Erbarmen überbrückt Gräben

Den Weinenden stehen Engel bei.

Der Engel Gottes rief Hagar vom Himmel her und sprach zu ihr: Was ist dir, Hagar? Fürchte dich nicht; denn Gott hat gehört die Stimme des Knaben dort, wo er liegt. Steh auf, nimm den Knaben und führe ihn an deiner Hand; denn ich will ihn zum großen Volk machen.“1.Mose 21, 17-18

Ismael liegt keuchend vor Durst in der Wüste und seiner Mutter Hagar bricht dabei das Herz. Sie spielt in dieser Geschichte eine bittere, undankbare Rolle. Als Ausgestoßene war sie zuvor die Magd der kinderlosen Sara. Rein menschlich betrachtet, hatte Abraham von seiner Frau keinen Nachwuchs mehr erwarten können. Hagar schenkte ihm dann diesen Sohn. Danach bekam die zuvor lachende Sara doch noch den versprochenen Erben, Isaak. Die beiden Jungen wuchsen miteinander auf, bis in einer trotzigen, dummen Phase von Ismael, Sara von Abraham verlangte, Hagar mit ihrem Sohn, mit etwas Brot und Wasser, regelrecht in die Wüste zu schicken. Dort treffen Mutter und Sohn in ihrer größten Verzweiflung auf einen Engel. Trost vom Himmel; Wasser in der Wüste; Erbarmen Gottes über Verstoßenen. Menschlich verlassen, werden die Weinenden von einem Engel aufgefangen. Gottes Erbarmen ist größer als alle menschliche Ablehnung. Gott stellt sich zu Hagar und Ismael und legt auf sie eine große Verheißung. Seit diesem Zeitpunkt berufen sich die Araber und Muslime auf ihren Stammesvater Abraham. Sara sah die beiden Jungs als Rivalen, Abraham übernahm diese Sicht. Die Religionen behielten diese Sicht, bis zu blutigen Feindschaft. Doch Gott segnete die beiden Söhne, jeden auf seine Weise. Ismael wurde später der Vater von zwölf Fürsten. Egal ob Menschen verstoßen oder verwerfen, ausgrenzen oder dazunehmen, Gottes Erbarmen lässt sich davon nicht beeinflussen. In diesem Erbarmen ruht der Lauf der Geschichte. Egal wie wir über andere denken und wie wir mit ihnen umgehen, wir können es nicht aufhalten, dass Gott seine Engel zu den Weinenden sendet. Gottes Antwort auf Versagen ist Erbarmen. Mit Christus erbarmt er sich über eine unversöhnliche Welt. Für ihn zählen nicht die Maßstäbe die wir setzen, wen wir bejubeln und verdammen, sondern sein Erbarmen geht in die Wüste, in die wir die uns Unangenehmen schicken.

Abraham dachte, Gott stellt sich der Verheißung gemäß hinter Isaak. Doch das für uns Unbegreifliche ist, dass Gottes Erbarmen so weit geht, dass er sich auch hinter Ismael stellt. Er hat die Stimme des durstigen Knaben in der Wüste gehört. Das Erbarmen Gottes hat eine Dimension, die all unser Laufen und Wollen in den Schatten stellt. Er hört auch auf die, die wir ablehnen. Darum leben auch wir ausnahmslos aus Gottes Erbarmen.

Wie würde die Welt aussehen, wenn unsere Unbarmherzigkeit sie alleine regieren würde, und keine Engel mehr die Weinenden trösten?

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Helfende Hände sind ganz nahe

Gerade wenn´s dick kommt, können wir mit Engelsdiensten rechnen
„Der Engel des Herrn rührte Elia an und sprach: Steh auf und iss! Denn du hast einen weiten Weg vor dir.

