Alt und frisch

du bist so alt wie deine Gedanken, und so jung wie dein Glaube.
Die gepflanzt sind im Hause des Herrn, werden in den Vorhöfen unseres Gottes grünen. Und wenn sie auch alt werden, werden sie dennoch blühen, fruchtbar und frisch sein.“

Ps. 92, 14-15
Wie passt das zusammen, alt und frisch? Immerwährende Jungend ist der Traum vieler Menschen, zumindest der Werbung. Unsere Erfahrungen sprechen dagegen. Im Sport ist man mit vierzig „zu alt“, in der  Modebranche bereits mit dreißig. Alt und frisch geht nicht mit den natürlichen Gesetzen von Aufblühen und Verwelken.
Grünen und Blühen hängt mit den Bodenverhältnissen zusammen. Gepflanzt im Hause des Herrn. In Gott gibt es ganz andere Wachstumsbedingungen. Das ist viel mehr als nur gutgedüngter Humus. Das schafft Gott selbst einen fortlaufenden Erneuerungsprozess, der unserem natürlichen alt werden entgegenwirkt. Da wirkt sein heilsames Wort in unsere heillose Welt. Wir sind in Christus gepflanzt. Die Wurzeln gründen im Kreuz und der Auferstehung. Damit können Menschen alt werden und frisch bleiben. Der Glaube an Christus belebt unsere Gebrechlichkeit. Die Gottesbeziehung bringt die Beziehung unter den Menschen zum Blühen. Wer selbst von Tag zu Tag erneuert wiird, kann in der Liebe wachsen und bis ins Alter blühen und frisch bleiben. Dieses Wort vom Anfang, hängt bei uns im Gästehaus, auf dem Weg zum Gottesdienst. … ihr seid so jung wie euer Glaube. Es erinnert uns dauerhaft, in der richtigen Erde gepflanzt zu sein.
Können wir an unserem Leben erkennen, dass dieses dennoch blühen, fruchtbar und frisch bleiben da ist, oder müssen wir dringend umgetopft werden?

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Bleibendes ist unkaputtbar

Was kümmert es eine deutsche Eiche, wenn ein Dackel an sie pullert?
„Gott, du bleibst, wie du bist, und deine Jahre nehmen kein Ende.“

Ps. 102, 28
Eine unvorstellbare Aussage, die uns da entgegen kommt. Gott bleibt! Gott wird nie alt! Das ist das krasse Gegenteil, von dem was wir tagtäglich erleben. Da ist etwas unverrückbar fest, das unzerstörbar ist. Unauslöschliches Leben, inmitten von Sterben. Standfestigkeit, wenn alles zwischen den Fingern zerrinnt. Das bleibt etwas ewig jung, wenn das Leben wie ein Schatten an uns vorüberhuscht. Gott steht wie eine Eiche, auch wenn die Stürme drum herum alles zu Kleinholz machen. Dass Gott bleibt, gibt brüchigem Leben Halt. Dass er kein Alter kennt, ist die ewige Lebendigkeit, wenn wir alt aussehen.
Das Wort stammt aus einem Bußpsalm, bei dem der Beter bald verzweifelt, an der Vergänglichkeit seiner Tage. Doch nur ein Blick auf Bleibendes kann hochzucken. Nur etwas Unvergängliches kann trösten, wenn alles verwelkt. Bleibendes kann nicht aus dieser Welt kommen. Bleibendens kommt von der anderen Seite des Lebens. Der Glaube greift auf die andere Seite.

Er schafft aus verzweifelden Umständen, tragfähige Umstände. Wer an dem Bleibenden hängt, ist nicht dem Untergang ausgeliefert. Der Glaubende geht auf dem Wasser, indem normalerweise jeder ertrinkt. Wo der Glaube sich dem bleibenden Gott öffnet, verliert das Vergängliche seine bestimmende Macht.
Was hält uns noch auf, gerade wenn uns alle Felle davon schwimmen, zu glauben und zu stehen wie eine deutsche Eiche?