Getröstete können neu anfangen

Es ist das größte Geschenk des Glaubens, dass jeder neue Tag, wie ein unbeschriebenes Blatt ist.

„Der Herr hat sein Volk getröstet und Jerusalem erlöst.“
Jes. 52, 9

Wo Gott tröstet und erlöst unterscheidet er sich ganz wesentlich von Menschen. Er hätte jeden Tag genug Grund mit seinem Volk einen Strich zu ziehen. Da hat er Menschen erwählt, göttlich zu sein. Er will mit ihnen das Beste vom Besten auf dieser Erde schaffen. Die Seinen sollen an Genialität nicht zu überbieten sein, weil er an ihnen und durch sie schöpferisch und gewaltig handelt. Doch Israel verwirtschaftet diese Erwählung und das Heiligtum liegt in Trümmern. Ein Jammer, wie Menschen aus Gold Dreck machen. Sie sind der typische Fall eines C-Mitarbeiters, der sich auf den Karren setzt und von anderen ziehen lässt. Egal was man ihnen in die Hände gibt, es wird nichts. Da hast du ein tolles Unternehmen, die allerbesten Voraussetzungen, damit Mitarbeiter selbstständig und gut zu arbeiten, den Kunden alles zu bieten, dass sie nicht nur gut bedient, sondern begeistert sind, und dann sind da Leute, denen nichts recht ist. Da sind dann Mitarbeiter, denen ihre Arbeit wichtiger ist als der Kunde, der vor ihnen steht. Da steht der Kunde in der traumhaften Umgebung eines Blumenhauses, hat den Duft der Frühlingsblüher in der Nase und wird von einem achtlosen Mitarbeiter heruntergefrustet. Ein Unternehmer kann sich solche Leute nicht lange leisten und muss sich von ihnen trennen.

Gott hat noch viel genialere Ideen, hat Visionen von einem Miteinander, bei dem der eine den anderen mit Liebe übertrifft und muss ständige Abfuhren erleben. Er muss mit zusehen, wie seine Gerufenen, seine gute Sache zu einem Häufchen Elend werden lassen. Doch an diesem Punkt zieht er keinen Strich. Er ist damit nicht fertig und erwählt sich eben ein anderes Volk, sondern er will, dass jeder zur Erkenntnis der Wahrheit kommt. Gott ist unabhängig von menschlichem Verhalten. Er trennt sich weder von der Absicht sein Reich zu bauen, noch andere Menschen dafür zu wählen. Wenn er tröstet und erlöst zieht er auch einen Strich, doch nicht zum Menschen, sondern zu dem was nichts taugt. Mit Christus erhält er sich die Freundschaft und Liebe zum Menschen. Mit Christus behält er die Freude am Sünder. Damit muss er Schuld und Versagen nicht anrechnen und summieren, bis ein riesiger Berg vor ihn steht, der nicht mehr überwunden werden kann, sondern er hat damit ein unbeschriebenes Blatt vor sich. Egal was gestern war, heute kann es ganz neu weitergehen. Das ist die unglaubliche Gnade der Christus-Erlösung. Der Mensch ist nicht die Summe seines Versagens und das Elend eines verkorksten Lebens, sondern eine tägliche Neuschöpfung. Gott investiert alles, um im zertrümmerten Jerusalem wieder seinen heiligen Tempel aufzurichten. Das Geschenk, des täglichen Neu-Seins tröstet die Glaubenden. Wir brauchen nicht die Schutthaufen betrauern, sondern dürfen mit Trümmern Neues schaffen.

Bedauern wir noch, oder sind wir schon getröstet?

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Gehorsam verleiht Flügel

Wer überhört, verschließt sich Türen und begrenzt sich selbst.

