Die heilsamste Therapie

Wir sind unablässig von einer Leben schaffenden Kraft umgeben und durchdrungen.

„Gott sprach: Es werde Licht! Und es ward Licht.“1.Mose 1, 3

Knackiger und knapper kann man den Inhalt von Leben nicht mehr auf den Punkt bringen. Der 3. Satz der Bibel bahnt eine unverrückbare Leuchtspur. Gott kippt den Schalter. Gott schafft Licht; damit atmet die Schöpfung. Mit Licht entsteht Photosynthese und der Baum fängt an zu wachsen. Sonnenstrahlen, und schlagartig sind die Menschen gut drauf. Wo Licht ist, ist Leben. Mit dem Licht, ist alle Existenz auf lebendig sein gesetzt. Das ist kein Plan oder eine tolle Idee, es ist tatsächlich so. Es werde und es ward. Licht ist ein Tatbestand für alle Zeiten. Diese Voraussetzung liegt auf allem umnachteten Leben. Aller Finsternis ist das Licht ausgegangen. Gott hat gezielt am Anfang der Schöpfung die Nacht beendet. Er hat das ganze Betriebssystem der Erde auf „Go“ gestellt. Mit dem Licht stellt er alles Leben in seine Gegenwart. Alles Gedeihen lebt aus der Gottes-Präsenz. Gott in seiner Existenz garantiert wachsen, blühen und Frucht tragen. Im Licht wird der Mensch zu einem fruchtbaren Geschöpf. Die Beziehung zum Licht macht den Menschen aus. Wo die Lichter ausgehen, ist die Beziehung ausgegangen. Mit dem Christus-Licht bringt er das Licht nicht nur in die Welt, sondern ins Zentrum des Menschen. Christus ist das Licht der Herzen. In der Schaltzentrale, aus der alle Entscheidungen des Lebens hervorgehen soll dieses Licht aufgehen. Im Kern des Denken und Fühlens, sollen alle Nächte verschwinden. Christus ist die Großoffensive gegen die Finsternis und alle geistige Umnachtung. 
Von diesem Licht sind wir umgeben und durchdrungen. Wir haben damit den kürzesten Weg zum Leben, wenn die Lichter ausgehen. In unserem Miteinander wird es tagtäglich finster. Auf den besten Beziehungen liegen Schatten. Menschsein ist eben ohne Licht dunkel. Damit geschehen Verletzungen, es entsteht Frust und wir werden von Bitterkeit aufgefressen. Diese Nacht und dieser Sterbensprozess liegt auf den schönsten Freundschaften. Wir brauchen uns da keinen Illusionen hingeben, dass wir selbst das abstellen oder uns das abtrainieren können. Die Aufhellung, das Licht kommt nicht aus uns, sie kommt aus dem, der Licht ward. Wir können damit jeden Augenblick gegen alle Wachstumsstörungen angehen. Wir können, wenn wir versauern, uns so schnell wie möglich ins Licht setzen. Der Glaube ist die heilsamste Lichttherapie. Wo das Herz schwer und die Gedanken belastet sind, ist dieses Licht die beste Medizin.
Warum tun wir uns oft so schwer, die wohltuende Kraft des Lichtes an uns zuzulassen und nach einer schrecklichen Nacht, einen neuen Tag zu gestalten?

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Von Wellen getragen

Der Glaubende wird nicht seiner Schwachheit erliegen.

„Wenn ich dich anrufe, so erhörst du mich und gibst meiner Seele große Kraft.“

Ps. 138, 3
Glaubende sind zu einem überfüllten Leben in Gott berufen. Dadurch leben sie in der Spannung der sichtbaren und unsichtbaren Welt. Sie erleben die ganze Fülle von der großen Kraft Gottes und die ganze Schwachheit des eigenen Menschseins. Zwischen diesen beiden Extremen findet Berufung statt. Bei einem Surfer kann man das faszinierend beobachten. Da kommt eine große Welle, bei der er genau zum richtigen Zeitpunkt auf das Surfbrett aufsteigt, um von der Energie der Welle aufrecht über das Wasser getragen zu werden. Er ist angetrieben von Schwung und Kraft und ist zu einem großartigen Wellenritt aufgebrochen. Wenn er den richtigen Augenblick verpasst, bleibt  er auf dem Brett liegen und paddelt weiter vor sich hin. Er lässt die Wellen über sich brechen, nützt die vorhandene Energie nicht aus und braucht aus sich heraus weit mehr Kraft, um ein kleines Stück voranzukommen. Bei Gott ist ein riesen Kraftpotenzial da, das ständig aktiv ist, um all unser Tun und Treiben zu beflügeln. Gott schickt seine Wellen, von ihm kommen Ströme von Herrlichkeit und wir bleiben oft in der eigenen Belanglosigkeit stecken. Gott hat uns bestimmt, aus seinen Energiequellen zu schöpfen. Wir sind berufen, uns in der Kraft seiner Wellen über uns hinaustragen zu lassen. 

