Der heiße Draht 

Fest verbunden heißt, alles überstehen.

Herr, gedenke doch an deinen Bund mit uns und lass ihn nicht aufhören!“

Jer. 14, 21

Der Prophet schreit nach Gottes Stabilität. Wo Gott an seinen Bund mit den Menschen erinnert wird, geht es nicht um eine Lebensabschnittsverbindung, das geht es um die pure Existenz. Der Bund mit Gott ist so elementar wie unser Herzschlag und unser Atem holen. Wo sich Gott an Menschen bindet, wird ihm unvergängliches Leben angehaftet. Wir werden mit Freiheit und heilenden Kräften verbunden. In diesem Bund liegt eine Gegenbewegung zu dem Sterbensprozess, der auf alles Leben gelegt ist. Wo sich Gott an Menschen bindet, bekommt der Mensch eine doppelte Staatsbürgerschaft. Er ist in zwei Reichen Zuhause. Der Bund verbindet die eine Welt mit der anderen. Das Erdendasein mit seinem täglichen Kampf, hat einen heißen Draht zur heiligen Welt Gottes. Dieser heiße Draht ist Jesus Christus.Er ist die Standleitung zwischen beiden Seiten, die immer scharf geschaltet ist.

Was eine innige Verbindung ist, kann man oft bei alten Menschen beobachten. Wenn der eine Partner stirbt, ist der andere nicht mehr lebensfähig. Es gibt immer wieder „tragische“ Ereignisse, wo der zurückgebliebene Partner, dem Ersten innerhalb kurzer Zeit „nachgeht“. So eng, so fest war die Verbindung, dass wenn der eine vorausgeht, dem anderen ein Stück seiner eigenen Existenz weggebrochen ist. 

Der Bund mit Christus, ist das Andocken an unsere bessere Hälfte. Darin liegt alles was uns ausmacht. Wir sind im Mutterschoß Gottes eingeschlossen. Das ist eine Stabilität durch dick und dünn. Da hängen wir nicht mehr in den Seilen schmerzhafter Ereignisse, sondern sind darin fest Getragene. Mit einem starken Partner brauchen wir keine schwachen Tage fürchten. Mit einem starken Partner sind wir selber stark. Daher lasst den heißen Draht glühen!

Sind wir uns bewusst, dass ohne den heißen Draht uns die Lichter ausgehen?

Advertisements

Treue ist stärker

Wer vom Elend getroffen ist, hat nicht ausgegessen.
„Du unser Gott, du großer Gott, mächtig und schrecklich, der du Bund und Treue hältst, achte nicht gering all das Elend, das uns getroffen hat.“

Neh. 9, 32 
Das ist das Große bei Gott, dem Schrecklichen steht ein großer Bund gegenüber. Zwei übermächtige Extreme begegnen sich. Das Furchtbare steht nie isoliert im Raum. Zum größten Elend gibt es ein Gegengewicht. 
Das Leben ist ein Kontrastprogramm mit allen Schattierungen. Da verstehen wir oft nicht, wie Gott die Lasten verteilt. Oder wie Bernhard Meuser es ausdrückt: Ich weiß nicht, warum Gott es zulässt, dass den Kindern die Mütter und den Müttern die Kinder genommen werden. Manche Härten können auch die Glaubenden nicht einfach mit links wegstecken. Über manchem Schicksal rotiert Herz und Verstand. Manche Wegführungen tun nur weh. Der Prophet Nehemia kennt solche Situationen und geht nicht in die Opposition. Dort, wo er nichts mehr versteht, bezieht er sich auf den Treue Bund. Dem Glaubenden wird die Treue zum Maßstab, mitten in allem Unverstehen. Er nagelt Gott an seinem eigenen Versprechen fest. Er achtet Gott höher, als sein Elend. Dort wo er an seiner eigenen Machtlosigkeit scheitert, bezieht er sich auf den Mächtigen. Damit kann sich der Bund, das Ja zu Leben an ihm offenbaren.
Die Antwort auf Leid, kann daher nie Anklage sein. Jede Form von Vorwürfen zieht den Bund in Zweifel. Leid findet sein Heil, indem wir an dem Treuebündnis aushalten. Der Glaube reift, wo großes Elend mit dem großen Gott in Beziehung gebracht wird. Wo Bartimäus schrie: Du Sohn Davids, erbarme dich meiner, blieb Jesus stehen und sprach: Ruft ihn her!

Unser Schrei geht nicht ins Leere. Der Treue hat mit den Elenden einen Bund geschlossen. Christus bleibt stehen, wenn wir rufen. Daher ist eine Aus-Situation nie das Aus.
Binden wir Gott an sein Versprechen, wenn uns das Elend getroffen hat?