„Gehorcht meiner Stimme, so will ich euer Gott sein, und ihr sollt mein Volk sein.“
Jer. 7, 23

Ein Herz und eine Seele mit Gott sein ist eine Frage der Ohren. Die heiße Liebe zwischen Gott und Mensch beginnt, wenn er die Saiten unseres Herzens anzupft und seine Melodie im Menschen zu klingen beginnt. Sein Wort ist der Geigenbogen, der die Saiten zu streichen beginnt. Dieser kleine Berührungspunkt bewegt Welten und erfüllt Räume mit einzigartigem Klang. Der Saal bebt von Gesang. Die Liebe wird so heiß, dass sie den anderen durchdringt und ein Teil von ihm wird. In dem Spiel von Musik wird Gott mit seinem Volk ein Paar. Da bedingt einer den anderen. Einer macht den andern vollkommen. Wo sich diese beiden Pole miteinander verschmelzen, entsteht ein atemberaubendes Kunstwerk, das seine Umgebung in Bann zieht. Frischverliebte sind immer faszinierend und anziehend. Gott träumt von solch einer Beziehung. Sie macht ihn aus, sie macht sein Volk aus, sie macht die Glaubenden aus.

Heiße Liebe brennt durch Gehorchen. Gerade solch ein, für uns abstoßendes und altmodisches Wort, hat Feuer. Damit stimmen wir dem zu, was er sagt. Wir lassen es zu, dass der Geigenbogen uns bespielt. Was er sagt, macht uns zu einer klingenden Geige. Sein Wort formt mit virtuoser Kraft. Wir haben nicht nur gehört, sondern geben seiner Stimme einen Klangraum. Gehorsam lässt sich selbst los, entspannt total, dass das Konzert mit ihm beginnen kann. Gehorsam, ist der Sesam öffne dich, bei dem Gott alle Register zieht. Sich auf seine Stimme einlassen, macht uns zu Geliebten, die unter dem Liebhaber über sich hinauswachsen. Darin wird Menschsein zu einer unglaublichen Wahrheit befreit. Vielleicht löst Gehorsam deshalb solch ein Unbehagen aus, weil es solch eine verändernde Kraft besitzt, unter der wir uns selbst nicht mehr wieder erkennen. Wo das Wort klingt und wirkt, kann nichts bleiben wie es ist. Da fängt ein Instrument an, Töne von sich zu geben, die man noch nie von ihm gehört hat.

Der Stimme gehorchen, durchbricht allen Trott. Die Misstöne werden überstimmt. Ein tonloser Holzkasten, wird ein nicht wiederzuerkennender Klangkörper. Gehorsam verleiht Flügel.

Warum sollten wir Angst haben, uns auf dieses Wort einzulassen?

Jubel nach dem Gewitter 

Wenn sich bei Nacht ein Gewitter ausgetobt hat, beginnt ein unvergleichlich neuer Morgen.

„Herr ich preise dich! Du hast mir gezürnt! Möge dein Zorn sich wenden, dass du mich tröstest.“