Er will nicht, dass wir nur an der Oberfläche mühsam vor uns hin paddeln. 
Wenn wir Gott anrufen, sensibilisieren wir uns auf den Takt seiner Wellen. Wir konzentrieren uns genau auf die nächste Welle die unmittelbar auf uns zukommt. Dafür brauchen wir nicht lange warten, sie ist bereits im Anmarsch. Von Gott ist die große Kraft da, auf die wir uns in der Talsohle der Welle konzentrieren. Unser Rufen verbindet sich mit der Energie, die gerade auf uns zurollt. Der Glaubende ist ringsum von großer Kraft umgeben. Er hat alles, was Gott ihm in dem Wort und in Christus anbietet. Er ist nicht sich selbst und seiner Schwachheit überlassen. Das was uns am Boden hält ist gering, gegenüber dem, was uns aufrichten will. 
Wo kämpfen wir vergeblich mit eigener Kraft, ohne uns von dieser starken Energiequelle hinaustragen zu lassen?

Frust wird zum Turbolader 

Wer Weihnachten erlebt hat, kann an eine Veränderung glauben.

„Das geknickte Rohr wird er nicht zerbrechen, und den glimmenden Docht wird er nicht auslöschen.“Jes. 42, 3

Dieses Wort ist wie Dünger auf die belastete Seele. Damit trifft Gott genau den Nerv und die Nahtstellen des grauen Alltags, der heute wieder beginnt. Da kommen die Lothar-Stürme am 2. Feiertag, wie vor einigen Jahren, die ganze Wälder im Schwarzwald kahl rasierten. Da werden Leben geknickt und Lichter gehen aus. Gerade in diesen Schwachstellen ist es Weihnachten geworden. Gott setzt ein ganz menschliches Zeichen, wo alle guten Vorsätze zu zerbrechen drohen. Dort wo der Mensch nichts mehr in der Tasche hat, mit Selbstmotivation nichts mehr erreicht, kommt er in der Gebrechlichkeit eines hilflosen Kindes in die Schwachheit hinein. In dem Kleinen, Unscheinbaren, will den Hilflosen groß werden. Das in Windeln gewickelte Kind, ist Gottes Zeichen, wie er mit Schwachheit umgeht. Die Ohnmacht wird durch ihn mächtig. Dem Machtlosen fließt Stärke zu. Das Geringe erfährt Hochachtung. Was an der Krippe geschieht, ist der gewaltigste Umbruch für geknickte Rohre und glimmende Dochte. Das Zeichen liegt auf dem unscheinbaren Christus. Hier endet Niedergeschlagenheit nicht in der Sackgasse. An der Krippe geht das Licht nicht mehr aus. Da ist der Knick nicht mehr der Anfang vom Ende. Da ist in der hoffnungslosesten Situation alles möglich. Wir dürfen und müssen sogar an der Krippe ins Schwärmen geraten. An der Krippe ändert sich alles. Da entfalten sich Gottes Möglichkeiten in menschlichen Grenzen. Gott selbst zündet das Licht wieder an.   
Das hilflose Kind ist das stärkste Symbol das Gott den Glaubenden geschenkt hat. Damit ist aller Hilflosigkeit die Verzweiflung genommen. Dort wo nichts mehr geht, beginnt Gott. Der Glaubende bekommt dadurch eine Perspektive, dass selbst der größte Sturm es nicht schafft, das letzte Licht auszupusten. Gott bringt auch bei größtem Gegenwind seine Schiffe in den Hafen. Wer das Christkind erlebt hat, kann aus dieser verändernden Kraft leben.
Ist da nicht gerade das geknickte Rohr und der glimmende Docht, die Chance unseres Lebens? 

Energiespritze für dürre Zweige

Denen die aufbrechen, gehört die Zukunft.

