Frühlingslicht auf Wüstenwegen

Im rechten Licht, fangen Schneeglöckchen an zu singen.

„Der Herr, dein Gott, hat dein Wandern durch diese große Wüste auf sein Herz genommen.
5.Mose 2, 7

Wüstenwege, Durststrecken, Finsternis sind Gottes Herzensanliegen. Alles was das Leben austrocknet und verdunkelt, brennt Gott unter den Nägeln. Wo er Dürre erlebt, kocht seine ganze Leidenschaft für frisches Wasser. Gott kann nicht still sitzen, wenn die Nacht über Menschen hereinbricht, und der Glanz seiner Schöpfung matt und stumpf wird. Wo Gott das Wandern durch die große Wüste auf sein Herz nimmt, begegnet der mit ganzer Macht allem ausgebrannt sein, der ausgetrockneten Zunge, dem Umherirren ohne Hoffnung. Denjenigen, denen die Lichter ausgehen, setzt er ein Licht. Christus ist das Herzensanliegen Gottes für Wüstenwanderer. Wo Jesus spricht: Ich bin das Licht der Welt, wird er zur Quelle in der Wüste. Da bleibt die Wüste noch Wüste, doch darin geschieht unglaubliches. Aus verdorrtem Boden, sprießt frisches Gras. Da kommt eine Quelle aus dem Niemandsland. Christus wird zum Klimawandel in der Wüste. Da wird der Lebensraum, der eigentlich gar kein Leben zulässt, blühfähig.

Unsere Tage sind voll großer Wüsten, an denen wir immer wieder an den Punkt kommen, jetzt ist alles aus. Da geht nichts mehr, da ist Hopfen und Malz verloren. Zukunftswege, die völlig dunkel vor einem stehen, Entwicklungen in einer Gemeinde, die keinerlei Hoffnungen zulassen. Das eigene Tappen im Dunkeln, bei dem man vor lauter Sand keinen Weg mehr sieht. Es sind die Situationen, die auslaugen und mutlos machen. Der Druck der Lasten, lassen alle Initiativen in den Keller fahren. Diese Krisen sind Gott zum Herzensanliegen geworden. Hier will Christus das Klima verwandeln.

Es ist faszinierend wie Schneeglöckchen der Eiswüste trotzen. Da ist die ganze Landschaft noch matt und leblos, vom Winter zerzaust, und sie wagen sich den Nachtfrösten zum Trotz an die Oberfläche. Wo die Primel oder Ranunkel harte Minusgrade nicht überleben, bleiben Schneeglöckchen unbeirrt und bringen lebensfrohe Frische in alle Kargheit. Wenn dann ein mildes Frühjahrslicht durch ihre Blüten streift, und ihre weißen Blütenkelche zu leuchten beginnen, ist es, als würden hunderte Glöckchen tanzen und singen. Polster um Polster, ein einziger Jubel. Das Licht macht sie in diesem Augenblick zu Tänzern und Sängern. Christus will unser Frühlingslicht sein, der auf kargen Böden, ein paar Glöckchen zum Leuchten und Klingen bringen will.

Wieviel Frühlingslicht geben wir unseren Wüstenwegen?

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Ausgebrannt muss nicht sein

welch eine Portion Dummheit ist selbst unter den Glaubenden?
„Mein Vok tut eine zwiefache Sünde: mich, die lebendige Quelle, verlassen sie und machen sich Zisternen, die doch rissig sind  und kein Wasser geben.“

Jer. 2, 13
Im Blumenhaus erleben wir immer wieder mal, das unsere lieben Blümchen den Kopf hängen lassen. Sie waren ordentlich angeschnitten und in Wasser eingestellt, bis wir erstaunt feststellen mussten: Hoppla, da ist gar kein Wasser mehr in der Vase. Das Gefäß hatte einen kleinen Riss, das unsere lächelnden Schöheiten zur Trockenblume machte. Ein Trauerfall, oft nur noch für den Kompost.
Lebensgestaltung mit Rissen, Dasein im Trockendock, ist der Glaube ohne die Quelle. Auch die Christen wollen breit aufgestellt sein und sich für vieles öffnen, engagieren sich für wichtige soziale Projekte, und zerrinnen in ihrer Hingabe. Laufen aus, brennen aus, ihr Leben steht unter dem Eindruck, alles zerfließt zwischen den Fingern. Lebendigkeit kommt nicht zuerst aus der Aktion, sondern aus der Quelle. Wo Christus nicht Grundlage und Mittelpunkt ist, sind alle unsere Bemühungen vergeblich. Nicht unser Einsatz macht uns lebendig, sondern unsere Christus-Beziehung. Wo wir ausgehungert und ausgelaugt dastehen, müssen wir uns fragen, ob wir Christus verlassen haben. Wenn in diesem Miteinander ein Riss ist, braucht sich keiner zu wundern, wenn einem die Zunge heraus hängt, und die Überforderungen an uns nagen.
Chistus ist und bleibt die zentrale Quelle für alles was im Glauben geschieht. Hier tanken wir auf, wenn wir auf dem Zahnfleisch daherkommen. Hier erfahren wir unser Heil in allem Chaos. Hier bleibt ein Leben frisch in allen Schwierigkeiten. Wenn wir als Glaubensmenschen um neue Energie ringen, uns nach Perspektive und Hoffnung ausstrecken, finden wir sie an dieser Quelle.

Wir haben einen ständigen Kraftstrom in unserem brüchigen Dasein.

Wäre es nicht dumm, alles von sich selbst zu erwarten? Ist manches Verwelken nicht der Verlust der eigentlichen Quelle?