Jes. 12, 1
Wo der Zorn sich wendet, beginnt Glückseligkeit. Das tobende Gewitter in der Nacht hat uns vielleicht um den Schlaf gebracht, doch der Morgen danach, wenn die Sonne wieder aufgeht ist wie ein Traum. Dieser gewaltige Umbruch sorgt für eine Stimmung, die jeden Fotografen jubeln lässt. Alles ist so jungfräulich frisch und mit Regenperlen überzogen, die im anbrechenden Licht an Schönheit nicht mehr zu überbieten sind. Der Umbruch vom Zorn, offenbart Gottes größtes Geheimnis. Im Zorn hat sich die ganze Unlust des Menschen gegen Gott aufgeladen und die Welt unter Spannung gesetzt. Wo sich der Zorn entlädt, lässt Gott Noah eine Arche bauen, um Mensch und Tier zu erlösen. Zorn entsteht, wo sich die Liebe nicht mit dem Bösen abfindet. Doch die Entladung die bei Gott stattfindet ist seit Noah nicht die Zerstörung (nie wieder will ich alles Leben auslöschen), sondern die Vergebung. Das ist das Einzigartige, wie Gott mit Zorn umgeht. Er entlädt die Spannung, indem er einen neuen Morgen schafft. Der Schöpfungsmorgen nach dem Zorn heißt Christus. Damit ist der Dampf raus. Durch dieses Model von Versöhnung entkrampft er alles spannungsgeladene Miteinander. Mit Christus hat der Zorn seine zerstörende Kraft verloren und wird zu einem unvergleichlichen Morgen. Wo Gott angefangen hat zu vergeben, begann für die Welt die größte Erneuerung. Vergebung heißt das Zauberwort, das die Schöpfung in die Glückseligkeit führt. Wer vergibt, rechnet nicht mehr an, stapelt keine Spannungen mehr aufeinander, sondern tröstet im Unglück. Mit Christus haben die polternden Nächte ein Ende. Da erwacht ein neuer Morgen in einzigartiger Klarheit und Schönheit.
Weil sich der Zorn gewendet hat, können wir Versöhnung leben. Getröstete brauchen eigene und andere Schuld nicht mehr anhäufen bis der Haufen explodiert, sie entspannen durch ständiges Vergeben. Wo Vergeben zum Lebensprinzip wird, führen wir selbst ein unbelastetes Leben. Das ist unser Glück und Seligkeit. Da sind wir die Befreiten, die nur noch über den neuen Morgen jubeln können. 
Wo brodelt in uns noch das Gewitter, das uns von dieser selig machenden Erfahrung trennt?    

In uns frisst nichts mehr

Frisch verliebt, vergibt sich am besten.
„Du bist ein Gott der Vergebung, gnädig und barmherzig, langmütig und reich an Güte.“

Neh. 9, 17
Das ist wahre Größe. Gott ist grenzenlos unabhängig, von allem Unrecht, das ihm geschieht. Wer solche Eigenschaften besitzt, hat das Zeug, die ganze Welt zu erobern. Vergeben, gnädig und barmherzig zu sein, zeigt eine königliche Freiheit, die sich von keinem noch so großen Hass erschüttern lässt. Gott bewahrt sich dadurch seine Menschenfreundlichkeit. Selbst wenn er mit Füßen getreten wird, kann er offenherzig die Hände ausstrecken. Er belastet sich nicht mit Enttäuschung, Vorwürfen und pingeligen Auseinandersetzungen. Er hat sich komplett befreit, vom Kampf ums eigene Recht. Die Zusammenfassung von Vergebung, gnädig und barmherzig sein, von Langmut und reicher Güte heißt Jesus Christus. Mit dieser Begnadigung allen Unrechts, bewahrt sich Gott seine jungfräuliche Liebe zum Menschen. Durch dieses Vergeben, löst er sich aus aller Verkrampfung, die Schuld auslöst. Er kann offen und unbelastet auf jeden zugehen und mit dieser Barmherzigkeit die Welt zum Leben lieben. Da liegt nichts mehr in der Luft, was seinen Drang zum Nächsten zurückhalten könnte. Vergebung macht ihn handlungsfähig, damit seine Güte in voller Wucht auf die Erde fällt. Damit bleibt er uneingeschränkter Schöpfer und Liebhaber des Lebens. Nichts hindert ihn, segnend sein Wohlwollen reichlich zu verschwenden.
Frisch verliebt, liegt ein Anflug dieser Eigenschaften auf einer Beziehung. Wo die Liebe noch heiß und unverbraucht ist, verzeihen wir dem anderen fast jeden Blödsinn. Da kann man gönnerhaft über die kleinen menschlichen Schwächen hinweg gehen. Von anderen wird man bereits schief angeschaut, wenn man in den unterschwelligen Sticheleien, lächelnd darüber hinweg sieht. Wo die Liebe stark ist, ist die Vergebungsbereitschaft hoch. Doch wenn der Alltag nagt, Fehler sich wiederholen und die Länge die Last trägt, fällt das vergeben immer schwerer. Der Frust wird immer größer, die Belastung unerträglich. Da braucht es den Befreiungsschlag der ersten Liebe. 
Mit Christus stellen wir uns in die Selbstheilungskraft der Vergebung. Erfahrene Barmherzigkeit braucht nicht mehr anrechnen. Wer den gnädigen Gott erlebt, muss nicht mehr krampfhaft ums eigene Recht kämpfen. Er befreit sich selbst durch das Vergeben, von den Lasten die ihm zugefügt werden. Wo wir vergeben, können wir aufatmen, unabhängig vom Verhalten des anderen. Da nagt und frisst in uns keiner mehr. Durch das vergeben werden wir zu einem Menschen der frisch verliebt ist. Da ist nichts was uns aufhalten könnte, diesen neuen Tag als unbelastetes Geschenk zu gebrauchen.
Warum lernen wir nicht viel schneller zu vergeben, um frei zu werden für eine unverbrauchte Liebe? 

