich kommt nicht von Nadelstreifen, fröhlich kommt aus der geheilten Seele. Die richtige Kleidung macht´s, dass wir jedem Wetter trotzen können.
Was ziehen wir heute an?

Gedenken heißt ausgesorgt 

Im Rückblick liegen ungeahnte Kräfte.
„Gedenke der vorigen Zeiten und hab acht auf die Jahre von Geschlecht zu Geschlecht. Frage deinen Vater, der wird dir´s verkünden, deine Ältesten, die werden dir´s sagen.“

5. Mose 32, 7
Gedenken baut Zukunft. Gedenken entspannt und tröstet. Wer schaut schon gerne zurück? Man hat uns beigebracht: Schau immer nach vorne. Damit lösen wir uns jedoch vom Fundament und trennen uns von unserer Wurzel. Wir sollen das Gedenken üben, um für das Heute und Morgen gestellt zu sein. Im Gedenken lernen wir glauben,  lernen wir den treuen Gott kennen. 
In diesem bewussten Denken an das was war, geschieht Großes. Wir sehen natürlich auf die Schicksale, auf alle Wüstenwege der Geschichte, wir sehen jedoch auch, was Gott daraus gemacht hat. Der Holocaust war nicht der Weltuntergang. Nach der Sintflut hatte die Erde einen Neuanfang. Die Brandkatastrophe war nicht das Aus der Blumenmönche. Das Kreuz Christi war nicht das Ende der Heilsgeschichte. Das Gedenken stellt uns unmittelbar vor einen lebendigen Gott, der nie das Buch der Geschichte zugeschlagen hat. Wir erkennen im Gedenken, dass der Scherbenhaufen ein Danach hat. Nichts ist für endgültig verloren. Wir müssen uns nicht mit einem Drama abfinden, das kein Ende kennt. Das Gedenken weckt das Darüberhinaus. Es zeigt Gottes Willensstärke zum Heil. Es offenbart, dass Gott nichts unvollkommen liegen lässt. Er schreibt seine Geschichte zuende. Er ist treu bis an den letzten Tag.
Im Gedenken werden wir wie die Kinder, – unbeschwert. Da fallen Sorgen ab, weil wir gesehen haben, wie Gott mit Wüstenwegen umgeht. Wer gedenkt, hat ausgesorgt. Da können selbst die Bombennächte über Dresden nicht mehr schrecken. Da bekommt das Leid ein Hoffen für die Zukunft. Wer das geschichtsträchtige Handeln Gottes sich wach hält, für den gibt es keine ausweglose Situation.
Warum denken wir in unseren dunklen Stunden so wenig zurück, wie Gott die Seinen bei Gegenwind in den Hafen bringt?

Fröhlich sündigen 

Schluss mit Versteck spielen.
Unsere Missetaten stellst du vor dich, unsere unerkannte Sünde ins Licht vor deinem Angesicht.“

Ps. 90, 8
Unsere Welt lebt von Skandalen. Wenn sich einer mal hochgearbeitet hat und vielleicht sogar eine öffentliche Stellung erreicht, kommt ein findiger Journalist und findet den Makel. Die feinen kleinen Ungereimtheiten werden an den Pranger gestellt und gnadenlos in die Pfanne gehauen. Wir haben gelernt, man darf sich keine Fehler leisten, sonst ist man weg vom Fenster. Wehe, es kommen Schwachstellen ans Tageslicht, dann ist Schluss mit lustig.
Wer meint, Gott handle nach dem gleichen Prinzip, irrt gewaltig. Gott macht die Menschen nicht zu Sündern um sie klein zu halten. Die Kirche deckt nicht Schuld auf, um damit ihre Schäfchen gefügig zu machen, nein, darin liegt die eigentliche Größe Gottes. Wir moderne Menschen tun uns schwer, uns als Sünder zu betrachten, doch genau darin liegt unsere Chance. Dadurch, dass wir gerne zudecken und die Ungereimtheiten verheimlichen, verspielen wir oft ein großes Geheimnis des Glaubens. Wer Gott erkennt, entdeckt gleichzeitig seinen Mangel. Wir stellen fest, dass wir ihm nicht im Geringsten genügen können, dass wir immer hinter seinen guten Maßstäben zurückbleiben. Wir müssen erkennen, die Liebe die Gott ist, ist bei uns immer Mangelware. Wir sind Sünder und mangeln des Ruhmes, den wir bei Gott haben sollen, sagt Paulus und Luther sagt: Wir sind Bettler, das ist wahr. Wo wir diese Erkenntnis zulassen, sind wir einen rießigen Schritt näher bei Gott.
Gott macht uns das nicht bewusst, um uns zu demütigen, sondern um für sein Erbarmen Platz zu schaffen. Je größer die Sündenerkenntnis um so größer wird unsere Gottabhängigkeit. Je mehr Schwäche wir zulassen, umso gewaltiger formt uns das Erbarmen. Somit ist der größte Sünder der glücklichste Mensch, weil die Barmherzigkeit im Überfluss in ihm wohnt. Echte Sündenerkenntnis ist die größte Befreiung, die ein Mensch erleben kann. Es ist das Ende des Versteckspiels. Wir brauchen uns und anderen nichts mehr krampfhaft vormachen. Sündenerkenntnis entspannt, weil sie allen Mangel mit Erbarmen füllt.
Wo treiben wir noch dieses Versteckspiel und betrügen uns um ein großartiges, befreites Dasein?