Das Volk, das im Finstern wandelt, sieht ein großes Licht, und über denen, die da wohnen im finsteren Lande, scheint es hell.“

Jes. 9,1



Weihnachtliche Klänge in grauen Novembernächten. Die Botschaft, die der Prophet hier verkündet, hört sich richtig unwirklich an. Gott durchbricht die Schatten der menschlichen Tage. In der Finsternis soll es taghell werden. Der Wahnsinn, der auf den Wegen der Menschen liegt, steht unter unglaublichem Leuchten. In spannungsgeladene, leidvolle Tage stellt Gott seine Krippe. Ein Kontrastprogramm, das für den normal Denkenden völlig realitätsfremd erscheint. Als ob Gott keine Ahnung hat, von dem was in dieser Welt abgeht. Doch genau dort, wo die Nächte am dunkelsten und die Schrecken am größten sind, setzt Gott an. Dort wo keiner mehr etwas zu lachen hat, dreht er den Spieß um. Weil er weiß, zu was menschliche Unvernunft und Hass in der Lage ist, weil er weiß, wie Menschen sich gegenseitig belasten können, legt er Lichtspuren. Mit Christus bricht Gott die Nacht um. Das finstere Land ist immer noch das gleiche, das Leid und Chaos ist noch immer gegenwärtig, doch in der Christusgegenwart verlieren sie ihre Übermacht.  Das Lähmende und Erschlagende wird durch dieses Licht erschlagen. Damit beginnt eine kosmische Verwandlung im gebeutelten Menschen. Da bäumt sich das Licht, das in uns eingeht, über die von außen erschlagenden Umstände auf. Dieses große Licht setzt ein Aufbrechen und eine Vorwärtsbewegung in Gang, mitten in allen Widerständen. Mit dem Licht, klaren finstere Wege auf. Das Licht weckt kahle Bäume zum Leben, der wieder frische grüne Blätter treibt. 
Auch wenn unsere Tage von reichlich Finsternis umgeben sind, die gerade in dieser tristen, grauen Jahreszeit noch stärker auf uns einwirken, liegt in diesem Wort ein starker Antrieb. Wer Licht sieht, kann glauben und hoffen. Er hat Mut für feste Schritte. Daraus wächst eine heitere Zielstrebigkeit, mitten durch Nebelschwaden. Mit solch einem Licht, können wir uns gelassen durch die Widerstände durchkämpfen. Mit diesem Licht steht hinter jedem Tod die Auferstehung. Ein Wort zum entschlossenen Weitergehen, weil ein großes, weites Land vor uns steht.
Wenn wir solch ein Licht sehen, wie können wir da über Nächte klagen? 

Ein Traum in orange

Wir sollen wie die beste Stunde des Tages sein.
„Den den Herrn lieb haben sollen sein, wie die Sonne aufgeht in ihrer Pracht!“

Richter 5, 31
Der Sonnenaufgang ist die goldene Stunde des Tages. Wer ihn bewusst erlebt, saugt sich voll wie ein frisch geladener Akku-Pack. Darin liegt soviel Energie, dass er alle Gewitterstimmungen des Tage überdauert. Sonnenaufgänge sind nicht nur faszinierend anzusehen, sie sind die magischen Momente, die einen ganzen Tag bestimmen. Mit der ersten Stunde, mit dem Erwachen geben sie dem ganzen Tag einen Stempel. Der Sonnenaufgang ist die Auferstehung aus der Nacht. Wer ihn verschläft, raubt sich viel Kraft.
Die Liebe zu Gott, ist die geballte Ladung Sonnenaufgang. Unsere Liebe zu Gott ist keine Aktion, sonder Echo. Weil die Gottesliebe auf uns gefallen ist, weil die Christusenergie in uns aufgegangen ist, werden wir zu dieser Liebe fähig. Sie ist der Rückfluss dessen, was wir empfangen haben. Gott selbst hat uns aufgeladen, umgewandelt und zur Liebe befähigt. Weil Christus in uns Auferstehung feiert, werden wir zum Sonnenaufgang. Die ganze Schöpferenergie, die uns erfasst hat, bringt uns zum Leuchten. Die Liebe zu Gott macht uns zu einer glühenden orangeroten Kugel, die die Nächte der Menschen ablösen und den neuen Tag mit Sonnenaufgangs-Hoffnung erfüllen. Die Liebe zu Gott macht uns zu Auferstehungszellen für die Welt.
Wer wie die Sonne aufgeht in ihrer Pracht, pflegt andere Beziehungen, geht mit Wolkenbrüchen anders um, bringt Wärme in Eiseskälte. Dessen Schritte werden leichter, das Fernsehprogramm wechelst und sein Essen wird gesünder. Sonnenaufgänge prägen alles. In sie sind ganze Tage eingebettet. Solch ein Morgen steht immer vor Augen. 