Einen gesegneten Sonntag wünsche ich euch. 

Fröhlich sündigen 

Wo der Geist vor Ehrfurcht still steht, kann nur die unendliche Liebe unterwegs sein.
„Ich will euch mehr Gutes tun als je zuvor, und ihr sollt erfahren, dass ich der Herr bin.“

Hes. 36, 11
Wenn Gott das Gute in sich ist, ist noch mehr Gutes, das Höchste der Gefühle. Gott übertrifft sich damit selbst. Wo Gott sich im Guten überschlägt gibt es keine Steigerung mehr vom Allerbesten. Seine Zuneigung zum Menschen ist durch nichts zu toppen. Da kocht die Liebe in  ihrer ganzen Leidenschaft. Mehr Gutes ist der Höhepunkt all dessen, was Gott für die Versöhnung mit Menschen einsetzt. Der Gipfel des Guten ist Christus, mit dem er dem Adamsgeschlecht vergibt. Damit ist der abgrundtiefe Mensch gerecht und vor Gott in Ordnung. Zwischen Gott und Mensch steht kein Makel von Schuld mehr. In diesem mehr Guten, soll der Mensch erfahren, dass alle Gerechtigkeit von Gott ausgeht. Kein menschliches Werk kann mit dazu beitragen. Das ist die reformatorische Botschaft, die wir morgen feiern. Wir erfahren das Gute durch: allein das Wort, allein die Gnade, allein Christus. Durch das mehr Gute, wird der Mensch vor Gott gut, was sonst unmöglich wäre. Damit hat Gott sich selbst übertroffen. Versöhnung mit Gott ist allein sein Werk und in Christus für alle Welt zusammengefasst. Gott hat dadurch nichts mehr gegen uns in der Hand. Wo er vergeben hat, stehen wir makellos vor ihm. Durch Christus steht der sündige Mensch unter der Schöpfungsaussage: Und alles war sehr gut.
Wie tut das Gute so gut. Da formt sich ein Staunen vor so viel unfassbarer Liebe. Da schlägt die Dankbarkeit Purzelbäume. Da kann die belastete Seele befreit aufatmen. Wo wir von diesem Guten übermannt werden, leben wir aus der Gnade. Wir können fröhliche Sünder sein, wie Luther es sagt, weil aus der Vergebung leben. Wir fallen und können sofort wieder aufstehen, als sei nichts gewesen. So natürlich wir sündigen, so selbstverständlich wird uns vergeben. Wer in dieser unfassbaren Liebe des Guten steht, gebraucht Vergebung in höchster Ehrfurcht. Je mehr wir sündigen, umso Christusabhängiger werden wir. 
Was passiert, wenn wir aus diesem Staunen und befreit sein unseren Tag gestalten?

Befreite jubeln lauter

Wer aus Lasten herausgerissen ist, kann nur jubeln.
„Mit fröhlichem Schall verkündet dies und lasst es hören, tragt´s hinaus bis an die Enden der Erde und sprecht: Der Herr hat seinen Knecht Jakob erlöst.