Treue ist kein Traum 

Verlässlichkeit, ist das Netz, das Beziehungen verknüpft und auffängt.
„Die Wege des Herrn sind lauter Güte und Treue für alle, die seinen Bund und seine Gebote halten.“

Ps. 25, 10
Auf die Frage, wem oder was können wir vertrauen, kommt hier die Antwort; den Wegen des Herrn. Da ist das Gute in Stein gemeiselt. Treue ist das, wonach sich jeder sehnt, was jedoch nicht einmal die Hälfte der Menschen in ihren Beziehungen schaffen. Jeder will etwas Festes, sucht das Vertrauen und ist selbst nicht in der Lage auch nur eines von beiden zu leisten. Umso mehr muss muss uns diese Treue hellwach machen. Bei Gott ist etwas Beständiges, was alles menschliche überragt. Da gibt es ein Bündnis, das nicht in die Brüche geht. Da ist Verlässlichkeit für alle Zeit. Da ist etwas Tragfähiges, das durch alle brüchigen Zeiten trägt. Hinter allem Dasein steht gut und treu. Da steht einer zu sich und zu allem, was er geschaffen hat. Diese Treue ist die Garantie für alles Leben. Wenn Gott untreu wäre, hätten wir nichts mehr zu lachen, da würden wir an unserer Untreue zugrunde gehen. Das was die Menschheit erhält, ist diese Grundverlässlichkeit, auf die alles aufgebaut ist. 
Wenn wir Vertrauenswege suchen, dürfen wir nicht bei vergänglichen Menschen anfangen. Wer Treue bei Menschen sucht, muss unweigerlich enttäuscht werden. Unsere Treue kann sich nur aus dem Treuen aufbauen. Wo wir seinen Bund, wo wir Christus in Anspruch nehmen, kommt Stabilität in Untreue. Wir werden dadurch zu vertrauenswürdigen Personen, wenn wir dieser Treue vertrauen. In diesem Bund verfestigt sich das brüchige Menschsein. Indem wir in Christus die Treue zu spüren bekommen, werden wir zu tragfähigen Menschen. Weil Gott sich unverrückbar fest an Menschen bindet, können diese zu Säulen für andere werden. Verrtrauen kann dort wachsen, wo jemand dieser Treue vertraut. Hier bekommt alle Auflösung ein trägfähiges Fundament. 
Wie sehr halten wir uns an diesen Bund, dass treulose Menschen wieder festen Boden unter die Füße bekommen?

Eine Präsenz wie Atemluft 

sich verlassen vorkommen ist hart, aber es ist nur ein Gefühl.
„Der Herr sprach zu mir: Du bist mein Knecht, Israel, durch den ich mich verherrlichen will.“

Jes. 49, 3
Gottes Absicht ist klar, er will sich unter allen Umständen an Menschen verherrlichen. Eine Zusage, wie in Stein gemeiselt. Ein Treueschwur, der nicht rückgängig gemacht werden kann. Ein Bündnis, das nie geschieden wird. Menschen die einmal erwählt wurden, bleiben immer erwählt, in allen Kapriolen des Lebens. Eigentlich unvorstellbar wie enttäuschungsresistent Gott ist. Sein Wille, sich an Menschen zu offenbaren ist unerschütterlich. Da gibt es kein Ereignis, das ihn von dieser Absicht zurückschrecken lässt. Auch wenn du mein Volk eigne Wege gehst, kann das meine Hingabe zu dir nicht stoppen. Seine Gegenwart, seine Präsenz ist wie die Atemluft, die uns umgibt.
Seine Glaubenden sind nicht verstoßen, wenn Nebel aufzieht und die Zukunft schwärzer als die dunkelste Nacht aussieht. Das Leben besteht aus Schwingungen, aus Höhen und Tiefen, aus Zeiten, in denen wir uns von Gott und allen guten Geistern verlassen vorkommen. Zeiten in denen alles sinnlos erscheint, in denen wir nichts von dieser Gottesnähe spüren. Selbst Jesus klagte am Kreuz über diese Gottverlassenheit. Ganz schnell klagt der Mensch in solchen Durststrecken und zweifelt an allen Zusagen und starken Erfahrungen, die er bereits mit Gott hatte. Da zählt plötzlich nicht mehr, dass wir noch gestern auf Händen getragen wurden.
Gerade in solchen hungrigen Zeiten gilt diese Zusage: Ich will mich an dir verherrlichen. In der Ohnmacht will Gott sein Licht anzünden. Im Nebel will er seine Wege aufzeigen. In der Verlassenheit ist seine Nähe am Stärksten. Heil entsteht im Unheil.
Wo machen uns unsere Gefühle diese Gottesnähe immer wieder madig?