1. Kön. 19, 7
Elia ist in einer vollen Depressivschleife. Er hatte das Volk gegen die Baalspriester aufgebracht. Daraufhin droht ihm die Königin Isebel mit dem Tod, so dass er fliehen musste. In der Wüste ist er mit allem fertig und wünscht sich nur noch den Tod. Er will nur noch schlafen und nie mehr aufwachen. Da wird er mehrmals von einem Engel aufgerüttelt, der ihn auffordert: Steh auf und iss!
Am Punkt der Verzweiflung lässt Gott die Seinen nicht im Stich. Auch wenn Elia unter den Lasten seines Dienstes müde wird und zusammen bricht, kommt genau am Knackpunkt die Hilfe. Mitten in den alltäglichen Auseinandersetzungen hakt Gott nach. Er rüttelt wach, holt von der Flucht in die Gegenwart zurück, tischt auf und gibt Kraft. Mitten in den Problemen sagt er, deine Probleme sind meine Probleme, deshalb stell dich, weil ich dich stelle. Elia muss sich in der Krise nicht selbst den Mut zusprechen, da ist irgendjemand, der Engelsdienste vollbringt. Gott gibt keine Aufträge und lässt dann seine Boten fallen, wenn´s heiß wird. Denn genau in solchen Krisen erweist er sich als der beauftragende und durchbringende Gott. Gott weiß wie schwer der Weg ist, daher gibt er Menschen und Kräfte zur Seite. Aufstehen und essen ist die Gangart in der Krise. Es ist die Stelle in der Gott wachrüttelt und alles gibt, für einen weiten Weg durch die Wüste. Beim Essen versorgt er den ganzen Menschen nach Leib , Seele und Geist. An den Tiefpunkten ist es Gott, der hartnäckig an uns dran bleibt.
Dort wo wir verzweifelt sind, müssen wir wissen, dass es Gott ist der weiter will. Er hört nicht auf, wo wir aufhören wollen, sondern investiert alles, dass wir zur Besinnung kommen. Wir brauchen uns nur wachrütteln lassen und zu essen, dann ist die Kraft für den Weiterweg da. Ein Engel steht ganz in unserer Nähe. 
Sind wir aufmerksam genug, um uns von einem Engel aufrütteln zu lassen, der uns reichlich gibt, dass es weitergehen kann?

Von Engeln umzingelt

gegen die Auferstehungskraft halten keine Ketten.
„Gelobt sei Gott, der seinen Engel gesandt und seine Knechte errettet hat, die ihm vertraut haben.“

Dan. 3, 28
Ein Lob aus oder nach dem Feuer. Wir sind oft schockiert über die rauen Sitten im Umgang mit Glaubenden. Egal ob zu Daniels Zeiten, oder die ständigen Repressalien am Anfang der Christenheit, oder auch der Verfolgungswahn der Christen heute. Die Glaubenden stehen unter Druck. Vieles ist darauf angelegt, sie mundtot zu machen, oder gar das Leben ganz auszulöschen. Doch die Ketten, die da angelegt werden, der Feuerofen in den die Gottesgläubigen geworfen werden, haben es rein auf das irdische Leben abgesehen. Dabei machen die Herrscher und Könige die Rechnung ohne den Wirt. 
Leben aus Gott lässt sich nicht bändigen und auslöschen. Wie will sich ein vergänglicher Mensch an etwas vergreifen, das für die Ewigkeit geschaffen ist? Somit können Mächte vielleicht das Erdendasein antasten, doch nie das darüber hinaus. Gottes Engel haben haben sogar die Macht, diese Unvergänglichkeit über dem Vergänglichen auszuüben. Somit verbrennen die drei Jünglinge im Feuerofen nicht, zum großen Erstaunen des Königs Nebukadnezars. Somit fallen dem Petrus schwere Eisenketten von den Händen, die ihn aus der Gefangenschaft befreien. Engelsdienste sind Erlöungsdienste.
Der glaubende Mensch steht immer in der Auseinandersetzung mit dieser Welt, ist jedoch ständig von Engeln und Auferstehungskräften umgeben. Selbst wenn er nicht vom Feuer verschont wird, wird ihn Christus selbst aus dem Feuerofen holen. Auch wenn der äußere Mensch verfällt, wird der Innnere von Tag zu Tag erneuert, sagt Paulus. Wo Christus ist, wo die himmlischen Heerscharen sind, ist das Leben in Gott sicher, auch mitten im Tod. So kann unter allen Widrigkeiten das Gotteslob aufsteigen. Nichts und niemand kann uns aus seiner Hand reißen.
Warum sollten wir uns vor Feuer und Ketten, vor Widerstand und Ablehnung, vor Schmerzen und Tod fürchten?