Wir können wieder blühen

Wach auf mein Herz, die Nacht ist hin, die Sonn ist aufgegangen. (Lorenz Lorenzen)

„Wenn du auf die Stimme des Herrn, deines Gottes, hörst: Gesegnet bist du in der Stadt, und gesegnet bist du auf dem Feld.“
5.Mose 28, 2-3

DaChristus ist auferstanden! Er ist wahrhaftig auferstanden! Das ist der Ruf, der von Christus ausgeht, der spricht: „Ich war tot, und siehe, ich bin lebendig. Ich habe die Schlüssel des Todes und der Hölle.“ Das ist die Stimme, die an Ostern durch Stadt und Feld tönt. Damit wird alle Nacht übertönt und es bricht ein Morgen an, der von seiner Leuchtkraft einzigartig ist. Wenn du auf die Gewalt dieser Stimme hörst, dann beben die Grabsteine und die Erde zittert. Ab heute tritt ein neues Gesetz in Kraft. Die Stimme des Herr verkündet die Auferstehung. Das ist noch viel mehr als der Umbruch vom Winter zum Frühjahr, wo jetzt aus toten, vertrockneten, matten und unscheinbaren Zwiebeln, farbenfrohe Narzissen, Tulpen, Hyazinthen und Blausternchen sprießen. Vor ein paar Wochen brauchte man noch viel Phantasie, um an dieses Blühen zu glauben. Aus der nassen kalten Erde, kommt fast schlagartig ein heiteres Hups, da bin ich! Es erinnert an Goethes Osterspaziergang: Vom Eise befreit sind Strom und Bäche. Da zieht sich der Winter in kahle Berge zurück und die Menschen werden wieder bunter und beleben Straßen und Gassen. Mit der Ruf der Auferstehung, fließt Segen auf die dürren Wiesen und vertrockneten Schollen. Die Stimme des Herrn, ruft dieses Erwachen, diese neue Lebendigkeit übers Land. Das sind nicht nur Frühlingsgefühle, die die Schmetterlinge im Bauch aufwecken, das ist ein Glaubensauf- und umbruch. Da schmilzt das Wintergepräge, das standardmäßig das Genick einzieht und sich gegen den eisigen Wind in dicke Decken einmummelt. Auferstehung ist Frühling im Glauben. Da übernimmt die Sonne die Führung. Der Winter wird eingemottet.

Diese Stimme, diese Botschaft begegnet uns an Ostern. Wer diese Stimme hört, bricht innerhalb weniger Tage, von einem dürren Holz zu einem prall gefüllten, leuchtend gelben Forsythienzweig auf. Diese Stimme verwandelt unseren müden Alltag. Da bricht Ewigkeit in alles Sterben hinein. Wer diese Stimme hört und sich darauf einlässt, wird in Segen gehüllt. Da kommt in alles beschwerliche Mühen in Stadt und Feld ein dazu geschenktes Gelingen. Wer diese Stimme hört, und sich an ihr fest macht, sie ins Gedächtnis einbrennt, dass er sie nicht mehr vergisst, erlebt Kraftströme, die tote Äste und vertrocknete Zwiebeln zum Austreiben bringt. Sich dieser Stimme verschließen, belässt das dürre Holz in seinem jämmerlichen Zustand. Der frierende Mensch bleibt in seiner eisigen Genickstarre und kämpft gegen seine grauen kalten Tage. Hören bringt Segen.

Christus ist auferstanden! Kann das nicht viel Totes in uns zu neuem Leben erwecken?

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Die heilsamste Therapie

Wir sind unablässig von einer Leben schaffenden Kraft umgeben und durchdrungen.