Zwangsbeglückung befreit

manches Mal ist eine Zwangsheirat das Beste was uns passieren kann.
„Ich will einen ewigen Bund mit meinem Volk schließen, dass ich nicht ablassen will, Ihnen Gutes zu tun.“

Jer. 32, 40
Liebe ist, geheiratet zu werden. Was hier geschieht ist nicht normal. Hier geschieht nicht ein Bund in gegenseitigem Einvernhmen, sondern weil Gott will. Dabei pickt er sich nicht einen Menschen oder ein Volk heraus, das ihm sympathisch ist, nein, er bindet sich an sie. Ungefragt und gar nicht auf eine Antwort wartend, sagt er einfach, da hast du mich, ich gebe dir alles. Er hat einfach die Absicht, sich an Menschen zu verschenken. Er will bereichern und das Beste in ihr Leben bringen. Er überschüttet, ohne darauf zu warten selbst geliebt zu werden. Was Gott hier macht ist nicht normal, das ist Gnade, das ist der Christus-Bonus. Er steht uns in Stalker-Mentalität nach, ohne vereinamen zu wollen, nur um uns Gutes zu tun.
So unverschämt verrückt kann nur Gott sein. Nichts schreckt ihn zurück, sich an uns zu binden. Wer so geliebt wird, wer solch eine Gnade erlebt, dem können nur die Knie weich werden. Dieser einseitige Bund verwandelt etwas in uns. Wo sich unablässig Christus zu uns stellt, ist unsere Gegenwart eine andere. Da verwirklicht sich in jedem Augenblick Auferstehung und Schöpfer-Gegenwart. Da ist jeder Moment mit Heil geschwängert. Da wird im Jetzt unsere Schmerzzone durchbrochen. Wo die Gnade nicht die Finger von uns lässt, steht unser Tag in der größten Freiheit.
Gott will sich an uns binden, wo geben wir ihm einen Korb?

Ein Bund ist Gold wert

Gott will unter allen Umständen Bündnisse erhalten.
„Du sollst nicht ehebrechen.“

2.Mose 20, 14
Alles liegt in dem Bund, der Gott mit dem Menschen geschlossen hat verankert. Gott knüpft Lebensverbindungen. Aus dieser Verbindung geht Leben hervor. Der Bund mit Gott ist unsere Nabelschnur für unser Dasein. Darin entfaltet sich das Wunderwerk der Schöpfung. Bund ist kein angebunden sein, sondern ein gegenseitiges inspiriert werden. In einem Zusammenschluss liegt eine Befruchtung. Darin liegt die ganze Dynamik Gottes. Da entfaltet sich das Menschsein zu seiner eigentlichen Größe. Jeglicher Bruch, dreht dem Leben den Saft ab. 
Dieses Bündnis mit Gott liegt jeglicher menschlichen Gemeinschaft zugrunde. Die Verbindung von Mann und Frau hat einen Schöpferstatus. Sie ist eine heilige Zelle aus der Neues entsteht. Durch diese Verbindung lebt die Gottesgeschichte. Darin liegt die Zukunft der Welt und die Zukunft, die Gott mit Menschen hat. Wir müssen uns diesen Adel den eine Ehe hat, einmal so richtig auf der Zunge zergehen lassen. Diese Zelle zwischen Mann und Frau ist etwas total Edles, etwas Kostbares, das mit nichts auf dieser Welt zu vergleichen ist. Es ist eine großartige Verschmelzung, die keinen unverändert lässt. Sie ist Gottes zentrales Lebensmodel. Alle Ideologien, wie Gender, die andere Modelle gleichberechtigt daneben stellen wollen schießen an diesem Punkt zu kurz. 
Deshalb genießt die Ehe bei Gott solch einen großen Schutz, dass sie in den 10 Geboten verankert ist. Gott kämpft gegen Brüche. Gott will Ursprünglichkeit erhalten und setzt seine Leidenschaft gegen jede Form von Auflösung. Solch ein Bündnis ist wie ein Augapfel, der viel Schutz braucht, weil er durch seine Empfindlichkeit sehr gefährdet ist. Dieser eigentlich heilige Bund ist ein Zusammenschluss von unheiligen Menschen. Darin liegt die große Spannung und das vorprogrammierte Elend. Es bedarf großer Umsicht, dass dieses Schiff keinen Schiffbruch erleidet. Unsere Herausforderung ist es, immer neu dem nachzuspüren, was solch eine Zelle aushebelt. Gott will keine Brüche, er will heilen. Er will Mut machen, das Verbindende zu suchen und das Trennende zu verabscheuen. Schwierigkeiten sollen anspornen zu kämpfen und nicht loszulassen.
Wir stehen immer in der Gefahr, dass Miteinander zerbrechen will, was tun wir heute um Bündnisse zu erhalten und aufzubauen?