Die Glaubenden sie die Sonnenaufgänge, die diese hektische Welt durchstrahlen und mit Energie versorgen. Welch ein glanzvoller Auftrag!
Ist die Sonne in uns schon aufgegangen, dass unsere ganze Umgebung von dieser Schönheit und Kraft zehrt?
Einen kraftvollen und gesegneten Sonntag wünsche ich euch. 

Guten Appetit 

Gaube hat etwas von einem 5 Sterne Menu.
„Schmecket und sehet, wie freundlich der Herr ist. Wohl dem, der auf ihn traut!“

Ps. 34, 9
Gott ist zum Verkosten. Glauben hat mit Essen zu tun. Gottes Güte erfährt man bei der Nahrungsaufnahme. 
Beim Schmecken zergeht uns etwas im Mund, das in uns eingeht und uns im Stoffwechsel zu Kraft und Energie wird. Christus sagt: Ich bin das lebendige Brot. Nahrung ist nicht nur ein Beispiel für den Glauben; im Glauben nehmen wir Christus auf, der satt macht. Im Schmecken liegt ein Genußfaktor. Wir genießen und schlemmen den Christus. Das hat etwas von Lieblingsessen. Wir werden an Leib und Seele satt. Wir befriedigen den Hunger, der Zeichen dafür ist, dass wir nicht aus uns selbst leben.

Lebensenergie kommt nicht aus uns selbst.
Ohne Nahrung hungern wir und der Hunger wehrt sich gegen das Sterben. Wir sind auf nicht in uns liegende Lebensmittel angewiesen. Es müssen sogar Tiere und Früchte sterben, damit wir leben können. Selbst ein Apfel hat in sich die Bestimmung auf den Boden zu fallen um sich dort zu vermehren. Alles, was wir zu uns nehmen muss sterben, dass es uns zum Leben wird.
Wo Christus zum Brot wird, muss er sterben, dass wir nie mehr hungern. Das ewige Leben wird aus diesem Tod geboren. Wo wir den Herrn schmecken, sättigen wir unseren Lebenshunger. Glauben heißt, in der Eucharistie leben. Daraus entfaltet sich das Leben Gottes in dieser Welt. Glauben ist Nahrungsaufnahme ist Brotverzehr. Im Brot essen verstoffwechselt sich Christus in uns, zu einem geheiligten Leben in Gott. Daraus wachsen die Früchte der Barmherzigkeit und Freundlichkeit. 
Gott ist beileibe kein Kostverächter und verachtet gutes Essen für den Leib. Im Gegenteil sollen wir alles was uns auf den Tisch kommt, genüsslich verzehren, weil ihm an unserem Wohlergehen liegt. Er will jedoch noch mehr, als nur den irdischen Hunger stillen, er will uns mit dem Brot des Lebens satt machen. Unser Glaube ist weit mehr, als unser Bio-Rythmus. Der Glaube pflanzt die Freundlichkeiten Gottes unter die Menschen.
Wollen wir uns da nicht dieses Brot reichlich schmecken lassen? 

Totschweigen geht nicht 

Wer seinen Lebenssinn im Wort entdeckt hat, ist nicht mehr aufzuhalten.
„Jeremia sprach: Ich dachte: Ich will seiner nicht mehr gedenken und nicht mehr in seinem Namen predigen. Aber es ward in meinem Herzen wie ein brennendes Feuer.“