„Gott sprach: Es werde Licht! Und es ward Licht.“1.Mose 1, 3

Knackiger und knapper kann man den Inhalt von Leben nicht mehr auf den Punkt bringen. Der 3. Satz der Bibel bahnt eine unverrückbare Leuchtspur. Gott kippt den Schalter. Gott schafft Licht; damit atmet die Schöpfung. Mit Licht entsteht Photosynthese und der Baum fängt an zu wachsen. Sonnenstrahlen, und schlagartig sind die Menschen gut drauf. Wo Licht ist, ist Leben. Mit dem Licht, ist alle Existenz auf lebendig sein gesetzt. Das ist kein Plan oder eine tolle Idee, es ist tatsächlich so. Es werde und es ward. Licht ist ein Tatbestand für alle Zeiten. Diese Voraussetzung liegt auf allem umnachteten Leben. Aller Finsternis ist das Licht ausgegangen. Gott hat gezielt am Anfang der Schöpfung die Nacht beendet. Er hat das ganze Betriebssystem der Erde auf „Go“ gestellt. Mit dem Licht stellt er alles Leben in seine Gegenwart. Alles Gedeihen lebt aus der Gottes-Präsenz. Gott in seiner Existenz garantiert wachsen, blühen und Frucht tragen. Im Licht wird der Mensch zu einem fruchtbaren Geschöpf. Die Beziehung zum Licht macht den Menschen aus. Wo die Lichter ausgehen, ist die Beziehung ausgegangen. Mit dem Christus-Licht bringt er das Licht nicht nur in die Welt, sondern ins Zentrum des Menschen. Christus ist das Licht der Herzen. In der Schaltzentrale, aus der alle Entscheidungen des Lebens hervorgehen soll dieses Licht aufgehen. Im Kern des Denken und Fühlens, sollen alle Nächte verschwinden. Christus ist die Großoffensive gegen die Finsternis und alle geistige Umnachtung. 
Von diesem Licht sind wir umgeben und durchdrungen. Wir haben damit den kürzesten Weg zum Leben, wenn die Lichter ausgehen. In unserem Miteinander wird es tagtäglich finster. Auf den besten Beziehungen liegen Schatten. Menschsein ist eben ohne Licht dunkel. Damit geschehen Verletzungen, es entsteht Frust und wir werden von Bitterkeit aufgefressen. Diese Nacht und dieser Sterbensprozess liegt auf den schönsten Freundschaften. Wir brauchen uns da keinen Illusionen hingeben, dass wir selbst das abstellen oder uns das abtrainieren können. Die Aufhellung, das Licht kommt nicht aus uns, sie kommt aus dem, der Licht ward. Wir können damit jeden Augenblick gegen alle Wachstumsstörungen angehen. Wir können, wenn wir versauern, uns so schnell wie möglich ins Licht setzen. Der Glaube ist die heilsamste Lichttherapie. Wo das Herz schwer und die Gedanken belastet sind, ist dieses Licht die beste Medizin.
Warum tun wir uns oft so schwer, die wohltuende Kraft des Lichtes an uns zuzulassen und nach einer schrecklichen Nacht, einen neuen Tag zu gestalten?

Blühen ist stärker

Das Aufrichten und Stärken ist immer größer, als alle Niedergeschlagenheit.
„Der Herr verstößt nicht ewig; sondern er betrübt wohl und erbarmt sich wieder nach seiner großen Güte.“

Klagel. 3, 31-32
Erbarmen ist Gottes großes Thema. Das ist sein Manifest gegen alle Zerstörung. Gott findet sich nie mit Leid ab. Er ist der starke Gegenpol, zu allem, was über den Menschen hereinbricht. Güte schockiert den Terror.
Menschen neigen dazu, sich vom Übel bestimmen zu lassen. Wenn ein Unglück passiert, wenn Beziehungen zerbrechen, wenn Miteinander belastet oder angefeindet ist, dann kommt oft danach der Zweifel an Gott. „Gott hat mich wohl vergessen und verlassen!“ Wo´s dick kommt, wo wir unten durch müssen, wo Glaube kein Zuckerschlecken mehr ist, da gehen uns die Lichter aus. Da konzentriert sich der Blick nur noch auf das Elend. Ganz leicht lassen wir uns in die Ausweglosigkeit buchsieren. 
Neben allen Härten, die wir erleben, steht die Güte. Das Schwere, das Böse ist von dem Guten eingekreist. Leid steht immer im Erbarmen. Das Ungute ist zeitlich befristet, durch die ewige Güte. Da ist eine permanent lebensschaffende Kraft, die das Erdrückende erdrückt und überdauert. Da ist für den Gelähmten die Aussicht, wieder auf eigenen Beinen stehen zu können; da werden sich die Blinden an der Schönheit einer Blume erfreuen können. Der augenblicklich, unerträgliche Zustand, verliert angesichts der Güte seine bedrohende Macht. Wo Gott sich erbarmt, ist das Schicksal entmachtet. Da werden wir im Leid aufgerichtet und gestärkt. Da ist die schwierigste Situation  nie mehr ohne Hoffnung. Da wird durch Christus das Leid mit Herrlichkeit verbunden. Da ist der Schmerz nicht das Ende, sondern der Anfang des Erbarmens, das wieder aufrichtet
Wo die Güte bestimmt, flieht das betrübt sein. 

Beflügelt uns in der Blindheit bereits die Farbe der Blume? 