Jes. 48, 20
Das Gottesvolk hat gut lachen. Das große Weltreich Babylonien ist zusammengebrochen und die einst gefangen gehaltenen Juden können wieder in ihre Heimat zurück. Umbrüche, Mauern, die gefallen sind, Menschen, die Befreiung erlebten, kennen wir aus der eigenen Geschichte. Wenn der Herr erlöst, fallen Lasten ab. Gott reißt im Großen und Kleinen Mauern ein. Er schafft Umbrüche in Köpfen und Herzen. Manch einer stürzte sich in eine Beziehung und erhoffte dabei das große Glück, bis nach und nach dieses Glück zur Hölle wurde. Gefangen und angekettet, leidet man sich durch die Jahre, bis zum nicht mehr aushaltbaren Knall. Im Kopf machte es klick und es fallen Mauern ein. Man erkannte, dass Loslassen zur Befreiung wird. Man löste sich von der Vorstellung, dass jede menschlich geschlossene Verbindung unter einem göttlichen Versprechen liegt. Es gibt durchaus Ehen, die nicht von Gott zusammengefügt sind, bei denen eine Trennung befreit, für einen weit größeren Dienst im Reich Gottes. Umbrüche geschehen um Kopf der Menschen. Umbrüche schafft der Herr. Umbrüche wenden die Geschicke der Völker und das Leben der Menschen. Wo Gott aus babylonischer Knechtschaft befreit und die Seinen nach Hause bringt, geht er immer auf die Existenz Christus zu, der seine Kinder wieder beim Vater beheimaten will.
Wer von Zwängen und Lasten befreit wird, der kann nur außer sich sein. Loslösung und Erlösung lässt jubeln. Der Befreier muss gefeiert werden. Wieder Zuhause ankommen ist ein Fest. Wo Gott erlöst, stellt er den „Normalzustand“ wieder her. Mit Christus kommt Grundlegendes in Ordnung. Christus führt aus der Belagerung nach Hause. Das ist ein tagtäglicher Umbruch, in allen Mauern und dem gefangen sein widriger Umstände. Christus macht Erlösung zu einem Dauerzustand. Wir sind die dauerhaft aus der Gefangenschaft herausgerissenen. Da ist ständig ein Grund, sein befreit sein von unerträglichen Lasten hinauszuposaunen. Durch die Erlösung werden wir von heimatlosen Gefangenen zu befreiten Beheimateten. Wir tragen die Spuren der vergangenen Tage an uns, sind jedoch nicht mehr die Ausgelieferten, sondern die Überwinder auf dem Weg nach Hause. 
Ist das nicht ein Fest, von dem alles wissen sollen? 

Ruckzuck sauber

Ratz fatz ist die Platte geputzt.
„Ich will die Sünde des Landes wegnehmen an einem einzigen Tag.“

Sach. 3, 9
Gott räumt den Dreck weg. Wo die Sünde weg ist, ist die Ungerechtigkeit aus der Welt. Da ist alles weg, was von Gott und dem Leben trennt. Da herrschen saubere Verhältnisse. Wir kennen die Aktion „saubere Stadt“, bei der oft Schüler einen Tag lang die Straßenränder säuberten.
Wenn Gott an einem einzigen Tag die Sünde aufräumt, dann ist das für Gottes Zeitrechnung ein Klacks. Wenn für ihn tausend Jahre wie der gestrige Tag sind, dann ist ein einziger Tag ein winziges Aufblitzen. Blitzartig ist das Unrecht fort und Leben da. Mit Christus ist eine schlagartige Änderung möglich. Von jetzt auf sofort sind wir vor Gott gerecht gemacht. Ratz fatz sind Altlasten weg. Diese Befreiung, dieses Aufatmen wirkt sofort. Mit Schuld fertig zu werden, ist für Christus kein lang dahin schleichender Prozess. Weg ist weg. Kein Nachtragen, kein langwieriges Ausheilen, kein mühsames Vertrauen, das wieder aufgebaut werden muss.
Der von Christus befreite Mensch, kann unbefangen in Grechtigkeit leben. Er lebt als der gerecht Gemachte in einer sündhaften Welt. Von ihm gehen die sauberen Verhältnisse aus, die er in die sterbende Menschheit hineinbringt. Damit wird die Verantwortung wahrgenommen, die wir in der Welt haben. Wir greifen wie Bonhoeffer dem Rad in die Speichen. Da kann man nicht mehr mit der Ungerechtigkeit der Menschen leben. Da geschieht Erneuerung in allem Alten. Das durchzieht unsere Familien und Gemeinschaften, das durchdringt Gesellschaft und Politik. Wem die Lasten abgenommen sind, der kann eine gebeutelte Menschheit aufrichten. Die gerecht Gemachten tragen das Recht, das Richtige und Gute in alles Unrecht.
Leben wir als die Befreiten in unserem Umfeld, oder tragen wir noch an den eigenen Lasten?