Jer. 20, 9
Lebendige Worte lassen sich nicht totschweigen. Wo Gottes Wort aktiv ist, gibt es keine Stopp-Schilder. Im Wort Gottes sind keine Geschichten, die man weitererzählen kann oder nicht, es ist eine nicht aufzuhaltenden Lebensgewalt. Es ist das pure Handeln Gottes. Mit diesem Wort prallt die Erlösung auf die Erde. In diesem Wort kommt der lebendige Christus in die Welt. Dieses Wort kann nirgends vorbeigehen ohne Spuren zu hinterlassen. Es ist ein brennendes Feuer, das anzündet und heiß macht. Dieses Wort zerbricht Felsen und lässt Berge schmelzen wie Wachs. In diesem Wort liegt die ganze Schöpfungsdynamik Gottes. In ihm liegt der Urknall, der das Dasein aus der Taufe gehoben ist. Durch das Wort ist alles was ist.
Wenn der Prophet Jeremia dieses Wort predigt und dadurch mit Händen und Kopf in den Holzblock gesperrt wird, ist noch lange nicht Schluss. Wer im Namen dieses Wortes unterwegs ist, kann nicht mundtot gemacht werden. Auch wenn sich Jeremia hätte einschüchtern lassen können, so spürt er körperlich, dass dieses Brennen nicht auszulöschen ist. Wir kennen das von vielen anderen Männern und Frauen der Kirchengeschichte. Menschen, die Gott gehören und mit dem Wort dienen, handeln nicht in eigener Sache. Sie sind die Handlanger dieses Wortes. Sie sind die Exekutive des Reiches Gottes. Sie handeln nicht aus sich selbst, sondern durch sie kommt Gott zu seinem Ziel. 
Wenn wir meinen, unter dem Gegendruck, unter Repressalien, unter widrigen Umständen, müssten wir uns zurückziehen, weil der Weg zu schwer wird, da ist es genau das Wort, das uns Gottes Nähe offenbart. Im Widerstand erkennen wir, wie Gott zu den Seinen steht. Wir erfahren, dass nicht wir es sind, die den Gegnern trotzen, sondern das Wort selbst, das in uns lebendig ist. Daran wird immer deutlich, nicht der äußere Druck hat das Sagen, sondern das Wort ist mächtiger. Soviel Löschversuche auch unternommen werden, dieses Wort ist unauslöschbar.
Warum sollten wir uns einschüchtern lassen, wenn das Wort an sich nie zum Schweigen kommt?

Lichtglanz blendet 

Herrlichkeit braucht Schutz.
„Der Herr sprach zu Mose: Mein Angesicht kannst du nicht sehen; denn kein Mensch wird leben, der mich sieht.“

2. Mose 33, 20
Mose musste sich in einer Felsspalte verstecken, damit Gott an ihm vorüberziehen konnte. Wenn wir vor das Angesicht Gottes gestellt werden, wird´s unerträglich. Da kommt so viel Licht, das für uns schädlich wäre. Wer in die Sonne schauen will braucht eine starke Schutzbrille, um seine Augen nicht zu zerstören. Bei der Herrlichkeit Gottes ist das noch extremer. Für diese Form des Lichtes ist der Mensch einfach nicht geschaffen. So viel Energie braucht Schutz, um keinen Schaden anzurichen. So unverträglich sind die sichtbare und die unsichtbare Welt. Herrlichkeit kann diese Erde nicht nicht ohne einen Schutz ertragen. Niemand würde sich einfach so Laserstrahlen aussetzten. Wir können Gott nicht sehen, weil sein Lichtglanz für uns überdosiert ist. 
Gott selbst schützt uns vor dieser Energie. Er nimmt sich selbst zurück und macht sich durch Christus menschenverträglich. Er dosiert Herrlichkeit auf erdentaugliches Maß. Was wir hier von Gott erleben, sind Spurenelemente seines Glanzes. Der Glaube schlägt die Brücke in diese unfassbare Wiklichkeit. Der Glaube weiß von dem, was wir nicht sehen können und sehen dürfen. Der Glaube sieht in Christus das Unsichtbare. Durch Christus wird das Unfassbare, das Unsichtbare, wird Herrlichkeit alltagstauglich. Der Glaube kann leben, aus dem was er nicht sieht, und auf das hoffen, was für Menschen unzugänglich ist.
Wo liegen unsere Zweifel, bei dem, was wir nicht sehen können?