Gut vernetzt sprengt Grenzen

image

die Heitere

Einzelkämpfer sind gefärdet, wer ein gutes Netzwerk hat, kommt durch.

„Ich will meinen Bund mit dir aufrichten, sodass du erfahren sollst, dass ich der Herr bin.“
Hes. 16, 62

Wir haben einen Verbündeten. Gott bindet sich an Menschen, er verkuppelt sich mit seinen Glaubenden. Dieses Bündnis ist mit Jesus Christus besiegelt. Über uns steht der Regenbogen der über der Arche stand. Das Zeichen, dass Gott zum Leben steht. Verbündete sind Partner, sind keine auf sich selber gestellten Einzelgänger. Da werden Kräfte gebündelt und verstärkt. So eine Cooperation ist eine gewaltige Wertsteigerung für uns. Damit entstehen für uns Lebens- und Handlungsmöglichkeiten, die wir alleine nie hätten.

Heutzutage wird in Gesellschaft und Wirtschaft sehr auf starke Netzwerke Wert gelegt. Keiner kann alleine existieren. Jeder braucht zum Überleben starke Partner. Der Bund mit Christus ist unsere Existenzsicherung. Daraus entsteht unsere Hoffnung, unser Wachstum und unser Frucht bringen. Ohne dieses Bündnis fehlt die Erfahrung, des uns zugewandten Gottes. Gott will  durch dieses Netzwerk, seine Schöpferkräfte, dem Menschen verfügbar machen. Hier beginnt das Menschsein über sich hinauszuwachsen. Was entsteht, ist nicht mehr von unserem  Vermögen oder Unvermögen abhängig, sondern von der Realität Gottes.

Mit der Eucharistie bindet sich diese Realität an unser Leben. Durch das Bündnis kommen unglaubliche Dimensionen in unser Leben. Wir können dadurch weit über unsere Verhältnisse hinauswachsen.

Wo lässt sich das erkennen, dass wir unsere Grenzen verlassen, weil wir solch einen Verbündeten haben?

Partnerschaft vom Feinsten

es geht um eine Partnerschaft, die jenseits von Gut und Böse ist.

„Ich will mit euch einen ewigen Bund schließen.“
Jes. 55, 3

Was Gott beabsichtigt, ist für uns gar nicht mehr nachvollziehbar. Einen Bund für die Ewigkeit. Unsere Lebensbündnisse sind oft nur noch auf wenige Jahre angelegt. Es gibt Lebensabschnittsgefärden, die uns für eine gewisse Zeit begleiten, eine Ehe mit 50 Jahren ist bereits rekordverdächtig.

Gott will nicht nur Gold oder Platin, er will ewig. Gott träumt von einem unendlich gegenseitigen Befruchten. Er brennt darauf, sich mit uns dauerhaft zu verkuppeln. Er will sich in uns hinein investieren und voll darin aufgehen. Sein Glück ist das Glück unseres Lebens. Er definiert sich in der Verbindung zum Menschen. Partnerschaft vom Feinsten. Alles was ihn ausmacht, soll in uns Auferstehung feiern. Seine Liebe sollen die Flügel unseres Lebens sein.
Das ist kein belastendes Bündnis,  unter dem wir manchmal schier zugrunde gehen, das uns den letzten Nerv raubt und alle Zukunftsperspektiven nimmt, nein, das ist genau dieses Miteinander, das uns voll aus der Reserve lockt. Da begegnet uns die allergrößte Wertschätzung, die uns voll herausfordert und zum Besten antreibt. Das ist die Begegnung, die heil macht, zur Ruhe kommen lässt und die stärkste Standfestigkeit gibt, für die Stürme des Daseins. Nur in diesen Bund entfalten sich die allerfeinsten Strukturen unserer Persönlichkeit.

Den ewigen Bund signalisiert Gott im Regenbogen über der Arche und in jeder Eucharistie, in jedem Abendmahl. In Brot und Wein erneuert Christus diese ewige Verbindung, die uns zu dem macht was wir sind, – Geliebte Gottes. In der Eucharistie legt sich Gott voll ins Zeug für uns.

Können wir uns da erlauben, geringschätzend mit dieser endlosen, uns aufbauenden Zuneigung umzugehen?