Der Druck ist weg

Unbelastete leben freier.
„Jauchze, du Tochter Zion! Frohlocke, Israel! Freue dich und sei fröhlich von ganzem Herzen, du Tochter Jerusalem! Denn der Herr hat deine Strafe weggenommen.“

Zef. 3, 14-15
Wegnehmen wirkt wie übergeschnappt. Den Glaubenden ist ein dicker Brocken abgenommen. Was Gott wegnimmt, stelllt die Welt auf den Kopf. Jauchzen, frohlocken, freuen und fröhlich sein, was schon fast abnormal ist, werden durch Wegnehmen ausgelöst. Wegnehmen ist die elementare Botschaft des Evangeliums.
Die Strafe, die Gott abnimmt, sind all die Auswirkungen eines Leben ohne Gott. Strafe ist das Dahinwelken der Schöpfung, durch die Schuld des Menschen. Diese Strafe liegt auf IHM, auf dass wir Frieden hätten, sagt Jesaja. Mit Christus fällt bei den Glaubenden etwas ab. Da wird das gestörte Gottesverhältnis aufgelöst. Da fällt der Tod weg. Wo das Sterbende weggenommen wird, macht Christus dem Leben Platz. Das ist für die gefallene Schöpfung die maximalste Entlastung. Mit diesem Wegnehmen kommt eine neue Grundrechenart in unsere Tage. Da summiert sich nicht das schuldhafte Verhalten bis zur Unerträglichkeit, dass am Ende das Ergebnis Depression und Verzweiflung ist, sondern Gott nimmt davon weg. Christus ist der Schuldenabrtrag, für ein Leben Im Plus.
Diese Rechnung will uns Gott beibringen. Damit geht der ganze Überdruck aus unserem Dasein, das oft nur brennende Autos von Hamburgs Straßenrändern vor Augen hat. Wenn Gott wegnimmt, verliert das Chaos seine Endgültigkeit. Da kann man im Schrecken hoffen. Da beginnt Jubel in der Trostlosigkeit. Da heilt etwas, in allem Unheil. Weil Gott wegnimmt, geschieht etwas Gegensätzliches im Leben. Da ist das Gottes Volk zu einem aufbauenden und entlasteten Dasein befreit, inmitten bedrohlicher Verhältnisse.
Sieht man an unserem Jauchzen und Freuen, dass wir diese Rechenart kennen?
Einen gesegneten Sonntag wünsche ich euch.

In Gnade gebadet

Ein geadelter Mensch, kann aufrecht durchs Leben gehen.
„Du, Herr segnest die Gerechten, und deckest sie mit Gnade wie mit einem Schilde.