Der Umbruch im Kopf

Glaube ist weit mehr, als ein billiges „Kopf hoch!“
„Hebt eure Augen in die Höhe und seht! Wer hat all dies geschaffen? Er führt ihr Heer vollzählig heraus und ruft sie alle mit Namen.“

Jes. 40, 26
Aus einer Augentherapie wird eine Glaubenstherapie. Manch einer kennt noch das Kinderspiel; ich sehe was, was du nicht siehst. Da steht einem etwas vor Augen, was die anderen erraten müssen. Der Prophet macht ein ähnliches Spiel, doch mit viel größerer Wirkung. Er löst im Denken des Gottesvolkes einen Dammbruch aus. In der Verbannung, in der der Blick nur auf Verfolgung, Ausbeutung und Erniedrigung liegt, reißt er die Köpfe herum. Seht nicht auf das, was euch vor Augen steht und das Leben schwer macht, sondern hebt den Blick. Seht nicht auf das Handeln von Menschen, seht auf das Handeln Gottes. Die Änderung der Blickrichtung ist der Weg des Glaubens. Der Glaube verdreht den Kopf. Er sieht Dinge, die in Gottes Macht stehen. Er sieht Wege, die es noch garnicht gibt. Er sieht das ganze Volk, befreit im verheißenen Land. Der Glaube lebt mit dieser Blickrichtung bereits in einer erfüllten Sehnsucht. Da ist etwas Realität, was noch garnicht da ist.
Wenn ein schwer Kranker, der all die leidvollen Behandlungen einer Chemotherapie durchlebt hat, die Nachricht bekommt: wir haben es geschafft, geschieht etwas Gewaltiges. Er bekommt schlagartig in all seiner Schwachheit und seinem Elend einen unvorstellbaren Energieschub. Der Ausblick auf Rettung, der Blick auf Heilung, multipliziert die Genesung. Der Blick auf das was Gott tut und tun wird, setzt eine Revolution in Gang. Der Glaube ist ein Umbruch im Kopf. Da lebt bereits die Zukunft in der Gegenwart. Da ist der jetzige Augenblick immer größer und weiter, als alle Kurzsichtigkeit. Wer die Augen aufhebt, hat die Hoffnung mit im Boot. Im Aufblicken stellt sich schöpferische Macht gegen menschliche Ohnmacht.
Unsere Blickrichtung entscheidet über Kraft oder Schwäche, über Glaube oder Verzweiflung. Worauf schauen wir?

Ausgebrannt muss nicht sein

welch eine Portion Dummheit ist selbst unter den Glaubenden?
„Mein Vok tut eine zwiefache Sünde: mich, die lebendige Quelle, verlassen sie und machen sich Zisternen, die doch rissig sind  und kein Wasser geben.“

Jer. 2, 13
Im Blumenhaus erleben wir immer wieder mal, das unsere lieben Blümchen den Kopf hängen lassen. Sie waren ordentlich angeschnitten und in Wasser eingestellt, bis wir erstaunt feststellen mussten: Hoppla, da ist gar kein Wasser mehr in der Vase. Das Gefäß hatte einen kleinen Riss, das unsere lächelnden Schöheiten zur Trockenblume machte. Ein Trauerfall, oft nur noch für den Kompost.
Lebensgestaltung mit Rissen, Dasein im Trockendock, ist der Glaube ohne die Quelle. Auch die Christen wollen breit aufgestellt sein und sich für vieles öffnen, engagieren sich für wichtige soziale Projekte, und zerrinnen in ihrer Hingabe. Laufen aus, brennen aus, ihr Leben steht unter dem Eindruck, alles zerfließt zwischen den Fingern. Lebendigkeit kommt nicht zuerst aus der Aktion, sondern aus der Quelle. Wo Christus nicht Grundlage und Mittelpunkt ist, sind alle unsere Bemühungen vergeblich. Nicht unser Einsatz macht uns lebendig, sondern unsere Christus-Beziehung. Wo wir ausgehungert und ausgelaugt dastehen, müssen wir uns fragen, ob wir Christus verlassen haben. Wenn in diesem Miteinander ein Riss ist, braucht sich keiner zu wundern, wenn einem die Zunge heraus hängt, und die Überforderungen an uns nagen.
Chistus ist und bleibt die zentrale Quelle für alles was im Glauben geschieht. Hier tanken wir auf, wenn wir auf dem Zahnfleisch daherkommen. Hier erfahren wir unser Heil in allem Chaos. Hier bleibt ein Leben frisch in allen Schwierigkeiten. Wenn wir als Glaubensmenschen um neue Energie ringen, uns nach Perspektive und Hoffnung ausstrecken, finden wir sie an dieser Quelle.

Wir haben einen ständigen Kraftstrom in unserem brüchigen Dasein.

Wäre es nicht dumm, alles von sich selbst zu erwarten? Ist manches Verwelken nicht der Verlust der eigentlichen Quelle?