Blühende Grüße 

wir werden satt durch Gottes Gaben. 
„Lasst uns doch den Herrn, unseren Gott, fürchten, der uns Frühregen und Spätregen gibt zur rechten Zeit und uns die Ernte treulich und jährlich gewährt.“

Jer. 5, 24
Zur Zeit ist bei uns im Ermstal die schönste Woche des Jahres. Kirschblüte. So prall, so satt und so makellos wie selten. Es gibt keine Magnolienblüte, die irgendeinen braunen Rand durch Frostschäden hätte. Ein Blütenmeer, das vor Bewunderung in die Knie zwingt. Wem hier nicht das Herz überläuft, lebt sicher in der Gefriertruhe. Die Schöpfung erwacht aus dem Dornröschenschlaf. Ein Fest von Überfluss und Schönheit. Ein Gott, der sich in seiner ganzen Leidenschaft entfaltet. Angesichts der warmen Temperaturen in einer überwältigenden Dynamik und Durchschlagskraft. Wir sind zu sehr vielem in der Lage, doch bei diesem Anblick bleibt nur Staunen vor der Macht eines Größeren. 
Gott hüllt uns in Frühregen und Spätregen. Er deckt uns den Tisch durch sein Wohlwollen. Ein kleiner Frost und wir hätten bei all unserem Mühen im Herbst keine Ernte. Frucht wächst aus Furcht; aus der Ehrfurcht vor Gott. Wir können den Baum pflanzen und begiesen, doch Blühen und Frucht tragen liegt nicht in unserer Macht. Frucht ist ein Zusammenspiel von göttlicher und menschlicher Arbeit. Ein Liebesspiel, des beschenkt Werdens und des Aufgreifens. Wir werden satt an Gottes Gaben. Das Korn, das uns zuwächst, wird zum Brot, welches das Leben nährt. Die Trauben am Weinstock, werden zum Blut Chrsti, das uns Anteil an Gottes Reich gibt. Alles Leben findet seinen Ursprung  in dem, der selbst das Leben ist. So empfinden wir nicht nur überschwengliche Freude, wenn wir in das Meer des Blühens schauen, sondern finden in Ehrfurcht unseren Platz vor Gott, der uns in das Leben einhüllt. Gaben Gottes sind Eucharistie. Auch in den ungemütlichen Zeiten von Frost und starrer Kälte, wo nichts vom Blühen zu sehen ist, liegt das ganze Potenzial der Güte Gottes. 
Warum ist die Furcht vor schweren Zeiten, oft größer, als die Furcht vor dem, der uns in Frühregen hüllt?

Die Güte mit der Tüte

solange wir leben, wird es keinen Moment geben, in dem alle Lichter ausgehen.
„Die Güte des Herr ist´s, dass wir nicht gar aus sind.“

Klagel. 3, 22
Wie oft stehen wir in Situationen, in denen wir denken, jetzt ist alles vorbei, jetzt geht gar nichts mehr. Da sind Lebenskrisen, die uns an den Rand unserer Existenz bringen. Vor 3 Tagen war der 13. Jahrestag unseres Großbrandes. Es war die Zeit meines persönlichen „Platiktütenfeelings“. In den Tagen danach, war meine Plastiktüte und ich. In der Tüte, die geschenkt bekommenen Hemden und Hosen, die im Blumenhaus abgegeben wurden. Der Brandtag war zunächst so ein Nullpunkt, an dem vor den eigenen Augen ein Lebenswerk niederbrennt und alles aufgefressen wird. Dann die Güte mit der Tüte. Schon in der Brandnacht waren wir beileibe nicht die dem Schicksal Ausgelieferten. Wir wurden von wohlwollenden Menschen umringt und unterstützt.
Es gibt keinen Augenblick ohne Güte. Die Güte des Herrn lässt sich nicht niederbrennen. Sie ist gerade in der Katastrophe am Sichtbarsten. Sie leuchtet heller als das Feuer, das vernichten will. Güte ist Gott in Person. Wohlwollende Gottesgegenwart, die aus der Asche zum nächsten Blühen bringt. Güte ist die stärkste Macht gegen alles Unglück. Die Güte ist es, dass selbst die größten Lebenskrisen bei uns keinen Schlussstrich ziehen können. Die Güte zeigt uns, dass Leben immer stärker ist als der Tod. Von Gott her tragen wir das Gütesigel der Unsterblichkeit. Was auch passiert, durch die Güte wird sich das Übel zum Guten wenden. Es wird bei denen die Glauben immer ein heiliger Rest bleiben, aus dem Neues entsteht. Wo wir uns auf ihn verlassen, wird alles Ungute zum Guten mitwirken.
Warum sollten wir am Leben und an Gott zweiflen, solange die Güte über unserem Leben steht?