Geht’s uns gut?

wohlbefinden hängt mit dem zusammen, ob wir bei dem Gelernten bleiben.
„Wohl dem, der den Herrn fürchtet, der große Freude hat an seinen Geboten.“

Ps. 112, 1
Was tut Menschen gut? Jeder versucht darauf seine persönliche Antwort zu finden. Da wird für die Gesundheit ein Ernährungs- und Fitnessplan ausprobiert, für die Entspannung nach Stress vielleicht ein entspannendes Bad, ein gutes Buch oder schöne Musik. Da hat sich jeder seine Entspannungsmethoden entwickelt.
Das heutige Wort setzt bei Wohlbefinden viel tiefer an. Was dem Menschen gut tut, ist die Freude an Gottes Wort. Wohlbefinden hängt mit Gottes Ordnungen und Werten zusammen. Wo seine Gebote die Grundlage sind, bei der wir bleiben, regelt sich Grundsätzliches in einem Leben. Es ist gut und ist heilsam in Gottes Maßstäben zu bleiben. Experimente in dieser Richtung tun uns nicht gut. Das was Gott an Grundlagen geschenkt hat, trägt dazu bei, dass es uns gut geht. Wohlergehen ist die rundum Versorgung, bei der an alles gedacht ist. Die Freude am Wort ist die Garantie für das feste Stehen und für das entspannt bleiben in allen Spannungen. In den Geboten bleiben, ist das ständige aufgebaut werden in allen Vernichtungsschlägen des Lebens. Die Freude am Wort tut gut, wenn alles um uns mühsam un beschwerlich ist. Wo die Freude am Wort ist, sitzt immer ein anderer mit im Boot, der in den Stürmen für das Wohlergehen sorgt.
Welche Alternative hätten wir, die uns so grundlegend mit Gutem überschüttet?

Erlösung entspannt 

in den Problemen über den Problemen leben.
„Ich weiß, dass mein Erlöser lebt.“

Hiob, 19, 25
Wir alle sind gefangen. Gefangen in den alltäglichen Spannungen, durch den Druck der Arbeit, durch ein Miteinander, das ein ständiger Eiertanz ist, durch Worte, die uns verletzen, durch Lebensschläge, die uns einschränken. Da ist so vieles, das nicht rund läuft und Entwicklungen und Vorwärtskommen lähmen will. Wir sind verbunden mit dem Schicksal unsere Lebens. Wir kleben am Elend  unserer Tage. Hiob kennt die verzweifelten Stunden, in denen ihm ganze Welten zusammenbrechen, selbst gute Freunde mit Vorwürfen und pseudo-guten Ratschlägen dienen. Das ganze Leben ein einziges Fragezeichen und das bei frommen Leuten.
Der Glaube erkennt, dass dies nur eine Seite der Medallie ist. Durch Glaube verwandelt sich gefangen in frei. Der in Christus stehende Mensch, lebt in den Verhältnissen als ein Herausgelöster. Glaube ist das Kontrastmittel zum Übel. Da lösen sich die Bindungen an das Schicksal. Da erlebt der Gefangene Freiheit. Christus ist der Gegenpol zu allem, was uns mit dem Dasein verhaftet. Da stehen wir in der Not, aber sie kann uns nicht mehr bestimmen. Da entspannen sich gespannte Verhältnisse. Da können wir in der Beklemmung aufatmen. Da empfinden wir Ruhe in den größten Stürmen. Erlösung ist das herausgerissen sein aus den Turbulenzen einer vergänglichen Welt.
Durch Christus lebt immer etwas Geheiltes im Unheil. Die Auseinandersetzungen verlieren ihre zerstörende Macht. Da ist in den größten Tiefen, immer genügend Hoffnung da. Wir können befreit lachen, wenn es uns zum weinen ist. Erlösung entspannt.
Wenn wir um solch einen Erlöser wissen, wieso sollten wir da in den Stürmen des Lebens untergehen?