Erhebender Gesang überwindet

An unserem Gesang erkennt man, für was unser Herz brennt.
„Herr, erhebe dich in deiner Kraft, so wollen wir singen und loben deine Macht.“

Ps. 21, 14
Singen und loben hat einen Grund. Es entsteht aus den Schwingungen des Herzens. Was uns begeistert, was das Herz bewegt, bringt uns in Bewegung, davon reden und singen wir. Davon ist der ganze Mensch angezündet und das sprudelt aus dem Mund. Beim Gotteslob, hat Gott Feuer gelegt. Wo Lippen den Herrn loben, hat Gott Herzen überwältigt. Lobgesang ist die Resonanz von Erhebung. Gott hebt Menschen in einen neuen Stand und ganz anderes Dasein. Er versetzt uns in das Reich seines Sohnes. Wo Gott menschliches Sein in seine Wirklichkeit heraushebt, sprudeln die Herzen. Das erlebt man oft bei neu zum Glauben Gekommenen. Da ist die überschwängliche Begeisterung kaum zu bremsen. Da bebt und klingt die ganze Person. Da singt und klingt es, da gibt es nur noch ein Gesprächsthema, da ist ein Angezündeter durch Erhebendes angefüllt.
Leidenschaftliche Menschen erkennen wir daran, wovon sie schwärmen. Als passionierter Fotograf begeistern mich Lichtstimmungen. Eine Landschaft in der Morgenstimmung mit entsprechendem Seiten- oder Gegenlicht lassen mich tanzen wie ein Rumpelstilzchen. Für andere ist es der Sport oder der Urlaub, was sie heiß machen. Das was uns bewegt, was uns erhebt, davon schwärmen und singen wir. Was den Mund zum Klingen bringt, ist das was im Herzen antreibt. Unser Lob verrät, was uns erhebt. Unsere Tage erzählen, was in uns brennt.
Wo das Gotteslob verstummt, erhebt anderes. Das Jauchzet, frohlocket, entzündet sich, wo wir im Alltäglichen an Christus Feuer fangen. Wo er sich kraftvoll über unsere Menschlichkeit erheben kann. Wenn solch ein Lobgesang in uns klingt, hebt er uns über das Kleingedruckte unseres Lebens hinweg. Unser Mund besingt, woran unser Herz glaubt.
Welche Mächte besingen wir? 

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Heiß gemacht 

worauf unser Augenmerk liegt, wir uns in allem Denken und Tun prägen.
„Richtet euer Herz zu dem Herrn und dient ihm allein.“

1. Sam. 7, 3
Die Psychologen sprechen von der Zweckpyramide, wenn es um das geht, was alles Handeln des Menschen bestimmt. Das ist wie das innere Programm, das uns steuert. Der Grundmotivationspunkt, weshalb wir überhaupt etwas tun. Oder wie es in der Werbung so schön heißt: Jeder hat etwas, was ihn antreibt. 
Bei den Glaubenden macht Gott heiß. Das hängt mit der inneren Ausrichtung zusammen. Wo Menschen sich auf Gott ausrichten, sich nur in seine Richtung drehen, öffnen sie sich dem, der von Grund auf, auf uns ausgerichtet ist. Gott brennt nach uns. Er will alles was er ist und hat uns zufließen lassen. Er hat einen ständigen Bewegungsdrang auf uns zu. Er will an seinem Überfluss teilhaben lassen, er will mit uns Unvorstellbares bewirken. Wo wir uns dahin ausrichten, wo wir auf diesen Drang eingehen, wo wir dem Wort und Christus Raum geben, werden wir zu einer Zündkerze. Wir fangen Feuer und entwickeln ungeahnte Kräfte. Wo unser Herz, unser ganzes Sein und Bestreben in Gott ist, setzen wir Energien frei, die wir von Natur aus nicht haben. Wo wir uns auf Gott ausrichten, übernimmt er das Kommando. Auf Gott ausgerichtet sein heißt, geführt sein. Da sind wir getrieben, von dem was Gott treibt. Da handeln wir nicht in eigener Sache. Da werden wir zu dem, was Gott sich immer von uns dachte – Ebenbild. In uns brennt das Feuer des Evangeliums. Von uns geht Liebe und Heil aus. Wir sind die Segensträger in einem geschundenen Leben. Wir bringen den verletzten Herzen Heilung und Trost. Wir werden zur fruchtbaren Insel im Katasthrophengebiet.
Auf was wollen wir heute ausgerichtet sein?

