Wir haben ausgesorgt

Es ist ein riesiger Unterschied, von dem, wer die Sorge über unser Leben übernimmt.
„Es ist umsonst, dass ihr früh aufsteht und hernach lange sitzet und esset euer Brot mit Sorgen; denn seinen Freunden gibt er es im Schlaf.“

Ps. 127, 2
Ganz selbstverständlich geht heute Morgen die Sonne über der endlosen Orangenküste Spaniens auf. Ich habe keine andere Aufgabe, als durch den Sand ans Meer zu laufen und das glühende Schauspiel zu bewundern. Ich kann nichts dazu beitragen; das großartigste Ereignis eines Sonnenaufgangs, spielt sich einfach vor meinen Augen ab. Die Schöpfung erwacht und holt sich Atem für einen langen, heißen Tag. Wohltuende Ruhe breitet sich aus, die vom Rhythmus des Wellenschlages gestreichelt wird. Das Leben feiert seine Auferstehung, als wäre es nie anders gewesen.
In größter Selbstverständlichkeit zelebriert Gott seine Freude am Dasein und der Mensch sitzt mit Sorge am Frühstück. Gleich nach dem Aufstehen dreht sich das Riesenrad mit der Melodie, wie werden wir das heute bloß wieder schaffen. Die Sorgenmühle ist derart lähmend, dass wir manchmal unter dem Eindruck stehen, dass wenn wir es nicht schaffen, dreht sich die Erde nicht mehr. Mit allzu großer Sorge pfuschen wir Gott ins Handwerk.
Das Wort heute will uns an die Hand nehmen und den eigentlich für-uns-Sorgenden vor Augen malen. Fürsorge ist Gottes tägliches Brot. Das was er anpackt ist versorgt. Mit Links greift er in die Schwere unserer Tage. Von ihm aus ist an alles gedacht. Der Gott des Heils übersieht nichts. Wo er sorgt, kann unsere Soge schwinden. Da läuft das, was wir nicht zum Laufen bringen. Glaube schafft die Gelassenheit, das Gott sein Reich baut, dass er die Erde erneuert, und auch mit den Menschen zurechtkommt, an denen wir uns die Füße wundgelaufen haben. Was Gott im Schlaf gibt, braucht uns nicht zu sorgen.
Ist nicht jeder Sonnenaufgang ein Gemälde davon, dass Gott nicht schläft?

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Atemwege werden frei 

Welch ein Kontrastprogramm, für die Schwere unserer Tage.
„Die Gerechten freuen sich und sind fröhlich vor Gott und freuen sich von Herzen.“

Ps. 68, 4
Viele unserer Tage sind nicht gerade zum Jubeln angelegt. Da ist Dauerstress durch belastete Beziehungen. Da sind Schmerzen auszuhalten, die oft unerträglich sind. Da gilt es alte und verwirrte Eltern zu Pflegen, was ein keiner Weise erbaulich ist. Da klingt es selbst für Glaubende fast unwirklich, wenn hier von fröhlich und Freude im Herzen gesprochen wird. Es macht den Eindruck, dass die Härten des Lebens nicht ernst genommen werden und einfach ignoriert und überspielt. 
Doch diese Freude hat einen eindeutigen Sitz. Es sind die Gerechten, die von Gott in einen anderen Status gehoben sind. Gerecht sind die, die durch Christus in einen neuen Stand versetzt sind. Da wird im Alten etwas völlig neu. Da verändern sich nicht  die täglichen Belastungen, da wird der belastete Mensch verändert. Gerecht gemacht sein, ist ein innerer Umbruch. Da wendet sich im Bösen etwas zum Guten. In dieser Veränderung, werden Spannungen entlastet. Da werden die Atemwege frei, auch wenn es einem den Hals abgewürgt. Da bäumt sich in uns das Leben über den Tod auf. 
Das ist das wundersame Geheimnis vom Reich Gottes, dass es zuerst das belastete Herz entlastet. Da fällt ein gewaltiger Druck ab. Die Christus-Begegnung ist ein Freuden-Impuls. Da wird das Geschlagene wieder lebendig. Da findet in der äußeren Beklemmung, eine innere Befreiung statt. Das ist ein Kontrastprogramm, das ist ein Themawechsel. Ein neues Thema bekommt das Sagen. Mit diesem Freuden-Impuls können wir nicht mehr in der alten Leier weitersingen. Daran erkennt man den gerecht Gemachten, dass er sich unter allem Schweren,  von Herzen freuen kann.
Glauben wir denn, wenn sich sich unsere Umstände ändern würden, wir mehr Grund zu Freude hätten?