Ps. 5, 23
Wer von Gott mit Gnade zugedeckt ist, ist besser dran als Siegfried in der Nibelungen Sage. Der im Drachenblut Gebadete hatte einen Vollkörperschutz bis auf eine kleine Stelle auf der Schulter, die ihn noch verletzlich machte. Die Gnade wirkt vollflächig. Ein in Gnade Gehüllter ist ein gerecht Gemachter Ungerechter. Er lebt aus dem Zuschuss eines Anderen. Da tut einer mehr, als er muss, und wir erfahren etwas, was wir nicht verdient haben. Mit Gnade zudecken, ist wie in den Adelsstand erheben. Wir werden zu etwas gemacht, was wir nicht sind. Mit Gnade zugedeckt, ist mit Christus aufgerichtet. Damit wird ein Sünder zum Gerechten. Die Gnade verwandelt jede Anklage, die über einem Leben steht. Sie hüllt den Glaubenden in einen Schutzmantel, in seinem schuldhaften Dasein. Auch wenn wir nach wie vor in einer gefallenen Welt leben und ständig selber schuldig werden, macht die Gnade ständig neu vor Gott. Mit Christus hat Gott das Verdammenswerte aus unserem Leben gewischt. Ein Begnadigter ist frei von aller Anklage. Da kann kein schlechtes Gewissen mehr quälen. Da ist wirklich alles weg, was belasten will. Selbst wenn wir jemand umgebracht hätten, befreit die Gnade von einem lebenslänglichen Dauervorwurf. Wir hätten die Folgen unserer Tat auszutragen, doch wer mit Gnade zugedeckt ist, hat wieder Anteil am Leben.
Gnade lässt den Sünder aufrecht gehen. Schluss mit dem Jammer, der Dauergebückten, die die schlimmen Zustände an sich und um sich herum beklagen. Wo Christus aufrichtet, brauchen wir nicht niederdrücken, oder uns niederdrücken lassen. Wir sind aus dem Staub erhoben, um unseren Zudecker und Begnader zu ehren. Die Gnade lässt in all dem mitmenschlichen Krampf den Dampf ab. Da kann der Gebeugte jubilieren, weil er von dem einen Stand in den anderen erhoben wurde.
Warum sollen wir als die in Gnade Gebadeten, weder vergangene noch zukünftige Schuld fürchten?

Da werden Mächtige machtlos 

Freiheit, liegt in einem Gedanken Gottes.

„Der Herr dachte an uns, als wir unterdrückt waren, denn seine Güte währet ewiglich. „

Ps. 136, 23

Gedanken schaffen Taten. Denken hat die Absicht, sich zu verwirklichen, sich zu materialisieren. Wenn Gott denkt, ist das die Krönung allen Schaffens. Da kommen Welten in Bewegung. Ein Gedanke Gottes ist Schöpfung. Da war ein neuer Tag, da waren Menschen und Tiere, da wurde aus Finsternis Licht und aus Chaos ein Paradies. „Und alles war sehr gut.“ Wenn Gott denkt, entfaltet sich das Leben. Da fällt Güte auf die Erde. Da wird die Welt von dem Guten geküsst.
Diese Erfahrung macht das Volk Israel in seiner ganzen Geschichte. Wo Gott an sie dachte, war die Gefangenschaft in Babylon, Ägypten und in den deutschen KZ´s nicht das Aus. Wo die Güte denkt, werden die Mächtigen machtlos. Wenn die Güte in die Unterdrückung fällt, durchbricht ein Sonnenblumenkern den Asphalt. Wenn Gott an uns denkt, will er die Bedrängten frei machen. Christus ist der Freiheitsgedanke Gottes. Mit Christus fällt die Güte auf vertrocknetes Land. Wo dieser Freiheistgedanke Menschen erfasst, kann nichts mehr auf der Welt gefangen nehmen. Da wirkt eine schöpferische Freiheit, mitten in dem täglichen Gefangensein. Noch in der tiefsten Krise entsteht eine Aufbruchstimmung. Wo Christus frei macht, kann kein Mensch in der Menschenverachtung zerbrechen. Da bekommen die Schmerzen des Lebens, die uns lähmen und gefangennehmen wollen, ewige Güte aufgetischt. Da muss zwangsweise jede Nacht hell werden. Wo Gott an uns denkt, können die Unterdrückten aufatmen.
Gott denkt an uns. Warum sollte soviel Güte nicht genügen?
Einem gesegneten Sonntag wünsche ich euch.