Das Geschwür ist weg

wer nicht entsorgt, kommt in Altlasten um.
„Der Herr sprach: Ich habe vergeben, wie du es erbeten hast.“

4. Mose 14, 20
Wie ein gewaltiger Sonnenaufgang steht diese Aussage im Raum: Ich habe vergeben. Gott schafft Dreck weg. Da wird Belastendes weggegeben. Bedrohendes wird aus der Welt geschafft. Gott praktiziert den einzig richtigen Weg mit Schuld; – weg damit. Er kennt die zerstörerische Kraft, das wie ein Geschwür das Leben auffrisst, deshalb entsorgt er. Er befreit sich und den Menschen von einem inneren Zermürbungsprozess. Schuld frisst, Schuld ist wie Ungeziefer, die alles aushöhlen. Ganz egal ob wir an jemand schuldig geworden sind, oder andere uns Unrecht zugefügt haben. Schuld ist ein Dauerbrenner, ein zugrunde richtender Krebs ohne Heilungschance.
Vergeben macht Schluss mit diesem Quälgeist. Mit Christus hat Gott entsorgt. Das ist das Geschwür weg. Da regeneriert ein gebeutelter Körper. Da wird ein Messie von seinen Müllbergen befreit. Da weht frische Luft durch das Zimmer. Ich habe vergeben, ist ein Neuanfang. Es lässt das Alte beim Alten. Vergeben ist das Heute ohne gestern. Im Jetzt zählt das Vergeben, das nichts mehr mit dem Vergangenen zu tun hat. Es ist weg und hat im Heute nichts mehr verloren. Wo die Altlasten weg sind, beginnt ein neues Blühen. Ab da ist ein Leben frei, um sich in seiner ganzen Schönheit zu entfalten. Vergeben macht gesund. Vergeben ist die heilsamste Therapie. Vergeben bereit. Wer diese Vergebung erfahren hat, kann großzügig vergeben.
Warum halten wir soviel Müll fest? Wieso lassen wir uns von Dingen, die in der Vergangenheit liegen zerfressen? Warum quälen wir uns damit, in dem wir das uns zugefügte Unglück konservieren? Ist es wirklich gut, wenn wir an dem Satz festhalten: Vergeben will ich schon, aber vergessen kann ich nicht?
Einen gesegneten Sonntag wünsche ich euch.

Raus aus dem Schattendasein 

ein Haus gehört mir, wenn die Eigentumsverhältnisse geklärt sind.
„Der Herr hat uns gemacht uns nicht wir selbst zu seinem Volk und zu Schafen seiner Weide.“

Ps 100, 3
Mein Bauch gehört mir! Das war vor Jahren ein großes Thema der Frauenrechtsbewegung. Sollte ausdrücken, ich entscheide, ob ich meine Schwangerschaft austrage oder abtreibe. Ein verantwortungsloser, egozentrischer Irrtum. Leben steht in Zusammenhängen, da sind manche Eingriffe des Menschen pure Anmaßung.
Was Gott schafft, ist von ihm aus der Taufe gehoben. Gott schöpft Leben. Menschen können dazwischenfunken und manipulieren, aber der eigentliche Lebensimpuls kommt von außerhalb. Gottes Ja entscheidet über Sein oder Nichtsein. Wir sind nicht nur der Wunsch unserer Eltern, sondern ein Traum Gottes. Mit uns will Gott seinen Garten schmücken und die Welt zum Blühen bringen. Wir gehören zu einem Architekturkonzept, das alles in den Schatten stellt. Der Schöpfer plant mit uns ein Weltwunder. Über unserem Dasein liegen Gedanken, die nichts mit Spießbürgertum zu tun haben. Wir sind für die Genialität Gottes gemacht. Ein Leben, das sich nur selbstbestimmt in den eigenen vier Wänden abspielt, ist eine krankhafte Verkrüppelung. Wir sind Herrlichkeit, etwas von dem Lichtglanz, den Gott auf seine Schöpfung gelegt hat. Wir sind Spiegelbild des Allerhöchsten.
Was passiert, wenn ein Ziegelstein bestimmt, wie das Haus werden soll, für das er gedacht ist?  Wir sind oft stolz auf unser Ziegelsteindasein und legen uns mit dem Architekten an.  Wo wir mit einem Ziegelsteinhorizont das Leben gestalten, kann das nur in die Hose gehen. Wir bleiben weit unter den Verhältnissen, für die wir eigentlich gedacht sind. Wenn die Eigentumsverhältnisse unseres Leben geklärt sind, kann unser Leben zu einem Meisterwerk werden. Wo Gott für uns ein Schattendasein führt, wird auch unser Leben im Schatten bleiben.
Es ist das beste, was uns passieren kann, dass wir sein Volk sind und wir aus ihm und für ihn gemacht sind. Damit erhält unser Dasein seinen Glanz und wird zu einem Lobgesang.

Sollten sich da nicht unsere stolzen Wellen legen?