Ein Schrei gegen das Abstumpfen

Leidenschaft und Sehnsucht reißen Türen auf.
„Erhöre uns nach der wunderbaren Gerechtigkeit, Gott, unser Heil.“

Ps. 65, 6
„Erhöre uns,“ spricht eine starke Sprache. Es steckt voller Nachdruck, voller Leidenschaft, voller Kühnheit. Es ist kein bescheidenes, hör mir mal zu, sondern, mach endlich was, ich kann es kaum erwarten, ich brauche dich! Dahinter steht ein Mensch in seiner ganzen Sturm und Drangphase. Es ist ein Schrei nach Gerechtigkeit und Heil. Hier findet sich einer nicht mit erlebtem Unrecht und Unheil ab. Hier geht innere Not, Zerrissenheit, und die Auflehnung über unerträgliche Zustände auf die Barikaden. Es ist ein Aufbruch und Ausbruch zu Gott. Das erhöre uns, schreit die Ohnmacht zum Himmel. Es ist der Schrei gegen die innere Müdigkeit, gegen alles verzagen, gegen alles abstumpfen und kalt werden.
Das eigentliche Elend der Menschen beginnt dort, wo sie sich mit dem Elend abfinden. In dieser Gleichgültigkeit stirbt jede Hoffnung, jede Liebe und Freude. Wo das Schreien zu Gott verstummt, entsteht kein Heil mehr. Wo das erhöre mich nicht mehr zum Himmel steigt, sind Gott die Hände gebunden. Gott wartet auf unseren Schrei, weil er auf leidenschaftliche Menschen wartet. Er öffnet sich denen, die ihr ganzes Vertrauen auf ihn setzen. Unsere Sehnsucht nach Erlösung, kann nur diese eine Adresse haben. Gerechtigkeit und Heil steht denen offen, die von ganzem Herzen danach brennen.
Wo haben wir uns mit Zuständen abgefunden, die uns lähmen, mürbe gemacht haben und uns abstumpfen lassen? Wie  können wir daraus einen neuen Schrei nach Gerechtigkeit machen?

Worte die glühen 

wie wir im Vergänglichen das Bleibende gewinnen.
„Erhalte mich durch dein Wort, dass ich lebe, und lass mich nicht zuschanden werden in meiner Hoffnung.“

Ps. 119, 116
In unserem Gottesdienst verwenden wir Weihrauch. Für die Anbetung löst sich wertvolles Harz auf und steigt im Rauch mit unserem Lob zu Gott. Das geschieht mit einer glühenden Kohle. Erst wenn diese Kohle durch und durch Glut ist, kann sich der Weihrauch entfalten und das zum Ausdruck bringen, was Worte nicht sagen können.
Durch und durch leben und hoffen können liegt im Glühen. Hoffnung und Leben geschieht in einem durchdrungen sein. Das was uns erhält und glühen lässt ist das Wort. Es ist nicht die Kraft, die wir aus uns selbst entwickeln, es ist das Feuer, das die Kohle zum Glühen bringt. Das Wort ist die Macht die lebendig macht. Im Wort entfaltet sich Christus, der uns feurig in die Zukunft blicken lässt. Durch das Wort sehen wir weit über unser Dasein hinaus. Wir stehen im Horizont des Ewigkeitssonntags. Unser Hoffnung ist nicht Weltuntergang, sondern die Vollendung in Christus. Alles Unvollendete, was uns jetzt zu schaffen macht, ist nie das Ende. Das Ende ist, dass Unvollkommenheit nicht mehr sein wird. Das Wort gibt immer neu Anlass zu solch unverschämter Hoffnung. Das Wort hält uns lebendig, weil wir dadurch immer das Bleibende in aller Vergänglichkeit gewinnen. Wo wir im Wort bleiben, kann das Glühen nicht ausgelöscht werden. Im Wort bleibt in uns der Ewigkeitssonntag lebendig.
Wie sehr lassen wir uns durch das Wort immer neu entzünden?
Einen gesegneten Sonntag wünsche ich euch. 

Eifer kommt aus dem Wort

alles was mit dem Glauben zu tun hat, kann nur mit ganzer Leidenschaft geschehen.
„Alles, was der Herr gesagt hat, wollen wir tun und darauf hören.“

2. Mose 24, 7
Halbherzigkeit ist das Übel der Menschheit. Jeder einigermaßen erfolgreiche Verkäufer muss für die Menschen und seine Produkte brennen, sonst macht er kein Geschäft. Irgendwann nagt er dann am Hungertuch. Eifer ist ein Zeichen von Feuer, von Leidenschaft, von dem, ich brenne für meine Sache. Jeder hat Dinge, die ihn heiß machen. Das sollte nicht zuletzt unser Beruf sein. Eine Arbeit, die nicht aus einem Brennen für eine Sache geschieht ermüdet und macht langfristig krank.
Auch der Glaube lebt von ganzer Leidenschaft. Gott will uns anzünden. Gott will heiß machen. Er hasst Trägheit und Halbherzigkeit. Gott will nicht der Puderzucker unserer Torte des Lebens sein, er will Teig und Füllung sein. „Alles“ ist das alles Entscheidende. Alles was Gott sagt, soll uns ausmachen. Sein Wort, sein fleischgewordenes Wort, sein Christus will alles in uns durchdringen. Da soll ein Feuer angehen, das keiner löschen kann. Wo sein Wort Raum schaft, bleibt keiner auf dem Sofa sitzen. Da hat Langeweile ausgedient, da sprudelt eine ideenreiche Quelle, die nicht zu stoppen ist. Wo dem Glaube das Feuer fehlt, mangelt es am Wort, mangelt es am „allem“ was der Herr gesagt hat.
Der Umgang mit dem Wort, mit Christus entscheidet über Trägheit oder Leidenschaft. Wo wir innerlich müde geworden sind, wo uns Zweifel umteiben, wo das Brennen nur noch ein schwaches Gühen ist, sucht das Wort mehr Raum. Nicht nur ein bischen, Glaube braucht alles. Gottes Eifer, Gottes Brennen, will in uns mitreißen, will uns mit Haut und Haaren bewegen.
Wo sind unsere Halbherzigkeiten, die dieses „Alles“ verhindern?

Was glüht, zündet an

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wir sind Marktschreier der Nation.

„Machet kund unter den Völkern sein Tun, verkündiget, wie sein Name so hoch ist!“
Jes. 12, 4

Gott gehört nicht zu den Stillen im Lande. Er ist prall gefülltes Leben, das in kein Gefäß passt. Gott ströhmt, Gott läuft über, Gott ist nicht aufzuhalten in der Bewegung zum Anderen. Er fließt und fließt und fließt. Er schafft und erneuert unentwegt das Leben. Alles ist von seiner Dynamik überragt. Sein Name steht für Heil, für Befreiung, für Todbezwinger. Da ist nichts, das diese Energie aufhalten kann.

Wo diese lebensschaffende Macht auftrifft, kommt etwas in Bewegung. Glaubende sind von diesem Feuer angezündet. Christen sind keine Einweckgläser, die diese Energie konservieren, dass sie ja lange hält. Was von Christus berührt wurde, bleibt nicht in der Komfortzone. Da beginnt etwas zu fließen, zu expandieren. Leben, das sich nicht ausbreitet ist bereits am Sterben. Leben und sitzen bleiben sind Gegensätze. Leben ist dort lebendig, wo es wächst und sich vermehrt.

Deshalb muss sich der Christus in uns zwanghaft vermehren. Er führt uns nicht in die Beschaulichkeit, sondern zum Du. Wir sind ein Probagandaorgan, das aus dem Evangelium sprudelt. Wir sind weltweites Internet, das global diese Lebensbotschaft vermarktet. Wir sind beauftragt nicht für uns zu bleiben, sondern die Trommeln zu rühren, für die Kräfte der Überwindung. Das geschieht mit Herzen, Mund und Händen. Christus zu verkündigen ist ein Lebensstil des ständigen Aufbruchs. Die Erlösung ist nicht nur für mich, sie ist für alle.

Wieviel Feuer steckt in uns, dass es die Kraft hat, andere zu entzünden?

Wie Lust geboren wird

Leidenschaft erobert Herzen.

„Habe deine Lust am Herrn; der wird dir geben, was dein Herz wünscht.“
Ps. 37, 4

Sind wir heiß auf Gott? Wen oder was wünscht unser Herz?
Um in Gemütswallungen zu kommen, muss uns jemand anzünden. Wenn unser Herz Wünsche hat, muss es etwas entdeckt haben, das begehrenswert ist. Lust am Herrn, kommt durch seinen Überfall auf uns. Er ist auf Eroberungskurs. Er ist ständig unterwegs, Feuer anzuzünden. Sein Erbarmen liebkost unentwegt die Angekratzten. Seine Hände unterfangen die Fallenden. Seine Zuwendungen, suchen unser Echo. Gott will uns permanent angraben und unser Herz schwach werden lassen, will dass der Funke überspringt.

Daraus wird unsere Lust geboren. Nach solch einem Liebhaber sehnt sich das Herz. Hier schwärmen zwei leidenschaftliche Herzen aufeinander zu. Es wird zur Wiege des Vertrauens, zum Fundament von Glauben. „Weil du bei mir angekommen bist, lasse ich mich in dich hineinfallen und erwarte alles von dir. Ich brenne für dich und gehe in dir auf. Alles was ich mir wünsche bist du.“

Wo diese Leidenschaft in uns glüht, gehört uns alles, was Gott ausmacht. Er gibt uns alles, was in seiner Grenzenlosigkeit steht.
Unser Glaube ist unsere Lust und damit stehen uns alle Türen offen.

Wollen wir uns weiter in unserem Mangel und Unvollkommenheit durchquälen, oder uns fragen, wie es mit unserer Lust am Herr aussieht?